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Technisches Gebiet
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Die
Erfindung betrifft ein magnetisches Bauelement mit einem magnetischen
Schichtsystem, insbesondere ein einen Magnetwiderstand (MR) oder Tunnelmagnetwiderstand
(TMR) ausnutzendes Bauelement, wie beispielsweise ein Magnetsensor
oder ein magnetischer Speicher.
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Stand der Technik
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Verschiedene
Materialien weisen eine elektrische Leitfähigkeit auf, die besonders
empfindlich auf ein angelegtes Magnetfeld reagiert.
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Dieses
Phänomen
wird in vielen Magnetsensoren und in magnetischen Arbeitsspeichern
(MRAM – Magnetic
Random Access Memories) auf der Basis des Riesenmagnetowiderstandes
(GMR) und des Tunnelmagnetwiderstandes (TMR) genutzt.
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Typischerweise
umfassen solche Sensoren mehrere ferromagnetische Schichten, die
durch nicht-magnetische Schichten getrennt sind. In Abwesenheit
eines äußeren magnetischen
Feldes können die
ferromagnetischen Schichten durch eine Zwischenschichten-Austausch-Kopplung in entgegengesetzte
Richtungen magnetisiert werden. Ein angelegtes äußeres Magnetfeld führt dann
zu einer parallelen Ausrichtung der Magnetisierungsrichtung in den ferromagnetischen
Schichten. Da der Widerstand von der Magnetisierungsrichtung abhängt, kann
ein äußeres Magnetfeld,
welches die magnetische Konfiguration verändert, einfach durch eine Widerstandsänderung
detektiert werden. Dabei ist es notwendig, die Energiedifferenz
zwischen den verschiedenen Magnetisierungsrichtungen möglichst
gering zu halten, um noch schwache Magnetfelder detektieren zu können. Das
kann durch eine nicht-magnetische Zwischenschicht zwischen den ferromagnetischen Schichten
erreicht werden.
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Es
ist bekannt, daß im
Bereich der magnetischen Datenspeicherung bei Computerfestplatten, Sensoren
des GMR-Typs (wegen
folgender Vorteile) die bisher verwendeten Sensoren zunehmend verdrängen. Die
Sensoren des GMR-Typs
weisen gegenüber
den Sensoren, die den anisotropen Magnetwiderstand (AMR) ausnutzen,
einige Vorteile auf.
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GMR-Sensoren
nutzen vorteilhaft die volle Winkelinformation aus. Während gegensinnig
gerichtete Magnetfelder für
AMR-Sensoren nicht unterscheidbar sind und dasselbe Signal ergeben,
bewirken kollinear und nicht-kollinear ausgerichtete Bereiche beim
GMR-Sensor unterschiedliche elektrische Widerstände.
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Ein
weiterer Vorteil der GMR-Sensoren gegenüber den AMR-Sensoren ist es,
daß sie
ein vergleichsweise größeres Signal
liefern.
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Weiterhin
von Vorteil ist die Tatsache, daß der GMR-Effekt auf einem Grenzflächeneffekt
beruht. Das bedeutet, daß ein
GMR-Sensor viel dünner sein
kann als ein entsprechender Sensor des AMR-Typs.
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Bekannt
ist ebenfalls, daß der
Tunnelmagnetwiderstand (TMR) Effekt im Hinblick auf die Möglichkeit
einer Anwendung in zukünftigen
magnetischen Arbeitsspeichern erforscht wird. Diese sind unter dem
Begriff magnetic random access memories (MRAM) bekannt und können die
heute verwendeten Halbleiterspeicher ersetzen.
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Prinzipiell
ist dafür
auch der GMR-Effekt geeignet. Der TMR-Effekt besitzt jedoch den
klaren Vorteil eines größeren inhärenten Widerstandes
des Sensors. In MRAMs ist dies von Bedeutung wegen des hohen Widerstandes
der Verbindungsleitungen zwischen Speicherelement und Prozessor.
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Sowohl
GMR- als auch TMR-Sensoren bestehen typischerweise aus einer freien
magnetischen Schicht, einer Zwischenschicht und einer ferromagnetischen
Schicht, dessen Magnetisierungsrichtung durch eine angrenzende antiferromagnetische Schicht
fixiert wird.
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Die
freie Schicht ist üblicherweise
ebenfalls eine ferromagnetische Schicht und wird als Sensorschicht
bezeichnet. Die Zwischenschicht umfaßt vorteilhaft die Elemente
wie Cu, Ag, Au, Mn, Cr beim GMR-Typ und Isolatoren beim TMR-Typ.
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Die
Funktion des Schichtsystems beruht darauf, daß die Magnetisierungsrichtung
der Sensorschicht auf ein externes Magnetfeld reagiert, die fixierte
ferromagnetische Schicht aber davon unbeeinflußt bleibt. Die Magnetisierungsrichtung
der fixierten Schicht wird durch die starke antiferromagnetische Wechselwirkung
zwischen der fixierten ferromagnetischen Schicht und der benachbarten
antiferromagnetischen Schicht festgehalten.
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Ein
Problem bei der Herstellung eines solchen Schichtsystems besteht
darin, geeignete Materialien zu finden, die sich für die antiferromagnetisch gekoppelte
Fixierungsschicht eignen.
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Ein
weiteres Problem ist es, die erforderlichen verschiedenen magnetischen
Orientierungen (kollinear und nicht-kollinear) herzustellen. Darüber hinaus
ist die Magnetisierungsrichtung der Sensorschicht wegen der weitreichenden
Wechselwirkung zwischen den Schichten regelmäßig an die Magnetisierungsrichtung
der fixierten Schicht gebunden. Dies bedeutet nachteilhaft eine
nur geringe Effizienz (weniger als 20 % bei GMR und weniger als
50 % bei TMR).
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Die
EP 0 674 327 A1 offenbart
ein magnetisches Bauelement umfassend eine erste und zweite ferromagnetische,
3d-Übergangsmetalle
aufweisende Schicht, die durch eine nicht-ferromagnetische Zwischenschicht
getrennt sind. Zwischen der ersten ferromagnetischen Schicht und
einem Substrat ist eine Fixierungsschicht angeordnet, welche 4d-
oder 5d-Übergangselemente
aufweist.
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Aus
(J. J. Sun, K. Shimazawa, N. Kasahara, K. Sato, S. Saruki, T. Kagami,
O. Redon, S. Araki, H. Morita, M. Matsuzaki, "Low resistance and high thermal stability
of sein-dependent tunnel junctions with synthetic antiferromagnetic
CoFe/Ru/CoFe pinned layers",
Applied Phy sics Letters 76 (17), 2424–2426 (2000)) sind spinabhängige Tunnelelemente
mit einer ferromagnetischen, 3d-Übergangsmetalle
aufweisenden Schicht und einer daran angrenzenden rutheniumhaltigen
Fixierungsschicht bekannt, bei denen die Magnetisierungsrichtung
der ferromagnetischen Schicht durch Austauschwechselwirkung mit der
antiferromagnetischen Fixierungsschicht fixiert ist.
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Aus
(C. H. Marrows, F. E. Stanley, B. J. Hickey, "Inverse giant magnetoresistance at room
temperature in antiparallel biased sein valves and application to
bridge sensors",
Applied Physics Letters 75 (24), 3847–3849 (1999)) sind GMR-Elemente
bekannt, bei denen ebenfalls die Magnetisierungsrichtung einer ferromagnetischen,
3d-Übergangsmetalle aufweisenden
Schicht durch antiferromagnetische Austauschwechselwirkung mit einer
rutheniumhaltigen Fixierungsschicht fixiert ist.
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Aufgabe und Lösung
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein magnetisches Bauelement mit einem Schichtsystem
zu schaffen, welches eine verbesserte Fixierung der Magnetisierungsrichtung
einer ferromagnetischen Schicht im Vergleich zum Stand der Technik
ermöglicht.
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Weiterhin
ist es die Aufgabe der Erfindung, ein magnetisches Bauelement zu
schaffen, welches eine nur geringe Wechselwirkung zwischen einer
fixierten ferromagnetischen Schicht und einer weiteren ferromagnetischen
Sensorschicht aufweist.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird durch ein magnetisches Bauelement mit
den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Die Nebenansprüche offenbaren
darüber
hinaus vorteilhafte Verwendungen der Erfindung.
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Weitere
vorteilhafte Ausführungsformen
ergeben sich aus den jeweils darauf rückbezogenen Unteransprüchen.
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Darstellung der Erfindung
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Gemäß Anspruch
1 umfaßt
das magnetische Bauelement eine erste und zweite ferromagnetische Schicht,
die durch eine nicht-ferromagnetische Zwischenschicht getrennt sind,
und eine zwischen der ersten ferromagnetischen Schicht und einem
Substrat angeordnete Fixierungsschicht, die in Kontakt mit der ersten
ferromagnetischen Schicht ist. Die ferromagnetischen Schichten weisen
3d-Übergangsmetalle
oder eine Legierung oder ein Mehrschichtsystem aus 3d-Übergangsmetallen
auf. Zu den 3d-Übergangselementen
zählen
insbesondere Fe, Ni und Co.
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Zur
Fixierung der Magnetisierungsrichtung der benachbarten ersten ferromagnetischen
Schicht ist die Fixierungsschicht erfindungsgemäß nur aus 4d- und/oder 5d-Übergangsmetallen gebildet und
hat eine Schichtdicke von 1 bis 10 Atomlagen.
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Es
wurde überraschend
festgestellt, daß bei einer
Materialkombination aus 3d-Übergangselementen
der ersten ferromagnetischen Schicht und 4d-, bzw. 5d-Übergangsmetallen der Fixierungsschicht
die 3d-Übergangsmetalle
die Größe des magnetischen
Moments bestimmen, die Magnetisierungsrichtung hingegen durch die
4d-, bzw. 5d-Übergangsmetalle
bestimmt wird.
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Dabei
wird die aus 3d-Übergangsmetallen bestehende,
erste ferromagnetische Schicht durch die hohe magnetokristalline
anisotropische Energie (MAE) des 4d- bzw. 5d-Übergangsmetalls der Fixierungsschicht
fixiert. Bislang üblich
ist eine starke antiferromagnetische Kopplung durch Materialien,
wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind. Die magnetokristalline
anisotropische Energie der erfindungsgemäßen Schicht bewirkt eine vorteilhafte Kopplung
(Fixierung) der Magnetisierungsrichtung der fixierten ersten ferromagnetischen
Schicht.
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Die
Magnetisierungsrichtung verläuft
im allgemeinen entlang einer kristallinen Vorzugsrichtung und/oder
wird durch die makroskopische Struktur eines magnetischen Objekts
bestimmt. Diese Eigenschaft heißt
magnetokristalline Anisotropie. Die Energie, die benötigt wird,
um die Ausrichtung vom Zustand der geringsten Energie zu dem der
höchsten Energie
zu ändern
ist die anisotropische Energie. Diese anisotropische Energie resultiert
aus relativistischen Effekten, insbesondere der Dipol-Dipol und der
Spin-Orbit Wechselwirkung. Die magnetische Anisotropie, ausgedrückt in magnetischen
Einheiten, liegt in der Größenordnung
von 0,01 bis 10 MJ/m3.
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Als
besonders vorteilhaft geeignete 4d-Übergangselemente für die Fixierungsschicht
sind dabei nach Anspruch 2 die Elemente Palladium (Pd), Rhodium
(Rh) und Ruthenium (Ru) zu nennen.
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Als
vorteilhaft geeignete 5d-Übergangselemente
nach Anspruch 3 sind die Elemente Wolfram (W), Renium (Re), Osmium
(Os), Iridium (Ir) und Platin (Pt) zu nennen.
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Sowohl
die 4d-, als auch die 5d-Übergangselemente
weisen eine hohe magnetokristalline anisotropische Energie (MAE)
auf, und ermöglichen
so auf einfache Weise die Fixierung der Magnetisierungsrichtung
der benachbarten ersten ferromagnetischen Schicht.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die 4d-, bzw. 5d-Übergangsmetalle
umfassende Fixierungsschicht nach Anspruch 6 als Dünnschicht
ausgebildet. Darunter ist eine Schicht mit einer Schichtdicke von
1 bis 10 Atomlagen zu verstehen.
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Insbesondere
ist die erfindungsgemäße Fixierungsschicht
vorteilhaft nach Anspruch 7 als eine Monolage ausgebildet. Schon
eine Monolage der 4d- oder 5d-Übergangselemente
führt zu
der erfindungsgemäßen Fixierung
der Magnetisierungsrichtung der ersten ferromagnetischen Schicht.
Diese Ausführungsform
ist deshalb besonders materialsparend und ermöglicht insbesondere eine sehr
kompakte Bauweise der Fixierungsschicht. Vorteilhaft können magnetische
Bauelemente, die dieses Schichtsystem umfassen, entsprechend kompakt
ausgestaltet werden.
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Durch
die Verwendung von 5d-Übergangsmetallen
(oder auch einiger 4d-Übergangsmetalle) für die Fixierungsschicht
vereinfacht sich zudem der Herstellungsprozeß, weil schon eine einzige
Atomlage von 5d-Übergangs metallen
(oder auch einiger 4d-Übergangsmetalle)
ausreicht, um die Magnetisierungsrichtung der fixierten Schicht
(z. B. eines Dünnfilms
aus 3d-Übergangsmetallen)
festzulegen.
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Die
magnetische Anisotropie bei der Materialkombination aus 3d-und 4d-,
bzw. 5d-Übergangsmetallen
ist aufgrund der großen
Spin-Orbital Konstante und dem kleinen Spin-Splitting sehr groß.
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Die
Anisotropie reagiert dabei regelmäßig empfindlich auf die Feinstruktur
der Ladungsdichte der 4d-, bzw. 5d-Übergangselemente in der Nähe der Fermi-Energien.
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Durch
die Kombination einer 3d-Übergangselemente
umfassenden ferromagnetischen Schicht und einer 4d- und/oder 5d-Übergangselemente
umfassenden Fixierungsschicht läßt sich
die Stärke
und die Richtung der magnetokristallinen Anisotropie der Fixierungsschicht
einstellen.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Theorie basiert auf exakter Berechnung
des Anteils der Spin-Orbit Wechselwirkung am Magnetfeld. Dieser Anteil
der Spin-Orbit Wechselwirkung an der magnetischen Anisotropie ist
besonders groß an
der Oberfläche
und ist dominierend für
die magnetische Anisotropie bei Dünnfilmen. Die induzierende
magnetokristalline Anisotropie von 5d-Übergangsmetallen (und einiger
4d-Übergangsmetalle)
ist groß genug, um
die Magnetisierungsrichtung der fixierten Schicht festzuhalten.
Deshalb ist die Wechselwir kung zwischen der Sensorschicht und der
fixierten Schicht vorteilhaft sehr gering.
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Unterschiedliche
magnetische Konfigurationen (kollineare und nicht-kollineare Sensorschicht und
fixierte Schicht) lassen sich einfach durch geeignete Wahl der Materialien
herstellen. Die Magnetisierungsrichtung der Sensorschicht ist dabei
unabhängig
von der Magnetisierungsrichtung der fixierten Schicht, solange die
Zwischenschicht ausreichend dick ist. Unter ausreichend dick ist
dabei insbesondere dicker als 1,0 nm zu verstehen. Das bedeutet,
daß es
wegen der hohen magnetokristallinen Anisotropieenergie des 5d-Übergangsmetalls
keine Wechselwirkung zwischen der Sensorschicht und der fixierten Schicht
gibt.
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Eine
andere Anwendung ist die Steigerung der Effizienz des GMR- und TMR-Effektes.
Das geschieht durch die Anwendung eines Momentfilters. Ein Momentfilter
läßt die polarisierten
d-Elektronen durch die GMR- und TMR-Anordnungen passieren, ist aber undurchlässig für unpolarisierte
s und p Elektronen.
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In
einer vorteilhaften Gestaltung des erfindungsgemäßen Bauelements beträgt die magnetokristalline
anisotropische Energie der Fixierungsschicht (aus 5d-Übergangsmetallen
oder auch einigen 4d-Übergangmetallen)
etwa 10–20
meV. Dies ist ungefähr
100 mal mehr, als die magnetokristalline anisotropische Energie
der Sensorschicht (Dünnfilm aus
3d-Übergangsmetall).
Diese hohe Energie dominiert die magnetokristalline anisotropische Energie der
fixierten Schicht und hält
somit ihre Magnetisierungsrichtung fest.
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Beschreibung der Zeichnungen
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1:
Schichtaufbau für
einen erfindungsgemäßen Magnetsensor
mit einer Fixierungsschicht aus 5d-Übergangselementen. Diese Ausführungsform
weist eine Fixierungsschicht auf. Die Magnetisierungsrichtung der
Sensorschicht und der fixierten Schicht sind durch entsprechende
Vektorgraphiken dargestellt.
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2:
Schichtaufbau für
einen erfindungsgemäßen Magnetsensor
mit einer Fixierungsschicht aus 5d-Übergangselementen. Diese Ausführungsform
weist zwei Fixierungsschichten auf. Auch hier ist die Magnetisierungsrichtung
der Sensorschicht und der fixierten Schicht durch entsprechende
Vektorgraphiken dargestellt.
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In
diesen Anordnungen (1 und 2) sind
die Sensorschichten 1 nicht an die fixierten Schichten 3 gekoppelt,
so daß die
Magnetisierungsrichtung der Sensorschichten 1 und der fixierten Schichten 3 unterschiedlich
sein können
und sich kollineare wie auch nicht kollineare Anordnungen einfach
verwirklichen lassen.
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3:
Periodische Anordnung von erfindungsgemäßen Schichtaufbauten nach 1 für reale
Magnetsensoren
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4:
Periodische Anordnung von erfindungsgemäßen Schichtaufbauten nach 2 für reale
Magnetsensoren
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Ausführungsbeispiele
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Wie
in 1 für
einen einzelnen GMR-(oder TMR-) Sensor dargestellt wird, gibt es
eine fixierte Schicht 3 (aus 3d-Übergangsmetallen) aus einer Atomlage
unmittelbar neben der Fixierungsschicht 4 aus 5d-Übergangsmetallen
oder auch aus einigen 4d-Übergangsmetallen.
Die Fixierungsschicht 4 besteht vorteilhaft entweder aus
einer einzelnen atomaren Schicht, einem Dünnfilm, einer Legierung oder auch
einem Mehrschichtensystem. In der hier dargestellten Ausführung besteht
die fixierte Schicht 4 nur aus einer einzelnen Lage von
Atomen, weil sonst die hohe magnetische anisotropische Energie zu schwach
würde.
Es sind verschiedene magnetische Konfigurationen möglich wie,
z. B. Fe für
die Sensorschicht 1 und eine einzelne Lage von Fe Atomen
auf W für
die fixierte Schicht 3. Die nicht-kollineare Ausrichtung
kommt zustande, weil die Sensorschicht 1 (MAE ca. 0,1 meV)
senkrecht zur Ebene mit der hohen magnetischen Anisotropie liegt,
während
die fixierte Schicht 3 mit ca. 2,0 meV MAE in der Ebene liegt.
Die kollineare Konfiguration stellt sich ein, wenn für die Sensorschicht 1 Co
anstelle von Fe verwendet wird.
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Prinzipiell
lassen sich beliebige Kombinationen von Magnetisierungsrichtungen
(MF) und (Mp) zwischen
Sensorschicht 1 und fixierter Schicht 3, wie in
den Vek torgraphiken der 1 gezeigt, einstellen, indem
man eine entsprechende Kombination von Elementen wählt.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung ist in 2 dargestellt
und besteht aus einer Sandwich Anordnung (Mehrfachschichten) umfassend
eine Fixierungsschicht 4, eine fixierte Schicht 3 und
eine weitere Fixierungsschicht 4. Bei diesem Ausführungsbeispiel
kann die fixierte Schicht 3 sowohl aus einer einzelnen
Atomlage als auch aus einem Dickfilm bestehen. Die Fixierungsschicht 4 darf
aber nicht dick sein (insbesondere weniger als 5 Atomlagen). Die
magnetokristalline anisotropische Energie der fixierten Schicht 3 ist
hier höher
als in 1, so daß die
Zwischenlagen-Wechselwirkung sogar für sehr dünne Zwischenschichten 2 vernachlässigbar
gering ist.
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Bei
den beschriebenen Anordnungen läßt sich
ein Momentfilter verwenden, um die Effizienz des GMR- und TMR-Effekts zu erhöhen. Dabei
werden Materialien in der Weise miteinander kombiniert, daß die Zustandsdichten
in der Nähe
der Fermi-Energie liegen und momentabhängig sind. Beispielsweise kann
man ein Material wählen,
dessen s und p Zustandsdichte nahe der Fermi-Energie niedrig ist, die
d Zustandsdichte dort aber hoch ist, so daß nur die d Zustände zum
Strom beitragen.
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Die
tatsächlichen
GMR- und TMR-Sensoren bestehen dann aus einer Anordnung von vielen
einzelnen GMR-, bzw. TMR-Sensoren, wie in den 3 und 4 gezeigt.
In der konkreten Ausführung
kann jedes der 5d-Übergangsmetalle
(W, Re, Os, Ir, Pt) verwendet werden und auch jedes 4d-Übergangsmetalle
(Pd, Rh, Ru) ist als Fixierungsschicht möglich.
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In
einer Anordnung, wie in 1 und 2 dargestellt,
besteht die Schichtanordnung neben der Fixierungsschicht 4 aus
einem Substrat 5 und einer Entkopplungsschicht 2.
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Bei
dem Substrat 5 kann es sich auch um ein Schichtsystem (Multilayer)
unter Einschluß eines Edelmetalls
(Cu, Ag, Au), eines 3d-, 4d- oder auch 5d-Übergangsmetalls handeln. Für die Entkopplungsschicht 2,
die manchmal auch als Zwischenschicht bezeichnet wird, sollten vorzugsweise
Edelmetalle (Cu, Ag, Au) oder aber Isolatoren verwendet werden.
Nicht alle 3d-, 4d- und 5d-Übergangsmetalle lassen
sich geeignet für
die Entkopplungsschicht 2 verwenden. Ein Fachmann ist jedoch
in der Lage, geeignete Kombinationen für eine vorgegebene Problemstellung
herauszufinden.
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Die
Magnetisierung der Sensorschicht 1 (MF) hängt nur
ab von der Magnetisierung der fixierten Schicht 3 (Mp). Die Magnetisierung der Sensorschicht 1 (Mp) kommt durch die schwache Spin-Orbit Wechselwirkung
der 3d-Übergangsmetalle
zustande. Bei Sensoren die aus einer Kombination von 3d-(fixierte
Schicht) und 5d-(Fixierungsschicht) Übergangsmetallen bestehen,
bestimmen die 3d-Übergangsmetalle
die Größe des magnetischen
Moments, während
die Magnetisierungsrichtung auf Grund der starken Spin-Orbit Wechselwirkung
von den 5d-Übergangsmetallen
bestimmt wird. Dieser Aufbau unterscheidet sich völlig von
konventionellen GMR- und TMR-Materia lien, bei denen die fixierte Schicht
durch antiferromagnetische Kopplung fixiert wird.
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- 1
- ferromagnetische
Schicht (Sensorschicht)
- 2
- Zwischenschicht
- 3
- ferromagnetische
Schicht (fixierte Schicht)
- 4
- erfindungsgemäße Fixierungsschicht
- 5
- Substrat
- M →F
- Magnetisierungsrichtung
der Sensorschicht 1
- M →P
- Magnetisierungsrichtung
der fixierten
-
- Schicht 3
- M →x
- Magnetisierung
in x-Richtung
- M →y
- Magnetisierung
in y-Richtung
- M →z
- Magnetisierung
in z-Richtung
- M →(θ,φ)
- Magnetisierungsrichtung,
ausgedrückt durch
die Raumwinkel θ und φ.