DE10065306A1 - Verfahren zum Betrieb einer in einem Fahrzeug verwendbaren Brennstoffzellenanlage und zugehörige Brennstoffzellenanlage - Google Patents
Verfahren zum Betrieb einer in einem Fahrzeug verwendbaren Brennstoffzellenanlage und zugehörige BrennstoffzellenanlageInfo
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Abstract
Der Brennstoffzellenanlage wird üblicherweise Brennstoff einerseits und Luft, die den zum Betrieb der Brennstoffzellen notwendigen Sauerstoff als Oxidans liefert, andererseits zugeführt. Zum Ausschließen von Beschädigungen eines Brennstoffzellenmoduls (10), die beim Betrieb des Fahrzeuges in unterschiedlichen Umgebungen bei gegebenenfalls hohen Schadstoffbelastungen entstehen können, wird die Luft vor dem Einsatz in der Brennstoffzellenanlage gereinigt. Dazu ist dem Brennstoffzellenmodul (10) eine Einheit zur Luftreinigung (50) zugeordnet.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betrieb
einer in einem Fahrzeug verwendbaren Brennstoffzellenanlage,
der ein Brennstoff und Luft zugeführt wird. Daneben bezieht
sich die Erfindung auch auf die zugehörige
Brennstoffzellenanlage für ein Kraftfahrzeug mit wenigstens
einem Brennstoffzellenmodul, wobei das Brennstoffzellenmodul
mit Brennstoff und Luft versorgt wird.
Brennstoffzellenanlagen zur Energieversorgung von
elektromotorischen Antrieben bei Kraftfahrzeugen sind in
vielerlei Ausgestaltungen bekannt. Gemeinsam ist diesen
unterschiedlichen Brennstoffzellenanlagen die chemische
Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff unter Bildung von
Wasser.
Beispielsweise die mit einer protonenleitfähigen Membran
arbeitende PEM-Brennstoffzelle (Polymer Electrolyte Membrane,
Proton Exchange Membrane) arbeitet mit Benzin, Mezhanol oder
einem anderen höheren Kohlenwasserstoff als Brennstoff, aus
dem mittels eines Reformers Wasserstöff als Brenngas gewonnen
wird und mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Speziell die
bei höheren Temperaturen betriebene HT-PEM-Brennstoffzelle
ist dabei an sich unempfindlich gegen Verunreinigungen, was
insbesondere für das Brenngas gilt. Das Oxidans wird aus der
Umgebungsluft gewonnen, wobei im Prinzip von normaler
Umgebungsluft ausgegangen wird, welche beispielsweise bei
einem Fahrzeug dem Fahrtwind entnommen werden kann.
Obwohl speziell die HT-PEM-Brennstoffzelle als gegen
Verunreinigungen unempfindlich gilt, müssen doch gewisse
Standards für die Betriebsstoffe gewahrt werden.
Beispielsweise in einem Kraftfahrzeug, das im
innerstädtischen Bereich bei ständig wechselndem und unter
schiedlichen Bedingungen betrieben wird, muss ausgeschlossen
werden, dass durch etwaige Verunreinigungen der Umgebungsluft
Störungen in der Brennstoffzellenanlage auftreten.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, Maßnahmen vorzuschlagen,
mit denen die Funktionsfähigkeit der Brennstoffzellenanlage
für das Kraftfahrzeug in jeder Umgebungssituation gewährlei
stet ist, und eine zugehörige Brennstoffzellenanlage zu
schaffen.
Die Aufgabe ist bezüglich des Verfahrens erfindungsgemäß
durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Maßnahmen gelöst.
Eine zugehörige Brennstoffzellenanlage ist Gegenstand des
Patentanspruches 6. Weiterbildungen des Verfahrens bzw. der
zugehörigen Vorrichtung sind jeweils Gegenstand der abhängi
gen Ansprüche.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also die Luft vor
dem Einsatz in der Brennstoffzelle gereinigt. Vorteilhafter
weise erfolgt die Reinigung bei selbstatmender Zelle, d. h.
bei Entnahme des Oxidans für die Brennstoffzelle aus der Luft
des Fahrtwindes. Es kann eine mehrstufige Luftreinigung vor
gesehen sein. Insbesondere kann eine zweistufige Luftreini
gung mit einer Partikelreinigung einerseits und einer Schad
stoffreinigung andererseits erfolgen.
Bei der zugehörigen Brennstoffzellenanlage ist dem Brenn
stoffzellenmodul eine Einheit vorgeschaltet, die voteilhaf
terweis Adsorber für Schadstoffe und/oder katalytische Be
schichtungen zur chemischen Unschädlichmachung von Schad
stoffen einerseits und Filter zu physikalischen Partikel
filterung andererseits aufweist. Beispielweise eine kata
lytisch wirksame Beschichtung kann auf einem integrierten
Wärmetauscher aufgebracht sein.
Besondere Funktion hat bei der Erfindung die Ausbildung des
Filters. Es kann ein endstufiges Filter vorgesehen sein, das
als Multifunktionsfilter bzw. Mehrfunktionsfilter konzipiert
ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der Figurenbeschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnung. Es zeigen
Fig. 1 ein Kraftfahrzeug mit einer darin integrierten
Brennstoffzellenanlage und
Fig. 2 ein System aus Brennstoffzellenmodul und einer
Einheit zur Luftreinigung zur Verwendung in Fig. 1
In der Fig. 1 ist ein Kraftfahrzeug (KFZ) mit 1 bezeichnet,
dessen in der Figur nur angedeuteter elektromotorischer An
trieb 3 durch eine Brennstoffzellenanlage, die im Prinzip mit
den zugehörigen Systemkomponenten bekannt ist, versorgt wird.
Die Brennstoffzellenanlage besteht im Wesentlichen aus einem
Brennstoffzellenmodul 10 und zugehörigen Nebenaggregaten. Zu
mindest das Brennstoffzellenmodul 10 muss so im oder am Chas
sis des KFZ 1 positioniert sein, dass es in geeigneter Weise
mit Luft versorgt werden kann. Beispielhaft ist das Brenn
stoffzellenmodul 10 unter dem Boden 2 des KFZ 1 bzw. in einem
von einem Zwischenboden 2' gebildeten freien Raum angeordnet.
Angedeutet ist weiterhin ein Auspuff 8, aus dem bei Betrieb
des Brennstoffzellenmoduls 10 mit reinem Wasserstoff und
Sauerstoff das gebildete Prozesswasser, bei Verwendung von
wasserstoffreichen Gasen mit Nebenbestandteilen letztere
entweichen können.
Bei der im KFZ 1 angeordneten Brennstoffzellenanlage wird das
Brennstoffzellenmodul 10 weitestgehend durch die Energie des
Fahrtwindes versorgt, d. h. das Brennstoffzellenmodul 10 ist
selbstatmend. Für niedrige Fahrzeuggeschwindigkeiten und/oder
hohe Last ist aber ein Hilfsgebläse vorhanden.
Die Brennstoffzellenanlage arbeitet nach dem Prinzip der PEM-
Brennstoffzellen und insbesondere bei hohen Temperaturen,
d. h. es ist eine sog. HT-PEM-Brennstoffzellenanlage reali
siert. Durch geeigneten Einsatz mechanischer Mittel, d. h.
durch Umlenkbleche und/oder Düsenanordnungen kann der
Fahrtwind derart nutzbar gemacht werden, dass er einen
optimalen Einsatz der Brennstoffzelle gewährleistet. Dabei
kann das Brennstoffzellenmodul flach ausgebildet und in
seiner Höhe begrenzt sein. Insbesondere wird dabei auch
gewährleistet, dass die aerodynamischen Eigenschaften des
Kraftfahrzeuges, wie cw-Wert od. dgl., nicht beeinträchtigt
werden.
Für die Brennstoffzellenanlage werden solche Brennstoffzellen
verwendet, die mit einem festen Elektrolyten arbeiten und als
PEM(Polymer Electrolyte Membrane)-Brennstoffzellen bezeichnet
werden. Derartige Brennstoffzellen sind vom Stand der Technik
bekannt, wobei vorteilhafterweise für den mobilen Einsatz
solche Brennstoffzellen bei höheren Temperaturen als bisher
beschrieben betrieben werden. Für die HT-PEM-Brennstoffzellen
werden Arbeitstemperaturen zwischen 8 und 300°, insbesondere
aber im Bereich von 120 bis 200°C, verwendet.
Ein Brennstoffzellenmodul 10 mit HT-PEM-Brennstoffzellen kann
flach ausgebildet sein. Im Einzelnen ist eine Vielzahl von
Brennstoffzellen gestapelt, so dass man in diesem Fall von
einem Flächenstack spricht. Ein solches Flächenstack ist
vorteilhafterweise unter dem Wagenboden oder, wenn es sich
nicht um einen Personenwagen handelt, auch auf dem Dach des
Fahrzeuges oder an anderen geeigneten Stellen des KFZ-Chassis
angebracht. Damit ist gewährleistet, dass der Fahrtwind in
geeigneter Weise zu den Brennstoffzellen gelangt.
In Fig. 2 ist ein Brennstoffzellenmodul 10 verwendet, das -
wie beschrieben - aus einzelnen HT-PEM-Brennstoffzellen
besteht, die durch Stapelung zusammen den Flächenstack, kurz
Stack genannt, bilden. Einem solchen Stack wird als
Brennstoff aus einem flüssigen Brennstoff, wie beispielsweise
Benzin oder Methanol, durch Reformierung erzeugter
Wasserstoff oder wasserstoffreiuches Gas als Brenngas und
weiterhin Umgebungsluft als Oxidans zugeführt. Zum
störungsfreien Betrieb des brennstoffzellenbetriebenen
Fahrzeuges in beliebigen Umgebungen, insbesondere auch im
Stadtverkehr mit CO- bzw. CO2-Belastungen, ist dem
Brennstoffzellenmodul 10 eine Einheit 5 mit Mitteln zur
Luftreinigung vorgeschaltet.
Die Mitel zur Luftreinigung können chemisch und/oder
physikalisch arbeiten und sind in jeweiliger Kombination in
der Einheit 50 enthalten, die im Einzelnen anhand Fig. 2
beschrieben wird.
Die Einheit 50 zur Luftreinigung enthält einen Wärmetauscher
30, einen Adsorber 41 und/oder eine katalytische Beschichtung
42. Als Adsorber kommen beispielsweise Zeolithe in Frage,
während als katalytische Beschichtung ein Edelmetall,
beispielsweise Platin, verwendbar ist. Solche katalytischen
Unedelmetallbeschichtungen werden in der Praxis im
Zusammenhang mit Wärmetauschern bereits verwendet. Adsorber
41 und katalytische Beschichtung 42 können eine gemeinsame
Einheit 40 bilden.
In Fig. 2 ist der Einheit 40 zur chemischen Luftreinigung
ein zweistufiges Filter, bestehend aus den Filtern 45 und 45'
vorgeschaltet. Im Filter 45 werden Partikel, die eine
bestimmte Größe überschreiten, eliminiert und im Filter 45'
Partikel, die eine geringere Größe überschreiten. Es kann ein
n-stufiges Filter realisiert sein, das als und kann als
Mehrfunktionsfilter bzw. Multifunktionsfilterausgebildet ist.
Es enthält dann z. B. auch den Adsorber 41 und/oder die
katalytische Beschichtung 42. Dies ist dann vorteilhaft, wenn
einerseits eine Partikelreinigung und andererseits eine
Schadstoffreinigung vorgesehen ist. In die Einheit zur
Luftreinigung kann auch der Wärmetauscher 30 integriert sein,
der die Temperatur der Luft auf einen für den Betrieb des
Brennstoffzellenmoduls 10 geeigneten Wert einstellt.
Es hat sich gezeigt, dass mit einer Anordnung gemäß Fig. 2
bisher störende Verunreingungen der Umgebungsluft, die den
Betrieb einer Brennstoffzelle beeinträchtigen könnten,
weitestgehend ausschließbar sind. Insofern kann in diesem
Fall bei Verwendung einer PEM- und insbesondere einer HT-PEM-
Brennstoffzellenanlage unbedenklich die Umgebungsluft zur
Bereitstellung des Oxidans herangezogen werden.
Claims (17)
1. Verfahren zum Betrieb einer in einem Fahrzeug
verwendbaren Brennstoffzellenanlage mit wenigstens einem
Brennstoffzellenmodul, wobei dem wenigstens einem
Brennstoffzellenmodul Brennstoff und Luft zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Luft
vor dem Einsatz im Brennstoffzellenmodul gereinigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass eine Reinigung der Luft bei selbst
atmender Zelle erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass eine mehrstufige
Luftreinigung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, dass ein zweistufige Luftreinigung mit
einer Partikelreinigung der Luft einerseits und einer
Schadstoffreinigung der Luft andererseits durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass PEM-
Brennstoffzellen, insbesondere HT-PEM-Brennstoffzellen,
verwendet werden.
6. Brennstoffzellenanlage für ein Kraftfahrzeug zur
Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder einem der
Ansprüche 2 bis 5, mit wenigstens einem Brennstoffzellen
modul, wobei das Brennstoffzellenmodul mit Brennstoff und
Luft versorgt wird, dadurch gekennzeich
net, dass zum Betrieb des Fahrzeuges (1) in beliebigen
Umgebungen dem Brennstoffzellenmodul (10) eine Einheit zur
Luftreinigung (30) vorgeschaltet ist.
7. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, dass die Einheit (50) Mittel
(40) zur chemischen Luftaufbereitung, insbesondere einen
Adsorber (41) und/oder eine katalytische Beschichtung (42),
enthält.
8. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, dass als Adsorber (41)
Zeolithe verwendet werden.
9. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, dass die katalytische
Beschichtung (42) ein Edelmetall aus der Platingruppe des
periodischen Systems der chemischen Elemente ist.
10. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, dass vor das Brennstoffzel
lenmodul (10) wenigstens ein Filter (45, 45') geschaltet ist.
11. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, dass das Filter (45, 45') ein
n-stufige Filter ist.
12. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, dass das Filter (45, 45') ein
Mehrfunktionsfilter bzw. ein Multifunktionsfilter ist.
13. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, dass ein Wärmetauscher(30)
vorhanden ist.
14. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 13, dadurch
gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (30)
die Mittel (40) zur chemischen Luftreinigung enthält.
15. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, dass das Brennstoffzellen
modul (10) PEM-Brennstoffzellen enthält.
16. Brennstoffzellenanlage nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, dass das Brennstoffzellen
modul (20) HT-PEM-Brennstoffzellen enthält
17. Brennstoffzellenanlage nach einem der Ansprüche 6 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das
Brennstoffzellenmodul (10) am Chassis (2) des Fahrzeuges (1)
derart angeordnet ist, dass der cw-Wert und weitere
charakteristische Größen des Fahrzeuges (1) nicht
beeinträchtigt werden.
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