DE10056235A1 - Matratze mit unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern sowie Verfahren zu deren Betrieb - Google Patents
Matratze mit unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern sowie Verfahren zu deren BetriebInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Matratze mit einer Vielzahl von unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern, wobei jede Kammer mit einem Füllmedium auf ein bestimmtes Druckniveau gebracht wird. DOLLAR A Um eine verbesserte Dekubituslagerung zu ermöglichen sowie insbesondere weitere Anwendungsfelder einer derartigen Matratze zu eröffnen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß das Druckniveau jeder Kammer nach einem vorgegebenen Druckprofil automatisch verändert wird. DOLLAR A Außerdem betrifft die Erfindung eine zweckmäßige Anordnung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Ma
tratze mit einer Vielzahl von unabhängig voneinander aufblas
baren Kammern, wobei jede Kammer mit einem Füllmedium auf ein
bestimmtes Druckniveau gebracht wird sowie eine Anordnung zur
Durchführung dieses Verfahrens.
Aus der EP 0 296 689 B1 ist eine Matratze zur Dekubituslage
rung bekannt, die aus einer Vielzahl nebeneinander angeord
neten länglichen Abteilen besteht, die vollständig voneinan
der getrennt sind, so daß die Kammern separat aufblasbar
sind.
Ein Dekubitus entsteht, wenn der Druck auf die Haut kontinu
ierlich höher als 350 bis 500 N/cm2 (35 bis 50 cm H2O) ist.
Um diese schädlichen Drücke zu vermeiden, wird nach dem Auf
legen eines menschlichen Körpers auf die Abteile der Matratze
nach der EP 0 296 689 B1 der Fluiddruck auf einen Druck
innerhalb eines Bereiches von etwa 15 bis 20 cm H2O gebracht
und kontinuierlich auf einem in diesem Bereich eingestellten
Wert gehalten. Neben dem Betrieb sämtlicher Abteile mit dem
selben Fluiddruck ist es bei der bekannten Matratze bereits
möglich, einen unterschiedlichen Druck für einzelne Abteile
einzustellen. Hierzu sind die Abteile beispielsweise in drei
Gruppen A, B, C unterteilt, die über zentrale Versorgungs
leitungen mittels Drucksensoren, Regelventilen und einer
Druckregeleinrichtung mit einer Fluid-Versorgungsquelle ver
bunden sind, so daß der Fluiddruck in den Abteilen jeder
Gruppe A, B, C gemessen, auf einen gewünschten Pegel ver
stellt und bei Gebrauch der Matratze auf diesem Pegel gehal
ten werden kann.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb einer Matratze
mit einer Vielzahl von separat aufblasbaren Kammern zu
schaffen, das eine verbesserte Dekubituslagerung erlaubt so
wie insbesondere weitere Anwendungsfelder einer derartigen
Matratze eröffnet. Außerdem liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine zweckmäßige Anordnung zur Durchführung dieses
Verfahrens vorzuschlagen.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs erwähnten
Art dadurch gelöst, daß das Druckniveau jeder Kammer nach ei
nem vorgegebenen Druckprofil automatisch verändert wird.
Abweichend zum Stand der Technik, der den Betrieb der Ma
tratze in sämtlichen Kammern mit konstantem Druck gleicher
oder gruppenweise unterschiedlicher Höhe vorsieht, wird er
findungsgemäß der zeitliche Verlauf des Druckniveaus in jeder
Kammer nach einem vorgegebenen Druckprofil automatisch verän
dert. Diese Maßnahme verbessert die Dekubitusprophylaxe da
durch, daß nicht nur die für die Dekubitusentstehung kri
tischen Haut-Drücke ständig unterschritten werden, sondern
darüber hinaus das Druckprofil zu einer Verlagerung der Be
lastungen beiträgt und auf die Haut eine durchblutungsför
dernde und entschlackende Wirkung ausübt.
Die automatische Veränderung des Druckniveaus in den Kammern
der Matratze erfolgt vorzugsweise über an sich bekannte, ins
besondere mikroprozessorgestützte Regeltechnik, die die
Kammern über einzeln oder auch gruppenweise ansteuerbare Ven
tile be- und entlüftet.
Die Veränderung des Druckniveaus in jeder Kammer nach dem
vorgegebenen Druckprofil eröffnet weitere Einsatzbereiche der
Matratze, insbesondere in der Schmerzlagerung, der Neonatolo
gie, als Sitz- und Liegehilfe, als Schlaflagerung sowie als
Operationsauflage, wobei für die einzelnen Einsatzbereiche
unterschiedliche Druckprofile zur Verfügung stehen.
Als neuer Einsatzbereich der Matratze herauszuheben, ist die
Schlaflagerung. Schlaf ist sowohl im medizinischen Sinn eine
wichtige Voraussetzung für Gesundheit als auch ein Parameter
für das subjektive Empfinden von Gesundheit und Wohlbefinden.
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leidet ein Drittel
der Industriebevölkerung an mehr oder weniger schweren
Schlafstörungen, die eine unmittelbare Bedrohung der Gesund
heit darstellen können.
Wird die Matratze erfindungsgemäß mit einem individuell ein
zustellenden Druckprofil für optimalen Schlafbetrieben, kann
die Schlafqualität von Menschen mit Schlafstörungen deutlich
verbessert werden.
Um das individuell einzustellende Schlaf-Druckprofil zu er
mitteln, ist es zweckmäßig, den Schlaf quantitativ und quali
tativ zu messen. Herkömmliche Messungen in Schlaflaboratorien
basieren auf Meßverfahren wie EEG oder EMG, sind jedoch für
die große Masse klinisch nicht nachweisbarer, dennoch subjek
tiv empfundener Schlafstörungen zu aufwendig und kostspielig.
Die Erfindung macht sich nun die Erkenntnisse über den Zu
sammenhang von Schlafbewegung und Schlafqualität zu nutze.
Als Schlafbewegungen unterscheidet man die Anzahl der Lage
veränderungen pro Zeiteinheit, die Pulsfrequenz als Spiegel
von Anspannung und Entspannung sowie die Atmung, bestimmt
durch Atemfrequenz und Atemtiefe. Sämtliche vorgenannten
Schlafbewegungen sind meßbar, ohne daß die Messungen den
Schlaf des Betroffenen stören.
Wenn in einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
nach Anspruch 2 der Druck in jeder Kammer zumindest in regel
mäßigen Abständen erfaßt wird, lassen sich die Schlafbewegun
gen durch Lageveränderungen und Atmung erfassen, da jede die
ser Bewegungen eine meßbare Druckschwankung in den Kammern
hervorruft. Die so erfaßten Daten werden in einer Regelein
richtung gespeichert und analysiert. Ergibt die Analyse ein
ungünstiges Bewegungsprofil wird so oft ein anderes Druckpro
fil von der Regeleinrichtung ausgewählt oder das bestehende
Druckprofil iterativ geändert, bis für die auf der Matratze
aufliegende Person das günstigste Druckprofil gefunden wurde.
Dieses optimale Druckprofil wird dann während des Schlafs
ständig wiederholt, wobei stets etwaige Abweichungen des er
faßten Drucks in den einzelnen Kammern von dem Druckprofil
nachgeregelt werden. Dieser Nachregelprozeß des Kammerdrucks
läßt sich auch dann vorteilhaft einsetzen, wenn die Matratze
ohne die autoregulative Druckprofilbestimmung für optimalen
Schlafbetrieben wird.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgese
hen, daß die Druckprofile für einzelne oder Gruppen von
Kammern durch auswählbare Programme vorgegeben werden.
In einer einfacheren Verfahrensvariante ist es vorgesehen,
den zeitlichen Verlauf des Druckniveaus für jede Kammer ein
zeln oder gruppenweise frei zu programmieren. Die freie Pro
grammierbarkeit ermöglicht es, das Druckniveau jeder Kammer
der Matratze in frei wählbaren zeitlichen Abständen auf un
terschiedliche Härtegrade einzustellen und auch im laufenden
Betrieb noch Änderungen des Druckniveaus vorzunehmen.
Schlafstörungen werden vielfach auch durch zeitüberzogenes,
gesundheitsschädliches Schnarchen ausgelöst, das eine Aus
setzung der Atmung (Apnoe) bedingt. Um eine derartige Apnoe
zu überwachen, ist in einer Ausgestaltung der Erfindung vor
gesehen, daß zumindest der Druck der dem Brustbereich der auf
der Matratze aufliegenden Person zugeordneten Kammern fort
laufend gemessen und mit einer Auswerteeinheit ausgewertet
wird, die im Falle der für eine Apnoe charakteristischen
Druckwerte ein Signal erzeugt. Charakteristisch im Falle ei
ner Apnoe ist ein Abflachen der oszillierenden Druckkurve
aufgrund des Atemstillstandes. Letztlich lassen sich mit die
ser erfindungsgemäßen Maßnahme jedoch nicht nur Atemstillstände,
sondern sämtliche Schlafbewegungen überwachen, die
charakteristische Druckwerte zeitigen. Das von der Auswerte
einheit erzeugte Signal kann einen optischen und/oder akusti
schen Alarm auslösen, aufgezeichnet und auch als Notruf über
tragen werden. Schließlich kann das Signal andere medizin
technischer Geräte ansteuern, beispielsweise ein Überdruck
beatmungsgerät.
Eine zweckmäßige Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
ergibt sich aus den Merkmalen des Anspruchs 6:
Je nach Länge und Einsatzbereich besteht die Matratze bei spielsweise aus 9 bis 18 quer zu deren Längsachse nebeneinan der angeordneten aufblasbaren, vorzugsweise im Querschnitt runden Kammern. Der zylindrische Querschnitt der Kammern wirkt sich vorteilhaft auf die Druckverteilung aus.
Je nach Länge und Einsatzbereich besteht die Matratze bei spielsweise aus 9 bis 18 quer zu deren Längsachse nebeneinan der angeordneten aufblasbaren, vorzugsweise im Querschnitt runden Kammern. Der zylindrische Querschnitt der Kammern wirkt sich vorteilhaft auf die Druckverteilung aus.
Jede Kammer verfügt über eine Be- und Entlüftungsöffnung zur
Befüllung der Kammern mit Füllmedium, insbesondere mit Luft.
Die Befüllung der Kammern erfolgt entweder einzeln oder be
reichsweise, wenn beispielsweise jeweils drei Kammern zu ei
ner Gruppe zusammengefaßt sind, die gleichzeitig be- bzw.
entlüftet wird.
Als Absperrorgane für die einzelnen Kammern eignen sich ins
besondere elektrisch betätigte Ventile, die von der elektro
nischen Regeleinrichtung angesprochen werden. Sämtliche
Kammern der Matratze lassen sich ausgehend von einer zentra
len Leitung be- und entlüften, indem den Kammern zugeordnete
Zwei-Wege-Ventile den Luftstrom zu den Kammern abzweigen.
Die Regeleinrichtung kann in die Matratze integriert oder als
gesonderte Baugruppe ausgeführt sein. Schließlich kann die
Regeleinrichtung mittels eines herkömmlichen Personalcompu
ters sowie einer Schnittstelle für die Drucksensoren und die
Absperrorgane realisiert werden.
Der gesonderte Drucksensor, insbesondere zur Apnoeerkennung,
ist vorzugsweise in der Leitung zwischen mindestens einer
Kammer und dem der Kammer zugeordneten Absperrorgan angeord
net. Über die Auswerteeinheit läßt sich eine Zeitspanne für
das Vorliegen der charakteristischen Druckwerte einstellen,
so daß erst bei Überschreiten der voreingestellten Zeitspanne
das Signal generiert wird.
Um die erste Befüllung der Matratze zu beschleunigen, ist es
in einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die
Kammern mit einem offenzelligen Schaumstoff zumindest teil
weise gefüllt sind. Der offenzellige Schaumstoff bewirkt, daß
das einströmende Füllmedium, insbesondere Luft, in die
Schaumstoffzellen strömt. Hiermit geht eine rasche Volumen
vergrößerung des Schaumstoffs und damit Füllung der Kammern
einher.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer schematischen
Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung näher erläu
tert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen An
ordnung sowie
Fig. 2 die Darstellung des Aufbaus einer Matratze nach
der Anordnung gem. Fig. 1.
Die erfindungsgemäße Anordnung besteht im wesentlichen aus
einer Matratze 1, einer Pumpe 2 zur Erzeugung von Druckluft,
einer Regeleinrichtung 3, Zwei-Wege-Ventilen V1-V7, einer
Bedieneinheit 5, einem Drucksensor 6, einem gesonderten
Drucksensor 7, der mit einer Auswerteeinheit 8 für eine Apnoeerkennung
verbunden ist sowie einer Signalisierungsein
richtung 17.
Elektrische Verbindungen E1-E10 zwischen den vorgenannten
Komponenten sind in Fig. 1 durch gestrichelte Linien und
Druckluft-Verbindungsleitungen D1-D10 durch ausgezogene Li
nien dargestellt.
Sämtliche Zwei-Wege-Ventile V1-V7 weisen jeweils einen er
sten Weg zwischen den mit den Buchstaben B und C gekennzeich
neten Anschlüssen sowie einen zweiten Weg zwischen den mit
den Buchstaben B und A gekennzeichneten Anschlüssen auf.
Die Matratze wird von sechs Gruppen 12 von jeweils drei quer
zur Längsachse 13 der Matratze 1 nebeneinander angeordneten,
aufblasbaren länglichen Kammern 14 gebildet. Jeder Gruppe 12
von Kammern 14 ist eines der Zwei-Wege-Ventile V3-V7 zuge
ordnet. Die Zuordnung erfolgt über den Anschluß der Druck
luft-Verbindungsleitungen D3-D8 jeweils an dem mit der Po
sitionsziffer C gekennzeichneten Anschluß der Zwei-Wege-Ven
tile V3-V7. Die Druckluft-Verbindungsleitungen D3-D8 ver
zweigen sich im Bereich der Kammern 14 jeder Gruppe 12 auf
Versorgungsleitungen 23, die die Druckluft auf die drei
Kammern 14 einer Gruppe 12 verteilen.
Um nun nacheinander jede Kammer 14 gruppenweise mit der Pumpe
2 zu verbinden, muß das Zwei-Wege-Ventil V2 sowie das der mit
Druckluft zu versorgenden Gruppe 12 zugeordnete Ventil
V3. . .V7 auf seinen ersten Weg BC geschaltet werden. Schließ
lich müssen sämtliche der mit Druckluft zu versorgenden
Gruppe 12 in Richtung der Pumpe 2 vorgeordneten Ventile auf
ihren zweiten Weg BA geschaltet werden, um den erforderlichen
Durchgang der Druckluft von der Pumpe 2 zu gewährleisten.
Diese Schaltungsvariante hat zur Folge, daß sich die Kammern
14 der Matratze 1 lediglich gruppenweise be- und entlüften
lassen. Selbstverständlich liegt es im Rahmen der Erfindung,
eine Ventilanordnung vorzusehen, die eine gleichzeitige Be-
und Entlüftung sämtlicher Kammern 14 bei ausreichender Dimen
sionierung der Pumpe 2 erlaubt. Die in der Fig. 1 vorge
schlagene Ventilanordnung bietet allerdings den Vorteil, daß
bei matratzennaher Anordnungen der Ventile V3-V7 ein Mini
mum an Schlauchverbindungen benötigt wird und eine kompakt
bauende, weniger leistungsstarke Pumpe zum Einsatz kommen
kann. Dies begünstigt die Transportfähigkeit und damit den
ambulanten Einsatz der Matratze.
Soll nun beispielsweise die Gruppe 12 von Kammern 14, der das
Zwei-Wege-Ventil V6 zugeordnet ist, mit Luft befüllt werden,
müssen die Ventile V2 und V6 auf ihren ersten Weg BC und die
Ventile V3, V4 und V5 jeweils auf ihren zweiten Weg BA ge
schaltet werden, um eine durchgängige Verbindung von der
Pumpe 2 bis zum Anschluß B des Zwei-Wege-Ventils V6 sicherzu
stellen. Ist die Befüllung dieser Gruppe 12 von Kammern mit
Druckluft abgeschlossen, wird das Ventil V2 auf seinen zwei
ten Weg BA geschaltet, so daß über den Drucksensor 6 der tat
sächlich herrschende Druck in den Kammern 14 erfaßt und an
die Regeleinrichtung 3 weitergegeben wird. Stellt die Regel
einrichtung 3 durch Vergleich mit einem vorgegebenen Druck
profil fest, daß der in den Kammern 14 herrschende Druck zu
hoch ist, schaltet sie über die Leitung E3 das Zwei-Wege-Ven
til V1 auf seinen ersten Weg BC, um durch Entlüften der
Kammern 14 wieder einen Teil der Druckluft abzulassen. Sollte
der Drucksensor indes einen gegenüber dem vorgegebenen Druck
profil zu niedrigen Druck erfassen, steuert die Regeleinrich
tung 3 über die Leitung E4 erneut das Zwei-Wege-Ventil V2 an,
um die Kammern mit weiterer Druckluft zu füllen. In gleicher
Weise arbeitet der Regelkreis für die übrigen Gruppen 12 mit
Kammern 14.
In dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel werden
die Druckprofile über die Bedieneinheit 5 frei programmiert,
indem der zeitliche Verlauf des Druckniveaus für die einzel
nen Gruppen 12 eingegeben wird.
Mittels des gesonderten Drucksensors 7 wird der Druck der dem
Brustbereich einer auf der Matratze 1 aufliegenden Person zu
geordneten Kammern 14 fortlaufend gemessen und mit der Aus
werteeinheit 8 ausgewertet. Tritt beispielsweise infolge ei
nes zeitüberzogenen Schnarchens ein Atemstillstand ein, er
faßt die Auswerteeinheit den Wegfall der durch die Atembewe
gung hervorgerufenen Druckschwankungen. Nach einer an der
Auswerteeinheit einstellbaren Zeitdauer zwischen 5 und 30 Se
kunden wird eine mit der Auswerteeinheit 8 verbundene Sig
nalisierungseinrichtung 17 aktiviert, die ein akustisches
und/oder optisches Signal ausgibt.
Fig. 2 verdeutlicht den mechanischen Aufbau der Matratze 1.
Die 18 Kammern 14 der Matratze 1 sind auf einer Unterlage 19
mit Haltebändern 18 befestigt. Die taschenförmig die einzel
nen Kammern 14 der Matratze aufnehmenden Haltebänder 18 beste
hen aus Kunststoff und sind mit der Kunststoffunterlage 19
verschweißt. Sie befinden sich zu beiden Seiten jeder Kammer
14 in geringem Abstand zu deren Stirnseiten 21.
An den Stirnseiten 21 befinden sich auch die Be-
/Entlüftungsöffnungen 22 der Kammern 14, die über die Versor
gungsleitungen 23 sowie zwei T-Schlauchverbinder 24 mit den
Druckluft-Verbindungsleitungen D3-D8 verbunden sind, die zu
den in Fig. 2 nicht dargestellten Zwei-Wege-Ventilen V3-V7
führen.
Die dargestellte Matratze 1 weist in der Praxis beispiels
weise eine Länge von 2 m, eine Breite von 0,9 m und eine Höhe
von 0,17 m auf. Selbstverständlich liegt es im Rahmen der Er
findung, derartige Matratzen je nach ihrem Einsatzzweck klei
ner oder größer zu gestalten. Schließlich läßt sich die Ma
tratze gem. der Erfindung nicht nur als eine Auflage auf einem
Bett, sondern auch als Sitzauflage oder dergleichen ver
wenden.
1
Matratze
2
Pumpe
3
Regeleinrichtung
4
Zwei-Wege-Ventile V1-V
7
5
Bedieneinheit
6
Drucksensor
7
gesonderter Drucksensor
8
Auswerteeinheit
9
elektrische Verbindungen E1-E
10
10
-
11
Druckluft-Verbindungsleitungen D1-D
10
12
Gruppe
13
Längsachse
14
Kammer
15
erster Weg des Zwei-Wege-Ventils BC
16
zweiter Weg des Zwei-Wege-Ventils BA
17
Signalisierungseinrichtung
18
Halteband
19
Unterlage
20
-
21
Stirnseite
22
Be-/Entlüftungsöffnung
23
Versorgungsleitung
24
T-Schlauchverbinder
Claims (9)
1. Verfahren zum Betrieb einer Matratze mit einer Vielzahl
von unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern, wobei
jede Kammer mit einem Füllmedium auf ein bestimmtes
Druckniveau gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß
das Druckniveau jeder Kammer (14) nach einem vorgegebenen
Druckprofil automatisch verändert wird.
2. Verfahren zum Betrieb einer Matratze nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß jede Kammer (14) einer unter
schiedlichen Körperregion einer auf der Matratze (1) auf
liegenden Person zugeordnet wird, der Druck in jeder
Kammer zumindest in regelmäßigen Abständen erfaßt, und
abhängig von den Druckwerten ein anderes Druckprofil aus
gewählt und/oder nach dem Druckprofil nachgeregelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der von dem Druckprofil bestimmte zeitliche Verlauf
des Druckniveaus in jeder Kammer (14) durch auswählbare
Programme vorgegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der von dem Druckprofil bestimmte zeitliche Verlauf
des Druckniveaus in jeder Kammer (14) frei programmierbar
ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß zumindest der Druck der dem Brustbe
reich einer auf der Matratze (1) aufliegenden Person zu
geordneten Kammern (14) fortlaufend gemessen und mit ei
ner Auswerteeinheit (8) ausgewertet wird, die im Falle
charakteristischer Druckwerte ein Signal erzeugt.
6. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 5 umfassend eine Matratze (1), eine Füllmediumversorgung
(2), eine Regeleinrichtung (3), Absperr
organe (V1-V7) sowie eine Bedieneinheit (5), wobei
die Matratze (1) von einer Vielzahl von aufblasbaren, getrennten Kammern (14) gebildet wird,
jede Kammer (14) über mindestens ein ihr zugeordnetes Absperrorgan (V3-V7) mit der Füllmediumversorgung (2) verbindbar ist,
die Regeleinrichtung (3) eine Schnittstelle für die Bedieneinheit (5) und mindestens einen Drucksensor (6) zum Erfassen des in den Kammern (14) herrschenden Drucks des Füllmediums, eine Regelelektronik, die ab hängig von den erfaßten Druckwerten ein anderes Druckprofil auswählt und/oder jede Kammer (14) so lange mit der Füllmediumversorgung (2) durch Ansteu ern der Absperrorgane (V1-V7) verbindet, bis ein von einem Druckprofil bestimmtes Druckniveau erreicht ist, sowie eine Speichereinheit zum Abspeichern zu mindest eines Druckprofils aufweist,
und die Bedieneinheit (5) zumindest die Aktivierung jedes auf der Speichereinheit gespeicherten Druckpro fils ermöglicht.
die Matratze (1) von einer Vielzahl von aufblasbaren, getrennten Kammern (14) gebildet wird,
jede Kammer (14) über mindestens ein ihr zugeordnetes Absperrorgan (V3-V7) mit der Füllmediumversorgung (2) verbindbar ist,
die Regeleinrichtung (3) eine Schnittstelle für die Bedieneinheit (5) und mindestens einen Drucksensor (6) zum Erfassen des in den Kammern (14) herrschenden Drucks des Füllmediums, eine Regelelektronik, die ab hängig von den erfaßten Druckwerten ein anderes Druckprofil auswählt und/oder jede Kammer (14) so lange mit der Füllmediumversorgung (2) durch Ansteu ern der Absperrorgane (V1-V7) verbindet, bis ein von einem Druckprofil bestimmtes Druckniveau erreicht ist, sowie eine Speichereinheit zum Abspeichern zu mindest eines Druckprofils aufweist,
und die Bedieneinheit (5) zumindest die Aktivierung jedes auf der Speichereinheit gespeicherten Druckpro fils ermöglicht.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Matratze von einer Vielzahl von quer zu deren Längsachse nebeneinander angeordneten aufblasbaren länglichen Kammern (14) gebildet wird,
jede Kammer (14) über einen ersten Weg BC eines ihr zugeordneten elektrisch betätigten Zwei-Wege-Ventils (V3-V7) mit der Füllmediumversorgung (2) oder dem Drucksensor (6) und jedes dieser Zwei-Wege-Ventile (V3-V7) über einen zweiten Weg BA mit einem anderen der Zwei-Wege-Ventile (V3-V7) verbindbar ist,
die Regeleinrichtung (3) elektrisch mit dem Drucksen sor (6), einer Betätigung der Füllmediumversorgung (2) sowie der Betätigung jedes Zwei-Wege-Ventils (V1- V7) verbunden ist und
zur wahlweisen Verbindung jeder Kammer (14) mit der Füllmediumversorgung (2) oder dem Drucksensor (6) ein weiteres Zwei-Wege-Ventil (V2) vorgesehen ist, dessen erster Weg BC zur Füllmediumversorgung (2) und dessen zweiter Weg BA zum Drucksensor (6) führt.
die Matratze von einer Vielzahl von quer zu deren Längsachse nebeneinander angeordneten aufblasbaren länglichen Kammern (14) gebildet wird,
jede Kammer (14) über einen ersten Weg BC eines ihr zugeordneten elektrisch betätigten Zwei-Wege-Ventils (V3-V7) mit der Füllmediumversorgung (2) oder dem Drucksensor (6) und jedes dieser Zwei-Wege-Ventile (V3-V7) über einen zweiten Weg BA mit einem anderen der Zwei-Wege-Ventile (V3-V7) verbindbar ist,
die Regeleinrichtung (3) elektrisch mit dem Drucksen sor (6), einer Betätigung der Füllmediumversorgung (2) sowie der Betätigung jedes Zwei-Wege-Ventils (V1- V7) verbunden ist und
zur wahlweisen Verbindung jeder Kammer (14) mit der Füllmediumversorgung (2) oder dem Drucksensor (6) ein weiteres Zwei-Wege-Ventil (V2) vorgesehen ist, dessen erster Weg BC zur Füllmediumversorgung (2) und dessen zweiter Weg BA zum Drucksensor (6) führt.
8. Anordnung umfassend eine Matratze und eine Füllmedium
versorgung, insbesondere für eine Anordnung nach einem
der Ansprüche 6 oder 7, wobei die Matratze von mehreren
aufblasbaren, getrennten Kammern gebildet wird, jede
Kammer über mindestens ein ihr zugeordnetes Absperrorgan
mit der Füllmediumversorgung verbindbar ist, dadurch ge
kennzeichnet, daß in der Leitung (D4) zwischen mindestens
einer Kammer (14) und dem der Kammer (14) zugeordneten
Absperrorgan (V4) ein gesonderter Drucksensor (7) ange
ordnet ist, der mit einer Auswerteeinheit (8) elektrisch
verbunden ist, die bei Erfassung von charakteristischen
Druckwerten ein Signal erzeugt.
9. Matratze mit mehreren aufblasbaren, getrennten Kammern
(14), insbesondere für eine Anordnung nach einem der An
sprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammern
(14) mit einem offenzelligem Schaumstoff zumindest teil
weise gefüllt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000156235 DE10056235A1 (de) | 2000-11-13 | 2000-11-13 | Matratze mit unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern sowie Verfahren zu deren Betrieb |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000156235 DE10056235A1 (de) | 2000-11-13 | 2000-11-13 | Matratze mit unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern sowie Verfahren zu deren Betrieb |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10056235A1 true DE10056235A1 (de) | 2002-05-29 |
Family
ID=7663153
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000156235 Ceased DE10056235A1 (de) | 2000-11-13 | 2000-11-13 | Matratze mit unabhängig voneinander aufblasbaren Kammern sowie Verfahren zu deren Betrieb |
Country Status (1)
| Country | Link |
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