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Verfahren zur Herstellung eines Heil und Nährpräparates Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Heil- und Nährpräparates, hei dem als
Ausgangsstoff -iinerseits Trockenmilchpulver, und zwar vorzugsweise Magertrockenmilc'hpulver,
und andererseits Honig benutzt wird. Bei genügend feiner Verteilung di--ser Ausgaligssulistanzen
untereinander reagieren deren Bestandteile vermutlich miteinander unter Bildung
von Kompl.exverl>indungen, die gegenüber den Ausgangsprodukten eine gesteigerte
und zum Teil verschiedenartig,- Wirkung aufweisen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren besteht im wesentlichen darin, daß
di,e Ausgangsprodukte unter Einhaltung bestimmter B?diirgungeit miteinander vermischt
«-erden, um zu einem besonders 'homogenen Produkt zu kommen.
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An sich ist die Mischung von Honig und Trackeninilchpulver bereits
bekannt. Man hat dabei den Honig unter Umrühren allmählich in das Trockenmilchpulver
eiligeliracht. Dies geschah bei Zimmertemperatur und auch ])-ei leicht cr'höhter
Temperatur, um in einer Mischmaschine den dünnflüssigen warmen Honig mit dein Trockenmilchpulver
zu verrühren. Es hat sich jedoch gezeigt, daß lrei diesem Verfahren die gegenseitige
Durchrnischung nur unter Schwierigkeiten erfolgt, weil sich ])ei der Zuinischung
des er#,vä rmten Honigs leicht Iloniglaümpclien lrilden, die nur schwer unter ganz
besonderem Aufwand beim Rühren so zerschlagen werden können, daß eine durchgehend
homogene Masse entsteht. Die vei-hleihenden Honigklümpchen laufen später während
cl.ei- Lagerung des Produktes zusammen und bilden dann eine kompakte Masse, die
sich nur unter Schwierigkeiten aus dem Gefäß herausnehmen und verwenden läßt.
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Gemäß der Erfindunri wird deshalb der Honig vor dm Einbringen in das
'Trockenmilchpulver auf Tenilreraturen von etwa 5 liis 6° C abgekühlt. Der Honig
verliert dann seine klebenden Eigenschaften fast ganz und kaiiii heim Rühren in
:i-nein Rührwerk wie ein f-ster Körper in feinste Teilchen zerschlagen werden, die
finit dein :Milchpulver °ine homogene Mischung #@ i-.gel ien.
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Das erfiiidtingsgeniäße Verfalii-en läßt sich lresond.°rs gut dann
ausüli,en, wenn zur Mischung ein sehr schn°11 laufendes Ruhrwerk \-("n etwa 8000
bis 10000 Uindreiliungen/Min. verwendet wird. Der Mischungsprozeß verläuft dann
nicht nur schneller, sondern der kalte Honig wird in kleinere Partikel zerschlagen,
als dies bei einem langsaniere:n Rührwerk der Fall ist, und die Vermischung mit
der Trockeninilch :i-folgt dadurch intensiver.
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Iin besonderen «-erden die chemischen Reaktionen durch das e-rfindungsgeinäße
Verfahren gefördert, die durch Verwendung von abgelagertem Bienenhonig entstehen,
der durch Zufütterun:g der Bienen während der Trac'htzeit mit Cholin gewonnen wurde.
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Es ist an sich bekannt, dem Bienenfutter Heilmittel zuzusetzen, um
einen Honig zu gewinnen, der diese Fl.eilmittel enthält.
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Das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnen;: pulverförmige Produkt
weist verschiedene charakteristische Eigenschaften auf, die neu und für die nienschli-che
Ernährung wesentlich erscheinen.
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1. Durch die schnelle Vermischung der Komponenten wird eine feine
Verteilung der Honigzucker am Eiweiß dei- Milch erzielt. Das unmittelbare Ergebnis
dieses Prozesses ist vermutlich die Bildung eines Zu"ck°_,r-Eiw,eißsymplex°s, und
zwar, was hier wesentlich ist, entsteht wa'hrsc'heinlich in erste .r Linie ein I_aevttlos-j-Eiw.eißsymplex
(n°lien Glucose-Maltose-Eiwei-,ß,svmpl"exeii). Diese Verbindung der Laevulose, di_
im Organismus «-eitaus günstiger verwertet wird als d@i.e Glucose, mit hochwertigem
Milcheiweiß bildet eine völlig.neue diätische Einheit.
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2. Die organischen Säuren des Honigs li.°wirken eine feinflocleige
Verteilung des Milcheiweißes, wodurch die Veerdaulichkeit des Caseins wesentlich
erleichtert wird. Auf dem Umwege der Ansäuerung mit Milchsäure, Zitronensäure usw.
ist dieser Umstand m.2 irfach zur Herstellung von Säuglin;gsnafrungen benutzt worden.
Die Verabreichung solcher Präparate i an @i-Wachselle scheiterte j°do-ch
stets an dem stark saur,n Geschmack dieser Produkte.
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In dein hier besprochenen Fall handelt es sieh nicht tim eine Milch-
oder Zitronensäuregerinnung, sondern um die Wirkung einer Vi°lzarhl organischer
Säuren (tuitMr anderem Äpfel-, Oxal- und Bernsteinsäure), der°ii Eigengeschmack
trotz der niedrigen Wasserst.offionenkonzen.tration der verwendeten Honige durch
<ü. and°i-e;l Stillstanzen des Honigs iil;°rd,eckt wird. Diese (Zucker) sind
durch ihre bereits b:schriehen°
Si-iiil)lexbilduiig ebenfalls am
Zustand°komm°n der feinen Eiweißverteilung beteiligt. Trotz des Vorhandenseins feinster
Eiweißgerinsel kommt es auch bei läng#crem Stehen der aufgelösten Mischung nicht
zu einer Sedim.entati,on der Teilchen. Der Grund hierfür liegt ebenfalls in einer
»Stabilisatorwirkung« der erfindungsgemäß gebildeten Zuclc@ereiw.eißsymplexe.
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Ein Beweis für die bei dem Verfahren -eintretende Zucker-Ei@v-°ißkompl-exbildung
wird durch den nachfolgend beschriebenen Versuch gegeben: L äßt man die Labgerinnung
der Milch sehr schonend eintretan und vergleicht dann den Zuckergehalt der Molke
mit dem der »normalen.« Honigmilch, so weist dicse MOlke einen sehr viel niedrigeren
Zuckergehalt als das Ausgangsprodukt auf. Die Zuckerbestimmungen wurden chr.omatagraphisch
ausgeführt. Führt man mit dem ausgefallenen Casein Tüpfelreaktionen auf Zucker aus,
so sind sie positiv; ein weiterer Beweis für das Vorhandensein von Zucker im ausgefallenen
Eiweiß. Di?s,° Zucker sind mit den üblichen Lösungsmitteln nicht quantitativ aus
dem Casein auswaschbar.
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3. Die in dem Präparat enthaltenen Substanzen wirken auf das Wachstum
der normalen Darmflora anregend. Di.es° Substanzen sind saurer Natur und dadurch
ihrerseits auch wesentlich am Zustandekommen der unter 2 genannten Wirkungen beteiligt.
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4. Das Präparat ist hinsichtlich seiner Haltbarkeit handelsüblicher
Trockenmilch mit und ohne Zuckerzusatz weit überlegen. Diese Überlegenheit beruht
darauf, daß in dem gemäß der Erfindung hergestellten Honigpräparat bakterio-statisch
wirkende Substanzen in einer Konzentration vorhanden sind, die ein Verderh,e:n des
Gemisches für längere Zeit hintanhalten.
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Dics-c Substanzen überdecken also zunächst in ihrer Wiir'lcun.g di>e
wachstumsfördernden Faktoren, werden jedoch bei der Aufnahme des Präparates in den
Magen inal.ztiviie:rt, so daß beim Übertritt in den Darm die letzteren in wirksamer
Form vorhanden sind.
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5. Wie den vorstehenden Ausführungen zu entnehmen ist, verwendet -man
zweckmäßig ganz bestimmte Honige, deren Reifung folgendermaßen be-=influßt wurde:
Es wird nämlich den Bienen während der Trachtzeit Cholin zügefütte rt. Dieses Cholin
erleidet durch die Biene keine Veränderung, sondern wird lediglich gut im jungen.
unreifen Honig verteilt. Der in diesem Zusammenhang wesentliche Prozeß, nämlich
die Meth.ylierung eitles Teiles der Laevulose und Dextrose zu @letliylfructos.id
bzw. Methylglucosid beginnt erst nach einiger Zeit, also bei Beginn der Honigreife.
Die Honige werden also nicht unmittelbar nach dem Schleudern verwendet, sondern
lag@°rn einige Wochen an dunkler Stelle.
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Das nachstehende Ausführungsbeispiel der Erfindung hat sich in der
Praxis bewährt: Etwa 150 g Honig werden bis auf 5 bis 6° C abgekühlt, hei w:lcher
Temperatur der Honig sehr viskos ist. M#- n läßt ihn dann in einen Behälter einlaufen,
in welchem etwa 500 g Ma.germilchpulver durch ein mit etwa 8000 bis 10000 umlaufendes
mechanisches Rührwerk in ständiger Bewegung gehalten werden. `@'älirend der Zugabe
des Honigs und der Durchmischung ruß darauf geachtet werden, daß die Temperatur
nicht ansteigt, da sonst eine Klumpcnbildung eintritt. Man erhält bereits nach etwa
15 Sekunden eine gleichmäßige pulvrige Masse.