DE10049204A1 - Vorrichtung und Verfahren zur elektrostatischen Zerstäubung eines flüssigen Mediums - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur elektrostatischen Zerstäubung eines flüssigen MediumsInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Zerstäubung eines flüssigen Mediums. Die Vorrichtung setzt sich aus einem elektrisch leitfähigen Düsenkörper (1) mit einem Innenvolumen (4) zur Aufnahme des flüssigen Mediums, zumindest einer Düsenöffnung (2) sowie einer koaxial zu einer Längsachse (1a) des Düsenkörpers (1) im Innenvolumen (4) angeordneten Hochspannungselektrode (3) zusammen. Die Hochspannungselektrode (3) weist im Bereich ihrer größten lateralen Ausdehnung eine umlaufende scharfe Kante (3a) auf, die in geringem Abstand zum Düsenkörper (1) verläuft, um die elektrostatische Aufladung des vorbeiströmenden flüssigen Mediums bewirken zu können. DOLLAR A Durch diesen Aufbau wird die elektrostatische Zerstäubung auch bei Mehrloch-Düsen auf einfache Weise ermöglicht, so dass die elektrostatische Zerstäubung im Bereich der Gasturbinentechnik auch zur Verbesserung der Einspritzung im Start- und Teillastbereich eingesetzt werden kann.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vor
richtung sowie ein Verfahren zur elektrostatischen
Zerstäubung eines flüssigen Mediums, wobei die
Vorrichtung einen elektrisch leitfähigen Düsenkörper
mit einem Innenvolumen zur Aufnahme des flüssigen
Mediums, zumindest eine Düsenöffnung für den Austritt
des flüssigen Mediums sowie eine koaxial zu einer
Längsachse des Düsenkörpers im Innenvolumen angeordnete
Hochspannungselektrode aufweist, mit der vorbei
strömendes flüssiges Medium unmittelbar vor dem Aus
tritt aus der Düsenöffnung elektrostatisch aufgeladen
wird.
Die Vorrichtung und das zugehörige Verfahren
werden insbesondere in Strömungsmaschinen, wie Gas-
oder Dampfturbinenanlagen, zum Einspritzen bzw.
Eindüsen des flüssigen Brennstoffs eingesetzt.
Für die Zerstäubung eines flüssigen Mediums wie
beispielsweise eines Flüssigbrennstoffes werden häufig
Druckzerstäuber eingesetzt, bei denen das flüssige
Medium unter hohem Druck dem Innenvolumen eines
Düsenkörpers zugeführt wird und bei der anschließenden
Expansion durch die Düsenöffnung in feine Tropfen
zerstäubt. Zur Unterstützung dieser Zerstäubung ist es
bekannt, das flüssige Medium über eine Hochspannungs
elektrode vor dem Austritt aus der Düse zusätzlich
elektrostatisch aufzuladen. Diese elektrostatische
Aufladung bewirkt aufgrund der abstoßenden Kräfte der
Ladungen eine bessere und feinere Zerstäubung.
So zeigt die DE 41 06 564 A1 eine Vorrichtung zur
elektrostatischen Zerstäubung von Flüssigkeiten,
insbesondere von Kraftstoff, die eine Zerstäuberdüse
umfasst. Die Düse besteht aus einem elektrisch leit
fähigen Düsenkörper, der auf Massepotential liegt und
eine Düsenöffnung zum Austreten eines unter Druck
stehenden Flüssigkeitsvolumens aufweist. Im Innen
volumen des Düsenkörpers ist eine der Düsenöffnung
koaxial gegenüberliegende Elektrode angeordnet, die auf
einem Hochspannungspotential liegt. Die Elektrode weist
eine Kegelspitze auf, die unmittelbar an der Austritts
öffnung des kegelstumpfförmig zulaufenden Düsenkörpers
positioniert ist. Durch die sehr hohen elektrischen
Felder an dieser Kegelspitze der Elektrode wird die
vorbeiströmende Flüssigkeit unmittelbar vor dem
Austritt aus der Düsenöffnung elektrostatisch aufge
laden. Aufgrund dieser elektrostatischen Aufladung
zerstäubt die Flüssigkeit nach Austritt aus der
Düsenöffnung zu einem sehr feinen Sprühnebel. Eine
ähnliche Vorrichtung ist der DE 41 06 563 A1 zu
entnehmen.
Die US 4,051,826 zeigt eine Vorrichtung zur
Kraftstoffeinspritzung in einen Zylinderraum einer
Verbrennungsmaschine. Die hierbei eingesetzte Düse
weist mehrere Düsenöffnungen auf, deren Begrenzungen
als scharfe Kanten ausgebildet sind. Bei dieser
Vorrichtung wird das Gehäuse mit einem Hochspannungs
potential beaufschlagt, so dass an den Austritts
öffnungen sehr hohe elektrische Felder herrschen, die
ebenfalls zu einer elektrostatischen Aufladung der
austretenden Flüssigkeit führen. Aufgrund einer
fehlenden hohen Potentialdifferenz an diesen Austritts
öffnungen ist die Größe der elektrostatischen Aufladung
allerdings nur gering.
Gerade auf dem bevorzugten Anwendungsgebiet der
vorliegenden Erfindung, der Gas- oder Dampfturbinen
technik, spielt die Qualität der Zerstäubung der
eingesetzten flüssigen Kraftstoffe eine wesentliche
Rolle für die Stabilität der Verbrennung, den Wirkungs
grad sowie die erzeugten Schadstoffemissionen. Bei
mager vorgemischten Gasturbinenbrennern kommen hierbei
häufig Mehrloch-Druckdüsen zum Einsatz, um eine gute
Verteilung des Brennstoffes in der Verbrennungsluft zu
erreichen.
Bei derartigen Mehrloch-Druckdüsen wirkt sich -
wie auch bei Einloch-Druckdüsen - nachteilig aus, dass
die Zerstäubungsqualität vom Druck des zu zerstäubenden
flüssigen Mediums bzw. Brennöls und somit vom Öldurch
satz abhängig ist. In Gasturbinen mit Druckdüsen wirkt
sich dieser Umstand besonders negativ auf das Start-
und Teillastverhalten aus, da unter diesen Bedingungen
die Öldurchsätze gering sind. Dies kann anhand der Fig.
1 erkannt werden, die den relativen Brennstoff-Massen
strom (m_brennstoff) bzw. Brennstoffdruck (p_brenn
stoff) in Abhängigkeit von der Gasturbinenleistung
aufzeigt. Gerade bei niedrigem Druck lässt hierbei die
Zerstäubungsqualität herkömmlicher Druckdüsen zu
wünschen übrig.
Bisher wird bei derartigen Gasturbinen-Brenn
stoffsystemen deshalb in der Regel der Brennstoff in
verschiedenen Düsenstufen zugeführt. Eine Pilotstufe
deckt den Start- und unteren Teillastbereich ab. Die
weitere Hauptstufe ist für den Betrieb des oberen
Teillastbereiches sowie die Volllast vorgesehen. Für
beide Stufen sind jedoch separate Brennstoffzuführ- und
-regelsysteme erforderlich, so dass der Aufwand für die
Bereitstellung eines derartigen Brennstoffsystems
relativ hoch ist.
Aus dem oben genannten Stand der Technik sind zwar
elektrostatische Einloch-Düsen bekannt, die zu einer
Erhöhung der Zerstäubungsqualität führen, jedoch sind
diese Düsenkonstruktionen nicht ohne weiteres auf
Mehrloch-Düsen übertragbar. So müsste für jede Düsen
öffnung eine entsprechende Elektrode mit kegelförmiger
Spitze vorgesehen werden, die genau über der jeweiligen
Düsenöffnung positioniert ist. Dies erhöht jedoch den
Aufwand bei der Herstellung der Düsen und führt gerade
bei den in Brennkammern von Gas- und Dampfturbinen
auftretenden sehr hohen Temperaturen zu Zuverlässig
keitsproblemen aufgrund des thermischen Verzuges.
Die andererseits durch die zweite genannte
Veröffentlichung aufgezeigte Konstruktion einer
Mehrloch-Düse führt bei vertretbaren Hochspannungs
werten nicht zu einer zufrieden stellenden elektro
statischen Aufladung des flüssigen Mediums.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe
zugrunde, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zum
elektrostatischen Zerstäuben eines flüssigen Mediums
bereitzustellen, die insbesondere den Einsatz einer
Mehrloch-Druckdüse ermöglichen und eine ausreichende
Zerstäubungsqualität auch beim Starten und bei Teillast
einer Strömungsmaschine zu liefern imstande sind.
Die Aufgabe wird mit der Vorrichtung sowie dem
Verfahren gemäß den Patentansprüchen 1 bzw. 8 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung sowie des
zugehörigen Verfahrens sind Gegenstand der Unter
ansprüche.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Zerstäubung
eines flüssigen Mediums besteht aus einem elektrisch
leitfähigen Düsenkörper, der ein Innenvolumen zur
Aufnahme des flüssigen Mediums aufweist, zumindest
einer Düsenöffnung für den Austritt des flüssigen
Mediums sowie einer koaxial zu einer Längsachse des
Düsenkörpers im Innenvolumen angeordneten Hoch
spannungselektrode. Die Hochspannungselektrode ist
derart angeordnet, dass sie vorbeiströmendes flüssiges
Medium unmittelbar vor dem Austritt aus der Düsen
öffnung bzw. den Düsenöffnungen bei Anlegen einer
Hochspannung derart elektrostatisch aufladen kann, dass
die Zerstäubungsqualität aufgrund dieser elektro
statischen Aufladung erhöht wird. Selbstverständlich
wird hierfür der elektrisch leitfähige Düsenkörper auf
Massepotential gelegt, um eine ausreichende Größe des
elektrischen Feldes zwischen Hochspannungselektrode und
Düsenkörper im Bereich der Düsenöffnung zu erzeugen.
Erfindungsgemäß weist die Hochspannungselektrode im
Bereich ihrer größten lateralen Ausdehnung - in einer
Ebene im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse des
Düsenkörpers - eine umlaufende scharfe Kante auf, die
in geringem Abstand zum Düsenkörper verläuft, um die
elektrostatische Aufladung des vorbeiströmenden
flüssigen Mediums bewirken zu können. Unter einer
scharfen Kante ist hierbei in jedem Fall ein spitzer
Kantenwinkel, d. h. ein Kantenwinkel von weniger als 90°
zu verstehen. Die scharfe Kante kann hierbei selbst
verständlich auch einen gezackten Verlauf mit Spitzen
aufweisen.
Es versteht sich von selbst, dass diese Kante in
unmittelbarer Nachbarschaft zu der oder den Düsen
öffnungen verlaufen muss, um die gewünschte elektro
statische Aufladung des flüssigen Mediums unmittelbar
vor dem Austritt aus der Düsenöffnung bewirken zu
können.
Vorzugsweise handelt es sich bei der Vorrichtung
um eine Mehrloch-Düse, deren Düsenöffnungen in oder
nahe der Ebene angeordnet sind, in der die scharfe
Kante der Hochspannungselektrode verläuft. Hierbei ist
es auch möglich, mehrere Reihen von Düsenöffnungen
vorzusehen, die in Längsrichtung des Düsenkörpers
voneinander beabstandet sind, wobei dann für jede Reihe
eine gesonderte umlaufende scharfe Kante an der Hoch
spannungselektrode ausgebildet ist.
Weiterhin kann eine zentrale Austrittsöffnung auf
der Längsachse des Düsenkörpers ausgebildet sein. Eine
derartige zentrale Düsenöffnung wird durch eine
zusätzliche Spitze an der Hochspannungselektrode in
diesem Bereich mit einem elektrischen Feld beauf
schlagt, wie dies aus dem Stand der Technik bei
Einloch-Düsen bekannt ist.
Vorzugsweise ist der Düsenkörper rotations
symmetrisch um seine Längsachse ausgebildet und weist
eine sich verjüngende, beispielsweise kegelstumpf
artige, Form im Bereich der Düsenöffnungen auf. Bei
einer rotationssymmetrischen Ausgestaltung des
Düsenkörpers bzw. des Innenvolumens ist die vorliegende
Hochspannungselektrode vorzugsweise annähernd teller
förmig ausgebildet. Eine derartige Ausgestaltung lässt
sich technisch sehr einfach realisieren und ist
unempfindliche gegenüber thermischem Verzug.
Beim Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird das flüssige Medium dem Innenvolumen unter Druck
zugeführt, der Düsenkörper auf Massepotential gelegt
und die Hochspannungselektrode mit einer Hochspannung
beaufschlagt, die eine elektrostatische Aufladung des
flüssigen Mediums in einer Größe bewirkt, die aufgrund
der zusätzlichen elektrostatischen Aufladung zu einem
Zerplatzen von aus der oder den Düsenöffnungen
austretenden Tropfen führt.
In einer besonderen Ausführungsform des Betriebs
verfahrens dieser Zerstäubungsvorrichtung wird die
Hochspannungselektrode mit einer gepulsten Hochspannung
mit variablem Tastverhältnis (Dauer der Hochspannung/
Periodendauer) beaufschlagt, wobei die Zerstäubungs
qualität durch Veränderung des Tastverhältnisses der
Hochspannung gezielt beeinflusst wird. Eine derartige
Einflussnahme bietet sich insbesondere zur Dämpfung von
Verbrennungsinstabilitäten beim Betrieb einer Gas- oder
Dampfturbinenanlage an, wobei im Start- oder Teillast
betrieb aufgrund des niedrigeren Brennstoffdruckes das
Tastverhältnis erhöht und bei stärkerem Teillast- oder
Volllastbetrieb das Tastverhältnis erniedrigt wird.
Durch diese Maßnahme kann eine annähernd konstante
zerstäubungsqualität während des gesamten Betriebs
bereiches erreicht werden, da im Volllastbetrieb der
hohe Druck bereits ohne elektrostatische Zerstäubung zu
einer hohen Zerstäubungsqualität führt, während bei
niedrigerem Druck im Start- oder niederen Teillast
betrieb die geringere Druckzerstäubungsqualität durch
die zusätzliche elektrostatische Zerstäubung erhöht
wird.
Eine Veränderung der Zerstäubung im Teillast
betrieb kann auch durch Veränderung der Hochspannung
beeinflusst werden, beispielsweise indem diese von
10 kV auf < 20 kv erhöht wird.
Die vorliegende Vorrichtung sowie das zugehörige
Verfahren zeichnen sich daher durch eine einfache
Konstruktion aus, die insbesondere das Prinzip der
elektrostatischen Zerstäubung auch bei Mehrloch-
Druckdüsen ermöglicht. Der Aufbau der Vorrichtung mit
der umlaufenden scharfen Kante ist wesentlich un
empfindlicher gegen thermischen Verzug als ein Aufbau
mit für jede Düsenöffnung getrennt vorgesehenen
Kegelspitzen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nachfolgend
ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
in Verbindung mit den Figuren nochmals kurz erläutert.
Hierbei zeigen:
Fig. 1 ein Beispiel für den relativen Brennstoff-
Massenstrom und -druck in Abhängigkeit von
der Leistung einer Gasturbine;
Fig. 2 schematisch den Aufbau einer Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 3 schematisch eine Prinzipdarstellung des
elektrostatischen Zerstäubens; und
Fig. 4 Beispiele für die Wirkung des Einsatzes der
vorliegenden Vorrichtung auf die Zerstäu
bungsqualität.
Fig. 1 zeigt ein Beispiel für die Abhängigkeit des
Brennstoffdrucks beim Betrieb einer Gasturbine von der
Gasturbinenleistung. In der Figur ist deutlich zu
erkennen, dass bei niedriger Gasturbinenleistung im
Start- oder Teillastbetrieb ein deutlich geringerer
Brennstoffdruck vorherrscht als bei höherer Gastur
binenleistung oder bei Volllastbetrieb. In der Figur
sind hierbei die Werte für den relativen Brennstoff-
Massenstrom (m_brennstoff) und Brennstoffdruck
(p_brennstoff) in Abhängigkeit von der Gasturbinen
leistung dargestellt. Aufgrund des dargestellten
Zusammenhangs ist ersichtlich, dass der Druck in der
Zerstäuberdüse je nach Betriebszustand der Gasturbine
sehr unterschiedliche Werte annehmen kann, so dass die
Zerstäubungsqualität der Druckzerstäubung gerade bei
niedriger Gasturbinenleistung nicht zufrieden stellend
ausfällt.
Fig. 2 zeigt ein Beispiel für eine erfindungs
gemäße Zerstäubungsvorrichtung bzw. Zerstäuberdüse, mit
der die Zerstäubungsqualität gerade im Start- oder
Teillastbetrieb einer Gasturbine deutlich erhöht werden
kann. Die Figur zeigt den vorderen Bereich des elek
trisch leitfähigen Düsenkörpers 1, der das Innenvolumen
4 zur Aufnahme des flüssigen Mediums, beispielsweise
eines Brennöles oder eines anderen nicht leitenden
Zerstäubungsmediums, umschließt. Der Düsenkörper ist im
vorliegenden Beispiel rotationssymmetrisch um seine
Längsachse 1a ausgebildet. Im vorderen Bereich sind
Düsenöffnungen 2 für den Austritt des flüssigen Mediums
vorgesehen. Das ausgetretene elektrostatisch zerstäubte
Spray 5 ist hierbei schematisch angedeutet. Im Innen
volumen 4 ist eine Hochspannungselektrode 3 angeordnet,
um das vorbeiströmende flüssige Medium unmittelbar vor
dem Austritt aus den Düsenöffnungen 2 elektrostatisch
aufzuladen. Die Hochspannungselektrode 3 ist teller
förmig ausgebildet und weist im Bereich ihrer größten
lateralen Ausdehnung eine umlaufende scharfe Kante 3a
auf. Die Ebene, in der diese scharfe Kante 3a verläuft,
entspricht im Wesentlichen der Ebene, in der die
Düsenöffnungen 2 am Düsenkörper 1 verteilt angeordnet
sind.
Wird an diese Hochspannungselektrode 3 eine Hoch
spannung angelegt, so bildet sich an der scharfen Kante
3a ein elektrisches Feld mit besonders hoher Feldstärke
aus. Diese hohe Feldstärke ermöglicht das Austreten von
Elektronen aus der Elektrode und somit eine Aufladung
des Öles, welches die Elektrode umströmt. Durch die
Nähe der scharfen Kante zum Düsenkörper 1, der auf
Massepotential liegt, und den Düsenöffnungen 2 wird das
Brennöl unmittelbar vor dem Austritt aus den Düsen
öffnungen elektrostatisch aufgeladen, so dass es diese
elektrostatische Aufladung beim Austritt aus der Düse
im Wesentlichen noch beibehalten kann.
Der Abstand der scharfen Kante 3a vom Düsenkörper
1 muss in Abhängigkeit von der angelegten Hochspannung
und den elektrischen Eigenschaften des eingesetzten
flüssigen Mediums selbstverständlich so gewählt werden,
dass kein elektrischer Durchschlag zum Düsenkörper 1
stattfindet. Auf der anderen Seite muss diese scharfe
Kante 3a möglichst nahe am Düsenkörper 1 positioniert
werden, um die gewünschte Größe des elektrischen Feldes
erreichen zu können. In der Regel werden beim Einsatz
einer derartigen Mehrloch-Düse in Brennern von Gas
turbinen eine Hochspannung U < 10 kV und ein Abstand in
der Größenordnung von 1 mm zwischen der scharfen Kante
3a und dem Düsenkörper 1 gewählt werden.
Fig. 3 zeigt das Wirkungsprinzip der elektro
statischen Aufladung bei der elektrostatischen Zer
stäubung. Im linken Teil ist hierbei ein nicht elektro
statisch geladener Tropfen 6 schematisch dargestellt,
in dem lediglich die Oberflächenspannungskräfte Fi
wirken, die den Tropfen zusammenhalten (durch Pfeile
angedeutet). Durch die gleichpolige Aufladung des Öles
beim Durchgang durch die erfindungsgemäße Düse wirken
innerhalb der Fluidelemente sich gegenseitig abstoßende
elektrostatische Kräfte Fel. Sind diese Kräfte nach dem
Austreten aus der Düse größer als die Oberflächen
spannungskräfte Fi, welche den Tropfen zusammenhalten,
kommt es zum Zerplatzen des Tropfens. Die rechte Seite
der Fig. 3 zeigt hierbei die zusätzlich wirkenden
elektrostatischen Kräfte Fel in einem elektrostatisch
aufgeladenen Tropfen 7. Die Tropfen 7 werden solange
zerplatzen, bis die Ladungskräfte innerhalb des
Tropfens kleiner als die Oberflächenspannungskräfte
sind und der Tropfen somit stabil ist.
Mit der vorgeschlagenen Technik gelingt es auch
bei geringerem Druck in der Düse ausreichende Zerstäu
bungsgüten zu erreichen. Somit ist eine Entkopplung von
Durchsatz des flüssigen Mediums und Zerstäubung bzw.
Zerstäubungsqualität möglich. Weiterhin kann durch
Einsatz einer gepulsten Hochspannung die Zerstäubungs
qualität und somit auch die Brennstoffverteilung
moduliert werden. Dies ermöglicht es, auftretende
Verbrennungsinstabilitäten aktiv zu dämpfen.
Fig. 4 zeigt Schattenaufnahmen an erfindungs
gemäßen Brennstoffdüsen mit und ohne angelegte Hoch
spannung bei unterschiedlichem Brennstoffdurchsatz. In
allen vier Darstellungen ist im oberen Bereich der
Düsenkörper zu erkennen, aus dem vier Brennstoff
strahlen durch die Austrittsöffnungen austreten.
Im linken Teil der Figur ist der Betrieb der
Vorrichtung ohne das Anlegen einer Hochspannung, d. h.
als herkömmliche Mehrloch-Druckdüse aufgezeigt. Während
bei einem hohen Brennstoffdurchsatz von 3,95 l/min
entsprechend einem Druck in der Düse von 30.105 Pa
(30 bar) eine ausreichende Zerstäubung ersichtlich ist
(unterer Teil der Figur), ist bei einem geringeren
Brennstoffdurchsatz von nur 1,32 l/min entsprechend
einem Druck von 3,5.105 Pa (3,5 bar) kaum eine Zer
stäubung des Brennstoffes zu erreichen.
Durch die Beaufschlagung der Hochspannungs
elektrode mit einer entsprechenden Hochspannung von
13,9 kV im oberen Teil und 16,9 kV im unteren Teil der
Figur lässt sich eine deutlich bessere Zerstäubung
erreichen, wie durch den Vergleich mit den jeweils
gegenüberliegenden Figuren bei gleichem Brennstoff
durchsatz ersichtlich ist. Gerade bei geringem
Brennstoffdurchsatz lässt sich mit der vorliegenden
Vorrichtung eine deutliche Verbesserung der Zer
stäubungsgualität erreichen, wie in der Figur erkennbar
ist.
1
Düsenkörper
1
a Längsachse
2
Düsenöffnung
3
Hochspannungselektrode
3
a Scharfe Kante
4
Innenvolumen
5
Elektrostatisch zerstäubtes Spray
6
Nicht elektrostatisch geladener Tropfen
7
Elektrostatisch geladener Tropfen
Claims (12)
1. Vorrichtung zur Zerstäubung eines flüssigen
Mediums, bestehend aus
einem elektrisch leitfähigen Düsenkörper (1), der ein Innenvolumen (4) zur Aufnahme des flüssigen Mediums aufweist,
zumindest einer Düsenöffnung (2) für den Austritt des flüssigen Mediums, sowie
einer koaxial zu einer Längsachse (1a) des Düsenkörpers (1) im Innenvolumen (4) angeordneten Hochspannungselektrode (3), um vorbeiströmendes flüssiges Medium unmittelbar vor dem Austritt aus der Düsenöffnung (2) elektrostatisch aufzuladen, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochspannungselektrode (3) im Bereich ihrer größten lateralen Ausdehnung eine umlaufende scharfe Kante (3a) aufweist, die in geringem Abstand zum Düsenkörper (4) verläuft, um die elektrostatische Aufladung des vorbeiströmenden flüssigen Mediums zu bewirken.
einem elektrisch leitfähigen Düsenkörper (1), der ein Innenvolumen (4) zur Aufnahme des flüssigen Mediums aufweist,
zumindest einer Düsenöffnung (2) für den Austritt des flüssigen Mediums, sowie
einer koaxial zu einer Längsachse (1a) des Düsenkörpers (1) im Innenvolumen (4) angeordneten Hochspannungselektrode (3), um vorbeiströmendes flüssiges Medium unmittelbar vor dem Austritt aus der Düsenöffnung (2) elektrostatisch aufzuladen, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochspannungselektrode (3) im Bereich ihrer größten lateralen Ausdehnung eine umlaufende scharfe Kante (3a) aufweist, die in geringem Abstand zum Düsenkörper (4) verläuft, um die elektrostatische Aufladung des vorbeiströmenden flüssigen Mediums zu bewirken.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Düsenöffnungen (2) für den Austritt
des flüssigen Mediums vorgesehen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Düsenöffnungen (2) in einer Ebene über
den Umfang des Düsenkörpers verteilt angeordnet
sind, in oder nahe der die scharfe Kante (3a) der
Hochspannungselektrode (3) verläuft.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine weitere Düsenöffnung (2) auf
der Längsachse (1a) des Düsenkörpers (1) ange
ordnet ist, wobei die Hochspannungselektrode (3)
in diesem Bereich eine Spitze ausbildet.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Düsenkörper (1) im Bereich der Düsen
öffnungen (2) eine sich verjüngende Form aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochspannungselektrode (3) im
Wesentlichen tellerförmig ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die umlaufende scharfe Kante (3a) der
Hochspannungselektrode (3) einen gezackten Verlauf
mit Spitzen aufweist.
8. Verfahren zum Zerstäuben eines flüssigen Mediums
unter Einsatz einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, bei dem
das flüssige Medium dem Innenvolumen (4) der Vorrichtung unter Druck zugeführt, der Düsenkörper (1) auf Massepotential gelegt und die Hoch spannungselektrode (3) mit einer Hochspannung beaufschlagt wird, die eine elektrostatische Aufladung des flüssigen Mediums in einer Größe bewirkt, die zu einem Zerplatzen von aus der oder den Düsenöffnungen austretenden Tropfen aufgrund der elektrostatischen Aufladung führt.
das flüssige Medium dem Innenvolumen (4) der Vorrichtung unter Druck zugeführt, der Düsenkörper (1) auf Massepotential gelegt und die Hoch spannungselektrode (3) mit einer Hochspannung beaufschlagt wird, die eine elektrostatische Aufladung des flüssigen Mediums in einer Größe bewirkt, die zu einem Zerplatzen von aus der oder den Düsenöffnungen austretenden Tropfen aufgrund der elektrostatischen Aufladung führt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochspannungselektrode (3) mit einer
gepulsten Hochspannung mit variablem Tast
verhältnis beaufschlagt wird, wobei die
Zerstäubungsqualität durch Veränderung des
Tastverhältnisses der Hochspannung beeinflusst
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Erniedrigung des Druckes des flüssigen
Mediums das Tastverhältnis erhöht und bei Erhöhung
des Druckes des flüssigen Mediums erniedrigt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 zur Zerstäubung von
flüssigem Brennstoff in der Brennkammer einer
Gasturbine,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Start oder im Teillastbetrieb der
Gasturbine ein höheres Tastverhältnis eingestellt
wird als im Volllastbetrieb der Gasturbine.
12. Verfahren nach Anspruch 8 zur Zerstäubung von
flüssigem Brennstoff in der Brennkammer einer
Gasturbine,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zerstäubungsgualität im Teillastbetrieb
der Gasturbine durch Veränderung der Hochspannung
beeinflusst wird.
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