DE10047693A1 - Verfahren zur Verlängerung der Standzeit von Katalysatoren - Google Patents
Verfahren zur Verlängerung der Standzeit von KatalysatorenInfo
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Abstract
Verfahren zum Verlängern der Standzeit von Katalysatoren für eine partielle Oxidation in Rohrbündelreaktoren, dadurch gekennzeichnet, daß man in den Kontaktrohren und im Bereich des Rohrbodens und im Bereich zwischen Rohrboden und Gaseintritts- und/oder -austrittshaube eine Schüttung aus einem Inertmaterial verwendet.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verlängerung
der Standzeit von Katalysatoren in Rohrbündelreaktoren und Behäl
ter zum Stabilisieren einer Inertmaterialschüttung gegen Verwe
hung.
Rohrbündelreaktoren werden verwendet für Verfahren für hochex
otherme, temperaturempfindliche Reaktionen (siehe z. B. Ullmann's
Encyclopedia of Industrial Chemistry, 6th ed, 1999 Electronic
Release. Kapitel: Catalysis and Catalysts-Reactors for Two-
Phase Systems) und sind analog auch für endotherme Verfahren ein
setzbar.
Rohrbündelreaktoren weisen ein innerhalb eines Reaktormantels von
einem im Kreislauf gepumpten Wärmeträger, z. B. Wasser, Wärmeträ
geröle oder eutektische Salzgemische, umspültes Kontaktrohr
bündel, das sich zwischen einem reaktionsgaseintrittsseitigen und
einem reaktionsgasaustrittsseitigen Rohrboden erstreckt, sowie
die beiden Rohrböden stirnseitig überspannende Gaseintritts
gende Prozeßgas, im allgemeinen ein Gasgemisch, wird über die
Gaseintrittshaube in die Katalysatormasse enthaltenden Kontakt
rohre eingeleitet und nach Passieren derselben über die Gasaus
trittshaube aus dem Reaktor abgeführt. Dabei kann sich der Gas
eintritt oberseitig oder unterseitig befinden und der Wärmeträger
gesamtheitlich gesehen im Gleich- oder Gegenstrom in Bezug auf
den Prozeßgasstrom durch den Reaktor hindurchtreten. Auch kann
der Reaktor mehrstufig ausgebildet sein.
Gewöhnlich wird der Prozeßgasstrom aus zwei oder mehreren erst
kurz vor Eintritt in den Reaktor, d. h. dessen Gaseintrittshaube,
zusammengeführten Stoffströmen erhalten. Dabei kann es, vor allem
in unmittelbarer Nähe des gewöhnlich verhältnismäßig heißen Rohr
bodens, zu für den Prozeß schädlichen Nebenreaktionen kommen.
Dies ist besonders bei solchen Rohrbündelreaktoren der Fall, bei
denen der Rohrboden rohrfreie Bereiche aufweist, in denen der
Wärmeträger umgelenkt wird, so daß der Rohrboden etwa die
Temperatur des Wärmeträgers aufweist. Dieser Effekt ist besonders
während der Anfahrphase, z. B. nach einer Abstellung, ausgeprägt.
Nachteilig an solchen Reaktoren ist weiterhin, daß lt. Ullmann's
Encyclopedia of Industrial Chemistry (6th ed, 1999 Electronic
Release. Kapitel: Catalysis and Catalysts-Filling Fixed-Bed
Reactors) Katalysatorverteilung und -partikelgröße einheitlich
sein müssen, um eine Kanalbildung zu vermeiden, die zu einer un
genügenden Wärmeübertragung und einer Beeinträchtigung der Kata
lysatorleistung führt. Der Druckverlust in jedem Kontaktrohr
sollte der gleiche sein, so daß der Gasstrom einheitlich über
alle Rohre verteilt wird.
Leichte Veränderungen der Packungsdichte in den Rohren kann einen
uneinheitlichen Wärmeübergang und, im Fall stark exothermer Reak
tionen, am Katalysator sogenannte hot spots und Selektivitätsver
lust zur Folge haben.
Da in Rohrbündelreaktoren ein Katalysatorwechsel eine Abstellung
für mehrere Wochen bedeutet und der Druckverlustabgleich in Rohr
bündelreaktoren ein manueller Vorgang ist (Ullmann's Encyclopedia
of Industrial Chemistry, 6th ed, 1999 Electronic Release. Kapitel:
Oxidation-Process Technology of Heterogeneously Catalyzed
Oxidations), ist man bestrebt, dem Katalysator eine möglichst
lange Standzeit, d. h. der Zeitraum, in dem der Katalysator be
stimmte Umsatz und Selektivitätswerte unter akzeptablen Prozeßpa
rametern erreicht, zu verschaffen.
Beispiele für exotherme Reaktionsprozesse sind partielle Oxida
tionen, wie z. B. die Herstellung von Maleinsäureanhydrid, Phthal
säureanhydrid, Acrolein, Methacrolein, Methacrylsäure und Acryl
säure, aber auch Ethylenoxid und Propylenoxid sowie als Beispiele
für endotherme Prozesse die Herstellung von Blausäure und Vinyl
formamid.
Partielle Oxidationen im Sinne dieser Schrift sind solche Gas
phasenoxidationen, bei denen im Verlauf der Reaktion eine bisher
nicht im Zielmolekül vorhandene Bindung zwischen einem Kohlen
stoffatom und einem Sauerstoffatom geknüpft wird, wobei das
Sauerstoffatom aus dem molekularen Sauerstoff des Prozeßgases
stammt.
Beispiele für solche partiellen Oxidationen sind die an sich
bekannten Herstellungen von Maleinsäureanhydrid aus n-Butan oder
2-Buten, Phthalsäureanhydrid aus o-Xylol, Acrolein aus Propan
oder Propen, Methacrolein aus iso-Butan, iso-Buten, oder tert.-
Butanol, Methacrylsäure aus iso-Butan, iso-Buten, tert.-Butanol,
Methyl-tert.-Butylether, Methacrolein oder iso-Butyraldehyd,
Acrylsäure aus Acrolein, Propan oder Propen, Ethylenoxid aus
Ethen sowie Propylenoxid aus Propen.
Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sowie der Sicherheitstechnik
wird zumindest ein Teil des nicht kondensierbaren Reaktoraus
trages nach weitgehendender Abtrennung der Reaktionsprodukte, als
Kreisgas in den Reaktor zurückgeführt, um die darin befindlichen
Wertkomponenten zu verwerten oder um dieses Kreisgas als ein
reaktionsträges Verdünnungsgas zu verwenden.
Mit diesen, sowie mit dem Prozeßgas, das den Reaktor passiert
hat, werden jedoch in gewissem Maße auch Verunreinigungen, z. B.
höhermolekulare organische Substanzen, Schmutzpartikel und Verko
kungsprodukte, mitgeführt, die sich auf dem Rohrboden und/oder
der Katalysatormasse niederschlagen können. Dies ist insbesondere
der Fall bei Reaktionen in mehrstufigen Reaktionszonen, zum Bei
spiel bei mehreren hintereinandergeschalteten Reaktoren, bei de
nen beim Übergang von einer Reaktionszone in die darauffolgende
ein. Wert-, Zwischen- oder Nebenprodukt unselektive Reaktionen
durchführen kann, z. B. Verkokung, Polymerisation, Kondensation
von hochsiedenden Komponenten etc., und somit als weitere Verun
reinigungen zu Ablagerungen auf dem Rohrboden, dem Katalysator
und/oder in einzelnen Kontaktrohren führen kann, die diese zumin
dest teilweise verstopfen können. Zusätzlich zu den bisherigen
aufgeführten Verunreinigungen kann auch ein Katalysatorbestand
teil aus einer vorhergehenden Stufe ausgetragen werden, z. B.
durch Abrieb oder Sublimation, und in der folgenden Verfahrens
stufe stören.
Je nach gaseintrittsseitiger Anströmung des Rohrbodens werden
solche teilweise oder vollständig verstopften Reaktionsrohre oder
Rohrbündelbereichen nicht mehr wunschgemäß von dem Prozeßgas
durchströmt und nehmen somit nicht mehr optimal an der Reaktion
teil. In gleichem Maße werden die anderen Kontaktrohre und darin
enthaltener Katalysator stärker belastet, wodurch die lokale
Temperatur erhöht wird, was ebenfalls zu einer schnelleren Des
aktivierung führen kann. Eine Teildurchströmung teilverstopfter
Rohre kann nicht nur aufgrund der veränderten Stömungsgeschwin
digkeits- und Verweilzeitverhältnisse in diesem Reaktionsraum zu
unselektiven Reaktionen führen, es kann auch, wie oben beschrie
ben, durch die veränderte Wärmeabfuhr zu lokalen Überhitzungen
(hot spots) führen, die den Katalysator z. T. über dessen Tole
ranztemperaturbereich oder dessen thermische Stabilität erhitzen
und irreversibel schädigen und somit dessen Standzeit verkürzen
oder zu Zündungen oder Deflagrationen des Reaktionsgasgemisches
führen können. Eine solche in einem Rohr verursachte Deflagration
oder Zündung kann bei niedriger Gasströmungsgeschwindigkeit in
den Gaseintrittsraum zwischen Rohrboden und Gaseintrittshaube zu
rückschlagen und dort zu weiteren hot spots oder Druckstößen, die
den Katalysator oder den Reaktor und die damit verbundenen Apparate
schädigen oder zumindest ein Ansprechen der sicherheitstech
nischen Einrichtungen bewirken können, was eine Abstellung der
Anlage und damit Produktionsausfall zur Folge haben kann, führen.
Eventuell entstandene Ablagerungen von Verkokung oder Polymeri
sation werden in der Praxis häufig durch Abbrennen, d. h. Behan
deln mit einem sauerstoffhaltigen Gas bei erhöhter Temperatur,
entfernt. Dadurch können an stark verunreinigten Stellen hohe lo
kale Temperaturen auftreten, die im ungünstigsten Fall die Inte
grität von Katalysator oder Reaktorbauteilen beeinflussen können.
Die Verwendung von Inertschüttungen in Reaktoren ist seit langem
bekannt.
W. Bauer, Jr., beschreibt in "Kirk-Othmer, Encyclopedia of
Chemical Technology", 4th ed., 1994, Kapitel "Acrylic Acid and De
rivatives", Seite 298, daß in der Stufe der partiellen Oxidation
von Propen eine kleine Menge eines inerten Materials als
Vorheizer für das Feedgas fungiert.
In der DE-A 30 42 468 wird für die erste Reaktionsstufe der Zwei-
Stufen-Oxidation von Propylen ein Kühlbereich in Form eines Bet
tes eines inerten Feststoffes in den Kontaktrohren gasaustritts
seitig im Anschluß an die Katalysatorschüttung beschrieben. Auf
die Verwendung eines solchen Kühlbereichs zur Verringerung von
Ablagerungen oder als Flammensperre wird nicht eingegangen.
In der DE-A1 198 06 810 wird ein Röhrenreaktor mit einer die
Rohrquerschnitte aussparenden Wärmeisolationsschicht im Bereich
des reaktionsgaseintrittsseitigen Rohrbodens beansprucht. Eine
solche Wärmeisolationsschicht bewirkt gaseintrittsseitig, daß das
eintretende Prozeßgas von dem heißen Rohrboden ferngehalten wird
und wärmeträgerseitig, daß der Rohrboden im Verhältnis zu dem
Wärmeträger kühl gehalten wird.
Zugrundeliegende Aufgabe der DE-A1 198 06 810 war das Unterbinden
von Nebenreaktionen, vor allem Zündungen und Deflagrationen, in
nerhalb der Gaseintrittshaube. Es wird vorgeschlagen, den Rohrbo
den gegenüber dem Wärmeträger oder dem eintretenden Prozeßgas
wärmezuisolieren, so daß der Rohrboden verhältnismäßig kühl ge
halten wird, beziehungsweise das Prozeßgas daran gehindert wird,
mit dem heißen Rohrboden in Berührung zu kommen.
Die wärmeträgerseitig auf dem Rohrboden aufgetragene Wärmeisola
tionsschicht besteht beispielsweise aus Keramik, etwa einer Glas
fritte, oder einem entsprechenden wärmeabführenden Feststoff und
umschließt die einzelnen Rohre ebenso dicht, wie diese sich an
den Reaktormantel anschließen und spart die Rohrquerschnitte aus.
Zusätzlich zu der Isolierung des gaseintrittsseitigen Rohrbodens
kann eine Füllung aus keramischem Material, einem Drahtmattenge
flecht oder dergleichen enthalten sein.
Nachteilig an dieser Wärmeisolationsschicht ist, daß diese
Schicht speziell durch Aussparung der Rohrquerschnitte aufwendig
an den Rohrbündelreaktor angepaßt werden muß. Eine wärmeträger
seitige Wärmeisolierung ist weiterhin im Rahmen üblicher Abstel
lungen nicht ohne weiteres zu Kontroll- oder Austauschzwecken
zugänglich, dies erfordert ein Öffnen des Wärmeträgerraums. Zudem
wird durch die vorgeschlagene Wärmeisolierung der Katalysator
nicht vor Verunreinigungen geschützt.
In der WO 00/51962 wird ein Verfahren zur Herstellung von Vinyl
acetat aus Ethylen, Sauerstoff und Essigsäure in einem Rohr
bündelreaktor beschrieben, in dem flüssige Essigsäure, Inhibitor
rückstände und Polymere in einem inerten Material, das über sein
gesamtes Volumen miteinander verbundene Hohlräume aufweist, aus
dem Feedgas herausgefiltert werden. Eine weitere Wirkung dieses
inerten Materials besteht darin, das Feedgas, das diese herauszu
filternden Substanzen enthält, gleichmäßiger auf die Röhren des
Reaktors zu verteilen und ein Rückschlagen von Flammen zu verhin
dern. Des weiteren werden entfernbare Gitter oder unterstützende
Strukturen, wie z. B. Rahmen, zur Aufbewahrung und zum Schutz des
Inertbettes vorgeschlagen, um einen Zugang von Personal zu ge
währleisten, ohne daß das Inertbett zerdrückt wird, oder ein An
bringen des Inertbettes an der Reaktorunterseite zu ermöglichen.
Nachteilig ist, daß durch solche entfernbaren Gitter oder Unter
stützungsstrukturen der Wechsel des Inertbettes erschwert wird.
Ferner werden in der WO 00/51962 lediglich Inertbetten auf der
Gaseintrittsseite beschrieben, um im Feedgas enthaltene Essig
säure oder nichtflüchtige Bestandteile herauszufiltern. Problema
tischer kann jedoch das Prozeßgas auf der Gasaustrittseite, d. h.
nach Passage eines Katalysators, sein. In diesem sind, bedingt
durch die Reaktionsführung, polymerisationsfähige Substanzen der
oben genannten partiellen Oxidationen, z. B. Acrylsäure, Meth
acrylsäure, Maleinsäureanhydrid, Acrolein, Methacrolein etc.,
sowie niedere Aldehyde, aber auch Katalysatorbestandteile, wie
z. B. Abrieb oder Sublimat, angereichert, so daß das Prozeßgas auf
der Gasaustrittseite des Reaktors eine wesentlich höhere Gefahr
der Bildung von Verunreinigungen beziehungsweise Verunreinigungen
beinhalten kann, so daß nachfolgende Verfahrensstufen davon
betroffen sein können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein Verfahren für eine
partielle Oxidation zur Verfügung zu stellen, welches gleicherma
ßen zur Verringerung der Ablagerungen auf Katalysator oder Appa
ratebauteilen, als Gasverteilung sowie als Flammen- beziehungs
weise Explosionssperre auf der Gaseintritts- und/oder -austritts
seite dient.
Es wurde nun gefunden, daß man die Standzeit von Katalysatoren
für eine partielle Oxidation in Rohrbündelreaktoren verlängern
kann, wenn man eine Schüttung aus einem Inertmaterial im Bereich
des Rohrbodens in den Kontaktrohren und im Bereich zwischen Rohr
boden und Gaseintritts- und/oder -austrittshaube verwendet.
Das Inertmaterial, bestehend aus geeigneten Formkörpern, wird in
einer zufälligen Schüttung (5) ober- und/oder unterhalb (nicht
dargestellt) der in den Kontaktrohren befindlichen Katalysator
schüttung (4) gefüllt (Fig. 1). Dies umfaßt im allgemeinen zu
sätzlich zu der Dicke des Rohrbodens (11 beziehungsweise 12) eine
Füllhöhe zwischen Katalysatorschüttung und der Wärmeträgerseite
des Rohrbodens von 1 bis 50 cm, besonders 2 bis 20 cm und beson
ders bevorzugt 5 bis 10 cm.
Somit umfaßt die Inertmaterialschüttung in den Kontaktrohren im
Bereich des Rohrbodens (5) auf der Oberseite des Reaktors das
Volumen zwischen der Oberkante der Katalysatorschüttung und der
Oberseite des Rohrbodens beziehungsweise auf der Unterseite des
Reaktors analog das Volumen zwischen Unterkante der Katalysator
schüttung und Unterseite des Rohrbodens.
Falls gewünscht, kann zusätzlich dazu der Katalysator auf der Ga
seintritts- und/oder -austrittsseite mit Inertmaterial vermischt
werden.
Als Formkörper kommen dem Fachmann an sich bekannte Körper mit
hoher geometrischer ("äußerer") Oberfläche in Betracht, z. B.
Kugeln, Ringe, Wendeln, Sattelkörper, Geflechte, unregelmäßiges
Granulat, Tabletten, Zylinder oder Stränge, gegebenenfalls als
Preßlinge oder Extrudate.
Die Größe der Formkörper, d. h. im Rahmen dieser Schrift deren
größte räumliche Ausdehnung, beträgt im allgemeinen bis zu 15 mm,
bevorzugt zwischen 0,5 und 10 mm, besonders bevorzugt zwischen 1
und 7 mm und ganz besonders bevorzugt zwischen 1 und 5 mm.
Der Bereich des Rohrbodens in den Kontaktrohren ist im allge
meinen nicht mit Katalysatormasse beschickt, da in diesem
Bereich, der nicht mit Wärmeträger umspült ist, die Abfuhr der
durch die exotherme Reaktion innerhalb der Kontaktrohre erzeugten
Reaktionswärme nur unzureichend möglich ist.
Als Inertmaterial sind solche Materialien geeignet, die die Maß
gabe erfüllen, daß sie unter den Reaktionsbedingungen keine we
sentlichen chemischen Reaktionen an dem vorliegenden Reaktions
gasgemisch zur Folge haben, beispielsweise Oxide, Sulfide, Ni
tride, Carbide, Carbonate und Silikate der Alkali-, Erdalkali-
und Übergangsmetalle, sowie der Metalle, Halb - und Nichtmetalle
der III., IV. und V. Hauptgruppe des Periodensystems der chemi
schen Elemente sowie deren Gemische. Bevorzugt sind Magnesium
oxid, Kalziumoxid, α-Aluminiumoxid, γ-Aluminiumoxid, Siliziumdi
oxid, Titandioxid, Zinkoxid, Siliziumnitrid und Siliziumcarbid
sowie mindestens eine dieser Substanzen enthaltende in der Natur
vorkommende oder künstliche Gemische, wie z. B. Aluminiumsilikate,
keramische Materialien, gängige Feuerfestmaterialien und Gläser.
Besonders bevorzugt sind α-Aluminiumoxid, Siliziumcarbid,
Bentonit, Steatit, Mullit, Kyanit, Bimsstein, Kieselgur und/oder
Kaolin.
Vorzugsweise werden solche Inertmaterialien verwendet, die neben
ihrer durch die Geometrie des Formkörpers bedingten äußeren Ober
fläche eine erhöhte Porosität und/oder innere Oberfläche auf
weisen, bevorzugt solche mit Grob- und/oder Feinporen, unter
letzteren solche mit Makro- und/oder Mesoporen.
Selbstverständlich sind auch Stähle und Edelstähle in den tech
nisch gängigen Legierungen möglich, weisen jedoch im wesentlichen
lediglich eine geometrische Oberfläche auf.
Durch eine große geometrische und innere Oberfläche wird im
allgemeinen eine höhere Adsorptionswirkung und infolgedessen eine
höhere Reinigungswirkung im Prozeßgasstrom erzielt als ohne be
ziehungsweise einer solchen Inertmaterialschüttung mit geringerer
Oberfläche.
Die in den Kontaktrohren befindliche Inertmaterialschüttung (5)
soll so beschaffen sein, daß sie ein Zurückschlagen einer in den
Kontaktrohren, beispielsweise durch einen hot spot oder derglei
chen, entstandenen oder entstehenden Flammenbildung in den Raum
zwischen gaseintrittsseitigem Rohrboden und Gaseintrittshaube
verhindert. Dies ist bevorzugt dann der Fall, wenn das Inert
material im wesentlichen aus Formkörpern besteht, deren Größe bis
zu 3 mm beträgt, besonders bevorzugt zwischen 0,5 und 2 mm, ganz
besonders bevorzugt sind Kugeln mit einer Größe zwischen 0,5 und
2 mm.
Ein Zurückschlagen der Flammen in die Räume zwischen Rohrboden
(11 beziehungsweise 12) und Haube (1 beziehungsweise 2) wird im
allgemeinen umso wirkungsvoller verhindert, je kleiner die Form
körper, beziehungsweise die Zwischenräume zwischen den Form
körpern sind, beziehungsweise je geringer bei Netzen oder
Geflechten die Maschenweite ist.
Da dadurch jedoch der Druckverlust ansteigt, wird diese Flammen
sperre bevorzugt nur im Bereich der Kontaktrohre (5) eingesetzt.
Zudem neigen die geringen Zwischenräume dazu, durch Verunreini
gungen verstopft zu werden, so daß eine Abtrennung solcher Verun
reinigungen durch eine zusätzliche Inertmaterialschüttung (6)
zwischen Rohrboden und Haube vorteilhaft ist.
Der Bereich zwischen dem Rohrboden und der Gaseintritts- bezie
hungsweise -austrittshaube ist erfindungsgemäß ebenfalls mit
Inertmaterial (6) befüllt. Die in diesem Bereich befindliche
Inertmaterialschüttung ist im wesentlichen so beschaffen, daß sie
im Reaktionsgas enthaltene Verunreinigungen abfängt, z. B. durch
Adsorption oder Filterwirkung, und/oder daß sie eine gleichmäßige
Verteilung des anströmenden Reaktionsgases auf die Kontaktrohre
bewirkt, um lokale Belegungen der Inertmaterialschüttung auszug
leichen, und/oder daß sie ein Angleichen der Temperatur des gas
eintrittsseitigen Reaktionsgases an die Temperatur des Rohrbodens
bewirkt, und/oder daß sie bei geringem Druckverlust entlang der
Kontaktrohre, z. B. bei relativ kurzen Kontaktrohren, bei der sich
bereits kleine Differenzen zwischen den einzelnen Kontaktrohren
stark auswirken können, eine Angleichung des Druckverlustes zwi
schen den einzelnen Kontaktrohren bewirkt.
Für diese Zwecke kann die gleiche Inertmaterialschüttung wie in
den Kontaktrohren verwendet werden, bevorzugt wird im Bereich
zwischen Rohrboden und Gaseintritts- oder -austrittshaube jedoch
eine Schüttung aus größeren Formkörpern als die in den Kontakt
rohren verwendeten eingesetzt, besonders bevorzugt eine Schüt
tung, deren Größe der Formkörper zwischen 2 und 8 mm beträgt und
ganz besonders bevorzugt zwischen 3 und 5 mm. Ebenfalls kann das
im Bereich zwischen Rohrboden und Gaseintritts- oder Gasaus
trittshaube verwendete Inertmaterial aus dem gleichen oder einem
geeigneten anderen Material und/oder den gleichen und oder ande
ren Formkörpern bestehen.
Die Füllhöhe der Inertmaterialschüttung (6) im Bereich zwischen
Rohrboden und Gaseintritts- oder -austrittshaube kann beispiels
weise zwischen 5 und 100 cm betragen, bevorzugt zwischen 5 und
80 cm, besonders bevorzugt zwischen 10 und 50 cm und ganz besond
ers bevorzugt zwischen 10 und 30 cm.
Selbstverständlich ist die Verwendung einer Schüttung aus inertem
Material nicht nur auf die Gaseintrittsseite beschränkt, sondern
kann sich auch auf der Gasaustrittsseite der Kontaktrohre und/
oder zwischen Reaktor und Gasaustrittshaube befinden (in Fig. 1
nicht dargestellt). In diesem Fall besteht der Zweck einer derar
tigen Inertmaterialschüttung hauptsächlich darin, die im Reakti
onsgas enthaltenen Verunreinigungen zu entfernen, um deren Abla
gerungen in einer nachgeschalteten Verfahrensstufe, wie z. B. Re
aktor, Absorber, Wärmetauscher oder Quench, zu verringern, be
sonders solche Ablagerungen in einem Wärmetauscher, z. B. einem
Zwischenkühler. In diesem Fall ist die Inertmaterialschüttung in
geeigneter Weise gegen ein Abrutschen zu sichern, da sich die
Gasaustrittsseite üblicherweise an der Unterseite der beschriebe
nen Reaktoren befindet.
In diesem Fall oder im Fall der Durchströmung des Reaktors von
unten nach oben kann es vorteilhaft sein, für die Haube (2) auf
der Unterseite des Reaktors, gegebenenfalls mit daran befindli
chen Bauteilen, wie z. B. einem Quench oder Wärmetauscher, z. B.
einem Zwischenkühler, eine Absenkungsvorrichtung (Fig. 4, 13)
vorzusehen, mit der die Zugänglichkeit der Inertmaterialschüttung
durch Absenkung der Haube (2), wie in Fig. 4b dargestellt, er
leichtert wird. Die Art der Absenkung ist nicht beschränkt, sie
kann z. B. hydraulisch erfolgen.
Dazu wird die untere Haube (2) mit einer an sich bekannten,
beispielsweise hydraulischen Vorrichtung dauerhaft verbunden, mit
der die Haube nach Lösen der Verbindung mit dem Reaktormantel
kontrolliert, z. B. zu Reinigungs- oder Wartungsarbeiten abgesenkt
werden kann. Nach Abschluß der genannten Arbeiten kann die Haube
(2) durch dieselbe Vorrichtung wieder in den Ausgangszustand ge
führt und erneut mit dem Reaktormantel verbunden werden.
Die Inertmaterialschüttung wird in diesem Fall auf einer geeigne
ten Halterung gelagert, durch die die Formkörper nicht entweichen
können, z. B. Lochbleche, Siebe, Siebbleche, Gewebe, Netze oder
Kombinationen davon. Weiterhin können selbstverständlich auch die
unten beschriebenen Stabilisierungsmöglichkeiten verwendet wer
den.
Für die Füllhöhe der Inertmaterialschüttung gilt das oben
Gesagte.
Das erfindungsgemäße Verfahren beinhaltet eine Führung des zur
Reaktion zu bringenden Reaktionsgases durch den Reaktor von oben
nach unten oder von unten nach oben. Bevorzugt wird das Prozeßgas
von oben nach unten durch den Reaktor geleitet.
Die Führung des Wärmeträgers ist dabei nicht beschränkt.
Erfindungsgemäß kann der Wärmeträger bezogen auf den Prozeßgas
strom im Gleich- oder Gegenstrom geführt werden, bevorzugt ist
die Führung im Gleichstrom.
Weiterhin kann es sinnvoll sein, den Abstand zwischen Rohrboden
(12) und Haube (2) in der in Fig. 5 gezeigten Weise zu
vergrößern, um so einen Bereich (14) zwischen Haube und Rohrboden
für eine größere Menge Inertmaterial zu schaffen. Dieser Bereich
(14) kann sich auf der Ober- oder Unterseite des Reaktors, bezie
hungsweise gaseintritts- oder -austrittsseitig befinden und,
falls er sich auf der Unterseite befindet, ebenfalls für eine
Absenkung vorgesehen sein.
Da die Inertmaterialschüttung in den Reaktoren relativ hohen Gas
geschwindigkeiten ausgesetzt ist, besteht die Gefahr, daß die
einzelnen Formkörper infolge von Gasströmungen und Verwirbelun
gen, z. B. als Folge der Strömungsleitung durch eine einer Prall
platte (3), aber auch ohne Prallplatte, in der Schüttung bewegt
werden, wodurch sich Verwehungen bilden können. Durch derartige
Verwehungen wird die Wirksamkeit der Inertmaterialschüttung durch
Veränderung der gewünschten Schütthöhe beeinträchtigt. Dies kann,
je nach Art, Größe und Gewicht der Formkörper, schon ab Gas
geschwindigkeiten von ca. 5 bis 8 m/s der Fall sein.
Um solchen Verwehungen entgegenzuwirken, kann es weiterhin
erfindungsgemäß sinnvoll sein, die Inertschüttung durch wenig
stens eine der folgenden Maßnahmen gegen Verwehung zu stabilisie
ren:
- - Eine im wesentlichen parallel zu dem Rohrboden verlaufende Abdeckung (7) kann die Inertmaterialschüttung auf der Gasein- oder -austrittsseite stabilisieren, falls gewünscht können auch mehrere Schichten aus Inertmaterialschüttung durch sol che Abdeckungen stabilisiert werden (Fig. 2).
- - Die Inertmaterialschüttung kann in geeignete Behälter (9) ge füllt werden, bei denen zumindest Boden (15) und der gegebe nenfalls vorhandene Deckel (18) aus einer Abdeckung bestehen (Fig. 3, 3a, 3b, 6a, 6b).
Als Abdeckungen, d. h. für das Prozeßgas durchlässige Wände, kön
nen Lochbleche, Siebe, Siebbleche, Gewebe oder Netze verwendet
werden, deren Maschen- beziehungsweise Lochweite so beschaffen
ist, daß die Formkörper nicht durch die Maschen oder Löcher ge
langen oder diese verstopfen können. Dies ist beispielsweise bei
einer Maschen- beziehungsweise Lochweite der Fall, die bis zu der
Hälfte der Größe der verwendeten Formkörper, bevorzugt von einem
Zehntel bis zu einem Drittel und besonders bevorzugt von einem
Zehntel bis zu einem Viertel beträgt.
Die Abdeckungen können zweckmäßigerweise am Rohrboden oder der
Gaseintritts- oder -austrittshaube in an sich bekannter Weise be
festigt sein, beispielsweise durch Haken oder Verschraubungen.
Als Behälter für die Aufnahme der Inertmaterialschüttung können
solche verwendet werden, bei denen zumindest der Boden (15 in
Fig. 6a, b) aus einer oder mehreren der genannten Abdeckungen
besteht. Vorteilhafterweise bestehen auch die Seitenwände (16)
und/oder (17) aus einer oder mehreren der genannten Abdeckungen,
wobei die gleiche Abdeckung wie für den Boden (15) verwendet wer
den kann. Die Seitenwände (16) und/oder (17) können jedoch auch
massiv sein, d. h. keine Löcher und/oder Maschen aufweisen.
Weiterhin kann vorteilhafterweise ein Deckel (18) die Oberseite
des Behälters bilden, der ebenfalls aus einer oder mehreren der
genannten Abdeckungen besteht, wobei die gleiche Abdeckung wie
für den Boden (15) verwendet werden kann. Der Deckel (18) kann
wie in Fig. 6a vom Behälter getrennt vorliegen, er kann jedoch
auch fest mit dem Behälter auf an sich bekannte Weise verbunden
sein, z. B. durch Scharniere, Ringe oder Zapfen.
Zum Zwecke des Verschließens der Oberseite des Behälters kann der
Deckel (18) mit den Seitenwänden des Behälters in an sich bekann
ter Weise verbunden werden, z. B. über Schlösser, Haken, flexible
Stangen oder Federn. Wird auf den Deckel (18) verzichtet, so kön
nen die nach oben offenen Behälter beispielsweise auch mit einer
Abdeckung, die sich über den gesamten Reaktordurchmesser erstrec
ken kann, bedeckt werden.
Zusätzlich können die Behälter auf Abstandshalter (19) gestellt
werden, so daß, z. B. zum Temperaturausgleich, ein Abstand zum
Rohrboden eingehalten wird.
Die Behälter weisen vorzugsweise eine beliebige im wesentlichen
rechteckige oder quadratische Bodenfläche (15) auf, denkbar sind
jedoch auch beliebige andere Geometrien, wie z. B. Hexagone, Tra
peze usw.
Die Behälter, die sich am Randbereich des Rohrbodens zum Reaktor
mantel befinden, weisen bevorzugt eine gekrümmte Seitenwand (20,
Fig. 6b) auf, die der Krümmung der Reaktorwand beziehungsweise
des Reaktormantels angepaßt sind. Gleiches gilt damit auch für
den Boden (15) und den optionalen Deckel (18).
Typische Kantenlängen für die Bodenflächen (15) mit den Seiten
flächen (16) und/oder (17) liegen zwischen 20 und 200 cm, bevor
zugt zwischen 30 und 150 cm und besonders bevorzugt zwischen 40
und 100 cm.
Die Höhe der Behälter beträgt typischerweise 5 bis 110 cm, bevor
zugt 5 bis 90 cm, besonders bevorzugt 10 bis 60 cm und ganz be
sonders bevorzugt 10 bis 35 cm.
Der Abstand zwischen oberer Füllhöhe der Inertmaterialschüttung
in den Behältern und Oberkante der Seitenwände (16) und/oder
(17), beziehungsweise gegebenenfalls aufgesetztem Deckel, beträgt
typischerweise höchstens 20 cm, bevorzugt höchstens 10 cm und be
sonders bevorzugt höchstens 5 cm.
Die Abstandshalter (19) der Behälter sind, wenn vorhanden,
typischerweise 5 bis 100 mm lang.
Die Zahl der Abstandshalter beträgt mindestens vier beziehungs
weise bei gekrümmten Behältern wie in Fig. 6b mindestens drei, es
können jedoch beliebig viele hinzugefügt werden.
Weiterhin können sich an den Behältern Vorrichtungen, wie z. B.
Griffe, Ösen oder Haken, befinden, die einen leichten Austausch
der Behälter, beispielsweise bei einem Wechsel der Inertmaterial
schüttung ermöglichen (in Fig. 6a, 6b nicht gezeigt).
Somit können die Behälter samt auszutauschender Inertmaterial
schüttung leicht entfernt und, gegebenenfalls nach Öffnen des op
tionalen Deckels (18), entleert werden, sowie, falls gewünscht,
mit frischem Inertmaterial befüllt und aufs Neue im Gaseintritts-
oder -austrittsraum eingesetzt werden. Selbstverständlich kann
eine solche Inertmaterialschüttung aus den Behältern auch
beispielsweise durch Absaugen oder Ausschaufeln entfernt werden.
Das Material, aus dem die Abdeckungen oder Behälter bestehen ist
nicht beschränkt, vorzugsweise werden Stähle oder Edelstähle
verwendet.
Die Behälter können beispielsweise regelmäßig angeordnet sein
oder eine an bestimmte Teilbereiche des Rohrbodens, wie etwa
rohrfreien Zonen oder dem Randbereich, angepaßte Form aufweisen
(10 in Fig. 3b).
Die Schütthöhe des Inertmaterials kann in den einzelnen Behältern
gleich oder verschieden sein, ebenso das verwendete Inert
material. Vorzugsweise werden in den genannten rohrfreien Teilbe
reichen des Rohrbodens kleinere Formkörper und/oder solche mit
einer höheren inneren oder äußeren Oberfläche verwendet, sie kön
nen jedoch auch mit einem massiven Bauteil bestehend aus einem
geeigneten Inertmaterial, z. B. die oben genannten Inertmateria
lien, beispielsweise Schamottstein, bedeckt werden.
Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Abdeckung beziehungs
weise Behälter wird die Verwehung wirkungsvoll verringert, zu
sätzlich wird das Entfernen der Inertmaterialschüttung erleich
tert, indem das Material zusammen mit den Behältern oder der Ab
deckung entfernt wird.
Werden in den Bereichen im Kontaktrohr (5) und zwischen Rohrboden
und Gaseintritts- beziehungsweise -austrittshaube (6) unter
schiedliche Inertmaterialschüttungen verwendet, so kann es sinn
voll sein, diese Bereiche durch eine erfindungsgemäße Abdeckung,
die direkt auf dem Rohrboden aufgebracht ist (8 in Fig. 2), zu
1 trennen. Dies hat den Vorteil, daß bei einer Absaugung der Inert
materialschüttung (6) im Bereich zwischen Rohrboden und Gasein
tritts- beziehungsweise -austrittshaube die Inertmaterial
schüttung (5) in den Kontaktrohren nicht versehentlich entfernt
wird.
Des weiteren kann es sinnvoll sein, auf dem Inertmaterial, dem
Katalysator und/oder Reaktorbauteilen befindliche Ablagerungen,
die im Verlauf eines Verfahrens einer partiellen Oxidation ent
standen sind, durch Abbrennen, d. h. im wesentlichen vollständiger
Oxidation zu z. B. Kohlenstoffoxiden und Wasser, zu entfernen.
Dazu werden die Ablagerungen mit einem sauerstoffhaltigen Gas mit
einem Sauerstoffgehalt von 0,1 bis 50 Vol%, bevorzugt 0,5 bis 25 Vol%,
besonders bevorzugt 1 bis 20 Vol% bei einer Temperatur von
200 bis 800°C, bevorzugt 200 bis 600°C, besonders bevorzugt 250
bis 500°C und ganz besonders bevorzugt 300 bis 450°C und bei einem
Druck von 0,01 bis 5,0 MPa, besonders 0,05 bis 1,0 MPa, besonders
bevorzugt 0,09 bis 0,15 MPa und ganz besonders bevorzugt bei nor
malem Druck thermisch behandelt.
Als Inertgas zur Verdünnung kann Stickstoff, Wasserdampf, Kohlen
stoffdioxid und/oder Edelgase, wie z. B. Helium, Neon oder Argon,
verwendet werden, bevorzugt sind Stickstoff und/oder Wasserdampf.
Um bei der stark exothermen Regenerierung einen unkontrollierten
Temperaturanstieg und somit einen möglichen Schaden am Katalysa
tor zu vermeiden, beginnt man vorteilhafterweise bei einer nie
drigen Sauerstoffkonzentration. Darunter ist beispielsweise eine
Sauerstoffkonzentration von 0,1 bis 5 Vol.-% zu vestehen. Die auf
100 Vol.-% fehlenden Teile setzen sich wie vorher beschrieben zu
sammen. Vorteilhafterweise wird Luft mit Stickstoff und/oder Was
serdampf auf die gewünschte Sauerstoffkonzentration verdünnt. Je
nach Ausführungsform ist es möglich, bereits zu Beginn des Ab
brennens die gewünschte Endtemperatur einzustellen oder eine
niedrigere Temperatur. Erst bei fortschreitendem Abbrennen ist es
unter Kontrolle des Temperaturgradienten vorteilhaft, die Sauer
stoffkonzentration und/oder die Temperatur sukzessive oder konti
nuierlich zu erhöhen. Gegen Ende des Abbrennens ist es auch
möglich, unverdünnte Luft über den Katalysator zu leiten. Die
Sauerstoffbehandlung zum Abbrennen dauert im allgemeinen mehrere
Minuten bis wenige Tage und ist unter anderem abhängig von der
Art der Ablagerungen, der Art des Katalysators und vor allem von
der Menge an Verunreinigungen auf dem Katalysator. Eine zu kurze
thermische Behandlung führt zu einem ungenügenden Abbrennen der
Ablagerungen, eine längere Behandlung schadet im allgemeinen
nicht. Das Fortschreiten der Abbrennprozedur kann über die Exo
thermie der Reaktion, d. h. das Temperaturprofil entlang der
Katalysatorschüttung ("Hot Spot"), und den Gehalt an Kohlenstof
foxiden im Abgas verfolgt werden.
Dabei wird der Gasstrom durch den Reaktor so gewählt, daß die
Temperatur in einem individuellen Sicherheitbereich gehalten wer
den kann. Sollte dieser Sicherheitsbereich verlassen werden, so
kann die Temperatur abgesenkt und/oder der Anteil an Inertgas er
höht werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine verbesserte Wirt
schaftlichkeit durch eine vereinfachte technische Durchführbar
keit, sowie eine Verlängerung der Standzeit von Katalysatoren in
Rohrbündelreaktoren und eine Verkürzung der Abstellzeiten durch
einen einfacheren Wechsel der Inertmaterialschüttung. Weiterhin
wird ein vereinfachtes und sicherheitstechnisch weniger bedenkli
ches Abbrennen von Belegen ermöglicht, da diese überwiegend auf
der Inertmaterialschüttung und lediglich untergeordnet auf dem
Katalysator und/oder Reaktorbauteilen abgelagert sind.
Claims (18)
1. Verfahren zum Verlängern der Standzeit von Katalysatoren für
eine partielle Oxidation in Rohrbündelreaktoren, dadurch
gekennzeichnet, daß man in den Kontaktrohren und im Bereich
des Rohrbodens und im Bereich zwischen Rohrboden und Gasein
tritts- und/oder -austrittshaube eine Schüttung aus einem
Inertmaterial verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in
den Kontaktrohren im Bereich des Rohrbodens und im Bereich
zwischen Rohrboden und Gaseintritts- und/oder -austrittshaube
unterschiedliche Inertmaterialschüttungen verwendet.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß man als Inertmaterial Formkörper in
Gestalt von Ringen, Tabletten, Sätteln oder Kugeln verwendet.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß man als Inertmaterial Magnesiumoxid, Kal
ziumoxid, α-Aluminiumoxid, γ-Aluminiumoxid, Siliziumdioxid,
Titandioxid oder Siliziumcarbid oder mindestens eine dieser
Substanzen enthaltende, in der Natur vorkommende oder künst
liche Gemische verwendet.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß man als Inertmaterial Bimsstein, Kiesel
gur, Siliziumcarbid oder Steatit verwendet.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Formkörper in den Kontaktrohren im
Bereich des Rohrbodens bevorzugt eine Größe von höchstens 3 mm,
besonders bevorzugt zwischen 0,5 und 2 mm aufweisen.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Prozeßgas von oben nach unten durch
den Reaktor geführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Wärmeträger im Gleichstrom in Bezug
auf den Prozeßgasstrom durch den Reaktor geführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Wärmeträger im Gegenstrom in Bezug auf den
Prozeßgasstrom durch den Reaktor geführt wird.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Inertmaterialschüttung oder Inertma
terialschüttungen gegen Verwehung stabilisiert sind.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß we
nigstens eine im wesentlichen parallel zum Rohrboden ange
brachte Abdeckung verwendet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Abdeckung den Bereich des Rohrbodens in den Kontakt
rohren und den Bereich zwischen Rohrboden und Gaseintritts-
und/oder -austrittshaube voneinander trennt.
13. Behälter zum Stabilisieren einer Inertmaterialschüttung gegen
Verwehung, bestehend aus einem Boden (15), Seitenwänden (16)
und (17), gegebenenfalls einer gekrümmten Seitenwand (20) so
wie gegebenenfalls einem Deckel (18), dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest Boden (15) und der gegebenenfalls vorhandene
Deckel (18) aus einer Abdeckung bestehen.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Inertmaterialschüttung in Behälter nach An
spruch 13 gefüllt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
Füllhöhe der in den Behältern befindlichen Inertmaterial
schüttung gleich oder verschieden ist.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet,
daß in rohrfreien Bereichen des Rohrbodens eine andere Inert
materialschüttung und/oder ein anderes Inertmaterial als in
den übrigen Bereichen verwendet wird.
17. Rohrbündelreaktor mit Reaktormantel, Rohrböden (11) und (12),
Kontaktrohren (4), Gaseintritts- und -austrittshaube (1) und
(2) sowie Ein- und Austrittsöffnungen für Prozeßgas und
Wärmeträger, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Haube (2)
mit einer hydraulischen Absenkungsvorrichtung (13) verbunden
ist.
18. Verfahren zum Abbrennen von Ablagerungen aus einem partiellen
Oxidationsverfahren auf Inertmaterial, Katalysator und/oder
Reaktorbauteilen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Ablagerungen
mit einem sauerstoffhaltigen Gas mit einem Sauerstoff
gehalt von 0,1 bis 50 Vol% bei einer Temperatur von 200 bis
800°C und bei einem Druck von 0,01 bis 5,0 MPa thermisch
behandelt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000147693 DE10047693A1 (de) | 2000-09-25 | 2000-09-25 | Verfahren zur Verlängerung der Standzeit von Katalysatoren |
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10047693A1 true DE10047693A1 (de) | 2002-04-11 |
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| DE2000147693 Withdrawn DE10047693A1 (de) | 2000-09-25 | 2000-09-25 | Verfahren zur Verlängerung der Standzeit von Katalysatoren |
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| Country | Link |
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