DE1009177B - Verfahren zur Herstellung von reinen Vinylaethern durch Aufarbeiten der aus Vinylaethern von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden Gemische - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von reinen Vinylaethern durch Aufarbeiten der aus Vinylaethern von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden GemischeInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von reinen Vinyläthern durch Aufarbeiten der aus Vinyläthern von aliphatischen oder cycloaliphatischen
Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden Gemische,
die beim Behandeln dieser Alkohole mit Acetylen in Gegenwart alkalischer Katalysatoren anfallen. Die bei
der Umsetzung anfallenden Gemische lassen sich durch Fraktionieren nicht in ihre Bestandteile zerlegen,
da die Vinyläther und die Alkohole, aus denen sie gebildet wurden, azeotropische Gemische miteinander
bilden. Die Gemische können zwar bekanntermaßen durch Extraktion des alkoholischen Anteils
oder durch Überführung des alkoholischen Anteils in das Alkoholat und anschließende Destillation getrennt
werden, soweit es sich um Gemische von niederen Alkoholen bis zu 3 C-Atomen und ihren Vinyläthern
handelt; die Trennung der Gemische höherer Alkohole und ihrer Vinyläther ist dagegen bedeutend erschwert.
Alkohole bis zu 3 C-Atomen können auch leicht durch Waschen mit Wasser von ihren Vinyläthern abgetrennt
werden.
Die Abtrennung der Alkohole mit 4 und mehr C-Atomen von ihren Vinyläthern ist wegen der geringen
Löslichkeit der Alkohole in Wasser erschwert. Das gleiche gilt wegen der geringen Löslichkeit von
Ätzkali in den höheren Alkoholen hinsichtlich der Bildung der Alkalialkoholate.
Um den Alkohol aus einem Vinyläther-Alkohol-Gemisch zu entfernen, wird nach einem bekannten
Verfahren die azeotropische Mischung mit 25 bis 200, vorzugsweise 33 bis 50% festem Alkalihydroxyd versetzt
und erhitzt. Über eine Kolonne destilliert dann langsam eine Mischung von Alkohol, Vinyläther und
Wasser ab. Das Wasser wird abgeschieden und der oiganische Teil in den Kolben zurückgegeben. Dieses
Verfahren ist langwierig und führt zu vermehrter Rückstandsbildung, da die stark alkalischen
Mischungen etwa 36 Stunden erhitzt werden müssen, um zu alkoholfreien Vinyläthern zu gelangen. Auch
ist es bekannt, die Gemische der Alkohole und ihrer Vinyläther, die etwa 80 bis 90% Vinyläther enthalten,
mit einer mindenstens 20%igen wäßrigen Lösung eines Alkalisalzes von Phenol, Kresol oder Xylenol
zu extrahieren, wobei der Alkohol in Lösung gehen soll. Um den Alkoholanteil aus dem Gemisch herauszuholen,
werden ferner bekanntermaßen die Gemische mit wäßrigen Lösungen der Alkali- oder Erdalkalisalze
von aliphatischen oder aromatischen Säuren behandelt. Nach den bekannten Verfahren kann nur
eine Anreicherung der Ausgangsmischungen an Vinyläther auf über 90% erreicht werden. Da aber die
Vinyläther als Ausgangsstoffe für Polymerisationen von besonderer Reinheit sein müssen, ist das Ergeb-Verfahren
zur Herstellung von reinen
Vinyläthern durch Aufarbeiten der aus
Vinyläthern von aliphatischen oder cycloaliphatischen
Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst
bestehenden Gemische
Anmelder:
Deutsche Solvay-Werke
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Solingen-Ohligs, Keldersstr. 2
Dr. Gerhard Faerber, Moers,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
nis dieser Verfahren nicht ausreichend. Eine Extraktion führt nur nach vielmaliger Wiederholung zu
Produkten in der erforderlichen Reinheit, wobei jedoch etwa 10% Vinyläther in die wäßrige Phase gelangen
und damit verlorengehen. Auch sind die nach den genannten Verfahren erhaltenen Vinyläthergemische
noch feucht und müssen noch getrocknet werden.
Es wurde nun gefunden, daß Vinyläther von ihren zugehörigen aliphatischen oder cycloaliphatischen
Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen in einfacher Weise dadurch voneinander getrennt werden können,
daß ein solches Gemisch zusammen mit einer Alkalialkohol atlösung eines niederen, tiefsiedenden Alkohols
erhitzt wird und dann der sich bei der Umalkalisierung bildende niedere Alkohol und schließlich der
reine Vinyläther aus dem Gemisch abdestilliert werden.
Nach der Erfindung wird zweckmäßigerweise das Alkalialkoholat in einem Überschuß bis zu 20% der
theoretisch erforderlichen Menge angewendet. Vorteilhaft ist insbesondere die Anwendung einer Lösung
von Natriummethylat in Methanol. Die Umalkalisierung erfolgt durch Abdestillieren von Methanol infolge
Verschiebung des Gleichgewichtes in kürzester Zeit und praktisch quantitativ. Der Vinyläther kann
anschließend durch einfache Destillation vom Alkoholat abgetrennt werden und ist praktisch alkoholfrei.
Das Verfahren der Erfindung, das unter Ausschluß von Wasser durchgeführt wird, ermöglicht, daß in
kurzer Zeit trockener und alkoholfreier Vinyläther in
709 546/431
hoher Ausbeute erhalten wird. Das Verfahren ist auch anwendbar auf Mischungen mit höheren Alkoholen,
z. B. solchen mit 8 C-Atomen. Da solche Alkohole, wie. beispielsweise 2-Äthylhexanol, bereits großtechnisch
hergestellt werden, sind jetzt auch ihre \rinyläther
leicht zugänglich, zumal auch Natriummethylat, mit welchem die Abtrennung durchgeführt wird, in
beliebigen-Mengen zur Verfugung steht.
Das Verfahren der Erfindung ist beispielsweise anwendbar
auf die Trennung folgender Vinyläther von ihren Alkoholen: Isoamylvinyläther, Äthylbutylvinyläther,
Hexyl'vihyläther, Äthylhexylvinyläther, Octylvinyläther,
1-M ethylheptyl vinyläther, Dqdecylvinyläther, Cetylvinyläther, Cyclohexylvinyläther.
Be i sp i el e
• Soweit nicht anders angegeben,- sind "die- aufgeführten
Teile Gewichtsteile.
1. In einem mit Rührer, Zulaufrohr, Claisenaufsatz ao
mit Destilliervorrichtung und Thermometer versehenen 3-1-Kolben werden 1587 Teile der azeotropen
Mischung von n-Octylvinyläther und n-Octanol (Gehalt
an Vinyläther 90,4%) auf 150° erhitzt. Im Verlauf von 1 Stunde wird eine Lösung von 40 Teilen
Natrium in 300 Teilen Methanol unter Rühren durch das Zulaufrohr zugetropft. Methanol destilliert
laufend ab. Nach beendeter Zugabe wird die Temperatur im Verlauf von weiteren 2 Stunden auf 180° gesteigert,
bis alles Methanol überdestilliert ist. Nach dem Abkühlen wird die Mischung im Vakuum
destilliert. Bei 88715 mm destillieren 1345 Teile n-Octylvinyläther mit einer Reinheit von über 99%
über. Die Ausbeute beträgt 93% des in der Ausgangslösung vorhanden gewesenen Vinyläthers.
ng =1,4281. Im Rückstand befindet sich n-Octanol als Alkoholat gebunden neben überschüssigem
Natriumalkoholat. n-Octanol kann durch Auflösen des Rückstandes in Wasser, Neutralisieren und Trennen
der Schichten oder durch Extraktion leicht wiedergewonnen werden.
2. In der im Beispiel 1 angegebenen Apparatur werden 1809 Teile der azeotropen Mischung von
2-Äthyl-n-hexylvinyläther und 2-Äthyl-n-hexanol
(Gehalt an Vinyläther 90%) auf 150°· erhitzt und unter Rühren eine Lösung von 46 Teilen Natrium in
400 Teilen Methanol durch das Zulauf rohr langsam zugesetzt. Überschüssiges Methanol destilliert dabei
ab. Dann wird unter weiterem Rühren die Temperatur langsam bis zum Siedepunkt der Mischung gesteigert.
Wenn kein Methanol mehr überdestilliert, wird erkalten gelassen und der Rückstand im Vakuum
destilliert. Es werden 1430 Teile 2-Äthyl-n-hexylvinyläther mit einem Siedepunkt von 67710 mm und
einer Reinheit von über 99% erhalten, ng — 1,4282. Die Ausbeute beträgt 88% des in der Ausgangslösung
vorhanden gewesenen Vinyläthers. Der abgetrennte 2-Äthyl-n-hexylalkohol kann, wie im Beispiel 1 angegeben,
wiedergewonnen werden.
3. In einem 2-1-Rundkolben, welcher mit Rührer,
Thermometer, Einleitrohr und einer kurzen Vigreux-Kolonne mit Destilliervorrichtung versehen ist,
werden 1165 Teile eines ternären Gemisches, bestehend aus 72,6% 1-Methyl-n-heptylvinyläther,
22,4% 1-Methyl-n-hexylcarbinol und 5% 1-Methyln-hexylketon
(letzteres als Begleiter des verwendeten technischen 1-Methyl-n-hexylcarbinols), auf 155° erhitzt
und unter Rühren eine Lösung von 56 Teilen Natrium in 500 Teilen Methanol durch das Zulaufrohr
eingebracht. Dann wird die Temperatur unter weiterem Rühren etwa innerhalb von 2 Stunden bis
zum Siedepunkt der Mischung gesteigert. Das Methanol destilliert dabei vollständig über. Nach dem
Abkühlen wird im Vakuum destilliert, wobei zwischen 73 und 74°/12 mm 825 Teile einer Lösung übergehen,
die praktisch keinen Alkohol mehr enthält. 1-Methyln-hexylketon
kann entweder vor Versuchsbeginn oder auch aus der Endlösung nach bekannten Methoden,
z. B. durch Überführen in das Oxim, abgetrennt werden. Die Ausbeute an reinem Vinyläther beträgt
92% des in der Ausgangslösung vorhanden gewesenen Vinyläthers.
4. In einem Kölbclien von 50 ecm werden 22 Teile
der azeotropen Mischung von Cyclohexylvinyläther und Cyclohexanol (Gehalt an Vinyläther 85%) mit
einer Lösung von 0,9 Teilen Natrium in 12 Teilen Methanol vermischt und langsam zum Sieden erhitzt.
Über eine angeschlossene Destillationsapparatur destilliert Methanol ab. Der Kolben wird so lange erhitzt,
wie Methanol übergeht, was 1 bis 2 Stunden in Anspruch nimmt. Dann wird der Kolbeninhalt einer
Vakuumdestillation unterworfen. Es werden 17 Teile Cyclohexylvinyläther von 98%iger Reinheit erhalten.
Siedepunkt 45^5714 mm. ng = 1,4533. Durch erneute
Behandlung dieses Vinyläthers mit einer Natriummethylatlösung unter den angegebenen Bedingungen
wird praktisch alkoholfreier Cyclohexylvinyläther erhalten.
Claims (4)
- Patentanspruch ει . Verfahren zur Herstellung von reinen Vinyläthern durch Aufarbeiten der aus Vinyläthern von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden Gemische, die beim Behandeln dieser Alkohole mit Acetylen in Gegenwart alkalischer Katalysatoren anfallen, dadurch gekennzeichnet, daß ein solches Gemisch zusammen mit einer Alkalialkoholatlösung eines niederen, tiefsiedenden Alkohols erhitzt wird und dann der sich bei der Umalkalisierung bildende niedere Alkohol und schließlich der reine Vinyläther aus dem Gemisch abdestilliert werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anwendung von tief siedenden Alkoholen mit einem Kohlenstoffgehalt bis zu 3 C-Atomen.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalialkoholat in einem Überschuß bis zu 20% der theoretisch erforderlichen Menge angewendet wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Anwendung einer Lösung von Natriummethylat in Methanol.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 841457, 863 940; britische Patentschrift Nr. 654032.■ 709 5W431 5.57
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED18702A DE1009177B (de) | 1954-09-20 | 1954-09-20 | Verfahren zur Herstellung von reinen Vinylaethern durch Aufarbeiten der aus Vinylaethern von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden Gemische |
Applications Claiming Priority (1)
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| DED18702A DE1009177B (de) | 1954-09-20 | 1954-09-20 | Verfahren zur Herstellung von reinen Vinylaethern durch Aufarbeiten der aus Vinylaethern von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden Gemische |
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|---|---|
| DE1009177B true DE1009177B (de) | 1957-05-29 |
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ID=7036113
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DED18702A Pending DE1009177B (de) | 1954-09-20 | 1954-09-20 | Verfahren zur Herstellung von reinen Vinylaethern durch Aufarbeiten der aus Vinylaethern von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen mit 4 und mehr C-Atomen und diesen Alkoholen selbst bestehenden Gemische |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1009177B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19743144A1 (de) * | 1997-09-30 | 1999-04-01 | Basf Ag | Verfahren zur Trennung des Divinylether von Diethylenglycol oder Triethylenglycol vom Monovinylether des entsprechenden Oligoethylenglycol |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB654032A (en) * | 1948-10-29 | 1951-05-30 | British Oxygen Co Ltd | Improvements in or relating to the purification of vinyl ethers |
| DE841457B (de) | 1950-09-07 | 1952-04-30 | The British Oxygen Company, Limited, London | Verfahren zur Aufarbeitung von Gemischen aus Alkylvinyläthern und Alkoholen |
| DE863940C (de) * | 1950-06-19 | 1953-01-22 | British Oxygen Co Ltd | Verfahren zur Entfernung des Alkohols aus einem Vinylaether-Alkohol-Gemisch |
-
1954
- 1954-09-20 DE DED18702A patent/DE1009177B/de active Pending
Patent Citations (3)
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|---|---|---|---|---|
| GB654032A (en) * | 1948-10-29 | 1951-05-30 | British Oxygen Co Ltd | Improvements in or relating to the purification of vinyl ethers |
| DE863940C (de) * | 1950-06-19 | 1953-01-22 | British Oxygen Co Ltd | Verfahren zur Entfernung des Alkohols aus einem Vinylaether-Alkohol-Gemisch |
| DE841457B (de) | 1950-09-07 | 1952-04-30 | The British Oxygen Company, Limited, London | Verfahren zur Aufarbeitung von Gemischen aus Alkylvinyläthern und Alkoholen |
Cited By (1)
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| DE19743144A1 (de) * | 1997-09-30 | 1999-04-01 | Basf Ag | Verfahren zur Trennung des Divinylether von Diethylenglycol oder Triethylenglycol vom Monovinylether des entsprechenden Oligoethylenglycol |
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