DE10052993A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von thermischer Energie in mechanische Energie - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von thermischer Energie in mechanische EnergieInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Wärmekraftmaschine zur Umwandlung von thermischer Energie in mechanische Energie, wobei die Wärmekraftmaschine mit einem Kreisprozeß arbeitet, bei welchem ein Arbeitsmedium abwechselnd eine Kompressionsphase und eine Expansionsphase durchläuft. Der Wirkungsgrad der Wärmekraftmaschine wird erhöht, indem das Arbeitsmedium während der thermischen Kompression im wesentlichen vollständig verflüssigt wird. Als Arbeitsmedium kann ein Mehrstoffgemisch verwendet werden, beispielsweise ein Gemisch aus Wasser und Benzol oder Benzin.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine
Wärmekraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 11, des Anspruchs 20 bzw.
des Anspruchs 21.
Solche Verfahren bzw. Wärmekraftmaschinen setzen zugeführte Wärmeenergie in Arbeit
um. Der Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine ist definiert als das Verhältnis von
geleisteter Arbeit A zu zugeführter Wärmeenergie Qzu,
η = A/Qzu (1)
Bei einem idealisierten Kreisprozeß ohne Verluste, beispielsweise nach Carnot, läßt sich
zeigen, daß
η = A/Qzu = (Qzu-Qab)/Qzu,
wobei Qab die abgeführte Wärmeenergie ist.
Solche Wärmekraftmaschinen sind beispielsweise als sogenannte Heißluftmaschinen
allgemein bekannt und in vielen Lehrbücher der Thermodynamik beschrieben, beispiels
weise "Thermodynamik" von E. Schmidt, 9. Auflage, Springer-Verlag 1962, S. 132-138.
Zwei Kolbenmaschinen (oder Turbomaschinen) sind über ein Leitungssystem mit zwei
Wärmetauschern miteinander verbunden. In den Kolbenmaschinen, das Leitungssystem
und die Wärmetauscher befindet sich Luft als Arbeitsmedium. Je nach Aufbau der
Heißluftmaschine kann das Arbeitsmedium verschiedene Prozesse durchlaufen.
Beispielsweise kann die Kompression und Expansion adiabatisch (Joule-Prozeß) oder
isotherm (Ericson-Prozeß) verlaufen. In der Praxis sind solche idealisierte Prozesse
jedoch nur annähernd durchführbar.
In mehreren verschiedenen Druckschriften sind Wärmekraftmaschinen offenbart, durch
welche der Wirkungsgrad der Wärmekraftmaschine verbessert werden soll:
Die DE 41 01 500 A1 offenbart eine mit einem Kreisprozeß arbeitende
Wärmekraftmaschine mit einer Zylinderkammer, die durch einen Kolben begrenzt ist. In
der Zylinderkammer ist eine Menge einer verdampfbaren Flüssigkeit als Arbeitsmedium
bei einer Ausgangstemperatur vorgesehen. In einer ersten Arbeitsphase vergrößert sich
das Volumen der Zylinderkammer von einem inneren Totpunkt durch
Auswärtsbewegung des Kolbens bis zu einem äußeren Totpunkt. Im unteren Totpunkt
wird die Bewegung des Kolbens für eine vorgegebene Zeitspanne angehalten. Dadurch
wird eine Kondensation des unterkühlten Dampfes der Flüssigkeit eingeleitet. Dies führt
zu einem plötzlichen Druckabfall. In einer zweiten Arbeitsphase wird dann der Kolben
zum inneren Totpunkt bewegt. Das abgekühlte Kondensat wird mittels eines
Wärmetauschers auf die Ausgangstemperatur erwärmt. Bei der DE 41 01 500 A1 besteht
das Arbeitsmedium nur aus einer Komponente.
Durch die DE 42 44 016 C2 ist eine Wärmekraftmaschine der eingangs genannten Art
bekannt, bei welcher das Arbeitsmedium ein Zweistoffgemisch aus Stickstoff und Butan
ist. Die Wärmekraftmaschine besteht aus einem auf einer Temperatur von 104,5°C
gehaltenen Kessel und einem mit dem Kessel und einem im Kessel angeordneten
Wärmetauscher verbundenen Zylinder, welcher von einem Kolben abgeschlossen ist. Das
Verhältnis der Konzentrationen von Stickstoff und Butan sowie die Ausgangstemperatur
(Kesseltemperatur) werden dabei so gewählt, daß das Zweistoffgemisch bei der
Ausgangstemperatur im Bereich der retrograden Kondensation und die
Ausgangstemperatur zwischen den kritischen Temperaturen von Stickstoff und Butan
liegt. Durch Verwendung eines solchen Zweistoffgemisches soll der Wirkungsgrad einer
Wärmekraftmaschine verbessert werden. Dies wird dadurch erreicht, daß die Expansion
des Volumens des Zweistoffgemisches im Bereich der retrograden Kondensation so
schnell erfolgt, daß die Kondensatbildung verzögert wird. Im äußeren Totpunkt des
Kolbens geht das System aus diesem instabilen Zustand in den Gleichgewichtszustand
über. Durch ein dabei auftretendes, besonderes Verhalten des Zweistoffgemisches
(Abknickung der Isobaren an der Phasengrenze), ist dies ist mit einem Druckabfall
verbunden. Dies erhöht die geleistete Arbeit bei gegebener Wärmezufuhr und verbessert
also den Wirkungsgrad der Wärmekraftmaschine.
Durch die US-A-4 242 870 ist ebenfalls eine Wärmekraftmaschine der eingangs
genannten Art bekannt. Diese Druckschrift befaßt sich mit dem Problem des durch die
Verdampfungseigenschaften des Arbeitsmediums auftretenden, ineffizienten Ausnutzens
der Wärme des Wassers beim Wärmeaustausch in einem Wärmetauscher. Um die Wärme
des wärmenden Wassers so effektiv wie möglich zu nutzen, sollte die
Temperaturdifferenz zwischen dem wärmenden Wasser und dem Arbeitsmedium in
jedem Punkt des Wärmetauschers möglichst konstant sein. Dies kann durch ein
Zweistoffgemisch erreicht werden, bei welchem die chemischen Komponenten so
gewählt und gemischt werden, daß die Mischung keine konstante Siedetemperatur
aufweist, sondern vielmehr über einen gewünschten Bereich von steigender Temperatur
verdampft. Dabei ist es wichtig, daß das Zweistoffgemisch ein bestimmtes Verhalten im
T-H-Diagramm bei der Erwärmung in dem Wärmetauscher zeigt. Es wird gezeigt, daß
ein Zweistoffgemisch aus 35 Mol% Isobutan in Propan diese Bedingungen erfüllt.
Durch die CH-A-237 849 ist ebenfalls eine Wärmekraftmaschine der eingangs genannten
Art bekannt. Es ist dort gefunden worden, daß die Verwendung von Helium in
Kombination mit einem weiteren Gas als Arbeitsmedium günstig ist. Dabei wird als
Auswahlkriterium für das weitere Gas angegeben, daß das mittlere Molekulargewicht des
Gasgemisches zwischen minimal 5 und maximal 15 und dessen Schallgeschwindigkeit
bei Normaltemperatur zwischen 500 m/s und 900 m/s liegen soll.
Die DE 198 04 845 A1 offenbart ein Verfahren der eingangs genannten Art. Dabei wird
ein Kreisprozeß beschrieben, bei welchem eine direkte Umwandlung thermischer Energie
in mechanische Energie ohne Wärmeabgabe nach außen erfolgen soll. Als
Arbeitsmedium wird ein Mehrstoffgemisch verwendet, das unter bestimmten
Bedingungen eine retrograde Kondensation zeigt. Das Arbeitsmedium expandiert im
Gebiet der retrograden Kondensation unter Arbeitsleistung. Nach der Entspannung
erfolgt eine Trennung der Phasen, wobei die Rückführung der Dampfphase über
Verdichtung und die Rückführung der flüssigen Phase durch Pumpenförderung auf den
Ausgangsdruck durchgeführt wird. Im Verlauf der Rückvermischung wird thermische
Energie zugeführt. Als Mehrstoffgemisch wird eine Mischung aus Butan und Stickstoff
oder Kohlendioxid und Stickstoff angegeben. Die DE 196 08 300 offenbart ein ähnliches
Verfahren, wobei jedoch eine Wärmeabgabe nach außen erfolgt.
Die Eigenschaften von Mehrstoffgemischen sind beispielsweise beschrieben in einem
Buch von Stephan und Mayinger "Thermodynamik Grundlagen und technische
Anwendungen", 11. Auflage, Band 2, Springer-Verlag, insbesondere S. 59-67.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Wirkungsgrad eines Verfahrens bzw.
einer Wärmekraftmaschine der eingangs genannten Art zu verbessern.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe jeweils durch die im kennzeichnenden Teil der
Ansprüche 1, 11, 20 bzw. 21 aufgeführten Merkmale gelöst.
Bei Wärmekraftmaschinen der hier vorliegenden Art wird dem Arbeitsmedium in
verschiedenen Teilbereichen des Kreisprozesses Wärme zu- und abgeführt. Dabei kann
ein Teil der in einem Teilbereich des Kreisprozesses abzuführenden Wärme wieder in
einem anderen Teilbereich des Kreisprozesses zugeführt werden, d. h. diese abzuführende
Wärme geht nicht verloren, sondern bleibt intern in dem System. Für den Wirkungsgrad
ist es dann natürlich günstig, wenn diese interne Wärme möglichst groß und die
abgeführte Wärme möglichst klein gehalten werden kann (s. Gl. 2).
Durch eine Verflüssigung des Arbeitsmediums während der adiabatischen Expansion
und/oder während der thermischen Kompression ist es möglich, solche günstige
Bedingungen zu erzielen. Der in diesen Phasen verflüssigte Teil des Arbeitsmediums
wird dann adiabatisch komprimiert, wobei weder das Volumen noch die Temperatur des
flüssigen Teil des Arbeitsmediums dabei wesentlich verändert wird.
Besonders günstige Bedingungen können erreicht werden, wenn der flüssige Teil des
Arbeitsmediums von dem gasförmigen Teil des Arbeitsmediums unmittelbar nach der
adiabatischen Expansion und/oder während der thermischen Kompression getrennt wird.
Der flüssige Teil wird kann dann adiabatisch durch eine Speisepumpe komprimiert
werden, ohne dabei gleichzeitig den gasförmigen Teil zu komprimieren. Da das dann
flüssige Arbeitsmedium während der anschließenden Druckerhöhung (wegen der
Inkompressibilität von Flüssigkeiten) nicht komprimiert wird und auch keine
Temperaturerhöhung erfährt, ist es möglich, einen größeren Teil der dem Arbeitsmedium
zu entziehenden Wärme dem System wieder zuzuführen.
Weiterhin ist es günstig, wenn das Arbeitsmedium in der Kompressionsphase vollständig
verflüssigt wird, und zwar nach der thermischen Kompression und vor der adiabatischen
Druckerhöhung.
Bei einer Kraftmaschine der eingangs erwähnten Art kann die Verflüssigung des
Arbeitsmediums durch Verwendung eines Mehrstoffgemisches erreicht werden.
Mehrstoffgemische haben gegenüber Monostoffen u. a. den Vorteil, daß sie mehr
Freiheitsgrade haben. Dies ergibt sich aus der bekannten Gibbsschen Phasenregel,
wonach die Anzahl der Freiheitsgrade mit der Anzahl der Komponenten des
Mehrstoffgemisches steigt. Durch dieses Verhalten ist die Temperatur des
Arbeitsmediums nicht wie bei Monostoffen bei vorgegebenem Druck und Volumen
festgelegt. Durch diese Tatsache ist es u. a. möglich, während der adiabatischen
Expansion einen geringen Temperaturabfall des Arbeitsmediums zu erzielen. Dies ist ein
entscheidender Aspekt der Erfindung und wird später ausführlicher erklärt.
Die im wesentlichen vollständige Verflüssigung des Arbeitsmediums vor der
Expansionsphase erfolgt also durch geeignete Wahl des Arbeitsmediums, des
Arbeitsdruckbereichs und des Arbeitstemperaturbereichs der Wärmekraftmaschine.
Dabei ist es günstig, das Arbeitsmedium so zu wählen, daß der Arbeitsdruckbereich und
der Arbeitstemperaturbereich in dem bei Wärmekraftmaschinen üblichen Rahmen liegen.
Zu niedrige oder zu hohe Drücke bzw. Temperaturen setzen nämlich sehr aufwendige
apparative Maßnahmen voraus.
Es hat sich experimentell gezeigt, daß es Mehrstoffgemische gibt, welche dies erlauben.
Die Stoffauswahl des Mehrstoffgemisches erfolgt vorzugsweise so, daß die Siedepunkte
der einzelnen Stoffe des Mehrstoffgemisches innerhalb des Temperatur- und
Druckbereichs der arbeitenden Wärmekraftmaschine liegen. Dies ermöglicht die
vollständige Verflüssigung des Arbeitsmediums während der thermischen Expansion.
Die Stoffauswahl des Mehrstoffgemisches kann jedoch auch so erfolgen, daß die
Mischung endotherm ist, d. h. die Mischungsenthalpie ist positiv bei einer gegebenen
Phase der Stoffe.
Solche Verhalten zeigt beispielsweise ein Mehrstoffgemisch aus Wasser und Benzin bzw.
Benzol in einem Mischungsverhältnis von ungefähr 10-30 Gew.-% Wasser und 70-
90 Gew.-% Benzin bzw. Benzol oder ein Mehrstoffgemisch aus Wasser und Butan in
einem Mischungsverhältnis von ungefähr 5-10 Gew.-% Wasser und 90-95 Gew.-%
Butan.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachstehend unter Bezugnahme auf die
zugehörigen Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung und zeigt eine Wärmekraftmaschine der
hier vorliegenden Art.
Fig. 2 zeigt in einem p-V-Diagramm die Zustandsänderungen des Arbeitsmediums
bei einem Kreisprozeß in einer Wärmekraftmaschine nach dem Stand der
Technik.
Fig. 3 zeigt in einem T-S-Diagramm die Zustandsänderungen des Arbeitsmediums
bei einem Kreisprozeß in einer Wärmekraftmaschine nach dem Stand der
Technik.
Fig. 4 zeigt in einem p-V-Diagramm die Zustandsänderungen des Arbeitsmediums
bei einem Kreisprozeß in einer erfindungsgemäßen Wärmekraftmaschine.
Fig. 5 zeigt in einem T-S-Diagramm die Zustandsänderungen des Arbeitsmediums
bei einem Kreisprozeß in einer erfindungsgemäßen Wärmekraftmaschine.
Anhand von Fig. 1 soll die Wirkungsweise eines Ausführungsbeispiels einer
Wärmekraftmaschine beschrieben werden. Eine erste Turbine ist mit 10 und eine zweite
Turbine mit 12 bezeichnet. Durch die beiden Turbinen 10 und 12 streckt sich eine Welle
14. An der Welle 14 kann beispielsweise ein (nicht gezeigter) Generator zur
Stromerzeugung angeschlossen sein. Dabei befindet sich die erste Turbine 10 an der
sogenannten kalten Seite und die zweite Turbine 12 an der sogenannten warmen Seite der
Wärmekraftmaschine.
Die beiden Turbinen 10 und 12 sind über ein Leitungssystem miteinander verbunden.
Eine erste Leitung 16 verbindet die erste Turbine 10 mit dem Eingang der kalten Seite
eines ersten Wärmetauschers 18. Der Ausgang der warmen Seite des ersten
Wärmetauschers 18 ist über eine Leitung 20 mit dem Eingang der kalten Seite eines
zweiten Wärmetauschers 22 verbunden. Der Ausgang der warmen Seite des zweiten
Wärmetauschers 22 ist über eine Leitung 24 mit der zweiten Turbine 12 verbunden. Eine
Leitung 26 verbindet die zweite Turbine 12 mit dem Eingang der warmen Seite des
ersten Wärmetauschers 18. Der Ausgang der kalten Seite des ersten Wärmetauschers 18
ist über eine Leitung 20 mit dem Eingang der warmen Seite eines dritten Wärmetauschers
30 verbunden. Der Ausgang der kalten Seite des dritten Wärmetauschers 30 ist über eine
Leitung 32 mit der ersten Turbine 10 verbunden. Dieses System bildet ein geschlossenes
System, in welchem das Arbeitsmedium der Wärmekraftmaschine eingeschlossen ist.
Das Arbeitsmedium fließt in Richtung der Pfeile in Fig. 1.
Der Eingang der warmen Seite und der Ausgang der kalten Seite des zweiten
Wärmetauschers 22 sind über Leitungen 34 und 36 mit einem ersten Kessel 38
verbunden. Der Eingang der kalten Seite und der Ausgang der warmen Seite des dritten
Wärmetauschers 30 sind über Leitungen 40 und 42 mit einem zweiten Kessel 44
verbunden. Der erste Kessel 38 wird auf eine Temperatur T2 gehalten. Der zweite Kessel
44 wird auf eine Temperatur T4 gehalten, wobei T2 < T4 ist.
Das Arbeitsmedium wird in der ersten Turbine 10 auf den Druck p1 komprimiert. Es
fließt dann über die Leitung 16 in den ersten Wärmetauscher 18. Hier wird das
Arbeitsmedium von der Temperatur T1 auf eine Temperatur Tw erwärmt. Dies erfolgt im
Gegenstromverfahren durch gleichzeitige Abkühlung des von der zweiten Turbine 12
kommenden Arbeitsmediums. Das Arbeitsmedium fließt dann weiter über die Leitung 20
in den zweiten Wärmetauscher 22. Hier wird das Arbeitsmedium von der Temperatur Tw
auf die Temperatur T2 erwärmt. Dies erfolgt im Gegenstromverfahren durch gleichzeitige
Abkühlung des von dem ersten Kessel 38 kommenden Mediums. In der zweiten Turbine
12 wird das Arbeitsmedium dann entspannt, wodurch Arbeit geleistet wird. Das
Arbeitsmedium verläßt die zweite Turbine 12 unter dem Druck p3 und mit der
Temperatur T3. Es fließt über die Leitung 26 in den ersten Wärmetauscher 18 und wird
hier auf eine Temperatur Tk abgekühlt. Das Arbeitsmedium fließt dann weiter über die
Leitung 28 in den dritten Wärmetauscher 30. Hier wird das Arbeitsmedium von der
Temperatur Tk auf die Temperatur T4 abgekühlt. Dies erfolgt im Gegenstromverfahren
durch gleichzeitige Erwärmung des von dem zweiten Kessel 44 kommenden Mediums.
Durch den ersten Wärmetauscher 18 ist es nicht möglich, das Arbeitsmedium aus der
Leitung 16 auf die Temperatur T2 des Arbeitsmediums aus der Leitung 26 zu erwärmen
oder das Arbeitsmedium aus der Leitung 26 auf die Temperatur T1 des Arbeitsmediums
aus der Leitung 16 abzukühlen. Es gilt also immer T2 < Tw < Tk < T1.
In dem beschriebenen Ausführungsbeispiel arbeitet die erste Turbine 10 als Verdichter
und die zweite Turbine 12 als Maschine. Über die Welle 14 wird die Turbine 10 von der
Turbine 12 angetrieben. Es sei erwähnt, daß nicht nur Turbinen verwendet werden
können, sondern beispielsweise auch Kolbenmaschinen. Weiterhin sei erwähnt, daß die
hier beschriebene Wärmekraftmaschine nach dem sogenannten Joule-Prozeß arbeitet. Die
Erfindung ist aber nicht beschränkt auf Wärmekraftmaschinen, welche nach diesem
Arbeitsdiagramm arbeiten, sondern findet für alle Wärmekraftmaschinen Anwendung.
Die soweit bzgl. Fig. 1 beschreibe Wärmekraftmaschine entspricht dem Stand der
Technik, kann jedoch auch bei den unten beschriebenen Ausführungsbeispielen der
Erfindung eingesetzt werden. Zur besseren Klarstellung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung soll der Ablauf eines Kreisprozesses
nach dem Stand der Technik mit dem erfindungsgemäßen Ablauf des Kreisprozesses
verglichen werden. Fig. 2 und 3 zeigen die Zustandsänderungen des Arbeitsmediums bei
einem Kreisprozeß in einer Wärmekraftmaschine nach dem Stand der Technik, während
Fig. 4 und 5 die Zustandsänderungen des Arbeitsmediums bei einem Kreisprozeß in einer
erfindungsgemäßen Wärmekraftmaschine zeigen.
Das Arbeitsmedium verläßt die erste Turbine 10 unter einem Druck p1 und mit einer
Temperatur T1. Dies entspricht dem Punkt I in Fig. 2-5. In einer ersten Arbeitsphase wird
das Arbeitsmedium annähernd isobar (p1 = p2) von der Temperatur T1 auf eine
Temperatur T2 erwärmt, wobei das Volumen des Arbeitsmediums von einem Volumen
V1 auf einem Volumen V2 zunimmt. Dabei wird in dem ersten Wärmetauscher 18 die
Temperatur des Arbeitsmediums von T1 auf Tw und in dem zweiten Wärmetauscher 22
Tw auf T2 erhöht.
In einer zweiten Arbeitsphase wird das Arbeitsmedium annähernd adiabatisch von dem
Druck p2 auf einem Druck p3 entspannt und von dem Volumen V2 auf einem Volumen V3
expandiert, wobei die Temperatur von der Temperatur T2 auf die Temperatur T3
abnimmt.
In einer dritten Arbeitsphase wird das Arbeitsmedium annähernd isobar (p3 = p4) von der
Temperatur T3 auf die Temperatur T4 abgekühlt, wobei das Volumen des Arbeits
mediums von dem Volumen V3 auf einem Volumen V4 abnimmt.
In einer vierten Arbeitsphase wird das Arbeitsmedium annähernd adiabatisch unter Druck
gesetzt, so daß sich der Druck von p4 auf p1 steigt. Bei dem Kreisprozeß nach dem Stand
der Technik (Fig. 2 und 3) wird das Arbeitsmedium erst im Punkt I vollständig
verflüssigt. Dies führt dazu, daß das dann gas- oder dampfförmige Arbeitsmedium bei
der Druckerhöhung von p4 (Punkt IV) auf P1 (Punkt I) komprimiert wird, wobei dich das
Volumen ändert (von V4 auf V1) und wodurch die Temperatur des Arbeitsmediums steigt
(von T4 auf T1). Dieser Anstieg der Temperatur wird in dem T-S-Diagramm in Fig. 3 sehr
deutlich. Bei dem erfindungsgemäßen Kreisprozeß (Fig. 4 und 5) hingegen wird das
Arbeitsmedium schon während der adiabatischen Expansion von Punkt II nach Punkt III
und/oder während der thermischen Kompression von Punkt III nach Punkt IV verflüssigt
und kann dann im Punkt IV sogar im wesentlichen vollständig verflüssigt sein. Dies führt
dazu, daß das Arbeitsmedium bei der Druckerhöhung von Punkt IV auf Punkt I nicht
komprimiert wird, so daß auch die Temperatur des Arbeitsmediums während dieser
Druckerhöhung nicht oder nur unwesentlich steigt, d. h. T4 ≈ T1. Dies wird in dem T-S-
Diagramm in Fig. 5 sehr deutlich, in welchem die Punkte I und IV dann zusammenfallen.
Weiterhin zeigen die bei der Erfindung verwendeten Mehrstoffgemische auch bei der
adiabatischen Expansion ein günstiges Verhalten. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die
Temperatur dieser Mehrstoffgemische bei vorgegebener Drücken während der
adiabatische Expansion weniger sinkt als bei sonstigen Stoffen, d. h. die Differenz
T3 - T2 wird kleiner. Dieses Verhalten wird insbesondere bei endotherme Mischungen
beobachtet. Bei solchen Mischungen kann der Druck- und Temperaturbereich so gewählt
werden, daß das Arbeitsmedium während der adiabatischen Expansion teilweise
verflüssigt wird. Auch dies erhöht die mögliche interne Wärmeübertragung mittels des
Wärmetauschers 18 und wird durch einen Vergleich der Fig. 3 und 5 deutlich. Dabei
kann erreicht werden, daß mehr als 30% des Arbeitsmediums nach der adiabatischen
Expansion verflüssigt ist.
Durch einen Vergleich der Fig. 2 und 4 erkennt man weiterhin, daß die geleistete Arbeit
( = Fläche der geschlossenen Kurve) bei dem erfindungsgemäßen Kreisprozeß größer ist.
Auch dies liegt daran, daß die übliche Verdichtung von Gas beim Übergang von p4
(Punkt IV) auf p1 (Punkt I) im wesentlichen entfällt, da keine oder nur eine unwesentliche
Gasphase vorhanden ist.
Eine wesentliche Bedeutung der Erfindung stellt die kleine oder nicht vorhandene
Temperaturdifferenz des Arbeitsmediums bei der Druckerhöhung dar. Diese Tatsache
wird insbesondere durch einen Vergleich der beiden T-S-Diagramme der Fig. 3 und 5
deutlich, in welchen auch die Verlustwärme ΔTv der jeweiligen Wärmetauscher 18 und
30 (Fig. 1) angedeutet ist. Bei dem erfindungsgemäßen Prozeß kann die abgeführte
Wärme Qab bzw. Tab sehr klein gehalten werden. Dadurch wird die Wärmemenge Qintern
bzw. Tintern, welche durch den Wärmetauscher 18 (Fig. 1) innerhalb des Systems
übertragen wird, sehr viel größer. Im Idealfall ist dann Qab bzw. Tab nicht von
Stoffparametern abhängig, sondern entspricht lediglich der Verlustwärme ΔTv des
Wärmetauschers 30 (Fig. 1) selbst.
Wie oben schon erwähnt, erfolgt die im wesentlichen vollständige Verflüssigung des
Arbeitsmediums während der thermischen Kompression durch geeignete Wahl des
Arbeitsmediums, des Arbeitsdruckbereichs und des Arbeitstemperaturbereichs der
Wärmekraftmaschine.
In den hier dargestellten Ausführungsbeispielen wird als Arbeitsmedium ein
Mehrstoffgemisch verwendet. In verschiedenen Experimenten hat es sich gezeigt, das
Stoffgemische aus ca. 10-30 Gew.-% Wasser und 70-90 Gew.-% Benzin oder Benzol
sehr günstige Bedingungen bzgl. Druck- und Temperaturbereich erlauben. Dabei kann
nahezu jede Art von Benzin verwendet werden.
Im folgenden werden einige experimentell bestätigten Ausführungsbeispiele des
Mehrstoffgemisches in Kombination mit den relevanten Druck- und
Temperaturbereichen aufgeführt (vgl. Fig. 4 und 5):
- 1. Ein Mehrstoffgemisch aus 26 Gew.-% Wasser und 74 Gew.-% Benzin (mit einem Siedebereich von ca. 40°C - 60°C) mit p1 = 7 bar, p3 = 2,3 bar, T2 = 150°C, T3 = 126°C und T4 = T1 = 90°C.
- 2. Ein Mehrstoffgemisch aus 15 Gew.-% Wasser und 85 Gew.-% Benzin mit p1 = 5,5 bar, p3 = 2 bar, T2 = 130°C, T3 = 116°C und T4 = T1 = 70°C.
- 3. Ein Mehrstoffgemisch aus 5-10 Gew.-% Wasser und 90-95 Gew.-% Butan mit p1 = 5 bar, p3 = 1,8 bar, T2 = 68°C, T3 = 52°C und T4 = T1 = 20°C.
Bei Verwendung von Benzol statt Benzin sind die Drücke vorzugsweise etwas höher zu
wählen.
Claims (21)
1. Verfahren zur Umwandlung von thermischer Energie in mechanische Energie in
einer mit einem Kreisprozeß arbeitenden Wärmekraftmaschine, bei welchem ein
Arbeitsmedium abwechselnd eine Expansionsphase und eine Kompressionsphase
durchläuft, wobei das Arbeitsmedium in der Expansionsphase zunächst thermisch
und anschließend adiabatisch expandiert wird und in der Kompressionsphase
zunächst thermisch komprimiert wird und anschließend eine adiabatische
Druckerhöhung erfährt, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsmedium
während der adiabatischen Expansion und/oder während der thermischen
Kompression verflüssigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine im wesentlichen
vollständige Verflüssigung des Arbeitsmediums in der Kompressionsphase nach
der thermischen Kompression vor der adiabatischen Druckerhöhung.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch Trennung des flüssigen
Teils und des gasförmigen Teils des Arbeitsmediums nach der adiabatischen
Expansion und/oder während der thermischen Kompression.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, gekennzeichnet durch die Verwendung
eines Mehrstoffgemisches als Arbeitsmedium.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Stoffe
des Mehrstoffgemisches so ausgewählt werden, daß ihre Siedepunkte innerhalb des
Temperatur- und Druckbereichs der arbeitenden Wärmekraftmaschine liegen.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Stoffe des Mehrstoffgemisches so ausgewählt werden, daß die Mischung
endotherm ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mehrstoffgemisch Wasser und Benzol enthält.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5-7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mehrstoffgemisch Wasser und Benzin enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Mehrstoffgemisch
10-30 Gew.-% Wasser und 70-90 Gew.-% Benzin enthält.
10. Verfahren nach Anspruch 5-8, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mehrstoffgemisch 5-10 Gew.-% Wasser und 90-95 Gew.-% Butan enthält.
11. Mit einem Kreisprozeß arbeitende Wärmekraftmaschine, enthaltend
- a) einen abgeschlossenen Raum, in dem ein Arbeitsmedium eingeschlossen ist, welches abwechselnd eine Kompressionsphase und eine Expansionsphase durchläuft und in der Kompressionsphase zunächst thermisch komprimiert wird und anschließend eine adiabatische Druckerhöhung erfährt, und
- b) Wärmeaustauschmittel, mittels denen dem Arbeitsmedium Wärme zu- und abgeführt wird,
- a) das Arbeitsmedium, der Arbeitsdruckbereich und der Arbeitstemperatur bereich der Wärmekraftmaschine so gewählt werden, daß das Arbeitsmedium während der adiabatischen Expansion und/oder der thermischen Kompression verflüssigt wird.
12. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
Arbeitsmedium, der Arbeitsdruckbereich und der Arbeitstemperaturbereich der
Wärmekraftmaschine so gewählt werden, daß das Arbeitsmedium in der
Kompressionsphase nach der thermischen Kompression vor der adiabatischen
Druckerhöhung im wesentlichen vollständig verflüssigt wird.
13. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß
das Arbeitsmedium ein Mehrstoffgemisch ist.
14. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
einzelnen Stoffe des Mehrstoffgemisches so ausgewählt werden, daß ihre
Siedepunkte innerhalb des Temperatur- und Druckbereichs der arbeitenden
Wärmekraftmaschine liegen.
15. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die einzelnen Stoffe des Mehrstoffgemisches so ausgewählt werden, daß die
Mischung endotherm ist.
16. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß
das Mehrstoffgemisch Wasser und Benzol enthält.
17. Wärmekraftmaschine nach einem der Ansprüche 14-16, dadurch gekennzeichnet,
daß das Mehrstoffgemisch Wasser und Benzin enthält.
18. Wärmekraftmaschine nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mehrstoffgemisch 10-30 Gew.-% Wasser und 70-90 Gew.-% Benzin enthält.
19. Wärmekraftmaschine nach einem der Ansprüche 14-17, dadurch gekennzeichnet,
daß das Mehrstoffgemisch 5-10 Gew.-% Wasser und 90-95 Gew.-% Butan enthält.
20. Mit einem Kreisprozeß arbeitende Wärmekraftmaschine, enthaltend
- a) einen abgeschlossenen Raum, in dem ein Arbeitsmedium eingeschlossen ist, welches abwechselnd eine Kompressionsphase und eine Expansionsphase durchläuft,
- b) Wärmeaustauschmittel, mittels denen dem Arbeitsmedium Wärme zu- und abgeführt wird, und
- c) das Arbeitsmedium ein Mehrstoffgemisch ist, dadurch gekennzeichnet, daß
- d) das Mehrstoffgemisch 10-30 Gew.-% Wasser und 70-90 Gew.-% Benzin bzw. Benzol enthält.
21. Mit einem Kreisprozeß arbeitende Wärmekraftmaschine, enthaltend
- a) einen abgeschlossenen Raum, in dem ein Arbeitsmedium eingeschlossen ist, welches abwechselnd eine Kompressionsphase und eine Expansionsphase durchläuft,
- b) Wärmeaustauschmittel, mittels denen dem Arbeitsmedium Wärme zu- und abgeführt wird, und
- c) das Arbeitsmedium ein Mehrstoffgemisch ist, dadurch gekennzeichnet, daß
- d) das Mehrstoffgemisch 5-10 Gew.-% Wasser und 90-95 Gew.-% Benzin bzw. Butan enthält.
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