DE10049457A1 - Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung - Google Patents
Kraftfahrzeug-HydraulikeinrichtungInfo
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Abstract
Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung für eine Kupplung oder eine Bremse, insbesondere ein Zentralausrücker, welche mindestens eine Kunststoff-Komponente (2) zwischen einem Hydraulikflüssigkeitsbereich (4, 22) und einem Umgebungsbereich aufweist. Die Kunststoff-Komponente (2) enthält eine Sperrschicht (26) zwischen Umgebungsbereich und Hydraulikflüssigkeitsbereich (4, 22), die für Wasser und Wasserdampf nicht durchgängig ist oder mindestens eine wesentlich größere Sperrwirkung hat als das Kunststoffmaterial der Kunststoff-Komponente (2).
Description
Die Erfindung betrifft eine Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Eine Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung dieser Art ist aus der
DE 197 16 473 A1 bekannt in Form eines Zentralausrückers für
eine hydraulische Kupplungsbetätigung.
Die zur Erzeugung des Kupplungdruckes oder Bremsdruckes
üblicherweise verwendete Hydraulikflüssigkeit ist stark
hygroskopisch und besitzt häufig ein Wasseraufnahmevermögen von
mehr als 100% ihres Volumens. Ein Nachteil ist, dass durch die
Wasseraufnahme der Siedepunkt der wasserhaltigen
Hydraulikflüssigkeit von anfangs ca. 270°C (unter
Normalbedingungen) immer weiter absinkt. Seit einigen Jahren
werden in der Kupplungshydraulik Kunststoff-Komponenten aus
Polyamid verwendet, z. B. Geberzylinder, Nehmerzylinder sowie
Zentralausrücker. Dieser Kunststoff hat die nachteilige
Eigenschaft, Wasser aus der Umgebungsluft aufzunehmen und an
die Bremsflüssigkeit im Bremshydrauliksystem abzugeben.
Die genannte DE 197 16 473 A1 beschreibt die heute häufig
verwendete Aluminium-Bauweise von Zentralausrückern. Dieselbe
Konstruktion von Zentralausrückern gibt es inzwischen auf dem
Markt auch mit Kunststoff-Komponenten in Form von
Anschlußrohren oder auch in Vollkunststoffbauweise. Ebenso gibt
es von verschiedenen Herstellern Kunststoff-Geberzylinder sowie
Kunststoffleitungen. Alle diese üblicherweise aus Polyamid
gefertigten Kunststoff-Komponenten haben den genannten
Nachteil, Wasser aus der Umgebungsluft aufzunehmen und an die
Bremshydraulikflüssigkeit abzugeben.
Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, eine
Möglichkeit zu schaffen, durch welche für Kraftfahrzeug-
Hydraulikeinrichtungen von Kupplungen und Bremsen,
beispielsweise für Geberzylinder, Nehmerzylinder und Leitungen
und insbesondere Zentralausrücker Kunststoffteile verwendet
werden können, welche gegenüber Blechkonstruktionen und
Metallgußkonstruktionen ein niedrigeres Gewicht haben und
preisgünstiger sind, jedoch ohne den Nachteil, dass die im
Kraftfahrzeug benutzte Hydraulikflüssigkeit Wasser aufnimmt.
Die Lösung soll derart sein, dass die Hydraulikeinrichtung
kostengünstig herstellbar ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale von
Anspruch 1 gelöst.
Demgemäß betrifft die Erfindung eine Kraftfahrzeug-
Hydraulikeinrichtung einer Kupplung oder einer Bremse, mit
mindestens einer Kunststoff-Komponente zwischen einem
Hydraulikflüssigkeitsbereich einerseits und einem
Umgebungsbereich andererseits, wobei die Kunststoff-Komponente
mit einer Sperrschicht versehen ist, die für Wasser und
Wasserdampf nicht durchgängig ist oder mindestens eine
wesentlich größere Sperrwirkung hat als das
Kunststoffmaterial der Kunststoff-Komponente.
Durch die Sperrschicht läßt sich der Gewichtsvorteil und
Preisvorteil von Kunststoffkomponenten gegenüber
Blechkonstruktionen und Gußkonstruktionen ohne den Nachteil der
Wasseraufnahme der Hydraulikflüssigkeit im Kraftfahrzeug
nutzen. Die Herstellung der Hydraulikeinrichtung kann sich
trotz der Sperrschicht in einem kostengünstigen Rahmen bewegen.
Kunststoff-Komponenten, auch als Kunststoffteile bezeichenbar,
können insbesondere Teile oder Gesamteinheiten von
Zentralausrücker einer Fahrzeugkupplung und Geberzylinder und
Hydraulikleitungen hierfür sein, oder Geberzylinder,
Nehmerzylinder und Hydraulikleitungen von Bremsanlagen des
Kraftfahrzeuges sein. Ebenso können dies die kompletten
Schlauchumfänge sein, die in der Hydraulikanlage Verwendung
finden, also auch die drucklosen Leitungen, die zur Zuführung
des Hydraulikmediums an die druckbehafteten Teile der gesamten
Hydraulikanlage dienen. Kunststoff-Komponenten von
Hydrauliksystemen, welche hygroskopische Hydraulikflüssigkeiten
enthalten, z. B. Bremsflüssigkeit oder
Kupplungsbetätigungsflüssigkeit, werden gemäß der Erfindung mit
einer als Oberflächenbeschichtung aufgebrachten oder zwischen
Hydraulikflüssigkeit und Umgebung in sie implantierten
Sperrschicht versehen, die für Wasser und Wasserdampf weniger
durchgängig ist als die Kunststoff-Komponente oder vorzugsweise
nicht durchgängig ist. Hierfür wird gemäß der Erfindung z. B.
PVDF (Polyvinylidenfluorid) vorgeschlagen, welches eine
Permeabilität für Wasser von 2,4 g/m2 pro Tag bei einer 0,09 mm
dicken PVDF-Sperrschichtfolie aufweist. Die Sperrschicht kann
in jeder bekannten Art von Beschichtungsverfahren auf die
Kunststoff-Komponente aufgebracht oder als Folie darauf
befestigt werden, beispielsweise aufgeklebt oder aufgedampft
werden.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen
enthalten. Je nach Ausführungsform wird gemäß der Erfindung
vorgeschlagen, dass das Kunststoffmaterial der Kunststoff-
Komponente Polyamid ist; dass die Sperrschicht aus Kunststoff
besteht; dass die Sperrschicht vorzugsweise
Polyvinylidenfluorid (PVDF) ist; dass die Sperrschicht auf die
Kunststoff-Komponente aufgebracht und/oder in sie integriert
ist; dass die Sperrschicht auf die dem
Hydraulikflüssigkeitsbereich zugewandte Seite und/oder auf die
dem Umgebungsbereich zugewandte Seite der Kunststoff-Komponente
aufgebracht ist; dass die Kunststoff-Komponente allseitig von
der Sperrschicht umgeben ist; dass ein Druckgeberzylinder
und/oder ein Drucknehmerzylinder und/oder Hydraulikleitungen
einer Kupplung oder einer Bremse oder ein Zentralausrücker
hierfür die Kunststoff-Komponente mit der Sperrschicht aufweist
oder aus dieser Kunststoff-Komponente mit der Sperrschicht
besteht.
Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen
anhand von bevorzugten Ausführungsformen als Beispiele
beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 schematisch einen Zentralausrücker gemäß der
Erfindung für eine Kraftfahrzeugkupplung (oder
Kraftfahrzeugbremse), wobei in der oberen Hälfte
die Druckstellung, bei welcher die nicht
gezeigte Kupplung geöffnet ist, und in der
unteren Hälfte in der Grundstellung, bei welcher
die nicht gezeigte Kupplung geschlossen ist, im
Axialschnitt dargestellt ist,
Fig. 2 einen Axialschnitt wie in Fig. 1, jedoch einer
anderen Ausführungsform nach der Erfindung.
Die in den Fig. 1 und 2 gezeigten Zentralausrücker für
Kraftfahrzeugkupplungen haben je ein Gehäuse 2, welches in
einem Stück eine Gehäusewand 2-2, ein davon rechtwinkelig
wegragendes Trägerrohr 2-4 und ein relativ zum Trägerrohr 2-4
kürzeres und dieses mit radialem Abstand umgebendes
Außenmantelrohr 2-6 bildet, die zusammen einen Zylinderraum 4
begrenzen. In dem konzentrisch zu einer Mittellinie 6
angeordneten ringförmigen Zylinderraum 4 befindet sich ein
entsprechend ringförmiger Kolben 8, der auf seiner der
Gehäusewand 2-2 zugewandten Seite mit einer an den
Zylinderwänden dichtend anliegenden Dichtung 10 versehen ist
und an seinem davon abgewandten Ende mit einer Schiebehülse 12
axial bewegungsfest verbunden ist.
Die Schiebehülse 12 ragt aus dem von der Gehäusewand 2-2
entfernten Ende des Zylinderraumes 4 hinaus und ist an ihrem
hinausragenden Ende mit einem Ausrücklager 14 verbunden und
wirkt über dieses Ausrücklager 14 mit einer nicht gezeigten
Kupplung zusammen, um diese entgegen der Kraft von mindestens
einer nicht gezeigten Kupplungsfeder von der
Kupplungsschließstellung in die Kupplungsöffnungsstellung zu
bewegen (auszurücken).
Eine Rückdruckfeder 16 in Form einer Schraubenfeder, die axial
eingespannt ist und dadurch als Druckfeder wirkt, ist zwischen
einen über das Außenmantelrohr 2-6 radial hinausragenden
Gehäusewandabschnitt 2-8 und das Ausrücklager 14 mit
Vorspannung eingespannt, damit die Anordnung nicht "klappert".
Die Rückdruckfeder 16 befindet sich radial zwischen dem
Außenmantelrohr 2-6 und einem Faltenbalg 20.
Durch die Gehäusewand 2-2 erstreckt sich ein
Hydraulikflüssigkeitskanal 22, dessen inneres Ende 22-2 am
Boden des Zylinderraumes 4 in den Zylinderraum 4 mündet und
dessen äußeres Ende 22-4 über eine Hydraulikleitung 24 mit
einem Hydraulikdruckgeberzylinder 25 verbunden ist.
Bei der in Fig. 1 und 2 unten gezeigten Situation wird der
Kolben 8 von der Federkraft von mindestens einer Feder der
nicht gezeigten Kupplung entgegen der Kraft der Rückdruckfeder
16 in der Grundstellung gehalten, bei welcher der Kolben 8 der
Gehäusewand 2-2 angenähert ist und die Kupplung geschlossen
ist. Bei der in den Fig. 1 und 2 oben gezeigten Situation
drückt die Hydraulikflüssigkeit den Kolben 8 mit dem
Ausrücklager 14 in Richtung von der Gehäusewand 2-2 weg, so
dass die nicht gezeigte Kupplung entgegen der Kraft von ihrer
nicht-gezeigten Feder in Offenstellung gehalten wird.
Das Gehäuse 2 ist mit einer Sperrschicht 26 versehen, die für
Wasser und Wasserdampf eine wesentlich größere Sperrwirkung hat
als das aus Kunststoff bestehende Gehäuse 2 und vorzugsweise
nicht durchgängig ist. Das Gehäuse 2 besteht beipielsweise aus
Polyamid. Die Sperrschicht besteht beispielsweise aus PVDF
(Polyvinylidenfluorid). Jedoch sind für das Gehäuse 2 und die
Sperrschicht 26 auch andere Kunststoffe verwendbar.
In Fig. 1 ist das Gehäuse 2 auf allen mit dem Umgebungsbereich
in Verbindung stehenden Oberflächen mit der Sperrschicht 26
beschichtet, was durch eine dicke Oberflächenlinie gezeichnet
ist. Die Sperrschicht 26 kann durch jedes bekannte
Beschichtungsverfahren aufgebracht werden, beispielsweise im
Sprühbeschichtungsverfahren, Tauchverfahren, Sputtering usw.
Ferner kann sie auch in Form eines dünnen Filmes oder einer
Folie aufgebracht sein. Ihr Permeabilität für Wasser beträgt
bei einer 0,09 mm dicken Schichtdicke oder Foliendicke
beispielsweise 2,4 g/m2 pro Tag. Ihr Permeabilitätsbereich für
Wasser und Wasserdampf liegt vorzugsweise bei 0,0 g/m2 pro Tag,
jedoch sind auch Werte über 2,4 g/m2 pro Tag je nach Art der
Hydraulikflüssigkeit ebenfalls akzeptabel, beispielsweise
6,0 g/m2 pro Tag.
Gemäß der Erfindung kann die Sperrschicht 26 auf die dem
Hydraulikflüssigkeitsbereich zugewandte Seite und/oder auf die
dem Umgebungsbereich zugewandte Seite des Gehäuses 2
aufgebracht sein. Auch die Schiebehülse und/oder der Kolben 8
kann mit einer solchen Sperrschicht 26 versehen werden zur
Bildung einer Sperre für Wasser und Wasserdampf zwischen der
Umgebung und dem Zylinderraum 4. Die Sperrschicht 26 ist
mindestens in einem den Zylinderraum 4 umgebenden Bereich des
Gehäuses 2 vorgesehen.
Der Zentralausrücker von Fig. 2 ist gleich ausgebildet wie der
von Fig. 1, jedoch ist die Sperrschicht 26 nicht als
Beschichtung auf das Gehäuse 2 aufgebracht, sondern in das
Gehäuse 2 implantiert, vorzugsweise in deren Kunststoffmaterial
eingegossen. Die implantierte Sperrschicht 26 von Fig. 2
erstreckt sich vorzugsweise um den gesamten Zylinderraum 4 und
vorzugsweise auch um den Hydraulikflüssigkeitskanal 22.
Claims (9)
1. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung einer Kupplung oder
einer Bremse, mit mindestens einer Kunststoff-Komponente
(2) zwischen einem. Hydraulikflüssigkeitsbereich
(4, 22)einerseits unt einem Umgebungsbereich andererseits,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kunststoff-Komponente (2) mit einer Sperrschicht
(26) versehen ist, die für Wasser- und Wasserdampf nicht
durchgängig ist oder mindestens eine wesentlich größere
Sperrwirkung hat als das Kunststoffmaterial der Kunststoff-
Komponente (2).
2. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kunststoffmaterial der Kunststoff-Komponente
Polyamid ist.
3. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach Anpruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrschicht (26) ein Kunststoff ist.
4. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrschicht (26) Polyvinylidenfluorid (PVDF) ist.
5. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrschicht (26) auf die Kunststoff-Komponente
(2) aufgebracht ist.
6. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrschicht (26) auf die dem
Hydraulikflüssigkeitsbereich zugewandte Seite und/oder auf
die dem Umgebungsbereich zugewandte Seite der Kunststoff-
Komponente (2) aufgebracht ist.
7. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kunststoff-Komponente (2) allseitig von der
Sperrschicht (26) umgeben ist.
8. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrschicht (26) in die Kunststoff-Komponente (2)
integriert ist.
9. Kraftfahrzeug-Hydraulikeinrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Druckgeberzylinder und/oder ein
Drucknehmerzylinder und/oder eine Hydraulikleitung und/oder
ein Zentralausrücker einer Kupplung oder einer Bremse die
Kunststoff-Komponente mit der Sperrschicht aufweist oder
aus dieser Kunststoff-Komponente mit der Sperrschicht
besteht.
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-
2000
- 2000-10-06 DE DE10049457A patent/DE10049457A1/de not_active Withdrawn
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Effective date: 20111208 |