DE10054188A1 - Kompressionsverband - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kompressionsverband für eine Wunde 42 an einem Körperteil 40. Der Kompressionsverband weist einen im wesentlichen nicht-elastischen Gürtel 2 auf, dessen Umfang verstellbar ist. An dem Gürtel 2, der um das Körperteil 40 gelegt werden kann, ist ein vergrößer- und verkleinerbarer Expansionskörper 8 angeordnet, der im expandierten Zustand punktuell auf die Wunde 42 drückt. Der erfindungsgemäße Kompressionsverband hat den Vorteil, daß der Gürtel 2 einfach und ohne großen Zeitaufwand angelegt werden kann. Ferner kann der Expansionskörper 8 aufgrund der Befestigung an dem Gürtel 2 genau auf der Wunde 42 positioniert werden. Auch nach dem Anlegen des Gürtels 2 kann die Lage des Expansionskörpers 8 noch verändert werden, indem der Gürtel 2 auf dem Körperteil 40 verschoben oder gedreht wird. Ist der Expansionskörper 8 in der richtigen Position über der Wunde angeordnet, so kann dieser vergrößert werden, bis der notwendige Anpreßdruck auf die Wunde 42 gegeben ist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kompressionsverband für eine Wunde
am Körper eines Menschen, eines Tieres o. ä., insbesondere einen
Kompressionsverband für die Beinarterie nach Entfernen eines Herzkatheters.
Aus der Praxis in medizinischen Bereichen wie beispielsweise in einem
Krankenhaus ist es bekannt, Wunden mittels eines Kompressionsverbandes zu
verschließen. Eine derartige Wunde kann z. B. in einem Einstichloch bestehen,
das im Anschluß an eine Punktion am menschlichen Körper zurückbleibt. Um
eine derartige Wunde zu schließen wird in der Regel eine erste zusammengerollte
Mullbinde direkt auf die Wunde gelegt. Anschließend wird eine zweite elastische
Binde fest um das entsprechende Körperteil gewickelt, um einen Anpreßdruck auf
die erste zusammengerollte Mullbinde auszuüben, die wiederum auf die Wunde
drückt, so daß aus dieser kein Blut austreten kann.
Ein Nachteil der bekannten Vorgehensweise besteht darin, daß die Positionierung
der ersten zusammengerollten Mullbinde auf der Wunde bei gleichzeitigem
Anlegen der zweiten elastischen Binde erschwert ist, so daß es zu einem
Verrutschen der ersten zusammengerollten Mullbinde während des Anlegens der
zweiten Mullbinde kommen kann. Ein Verrutschen führt letztlich dazu, daß die
Wunde nur unzureichend verschlossen ist und Blut austreten kann. Ein weiterer
Nachteil besteht darin, daß der durch die zweite elastische Binde auf das
Körperteil ausgeübte Druck während des Anlegens nur schwer von der
Bedienungsperson und dem Patienten abschätzbar ist. Dabei kann es vorkommen,
daß die elastische Binde zu fest gespannt ist, so daß der ausgeübte Druck von dem
Patienten als unerträglich empfunden wird. Bei herkömmlichen Wunden muß die
zweite elastische Binde, die in der Regel mehrfach um das Körperteil gewickelt
ist, wieder abgenommen und neu angelegt werden, um den Druck zu verringern.
Jedes Neuanlegen des Verbandes nimmt sehr viel Zeit in Anspruch.
Problematischer erweist sich ein Kompressionsverband, der im Anschluß an die
Behandlung mit einem Herzkatheter angelegt wird. Nach dem Entfernen eines
Herzkatheters, das über eine Beinarterie eingeführt wurde, muß der gesamte
Beckenbereich und somit auch der Unterbauch für ca. 24 Stunden durch einen
Kompressionsverband einengend umwickelt werden. Da es für die durch den
Herzkatheter durchgeführte Untersuchung notwendig ist, den Patienten mit
blutverdünnenden Mitteln zu behandeln, muß ein dauerhaftes Verschließen der
Punktionsstelle am Bein gewährleistet sein. Ein Wechsel bzw. Neuanlegen des
Kompressionsverbandes sollte daher nicht durchgeführt werden, so daß eine
nachträgliche Änderung des durch den Kompressionsverband aufgebrachten
Druckes nicht möglich ist. Darüber hinaus kann es insbesondere bei weiblichen
Patienten dazu kommen, daß der herkömmliche Kompressionsverband bei
Benutzung der Bettpfanne Urin aufsaugt, was von dem Patienten als äußerst
unangenehm empfunden wird.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen
Kompressionsverband zu schaffen, der einfach und schnell angelegt werden kann
und eine einfache und schnelle Veränderung des Anpreßdruckes erlaubt.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß anhand der in
Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Ausführungsformen der
Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Der erfindungsgemäße Kompressionsverband weist einen Gürtel auf, dessen
Umfang eingestellt werden kann. Die Einstellung kann dabei über bekannte
Einstelleinrichtungen wie beispielsweise einer Gürtelschnalle erfolgen, wobei
sowohl eine schrittweise als auch eine stufenlose Einstellung vorgesehen sein
kann. Als weiteres Beispiel einer Einstelleinrichtung sei an dieser Stelle weiterhin
ein Klettverschluß genannt. Der Gürtel kann um jedes Körperteil, wie
beispielsweise die Hüfte eines Patienten, gelegt werden. An dem Gürtel ist ein
vergrößer- und verkleinerbarer Expansionskörper befestigt, wobei der
Expansionskörper sowohl lösbar als auch nicht lösbar mit dem Gürtel verbunden
sein kann. Im expandierten Zustand des Expansionskörper drückt derselbe
punktuell auf die Wunde. Unter dem punktuellen Drücken ist dabei zu verstehen,
daß sich der Expansionskörper nicht über den gesamten Gürtel erstreckt und
gleichermaßen von allen Seiten drückt. Vielmehr erstreckt sich der
Expansionskörper über einen Teil der Länge des Gürtels und drückt lediglich auf
die Wunde sowie den unmittelbaren Rand der Wunde, so daß die im Bereich der
Wunde eingeleitete Kraft vergrößert ist. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die
dem Expansionskörper unmittelbar benachbarten Bereiche des Gürtels nicht am
Körperteil anliegen, sondern durch die Expansion des Expansionskörpers
angehoben sind. Der Gürtel ist im wesentlichen nicht-elastisch ausgebildet, so daß
der Anpreßdruck lediglich über die Expansion des Expansionskörpers eingestellt
wird.
Der erfindungsgemäße Kompressionsverband hat den Vorteil, daß der Gürtel
einfach und ohne großen Zeitaufwand angelegt werden kann. Ferner kann der
Expansionkörper aufgrund der Befestigung an dem Gürtel genau auf oder über der
Wunde positioniert werden. Auch nach dem Anlegen des Gürtels kann die Lage
des Expansionkörpers noch verändert werden, ohne den Gürtel wieder zu lösen,
indem der Gürtel auf dem Körperteil verschoben oder gedreht wird, was bei
elastischen Mullbinden nicht möglich ist. Ist der Expansionskörper in der
richtigen Position über der Wunde angeordnet, so kann dieser vergrößert werden
bis der notwendige Anpreßdruck auf die Wunde gegeben ist. Sollte der Patient
den Anpreßdruck als zu belastend empfinden, so ist es möglich, den
Expansionskörper wieder etwas zu verkleinern, ohne daß der Gürtel abgenommen
werden müßte. Auf diese Weise kann der Anpreßdruck ohne großen Aufwand
schnell angepaßt werden.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes weist der Expansionskörper eine an dem Gürtel
anliegende Abstützfläche und eine dem Gürtel abgewandte Anlagefläche auf. Die
dem Gürtel abgewandte Anlagefläche kann auf die Wunde gedrückt werden und
ist kleiner als die Abstützfläche ausgebildet. Dies kann beispielsweise dadurch
erzielt werden, daß der Expansionskörper konisch ausgebildet ist, wobei das
schmalere Ende des konischen Expansionskörpers die Ablagefläche umfaßt. Bei
einem solchen Verhältnis zwischen den Größen der Abstützfläche und der
Anlagefläche ist gewährleistet, daß die durch den Kompressionsverband
aufgebrachte Kräfte ausgehend von der Abstützfläche hin zur Anlagefläche
gebündelt werden, so daß auf die Wunde ein größerer Druck ausgeübt wird.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes ist ein Abstützelement vorgesehen, das den
Expansionskörper seitlich umgibt. Das Abstützelement stützt sich einerseits am
Gürtel ab und ist andererseits an dem Körperteil abstützbar. Das Abstützelement
kann sowohl unlösbar mit dem Gürtel verbunden als auch als austauschbares
Einzelteil ausgebildet sein. Unter dem Abstützelement kann beispielsweise ein
Gestell oder ein rohrartiges Element verstanden werden. Die zum Körper hin
offene Seite des Abstützelementes kann beim Anlegen genau über der Wunde
plaziert werden und vereinfacht somit das Anlegen. Bei dem nachfolgenden
Expansionsvorgang breitet sich der Expansionskörper in die von dem
Abstützelement vorgegebene Richtung, nämlich in Richtung der Wunde, aus.
Um einen besonders einfachen, technisch leicht zu realisierenden
Kompressionsverband zur Verfügung zu stellen, ist der Expansionskörper in einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung als aufblasbares Kissen ausgebildet.
Zweckmäßigerweise weist das aufblasbare Kissen ein Ventil zum Ein- und
Auslassen der Luft auf. Ein derartiges Ventil soll den Eintritt der Luft
ermöglichen und den Austritt der Luft so lange verhindern, bis das Ventil durch
äußeren Einfluß geöffnet wird.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das Ventil an der dem
Kissen abgewandten Seite des Gürtels angeordnet. Dies ermöglicht einen leichten
Zugang zu dem Ventil bei angelegtem Gurt. Eine mögliche Realisierung dieses
Merkmals könnte beispielsweise ein Loch im Gürtel umfassen durch das sich das
Ventil nach außen erstreckt.
Um die Tätigkeit, die mit dem Aufblasen des Kissens verbunden ist, nicht in
unmittelbarer Nähe des Kompressionsverbandes durchführen zu müssen, was
leicht zu einem Anstoßen an den Verband führen kann, ist in einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung eine Leitung vorgesehen ist, die einerseits mit
dem Kissen und andererseits mit dem Ventil verbunden ist, wobei sich die Leitung
vorzugsweise durch den Gürtel nach außen erstreckt.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes ist weiterhin eine Pumpvorrichtung zum Aufblasen des
Kissens vorgesehen. Vorzugsweise ist die Pumpvorrichtung ein manuell
betätigbarer Blasebalg.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Gürtel des
Kompressionsverbandes derart ausgebildet, daß dieser Feuchtigkeit abweist. Dies
kann sowohl durch eine feuchtigkeitsabweisende Beschichtung als auch durch ein
entsprechend gewähltes Material des Gürtels erzielt werden. Auf diese Weise soll
verhindert werden, daß Urin oder andere Körperflüssigkeiten von dem Gürtel
aufgesogen werden, was der Patient als äußerst unangenehm empfindet. Sollte
Flüssigkeit an den Gürtel gelangen so kann diese zumindest von außen leicht
abgewischt werden.
In dem Gürtel sind vorzugsweise mehrere Ausnehmungen vorgesehen, die den
Durchtritt von Körperflüssigkeit, wie z. B. Urin oder Körperschweiß, nach außen
erlauben. Dies ist insbesondere bei einem feuchtigkeitsabweisenden Gürtel
vorteilhaft. Durch die Ausnehmungen ist ferner gewährleistet, daß die
darunterliegende Haut zumindest z. T. mit Luft versorgt wird. Die Ausnehmungen
können beliebig groß gewählt werden, allerdings sollte die Zugfestigkeit des
Gürtels nicht derart herabgesetzt werden, daß dieser beim Anspannen reißt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die beigefügten Figuren eingehender erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes in einer ersten Ausführungsform,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes in einer zweiten Ausführungsform,
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes in einer dritten Ausführungsform,
Fig. 4 eine Draufsicht auf den Kompressionsverband von Fig. 1 in
Gebrauchsstellung in geschnittener Darstellung und
Fig. 5 eine Draufsicht auf den Kompressionsverband von Fig. 2 in
Gebrauchsstellung in geschnittener Darstellung.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes in einer ersten Ausführungsform. Der
Kompressionsverband weist einen Gürtel 2 auf. An dem einen Ende des Gürtels 2
ist auf der ersten Seite ist ein erster Klettverschlußteil 4 angeordnet. An dem
anderen Ende ist auf der zweiten Seite des Gürtels 2 ein zweiter Klettverschlußteil
6 angeordnet. Beide Klettverschlußteile 4,6 können miteinander verbunden
werden, so daß der Gürtel 2 um ein nicht dargestelltes Körperteil gelegt und
geschlossen werden kann. Der Klettverschlußteil 4 ist in Richtung des Gürtels
länger ausgebildet als der Klettverschlußteil 6, so daß der Umfang des derart
angelegten Gürtels 2 dem Umfang des Körperteils entsprechend eingestellt
werden kann. In dem Gürtel 2 sind ferner Ausnehmungen 7 angeordnet, die in der
dargestellten Ausführungsform kreisförmig ausgebildet und in zwei in
Längsrichtung des Gürtels 2 verlaufenden Reihen hintereinander angeordnet sind.
Die Ausnehmungen 7 ermöglichen den Durchtritt von Körperflüssigkeiten wie
beispielsweise Schweiß.
Auf einer Seite des Gürtels 4 ist ein Expansionskörper 8 angeordnet, wobei der
Expansionskörper sowohl fest als auch lösbar mit dem Gürtel 2 verbunden sein
kann. Der Expansionskörper 8, der in Fig. 1 schraffiert dargestellt ist, wird von
einem aufblasbaren Kissen gebildet, das derart ausgebildet ist, daß es im
expandierten Zustand eine kegelstumpfförmige Gestalt annimmt. Auf der dem
Gürtel 2 abgewandten Seite des Expansionskörpers 8 bildet sich dann eine
Ablagefläche 10 aus. Der Innenraum des Expansionskörpers 8 ist über eine
Leitung 12 mit einem Ventil 14 verbunden. An das Ventil 14 schließt sich ein
Blasebalg 16 an, der manuell betätigt werden kann. In der vorliegenden
Ausführungsform besteht der Blasebalg 16 aus einem an dem Ventil 14
angeschlossenen Hohlkörper aus Gummi. Wird der Blasebalg 16
zusammengedrückt, so öffnet das Ventil aufgrund des Drucks, so daß die Luft
durch die Leitung 12 in den Expansionskörper 8 gelangt. Ein Entweichen der Luft
durch die Leitung 12 wird durch das Ventil 14 verhindert. Um jedoch die Luft
wieder ablassen zu können ist an dem Ventil 14 eine entsprechendes
Betätigungsorgan 18 zum Öffnen desselben vorgesehen.
Fig. 2 zeigt eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes in einer zweiten Ausführungsform. Die zweite
Ausführungsform entspricht weitgehend der ersten Ausführungsform, so daß für
gleiche Teile gleiche Bezugszeichen benutzt werden. Im Gegensatz zu der ersten
Ausführungsform weist der Gürtel 2 bei der zweiten Ausführungsform drei erste
Klettverschlußteile 4', 4", 4''' auf, die jeweils auf einer Zunge 20', 20" bzw.
20''' angeordnet sind. Auf diese Weise ist es möglich, den Gürtel 2 selbst dann
genau auf den Umfang des Körperteiles einzustellen, wenn sich der Umfang des
Körperteiles in diesem Bereich ändert. Ferner sind die Ausnehmungen 7 bei der
zweiten Ausführungsform rechteckförmig ausgebildet und in einer in
Längsrichtung des Gürtels liegenden Reihe hintereinander angeordnet.
Darüber hinaus ist ein Abstützelement 22 vorgesehen, das den Expansionskörper
8, von dem in Fig. 2 lediglich ein Ausschnitt zu erkennen ist, seitlich umgibt. Das
Abstützelement 22 ist als trichterförmiges Rohr ausgebildet, dessen weites Ende
24 sich am Gürtel 2 abstützt und dessen schmales Ende 26 vom Gürtel 2
wegweist. Der Expansionskörper 8 muß in der zweiten Ausführungsform keine
vorgegebene Endform, wie beispielsweise einen Kegelstumpf aufweisen.
Vielmehr kann der Expansionskörper 8 auch ein elastischer, aufblasbarer Körper
sein, der sich bei der Expansion der durch das Abstützelement 22 vorgegebenen
Form anpaßt. Im übrigen wird auf die Ausführungen, die unter Bezugnahme auf
Fig. 1 gemacht wurden, verwiesen.
Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen
Kompressionsverbandes in einer dritten Ausführungsform. Die dritte
Ausführungsform entspricht weitgehend der ersten Ausführungsform, so daß für
gleiche Teile gleiche Bezugszeichen benutzt werden. Im Gegensatz zu der ersten
Ausführungsform weist der Gürtel 2 bei der dritten Ausführungsform anstelle des
des Klettverschlußteiles 4 zwei parallel und in Richtung des Gürtels 2 verlaufende
Reihen von Haken 28 auf, die zu korrespondierenden Ösen 30 am anderen Ende
und auf der anderen Seite des Gürtels 2 passen. Darüber hinaus sind die
Ausnehmungen 7 in zwei Reihen, die sich in Längsrichtung des Gürtels 2
erstrecken, hintereinander angeordnet, wobei die Ausnehmungen 7 die größte
Ausdehnung in Längsrichtung des Gürtels 2 aufweisen.
Wie bei der zweiten Ausführungsform ist auch bei der dritten Ausführungsform
ein Abstützelement 32 vorgesehen, das zwar auch eine trichterartige Form
aufweist, allerdings wird diese Form von einer einem an dem Gürtel anliegenden
großen Kreisring 34 und einem dem Gürtel abgewandten Kreisring 36 gebildet,
die über vier Stege 38 verbunden sind. Diese gestellartige Ausführung des
Abstützelementes 32 hat im Gegensatz zu der zweiten Ausführungsform den
weiteren Vorteil, daß die Bedienungsperson genau erkennen kann, wie weit der
Expansionskörper 8 expandiert ist. Bei dieser Ausführungsform sollte der
Expansionskörper 8 wieder eine vorgegebene Endform aufweisen, so daß dieser
nicht zwischen den Stegen 38 des Abstützelementes 32 seitlich nach außen
expandiert. Die Ablagefläche 10 sollte allerdings derart ausgebildet sein, daß sie
sich bei expandiertem Expansionskörper 8 durch den zweiten Kreisring 36
erstrecken kann. Im übrigen wird auf die Ausführungen, die unter Bezugnahme
auf Fig. 1 gemacht wurden, verwiesen.
Die Abstützelemente 22,32 der zweiten und dritten Ausführungsform ermöglichen
ein genaues Positionieren des Expansionskörpers 8 oberhalb der Wunde (nicht
dargestellt). Die Abstützelemente 22,32 können sowohl lösbar als auch nicht
lösbar mit dem Gürtel 2 verbunden sein.
In Fig. 4 ist eine Draufsicht auf den Kompressionsverband in der ersten
Ausführungsform in geschnittener Darstellung gezeigt, wobei der
Kompressionsverband um ein Körperteil 40, wie beispielsweise die Hüfte eines
Menschen, mit einer Wunde 42 gelegt ist. Beim Anlegen (nicht dargestellt) des
Gürtels 2 wird dieser nicht oder nur derart gespannt, daß ein Verrutschen des
Gürtels 2 aufgrund seines Eigengewichtes nicht möglich ist. Der
Expansionskörper 8, der noch nicht aufgeblasen ist (gestrichelte Darstellung),
wird beim Anlegen des Gürtels 2 über der Wunde angeordnet. Im Anschluß daran
wird Luft über die Leitung 12 in den Expansionskörper 8 eingeleitet, so daß dieser
seine kegelstumpfförmige Endform annimmt. Die Ablagefläche 10 des
Expansionskörpers 8 drückt auf die Wunde 42 und der Gürtel 2 ist gespannt.
Aufgrund der kegelstumpfförmigen Endform, weist der Expansionskörper eine
dem Gürtel zugewandte Abstützfläche 44 auf, die größer als als die Ablagefläche
10 ist. Auf diese Weise werden die auf die Abstützfläche 44 wirkenden
Abstützkäfte gebündelt, so daß der Anpreßdruck der Anlagefläche 10 auf die
Wunde 42 größer ist.
Sollte der Patient den Druck von Expansionskörper 8 und Gürtel 2 als zu
belastend empfinden, so kann durch Betätigung des Betätigungsorganes 18 am
Ventil 14 (Fig. 1) Luft über die Leitung 12 entlassen werden, so daß der Druck
geringer ist, allerdings muß der Anpreßdruck der Anlagefläche 10 auf die Wunde
42 stets größer als der Blutdruck des Patienten sein, da sonst Blut aus der Wunde
42 fließt. Sollte Blut aus der Wunde 42 fließen, so muß lediglich weitere Luft von
dem Blasebalg 16 durch die Leitung 12 in den Expansionskörper 8 gepumpt
werden, bis der Anpreßdruck ausreichend ist. Sollte dennoch Blut austreten so
spricht dies für eine fehlerhafte Positionierung des Expansionskörpers 8 bzw.
dessen Ablagefläche 10 über der Wunde 42. Eine derartige Fehlpositionierung ist
bei dem erfindungsgemäßen Kompressionsverband zwar weitgehend
ausgeschlossen, könnte aber schnell beseitigt werden, indem die Luft aus dem
Expansionskörper 8 entlassen, der Expansionskörper 8 durch Drehen oder
Verschieben des Gürtels 2 richtig über der Wunde 42 positioniert und die Luft
wieder in den Expansionskörper 8 gepumpt wird.
Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf den Kompressionsverband in der zweiten
Ausführungsform in geschnittener Darstellung, wobei der Kompressionsverband
um das Körperteil 40 mit der Wunde 42 gelegt ist. Die Darstellung entspricht im
wesentlichen der Darstellung von Fig. 4, so daß lediglich auf die wesentlichen
Unterschiede eingegangen werden soll. Der Expansionskörper 8 ist elastisch
ausgebildet und weist im nichtexpandierten Zustand eine im wesentlichen
kugelförmige Form (gestrichelte Darstellung) auf. Der Expansionskörper ist von
dem unter Bezugnahme auf Fig. 2 beschriebenen Abstützelement 22 umgeben, das
als trichterförmiges Rohr ausgebildet ist. Zum Anlegen des Gürtels 2 um das
Körperteil 40 muß lediglich das schmale Ende 26 des Abstützelementes 22 auf die
Wunde 42 aufgelegt werden. Danach wird Luft in den Expansionskörper 8
gepumpt, so daß sich dieser aufweitet und an den Gürtel 2 bzw. an die Innenwand
des Abstützelementes 22 anlegt. In Richtung des schmaleren Endes 26 ist der
Expansionskörper 8 nicht eingeschränkt, so daß er sich durch das schmale Ende
26 erstreckt und auf die Wunde 42 drückt. Das Abstützelement 22 wie auch das
Abstützelement 32 der dritten Ausführungsform ermöglichen ein sicheres
Positionieren der des Expansionskörpers 8 auf der Wunde 42.
Claims (12)
1. Kompressionsverband für eine Wunde mit einem im Umfang einstellbaren und
im wesentlichen nicht-elastischen Gürtel (2), der um ein Körperteil legbar ist,
und einem daran befestigten oder befestigbaren, vergrößer- und verkleinerbaren
Expansionskörper (8), der im expandierten Zustand punktuell auf die Wunde
drückt.
2. Kompressionsverband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Expansionskörper (8) eine an dem Gürtel (2) anliegende Abstützfläche (44)
und eine dem Gürtel abgewandte Anlagefläche (10) aufweist, die auf die
Wunde drückbar ist, wobei die Anlagefläche (10) kleiner als die Abstützfläche
(44) ausgebildet ist.
3. Kompressionsverband nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Abstützelement (22, 32) vorgesehen ist, das den
Expansionskörper (8) seitlich umgibt und sich einerseits am Gürtel (2) abstützt
und andererseits an dem Körperteil abstützbar ist.
4. Kompressionsverband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Expansionskörper (8) ein aufblasbares Kissen ist.
5. Kompressionsverband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kissen ein Ventil zum Ein- und Auslassen der Luft aufweist.
6. Kompressionsverband nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventil an der dem Kissen abgewandten Seite des Gürtels angeordnet ist.
7. Kompressionsverband nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Leitung (12) vorgesehen ist, die einerseits mit dem Kissen und andererseits mit
dem Ventil (14) verbunden ist.
8. Kompressionsverband nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß sich die
Leitung (12) durch den Gürtel (2) erstreckt.
9. Kompressionsverband nach einem der Anspruche 5 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Pumpvorrichtung zum Aufblasen des Kissens
vorgesehen ist.
10. Kompressionsverband nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Pumpvorrichtung ein manuell betätigbarer Blasebalg (16) ist.
11. Kompressionsverband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gürtel (2) feuchtigkeitsabweisend ist.
12. Kompressionsverband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß in dem Gürtel (2) mehrere Ausnehmungen (7) vorgesehen
sind.
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| DE2000154188 Withdrawn DE10054188A1 (de) | 2000-11-02 | 2000-11-02 | Kompressionsverband |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10054188A1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2023176668A1 (ja) * | 2022-03-18 | 2023-09-21 | テルモ株式会社 | 止血器具 |
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2000
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