DE10062553A1 - System zur Steuerung eines Prozesses - Google Patents
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Abstract
Ein System zur Steuerung oder Regelung eines Prozesses, wobei das System eine Software mit einzelnen Modulen jeweils zur Durchführung von Teilprozessen aufweist, zwischen den Modulen Schnittstellen vorgesehen sind, über die Daten ausgetauscht werden, und wobei ein Zeiterfassungsmittel zur Überwachung der Zeitdauer der Teilprozesse vorgesehen ist. Als Zeiterfassungsmittel ist einer Prozedur oder Funktion eine Variable zugeordnet, in der die zeitliche Dauer der Verarbeitung darstellbar ist und ein Zeitbegrenzungsmittel vergleicht den Wert der Variablen mit einer zu der Prozedur oder Funktion definierten Bedingung, in der die Zeitanforderungen für den Teilprozess auf einem Modul festgehalten sind.
Description
Die Erfindung betrifft ein System zur Steuerung oder Regelung
eines Prozesses, wobei das System eine Software mit einzelnen
Modulen jeweils zur Durchführung von Teilprozessen aufweist,
zwischen den Modulen Schnittstellen vorgesehen sind, über die
Daten ausgetauscht werden, und wobei ein Zeiterfassungsmittel
zur Überwachung der Zeitdauer der Teilprozesse vorgesehen ist.
Heute werden Systeme zur Steuerung und/oder Regelung von Pro
zessen in technischen Produkten meist durch Software gesteuert,
die auf speziellen Mikrorechnern oder Steuergeräten lauffähig
sind. Derartige Software-Systeme sind meist in einzelne Module
untergliedert, die unterschiedliche Aufgaben durchführen. Bei
derartigen verteilten Software-Systemen werden einzelne Re
chenoperationen mittels eines ersten Moduls ausgeführt und die
Ergebnisdaten dann an ein weiteres Modul übergeben, wo diese
Ergebnisdaten dann weiterverarbeitet werden. Die einzelnen Mo
dule können auch in unterschiedlichen Mikrorechnern und/oder
Steuergeräten implementiert sein, so dass hinsichtlich des
zeitlichen Verlaufs bei der Berechnung keine Aussagen getroffen
werden können, da insbesondere auch die Rechendauer der einzel
nen Teilprozesse nicht bekannt ist. Zeitanforderungen und Zeit
verläufe gehen dadurch verloren und können im weiteren Prozess
verlauf nicht verfolgt werden. Infolgedessen ist es oft schwer
eine Aussage darüber zu treffen, ob eine Software in Echtzeit
systemen den zeitlichen Anforderungen gerecht wird und welche
Module zu langsam in der Verarbeitung sind.
Insbesondere bei Echtzeiterfordernissen ist dabei sicherzustel
len, dass die Software die Gesamtberechnungen auch in der erforderlichen
Zeit durchführt. In K. H. Kim, COMPSAC 1994, IEEE
Computer Society's Int'1 Computer Software & Applications Con
ference in Taipei, Seiten 392-402, Nov. 1994 wird ein separates
Zeitbeschreibungsmittel in ein generisches Objektmodell einge
führt, wobei die Wiederverwendbarkeit derartiger Zeitbeschrei
bungsmittel nicht berücksichtigt werden. Dabei ist die Software
für ein verteiltes Computersystem objektorientiert programmiert
und es sind abstrakte Datentypen vorgesehen. Für jede Ausfüh
rung eines Verfahrens ist eine zeitliche Grenze (Deadline) vor
gegeben. Für einige Verfahren nach einem bestimmten Objekt
dient ein Uhrentakt zum zeitlichen Abgleich des Verfahrens ent
sprechend den Echtzeitbedingungen. Nach dem Ablauf einer vorge
gebenen Zeitdauer werden bestimmte Daten beispielsweise ungül
tig. Üblicherweise werden bei der Definition der Variablen die
Zeitbedingungen bestimmt, für die die Variable gültige Werte
annehmen kann und/oder aktiv in einem Prozess eingebunden sein
kann.
In Eiffel: The Language, Bertrand Meyer, Prentice Hall, 1992
ist zur Sicherung von Softwareeigenschaften bei der Program
miersprache Eiffel vorgesehen, bei einer Datenübergabe von ei
nem Modul zum anderen an das Datenformat Vor- und/oder Nachbe
dingungen zu vergeben. Allerdings können zeitliche Anforderun
gen in Eiffel nicht abgelegt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein System der ein
gangs genannten Art so weiterzubilden, dass die Einhaltung von
Zeitabhängigkeiten und Zeitanforderungen bei der Ausführung ei
ner Software überprüfbar ist. Insbesondere soll das System zum
Einsatz bei Echtzeitanforderungen geeignet sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale nach An
spruch 1 gelöst. Danach ist einer Prozedur oder Funktion als
Zeiterfassungsmittel eine Variable zugeordnet, in der die zeit
liche Dauer der Verarbeitung darstellbar ist, und ein Zeitbe
grenzungsmittel vergleicht den Wert der Variable mit einer zu
der Prozedur oder Funktion definierten Bedingung, in der die
Zeitanforderungen für den Teilprozess auf einem Modul festge
halten ist.
Zeitanforderungen, wie maximale Laufzeiten, werden erfindungs
gemäß in Nachbedingungen von Prozeduren oder Funktionen abge
legt, während Periodizitäten, bspw. eine Aufruffrequenz, als
deren Vorbedingung abgelegt sind. Alternativ dazu kann auch die
Periodizität als Nachbedingung und die Zeitanforderungen als
Vorbedingungen festgelegt werden, oder beide werden entweder
als Vor- oder Nachbedingung festgelegt. Durch diese Definition
für Funktionen und Prozeduren wird jeder Schnittstelle die
Zeitanforderung zugeordnet, so dass für jede Programmausführung
die Zeitdauer bei Ausführung vorab schon feststeht.
Eine Variable ist zur Speicherung der Zeitwerte vorgesehen,
bspw. werden Zeiten von Funktionsabläufen oder Prozedurzeiten
aufsummiert und mit der Nachbedingung, bspw. eine maximale
Laufzeit der aufgerufenen Funktionen, Prozeduren oder Methoden
verglichen. Wenn eine Funktion zur Ausführung aufgerufen wird,
werden zunächst die zeitlichen Vorbedingungen für die Funktion
gelesen und in die variable wird ein Zeitwert geladen. Während
dem Funktionsablauf wird die Variable dann entsprechend einem
Zeittakt einer Uhr inkrementiert.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das System eine
Software auf, die objektorientiert programmiert ist und auf
einzelne Module verteilt ist. Beim Einsatz in objektorientier
ten Sprachen weisen Klassenhierarchien, in denen Zeitverträge
genutzt werden, einen entsprechenden Aufbau mit Zeitvariablen
auf. Weiterhin können die Zeitanforderungen graphisch beschrie
ben werden. Dazu kann die Entwicklungsbeschreibungssprache UML
(Unified Modeling Language) entsprechend angepasst werden. Die
Zeitanforderungen können auch graphisch Dargestellt werden. Da
zu werden die MSC (Message Sequence Charts) der UML angepasst.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung wird bei objektorientier
ter Programmierung der Software jeder Funktion oder Prozedur
eine Variable zugewiesen, die die Zeitdauer bei der Abarbeitung
mitführt. Bei der Übergabe an die nächste Funktion bzw. Proze
dur über die Schnittstelle zwischen den Modulen wird der zu
letzt gespeicherte Zeitwert an die nächste Funktion bzw. Proze
dur als Startwert übergeben. Nach abgeschlossener Ausführung
des Gesamtprozesses ist in der Variable die Zeit der Gesamtbe
arbeitung festgehalten. Alternativ dazu kann bei Aufruf der
folgenden Funktion die Zeitdauer von einer konstanten Start
zeit, bspw. Null Sekunden, an hochgezählt werden, so dass die
Laufzeit der Funktion oder Prozedur separat festgehalten wird.
Anderseits kann vom Zeitwert am Ende einer Funktion deren
Startwert abgezogen werden, wodurch sich ebenfalls die Laufzeit
ergibt.
Zeitanforderungen können dadurch präzise im Zusammenhang mit
einer Funktion oder Prozedur abgelegt werden und sind eng mit
der Software verbunden. Folglich können Zeitanforderungen von
Systemen, die in anderen Unternehmen erstellt oder programmiert
werden, exakt definiert werden. Dadurch können auch vertragli
che Garantien über bestimmte Programmlaufzeiten überprüft und
vorgeben werden. Andererseits ist es auch möglich, wenn eine
Funktion oder Prozedur nach einer vorgegebenen Laufzeit kein
Ergebnis übermittelt hat, die Verarbeitung zu unterbrechen und
mit einer Fehlerbehandlung fortzufahren.
Es gibt nun verschiedenen Möglichkeiten, die Lehre der vorlie
genden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und wei
terzubilden. Dazu ist einerseits auf die untergeordneten An
sprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung einer
Ausführungsform zu verweisen.
Das technische System weist eine Software auf, die im Quellcode
üblicherweise aufgeteilt in mehrere Module strukturiert ist.
Zwischen den Modulen sind Schnittstellen vorhanden, über die
vordefinierte Datenformate ein- oder ausgegeben werden oder von
einem Modul an das andere übergeben werden. Jedes Modul weist
eine oder mehrere Funktionen bzw. Prozeduren auf, die bestimmte
Aufgaben, bspw. Berechnungen durchführen.
Das technische System ist ein sogenanntes Echtzeitsystem, d. h.
die Software läuft in einem fahrzeugtauglichen Steuergerät und
ist dort als sogenanntes embedded System umgesetzt. Die Ergeb
nisdaten des Systems müssen rechtzeitig vor Ablauf einer be
stimmten Zeit zur Verfügung stehen. Beim Kraftfahrzeug kann ein
derartiges System den Zündzeitpunkt für die Zündkerzen verän
dern, der berechnete Zeitpunkt muss also rechtzeitig vor der
Zündung zur Verfügung stehen.
Wenn nun einzelne Module für ein Steuergerät bei unterschiedli
chen Firmen programmiert werden, ist es erforderlich, dass spä
ter das Gesamtsystem den Echtzeitbedingungen gerecht wird. Er
findungsgemäß wird jeder Prozedur eine maximale Laufzeit vorge
geben, und diese hat dann jeder Programmierer eines einzelnen
Moduls zu berücksichtigen.
Bei der objektorientierten Programmierung sind dann im
Quellcode der Software wie übliche die Klassen und Objekte de
finiert. Erfindungsgemäß wird nun zusätzlich zum Datentyp der
Funktion eine Vorbedingung und/oder eine Nachbedingung defi
niert. Außerdem weist das System eine Zeitvariable oder ein
Feld von Zeitvariablen auf, in der der aktuelle Uhrentakt oder
eine Uhrzeit mitgeführt wird, während eine Funktion oder Proze
dur ausgeführt wird. Durch eine Vorbedingung, die an die Funk
tion/Prozedur übergeben wird, können dann bestimmte Zeittakte
oder Frequenzen für die Uhr oder Anfangs- bzw. Abbruchzeiten an
die Variable übergeben werden. Als Nachbedingung einer Funkti
on/Prozedur kann dann eine zeitliche Wertung, Zeitanforderung
oder andere Übergabebedingung geprüft oder auf einem anderen
Modul an die nächste Funktion/Prozedur als Eingangsdatum mit
übergeben werden.
Als Vorbedingungen der Funktionen, Prozeduren oder auch für die
Ausgabeprozedur an die Schnittstellen sind bevorzugt Daten über
Periodizitäten bei der Abarbeitung, wie Aufruffrequenzen, abge
legt. Als Nachbedingungen sind bevorzugt Zeitanforderungen für
den Ablauf der betreffenden Funktion, Prozedur oder bei
Schnittstellen die Zeitanforderungen an den Teilprozess abge
legt.
Durch die erfindungsgemäße Struktur des Systems kann die Lauf
zeit einer Bearbeitung an jeder Schnittstelle durch Abfrage ei
ner Variablen einfach überprüft oder abgefragt werden. Dadurch
können zeitlichen Anforderungen leicht abgefragt, überprüft und
eingehalten werden. Auf diese Weise können aufgrund der zeitli
chen Werte in der Variablen auch Abbruchbedingungen überprüft
werden und Fehlerbehandlungen aufgerufen werden, wenn eine
Funktion/Prozedur nach der vorgegebenen maximalen Laufzeit
nicht den erforderlichen Ergebniswert zurückgeliefert. Durch
die vorliegende Erfindung lassen sich Echtzeitsystem aufteilen
und verschiedene Module können an unterschiedlichen Orten pro
grammiert werden, indem dabei die zeitlichen Anforderungen ein
gehalten werden.
Aber auch während des Ablaufs der Software im Steuergerät kann
durch die Mitführung der Laufzeit, überprüft werden, welche
Funktion/Prozedur die Zeitanforderungen nicht einhält. Das Sy
stem der vorliegenden Erfindung ermöglicht daher bei Echtzeit
systemen die Überprüfung, welche Komponenten die Zeitanforde
rungen nicht einhalten.
Claims (8)
1. System zur Steuerung oder Regelung eines Prozesses, wobei
das System eine Software mit einzelnen Modulen jeweils zur
Durchführung von Teilprozessen aufweist, zwischen den Modulen
Schnittstellen vorgesehen sind, über die Daten ausgetauscht
werden, und wobei ein Zeiterfassungsmittel zur Überwachung der
Zeitdauer der Teilprozesse vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass als Zeiter
fassungsmittel einer Prozedur oder Funktion eine Variable zuge
ordnet ist, in der die zeitliche Dauer der Verarbeitung dar
stellbar ist und ein Zeitbegrenzungsmittel den Wert der Varia
ble mit einer zu der Prozedur oder Funktion definierten Bedin
gung vergleicht, in der die Zeitanforderungen für den Teilpro
zess auf einem Modul festgehalten ist.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Variable bei der Definition der Datentypen bei Objekten, Klas
sen, Prozeduren oder Funktionen festlegbar ist.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitwert der Variable von einer vorhergehenden Proze
dur/Funktion an eine darauf folgende Prozedur/Funktion übergeb
bar ist.
4. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, dass als Vorbedingung einer Prozedur/Funktion eine
Periodizität festlegbar ist.
5. System nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass als Nachbedingung für eine Prozedur/Funktion ei
ne Zeitanforderung, wie eine maximale Laufzeit, festlegbar ist.
6. System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das
System eine Schnittstelle aufweist, über die an das System vor
bestimmte Periodizitäten und Zeitanforderungen vor Pro
grammablauf übertragbar sind, um die zeitlichen Randbedingungen
für den Prozess festzulegen.
7. System nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Zeitwerte der Variablen bei einem embedded
System an Schnittstellen zur Verfügung steht und während des
Programmablaufs abfragbar ist.
8. System nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das
System bei Echtzeitbedingungen zur Steuerung eines Prozesses
einsetzbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000162553 DE10062553A1 (de) | 2000-12-15 | 2000-12-15 | System zur Steuerung eines Prozesses |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000162553 DE10062553A1 (de) | 2000-12-15 | 2000-12-15 | System zur Steuerung eines Prozesses |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10062553A1 true DE10062553A1 (de) | 2002-06-20 |
Family
ID=7667291
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000162553 Withdrawn DE10062553A1 (de) | 2000-12-15 | 2000-12-15 | System zur Steuerung eines Prozesses |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10062553A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10250285A1 (de) * | 2002-10-29 | 2004-05-13 | Daimlerchrysler Ag | Vorhersage des Termintreuegrads in der Serienfertigung |
-
2000
- 2000-12-15 DE DE2000162553 patent/DE10062553A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10250285A1 (de) * | 2002-10-29 | 2004-05-13 | Daimlerchrysler Ag | Vorhersage des Termintreuegrads in der Serienfertigung |
| US7039484B2 (en) | 2002-10-29 | 2006-05-02 | Daimlerchrysler Ag | Prediction of the degree of delivery reliability in serial production |
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Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70327 STUTTGART, DE |
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