DE10048608A1 - Verfahren und Computerprogramm zum Betreiben einer Brennkraftmaschine sowie Brennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren und Computerprogramm zum Betreiben einer Brennkraftmaschine sowie BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Eine Brennkraftmaschine (10) wird mit einem Verfahren betrieben, bei dem Benzin direkt in einen Brennraum (12) eingespritzt wird. Die Einspritzung erfolgt mindestens zeitweise so, dass im Zusammenhang mit einer entsprechenden Zuführung der Luft in den Brennraum (12) das Benzin-Luftgemisch im Brennraum (12) geschichtet vorliegt. Um den Benzinverbrauch der Brennkraftmaschine (10) durch ein höheres Kompressionsverhältnis senken zu können, ohne dass die Gefahr des Klopfens besteht, wird vorgeschlagen, dass das Benzin wenigstens zeitweise während der Kompressionsphase der Brennkraftmaschine (12) eingespritzt wird.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Betreiben einer Brennkraftmaschine, bei dem Benzin direkt
in einen Brennraum mindestens zeitweise so eingespritzt und
Luft dem Brennraum mindestens zeitweise so zugeführt wird,
dass das Benzin-Luftgemisch im Brennraum der
Brennkraftmaschine geschichtet vorliegt.
Ein solches Verfahren wird im Allgemeinen als Verfahren zur
Benzin-Direkteinspritzung bezeichnet (BDE). Bei diesem
Verfahren wird das Benzin in einer als Rail bezeichneten
Kraftstoff-Sammelleitung mit einem sehr hohen Druck
beaufschlagt. An die Kraftstoff-Sammelleitung sind
Hochdruck-Einspritzventile angeschlossen, welche das Benzin
direkt in den Brennraum einspritzen. Das Benzin wird in den
Brennraum so eingespritzt, dass in unmittelbarer Nähe einer
Zündeinrichtung ein eher fettes Benzin-Luftgemisch
vorliegt, welches zündfähig ist. Im übrigen Brennraum ist
das Benzin-Luftgemisch sehr mager. Im Extremfall kann in
besimmten Bereichen des Brennraumes auch reine Luft
vorliegen. Vorzugsweise liegt eine solche "Schichtung" des
Benzins im Brennraum im gesamten Betriebs- bzw.
Kennfeldbereich der Brennkraftmaschine vor.
Eine nach dem eingangs genannten Verfahren betriebene
Brennkraftmaschine verbraucht relativ wenig Benzin und hat
ein günstiges Emissionsverhalten. Dennoch besteht der
Wunsch, den Kraftstoffverbrauch der Brennkraftmaschine,
welche mit dem bekannten Verfahren betrieben wird, noch
weiter zu senken.
Derzeitige Brennkraftmaschinen mit Benzin-
Direkteinspritzung arbeiten mit einem geometrischen
Kompressionsverhältnis von ungefähr 12. Ein günstiger
Kraftstoffverbrauch wird jedoch bei einem geometrischen
Kompressionsverhältnis von ca. 13 bis 16 erreicht (unter
dem geometrischen Kompressionsverhältnis wird die Summe aus
Hubvolumen und Kompressionsvolumen, dividiert durch das
Kompressionsvolumen, verstanden).
Ein derartig hohes Kompressionsverhältnis ist bisher nicht
möglich, da es insbesondere im Volllastbetrieb, also bei
hoher Motorlast, bei einem höheren Kompressionsverhältnis
zu unkontrollierten Vorverbrennungen des im Brennraum
befindlichen Benzins kommen kann, was allgemein als
"Klopfen" bezeichnet wird. Durch ein solches Klopfen kann
die Brennkraftmaschine beschädigt werden. Aus diesem Grunde
wird das Kompressionsverhältnis nach dem derzeitigen Stand
der Technik so festgelegt, dass im Volllastbetrieb der
Motor sicher und ohne Klopfgefahr betrieben werden kann.
Dieses Kompressionsverhältnis liegt unterhalb des für den
Verbrauch optimalen Kompressionsverhältnisses.
Darüber hinaus wird vor allem bei Motoren mit
Vorverdichtung, also solchen Brennkraftmaschinen, welche
beispielsweise einen Turbolader aufweisen, vor allem auch
aus thermischen Gründen die Gemischzusammensetzung
zumindest zeitweise im Volllastbetrieb über die
stöchiometrische Gemischzusammensetzung (Lambda = 1) hinaus
bis auf Lambdawerte um 0,7 angefettet. Eine solche
Gemischanfettung im Volllastbereich der Brennkraftmaschine
bedingt jedoch einen gravierenden Nachteil:
Im Katalysator können aufgrund des Sauerstoffmangels im Abgas lediglich Stickoxide mit Hilfe von Kohlenmonoxid zu Stickstoff und Kohlendioxid reduziert werden, es findet jedoch keine Oxidation von unverbrannten Kohlenwasserstoffen statt. Diese gelangen unbehandelt in die Umgebung. Die Reinigung des Abgases im Katalysator ist also nicht optimal. Um auch unverbrannte Kohlenwasserstoffe oxidieren zu können, benötigt man eine zusätzliche Sekundärluftpumpe, die Zusatzluft in den Abgaskanal fördert. Eine solche Pumpe hat jedoch einen hohen Leistungsbedarf und ist daher möglichst zu vermeiden.
Im Katalysator können aufgrund des Sauerstoffmangels im Abgas lediglich Stickoxide mit Hilfe von Kohlenmonoxid zu Stickstoff und Kohlendioxid reduziert werden, es findet jedoch keine Oxidation von unverbrannten Kohlenwasserstoffen statt. Diese gelangen unbehandelt in die Umgebung. Die Reinigung des Abgases im Katalysator ist also nicht optimal. Um auch unverbrannte Kohlenwasserstoffe oxidieren zu können, benötigt man eine zusätzliche Sekundärluftpumpe, die Zusatzluft in den Abgaskanal fördert. Eine solche Pumpe hat jedoch einen hohen Leistungsbedarf und ist daher möglichst zu vermeiden.
Um dem zu begegnen, wird bei heutigen Brennkraftmaschinen
das Kompressionsverhältnis reduziert. Im Leerlauf und im
Teillastbetrieb wäre aber wieder ein höheres
Kompressionsverhältnis günstig.
Hieraus ergibt sich für die vorliegende Erfindung die
Aufgabe, ein Verfahren der eingangs genannten Art so
weiterzubilden, dass der Verbrauch an Benzin besonders im
Leerlauf und im Teillastbetrieb nochmals reduziert und
gleichzeitig das Emissionsverhalten günstig beeinflusst
wird.
Diese Aufgabe wird bei dem bekannten Verfahren dadurch
gelöst, dass das Benzin wenigstens zeitweise während der
Kompressionsphase der Brennkraftmaschine eingespritzt wird.
Vorzugsweise erfolgt die Einspritzung von Kraftstoff in den
Brennraum der Brennkraftmaschine ausschließlich während der
Kompressionsphase. Grundsätzlich kann aber auch eine
greinge Menge an Kraftstoff vorab eingespritzt werden,
vorausgesetzt, dass dieses "Grundgemisch" eine sehr magere
Zusammensetzung besitzt (lambda < 2). Aufgrund dieser
späten Einspritzung ist die Brennkraftmaschine äußerst
unempfindlich gegenüber einer unkontrollierten Verbrennung
bzw. einer ungewollten Selbstentzündung ("Klopfen"). Bei
dem herkömmlichen Verfahren wird das Benzin im oberen
Teillastbereich während des Ansaugtaktes eingespritzt.
Dabei werden auch entfernte Zonen des Brennraums mit Benzin
benetzt, die bei einer überhitzten Verbrennung Klopfherde
bilden. Bei der erfindungsgemäß späten Einspritzung dagegen
konzentriert sich die eingespritzte Kraftstoffmenge bis zur
kontrollierten Zündung in der Brennraummitte, während in
den Randzonen nahezu reine Brennluft ohne
Kraftstoffbestandteile verteilt ist. Somit kann es zu
keinen Klopfherden und zu keinem Klopfen kommen.
Besondere Maßnahmen, wie z. B. ein späterer Zündwinkel, sind
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Vermeidung des
Klopfens nicht erforderlich. Insofern hat das
erfindungsgemäße Verfahren auch den Vorteil, dass das volle
Motordrehmoment zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung steht.
Ferner ist auch keine Anfettung mehr erforderlich.
Stattdessen ist insgesamt im Brennraum bei Volllast immer
ein im Wesentlichen stöchiometrisches Gemisch aus Luft und
Benzin vorhanden. Somit steht die volle
Abgasreinigungskapazität (NOx-Reduktion und HC-Oxidation)
nach dem Prinzip des Dreiwege-Katalysators zur Verfügung.
Insgesamt kann dank des erfindungsgemäßen Verfahrens die
entsprechende Brennkraftmaschine auf deutlich höhere, d. h.
verbrauchsoptimale Kompressionsverhältnisse ausgelegt
werden, die vor allem einen verbrauchsarmen Teillastbetrieb
begünstigen. Dies ist besonders bei Brennkraftmaschinen mit
größerem Hubraum wichtig, da diese im Allgemeinen
vorwiegend im Teillastbereich betrieben werden. Auf den im
Übrigen möglichen Einsatz von Einrichtungen, mit denen das
Kompressionsverhältnis während des Betriebs der
Brennkraftmaschine variiert werden kann, kann darüber
hinaus verzichtet werden. Hierdurch werden Kosten gespart.
Dabei sei darauf hingewiesen, dass Brennkraftmaschinen mit
Benzin-Direkteinspritzung nach dem derzeitigen Stand der
Technik nach dem wandgeführten bzw. luftgeführten
Verfahren, oder eine Kombination aus beiden, arbeiten. Bei
diesen beiden Brennverfahren muss im Gegensatz zum
strahlgeführten Brennverfahren, das dieser Erfindung
zugrunde liegt, bei Volllastbetrieb bereits während des
Ansaugtaktes eingespritzt werden. Nur beim strahlgeführten
Brennverfahren ist auch bei Volllast eine Einspritzung in
den Kompressionstakt möglich, und zwar vorzugsweise
ausschließlich während der Kompressionstaktes. Hier kann
die Einspritzung unmittelbar kurz vor dem Zündzeitpunkt
oder gleichzeitig mit dem Zündzeitpunkt erfolgen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
Unteransprüchen angegeben.
Zunächst ist eine Weiterbildung angegeben, bei der die
Einspritzung des Benzins in räumlicher Nähe zu einer
Zündeinrichtung erfolgt. Hierdurch wird gewährleistet, dass
unter allen Betriebsbedingungen, besonders auch bei
Volllast und einem kurzen Zeitraum zwischen Einspritzung
und Zündung ein zündfähiges Luft-Kraftstoffgemisch bis zur
Zündeinrichtung gelangt und von dieser gezündet werden
kann.
Weiterhin ist besonders bevorzugt, wenn die Schichtung des
Benzins im Brennraum durch das Einspritzventil selbst
erfolgt. Bei diesem Verfahren, welches auch als
"strahlgeführtes Verfahren" bezeichnet wird, übernimmt ein
Injektor eines Einspritzventils die Kraftstoffverteilung im
Brennraum. Die Schichtung ist somit unabhängig von der
Strömung der angesaugten Frischluft im Brennraum, wodurch
eine Schichtung mit einem in der Nähe der Zündeinrichtung
örtlich überfetteten Gemisch und einem im übrigen Brennraum
stark abgemagerten Gemisch bei Volllast und auch im
Leerlauf zuverlässig möglich ist (Volllast kann auch bei
niedrigen Drehzahlen vorliegen, wenn das Gaspedal ganz
durchgetreten ist und der Motor die maximale Luftmenge und
die dazugehörige stöchiometrisch angepaßte Kraftstoffmenge
(lambda = 1) erhält).
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, dass im
Leerlauf der Brennkraftmaschine keine Androsselung
stattfindet. Eine solche Androsselung ist im Leerlauf bei
dem herkömmlichen Verfahren erforderlich, um zu vermeiden,
dass aufgrund einer ungedrosselt starken Luftströmung der
zündfähige Bereich des Kraftstoff-Luftgemisches von der
Zündeinrichtung "weggeweht" wird und zum Zündzeitpunkt
somit im Bereich der Zündeinrichtung kein zündfähiges
Gemisch mehr vorliegt.
Dadurch, dass bei der Erfindung das Benzin während der
Kompressionsphase der Brennkraftmaschine, also in einem
sehr viel kürzeren zeitlichen Abstand zum Zündzeitpunkt als
beim Stand der Technik, eingespritzt wird, ist diese Gefahr
des "Verwehens" des zündfähigen Kraftstoff-Luftgemisches
von der Einspritz-Zündeinrichtung nicht mehr gegeben. Somit
ist bei geringer Betriebslast und insbesondere im Leerlauf
keine Androsselung der Luftströmung mehr erforderlich, so
dass auch unter diesen Betriebsbedingungen die
Brennkraftmaschine ohne die damit einhergehenden
Drosselverluste betrieben werden kann.
Vorzugsweise liegt das geometrische Kompressionsverhältnis
der Brennkraftmaschine im Bereich von 13 bis 16. Bei einem
solchen Kompressionsverhältnis liegt bereits eine
erhebliche Reduktion des Benzinverbrauches vor. Darüber
hinaus sind Kompressionsverhältnisse im besagten Bereich
technisch noch problemlos realisierbar.
Besonders gut ist das erfindungsgemäße Verfahren dann
geeignet, wenn die Ansaugluft vorverdichtet wird, da auch
bei vorverdichteter Ansaugluft der Betrieb der
Brennkraftmaschine bei Volllast unkritisch ist.
Weiterhin wird vorgeschlagen, dass die Zündung des
Gemisches durch die Zündeinrichtung nach oder noch während
der Einspritzung des Benzins in den Brennraum, vorzugsweise
nach einer Drehung der Kurbelwelle vom Einspritzzeitpunkt
um ungefähr 0 bis 20°, erfolgt. In diesem Fall hat das
eingespritzte Benzin noch ausreichend Zeit, sich in der
erforderlichen Weise auszubreiten (sich also zu
"schichten"), andererseits ist der Zeitraum zwischen
Einspritzung und Zündung auch so kurz, dass die Gefahr des
"Verwehens" der Kraftstoffwolke von der Zündeinrichtung weg
nicht gegeben ist, also eine sichere Zündung erfolgt. Die
Einspritzung kann aber auch gleichzeitig mit bzw. während
der Zündung erfolgen. Einspritzung und Zündung finden so
insgesamt zum verbrennungsoptimalen Zeitpunkt statt.
Möglich ist aber auch, dass die Zündung des Gemissches
mittels einer Glüheinrichtung erfolgt. In diesem Fall liegt
also keine Trennung zwischen Einspritzung und Zündung vor.
Stattdessen wird der Verbrennungsvorgang durch den
Einspritzbeginn eingeleitet. Die Flammkernbildung findet,
ähnlich wie bei einer Funkenzündung an einer Elektrode,
ebenfalls punktuell statt, nämlich an der Glüheinrichtung.
Diese umfasst vorzugsweise einen Glühstift. Der Vorteil
einer solchen Glüheinrichtung liegt in ihrem niedrigeren
Preis.
Die Glüheinrichtung kann dabei bei höherer Drehzahl bzw.
Motorlast mit geringerer Leistung betrieben werden als bei
geringerer Drehzahl und Last. Dies hängt damit zusammen,
dass bei höherer Drehzahl aufgrund der schnell aufeinander
folgenden Verbrennungsvorgänge weniger Energie zugeführt
werden muss, um die Glüheinrichtung am Glühen zu halten.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein
Computerprogramm, welches zur Durchführung des obigen
Verfahrens geeignet ist, wenn es auf einem Computer
ausgeführt wird. Besonders bevorzugt ist das
Computerprogramm dann, wenn es auf einem Speicher,
insbesondere auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
Schließlich betrifft die Erfindung auch eine
Brennkraftmaschine mit einer Einspritzeinrichtung, welche
Benzin direkt in einen Brennraum mindestens zeitweise so
einspritzt und mit einer Luftzuführeinrichtung, welche Luft
dem Brennraum mindestens zeitweise so zuführt, dass das
Benzin-Luftgemisch im Brennraum geschichtet vorliegt. Um
den Verbrauch der Brennkraftmaschine zu senken, wird
vorgeschlagen, dass die Einspritzeinrichtung das Benzin
während der Kompressionsphase der Brennkraftmaschine in den
Brennraum einspritzt. Hierdurch ist ein höheres
Kompressionsverhältnis realisierbar.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung im Detail
erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Brennkraftmaschine
mit strahlgeführter Einspritzung;
Fig. 2 einen Schnitt durch einen Bereich der
Brennkraftmaschine von Fig. 1;
Fig. 3 ein Säulendiagramm, in dem verschiedene
Betriebsparameter der Brennkraftmaschine von
Fig. 1 einer herkömmlichen
Brennkraftmaschine gegenübergestellt sind;
Fig. 4a-4d vier Säulendiagramme, in denen
Betriebsparameter der Brennkraftmaschine von
Fig. 1 einer herkömmlichen
Brennkraftmaschine gegenübergestellt sind;
Fig. 5 ein Diagramm, in dem Einspritz- und
Zündzeiten über dem Kurbelwellenwinkel bei
niedriger Drehzahl aufgetragen sind; und
Fig. 6 eine Darstellung ähnlich Fig. 5 bei höherer
Drehzahl.
In Fig. 1 trägt eine Brennkraftmaschine das Bezugszeichen
10. Sie umfasst einen Brennraum 12, dem Luft über ein
Ansaugrohr 14 zugeführt wird. Die Abgase werden aus dem
Brennraum 12 über ein Abgasrohr 16 abgeleitet.
Der Brennraum 12 ist nach unten hin durch einen Kolben 18
begrenzt, der auf eine Kurbelwelle 20 arbeitet. Benzin wird
in den Brennraum 12 über ein Hochdruck-Einspritzventil 22
eingespritzt, welches an eine Benzin-Sammelleitung 24
angeschlossen ist. Die Benzin-Sammelleitung 24 wird auch
als "Rail" bezeichnet. Gezündet wird das sich im Brennraum
12 befindliche Luft-Benzingemisch durch eine Zündkerze 26,
die von einer Zündanlage 28 gespeist wird.
Im Ansaugrohr 14 ist eine Drosselklappe 30 vorhanden,
welche von einem Stellmotor 32 bewegt wird. Die
Winkelstellung der Drosselklappe 30 wird von einem
Stellungsgeber 34 erfasst, der entsprechende Signale an ein
Steuer- und Regelgerät 36 weiterleitet. Dieses erhält
ebenfalls Signale von einem Drehzahlgeber 38, welcher die
Drehzahl der Kurbelwelle 20 abgreift. Ausgangsseitig ist
das Steuer- und Regelgerät 36 einerseits mit dem Stellmotor
32 der Drosselklappe 30, andererseits mit der Zündanlage 28
und schließlich noch mit dem Hochdruck-Einspritzventil 22
verbunden.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist das Hochdruck-
Einspritzventil 22 in einem Zylinderkopf 39 im Wesentlichen
parallel zu einer Kolbenlängsachse 41 angeordnet. Die
Zündkerze 26 ist schräg von der Seite her in den
Zylinderkopf 39 eingesetzt, und zwar derart, dass ihre
Elektroden 40 sich in unmittelbarer Nähe und unterhalb
eines Auslasses 42 des Hochdruck-Einspritzventils 22
befinden. In der dem Hochdruck-Einspritzventil 22 und der
Zündkerze 26 zugewandten Begrenzungswand des Kolbens 18 ist
eine Brennraummulde 44 ausgebildet.
Die Brennkraftmaschine 10 wird folgendermaßen betrieben:
Während einer Ansaugphase, in welcher sich der Kolben 18 vom Hochdruck-Einspritzventil 22 und von der Zündkerze 26 wegbewegt, strömt Luft durch das Ansaugrohr 14 und ein nicht dargestelltes Einlassventil in den zwischen dem Kolben 18 und dem Zylinderkopf 39 gebildeten Brennraum 12. Der Stellmotor 32 wird dabei von dem Steuer- und Regelgerät 36 so geregelt, dass die Drosselklappe 30 im Wesentlichen parallel zur Längserstreckung des Ansaugrohrs 14 ausgerichtet ist. Die exakte Stellung der Drosselklappe 30 wird dem Steuer- und Regelgerät 36 über den Stellungsgeber 34 übermittelt. Stellungsgeber 34, Steuer- und Regelgerät 36 und Stellmotor 32 bilden einen geschlossenen Regelkreis. Dadurch, dass die Drosselklappe 30 während der Ansaugphase vollständig geöffnet ist, gibt es keine Drosselverluste. Dies führt wiederum dazu, dass sich der Brennraum 12 in optimaler Weise mit Luft füllen kann.
Während einer Ansaugphase, in welcher sich der Kolben 18 vom Hochdruck-Einspritzventil 22 und von der Zündkerze 26 wegbewegt, strömt Luft durch das Ansaugrohr 14 und ein nicht dargestelltes Einlassventil in den zwischen dem Kolben 18 und dem Zylinderkopf 39 gebildeten Brennraum 12. Der Stellmotor 32 wird dabei von dem Steuer- und Regelgerät 36 so geregelt, dass die Drosselklappe 30 im Wesentlichen parallel zur Längserstreckung des Ansaugrohrs 14 ausgerichtet ist. Die exakte Stellung der Drosselklappe 30 wird dem Steuer- und Regelgerät 36 über den Stellungsgeber 34 übermittelt. Stellungsgeber 34, Steuer- und Regelgerät 36 und Stellmotor 32 bilden einen geschlossenen Regelkreis. Dadurch, dass die Drosselklappe 30 während der Ansaugphase vollständig geöffnet ist, gibt es keine Drosselverluste. Dies führt wiederum dazu, dass sich der Brennraum 12 in optimaler Weise mit Luft füllen kann.
Wenn der Kolben 18 seinen unteren Totpunkt erreicht hat,
wird das Einlassventil geschlossen, und es beginnt die
Kompressionsphase der Brennkraftmaschine 10. Diese ist auch
in den Fig. 5 und 6 dargestellt (in den Fig. 5 und 6
sind Ausführungsbeispiele dargestellt, die ein gewisses
Optimum bilden; bei anderen Drücken des Kraftstoffs in der
Benzin-Sammelleitung und/oder anders ausgebildeten
Einspritzventilen (z. B. anderer Spritzlochverteilung)
können sich die gezeigten Zeitverhältnisse verschieben).
Läuft die Brennkraftmaschine 10 mit geringer Drehzahl, wird
dies vom Drehzahlgeber 38 an das Steuer- und Regelgerät 36
übermittelt. In diesem Fall erfolgt während der
Kompressionsphase zunächst ausschließlich eine Kompression
der im Brennraum 12 eingeschlossenen Luft. Wie aus Fig. 5
ersichtlich ist, steuert das Steuer- und Regelgerät 36 das
Hochdruck-Einspritzventil 22 bei einem Winkel der
Kurbelwelle 20 von ungefähr -61° vor dem oberen Totpunkt
Zündung (ZOT) so an, dass dieses öffnet. Bei einem Winkel
der Kurbelwelle 20 von -34° ZOT wird das Hochdruck-
Einspritzventil 22 vom Steuer- und Regelgerät 36 wieder
geschlossen. Entsprechend den niedrigen
Leistungsanforderungen bei geringer Drehzahl erfolgt also
nur ein relativ kurzer Einspritzimpuls.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, wird das Benzin von dem
Hochdruck-Einspritzventil 22 so in den Brennraum 12
eingespritzt, dass es in diesem geschichtet vorliegt. Dies
heißt, dass insbesondere in der Mitte des Brennraums 12,
also auch im Bereich der Elektroden 40 der Zündkerze 26,
ein überfettes Gemisch mit einem lokalen Lambda-Wert < 1
existiert, wohingegen in den Randzonen des Brennraums 12
nahezu reine Brennluft ohne Benzinbestandteile verteilt
ist. Die kurz nach dem Einspritzen durch das Hochdruck-
Einspritzventil 22 im Brennraum 12 vorhandene Benzinwolke
ist in Fig. 2 durch eine gestrichelte Linie angedeutet und
trägt dort insgesamt das Bezugszeichen 46. Obwohl in der
Brennraummitte ein überfettes Gemisch mit lokalem Lambda-
Wert < 1 und in den Randbereichen ein mageres Gemisch mit
Lambda-Wert < 1 existiert, ist das Gemisch global im
Brennraum 12 stöchiometrisch mit einem im Abgasstrom des
Abgasrohrs 16 gemessenen bzw. errechneten Lambda-Wert von
1.
Bei einem Winkel der Kurbelwelle 20 von -18° ZOT steuert
das Steuer- und Regelgerät 36 die Zündanlage 28 so an, dass
an den Elektroden 40 der Zündkerze 26 ein Zündfunken
erzeugt wird. Dadurch, dass im Bereich der Elektroden 40
ein überfettes Gemisch vorhanden ist, kann dieses
zuverlässig gezündet und entflammt werden. Zwar ist der
Zeitraum, welcher zwischen dem Schließen des
Einspritzventils 22 und der Erzeugung des Zündfunkens an
der Zündkerze 26 liegt, relativ kurz, er reicht jedoch aus,
um das Gemisch in der erforderlichen Weise aufzubereiten
und zu schichten.
Insgesamt ist die Zeit jedoch so kurz, dass die vom Auslass
42 des Hochdruck-Einspritzventils 22 entfernten Zonen des
Brennraums 12 nicht mit Benzin benetzt werden, so dass es
in keiner Phase des Betriebs der Brennkraftmaschine 10 zu
einem "Klopfen" aufgrund einer unkontrollierten
Vorverbrennung kommen kann. Da insgesamt das Gemisch im
Brennraum 12 stöchiometrisch ist, stehen alle Möglichkeiten
der Abgasreinigung durch einen Dreiwege-Katalysator (in der
Figur nicht dargestellt) zur Verfügung. Wie aus den Fig. 3
und 4 hervorgeht, zeichnet sich die Brennkraftmaschine 10
im Betrieb daher durch geringe Abgasemissionen und einen
günstigen Benzinverbrauch aus.
Bei höherer Drehzahl (vgl. Fig. 6) wird in dem vorliegenden
Ausführungsbeipiel das Hochdruck-Einspritzventil von dem
Steuer- und Regelgerät 36 so angesteuert, dass der
Einspritzbeginn auf die Winkelstellung der Kurbelwelle 20
bezogen früher liegt als bei geringerer Drehzahl (vgl. 5),
vorliegend bei einem Winkel der Kurbelwelle von
-144° ZOT. Die Einspritzung wird bei einem Winkel der
Kurbelwelle 20 von -36° ZOT beendet und die Zündung
erfolgt bei einem Winkel der Kurbelwelle 20 von -20° ZOT.
Da die absolute Zeit zwischen dem Ende der Einspritzung und
der Zündung bei höherer Drehzahl relativ kurz ist, ergibt
sich in diesem Betriebsbereich ein Anstieg des
Benzinverbrauchs von ungefähr 5% im Vergleich zu einer
Einspritzung des Kraftstoffs während der Ansaugphase (Fig.
4a). Dieser Verbrauchsanstieg tritt jedoch nur im Bereich
der Volllast auf und kann durch ein höheres
Kompressionsverhältnis und verbrauchsoptimale Zündwinkel
ausgeglichen werden. Wie aus Fig. 4d hervorgeht, zeigt sich
bei Volllast auch eine höhere Rußemission, welche jedoch
immer noch unter 1 liegt. Durch eine Feinabstimmung und mit
höheren Drücken der Kraftstoff-Sammelleitung 24 können
jedoch auch noch niedrigere Rußwerte erhalten werden.
Auch wenn dies im vorliegenden Ausführungsbeispiel nicht
dargestellt ist, eignet sich die Brennkraftmaschine 10
besonders für den Einsatz mit einem Turbolader, welcher die
dem Brennrum 12 zugeführte Luft vorverdichtet. Da, wie oben
ausgeführt worden ist, aufgrund der strahlgeführten
Einspritzung erst kurz vor der Zündung ein zündfähiges
Gemisch nur in Brennraummitte vorliegt, besteht auch bei
vorverdichteter Ansaugluft keine Gefahr von "Klopfen".
Anstelle einer Zündkerze 26 könnte auch eine
Glüheinrichtung verwendet werden. Eine solche, von
Dieselmotoren her bekannte Einrichtung, ist relativ
preiswert und erfordert keine komplexe Zündanlage. In
diesem Fall wird der Verbrennungsvorgang nicht mehr durch
die Zündung eines Funkens, sondern durch den Beginn der
Benzineinspritzung eingeleitet. Die Bildung eines
Flammkerns findet jedoch ebenfalls punktuell statt, nämlich
im Bereich z. B. eines Glühstifts der Glüheinrichtung, also
letztlich ähnlich wie bei der Funkenzündung an den
Elektroden 40 der Zündkerze 26 im vorliegenden
Ausführungsbeispiel. Bei hoher Drehzahl und/oder hoher Last
kann die Glüheinrichtung mit geringerer Leistung betrieben
werden.
Claims (12)
1. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine (10),
bei dem Benzin direkt in einen Brennraum (12) mindestens
zeitweise so eingespritzt und Luft dem Brennraum (12)
mindestens zeitweise so zugeführt wird, dass das Benzin-
Luftgemisch im Brennraum (12) geschichtet vorliegt, dadurch
gekennzeichnet, dass das Benzin wenigstens zeitweise
während der Kompressionsphase der Brennkraftmaschine (12)
eingespritzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Einspritzung des Benzins in den Brennraum (12) in
räumlicher Nähe zu einer Zündeinrichtung (40) erfolgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die Schichtung des Benzins im
Brennraum (12) durch ein Einspritzventil (22) erfolgt.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch
gekennzeichnet, dass bei geringer Betriebslast,
insbesondere im Leerlauf der Brennkraftmaschine (12), keine
Androsselung der Ansaugluft stattfindet.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das geometrische
Kompressionsverhältnis der Brennkraftmaschine (10) im
Bereich von 13 bis 16 liegt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaugluft vorverdichtet
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zündung des Gemisches
durch die Zündeinrichtung (40) nach der Einspritzung des
Benzins in den Brennraum (12), vorzugsweise nach einer
Drehung der Kurbelwelle (20) um ungefähr 0 bis 20°,
und/oder während der Einspritzung, erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass die Zündung des Gemisches mittels
einer Glüheinrichtung erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Glüheinrichtung bei höherer Drehzahl und/oder Last
mit geringerer Leistung betrieben wird als bei geringerer
Drehzahl und/oder Last.
10. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
9 geeignet ist, wenn es auf einem Computer ausgeführt wird.
11. Computerprogramm nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, dass es auf einem Speicher, insbesondere
auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
12. Brennkraftmaschine mit einer Einspritzeinrichtung
(22), welche Benzin direkt in einen Brennraum (12)
mindestens zeitweise so einspritzt, und mit einer
Luftzuführeinrichtung (14), welche Luft dem Brennraum (12)
mindestens zeitweise so zuführt, dass das Benzin-
Luftgemisch im Brennraum (12) geschichtet vorliegt, dadurch
gekennzeichnet, dass die Einspritzeinrichtung (22) das
Benzin ausschließlich während der Kompressionsphase der
Brennkraftmaschine (10) in den Brennraum (12) einspritzt.
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