DE10063805A1 - Verfahren zum Imprägnieren von Textilgut - Google Patents
Verfahren zum Imprägnieren von TextilgutInfo
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Abstract
Das Verfahren dient zum kontinuierlichen Imprägnieren von Textilgut in einem die Imprägnierflotte enthaltenden Imprägnierabteil, durch welches das Textilgut hindurchgeführt wird, wobei die Imprägnierflotte als Imprägniermittel eine Lauge oder eine Lauge und zusätzlich ein oxidativ wirkendes Bleichmittel enthält, wobei man einen Teil der Imprägnierflotte über einen Bypass (2, 2a) abzweigt, filtriert und einem oder mehreren Sensoren (17, 21) zur Bestimmung der Konzentration des Imprägniermittels zuführt. Man heizt den abgezweigten Teil der Imprägnierflotte vor der Filtration auf. Eine kontinuierliche, störungsfreie und genaue Nachdosierung des Imprägniermittels wird erreicht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Imprägnieren von, ins
besondere nassem, Textilgut in einem die Imprägnierflotte enthaltenden
Imprägnierabteil, durch welches das Textilgut hindurchgeführt wird, wobei die
Imprägnierflotte als Imprägniermittel eine Lauge, insbesondere Natronlauge, oder
eine Lauge, insbesondere Natronlauge, und zusätzlich ein oxidativ wirkendes
Bleichmittel, insbesondere Wasserstoffperoxid, enthält, wobei man einen Teil der
Imprägnierflotte, insbesondere kontinuierlich, über einen Bypass abzweigt, filtriert
und einem oder mehreren Sensoren zur Bestimmung der Konzentration des
Imprägniermittels zuführt. Nach dem Filtrieren wird der abgezweigte Teil der
Imprägnierflotte vorzugsweise außerdem definiert aufbereitet, bevor er den
Sensoren zugeführt wird.
Ein derartiges Verfahren ist aus dem Zeitschriftenartikel Int. Dyer, August 1997,
S. 20-22 bekannt. Hier wird kontinuierlich die Konzentration von Wasserstoff
peroxid in einer Bleichflotte gemessen. Die Proben werden aus dem Bleich
prozess, also aus dem Imprägnierabteil, mittels eines Bypasses kontinuierlich
entnommen und nach der Entnahme wieder zurückgeführt. Die entnommene
Probe wird zunächst filtriert, um die groben Verunreinigungen aus der Lösung zu
entfernen. Für die Bestimmung von Wasserstoffperoxid wird eine Pufferlösung
zugeführt, um den pH-Wert auf 7 einzustellen, da dies für die Messung
erforderlich ist. Die Probe wird dann automatisch dem Sensor zugeführt. Zur Kali
brierung des Sensors werden dem Sensor in zyklischen Perioden
Kalibrierlösungen für eine Zwei-Punkt-Kalibrierung zugeleitet.
Nach einer Verstärkung des Sensorsignals werden daraus die Konzentrationen
berechnet und angezeigt. Die erhaltenen Werte können verwendet werden, um
eine Dosiereinheit für Wasserstoffperoxid und/oder Natronlauge anzusteuern. Die
Daten können auf einen Personal-Computer gespeichert werden und stehen zum
Ausdrucken zur Verfügung.
Die Erfindung ist insbesondere für die in der Textilindustrie sehr häufig angewen
dete kontinuierliche Nass-in-Nass-Imprägnierung vorgesehen. Hier wird das
nasse bzw. feuchte Textilgut kontinuierlich dem Imprägnierabteil zugeführt. Da
laufend Wasser in das Imprägnierabteil eingetragen wird, besteht das Problem
darin, die Konzentration des Imprägniermittels im Imprägnierabteil konstant zu
halten. Dabei kann man, wie es üblich ist, die Konzentration im Imprägnierabteil
von Zeit zu Zeit messen und das Imprägniermittel entsprechend nachdosieren.
Alternativ kann die notwendige Menge an nachzudosierendem Imprägniermittel
auch aufgrund des in das Imprägnierabteil eingebrachten Warengewichtes
bestimmt werden.
Sofern eine Trocken-in-Nass-Imprägnierung vorgenommen wird, bei welchem
trockenes Textilgut in das Imprägnierabteil eingeführt wird, kann die Flotte im
Imprägnierabteil nicht verdünnt werden, so dass es in diesem Fall nur erforderlich
ist, die Imprägnierflotte mit der gleichen Konzentration nachzudosieren.
In der Regel wird in der Textilindustrie jedoch die bereits genannte kontinuierliche
Nass-in-Nass-Imprägnierung durchgeführt. Besondere Probleme bei der Bestim
mung der nachzudosierenden Menge an Imprägniermittel treten bei einem
Wechsel der Textilart auf. Ein weiteres Problem liegt in der Zeitverzögerung
zwischen der Messung der aktuellen Konzentration im Imprägnierabteil und der
daraus resultierenden Nachdosierung von Imprägniermittel. Die Konzentration
wird nämlich zur Zeit in der Praxis durchweg durch manuelle Titration bestimmt. In
der Regel wird alle 30 Minuten titriert. Kürzere Titrationsintervalle sind sehr seiten
anzutreffen und erfordern erheblich mehr Personalaufwand. Da das Textilgut mit
hohen Geschwindigkeiten durch das Imprägnierbad läuft und die Art des
Textilgutes häufig wechselt, hat sich in der genannten halben Stunde die
Konzentration im Imprägnierabteil jedoch bereits deutlich geändert.
Das in dem genannten Artikel aus Int. Dyer genannte Verfahren ist im Prinzip eine
deutliche Verbesserung der bisherigen Praxis der Textilindustrie, denn es erlaubt
die kontinuierliche und schnelle Bestimmung der Konzentration des Imprägnier
mittels Wasserstoffperoxid im Imprägnierabteil, so dass praktisch zeitgleich die
entsprechend erforderliche Menge an Imprägniermittel nachdosiert werden kann.
Auf der Grundlage dieses Verfahren läßt sich daher ein Regelkreis aufbauen,
welcher ständig die Konzentration im Imprägnierabteil überwacht und ent
sprechend einstellt.
Bei der praktischen Anwendung des in diesem Zeitschriftenartikel beschriebenen
Verfahrens treten jedoch erhebliche Probleme auf. Bei der für die Probenvorberei
tung erforderlichen Filtration verstopfen die Filter relativ schnell. Wird anderer
seits die Filtration nicht durchgeführt, setzt sich das Analysensystem,
insbesondere die Sensoren, mit den in der Imprägnierflotte enthaltenen feinen
Restteilchen zu, welche vom Textilgut in das Imprägnierabteil eingeschleppt
werden und von früheren Behandlungen der Fasern und des Textilgutes
stammen. Insbesondere sind Stärkebestandteile schädlich, die die
Hauptkomponente von Schlichtemitteln zur Verwendung beim Webvorgang
darstellen. Diese bei niedriger Temperatur koagulierende und bei hoher
Temperatur lösliche Stärke ist, wie bei der Entwicklung des erfindungsgemäßen
Verfahrens festgestellt worden ist, hauptsächlich verantwortlich für die
Verstopfung der Filter, welche eine Porenweite in der Größenordnung von 0,2 µm
haben.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, beim eingangs genannten
Verfahren eine kontinuierliche, störungsfreie und genaue Nachdosierung des
Imprägniermittels, insbesondere von Natronlauge oder der Kombination von
Natronlauge und Wasserstoffperoxid, zu erreichen.
Diese Aufgabe wird im eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch
gelöst, dass man den abgezweigten Teil der Imprägnierflotte vor der Filtration
aufheizt. Durch die Aufheizung wird das Koagulieren der Stärkebestandteile in
der Imprägnierflotte verhindert bzw. die bereits koagulierten Stärkepartikel
werden wieder aufgelöst. In Versuchen bei der Entwicklung des
erfindungsgemäßen Verfahrens wurde festgestellt, dass beim Aufheizen auf eine
geeignete Mindesttemperatur die ansonsten auftretenden Probleme mit der
Verstopfung der Filter nicht mehr beobachtet werden. Ein störungsfreier Betrieb
über einen langen Zeitraum ist auf diese Weise sichergestellt.
Insbesondere wird vorgeschlagen, dass man den abgezweigten Teil der
Imprägnierflotte vor der Filtration auf eine Temperatur im Bereich von 30 bis 60
°C und insbesondere auf etwa 40°C aufheizt. Dieser Temperaturbereich hat sich
in den erfindungsgemäßen Versuchen als besonders vorteilhaft für eine über
längere Zeit störungsfreie und genaue Bestimmung der Konzentration der
Imprägniermittel herausgestellt.
Zusätzlich wird eine zyklische automatische Spülung der Filtration, insbesondere
mit aufgeheiztem Brauchwasser, vorgeschlagen. Durch die Spülung werden in
den Filtern verbleibende Rückstände der Imprägnierflotte, die nicht wie die
Stärkebestandteile durch das Aufheizen aufgelöst werden können, regelmäßig
ausgewaschen und in die Abwasserleitung gegeben. Der störungsfreie Betrieb
der Filtration wird somit erheblich verlängert.
Weiterhin wird vorgeschlagen, dass man zur Bestimmung der Konzentration des
Imprägniermittels amperometrisch und/oder potentiometrisch arbeitende
Sensoren einsetzt, den abzweigten Teil der Imprägnierflotfe vor der Konzentra
tionsbestimmung gegebenenfalls zur Einstellung eines pH-Wertes von etwa 7
entsprechend den Anforderungen des Wasserstoffperoxid-Sensors verdünnt und
galvanisch vom übrigen Teil der Imprägnierflotte trennt. Die genannten Sensoren
sind aus dem Stand der Technik bekannt und kommerziell erhältlich. Die
Verdünnung der Imprägnierflotte ist nur für die Bestimmung von
Wasserstoffperoxid erforderlich, da der entsprechende Sensor nur für
Konzentrationen von Wasserstoffperoxid einsetzbar ist, welche deutlich unterhalb
der üblichen Konzentrationen in der Imprägnierflotte liegen. Die galvanische
Trennung, welche über einen Tropf-Mechanismus erfolgen kann, ist von Vorteil,
um mit Sicherheit zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Bei den genannten
Sensoren könnte nämlich bereits ein geringer Fehlstrom bzw. eine geringe
Fehlspannung zu einem Fehler in der Bestimmung der Konzentration führen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindungen sind in den anderen
Unteransprüchen aufgeführt.
Um die gemessenen Konzentrationswerte für eine automatisierte Aufrechterhal
tung der gewünschten Konzentration einzusetzen, wird schließlich vorgeschlagen,
dass die den gemessenen Konzentrationen entsprechenden Signale der
Sensoren einer Regeleinrichtung zum Nachdosieren des Imprägniermittels zuge
führt werden.
Dabei ist von Vorteil, wenn die Regeleinrichtung auf der Grundlage der folgen
den, von den Erfindern herausgefundenen Zusammenhänge arbeitet. Bei einem
Warenwechsel, also einem Wechsel des zu imprägnierenden Textilgutes ändert
sich in der Regel die Konzentration des Imprägniermittels im Imprägnierabteil. Die
nach 5 Minuten festgestellte Konzentrationsänderung kann benutzt werden, um
die Konzentration im neuen Gleichgewicht zu berechnen, da die Differenz der
Gleichgewichts-Konzentrationen nach den erfindungsgemäßen Feststellungen
und Versuchen etwa 8 mal so gross ist wie die Änderung der Konzentration in den
ersten 5 Minuten. Damit erhält man die Konzentration im neuen Gleichgewicht
und kann aus diesem Wert abschätzen, welche Menge an Imprägniermittel
zusätzlich nachdosiert werden muss bzw. in welchem Ausmaß die
nachzudosierende Menge an Imprägniermittel verringert werden muss. Will man
noch exakter die Konzentration des Imprägniermittels im neuen Gleichgewicht
nach einem Wechsel des Textilgutes bestimmen, so ist es günstig, diese
Konzentration über eine Exponentialformel, die eine Funktion der Zeit ist, zu
berechnen.
Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere in folgendem:
- 1. Mit der Erfindung werden konstante Textilqualitäten erreicht, da die Konzen tration der Imprägnierflotte praktisch konstant gehalten werden kann, auch wenn ein Wechsel des Textilgutes stattfindet.
- 2. Zur Dokumentation können Berichtsprotokolle erstellt und ausgedruckt werden oder die gespeicherten Daten entsprechend weiter verarbeitet werden, so dass zum Beispiel bei eventuellen, erst später festgestellten Fehlern die Ursache leicht herausgefunden werden kann.
- 3. Das Verfahren kann auch mit Anlagen nach Stand der Technik durchgeführt werden, da solche Anlagen auf einfache Weise aufgerüstet werden können.
- 4. Es werden weniger schadhafte Textilien produziert als im Stand der Technik, da eine zu hohe Konzentration an Wasserstoffperoxid in der Imprägnierflotte und damit auf dem Textilgut nicht mehr auftritt.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der einzigen
Zeichnung näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine zum Durchführen des
erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Anlage bzw. ein entsprechendes
Fließschema in schematischer Darstellung ohne die für die Erfindung unwesent
lichen Leitungen und Teile.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in drei Hauptstufen untergliedert werden:
Zunächst ist die zu messende Probe zu entnehmen und vorzubereiten. Dann
findet die Messung statt. Mit den erhaltenen Messergebnissen wird drittens die
einzudosierende Flotte angesteuert, so dass im Imprägnierabteil immer eine
konstante Konzentration der jeweiligen Imprägniermittel aufrechterhalten wird.
In der Anlage nach Fig. 1 sind die apparativen Voraussetzungen zur Durch
führung der genannten ersten beiden Schritte dargestellt. Die letzte Stufe des
erfindungsgemäßen Verfahrens kann mit üblichen Elementen in an sich
bekannter Weise aufgebaut und durchgeführt werden.
Die zu messende Flotte wird aus dem Imprägnierabteil 1 über eine Bypass-
Zuleitung 2 herausgeführt und in einem Wärmetauscher 3 auf eine Temperatur
von etwa 40°C erwärmt, um eine Koagulation der Restbestandteile des
Schlichtemittels innerhalb der nachfolgenden Membranfilter 4, 5 zu verhindern,
denen die erwärmte Probe mittels einer Schlauchpumpe 6 zugeführt wird. Der
nicht filtrierte, überschüssige Anteil der Flotte wird über eine Bypass-Rückleitung
2a wieder in das Imprägnierabteil 1 zurückgeführt.
In den Membranfiltern 4, 5 wird die Probe von Verunreinigungen < 0,2 µm
gereinigt. Verunreinigungen, die in beiden Filtern zurückbleiben, werden durch
zyklische Spülung der Filter beseitigt. Hierzu wird über einen
Brauchwasseranschluss 29 Wasser in ein Aufheizgerät 30 eingespeist, dort auf
eine Temperatur von etwa 60°C erwärmt und sofort mit Hilfe der Schlauchpumpe
6 in die beiden Filter transportiert. Die ausgewaschenen Verunreinigungen
werden über einen Kanalanschluss 31 aus dem System entfernt.
Das Filtrat aus dem ersten Membranfilter 4 wird zur Bestimmung der Konzen
tration an Wasserstoffperoxid verwendet. Das Filtrat fließt über einen
Niveaumessbehälter 7 zu zwei Verdünnungsstationen, zwischen denen eine
Druckausgleichskammer 8 angeordnet ist. Der Probenlösung wird über die
Leitung 10 destilliertes Wasser aus einem Vorratstank 9a und über die Leitung 11
eine Pufferlösung aus einem Vorratstank 9b zugeführt, damit die Probe in dem für
den Sensor geeigneten pH-Bereich und in dem für den Sensor geeigneten
Konzentrationsbereich liegt. An den Stellen, an denen destilliertes Wasser und
Pufferlösung für die erste und zweite Verdünnung eingespeist werden, sind
außerdem Schlauchpumpen 12, 13 vorgesehen.
Zur Zwei-Punkt-Kalibrierung des Sensors ist es außerdem möglich,
Kalibrierlösungen aus zwei Vorratstanks 14, 15 in die Leitung einzuspeisen,
wobei die eine Lösung eine niedrige Konzentration und die andere Lösung eine
hohe Konzentration an Wasserstoffperoxid aufweist. Findet eine Kalibrierung
statt, so werden die Kalibrierlösungen in definierter Reihenfolge eingespeist.
Zwischen dem Einspeisen der beiden Kalibrierpunkte wird mit Hilfe der
Membranpumpe 16a die Tropfkammer 16 zu einem definierten Zeitpunkt schnell
entleert, um eine Vermischung der Lösungen zu vermeiden und damit die
Kalibrierung zu beschleunigen.
Die nun zweimal verdünnte Probe wird nun über eine Tropfkammer 16, die der
galvanischen Trennung dient, dem Sensor 17 für Wasserstoffperoxid zugeführt.
Danach wird die Probe mittels einer Schlauchpumpe 18 einer Auffangwanne 28
für den Lösungsabfall zugeführt. Der Sensor 17 ist ein amperometrischer,
molekularselektiver Chemosensor. Er ist kommerziell erhältlich von der Fa. Zabs
GmbH.
Im Sensor 17 wird das Peroxid an einer Platin-Elektrode kontinuierlich zersetzt.
Der dabei erhaltene elektrische Strom stellt den Messwert dar, welcher in einer
nachfolgenden, nicht dargestellten elektronischen Einrichtung mit vorher
erhaltenen Kalibrierwerten verglichen wird.
Zur Bestimmung der Konzentration der Natronlauge in der Imprägnierflotte wird
das Filtrat aus dem zweiten Membranfilter 5 über den ersten Kanal 19a der
Schlauchpumpe und eine Tropfkammer 20, die zur galvanischen Trennung dient,
einem Sensor 21 für Natrium-Ionen und dessen Referenzsystem 22 zugeführt.
Zur Kalibrierung des Sensors sind zwei Vorratstanks 24, 25 vorgesehen, aus
denen die entsprechenden Kalibrierlösungen dem Sensor 21 zugeführt werden
können.
Der Sensor 21 ist ein potentiometrischer, ionenselektiver Chemosensor. Die
Konzentration der Natronlauge wird über das Membranpotential gemessen. Nach
der Messung wird die Probenlösung über den zweiten Kanal 19b der
Schlauchpumpe der bereits oben genannten Auffangwanne 28 für den
Lösungsabfall zugeführt.
Ferner ist es notwendig, aus einem weiteren Vorratstank 26 mittels einer
Schlauchpumpe 27 eine Referenzlösung von Kaliumchlorid über das Reservoir 23
in das Referenzsystem 22 des Natrium-Ionen-Sensors 21 einzuspeisen. Diese
Kaliumchloridlösung stellt die Bezugslösung für die Analyse dar und wird deshalb
kontinuierlich zugeführt.
Wird das beschriebene System nicht zur Analyse benutzt, so muß unbedingt ein
Standby-Betrieb erfolgen, um das Austrocknen und Versalzen der Sensoren 17,
21 zu verhindern. Hierzu ist in die Analysenstrecke des Wasserstoffperoxid-
Sensors 17 eine Standby-Zirkulationsleitung eingebaut, die ein Standby-Gefäß 35
enthält. Aus diesem Gefäß wird während der Standby-Phase kontinuierlich
Pufferlösung durch den Wasserstoffperoxid-Sensor 17 und wieder zurück in das
Gefäß 35 geführt.
Der Standby-Betrieb des Natronlauge-Sensors 21 erfolgt durch permanente
Zufuhr von Kochsalzlösung aus einem Vorratstank 36 anstelle der Probenlösung.
Um die Funktion des Natronlauge-Sensors 21 über längere Zeit zu gewährleisten,
muss das Referenzsystem 22 des Sensors 21 in regelmäßigen Intervallen
gereinigt werden. Hierzu wird aus einem Vorratstank 32 destilliertes Wasser
anstelle der Kaliumchloridlösung durch das Referenzsystem 22 transportiert,
wobei mit Hilfe zweier Schlauchklemmventile 33, 34 das Kaliumchlorid-Reservoir
23 kurzgeschlossen wird, um den Spülvorgang zu beschleunigen.
Um die gewünschte Konzentration der Imprägniermittel innerhalb des Imprägnier
abteils auf einem konstanten Wert zu halten, muss ständig eine verstärkte, d. h.
höher konzentrierte, Lösung des Imprägniermittels nachdosiert werden. Da jedes
Textilgut unterschiedlich bezüglich der Flottenmitnahme und des
Flottenaustausches mit der bereits am Textilgut anhaftenden Feuchtigkeit ist,
nähert sich die Konzentration der Imprägnierflotte bei einer gleichbleibenden
Dosierung einem bestimmten, je nach dem Textilgut unterschiedlichen
Konzentrationswert, bis ein Gleichgewicht erreicht ist. Auch andere Parameter,
wie Mechanik, Temperatur und eingesetzte Chemikalien, können Änderungen im
Gleichgewichtswert der Konzentration der Imprägniermittel hervorrufen. Da diese
anderen Parameter jedoch meistens gleich bleiben, spielen sie nur eine unter
geordnete Rolle.
Damit muss in Abhängigkeit vom behandelten Textilgut immer eine unterschied
liche Menge an Imprägniermittel nachdosiert werden, um eine konstante Konzen
tration im Imprägnierabteil zu gewährleisten.
Die Konzentrationsänderungen können mit einer Exponential-Gleichung zeitlich
erfasst werden, so dass die Gleichgewichts-Konzentration berechnet werden
kann. Damit entfällt die in der Praxis übliche "Trial-and-Error-Methode". Bei einem
Warenwechsel kann die erforderliche nachzudosierende Menge an
Verstärkungsflotte innerhalb von höchstens einigen Minuten rechnerisch bestimmt
werden. Hierfür ist es notwendig, die Menge an Ware pro Meter (Warendurchlauf
in kg/m) anzugeben. Die von der Ware aus dem Imprägnierabteil mitgenommene
Flotte (Q2) wird rechnerisch erfasst. Die von der Ware in das Imprägnierabteil
eingeschleppte Menge an Wasser (Q1) ist meistens bekannt, bzw. kann
zuverlässig ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Zeit und der sich
einstellenden Konzentration kann innerhalb sehr kurzer Zeit ein weiterer
Parameter, der Austauschfaktor (f) (durch Iteration) ermittelt werden.
Hierfür wird folgende Formel verwendet:
Kt = Ko - Mc.Kc/(Q1.f.M.v + Mc).exp{-t.((Q1.f.M.v + Mc)/Mbo)} +
+ Mc.Kc/(Q1.f.M.v + Mc),
wobei
Kt = Konzentration nach einer Zeit von t Minuten
Ko = Konzentration bei Eintritt, bei einer Zeit t = 0 Minuten
Kc = Konzentration der Gesamtverstärkung (l/l)
Mc = Flottendifferenz pro Zeiteinheit (l/min)
Mbo = Volumen des Bades
Q1 = Wassermenge, die in das Imprägnierabteil eingetragen wird (l/kg)
M = Warengewicht (kg/m)
v = Warengeschwindigkeit (m/min)
f = Austauschfaktor.
Kt = Konzentration nach einer Zeit von t Minuten
Ko = Konzentration bei Eintritt, bei einer Zeit t = 0 Minuten
Kc = Konzentration der Gesamtverstärkung (l/l)
Mc = Flottendifferenz pro Zeiteinheit (l/min)
Mbo = Volumen des Bades
Q1 = Wassermenge, die in das Imprägnierabteil eingetragen wird (l/kg)
M = Warengewicht (kg/m)
v = Warengeschwindigkeit (m/min)
f = Austauschfaktor.
Ist einmal der Austauschfaktor f ermittelt, wird die notwendige Menge an
Verstärkung durch folgende Formel ermittelt:
Dosiermenge (l/min) = M.v.(Q2 - Q1 + Q1.f)/Rf,
wobei
Q1 = Wassermenge, die in das Imprägnierabteil eingetragen wird (l/kg)
Q2 = mitgenommene Flotte (l/kg)
Rf = Verstärkungsfaktor (Konzentration in der Verstärkung I Sollkonzentration, wobei die Gesamtverstärkung auf Q = Q1 - Q2 berechnet wird)
M = Warengewicht (kg/m)
v = Warengeschwindigkeit (m/min)
f = Austauschfaktor.
Q1 = Wassermenge, die in das Imprägnierabteil eingetragen wird (l/kg)
Q2 = mitgenommene Flotte (l/kg)
Rf = Verstärkungsfaktor (Konzentration in der Verstärkung I Sollkonzentration, wobei die Gesamtverstärkung auf Q = Q1 - Q2 berechnet wird)
M = Warengewicht (kg/m)
v = Warengeschwindigkeit (m/min)
f = Austauschfaktor.
Da die Steuerung bzw. Regelung kontinuierlich durchgeführt werden kann, kann
die gewünschte Konzentration der Imprägniermittel im Imprägnierabteil auch bei
einem Wechsel des Textilgutes auf einem konstanten Wert gehalten werden.
1
Imprägnierabteil
2
Bypass-Zuleitung
2
a Bypass-Rückleitung
3
Wärmetauscher (40°C)
4
erster Membranfilter
5
zweiter Membranfilter
6
Schlauchpumpe
7
Niveaumessbehälter
8
Druckausgleichskammer
9
a Vorratstank für destilliertes Wasser
9
b Vorratstank für Pufferlösung
10
Leitung für destilliertes Wasser
11
Leitung für Pufferlösung
12
Schlauchpumpe
13
Schlauchpumpe
14
Vorratstank für Kalibrierlösung (niedrige Konzentration an H2
O2
)
15
Vorratstank für Kalibrierlösung (hohe Konzentration an H2
O2
)
16
Tropfkammer
16
a Membranpumpe
17
Sensor für Wasserstoffperoxid
18
Schlauchpumpe
19
a erster Kanal der Schlauchpumpe
19
b zweiter Kanal der Schlauchpumpe
20
Tropfkammer
21
Sensor für Natronlauge
22
Referenzsystem des Sensors für Natronlauge
23
Reservoir für Kaliumchloridlösung
24
Vorratstank für Kalibrierlösung (niedrige Konzentration an NaOH)
25
Vorratstank für Kalibrierlösung (hohe Konzentration an NaOH)
26
Vorratstank für Kaliumchloridlösung
27
Schlauchpumpe
28
Auffangwanne
29
Brauchwasser-Zuleitung
30
Aufheizgerät (60°C)
31
Kanalanschluss
32
Vorratstank für destilliertes Wasser
33
Schlauchklemmventil
34
Schlauchklemmventil
35
Standby-Gefäß
36
Vorratstank für Kochsalzlösung
Claims (9)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Imprägnieren von, insbesondere nassem,
Textilgut in einem die Imprägnierflotte enthaltenden Imprägnierabteil (1),
durch welches das Textilgut hindurchgeführt wird, wobei die
Imprägnierflotte als Imprägniermittel eine Lauge, insbesondere
Natronlauge, oder eine Lauge, insbesondere Natronlauge, und zusätzlich
ein oxidativ wirkendes Bleichmittel, insbesondere Wasserstoffperoxid,
enthält, wobei man einen Teil der Imprägnierflotte, insbesondere
kontinuierlich, über einen Bypass (2, 2a) abzweigt, filtriert und einem oder
mehreren Sensoren (17, 21) zur Bestimmung der Konzentration des
Imprägniermittels zuführt,
dadurch gekennzeichnet,
dass man den abgezweigten Teil der Imprägnierflotte vor der Filtration
aufheizt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass man den abgezweigten Teil der Imprägnierflotte vor der Filtration auf
eine Temperatur im Bereich von 30 bis 60°C und insbesondere auf etwa
40°C aufheizt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine zyklische automatische Spülung (29, 30, 31) der Filtration (4, 5),
insbesondere mit aufgeheiztem Brauchwasser.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass man zur Bestimmung der Konzentration des Imprägniermittels
amperometrisch und/oder potentiometrisch arbeitende Sensoren (17, 21)
einsetzt und zur Berechnung der Konzentration eine Zwei-Punkt-
Kalibrierung verwendet.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass man eine für den Wasserstoffperoxid-Sensor (17) erforderliche
Probenaufbereitung durchführt, insbesondere eine Verdünnung bzw. pH-
Wert-Einstellung (9a, 9b) des abzweigten Teils der Imprägnierflotte
vornimmt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass man die Probe galvanisch vom übrigen Teil der Imprägnierflotte trennt
(16, 20), bevor man sie dem Sensor (17, 21) zuleitet.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass man bei einer Unterbrechung der Konzentrationsbestimmung
(Analyse) einen Standby-Betrieb (35, 36) der Sensoren (17, 21) fährt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass man eine regelmäßige Reinigung (32, 33, 34) des Referenzsystems
(22) des Natronlauge-Sensors (21) durchführt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die den gemessenen Konzentrationen entsprechenden Signale der
Sensoren (17, 21) einer Regeleinrichtung zum Nachdosieren des
Imprägniermittels zugeführt werden.
Priority Applications (12)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10063805A DE10063805A1 (de) | 2000-12-21 | 2000-12-21 | Verfahren zum Imprägnieren von Textilgut |
| BR0116254-3A BR0116254A (pt) | 2000-12-21 | 2001-12-14 | Processo para impregnação de material têxtil |
| KR10-2003-7008190A KR20030067709A (ko) | 2000-12-21 | 2001-12-14 | 직물재료의 함침방법 |
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