DE10049907A1 - Verfahren, Computerprogramm und Steuer- und/oder Regeleinrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren, Computerprogramm und Steuer- und/oder Regeleinrichtung zum Betreiben einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine (10), wird der Druck (psdmx, psdmn) aus der Stellung (wdkba) einer Drosselklappe (20) ermittelt. Ein aus der Stellung der Drosselklappe (20) gewonnenes Signal (wdkba) wird durch mindestens ein Verzögerungsglied (50, 54) hindurchgeleitet. Das hindurchgeleitete Signal (wdkfmx, wdkfmn) wird zur Bildung einer Grenze (psdmx, psdmn) für einen zulässigen Wertebereich verwendet. Um auch bei einem hohen Drosselklappengradienten (dwdkba) eine zuverlässige Bildung des zulässigen Wertbereiches zu ermöglichen, sind erfindungsgemäß mindestens zwei Verzögerungsglieder (50, 54) vorgesehen, wobei das eine Verzögerungsglied (50) ausgeschaltet ist, wenn die Geschwindigkeit (dwdkba), mit der sich die Stellung (wdkba) der Drosselklappe (20) ändert, oberhalb eines positiven Grenzwertes (DGKFILS) liegt. Das andere Verzögerungsglied (54) ist dann ausgeschaltet, wenn die Geschwindigkeit (dwdkba), mit der sich die Stellung (wdkba) der Drosselklappe (20) ändert, unterhalb eines negativen Grenzwertes (-DKGFILS) liegt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Betreiben einer Brennkraftmaschine, bei dem der Druck in
einem Ansaugabschnitt aus der Stellung einer Drosselklappe
ermittelt wird, wobei ein aus der Stellung der
Drosselklappe gewonnenes Signal durch mindestens ein
Verzögerungsglied durchgeleitet und das hindurchgeleitete
Signal zur Bildung einer Grenze für einen zulässigen
Wertebereich verwendet wird.
Ein solches Verfahren ist vom Markt her bekannt. Bei ihm
wird der Winkel einer Drosselklappe, welcher durch einen
Sensor abgegriffen wird, in einen Tiefpassfilter
eingespeist. Aus dem gefilterten und dem ungefilterten
Signal wird ein Maximal- und ein Minimalwert gebildet, aus
dem eine obere Grenze und eine untere Grenze für einen
zulässigen Druckbereich ermittelt wird. Gleichzeitig wird
der Druck durch einen Sensor erfasst. Dies erfolgt dadurch,
dass der Druck über ein Segment (Zeit zwischen zwei
Zündungen) pro 1 ms eingelesen und aufaddiert wird. Danach
erfolgt eine Druckmittelung, indem die aufaddierten Werte
durch die Anzahl der Abtastungen dividiert werden
(arithmetische Mittelwertbildung). Liegt der vom Sensor
erfasste Druck außerhalb des zulässigen Wertebereichs,
erfolgt ein Eintrag in einen Fehlerspeicher. Außerdem wird
anstelle des vom Drucksensor ermittelten Druckwertes der
aus dem Winkel der Drosselklappe ermittelte Druckwert für
die Berechnung der Füllung eines Brennraums der
Brennkraftmaschine verwendet. Damit modelliert man ein
zweites Drucksignal, das zur Überwachung (Diagnose) des
gemessenen Drucksignals vom Sensor geeignet ist.
Grundlage des Diagnoseverfahrens ist also die Bestimmung
des Saugrohrdrucks auf zwei unterschiedlichen Wegen. Zum
einen wird der Saugrohrdruck direkt von einem Sensor
ermittelt. Der so erhaltene Wert wird zur Bestimmung der
Luftfüllung in einem Brennraum verwendet. Zum anderen wird
ein entsprechender Druck aus dem Winkel der Drosselklappe
und der Drehzahl bestimmt. Bei einer Abweichung der Drücke
wird von einem fehlerhaften Drucksensor ausgegangen. Da bei
einer schnellen Änderung des Winkels der Drosselklappe
aufgrund der Kompressibilität der Luft und der
Saugrohrzeitkonstanten der tatsächliche Druck sich nur mit
geringerer Geschwindigkeit ändert, muss das aus der
Drosselklappe gewonnene Signal verzögert werden. Dies
geschieht durch das Tiefpassfilter.
Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es Situationen
gibt, in denen es zu einem Eintrag in den Fehlerspeicher
kommt, obwohl der Drucksensor offenkundig korrekt arbeitet.
Eine solche Fehlerkennung eines fehlerhaft arbeitenden
Drucksensors kann z. B. dann vorkommen, wenn die
Drosselklappe hochdynamisch bewegt wird. Hierunter ist z. B.
ein sehr schnelles Öffnen und ein unmittelbar darauf
folgendes, schnelles Schließen der Drosselklappe zu
verstehen.
Die vorliegende Erfindung hat daher die Aufgabe, ein
Verfahren der eingangs genannten Art so weiterzubilden,
dass derartige Fehlerkennungen ausgeschlossen werden
können.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass mindestens zwei
Verzögerungsglieder vorgesehen sind, wobei die Verzögerung
des einen Verzögerungsglieds ausgeschaltet ist, wenn die
Geschwindigkeit, mit der sich die Stellung der
Drosselklappe ändert, oberhalb eines positiven Grenzwertes
liegt und die Verzögerung des anderen Verzögerungsglieds
ausgeschaltet ist, wenn die Geschwindigkeit, mit der sich
die Stellung der Drosselklappe ändert, unterhalb eines
negativen Grenzwertes liegt.
Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass die Fehlerkennungen,
also das fälschliche Ansprechen der Diagnose, obwohl der
Drucksensor in Ordnung ist, beim Stand der Technik darauf
zurückzuführen sind, dass bei hoher
Bewegungsgeschwindigkeit der Drosselklappe und einem
abrupten Richtungswechsel der Bewegung der Drosselklappe
die Zeit für das Verzögerungsglied zu kurz ist, um auf
einen Zielwert einzuschwingen. Bei einem solchen
Richtungswechsel der Bewegung der Drosselklappe erfolgt ein
Vorzeichenwechsel der Bewegungsgeschwindigkeit der
Drosselklappe, des sogenannten Drosselklappengradienten.
Erfolgt dieser Vorzeichenwechsel zu einem Zeitpunkt, zu dem
der Tiefpassfilter noch gar nicht auf seinen aus der
Öffnungsbewegung der Drosselklappe resultierenden Zielwert
eingeschwungen war, ergibt sich ein zulässiger
Wertebereich, der unterhalb des tatsächlichen Druckes
liegt, welcher im Ansaugabschnitt herrscht und vom
Drucksensor erfasst wird. Zum besseren Verständnis ist ein
solcher Vorgang in Fig. 4 dargestellt.
Dieses Problem wird bei der vorliegenden Erfindung dadurch
umgangen, dass zwei Verzögerungsglieder vorgesehen sind.
Bei einer hohen Geschwindigkeit der Drosselklappe wird die
Verzögerung eines der beiden Verzögerungsglieder
ausgeschaltet. Dies bedeutet, dass das eingespeiste Signal
unverzögert durch das Verzögerungsglied hindurchgeleitet
wird, das Ausgangssignal des Verzögerungsglieds also gleich
dem Eingangssignal ist. Sobald die Bewegungsgeschwindigkeit
der Drosselklappe wieder außerhalb des hochdynamischen
Bereichs liegt, also unterhalb der Grenzgeschwindigkeit,
erfolgt wieder eine normale Verzögerung des Signals durch
das Verzögerungsglied. Durch diese Maßnahme erfolgt bei
hohen Bewegungsgeschwindigkeiten der Drosselklappe also
kein verzögertes Einschwingen des Verzögerungsglieds auf
einen Zielwert, sondern das Ausgangssignal des
Verzögerungsglieds ist direkt an den Eingangswert
gekoppelt. Bei einer sofort folgenden Bewegung der
Drosselklappe in entgegengesetzter Richtung bleibt, auch
bei entsprechend hoher Geschwindigkeit bzw. Dynamik der
Drosselklappe, das zuvor kurzzeitig abgeschaltete
Verzögerungsglied aktiv, und verzögert das Eingangssignal
entsprechend, wobei es als Startwert für die Verzögerung
das zuvor bei ausgeschalteter Verzögerung erreichte Signal
verwendet.
Erfindungsgemäß ist also bei einer schnellen
Öffnungsbewegung der Drosselklappe das eine
Verzögerungsglied inaktiv, wohingegen das andere aktiv ist,
und bei einer schnellen Schließbewegung der Drosselklappe
ist das eine Verzögerungsglied aktiv, wohingegen das andere
inaktiv ist.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird somit
sichergestellt, dass mit den durch die beiden
Verzögerungsglieder hindurchgeleiteten Signalen ein
zulässiger Wertebereich gebildet werden kann, der dem bei
korrekt arbeitendem Drucksensor tatsächlich zulässigen
Wertebereich entspricht.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Bei einer Weiterbildung umfasst das Verzögerungsglied
mindestens ein Tiefpassfilter. Bei einem solchen
Tiefpassfilter handelt es sich um eine softwaremäßig
einfach zu realisierende Ausbildung eines
Verzögerungsglieds. Möglich ist aber auch die Ausbildung
des Verzögerungsglieds z. B. als Regler, insbesondere
PI-Regler.
Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die beiden Grenzwerte
betragsmäßig gleich sind und sich durch das Vorzeichen
unterscheiden. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn
die fluidischen Verhältnisse so sind, dass sich die
Charakteristik bei der Druckerhöhung und bei der
Druckabsenkung in jenem Bereich des Ansaugabschnitts, in
dem der Drucksensor angeordnet ist, nicht wesentlich
unterscheiden.
In Weiterbildung der Erfindung kann ferner vorgesehen sein,
dass mindestens ein Kennfeld vorgesehen ist, mit dem aus
der Drehzahl der Brennkraftmaschine und aus dem aus der
Stellung der Drosselklappe gewonnenen Signal ein
entsprechender Druck im Ansaugabschnitt ermittelt wird. Bei
einem derartigen Kennfeld handelt es sich um eine einfach
zu realisierende Maßnahme, mit der relativ präzise Werte
für den Druck im Ansaugabschnitt ermittelt werden können.
Das Kennfeld kann dabei in Signalflussrichtung gesehen noch
vor den Verzögerungsgliedern angeordnet sein. Im anderen
Fall werden die durch die Verzögerungsglieder
hindurchgeleiteten Signale jeweils in ein eigenes Kennfeld
eingespeist.
Besonders bevorzugt ist, wenn der Druck im Ansaugabschnitt
gemessen und mit dem zulässigen Wertebereich verglichen
wird. Hierdurch ist eine Diagnose der Messeinrichtung
möglich, welche den Druck im Ansaugabschnitt misst.
Dabei erfolgt vorzugsweise eine Fehlermeldung und/oder ein
Eintrag in einen Fehlerspeicher, wenn der gemessene Druck
außerhalb des zulässigen Wertebereichs liegt. Auf diese
Weise wird der Benutzer und/oder eine die Wartung
durchführende Person auf einen fehlerhaften Drucksensor
hingewiesen.
Zusätzlich oder alternativ kann vorgesehen sein, dass dann,
wenn der gemessene Druck außerhalb des zulässigen
Wertebereichs liegt, die Bestimmung der Füllung eines
Brennraums der Brennkraftmaschine auf der Basis des aus der
Stellung der Drosselklappe gewonnenen Signals erfolgt.
Liegt der gemessene Druck außerhalb des zulässigen
Wertebereichs, kann davon ausgegangen werden, dass der
Drucksensor fehlerhaft arbeitet. Gerade der Drucksensor
wird aber üblicherweise für die Bestimmung der Füllung des
Brennraums herangezogen. Wird der Drucksensor als
fehlerhaft diagnostiziert, kann auf die zwar weniger
genaue, jedoch zuverlässig funktionierende Bestimmung der
Luftfüllung aus der Stellung der Drosselklappe
zurückgegriffen werden.
Die Erfindung betrifft auch ein Computerprogramm, welches
zur Durchführung des obigen Verfahrens geeignet ist, wenn
es auf einem Computer ausgeführt wird. Dabei ist besonders
bevorzugt, wenn das Computerprogramm auf einem Speicher,
insbesondere auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
Die Erfindung betrifft auch eine Steuer- und/oder
Regeleinrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine.
Bei dieser werden die im Zusammenhang mit dem obigen
Verfahren aufgeführten Vorteile dann erreicht, wenn die
Steuer- und/oder Regeleinrichtung zur Steuerung und/oder
Regelung des obigen Verfahrens geeignet ist.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung im Detail
erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Brennkraftmaschine;
Fig. 2 ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben
der Brennkraftmaschine von Fig. 1;
Fig. 3 ein Diagramm, welches den Winkel einer
Drosselklappe über der Zeit zeigt;
Fig. 4 ein Diagramm, welches die ermittelten und die
realen Druckverläufe beim Stand der Technik zeigt;
Fig. 5 ein Diagramm ähnlich Fig. 4, welches die realen
und nach dem Verfahren von Fig. 3 ermittelten Druckverläufe
zeigt, und
Fig. 6 ein Diagramm, welches die vorzeichenbehafteten
Geschwindigkeitsbereiche der Drosselklappenbewegung zeigt.
In Fig. 1 trägt eine Brennkraftmaschine insgesamt das
Bezugszeichen 10. Sie umfasst einen Brennraum 12, der über
ein nicht dargestelltes Einlassventil mit einem Schwingrohr
14 verbunden ist. Das Schwingrohr 14 öffnet sich zu einem
Sammler 16, der wiederum mit einem Ansaugrohr 18 verbunden
ist.
Im Ansaugrohr 18 ist eine Drosselklappe 20 beweglich
angeordnet. Die Bewegung der Drosselklappe 20 erfolgt durch
einen Stellmotor 22; ihre Stellung wird von einem
Stellungsgeber 24 abgegriffen. Der Druck im Sammler 16
wiederum wird von einem Drucksensor 26 erfasst. Dem
Brennraum 12 wird Kraftstoff über ein Einspritzventil 28
und ein Kraftstoffsystem 30 zugeführt. Die Zündung im
Brennraum 12 erfolgt durch eine Zündkerze 32, die mit einer
Zündanlage 34 verbunden ist.
Die Brennkraftmaschine 10 umfasst ferner ein Steuer- und
Regelgerät 36, welches eingangsseitig mit dem
Stellungsgeber 24 und dem Drucksensor 26 verbunden ist.
Ausgangsseitig ist es mit dem Stellmotor 22, der Zündanlage
34 und dem Einspritzventil 28 verbunden.
Es versteht sich, dass die Brennkraftmaschine 10 mehrere
Brennräume und mehrere Schwingrohre umfassen kann, die
jeweils in den Sammler 16 münden. Weiterhin sei darauf
hingewiesen, dass die in Fig. 1 dargestellte
Brennkraftmaschine 10 zwar nach dem Prinzip der Benzin-
Direkteinspritzung arbeitet; das in den nachfolgenden
Figuren dargestellte Verfahren ist jedoch auch bei
Brennkraftmaschinen mit Saugrohreinspritzung, bei denen das
Einspritzventil z. B. im Schwingrohr angeordnet ist,
anwendbar.
Die Brennkraftmaschine 10 umfasst auch eine Kurbelwelle 38,
deren Drehzahl durch einen Drehzahlgeber 40 erfasst wird.
Der Betrieb der Brennkraftmaschine 10 wird nun unter
Bezugnahme auf Fig. 2 im Detail erläutert:
Am Stellungsgeber 24 der Drosselklappe 20 wird ein Signal wdkba ausgegeben, welches der aktuellen Winkelstellung der Drosselklappe 20 entspricht (Block 42). Das Signal vom Stellungsgeber 24 wird ferner in einem Block 44 dazu verwendet, eine Geschwindigkeit der Bewegung der Drosselklappe 20 zu ermitteln. Diese Berechnung erfolgt unter Verwendung von Zeitsignalen aus einem Zeitgeber 46. Die ermittelte und vorzeichenbehaftete Bewegungsgeschwindigkeit der Drosselklappe 20, welche auch als Drosselklappengradient bezeichnet wird, ist im Block 48 mit dwdkba bezeichnet.
Am Stellungsgeber 24 der Drosselklappe 20 wird ein Signal wdkba ausgegeben, welches der aktuellen Winkelstellung der Drosselklappe 20 entspricht (Block 42). Das Signal vom Stellungsgeber 24 wird ferner in einem Block 44 dazu verwendet, eine Geschwindigkeit der Bewegung der Drosselklappe 20 zu ermitteln. Diese Berechnung erfolgt unter Verwendung von Zeitsignalen aus einem Zeitgeber 46. Die ermittelte und vorzeichenbehaftete Bewegungsgeschwindigkeit der Drosselklappe 20, welche auch als Drosselklappengradient bezeichnet wird, ist im Block 48 mit dwdkba bezeichnet.
Die aktuelle Stellung wdkba der Drosselklappe 20 wird im
Block 50 in ein erstes Tiefpassfilter eingespeist. Das
Ausgangssignal aus dem ersten Tiefpassfilter 50 heißt
wdkfmx (Block 52). Wie noch später ausgeführt werden wird,
dient das Signal wdkfmx zur Bestimmung einer oberen Grenze
eines zulässigen Wertebereichs für den im Sammler 16
herrschenden Druck psdss, der vom Drucksensor 26 ermittelt
wird.
Die Winkelstellung wdkba der Drosselklappe 20 wird auch in
ein zweites Tiefpassfilter 54 eingespeist. Dessen
Ausgangssignal heißt wdkfmn (Block 56) und dient analog zur
Bestimmung einer unteren Grenze eines zulässigen
Wertebereichs für den Druck psdss.
Im Block 58 wird der Drosselklappengradient dwdkba mit
einem positiven Grenzwert DKGFILS verglichen. Der Grenzwert
DKGFILS wird in einem Festwertspeicher 60 bereitgestellt.
Liefert der Vergleich im Block 58 den Wert true, ist also
der Drosselklappengradient dwdkba größer, als der Grenzwert
DKGFILS, wird das erste Tiefpassfilter 50 direkt mit der
Stellung wdkba der Drosselklappe 20 initialisiert, d. h.,
dass die Filterung bzw. Verzögerung des Tiefpassfilters 50
ausgeschaltet wird. Dieser Zustand dauert an, bis der
Drosselklappengradient dwdkba wieder unterhalb des
Grenzwerts DKGFILS liegt.
Im Block 62 wird der Grenzwert DKGFILS mit einem Faktor -1
multipliziert und im Block 64 mit dem vorzeichenbehafteten
Drosselklappengradienten dwdkba verglichen. Ist der
Drosselklappengradient negativ, erfolgt also eine
Schließbewegung der Drosselklappe 20, und liegt der
Drosselklappengradient dwdkba unterhalb der Grenze
-DKGFILS, wird das zweite Tiefpassfilter 54 mit der Stellung
wdkba der Drosselklappe 20 initialisiert, also die
Filterung bzw. Verzögerung ausgeschaltet. Überschreitet der
Drosselklappengradient dwdkba wieder die Grenze -DKGFILS,
schaltet sich die Verzögerung des Tiefpassfilters 54 wieder
ein. Der Sinn dieser Maßnahmen wird weiter unten noch
genauer erläutert.
Die Ausgangssignale wdkfmx und wdkfmn des ersten
Tiefpassfilters 50 bzw. des zweiten Tiefpassfilters 54
werden in ein Kennfeld KFPSDMX bzw. KFPSDMN eingespeist
(Blöcke 66 und 68). In die Kennfelder KFPSDMX und KFPSDMN
wird ferner die vom Drehzahlgeber 40 erfasste, aktuelle
Drehzahl nmot der Brennkraftmaschine 10 eingespeist. Das
auch als Max-Kennfeld bezeichnete Kennfeld KFPSDMX (Block
66) erzeugt als Ausgangswert einen oberen Grenzwert psdmx
für den Druck im Sammler 16. Analog erzeugt das auch als
Min-Kennfeld bezeichnete Kennfeld KFPSDMN (Block 68) einen
unteren Grenzwert psdmn (Block 72) für den Druck im Sammler
16. Die Grenzwerte psdmx und psdmn werden noch mit einem
Hysteresefaktor PSHYSHL (Block 74) beaufschlagt und in den
Blöcken 76 bis 82 mit dem vom Drucksensor 26 erfassten
Druck psdss verglichen. Liegt der vom Drucksensor 26
gemessene Druck psdss außerhalb des durch die Grenzen psdmx
und psdmn definierten Wertebereichs, erfolgt eine
Fehlermeldung an den Benutzer der Brennkraftmaschine sowie
ein Eintrag in einen Fehlerspeicher (nicht dargestellt)
der z. B. bei einer Wartung ausgelesen werden kann.
Der Sinn des Aus- und Einschaltens der Verzögerung ist
folgender:
Erfolgt eine langsame Öffnung der Drosselklappe 20, dann liegt der Drosselklappengradient dwdkba unterhalb der Grenze DKGFILS und oberhalb der negativen Grenze -DKGFILS, so dass beide Tiefpassfilter 50 und 54 aktiviert bleiben und ein verzögertes Signal wdkfmx und wdkfmn (Blöcke 52 und 56) ausgeben. Durch diese in den Tiefpassfiltern 50 und 54 erfolgende Verzögerung des Signals wird der Tatsache Rechnung getragen, dass es bei einer Öffnung der Drosselklappe 20 aufgrund der begrenzten Strömungsgeschwindigkeit im Ansaugrohr 18 nur zu einer langsamen Füllung des Sammlers 16 kommt, der Druck psdss im Sammler 16 also auch nur relativ langsam ansteigt. Gleiches gilt auch für eine langsame Schließbewegung der Drosselklappe 20. Diese beiden "normalen" Bereiche der Geschwindigkeit dwdkba der Drosselklappe 20 sind in Fig. 6 mit dem Bezugszeichen 84 bzw. 86 bezeichnet.
Erfolgt eine langsame Öffnung der Drosselklappe 20, dann liegt der Drosselklappengradient dwdkba unterhalb der Grenze DKGFILS und oberhalb der negativen Grenze -DKGFILS, so dass beide Tiefpassfilter 50 und 54 aktiviert bleiben und ein verzögertes Signal wdkfmx und wdkfmn (Blöcke 52 und 56) ausgeben. Durch diese in den Tiefpassfiltern 50 und 54 erfolgende Verzögerung des Signals wird der Tatsache Rechnung getragen, dass es bei einer Öffnung der Drosselklappe 20 aufgrund der begrenzten Strömungsgeschwindigkeit im Ansaugrohr 18 nur zu einer langsamen Füllung des Sammlers 16 kommt, der Druck psdss im Sammler 16 also auch nur relativ langsam ansteigt. Gleiches gilt auch für eine langsame Schließbewegung der Drosselklappe 20. Diese beiden "normalen" Bereiche der Geschwindigkeit dwdkba der Drosselklappe 20 sind in Fig. 6 mit dem Bezugszeichen 84 bzw. 86 bezeichnet.
Übersteigt der Drosselklappengradient dwdkba den positiven
Grenzwert DKGFILS, befindet man sich in dem mit 88
bezeichneten Geschwindigkeitsbereich in Fig. 6. Im
Extremfall kann hierbei die Drosselklappe 20 auch
schlagartig geöffnet werden, wie dies in Fig. 3 dargestellt
und ebenfalls mit 88 bezeichnet ist. Wie bereits oben
ausgeführt worden ist, wird in diesem Fall das erste
Tiefpassfilter 50 direkt mit dem Drosselklappenwinkel wdkba
initialisiert, so dass das Ausgangssignal wdkfmx
unverzögert und somit zum Drosselklappenwinkel wdkba
identisch ist. Entsprechend steigt auch der im Kennfeld
KFPSDMX (Block 66) ermittelte Druck psdmx (Block 70)
schlagartig an, wie dies auch in Fig. 5 dargestellt ist.
Ein Einschwingen des Werts psdmx auf einen Zielwert erfolgt
somit nicht. Anders dagegen der Druck psdmn (Block 72), der
im Kennfeld KFPSDMN aus dem verzögerten Wert wdkfmn
bestimmt wird. Der Wert wdkfmn ist deshalb verzögert, da
bei einer schlagartigen Öffnung der Drosselklappe 20 das
Tiefpassfilter 54 aktiviert bleibt.
Es versteht sich, dass bei konstanter
Drosselklappenstellung 20 (dieser Bereich ist in Fig. 3 mit
dem Bezugszeichen 90 gekennzeichnet) beide Tiefpassfilter
50 und 54 aktiv sind. Nachdem der Wert wdkfmx jedoch
bereits dem Zielwert entspricht, entspricht auch der Druck
psdmx einem konstanten Druck. Anders der Druck psdmn, der
durch das zweite Tiefpassfilter 54 verzögert während der
mit 90 gekennzeichneten Phase noch ansteigt. Die in einem
Block 92 bereitgestellte Zeitkonstante ZWDKBA (Block 94 in
Fig. 2) ist dabei so gewählt, dass der Druck psdmn auf
jeden Fall unterhalb des bei korrekt arbeitendem
Drucksensor 26 festgestellten Druckes psdss bleibt. Auf
diese Weise wird durch die beiden Werte psdmx und psdmn
auch bei schlagartigem Öffnen der Drosselklappe 20 ein
zulässiger Wertebereich für den vom Drucksensor 26
erfassten Druck psdss definiert, indem Fehldiagnosen des
Drucksensors 26 ausgeschlossen sind.
Ein schlagartiges Schließen der Drosselklappe 20 ist in den
Fig. 3 und 6 mit dem Bezugszeichen 92 gekennzeichnet.
Analog zum oben Gesagten bleibt nun das erste
Tiefpassfilter 50 aktiv, wohingegen das zweite
Tiefpassfilter 54 den Stellungswert dwdkba der
Drosselklappe 20 ungefiltert durchleitet und als Wert
wdkfmn ausgibt. Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, fällt bei
einem derartigen, abrupten Schließen der Drosselklappe 20
der berechnete Druck psdmn schlagartig ab. Im ersten
Tiefpassfilter 50 dagegen wird die Stellung wdkba der
Drosselklappe 20 verzögert, und zwar ausgehend von dem in
der Phase 88 sprungartig erreichten und in der Phase 90
gehaltenen Wert. Auch hier ist es wichtig, dass die
Zeitkonstante ZWDKBA so gewählt ist, dass der Druck psdmx
nicht schneller absinkt als der bei korrekt arbeitendem
Drucksensor 26 erfasste Druck psdss im Sammler 16.
Durch die besagten Maßnahmen wird letztlich erreicht, dass
ein zulässiger Wertebereich bereitgestellt wird, der auch
bei einem hochdynamischen Verhalten der Drosselklappe 20
vom Drucksensorwert nicht verlassen wird - vorausgesetzt,
der Drucksensor arbeitet fehlerfrei.
Claims (11)
1. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine (10),
bei dem der Druck (psdmx, psdmn) in einem Ansaugabschnitt
(16) aus der Stellung (wdkba) einer Drosselklappe (20)
ermittelt wird, wobei ein aus der Stellung der
Drosselklappe (20) gewonnenes Signal (wdkba) durch
mindestens ein Verzögerungsglied (50, 54) hindurchgeleitet
und das hindurchgeleitete Signal (wdkfmx, wdkfmn) zur
Bildung einer Grenze (psdmx, psdmn) für einen zulässigen
Wertebereich verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei Verzögerungsglieder (50, 54) vorgesehen
sind, wobei die Verzögerung des einen Verzögerungsglieds
(50) ausgeschaltet ist, wenn die Geschwindigkeit (dwdkba),
mit der sich die Stellung (wdkba) der Drosselklappe (20)
ändert, oberhalb eines positiven Grenzwertes (DKGFILS)
liegt, und die Verzögerung des anderen Verzögerungsglieds
(54) ausgeschaltet ist, wenn die Geschwindigkeit (dwdkba),
mit der sich die Stellung (wdkba) der Drosselklappe (20)
ändert, unterhalb eines negativen Grenzwertes (-DKGFILS)
liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Verzögerungsglied mindestens ein Tiefpassfilter
(50, 54) umfasst.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die beiden Grenzwerte (DKGFILS,
-DKGFILS) betragsmäßig gleich sind und sich durch das
Vorzeichen unterscheiden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Kennfeld
(KPSDMX, KPSDMN) vorgesehen ist, mit dem aus der Drehzahl
(nmot) der Brennkraftmaschine (10) und aus dem aus der
Stellung (wdkba) der Drosselklappe (20) gewonnenen Signal
(wdkfmx, wdkfmn) ein entsprechender Druck (psdmx, psdmn) im
Ansaugabschnitt ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die durch die Verzögerungsglieder (50, 54)
hindurchgeleiteten Signale (wdkfmx, wdkfmn) jeweils in ein
eigenes Kennfeld (KFPSDMX, KFPSDMN) eingespeist werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Druck im Ansaugabschnitt
(16) gemessen und mit dem zulässigen Wertebereich (psdmx,
psdmn) verglichen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass dann, wenn der gemessene Druck (psdss) außerhalb des
zulässigen Wertebereichs (psdmx, psdmn) liegt, eine
Fehlermeldung und/oder ein Eintrag in einen Fehlerspeicher
erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, dass dann, wenn der gemessene Druck (psdss)
außerhalb des zulässigen Wertebereichs (psdmx, psdmn)
liegt, die Bestimmung der Füllung eines Brennraums (12) der
Brennkraftmaschine (10) auf der Basis des aus der Stellung
der Drosselklappe (20) gewonnenen Signals (wdkba) erfolgt.
9. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
8 geeignet ist, wenn es auf einem Computer ausgeführt wird.
10. Computerprogramm nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, dass es auf einem Speicher, insbesondere
auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
11. Steuer- und/oder Regeleinrichtung zum Betreiben einer
Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass sie zur
Steuerung und/oder Regelung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 9 geeignet ist.
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