DE10056243A1 - Brennkammer und Verfahren zum Betrieb dieser Brennkammer - Google Patents
Brennkammer und Verfahren zum Betrieb dieser BrennkammerInfo
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Abstract
Bei einer Brennkammer (1), welche aus einer Mischzone (11) und einer Verbrennungszone (12) besteht und aufgrund von Selbstzündung arbeitet, wird Brennstoff (3) und Stützluft (4) seitlich an der Seitenwand (6) der Mischzone (11) in Heißgase (5) eingedüst. Durch die Eindüsung von unterschiedlich angesteuerten Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen (7) in verschiedene Zielräume innerhalb der Mischzone (11) kann der Betriebsbereich der Brennkammer (1) bei einer Reduktion der Schadstoffe vergrößert werden. Die Erfindung bezieht sich sowohl auf die Brennkammer (1) als auch auf das Verfahren zum Betrieb dieser Brennkammer (1).
Description
Bei der Erfindung handelt es sich um eine Brennkammer gemäss dem
Oberbegriff des Anspruchs 4 bzw. um ein Verfahren zum Betrieb der
Brennkammer gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der Offenlegungsschrift DE-A1-44 17 538 ist eine Brennkammer mit
Selbstzündung bekannt. In dieser Brennkammer werden durch eine
Brennstofflanze Brennstoff und Stützluft in einen Heissgasstrom eingeführt,
dort vermischt und die Mischung in einer nachgeschalteten
Verbrennungszone verbrannt. Die Brennstofflanze befindet sich in einer
Mischzone und ist dort zentral angeordnet. Sie ist für etwa 10% des
Gesamtvolumenstroms durch den Kanal dimensioniert, wobei der Brennstoff
quer oder auch in Richtung zur Strömung eingedüst werden kann. Der
eingedüste Brennstoff wird in Verbindung mit einem Anteil Stützluft über
mehrere, radiale Öffnungen von den stromauf injizierten Wirbeln mitgerissen
und mit der Hauptströmung vermischt. Der eingedüste Brennstoff folgt dem
schraubenförmigen Verlauf der Wirbel und wird stromab in der Kammer
gleichmässig verteilt. Hierdurch reduziert sich die Gefahr von Aufprallstrahlen
an der gegenüberliegenden Kanalwand sowie die Bildung von "hot spots", wie
dies bei einer unverwirbelten Strömung der Fall ist.
Die Vorteile der zentralen Brennstoffeindüsung werden mit einer relativ
schwierig zu kühlenden Brennstofflanzenoberfläche im Heissgasstrom
erkauft. Zudem beeinflusst dieser Einbau die Strömung der Heissgase nicht
unerheblich. Aus strömungstechnischen Gründen ist eine minimale
Lanzenlänge erforderlich. Diese Lanzenlänge bedingt zudem, dass die
Brennstofflanze zu Montagezwecken durch ein entsprechendes Langloch in
den Brenner eingeführt wird. Dabei entsteht zwischen der Brennerwand und
der Brennstofflanze ein relativ grosser Spalt, der relativ schwierig abzudichten
ist. Entsprechend unregelmässige Luftleckagen beeinflussen das gesamte
Verhalten des Brenners negativ.
Es ist Ziel dieser Erfindung, die genannten Nachteile zu vermeiden. Die
Erfindung löst die Aufgabe, eine Brennkammer und ein Verfahren zum Betrieb
dieser Brennkammer zu schaffen, mit welchem es möglich ist, die Störung der
Heissgasströmung in der Mischzone der Brennkammer zu minimieren. Dies
soll bei gleichzeitig geringerer Kühlung der Brennstofflanze geschehen und es
soll ein verbessertes Verhalten der Brennkammer in allen Lastbereichen
erreichen werden.
Erfindungsgemäss wird dies bei einem Verfahren gemäss dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 dadurch erreicht, dass der Brennstoff von mindestens einer
Seitenwand der Mischzone der Brennkammer eingedüst wird und es wird bei
der Brennkammer gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 4 dadurch
erreicht, dass die mindestens eine Brennstofflanze in eine Seitenwand der
Mischzone der Brennkammer eingelassen ist. Selbstverständlich ist es
denkbar, dass ebenfalls Stützluft durch diese Brennstofflanze eingedüst wird.
Ein Vorteil einer solchen seitlichen, asymmetrischen Eindüsung des
Brennstoffs liegt insbesondere darin, dass durch die Brennstofflanze nur eine
geringe Störung der Strömung verursacht wird, wobei sich diese Störung
lediglich an der Seitenwand der Mischzone und nicht mehr zentral in der
Hauptströmung befindet. Vorteilhaft ist es dabei auch, wenn die mindestens
eine Brennstofflanze in Form einer Kugel oder eines sich in
Hauptströmungsrichtung erstreckenden Ellipsoiden in die Seitenwand der
Brennkammer eingelassen ist und in den Innenraum der Mischzone der
Brennkammer ragt. Durch die Ausgestaltung der Mischzone als Venturikanal
bzw. evtl. zusätzlich vorhandene Einbauten (radial oder in Umfangsrichtung)
kann eine Erhöhung der Geschwindigkeit und damit eine verbesserte
Vermischung von Heissgas und Brennstoff/Stützluft erreicht werden.
Nachlaufgebiete hinter der Brennstofflanze, in welchen sich Brennstoff
ansammeln kann, sind durch diese Art der Anordnung praktisch
ausgeschlossen.
Durch eine verkleinerte Fläche der Kontaktstelle zwischen der Brennstofflanze
und der Heissgasströmung kann die Kühlung der Brennstofflanze vorteilhaft
minimiert werden. Der Bereich der Abdichtung zwischen Seitenwand der
Mischzone und Brennstofflanze wird ebenfalls vorteilhaft klein und in
vorteilhafter Form gehalten.
Eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens liegt
darin, dass der Brennstoff und die eventuell vorhandene Stützluft in
verschiedenen Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen in die Mischzone der
Brennkammer eingedüst werden, wobei die verschiedenen
Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen in verschiedene Richtungen bzw. in
verschiedene Sektoren innerhalb der Mischzone der Brennkammer gerichtet
sind. Diese Ausführungsform ist deshalb besonders vorteilhaft, da je nach
Auslastung der Brennkammer Strahlen zu- oder abgeschaltet werden können.
Dies ist auch in Kombination mit den oben erwähnten Einbauten deshalb
vorteilhaft, da mit der gezielten Anspeisung von verschiedenen Sektoren
durch die Strahlen, der Brennstoff bei gleichem Druck in verschiedene
Bereiche innerhalb der Mischzone transportiert werden kann.
Die Erfindung wird anhand den beigefügten Figuren näher bezeichnet, wobei
Fig. 1 schematisch einen Schnitt durch eine Ringbrennkammer
gemäss der Erfindung darstellt,
Fig. 2 einen Schnitt gemäss der Linie II-II in der Fig. 1 und
Fig. 3 den Ausschnitt III der Fig. 2.
Es werden nur die für die Erfindung wesentlichen Elemente dargestellt.
Gleiche Elemente werden in unterschiedlichen Figuren gleich bezeichnet.
Die Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemässe Brennkammer 1, welche als eine
um eine Wellenachse 9 angeordnete Ringbrennkammer ausgeführt ist. Die
Brennkammer 1 besteht aus einem Wirbelerzeuger 14, einer Mischzone 11
und aus einer Verbrennungszone 12. Solche Ringbrennerkammern eignen
sich sehr gut, um als selbstzündende Brennkammer 1 betrieben zu werden,
wobei die Brennkammer 1 dann zwischen zwei, in der einzigen Figur nicht
dargestellten Turbinen plaziert ist. Ein Heissgasstrom 5, welcher aus einer
ersten, nicht dargestellten Turbine kommt, strömt durch den Wirbelerzeuger
14 in die Mischzone 11, wird dort mit einem Brennstoff 3 vermischt, entzündet
sich von selbst in der Verbrennungszone 12 und wird daraufhin in einer
zweiten, ebenfalls nicht dargestellten Turbine entspannt. Wird eine solche
Brennkammer 1 aufgrund von Selbstzündung betrieben, so ist die stromauf
wirkende Turbine nur auf eine Teilentspannung der Heissgase 5 ausgelegt,
wobei die Heissgase 5 dann noch mit einer recht hohen Temperatur in den
Wirbelerzeuger 14 und die Mischzone 11 der Brennkammer 1 strömen. Die
Temperatur der Selbstzündung ist selbstverständlich brennstoffabhängig.
Zwischen der Mischzone 11 und der Verbrennungszone 12 befindet sich eine
sprunghafte Querschnittserweiterung 13. In der Ebene der
Querschnittserweiterung 13 stellt sich die Flammenfront ein.
Die Mischzone 11, wie sie in der Fig. 1 dargestellt ist, ist als Venturikanal
ausgestaltet. Selbstverständlich kann eine andere Form von
Querschnittsänderungen gewählt werden, solange dies der verbesserten
Beschleunigung und Vermischung von Brennstoff 4 und Heissgasen 5 dient.
Im Bereich der engsten Stelle befindet sich eine Brennstofflanze 2, mit
welcher Brennstoff 3 und zusätzliche Stützluft 4 in die Heissgase 5 eingedüst
werden. Erfindungsgemäss ist die Brennstofflanze 2 in eine Seitenwand 6 der
Mischzone 11 eingelassen. Die Verteilung des Brennstoffs 3 und der Stützluft
2 erfolgt somit asymmetrisch in bezug auf den Querschnitt der Mischzone 11.
Ein Vorteil einer solchen seitlichen, asymmetrischen Eindüsung des
Brennstoffs 3 liegt insbesondere darin, dass die Brennstofflanze 2 nur eine
geringe Störung der Strömung darstellt, wobei sich diese Störung lediglich an
der Seitenwand 6 der Mischzone 11 und nicht mehr wie bisher zentral in der
Hauptströmung befindet. In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die
Brennstofflanze 2 in Form einer Kugel oder eines sich in
Hauptströmungsrichtung des Heissgases 5 erstreckenden Ellipsoiden in die
Seitenwand 6 der Brennkammer 1 eingelassen und ragt in den Innenraum der
Mischzone 11 der Brennkammer 1. Durch eine verkleinerte Fläche der
Kontaktstelle zwischen der Brennstofflanze 2 und der Heissgasströmung kann
sowohl die Kühlung der Brennstofflanze 2 vorteilhaft minimiert als auch die
Festigkeit der Brennkammer 1 insgesamt erhöht werden. In der Praxis
bedeutet dies, dass die verkleinerte Oberfläche der Brennstofflanze 2 einfach
zu kühlen ist. Eine verbesserte Abdichtung zur Vermeidung von Leckagen
wird dadurch erreicht, dass der Durchbruch anstelle eines bisher bekannten
Langlochs entsprechend kleiner, d. h. kreisrund oder ellipsenförmig,
ausgeführt werden kann, was insgesamt eine Reduktion der Leckagemenge
bedeutet.
Eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens liegt
darin, dass der Brennstoff 3 und die eventuell vorhandene Stützluft 4 in
verschiedenen Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen 7 in die Mischzone 11
der Brennkammer 1 eingedüst werden, wobei die verschiedenen
Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen 7 in verschiedene Sektoren bzw. in
verschiedene Zielräume innerhalb der Mischzone 11 der Brennkammer 1
gerichtet sind. Die Fig. 2 zeigt einen Schnitt gemäss der Linie II-II der Fig.
1. Dort ist die Ausrichtung der Strahlen 7 in verschiedene Bereiche der
Mischzone 11 gut sichtbar. Die Fig. 3 zeigt weiter den Ausschnitt III der
Fig. 2 näher. Durch eine Anordnung von mehreren Kanälen nebeneinander
ist die Eindüsung von Brennstoff 3 und Stützluft 4 möglich. Die Stützluft 4
umgibt den Brennstoff 3 mantelförmig, wobei die Brennstoffstrahlen als Plain-
Jet in die Mischzone eingedüst werden. Durch die Wahl von verschiedenen
Kanälen können verschiedene Brennstoffarten (gasförmig/flüssig) verwendet
werden. Ein derartiges Eindüsungprinzip ist im Prinzip aus der
Offenlegungsschrift EP-A1-1,030,109 bekannt.
Der Einsatz von unterschiedlichen Düsengeometrien ist für diesen Zweck
geeignet. Die Ausführungsform der Strahlen 7 ist deshalb besonders
vorteilhaft, da je nach Auslastung der Brennkammer Strahlen 7 zu- oder
abgeschaltet werden können. Dies bedeutet, dass die Strahlen 7 einzeln
angespiesen werden. Insgesamt kann der gesamte Betriebsbereich von
minimaler zu maximaler Brennstoffmenge vergrössert werden. Somit wird ein
verbessertes Teillastverhalten erreicht, was sich in bezug auf
Schadstoffverhalten, also Bildung von CO, NOx, UHC u. s. w. positiv auswirkt.
Daneben ist es ebenso möglich, alle Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen 7
einer Brennstofflanze 2 gemeinsam zu- oder abzuschalten.
Die erfindungsgemässe Anordnung der Brennstofflanzen 2 ist auch deshalb
vorteilhaft, da Nachlaufgebiete hinter der Brennstofflanze 2, in welchen sich
Brennstoff 3 ansammeln kann, praktisch vollständig ausgeschlossen sind.
Durch eine Querschnittsänderung der Mischzone 11 beispielsweise als
Venturikanal bzw. evtl. zusätzlich vorhandene Einbauten (radial oder in
Umfangsrichtung) innerhalb der Mischzone 11 kann eine Erhöhung der
Geschwindigkeit und damit eine verbesserte Vermischung von Heissgas 5
und Brennstoff 3/Stützluft 4 erreicht werden. Dies ist auch in Kombination mit
den erwähnten Einbauten deshalb vorteilhaft, da mit der gezielten Anspeisung
von verschiedenen Sektoren durch die Strahlen 7, der Brennstoff 3 bei
gleichem Druck in verschiedene Sektoren transportiert werden kann.
1
Brennkammer
2
Brennstofflanze
3
Brennstoff
4
Stützluft
5
Heissgasstrom
6
Seitenwand des Brenners
1
7
Brennstoff/Luft-Gemisch-Strahl
8
Abdichtung
9
Wellenachse
10
Abgase
11
Mischzone
12
Verbrennungszone
13
Querschnittserweiterung
14
Wirbelerzeuger
Claims (9)
1. Verfahren zur Eindüsung von Brennstoff (3) und Stützluft (4) in eine
Brennkammer (1), wobei der Brennstoff (3) in eine Mischzone (11) in einen
Heissgasstrom (5) mittels mindestens einer Brennstofflanze (2) eingedüst
wird und in einer der Mischzone (11) nachgeschalteten Verbrennungszone
(12) zur Erzeugung eines Abgasstroms (10) verbrannt wird, wobei der
Mischzone (11) ein Wirbelerzeuger (14) vorgeschaltet ist, und die
Brennkammer (1) durch Selbstzündung zündet,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Brennstoff (3) und die Stützluft (4) von mindestens einer Seitenwand
(6) der Mischzone (11) der Brennkammer (1) in die Mischzone (11)
eingedüst werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Brennstoff (3) und die Stützluft (4) in verschiedenen
Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen (7) in die Mischzone (11) der
Brennkammer (1) eingedüst werden, wobei die verschiedenen
Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen (7) in verschiedene Richtungen
innerhalb der Mischzone (11) der Brennkammer (1) gerichtet sind.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
in Abhängigkeit des Lastverhaltens der Brennkammer (1)
Brennstoff/Stützluft-Gemisch-Strahlen (7) zu- und abgeschaltet werden.
4. Brennerkammer (1) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, welche aus einer Mischzone (11) und einer
Verbrennungszone (12) besteht, wobei zur Eindüsung von Brennstoff (3)
und von. Stützluft (4) in den sich in der Mischzone (11) befindenden
Heissgasstrom (5) mindestens eine Brennstofflanze (2) vorhanden ist,
wobei der Mischzone (11) ein Wirbelerzeuger (14) vorgeschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens eine Brennstofflanze (2) in eine Seitenwand (6) der
Mischzone (11) der Brennkammer (1) eingelassen ist.
5. Brennkammer (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens eine Brennstofflanze (2) in Form einer Kugel oder eines
Ellipsoiden in die Seitenwand (6) des Brenners (1) eingelassen ist und in
den Innenraum der Mischzone (11) der Brennkammer (1) ragt.
6. Brennkammer (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich zwischen der Brennstofflanze (2) und der Seitenwand (6) der
Brennkammer (1) eine Abdichtung (8) befindet.
7. Brennkammer (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brennkammer (1) als Ringbrennkammer ausgeführt ist.
8. Brennkammer (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mischzone (11) der Brennkammer (1) mindestens eine
Querschnittänderung aufweist.
9. Brennkammer (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mischzone (11) der Brennkammer (1) als Venturikanal ausgeführt ist.
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