DE10057686A1 - Verfahren zur Nachbehandlung von dreidimensionalen Objekten, die mittels der Stereolithographie erzeugt worden sind - Google Patents
Verfahren zur Nachbehandlung von dreidimensionalen Objekten, die mittels der Stereolithographie erzeugt worden sindInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachbehandlung von dreidimensionalen Objekten, die mittels der Stereolithographie erzeugt worden sind, indem flüssige Monomere bzw. Oligomere von Acrylaten mit Epoxiden oder anderen chemisch reaktiven Stoffen durch UV- oder Laser-Strahlung schichtweise zu einem festen Polymer vernetzt worden sind. Es wird die Aufgabe gelöst, ein solches Verfahren zu schaffen, mit dem eine farbige Gestaltung derartiger Teile ohne Verschlechterung ihrer Eigenschaften erreicht wird. Dies wird möglich, indem das dreidimensionale Objekt in einer Farbflotte aus Säurefarbstoffen oder kationischen Farbstoffen gelagert wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachbehandlung von dreidi
mensionalen Objekten, die mittels der Stereolithographie erzeugt
worden sind, indem flüssige Monomere bzw. Oligomere von Acrylaten
mit Epoxiden oder anderen chemisch reaktiven Stoffen durch UV- oder
Laser-Strahlung schichtweise zu einem festen Polymer vernetzt wor
den sind.
In verschiedenen Industriezweigen ist eine Reduzierung der Entwick
lungszeit für neue Erzeugnisse wesentlich, um die Marktposition des
jeweiligen Unternehmens gegenüber Wettbewerbern halten bzw. verbes
sern zu können. Dieses Ziel ist mit konventioneller Entwicklungstä
tigkeit, die einen relativ langen Zeitraum von ersten Studien über
zahlreiche virtuelle Zwischenstufen bis zur Aufnahme einer Serien
fertigung erfordert, kaum zu erreichen. Deshalb kommen zunehmend
Verfahren des sog. "Rapid Prototyping" zur Anwendung, mit denen
sich die Entwicklungszeiten im Vergleich zur konventionellen Ent
wicklungstätigkeit erheblich vermindern lassen und mit denen oft
mals eine noch bessere Erzeugnisqualität erreicht wird.
Für Aufgaben des Rapid Prototyping ist z. B. die Stereolithographie
auf Basis der Photopolymerisation geeignet, mit der dreidimensiona
le Objekte durch lokal begrenzte chemische Reaktionen erzeugt wer
den können. Hierbei werden flüssige Monomere bzw. Oligomere (Acry
late oder Epoxidharze) durch UV- oder Laser-Strahlung zu einem fe
sten Polymer vernetzt. Der Aufbau des dreidimensionalen Objektes
erfolgt schichtweise. Sobald eine Schicht photochemisch erzeugt und
auspolymerisiert ist, wird neues, noch flüssiges Material auf diese
Schicht aufgetragen und nachfolgend ebenfalls auspolymerisiert, so
dass eine weitere Schicht entsteht. Für die Stereolithographie sind
zahlreiche technische Lösungen verfügbar, die z. B. aus WO 92/11 577 A1
und DE 44 14 775 A1 bekannt sind.
Unabhängig von der jeweils konkreten Verfahrens- und Gerätetechnik
hat sich die Stereolithographie grundsätzlich bewährt. Nachdem ihre
Anwendung zunächst auf die Herstellung von Prototypen im Entwick
lungsprozeß beschränkt war, wird diese Technik nunmehr auch für die
Serienfertigung interessant. Die lediglich geringe mechanische Sta
bilität der dreidimensionalen Objekte kann z. B. durch Tempern er
höht werden. Da die photochemischen Eigenschaften der verwendeten
Harze nicht durch Zusätze verändert werden dürfen, können aller
dings bisher nur Harze in der Eigenfarbe verarbeitet werden. Bei
der Fertigung von Prototypen ist es für den Entwicklungsingenieur
somit schwierig, insbesondere bei kleinen oder geometrisch stark
gegliederten Teilen die exakten Konturen eindeutig zu erkennen. Für
die Serienfertigung genügen solche farblosen Teile zumindest dann
nicht den Anforderungen, sofern sie beim bestimmungsgemäßen Ge
brauch des Erzeugnisses sichtbar sind und bestimmte Designansprüche
erfüllen sollen.
Deshalb werden die mittels Stereolithographie erzeugten dreidimen
sionalen Objekte nach ihrer Fertigstellung oftmals mit einem Farb
auftrag versehen, wobei die Farbe z. B. durch Sprühen oder durch
Tauchen aufgebracht wird. Diese zusätzliche Farbschicht verändert
jedoch Parameter der behandelten Teile. So entstehen maßliche Ände
rungen, indem die Farbschicht auf der Außenkontur größere Außenmaße
bewirkt, während sich bei Durchbrüchen und ähnlichen Ausgestaltun
gen der freie Durchlaßquerschnitt reduziert. Weiterhin können die
Farbschichten, die andere mechanische Eigenschaften aufweisen als
das auspolymerisierte Harz, bei der Erprobung bzw. weiteren Handha
bung beschädigt werden. Ferner ist es möglich, dass durch den Farb
auftrag chemische Reaktionen zwischen dem Stereolithographieharz
und der Farbe auftreten, in derem Ergebnis sich die Materialeigen
schaften ändern, so dass sich z. B. eine verminderte Festigkeit des
gesamten dreidimensionalen Objektes ergeben kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Nachbehandlung von
dreidimensionalen Stereolithographieteilen zu schaffen, mit dem ei
ne farbige Gestaltung derartiger Teile ohne Verschlechterung ihrer
Eigenschaften erreicht wird.
Die Aufgabe wird gelöst, indem das dreidimensionale Objekt in einer
Farbflotte aus Säurefarbstoffen oder kationischen Farbstoffen gela
gert wird. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Ansprüchen 2
bis 4 beschrieben.
Durch diese Verfahrenstechnik diffundieren die Farbstoffe in das zu
behandelnde dreidimensionale Objekt ein, ohne dass sich die Maße
und Oberflächeneigenschaften verändern. Sofern das Verfahren für
Prototypen verwendet wird, werden für den Entwicklungsingenieur die
Strukturen besser erkennbar als bei einem transparent diffusen
Teil. Wird das Verfahren hingegen für die Serienfertigung benutzt,
können insbesondere dekorative Effekte realisiert werden, indem das
Teil eingefärbt wird. Weiterhin hat sich überraschend gezeigt, dass
das Verweilen der Stereolithographieteile in der Farbflotte einen
ähnlichen Effekt bewirkt wie das bisher übliche Tempern, die Sprö
digkeit wird vermindert. Gleichzeitig werden negative Auswirkungen
auf Folgeprozesse, z. B. auf die Fertigung einer Silikonform unter
Verwendung des derart behandelten Stereolithographieteils, ausge
schlossen. Zusammenfassend bewirkt die vorgeschlagene Nachbehand
lung eine Veredlung von dreidimensionalen Objekten, die mittels der
Stereolithographie erzeugt worden sind.
Die Erfindung kann in verschiedenen Ausführungen realisiert werden.
Sofern beispielsweise für die Entwicklung eines neuen Staubsaugers
strömungstechnische Untersuchungen am Lüfterrad beabsichtigt sind,
kann der Prototyp eines derartigen Lüfterrades zunächst mittels der
Stereolithographie hergestellt werden. Dabei werden in an sich be
kannter Weise flüssige Monomere bzw. Oligomere von Acrylaten oder
Epoxidharzen durch UV- oder Laser-Strahlung schichtweise zu einem
festen Polymer vernetzt, bis die Endkontur erreicht ist. Nunmehr
wird das Lüfterrad aus der Stereolithographieeinheit entnommen, das
Stützgewebe sowie unvernetztes Harz werden entfernt und nachfolgend
wird das Lüfterrad in einer Farbflotte aus Säurefarbstoffen oder
kationischen Farbstoffen gelagert. Bezüglich der Behälter zur Auf
nahme der Farbflotte bestehen keine besonderen Forderungen. Es muß
lediglich gewährleistet werden, dass das Lüfterrad vollständig von
der Farbflotte benetzt wird. Diese Farbflotte weist Temperaturen
zwischen 40° und 70° Celsius auf. Die Verweilzeit des Lüfterrades
in der Farbflotte liegt zwischen einer Stunde und fünf Stunden.
Hierbei kann die Verweilzeit bei 70° Celsius lediglich eine Stunde
betragen, während sie bei Temperaturen von 40° Celsius etwa fünf
Stunden beträgt. Unabhängig von der konkreten Temperatur der Farb
flotte und der Verweildauer erfolgt das Färben ohne zusätzliche
Druckbeaufschlagung, die Farbflotte weist also Umgebungsdruck auf.
Diese Nachbehandlung bewirkt eine Einfärbung des Lüfterrades. Hier
bei diffundieren Farbpigmente bis in eine gewisse Tiefe in das Teil
ein. Aufgrund der Eigenschaften von Säurefarbstoffen bzw. kationi
schen Farbstoffen erfolgt die Bindung des Farbstoffes an das ver
netzte Harz hauptsächlich durch physikalische Effekte, so dass sich
keine Veränderung der Materialeigenschaften ergibt. Nachdem die
Verweilzeit erreicht ist, wird das Lüfterrad aus der Farbflotte
entnommen. Nachfolgend wird überschüssiger Farbstoff abgewaschen,
wobei das Lüfterrad eine bleibende Färbung behält. Das Lüfterrad
kann sofort verwendet werden oder im Rahmen einer weiteren Proto
typenerprobung auch mechanisch bearbeitet, erneut eingefärbt oder
sonstigen Bearbeitungsschritten unterzogen werden.
Claims (4)
1. Verfahren zur Nachbehandlung von dreidimensionalen Objekten, die
mittels der Stereolithographie erzeugt worden sind, indem flüssige
Monomere bzw. Oligomere von Acrylaten mit Epoxiden oder anderen
chemisch reaktiven Stoffen durch UV- oder Laser-Strahlung schicht
weise zu einem festen Polymer vernetzt worden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass das dreidimensionale Objekt in einer Farbflotte aus Säurefarb
stoffen oder kationischen Farbstoffen gelagert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Farbflotte Temperaturen zwischen 40° Celsius und 70° Cel
sius aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verweilzeit der dreidimensionalen Objekte in der Farbflot
te zwischen einer Stunde und fünf Stunden beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Farbflotte Umgebungsdruck aufweist.
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|---|---|---|---|
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|---|---|
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