DE10065199A1 - Dichtung - Google Patents
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Abstract
Um eine Dichtung zur Anordnung zwischen zwei abzudichtenden Bauteilen, von denen mindestens eines ein erstes metallisches Material enthält, welches unedler ist als Aluminium, umfassend mindestens eine Dichtungslage, die ein zweites metallisches Material enthält, welches edler ist als das erste metallische Material, zu schaffen, welche eine geringe Neigung zur Kontaktkorrosion aufweist, wird vorgeschlagen, daß die Dichtung mindestens eine Decklage umfaßt, die im montierten Zustand der Dichtung zwischen der das zweite metallische Material enthaltenden Dichtungslage und dem das erste metallische Material enthaltenden Bauteil angeordnet ist und ein drittes metallisches Material enthält, das edler ist als das erste metallische Material und unedler ist als das zweite metallische Material.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dichtung zur Anord
nung zwischen zwei abzudichtenden Bauteilen, von denen minde
stens eines ein erstes metallisches Material enthält, welches
unedler ist als Aluminium, umfassend mindestens eine Dich
tungslage, die ein zweites metallisches Material enthält,
welches edler ist als das erste metallische Material.
Eine solche Dichtung kann insbesondere eine Zylinderkopfdich
tung zur Anordnung zwischen einem Zylinderkopf und einem Mo
torblock eines Verbrennungsmotors sein, wobei beispielsweise
der Zylinderkopf eine Magnesium-Legierung enthält und die Zy
linderkopfdichtung mindestens eine im montierten Zustand der
Dichtung an dem die Magnesium-Legierung enthaltenden Zylin
derkopf anliegende gesickte Funktionslage aufweist, die zur
Gewährleistung einer ausreichenden Federelastizität der ab
dichtenden Sickenlinien eine Blechlage aus Federstahl umfaßt.
Üblicherweise wird die gesickte Funktionslage einer solchen
Zylinderkopfdichtung auf ihrer dem abzudichtenden Bauteil,
also beispielsweise dem Zylinderkopf, zugewandten Außenseite
mit einer Elastomerbeschichtung versehen, um die erforderli
che Mikroabdichtung zu gewährleisten.
Eine solche elektrisch isolierende Elastomerbeschichtung wird
jedoch schon nach kurzer Betriebszeit des Motors von den ab
dichtenden Sickenlinien verdrängt, so daß es im Bereich der
Sicken zu einem metallischen Kontakt zwischen dem Material
des Zylinderkopfes, also der Magnesium-Legierung, und der Fe
derstahl-Blechlage der Funktionslage kommen kann.
Aufgrund des erheblichen Potentialunterschieds in der elek
trochemischen Spannungsreihe zwischen der Magnesium-Legierung
und dem in der Funktionslage verwendeten Federstahl kann die
ser metallische Kontakt eine Kontaktkorrosion zur Folge ha
ben.
Zur besseren Übersicht werden im folgenden einige Werte aus
der elektrochemischen Spannungsreihe angegeben, wobei als Be
zugsgröße (Nullpunkt) das Potential der Wasserstoffnormal
elektrode dient:
| Mg/Mg2+ | -2,37 V |
| Al/Al3+ | -1,66 V ohne Oxidhaut (-0,50 V mit Oxidhaut) |
| Zn/Zn2+ | -0,76 V |
| Cr/Cr2+ | -0,56 V |
| Fe/Fe2+ | -0,44 V |
| Ni/Ni2+ | -0,24 V. |
Aufgrund seiner Stellung in der Spannungsreihe ist bei Magne
sium und seinen Legierungen im Vergleich zu Aluminium und
dessen Legierungen eine deutlich höhere Korrosionsneigung bei
Kontakt mit Federstahl zu erwarten, zumal Aluminium häufig
durch eine Haut aus Aluminiumoxid geschützt ist.
Im Sinne dieser Beschreibung gilt ein metallisches Material
als edler als ein anderes metallisches Material, wenn sein
elektrochemisches Potential höher liegt als das elektrochemi
sche Potential des anderen metallischen Materials. Eisen mit
einem elektrochemischen Potential von -0,44 V ist somit edler
als Aluminium mit einem elektrochemischen Potential von
-1,66 V, und Aluminium ist wiederum edler als Magnesium mit
einem elektrochemischen Potential von -2,37 V.
Zur Kontaktkorrosion kommt es, wenn einerseits metallische
Materialien mit unterschiedlichem elektrochemischem Potential
in elektrisch leitendem Kontakt miteinander stehen und ande
rerseits beide Materialien mit einem Elektrolyten (beispiels
weise einem aus Wasser bestehenden Feuchtigkeitsfilm) in Kon
takt stehen.
In diesem Fall entsteht ein Korrosionselement, welches den
Elektrolyten (Feuchtigkeitsfilm) sowie als Anode das unedlere
metallische Material und als Kathode das edlere metallische
Material umfaßt.
Ist die Potentialdifferenz zwischen den beiden metallischen
Materialien ausreichend groß, so laufen in dem Korrosionsele
ment die folgenden Vorgänge ab:
- - Das als Anode wirkende unedlere metallische Material (beispielsweise die Magnesium-Legierung) löst sich gemäß der Oxidationsreaktion Me → Me2+ + 2e- auf, wobei die Me2+-Ionen im Elektrolyten in Lösung gehen.
- - Die von der Oxidationsreaktion an der Grenzfläche zwi schen dem unedleren metallischen Material und dem Elektrolyten gelieferten Elektronen werden über die elek trisch leitfähige Verbindung (beispielsweise den metal lischen Kontakt) an das edlere metallische Material ge liefert.
- - An der Grenzfläche zwischen dem als Kathode wirkenden edleren metallischen Material (beispielsweise dem Feder stahl) und dem Elektrolyten läuft eine Reduktionsreak tion ab, in welcher die zugelieferten Elektronen ver braucht werden. Diese Reduktionsreaktion kann beispiels weise eine Wasserstoffentwicklung gemäß der Reaktions gleichung 2H+ + 2e- → H2 oder eine Sauerstoffreduktion gemäß der Reaktionsgleichung O2 + 2H2O + 4e- → 4OH- sein.
Korrosionsreaktionen, die zu einer Auflösung des unedleren
metallischen Materials und zur Bildung von aggressivem Was
serstoff führen, können demnach immer dann auftreten, wenn
zwei metallische Materialien mit ausreichender Potentialdif
ferenz (beispielsweise Magnesium und Eisen) miteinander in
elektrisch leitfähigem Kontakt stehen und zugleich beide mit
demselben Elektrolyten (beispielsweise einem Feuchtigkeits
film) in Kontakt stehen.
Ist somit der metallische Kontakt zwischen einer Magnesium-
Legierung und einer Federstahl-Blechlage erst einmal herge
stellt, so besteht eine hohe Gefahr der Kontaktkorrosion, da
stets damit zu rechnen ist, daß sich im Bereich dieses metal
lischen Kontakts auch ein Feuchtigkeitsfilm ausbildet, bei
spielsweise aufgrund von Feuchtigkeit, die bei einer Motor
reinigung in den Bereich der Sicken der Dichtung gelangt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
eine Dichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche
eine geringe Neigung zur Kontaktkorrosion aufweist.
Diese Aufgabe wird bei einer Dichtung mit den Merkmalen des
Oberbegriffs von Anspruch 1 erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß die Dichtung mindestens eine Decklage umfaßt, die im mon
tierten Zustand der Dichtung zwischen der das zweite metalli
sche Material enthaltenden Dichtungslage und dem das erste
metallische Material enthaltenden Bauteil angeordnet ist und
ein drittes metallisches Material enthält, das edler ist als
das erste metallische Material und unedler ist als das zweite
metallische Material.
Der erfindungsgemäßen Lösung liegt das Konzept zugrunde, zwi
schen dem ersten metallischen Material (beispielsweise der
Magnesium-Legierung des Zylinderkopfes) und dem zweiten me
tallischen Material (beispielsweise dem Federstahl der Funk
tionslage) eine trennende Lage aus einem dritten metallischen
Material anzuordnen, welches in der elektrochemischen Span
nungsreihe zwischen dem ersten und dem zweiten metallischen
Material steht, so daß die elektrochemische Potentialdiffe
renz sowohl beim Kontakt zwischen dem ersten und dem dritten
metallischen Material als auch beim Kontakt zwischen dem
zweiten und dem dritten metallischen Material kleiner ist als
die elektrochemische Potentialdifferenz bei einem direkten
Kontakt zwischen dem ersten metallischen Material und dem
zweiten metallischen Material.
Statt eines einzigen Korrosionselements mit einer hohen trei
benden Potentialdifferenz können bei der erfindungsgemäßen
Dichtung somit lediglich zwei Korrosionselemente mit einer
jeweils geringeren Potentialdifferenz entstehen. Dies verrin
gert die treibende Kraft für die Korrosionsreaktionen be
trächtlich und kann sogar dazu führen, daß die Korrosions
reaktionen im wesentlichen vollständig unterbleiben.
Durch die Trennung des ersten metallischen Materials von dem
zweiten metallischen Material durch die dazwischen angeord
nete Decklage aus dem dritten metallischen Material können
die galvanisch nicht miteinander verträglichen ersten und
zweiten metallischen Materialien nicht mehr miteinander in
Kontakt kommen; vielmehr kann das erste metallische Material
nur noch mit dem dritten metallischen Material in Verbindung
kommen, mit welchem es galvanisch besser verträglich ist als
mit dem zweiten metallischen Material, und auch das zweite
metallische Material kann nur noch mit dem dritten metalli
schen Material in Verbindung kommen, wobei auch diese Mate
rialien galvanisch besser miteinander verträglich sind als
das erste und das zweite metallische Material.
Die erfindungsgemäß erzielte Verringerung der Korrosionsnei
gung ist dann besonders nützlich, wenn das zweite metallische
Material edler ist als Aluminium.
Insbesondere kann das zweite metallische Material Federstahl
sein. Federstahl bietet den Vorteil, daß eine Federstahl-
Blechlage in einfacher Weise mit Sicken versehen werden kann,
die die erforderliche Federelastizität aufweisen.
Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf Zylinder
kopfdichtungen; vielmehr kann die erfindungsgemäße Dichtung
auch jede beliebige andere Dichtung sein, welche zwischen
zwei abzudichtenden Bauteilen angeordnet wird, von denen min
destens eines ein metallisches Material enthält, welches un
edler ist als Aluminium.
Besonders geeignet ist die erfindungsgemäße Dichtung zur An
ordnung zwischen abzudichtenden Bauteilen eines Verbrennungs
motors.
Außer einer Zylinderkopfdichtung kommt hierbei insbesondere
auch eine Ansaugkrümmerdichtung oder eine Kurbelgehäusedich
tung in Betracht.
Das Bauteil, welches das erste metallische Material enthält,
kann dabei beispielsweise ein Motorblock, ein Zylinderkopf
oder ein Kurbelgehäuse sein.
Die erfindungsgemäße Dichtung ist vorzugsweise als Flachdich
tung ausgebildet.
Die erfindungsgemäße Dichtung kann zwei- oder mehrlagig aus
gebildet sein.
Die das zweite metallische Element enthaltende Dichtungslage
kann im wesentlichen plan oder gesickt sein.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß die das zweite metallische Element enthaltende
Dichtungslage als Funktionslage ausgebildet und mit minde
stens einer Sicke versehen ist.
Da ein Durchreiben einer auf einer solchen Funktionslage an
geordneten elektrisch isolierenden Elastomerbeschichtung insbesondere
im Bereich der abdichtenden Sickenlinien erfolgt,
ist es von Vorteil, wenn die Decklage aus dem dritten metal
lischen Material zumindest den Bereich der abdichtenden
Sickenlinien, vorzugsweise den gesamten Bereich einer Sicke,
der das zweite metallische Material enthaltenden Dichtungs
lage überdeckt.
Wie bereits ausgeführt, ist die Erfindung besonders vorteil
haft anwendbar, wenn das erste metallische Material eine
Magnesium-Legierung ist.
Eine geeignete Magnesium-Legierung, die für den Einsatz im
Motor ausreichende Korrosionsbeständigkeit bietet, ist bei
spielsweise die Magnesium-Druckguß-Legierung AZ91hp (mit der
Zusammensetzung: 8,0 bis 9,5 Gewichts-% Al, 0,3 bis 1,0 Ge
wichts-% Zn, 0,1 bis 0,3 Gewichts-% Mn, Rest Mg), wobei das
Kürzel hp für "high purity" steht und anzeigt, daß es sich
hierbei um eine hochreine Magnesium-Legierung handelt, in der
nur festgelegte Höchstmengen von Verunreinigungen mit anderen
Elementen wie beispielsweise Kupfer, Nickel, Eisen und Sili
zium zulässig sind.
Als besonders günstig hat es sich erwiesen, wenn das dritte
metallische Material Aluminium oder eine Aluminium-Legierung
ist. Dies gilt insbesondere für diejenigen Fälle, in denen
das erste metallische Material eine Magnesium-Legierung und
das zweite metallische Material ein Federstahl ist.
Die Decklage kann im wesentlichen plan und ungesickt sein
oder aber gesickt sein.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß die Decklage als eine im wesentlichen glatte, un
gesickte Lage ausgebildet ist.
Ferner ist es von Vorteil, wenn die Decklage mit einer Be
schichtung aus einem Elastomermaterial versehen ist, die ins
besondere auf der im montierten Zustand der Dichtung dem er
sten Bauteil zugewandten Seite der Decklage angeordnet ist.
Durch eine solche Elastomerbeschichtung ist eine gute Mikro
abdichtung zwischen der Decklage der Dichtung einerseits und
dem ersten Bauteil andererseits gewährleistet.
Grundsätzlich wäre denkbar, die Decklage in der Weise auszu
bilden, daß sie eine Blechlage aus einem beliebigen metalli
schen Material umfaßt, die mit einer beidseitigen Beschich
tung aus dem dritten metallischen Material versehen ist.
Vorzugsweise wird die Decklage jedoch so ausgebildet, daß sie
eine Blechlage aus dem dritten metallischen Material umfaßt.
Um die Korrosionsneigung an der Kontaktstelle zwischen dem
dritten metallischen Material und dem ersten metallischen Ma
terial möglichst gering zu halten ist es von Vorteil, wenn
das elektrochemische Potential des dritten metallischen Mate
rials um höchstens ungefähr 1,8 V höher liegt als das elek
trochemische Potential des ersten metallischen Materials.
Ferner ist es zur Verringerung der Korrosionsneigung an der
Kontaktstelle zwischen dem dritten metallischen Material und
dem zweiten metallischen Material von Vorteil, wenn das elek
trochemische Potential des dritten metallischen Materials um
höchstens ungefähr 1,4 V, vorzugsweise um höchstens ungefähr
0,5 V, tiefer liegt als das elektrochemische Potential des
zweiten metallischen Materials.
Anspruch 12 ist auf eine Bauteilgruppe gerichtet, welche ein
erstes Bauteil, das ein erstes metallisches Material enthält,
welches unedler ist als Aluminium, ein zweites Bauteil und
eine zwischen dem ersten Bauteil und dem zweiten Bauteil an
geordnete erfindungsgemäße Dichtung umfaßt.
Anspruch 13 ist auf die Verwendung einer erfindungsgemäßen
Dichtung zur Anordnung zwischen zwei abzudichtenden Bauteilen
gerichtet, von denen mindestens eines ein erstes metallisches
Material enthält, welches unedler ist als Aluminium.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand
der nachfolgenden Beschreibung und zeichnerischen Darstellung
eines Ausführungsbeispiels.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine ausschnittsweise Draufsicht auf die obere
Funktionslage einer Zylinderkopfdichtung;
Fig. 2 einen schematischen Schnitt durch eine mehrlagige
Dichtung und durch zwei an die Dichtung angren
zende Bauteile (Motorblock und Zylinderkopf) im
Bereich von Sicken der Funktionslagen der Dich
tung; und
Fig. 3 eine schematische perspektivische Darstellung der
oberen Funktionslage und der Decklage der Dich
tung aus den Fig. 1 und 2.
Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in allen
Figuren mit denselben Bezugszeichen bezeichnet.
Eine in den Fig. 1 bis 3 dargestellte, als Ganzes mit 100 be
zeichnete Zylinderkopfdichtung weist beispielsweise einen
fünflagigen Aufbau auf mit einer oberen Funktionslage 102,
einer unteren Funktionslage 104, einer zwischen den beiden
Funktionslagen angeordneten Trägerlage 106, einer oberen
Decklage 108 und einer unteren Decklage 110.
Die Zylinderkopfdichtung 100 weist mehrere Durchgangsöffnun
gen, beispielsweise Brennraum-Durchgangsöffnungen 112 und
Fluid-Durchgangsöffnungen 114 (für Kühlmittel oder Schmier
mittel) sowie Befestigungsmittel-Durchgangsöffnungen 116 auf.
Zur Abdichtung dieser Durchgangsöffnungen sind die Funktions
lagen 102, 104 der Zylinderkopfdichtung 100 mit Sicken 118
versehen, welche die jeweilige Durchgangsöffnung umgeben.
Diese Sicken 118 können als Vollsicke (mit einem Querschnitt,
der einem abgeflachten U entspricht) oder als Halbsicke (mit
einem Querschnitt, der einem abgeflachten Z entspricht) aus
gebildet sein.
Bei den in den Fig. 2 und 3 dargestellten Sicken handelt es
sich um Vollsicken mit jeweils einem zentralen Sickenkamm 120
und zwei seitliche Begrenzungen der Sicke bildenden Sicken
füßen 122.
Die Zylinderkopfdichtung 100 wird zwischen einem ersten Bau
teil 124, beispielsweise einem Zylinderkopf, welches beispielsweise
aus einer Magnesium-Legierung gebildet ist, und
einem zweiten Bauteil 126, beispielsweise einem Motorblock,
angeordnet und bildet zusammen mit den Bauteilen 124 und 126
eine Bauteilgruppe 128 (siehe Fig. 2).
Im montierten Zustand der Dichtung ist die obere Decklage 108
zwischen der oberen Funktionslage 102 und dem ersten Bauteil
124 angeordnet, während die untere Decklage 110 zwischen der
unteren Funktionslage 104 und dem zweiten Bauteil 126 ange
ordnet ist.
Der Aufbau der oberen Funktionslage 102 und der oberen Deck
lage 108 im Bereich einer Sicke 118 der oberen Funktionslage
102 ist in Fig. 3 im einzelnen dargestellt.
Damit die Sicke 118 in einfacher Weise in die Funktionslage
102 eingeprägt werden kann und im Betrieb des Motors ausrei
chende federelastische Eigenschaften aufweist, umfaßt die
Funktionslage 102 eine Blechlage 130 aus Federstahl.
An ihrer der oberen Decklage 108 zugewandten Hauptoberfläche
ist die Blechlage 130 mit einer Elastomerschicht 132 verse
hen, welche eine Dicke von beispielsweise ungefähr 18 µm bis
ungefähr 28 µm aufweist.
Aufgabe der Elastomerschicht 132 ist es, die Mikroabdichtung
zwischen der Funktionslage 102 und der oberen Decklage 108
sicherzustellen.
Für die Elastomerschicht 132 kann jedes elastomere Dichtungs
material verwendet werden, welches für den Einsatz in Dich
tungen bekannt ist.
Insbesondere kommen Fluorkautschuk (FPM) und/oder Nitrilbuta
dienkautschuk (NBR) in Frage.
Die obere Decklage 108 umfaßt eine im wesentlichen ebene, un
gesickte Blechlage 134, die aus einem metallischen Material
gebildet ist, welches unedler ist als das metallische Mate
rial der Blechlage 130 der oberen Funktionslage 102, jedoch
edler ist als das metallische Material des ersten Bauteils
124.
Besteht die Blechlage 130 aus Federstahl und das erste Bau
teil 124 aus einer Magnesium-Legierung, so kann die Blechlage
134 der oberen Decklage 108 insbesondere aus Aluminium oder
einer Aluminium-Legierung bestehen.
Die Dicke der Blechlage 134 der oberen Decklage 108 beträgt
vorzugsweise ungefähr 0,1 mm bis ungefähr 0,4 mm, insbeson
dere ungefähr 0,2 mm.
Insbesondere kann die Dicke der Blechlage 134 im wesentlichen
gleich groß sein wie die Dicke der Blechlage 130 der oberen
Funktionslage 102.
Auf der Blechlage 134 der oberen Funktionslage 102 ist eine
Haftvermittlungsschicht 136 angeordnet, deren Dicke bei
spielsweise ungefähr 1 µm beträgt.
Die Haftvermittlungsschicht 136 dient dazu, der darauffolgen
den Elastomerschicht 138 einen ausreichenden Halt auf der
Blechlage 134 zu vermitteln.
Als Haftvermittlungsmaterial kommt insbesondere ein handels
übliches aminosilanhaltiges Haftmittel in Betracht.
Auf die Haftvermittlungsschicht 136 folgt die bereits er
wähnte Elastomerschicht 138, welche eine Dicke von beispiels
weise ungefähr 18 µm bis ungefähr 28 µm aufweist.
Aufgabe der Elastomerschicht 138 ist es, die Mikroabdichtung
zwischen der oberen Decklage 108 und dem angrenzenden ersten
Bauteil 124 sicherzustellen.
Für die Elastomerschicht 138 kann jedes elastomere Dichtungs
material verwendet werden, welches für den Einsatz in Dich
tungen bekannt ist.
Insbesondere kommen Fluorkautschuk (FPM) und/oder Nitrilbuta
dienkautschuk (NBR) in Frage.
Auf der Elastomerschicht 138 ist schließlich als letzte
Schicht eine Antihaftschicht 140 angeordnet, die eine Dicke
von beispielsweise ungefähr 3 µm bis ungefähr 5 µm aufweist.
Als Material für die Antihaftschicht kommt insbesondere ein
handelsübliches Polyethylen-Wachs-Material in Betracht.
Der in Fig. 3 dargestellte gestufte Aufbau der Schichten 132,
136, 138 und 140 dient lediglich der Illustration und gibt
nicht irgendwelche tatsächlichen Begrenzungen der vorstehend
genannten Schichten wieder.
Vielmehr kann vorgesehen sein, daß die Funktionslage 102 bzw.
die obere Decklage 108 vollflächig mit den vorstehend genann
ten Schichten beschichtet sind.
Zumindest jedoch ist der Bereich der Sicke 118 vollständig
von den genannten Schichten überdeckt.
Die Haftvermittlungsschicht 136 und/oder die Antihaftschicht
140 können auch entfallen.
Die untere Funktionslage 104 und die untere Decklage 110 kön
nen insbesondere spiegelbildlich zu der oberen Funktionslage
102 bzw. zu der oberen Decklage 108 ausgebildet sein.
Enthält das zweite Bauteil 126 kein metallisches Material,
das unedler ist als Aluminium, so kann die untere Decklage
110 entfallen.
Die Trägerlage 106 der Zylinderkopfdichtung 100 kann aus
einem beliebigen metallischen Material hergestellt sein. Fer
ner kann diese Trägerlage 106 im wesentlichen eben und unge
sickt sein oder aber mit Sicken versehen sein.
Wird die vorstehend beschriebene Zylinderkopfdichtung zwi
schen dem ersten Bauteil 124 (Zylinderkopf) und dem zweiten
Bauteil 126 (Motorblock) angeordnet und der Motor in Betrieb
genommen, so wird aufgrund der Relativbewegung zwischen der
oberen Decklage 108 und dem ersten Bauteil 124 schon nach
kurzer Betriebszeit des Motors die Elastomerschicht 138 zu
sammen mit der Antihaftschicht 140 und der Haftvermittlungs
schicht 136 im Bereich der Sicken 118 der oberen Funktions
lage 102 durchgerieben, so daß ein metallischer Kontakt zwischen
dem ersten Bauteil 124 aus einer Magnesium-Legierung
und der Blechlage 134 der oberen Decklage 108, beispielsweise
aus einer Aluminium-Legierung, entstehen kann. Dringt nach
dem Durchreiben der Elastomerschicht 132 Feuchtigkeit in den
Bereich der Zylinderkopfdichtung 100 ein, indem die Blechlage
134 der oberen Decklage 108 und das erste Bauteil 124 mitein
ander in Kontakt kommen, so tritt dennoch im wesentlichen
keine Kontaktkorrosion auf, da die Potentialdifferenz zwi
schen dem als Anode dienenden ersten Bauteil 124 und der als
Kathode dienenden Blechlage 134 zu gering ist, um die Korro
sionsreaktionen (beispielsweise die Oxidationsreaktion Me →
Me2+ + 2e- an der Grenzfläche zwischen dem ersten Bauteil 124
und dem Feuchtigkeitsfilm und die Reduktionsreaktion 2H+ + 2
e- → H2 an der Grenzfläche zwischen der Blechlage 134 und dem
Feuchtigkeitsfilm) in nennenswertem Umfang ablaufen zu las
sen.
Die Blechlage 134 der oberen Decklage 108 und die Magnesium-
Legierung des ersten Bauteils 124 sind somit galvanisch ver
träglich, so daß weder das erste Bauteil 116 noch die obere
Decklage 108 durch Kontaktkorrosion geschädigt werden.
Im Betrieb des Motors wird ferner aufgrund der Relativbewe
gung zwischen der oberen Funktionslage 102 und der oberen
Decklage 108 schon nach kurzer Betriebszeit die Elastomer
schicht 132 der oberen Funktionslage 102 von den abdichtenden
Sicken 118 verdrängt, so daß ein metallischer Kontakt zwi
schen der Blechlage 130 aus Federstahl und der Blechlage 134,
beispielsweise aus einer Aluminium-Legierung, entstehen kann.
Dringt nach dem Verdrängen der Elastomerschicht 132 Feuchtig
keit in den Bereich der Zylinderkopfdichtung 100 ein, indem
die Blechlagen 130 und 134 miteinander in Kontakt kommen, so
tritt dennoch im wesentlichen keine Kontaktkorrosion auf, da
die Potentialdifferenz zwischen der als Anode dienenden
Blechlage 134 der oberen Decklage 108 und der als Kathode
dienenden Blechlage 130 der oberen Funktionslage 102 zu ge
ring ist, um die Korrosionsreaktionen in nennenswertem Umfang
ablaufen zu lassen.
Das Material der Blechlage 134 der oberen Decklage 108 und
der Federstahl der Blechlage 130 der oberen Funktionslage 102
sind somit galvanisch verträglich, so daß weder die obere
Decklage 108 noch die obere Funktionslage 102 durch Kontakt
korrosion geschädigt werden.
Claims (13)
1. Dichtung zur Anordnung zwischen zwei abzudichtenden Bau
teilen (116, 118), von denen mindestens eines (116) ein
erstes metallisches Material enthält, welches unedler
ist als Aluminium,
umfassend mindestens eine Dichtungslage (102), die ein zweites metallisches Material enthält, welches edler ist als das erste metallische Material,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtung (100) mindestens eine Decklage (108) umfaßt, die im montierten Zustand der Dichtung (100) zwischen der das zweite metallische Material enthalten den Dichtungslage (102) und dem das erste metallische Material enthaltenden Bauteil (116) angeordnet ist und ein drittes metallisches Material enthält, das edler ist als das erste metallische Material und unedler ist als das zweite metallische Material.
umfassend mindestens eine Dichtungslage (102), die ein zweites metallisches Material enthält, welches edler ist als das erste metallische Material,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtung (100) mindestens eine Decklage (108) umfaßt, die im montierten Zustand der Dichtung (100) zwischen der das zweite metallische Material enthalten den Dichtungslage (102) und dem das erste metallische Material enthaltenden Bauteil (116) angeordnet ist und ein drittes metallisches Material enthält, das edler ist als das erste metallische Material und unedler ist als das zweite metallische Material.
2. Dichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das zweite metallische Material edler ist als Aluminium.
3. Dichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das zweite metallische Material ein Federstahl ist.
4. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die das zweite metallische Material
enthaltende Dichtungslage (102) als Funktionslage ausge
bildet und mit mindestens einer Sicke (118) versehen
ist.
5. Dichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Decklage (108) zumindest den Bereich der abdichten
den Sickenlinien (122) der das zweite metallische Mate
rial enthaltenden Dichtungslage (102) überdeckt.
6. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß das erste metallische Material eine
Magnesium-Legierung ist.
7. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß das dritte metallische Material Alumi
nium oder eine Aluminium-Legierung ist.
8. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Decklage (108) als eine im we
sentlichen glatte, ungesickte Lage ausgebildet ist.
9. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Decklage (108) mit einer Be
schichtung (138) aus einem Elastomermaterial versehen
ist.
10. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das elektrochemische Potential des
dritten metallischen Materials um höchstens ungefähr
1,8 V höher liegt als das elektrochemische Potential des
ersten metallischen Materials.
11. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das elektrochemische Potential des
dritten metallischen Materials um höchstens ungefähr
1,4 V, vorzugsweise um höchstens ungefähr 0,5 V, tiefer
liegt als das elektrochemische Potential des zweiten me
tallischen Materials.
12. Bauteilgruppe, umfassend ein erstes Bauteil (124), das
ein erstes metallisches Material enthält, welches uned
ler ist als Aluminium, ein zweites Hauteil (126) und
eine zwischen dem ersten Bauteil (124) und dem zweiten
Bauteil (126) angeordnete Dichtung (100) nach einem der
Ansprüche 1 bis 11.
13. Verwendung einer Dichtung (100) nach einem der Ansprüche
1 bis 11 zur Anordnung zwischen zwei abzudichtenden Bau
teilen (124, 126), von denen mindestens eines (124) ein
erstes metallisches Material enthält, welches unedler
ist als Aluminium.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000165199 DE10065199A1 (de) | 2000-12-20 | 2000-12-20 | Dichtung |
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