DE10057784A1 - Verfahren zur Steuerung eines Matrixumrichters - Google Patents
Verfahren zur Steuerung eines MatrixumrichtersInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung eines Matrixumrichters (2) mit neun in einer 3x3-Schaltermatrix (6) angeordneten bidirektionalen Leistungsschaltern (4), wobei mittels eines Raumzeiger-Modulationsverfahrens pro Modulationsintervall vier aktive Schaltzustände und ein Null-Schaltzustand mit zugehörigen Zeitspannen (a, b, d, e, c) berechnet werden. Erfindungsgemäß wird die berechnete Zeitspanne (c) des Null-Schaltzustandes auf wenigstens zwei der drei zur Verfügung stehenden Null-Schaltzustände aufgeteilt. Somit erhält man einen Matrixumrichter (2), bei dem keine Ausgangsspannungsfehler mehr entstehen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung
eines Matrixumrichters mit neun in einer 3 × 3-Schaltermatrix
angeordneten bidirektionalen Leistungsschalter, wobei mittels
eines Raumzeigermodulationsverfahren pro Modulationsintervall
vier aktive Schaltzustände und ein Null-Schaltzustand mit zu
gehörigen Zeitspannen berechnet werden.
Bei einem Matrixumrichter handelt es sich um einen selbstge
führten Direktumrichter. Er ermöglicht die Umformung eines
starren Drehstromnetzes in ein System mit variabler Spannung
und Frequenz. Durch die Anordnung der bidirektionalen Leis
tungsschalter in einer 3 × 3-Schaltermatrix kann jeweils eine
der drei Ausgangsphasen des Matrixumrichters elektrisch mit
einer Eingangsphase verbunden werden. Eine Phase des Matrix
umrichters besteht aus einer Anordnung aus drei bidirektio
nalen Leistungsschaltern, die einerseits jeweils mit einer
Eingangsphase und andererseits mit einer Ausgangsphase ver
bunden sind. Eine derartige Anordnung wird auch als 3 × 1-
Schaltermatrix bezeichnet. Der Matrixumrichter benötigt kei
nen Zwischenkreis. Der selbstgeführte Direktumrichter bietet
den Vorteil, dass er bedingt durch die Topologie rückspeise
fähig ist und durch eine entsprechend ausgeprägte Steuerung
sinusförmige Netzströme erreicht.
Die bidirektionalen Leistungsschalter des Matrixumrichters
weisen jeweils zwei antiseriell geschaltete Halbleiterschal
ter auf. Als Halbleiterschalter werden vorzugsweise Insula
ted-Gate-Bipolar-Transistoren (IGBT) verwendet, die jeweils
eine antiparallele Diode aufweisen. Derartig ausgebildete bi
direktionale Leistungsschalter werden vorzugsweise bei Um
richtern für kleine und mittlere Leistungen verwendet. Durch
die Ansteuerung dieser Halbleiterschalter der bidirektionalen
Leistungsschalter wird jeweils ein Strompfad in einer durch
die Anordnung der Halbleiterschalter bestimmten Richtung
durchgeschaltet. Sind beide Halbleiterschalter eines bidirek
tionalen Leistungsschalters angesteuert, so ist dieser bidi
rektional eingeschaltet und es wird ein Stromfluss in beide
Richtungen ermöglicht. Dadurch entsteht eine sichere elektri
sche Verbindung zwischen einer Eingangs- und Ausgangsphase
des Matrixumrichters. Wird nur ein Halbleiterschalter eines
bidirektionalen Leistungsschalter angesteuert, so ist dieser
unidirektional eingeschaltet und es entsteht eine elektrische
Verbindung zwischen einer Eingang- und Ausgangsphase des Ma
trixumrichters nur für eine bevorzugte Stromrichtung.
Durch eine gezielte zeitliche Abfolge von Schalterstellungs
kombinationen innerhalb einer Modulationsperiode kann im
zeitlichen Mittel eine in Grenzen beliebige Ausgangsspannung
erzeugt werden. Aufgabe einer Steuerung eines Matrixumrich
ters ist es, aus Kenntnis des Eingangsspannungs-Raumzeigers
und einem Sollwert für den Ausgangsspannungs-Raumzeiger die
geeignete Schaltkombination zu errechnen.
Bisher bekannte Steuerverfahren arbeiten entweder nach dem
phasenorientierten oder dem raumzeigerorientierten Verfahren.
Das phasenorientierte Steuerverfahren ist in der Veröffentli
chung "Analysis and Design of Optimum-Amplitude Nine-Switch
Direct AC-AC Converters", von Alberto Alesina und Marco G. B.
Venturini, abgedruckt in IEEE Transactions on Power Electro
nics, Band 4, Nr. 1, Januar 1989, Seiten 101 bis 112, näher
beschrieben, wogegen in der Veröffentlichung "Space Vector
Modulated Three-Phase to Three-Phase Matrix Converter with
Input Power Factor Correction", von László Huber und Dusan
Borejevic, abgedruckt in IEEE Transaction on Industry Appli
cations, Band 31, Nr. 6, Nov./Dez. 1995, Seiten 1234 bis
1245, ein raumzeigerorientiertes Steuerverfahren näher be
schrieben ist.
Aus der Veröffentlichung "Space Vector Modulated Matrix Con
verter with Minimized Number of Switchings and a Feedforward
Compensation of Input Voltage Unbalance", von P. Nielsen, F.
Blaabjerg, J. K. Pedersen, abgedruckt in Proceedings of the
1996 International Conference an Power Electronics, Drives
and Energy Systems for Industrial Growth, Seiten 833 bis 839,
ist ein Verfahren zur Reduzierung von Kommutierungen bekannt.
Bei diesem Verfahren werden mittels eines Raumzeiger-Modula
tionsverfahrens vier aktive Schaltzustände und ein Schaltzu
stand, der am Ausgang des Matrixumrichters einen Spannungs-
Raumzeiger mit der Amplitude Null erzeugt, berechnet. In die
ser Veröffentlichung werden diese Schaltzustände als aktive
Vektoren oder als Nullvektor bezeichnet. Bei der Raumzeiger
modulation eines Matrixumrichter kommt es vor, dass der Ein
gangs-Stromvektor und Ausgangs-Spannungsvektor einerseits im
selben Sektor andererseits in benachbarten Sektoren liegen.
Neben diesen beschriebenen Kombinationen sind beliebige Kom
binationen möglich. In allen Fällen wird die Pulsfrequenz,
d. h. die Spannungs-Raumzeiger-Sequenz, in der Regel spiegel
symmetrisch aufgebaut, wobei der Nullvektor mittig zu den
vier aktiven Vektoren angeordnet ist. Wenn der Eingangs-
Stromvektor und der Ausgangs-Spannungsvektor des Matrixum
richters jeweils im selben Sektor liegen, so ergibt die Puls
folge acht Kommutierungen. Liegen diese Vektoren jedoch in
benachbarten Sektoren, so ergibt die Pulsfolge ohne Optimie
rung zehn Kommutierungen. Mit der in dieser Veröffentlichung
vorgestellten Optimierung, wird in diesem Fall eine Pulsfolge
erzeugt, die auch nur acht Kommutierungen aufweist. Die opti
mierte Pulsfolge wird aus den berechneten vier aktiven Vekto
ren und einem Nullvektor zusammengesetzt. Die optimierte
Pulsfolge unterscheidet sich von der nicht optimierten Puls
folge dadurch, dass die aktiven Vektoren zeitlich in der
Pulsfolge vertauscht werden und ein geeigneter Nullvektor
ausgewählt wird. Dabei wird von den drei möglichen Nullvekto
ren derjenige ausgewählt, der nur eine Kommutierung verur
sacht. Durch dieses optimierte Raumzeiger-Modulationsverfah
ren wird erreicht, dass pro Modulationsperiode immer nur acht
Kommutierungen auftreten. Durch die Reduzierung der Anzahl
der Kommutierungen pro Modulationsperiode werden Schaltver
luste des Matrixumrichters reduziert.
Bei der Umsetzung der mittels eines Raumzeiger-Modulations
verfahren berechneten Schaltzustände pro Modulationsinter
vall, das auch als Modulationsperiode bzw. halbe Modulations
periode bezeichnet wird, werden nach der zuletzt genannten
Veröffentlichung immer acht Kommutierungen benötigt. Eine
Kommutierung erfolgt in mehreren Schritten, die durch eine
Verriegelungszeit voneinander getrennt werden müssen. Somit
unterliegt die Kommutierung einer zeitlichen Limitierung, die
zu einer Mindesteinschaltzeit führt. Die Steuerung dieser
Kommutierung findet in einem Modulator statt, der einer Steu
ereinrichtung nachgeschaltet ist. Werden Einschaltzeiten be
rechnet, die von der Kommutierungssteuerung nicht realisiert
werden können, so führt dies zu Ausgangsspannungsfehlern.
Da eine Differenz zwischen einer vom Steuersatz errechneten
Einschaltzeit und einer tatsächlichen Einschaltzeit zu einem
Steuerungsfehler führt, ist es vorteilhaft diesen Fehler zu
vermeiden, und bei der Berechnung der Einschaltzeiten durch
den Steuersatz dafür zu sorgen, dass keine Einschaltzeiten
kleiner als eine vorbestimmte Mindesteinschaltzeit entstehen.
Bisherige auf Raumzeigermodulation basierende Steuerungen ak
zeptierten den entstehenden Fehler. Eine Optimierung findet
lediglich dahingehend statt, dass versucht wird, die Mindest
einschaltzeit möglichst kurz zu halten. Dies wird mit einem
Steuerverfahren für einen Matrixumrichter erreicht, das in
der Veröffentlichung "Semi natural two steps Commutation
strategy for Matrix Converters", von M. Ziegler, W. Hofmann,
abgedruckt in PESC, 1998, Seiten 727 bis 731, näher darge
stellt ist. Grundlage dieses Steuerverfahrens ist eine neue
Festlegung der 60°el.-Sektoren. Die Sektorgrenzen bilden
nicht mehr die Nulldurchgänge der Phasenspannungen des spei
senden Netzes, sondern die Nulldurchgänge der verketteten
Phasenspannungen. Dadurch treten in jedem 60°el.-Sektor drei
Spannungspotentiale VP, VM und VN auf, die eindeutig ohne gro
ßen Aufwand bestimmbar sind. Um von einem Hauptzustand zu ei
nen anderem zu gelangen, benötigt dieses Verfahren anstelle
von vier Schritten nur noch zwei Schritte. Mittels dieses
Verfahrens wird eine möglichst kurze Mindesteinschaltzeit er
reicht. Dieses Kommutierungsverfahren kann aber nicht verhin
dern, dass Schaltzustände mit Einschaltzeiten kleiner als ei
ner vorbestimmten Mindesteinschaltzeit mittels eines Raumzei
ger-Modulationsverfahrens berechnet werden, da das Raumzei
ger-Modulationsverfahren und die Kommutierungssteuerung in
zwei verschiedenen Ebenen durchgeführt werden.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, das bekannte
Steuerverfahren derart weiter zu optimieren, dass am Matrix
umrichter keine Ausgangsspannungsfehler mehr entstehen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit dem kennzeichnenden
Merkmal des Anspruch 1 gelöst.
Dadurch, dass die berechnete Zeitspanne des Null-Schaltzu
standes einer Modulationsperiode auf wenigstens zwei der drei
zur Verfügung stehenden Null-Schaltzustände aufgeteilt wird,
werden die Einschaltzeiten jeweils einer Ausgangsphase zu den
Eingangsphasen verlängert. Dadurch wird die Berechnung von
Schaltzuständen mit Einschaltzeit kleiner als eine vorbe
stimmte Mindesteinschaltzeit nicht unterbunden, diese führen
jedoch nicht mehr zu Ausgangsspannungsfehlern des Matrixum
richters, da die auszuführenden Schaltzustände der Ausgangs
phasen zu einer Eingangsphase mit Hilfe von vor- oder nachge
schalteten Null-Schaltzuständen verlängert werden. Besonders
einfach ist es, wenn alle drei Null-Schaltzustände des Matri
xumrichters pro Modulationsperiode verwendet werden. Wie die
se Null-Schaltzustände mit den vier aktiven Schaltzuständen
zu einer Pulsfolge zusammengesetzt werden, hängt von den be
rechneten aktiven Schaltzuständen ab. Somit wird das Problem
dort behoben, wo dieses entsteht und nicht auf andere Funkti
onsblöcke übertragen.
Bei einem vorteilhaften Verfahren wird als Null-Schaltzustand
derjenige Null-Schaltzustand ausgewählt, der eine berechnete
Zeitspanne, die für eine Ausgangsphase kleiner oder gleich
einer Mindesteinschaltzeit ist, für diese Ausgangsphase ver
längert. Somit besteht die Möglichkeit, aus dem Angebot von
drei Null-Schaltzuständen des Matrixumrichters immer wenigs
tens zwei passende Null-Schaltzustände für die vier aktiven
Schaltzustände pro Modulationsperiode zu finden, damit kein
Ausgangsspannungsfehler mehr entsteht. Da eine Überprüfung
der Mindesteinschaltzeit indirekt bei der Auswahl der Null-
Schaltzustände durchgeführt wird, entfällt dies bei einer
nachgeschalteten Kommutierungssteuerung.
Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren wird die berechne
te Zeitspannung des Null-Schaltzustandes einer Modulations
periode gleichmäßig auf die verwendeten Null-Schaltzustände
verteilt. Dadurch wird eine quasi symmetrische Zuordnung er
reicht. Diese quasi symmetrische Zuordnung garantiert bei der
Verwendung von drei Null-Schaltzuständen eine Mindestein
schaltzeit von einem Drittel der berechneten Zeitspanne des
Null-Schaltzustandes einer Modulationsperiode. Dadurch ver
größert sich der Bereich kleiner Ausgangsspannungen, in dem
das erfindungsgemäße Verfahren angewendet werden kann.
Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren wird die berechne
te Zeitspanne des Null-Schaltzustandes einer Modulationspe
riode den verwendeten Null-Schaltzuständen symmetrische zuge
ordnet. Dadurch kann der Bereich kleiner Ausgangsspannungen
und damit das Einsatzgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens
weiter vergrößert werden, jedoch kann die Mindesteinschalt
zeit beim Übergang von Schaltgrenzen im Raumzeigermodulati
onsverfahren nicht garantiert werden.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung
Bezug genommen, in der das erfindungsgemäße Verfahren schema
tisch veranschaulicht ist.
Fig. 1 zeigt ein Ersatzschaltbild eines Matrixumrich
ters, die
Fig. 2 zeigt eine Tabelle von berechneten Schaltzu
ständen mit zugehörigen Zeitspannen, die
Fig. 3 und 4 zeigen jeweils eine Tabelle von berechneten
Schaltzuständen die wenigstens zwei Null-
Schaltzustände aufweisen, in der
Fig. 5 sind eine verkettete Ausgangsspannung und eine
Phasenspannung bei bekannter Raumzeigermodula
tion jeweils in einem Diagramm über die Zeit t
dargestellt und die
Fig. 6 zeigt eine verkettete Ausgangsspannung und eine
Phasenspannung bei erfindungsgemäßer Raumzei
germodulation mit quasi symmetrisch verteilten
Null-Schaltzustände jeweils in einem Diagramm
über der Zeit t.
In der Fig. 1 ist ein Ersatzschaltbild eines dreiphasigen
Matrixumrichters 2 näher dargestellt. Dieser dreiphasige
Matrixumrichter 2 weist neun bidirektionale Leistungsschalter
4 auf, die in einer 3 × 3-Schaltermatrix 6 angeordnet sind.
Durch die Anordnung der neun bidirektionalen Leistungsschal
ter 4 in einer 3 × 3-Schaltermatrix 6 kann jede Ausgangsphase
X, Y, Z an eine beliebige Eingangsphase U, V, W geschaltet wer
den. An den Ausgangsphasen X, Y, Z des Matrixumrichters 2 ist
eine induktivitätsbelastete Last 8 angeschlossen. Die Ein
gangsphasen U, V und W sind mit einem LC-Filter 10 verknüpft,
das eingangsseitig mit einem speisenden Netz 12 verbunden
ist. Dieses LC-Filter 10 weist Induktivitäten 14 und Konden
satoren 16 auf. Diese Kondensatoren 16 sind hier in Stern ge
schaltet, wobei eine Dreiecksschaltung auch möglich ist. Die
Induktivitäten 14 sind in den Zuleitungen zu den Kondensato
ren 16 angeordnet, sodass deren Ladeströme geglättet werden.
Eine Phase dieses Matrixumrichters 2 weist drei bidirektiona
le Leistungsschalter 4 auf, die eine Ausgangsphase X bzw. y
bzw. Z mit den Eingangsphasen U, V, W verbinden können. Diese
Marixumrichterphase weist eine 3 × 1-Schaltermatrix auf.
Außerdem zeigt dieses Ersatzschaltbild eines dreiphasigen
Matrixumrichters 2 eine Steuer- und Regeleinrichtung 18, eine
Modulationseinrichtung 20 und neun Ansteuereinrichtungen 22
auf. Die Steuer- und Regeleinrichtung 18 weist eine Lastrege
lung 24 und einen Steuersatz 26 auf. Der Lastregelung 24 wird
eingangsseitig ein ermittelter Laststrom-Raumzeiger i 0 zuge
führt und generiert einen Ausgangsspannungs-Raumzeiger u 0.
Die Lastregelung 24 kann beispielsweise eine feldorientierte
Regelung sein. Der nachgeschaltete Steuersatz 26 berechnet in
Abhängigkeit dieses generierten Ausgangsspannungs-Raumzeigers
u 0 und eines ermittelten Eingangsspannungs-Raumzeigers u I
mittels des Raumzeiger-Modulationsverfahrens Aussteuerungs
grade m. Diese Steuer- und Regeleinrichtung 18 wird vorzugs
weise durch einen digitalen Signalprozessor realisiert.
Die nachgeschaltete Modulationseinrichtung 20 weist eingangs
seitig einen Modulator 28 und ausgangsseitig für jede Matrix
umrichterpahse eine Kommutierungssteuerung 30, 32 und 34 auf.
Der Modulator 28 generiert in Abhängigkeit des anstehenden
Ansteuerungsgrades m pulsweitenmodulierte Signale, die je
weils in den Kommutierungssteuerungen 30, 32 und 34 hinsicht
lich Verriegelungszeit, Mindesteinschaltzeit und Freilauf ge
prüft und entsprechend bearbeitet werden. Dazu benötigen die
se Kommutierungssteuerungen 30, 32 und 34 jeweils das Vorzei
chen der verketteten Eingangsspannungen des Matrixumrichters
2, die durch den Eingangsspannungs-Raumzeiger u I beschrieben
werden. An den Ausgängen der Kommutierungssteuerung 30 bzw.
32 bzw. 34 stehen dann Steuersignale (Ein-/Aus-Signale) an,
die mittels einer Ansteuereinrichtung 22 in ein von der Aus
führungsform des bidirektionalen Leistungsschalters 4 abhän
giges Gate-Signal umgewandelt werden. Diese Modulationsein
richtung 20 wird vorzugsweise durch ein Programable Logik Device,
insbesondere ein Field Programmable Gate Array, rea
lisiert.
Die Fig. 2 zeigt eine Tabelle mit zwei Spalten, nämlich eine
Spalte "Zeitspanne" und eine Spalte "Schaltzustand". In die
ser letztgenannten Spalte sind für eine Modulationsperiode
bzw. für eine halbe Modulationsperiode bei spiegelsymmetri
scher Modulation vier aktive Schaltzustände 121, 122,133 und
131 und ein Null-Schaltzustand 111 eingetragen. Die aktiven
Schaltzustände 121, 122, 133 und 131 generieren einen Augangs
spannungs-Raumzeiger u 0 der verschieden von Null ist. Der
Null-Schaltzustand 111 generiert einen Ausgangsspannungs-
Raumzeiger u 0 mit der Amplitude Null. Deshalb wird in der
eingangs genannten Literatur in Verbindung mit der Raumzei
germodulation auch von aktiven Raumzeigern und Nullzeigern
gesprochen.
Der Schaltzustand eines Matrixumrichters 2 wird gemäß dieser
Tabelle durch einen Zahlentripple, beispielsweise 122, be
schrieben. Dazu gibt die erste Ziffer an, mit welcher Ein
gangsphase die erste Ausgangsphase X des Matrixumrichters 2
verbunden werden soll bzw. ist. Die zweite Ziffer gibt an,
mit welcher Eingangsphase die zweite Ausgangsphase Y des
Matrixumrichters 2 verbunden werden soll bzw. ist. Die dritte
Ziffer gibt die Verbindung der dritten Ausgangsphase Z des
Matrixumrichters 2 mit einer Eingangsphase an. D. h., das ge
mäß dem Schaltzustand 122 die erste Ausgangsphase X mit der
Eingangsphase U, die zweite Ausgangsphase Y mit der Eingangs
phase V und die dritte Ausgangsphase Z des Matrixumrichters 2
mit der Eingangsphase V verbunden werden sollen. Wie lange
dieser Schaltzustand anstehen soll, gibt die zum Schaltzu
stand zugehörige Zeitspanne Tβµ = a an. Wenn der Schaltzu
stand 122 ausgeführt wird, so werden die entsprechenden bidi
rektionalen Leistungsschalter 4 geschlossen.
Die in der Fig. 2 gezeigte Tabelle zeigt ein Rechenbeispiel
aus der Veröffentlichung von Huber, Borojevic, insbesondere
die Tabelle III und die Abb. 9, welche unter der Annahme
eines Eingangs-Leistungsfaktors cosϕ von Eins im Eingangs
spannungssektor I zustande kommt.
Neben den Null-Schaltzustand 111 existieren noch zwei weitere
Null-Schaltzustände 222 und 333. Gemäß der in Fig. 2 gezeigten
Tabelle werden von den drei Null-Schaltzuständen 111, 222, 333
nur der Null-Schaltzustand 111 verwendet. Gemäß dem erfin
dungsgemäßen Verfahren soll die berechnete Zeitspannung c für
einen Null-Schaltzustand auf wenigstens zwei Null-Schaltzu
stände verteilt werden.
Die Fig. 3 zeigt eine Tabelle, bei der die vier aktiven
Schaltzustände 121, 122, 131 und 133 beispielhaft durch die
zwei Null-Schaltzustände 222 und 333 ergänzt werden. Die zu
gehörige Zeitspanne c für beide Null-Schaltzustände ist
gleichmäßig auf beide Null-Schaltzustände 222 und 333 aufge
teilt. Diese beiden Null-Schaltzustände 222 und 333 bilden
jeweils den Anfang und das Ende einer Pulsfolge, die sich aus
den vier aktiven Schaltzuständen 121, 122, 131 und 133 und den
beiden Null-Schaltzuständen 222 und 333 zusammensetzt. Diese
Schaltzustände sind derart aneinandergereiht, dass jeweils
nur eine Kommutierung stattfindet und das sehr kurze Ein
schaltzeiten einzelner bidirektionaler Leistungsschalter 4
des Matrixumrichters 2 verhindert werden. Es wird angenommen,
dass die berechneten Zeitspannen a und e jeweils kleiner ei
ner Mindesteinschaltzeit tmin sind. Unter dieser Voraussetzung
würde die dritte Ausgangsphase Z des Matrixumrichters 2 kür
zer als die Mindesteinschaltzeit tmin mit der Eingangsphase V
bzw. mit der Eingangsphase W des Matrixumrichters 2 verbunden
sein. Diese geringen Einschaltzeiten a und e würden zu einem
Steuerungsfehler führen. Dieser Steuerungsfehler würde sich
durch einen Ausgangsspannungsfehler beim Matrixumrichter 2
bemerkbar machen.
Damit dies nicht eintrifft, werden die Schaltzustände mit den
Zeitspannen a und e, die kleiner einer Mindesteinschaltzeit
tmin sind, durch die Null-Schaltzuständen 222 und 333 flan
kiert. Durch den Null-Schaltzustand 222 wechselt die dritte
Ausgangsphase Z des Matrixumrichters 2 nicht schon nach der
Zeitspanne a von der Eingangsphase V zur Eingangsphase U,
sondern erst nach den Zeitspannen a und c/2. Ebenso ist die
Einschaltzeit der Ausgangsphase Z mit der Eingangsphase W um
die Zeitspanne c/2 verlängert.
In der Fig. 4 ist eine Tabelle dargestellt, bei der die vier
aktiven Schaltzustände 121, 122, 131 und 133 um die drei Null-
Schaltzustände 111, 222, 333 ergänzt sind. Diese Tabelle veran
schaulicht die Pulsfolge einer Modulationsperiode bzw. einer
halben Modulationsperiode. Durch die Verwendung dieser drei
Null-Schaltzustände 111, 222 und 333 existieren keine kurzen
Einschaltzeiten einzelner bidirektionaler Leistungsschalter 4
des Matrixumrichters 2.
Welche Null-Schaltzustände 111, 222 oder 333 verwendet werden
müssen, hängt von den berechneten Zeitspannen a, b, d und e der
aktiven Schaltzustände ab. D. h. das auf den Null-Schaltzu
stand 111 in der Tabelle nach Fig. 4 verzichtet werden kann,
wenn die Zeitspanne b und d größer der Mindesteinschaltzeit
tmin ist. Dann ergibt sich das Ergebnis aus der Fig. 3. Ist
hingegen die Zeitspanne e größer der Mindesteinschaltzeit
tmin, so wird der Null-Schaltzustand 333 nicht benötigt. Auf
den Null-Schaltzustand 222 kann verzichtet werden, sobald die
Zeitspanne a größer der Mindesteinschaltzeit tmin ist.
Die berechnete Zeitspanne c für einen Null-Schaltzustand ist
in den Tabellen nach Fig. 3 und Fig. 4 jeweils gleichmäßig auf
die verwendeten Null-Schaltzustände 222, 333 und 111, 222, 333
aufgeteilt worden. Dadurch erhält man eine Schaltfolge mit
quasi symmetrisch verteilten Null-Schaltzuständen. Diese qua
si symmetrische Zuordnung garantiert eine Mindesteinschalt
zeit von c/3.
Die berechnete Zeitspanne c für einen Null-Schaltzustand kann
auf die Null-Schaltzustände 111, 222 und 333 auch symmetrisch
verteilt werden. Die symmetrische Zuordnung sieht wie folgt
aussehen:
Null-Schaltzustand 222 mit einer Zeitspanne c/4
Null-Schaltzustand 111 mit einer Zeitspanne c/2
Null-Schaltzustand 333 mit einer Zeitspanne c/4.
Null-Schaltzustand 222 mit einer Zeitspanne c/4
Null-Schaltzustand 111 mit einer Zeitspanne c/2
Null-Schaltzustand 333 mit einer Zeitspanne c/4.
Diese symmetrische Zuordnung garantiert eine Mindestein
schaltzeit für einen Null-Schaltzustand von c/4, bietet je
doch in aller Regel, d. h., solange kein Wechsel der aktiven
Schaltzustände erfolgt, eine Mindesteinschaltzeit von c/2. Je
größer diese garantierbare Mindesteinschaltzeit für einen
Null-Schaltzustand ist, um so größer ist der Spannungs-Be
reich, in dem dieses Verfahren eingesetzt werden kann. Die
Voraussetzung für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfah
rens ist, das eine ausreichende Zeitspanne c für einen Null-
Schaltzustand berechnet wird, die dann auf wenigstens zwei
Null-Schaltzuständen in irgendeiner Form verteilt werden
kann, wobei die Zeitspanne c wächst, je kleiner die zu stel
lende Ausgangsspannungsamplitude wird.
In der Fig. 5 wird jeweils in einem Diagramm das Schaltverhal
ten einer verketteten Ausgangsspannung uXY und einer Phasen
ausgangsspannung uX bezogen auf den Sternpunkt des Eingangs
spannungssystems des Matrixumrichters 2 gezeigt, aber die je
nach Schaltzustand aus Ausschnitten der Eingangsspannungen
UU, UV und UW zusammengesetzt ist, wobei das bekannte Raumzei
ger-Modulationsverfahren mit einem einzigen Null-Schaltzu
stand verwendet worden ist. Die für eine kleine mittlere Aus
gangsspannung notwendigen kurzen Pulse in der verketteten
Ausgangsspannung uXY führen auch zu sehr kurzen Pulsen in der
Phasenspannung uX, deren Dauer direkt einer Einschaltzeit
entspricht.
In der Fig. 6 wird jeweils in einem Diagramm das Schaltverhal
ten einer verketteten Ausgangsspannung uXY und einer Phasen
ausgangsspannung uX bezogen auf einen Eingangssternpunkt des
Matrixumrichters gezeigt, wobei das erfindungsgemäße Raum
zeiger-Modulationsverfahren verwendet worden ist. Das erfin
dungsgemäße Raumzeiger-Modulationsverfahren weist quasi sym
metrisch verteilte Null-Schaltzustände auf. Trotz langer Pul
se in der Phasenspannung uX, die langen Einschaltzeiten ent
sprechen, können kurze Pulse in der verketteten Ausgangsspan
nung uXY zur Bildung kleiner mittlerer Ausgangsspannungen UXY
erzeugt werden. Die Modulationsfrequenz bei beiden Darstel
lungen beträgt 10 kHz.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Raumzeiger-Modulationsverfah
ren für einen Matrixumrichter 2 wird erreicht, dass sehr kur
ze Einschaltzeiten einzelner bidirektionaler Leistungsschal
ter 4 eines Matrixumrichters 2 verhindert werden. Dadurch
werden im Bereich kleiner Ausgangsspannungen keine kurzen
Einschaltzeiten mehr berechnet, sodass keine Ausgangsspan
nungsfehler mehr entstehen. Somit werden keine Schaltzustände
mehr an eine nachgeschaltete Kommutierungssteuerung weiterge
leitet, die diese nicht realisieren kann.
Claims (5)
1. Verfahren zur Steuerung eines Matrixumrichters (2) mit
neun in einer 3 × 3-Schaltermatrix (6) angeordneten bidirektio
nalen Leistungsschalter (4), wobei mittels eines Raumzeiger-
Modulationsverfahren pro Modulationsintervall vier aktive
Schaltzustände und ein Null-Schaltzustand mit zugehörigen
Zeitspannen (a, b, d, e, c) berechnet werden, dadurch
gekennzeichnet, dass die berechnete Zeitspanne
(c) des Null-Schaltzustandes auf wenigstens zwei der drei zur
Verfügung stehenden Null-Schaltzustände aufgeteilt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass alle drei Null-Schaltzustände
verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass als Null-Schaltzustand
diejenige Schaltzustände ausgewählt werden, die eine Ein
schaltzeit einer Ausgangsphase zu einer Eingangsphase verlän
gert, welche aufgrund der berechneten Zeitspannen (a, b, d,
e) andernfalls zu einer Unterschreitung einer Mindestein
schaltzeit (Tmin) führen würde.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die berechnete Zeitspanne
(c) des Null-Schaltzustandes gleichmäßig auf die verwendeten
Null-Schaltzustände verteilt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, dass die berechnete Zeitspanne (c)
des Null-Schaltzustandes den verwendeten Null-Schaltzuständen
symmetrisch zugeordnet wird.
Priority Applications (5)
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