DE10045010C1 - Lager für Rohrleitungen sowie Verfahren zur Montage eines solchen Lagers - Google Patents
Lager für Rohrleitungen sowie Verfahren zur Montage eines solchen LagersInfo
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Abstract
Bei den bekannten Lagern für Rohrleitungen für insbesondere kalte Flüssigkeiten, mit einem zwei- oder mehrteiligen Schlitten, der eine die Rohrleitung umgebende Isolierschale umgreift, wobei der Schlitten aus an Verbindungsflanschen miteinander verbundenen Schlittenteilen besteht, muß bei der Wartung oder zur Demontage des Lagers der Betrieb der Rohrleitung unterbrochen oder der Schlitten und die Isolierschale zerstört werden. Um dies zu vermeiden, ist bei dem erfindungsgemäßen Lager einer der Verbindungsflansche (33, 34) von einer Grundplatte (26), auf der die Rohrleitung (20) gelagert ist, aus senkrecht auf die Rohrleitungsmittelachse (60) gesehen, genau unterhalb der Rohrleitung (20) angeordnet.
Description
Die Erfindung betrifft ein Lager für Rohrleitungen für kalte Flüssigkeiten mit einem
zwei- oder mehrteiligen Schlitten, der eine die Rohrleitung umgebende Isolierschale
umgreift, wobei der Schlitten aus an Verbindungsflanschen miteinander
verbundenen Schlittenteilen besteht. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur
Montage eines solchen Lagers.
Ein solches Lager ist beispielsweise im Arbeitsblatt Q 03 der Arbeitsgemeinschaft
Industriebau e. V. (AGI) gezeigt und wird nachfolgend anhand Fig. 15 kurz erläutert.
Der Schlitten 61, auch als Stahlschuh bezeichnet, ist zweiteilig ausgebildet. Ein
Schlittenteil weist einen Fuß 62 auf, auf dem eine halbkreisförmige Schale 63
angebracht ist. Diese halbkreisförmige Schale 63 wird mit einer zweiten,
halbkreisförmigen Schale 64, die den zweiten Schlittenteil bildet, über die Isolierung
eingebaut an Verbindungspunkten verschraubt. Es ergibt sich so ein unteres und
ein oberes Schlittenteil, die in einer Ebene schräg zur Vertikalen miteinander
verschraubt sind. Hierdurch liegt die Rohrleitung satt in dem unteren Schalenteil und
ist bereits gut fixiert.
Rohrleitungen für kalte Flüssigkeiten, worunter im allgemeinen Flüssigkeiten von
einer Temperatur kleiner 11°C verstanden werden, sind mit einer Isolierung
versehen, die aus einer die Rohrleitung unmittelbar umgebenden Isolierlage und
einer äußeren Dampfsperre besteht. In der Praxis kommt es gelegentlich zu
Beschädigungen der äußeren Dampfsperre, so daß Feuchtigkeit in die Isolierlage
eindringt. Diese ist dann auszutauschen. Zu diesem Zweck muß auch der Schlitten
von der Rohrleitung entfernt werden. Der Schlitten selbst unterliegt seinerseits
ebenfalls Korrosionsangriffen und ist aus diesem Grund auch von Zeit zu Zeit zu
entfernen. Schließlich ist es auch erforderlich, die Rohrleitung selbst auf Risse oder
Korrosion an der Rohrleitung, insbesondere an deren Schweißnähten, gelegentlich
zu untersuchen, wozu wiederum die Isolierung und mit ihr der Schlitten zu entfernen
sind. Zu diesem Zweck muß beim Stand der Technik die Rohrleitung angehoben
werden, um sie aus dem unteren Schlittenteil herauszuheben, oder der untere
Schlittenteil und die Isolierung müssen vollständig zerstört werden. Ein Anheben der
Rohrleitung kommt bei Rohrleitungen für tiefkalte Flüssigkeiten, die beispielsweise
bei verflüssigtem Naturgas (Methan) eine Temperatur von -164°C aufweisen,
aufgrund der bei diesen tiefen Temperaturen auftretenden Kaltversprödung des
Stahlrohres nicht in Betracht. Die Rohrleitung muß somit während der Wartungs-
und Inspektionsarbeiten außer Betrieb genommen werden, was mit erheblichen
Betriebsausfallkosten verbunden ist. Bei einer Wiedermontage der bekannten
Schlitten ist die beim Stand der Technik bereits mit neuen Isolierschalen versehene
Rohrleitung wiederum anzuheben, um sie in das untere Schlittenteil hineinlegen zu
können. Dieses ist, wie gesagt, nicht während des laufenden Betriebs der
Rohrleitung machbar.
Eine andere Art Rohrlager wird bei Rohrleitungen mit kleinen Rohrdurchmessern für
kalte Flüssigkeiten verwendet. Diese Rohrlager, auch als Rohrschellen bezeichnet,
sind z. B. im LISEGA Katalog Rohrschellen Rohrlager von 1994 gezeigt. Diese
Rohrlager bestehen aus zwei an Verbindungsflanschen miteinander verbundenen
Schlittenteilen, zwischen denen die Rohrleitung direkt ohne Zwischenlage einer
Isolierung mittels Verschrauben verspannt wird. Einer der Verbindungsflansche wird
von einer Grundplatte aus, auf der die Rohrleitung gelagert ist, senkrecht auf die
Rohrleitungsmittelachse gesehen genau unterhalb der Rohrleitung angeordnet.
Hierbei bilden die Rohrschellen eine starke Wärmebrücke, weil sie direkt ohne
Zwischenlage einer Isolierung auf die Rohrleitungen geklemmt werden. Diese
Rohrschellen sind schon seit langem bekannt. Für die Verwendung als Lager der
eingangs genannten Art sind sie jedoch nicht geeignet.
Ferner sind in der DE-GM 19 84 394, DE 299 13 157 U1, DE-AS 20 53 949 und US-
PS 4 858 861 Schlitten für die Lagerung von Rohrleitungen bekannt, die aus
mehreren Schlittenteilen bestehen, wobei diese wenigstens mit einem
Verbindungsflansch miteinander verbunden sind, der genau unterhalb der
Rohrleitung angeordnet ist. Diese Schlitten entsprechen insoweit dem im LISEGA
Katalog Rohrschellen Rohrlager von 1994 gezeigten Rohrlagern.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung des Problem zugrunde, ein Lager der
eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß es vereinfacht auch während
des laufenden Betriebes der Rohrleitung demontiert und montiert werden kann.
Ferner liegt der Erfindung das Problem zugrunde, ein Verfahren zur Montage
derartiger Lager anzugeben.
Zur Lösung dieses Problems ist das erfindungsgemäße Lager dadurch
gekennzeichnet, daß einer der Verbindungsflansche von einer Grundplatte, auf der
die Rohrleitung gelagert ist, aus senkrecht auf die Rohrleitungsmittelachse gesehen
genau unterhalb der Rohrleitung angeordnet ist, und daß die Schlittenteile
Führungen zur Aufnahme von Führungswerkzeugen zur Montage des Schlittens
aufweisen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Schlittenteile
seitlich neben den Rohrleitungen abgesetzt und sodann mittels
Führungswerkzeugen an die Rohrleitung herangeführt und schließlich miteinander
verbunden werden.
Durch die erfindungsgemäße Konstruktion des Lagers wird die Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens erst möglich. Die Schlittenteile können seitlich, das
heißt in der Ebene der Grundplatte, an die Rohrleitung herangeführt und hier
miteinander verbunden, konkret verschraubt, werden. Eine jedwede
Lageveränderung der Rohrleitungsmittelachse, insbesondere auch ein Anheben der
Rohrleitung, werden hierdurch vermieden. Der Schlitten kann somit während des
laufenden Betriebes auch bei Rohrleitungen mit tiefkalten Flüssigkeiten montiert und
demontiert werden. Die erfindungsgemäßen Lager lassen sich mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren auch bei in mehreren reihen hintereinander eng
aneinander grenzenden Rohrleitungen montieren. Durch die Führungswerkzeuge
wird zudem gewährleistet, daß ein Verkanten der Schlittenteile bei der Montage und
damit eine Beschädigung der Dampfsperre der Isolierung während der Montage
vermieden wird.
Bei einer Weiterbildung sind als Führungen, insbesondere gesonderte,
Führungsbohrungen in den Verbindungsflanschen vorgesehen. Bei dieser einfachen
Konstruktion können dann beispielsweise Schrauben als Führungswerkzeuge
verwendet werden. In diesem Fall sollten die Führungsbohrungen nicht auf dem
Gewinde, sondern auf dem Schaft der Schrauben geführt werden. Durch eine
geeignete Abstimmung der Passung von Führungsbohrung und Schraubenschaft
lassen sich so leicht die gewünschten Führungseigenschaften erzielen.
Während der Montage bzw. Demontage des erfindungsgemäßen Lagers empfiehlt
es sich, eine provisorische Lagerung für die Rohrleitung vorzusehen. Diese besteht
nach einem konkreten Ausführungsbeispiel aus einem über der Rohrleitung
aufgebauten Galgen, der links und rechts des Lagers je eine Schlaufe zur
zeitweiligen Aufnahme der Rohrleitung aufweist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein Lager mit den Erfindungsmerkmalen im Vertikalschnitt in der Ebene B-B
gemäß Fig. 2,
Fig. 2 einen Querschnitt des Lagers gemäß Fig. 1 in der Ebene A-A,
Fig. 3 einen Ausschnitt des teilmontierten Lagers gemäß Fig. 1 in einem Schnitt in
der Ebene A-A,
Fig. 4 ein Verfahren zur Montage des Lagers gemäß Fig. 1 in schematischer,
perspektivischer Darstellung,
Fig. 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Lager mit den Erfindungsmerkmalen
im Querschnitt analog Fig. 1 in der Ebene A-A,
Fig. 6 das Lager gemäß Fig. 5 in teilmontierten Zustand im Ausschnitt,
Fig. 7 ein Verfahren zur Montage des Lagers gemäß Fig. 5 in schematischer,
perspektivischer Darstellung,
Fig. 8 ein erstes Ausführungsbeispiel für eine Isolierschale für das
erfindungsgemäße Lager,
Fig. 9 drei Ausführungsbeispiele für eine Isolierschale für das erfindungsgemäße
Lager in perspektivischer Darstellung,
Fig. 10 eines der Ausführungsbeispiele gemäß Fig. 9 für eine Isolierschale für das
erfindungsgemäße Lager in perspektivischer Darstellung,
Fig. 11 die Isolierschale gemäß Fig. 10 mit einer Dampfsperre in perspektivischer
Darstellung,
Fig. 12 die Isolierschale gemäß Fig. 10 mit Dampfsperre und Abdeckblech in
perspektivischer Darstellung,
Fig. 13 ein weiteres Ausführungsbeispiel für ein Lager mit den Erfindungsmerkmalen
im Längsschnitt,
Fig. 14 einen Querschnitt des Lagers gemäß Fig. 13 in den Ebenen A-A bzw. B-B,
Fig. 15 Behelfsvorrichtung zur Montage bzw. Demontage eines Lagers.
Die Erfindung befaßt sich konkret mit der Lagerung von Rohrleitungen 20,
insbesondere solchen mit großem Durchmesser, für kalte Flüssigkeiten. Unter
kalten Flüssigkeiten werden dabei alle Flüssigkeiten mit einer Temperatur unter
11°C verstanden. Die Erfindung schließt dabei insbesondere auch Rohrleitungen
20 für tiefkalte Flüssigkeiten, wie beispielsweise verflüssigtes Naturgas (liquid
natural gas, LNG), verflüssigtes Methan oder verflüssigtes Ethan ein, die
Temperaturen von etwa -164°C (verflüssigtes Naturgas) bis -104°C (verflüssigtes
Ethan) aufweisen. Sie ist ebenfalls für Rohrleitungen für verflüssigten Stickstoff
verwendbar. Die Rohrleitungen 20 sind mit einer Isolierung 21 versehen, die beim
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 aus zwei Isolierlagen 22 und 23 gebildet ist. Die
äußere Isolierlage 22 und die innere Isolierlage 23 sind zusätzlich mit einer
Dampfsperre 24 versehen, die das Eindringen von Feuchtigkeit in die Isolierung
verhindert. Feuchtigkeit in der Isolierung verschlechtert die Isolierwirkung und führt
zu Korrosion an der Rohrleitung 20. Oft wird außen an der Dampfsperre 24 noch
eine Schutzummantelung 25 aus beispielsweise Stahlblech vorgesehen.
Die Rohrleitungen werden in regelmäßigen Abständen auf einer Grundplatte 26,
meist der Oberseite eines mehrere hintereinander bzw. nebeneinander angeordnete
Rohrleitungen 20 tragenden Trägers 27, gelagert. Hierzu dienen die
erfindungsgemäßen Lager: Die Lager weisen eine Isolierschale 28 aus hartem
Isoliermaterial auf, das die Rohrleitung 20 umgibt und zwischen den angrenzenden
Isolierungen 21 angeordnet ist. Die Isolierschalen 28 sind hart genug, die
Rohrleitung 20 zusammen mit der sie umgebenden Isolierung 21 zu tragen. Jede
Isolierschale 28 wird von einem Schlitten 29 ringartig umgriffen. Der Schlitten 29
weist einen Fuß 30 auf, mit dem er sich auf der Grundplatte 26 abstützt.
Der Schlitten 29 ist zweiteilig ausgebildet. Er besteht aus zwei Schlittenteilen 31, 32.
Die Teilungsebene des Schlittens 29, in der die Verbindungspunkte des
Schlittenteile 31, 32 liegen, ist senkrecht zum Träger 27 angeordnet. Der Schlitten
weist somit zwei symmetrische Schlittenteile 31, 32 auf, die sogar identisch
ausgebildet sein können. Es braucht somit für jeden Rohrdurchmesser bzw.
Isolationsdurchmesser nur eine Sorte von Schlittenteilen vorgehalten werden. Die
Schlittenteile 31, 32 sind jeweils gleich ausgebildet und spiegelbildlich zueinander
angeordnet. Sie sind ferner jeweils halbschalenartig ausgebildet und umgreifen
gemeinsam die Rohrleitung 20 bzw. die Isolierschale 28 kreisartig. Die Schlittenteile
31, 32 sind an oberen Verbindungsflanschen 33 und unteren Verbindungsflansche
34 miteinander verbunden, nämlich verschraubt. Durch die Verbindungsflanschen
33, 34 wird dabei eine Teilungsebene 35 definiert, die im vorliegenden Fall genau
vertikal (Ebene B-B gemäß Fig. 2 bzw. 5) angeordnet ist. Diese Erstreckung
empfiehlt sich bei horizontal angeordneter Grundplatte 26, wie dies bei den
gezeigten Ausführungsbeispielen der Fall ist. Ganz allgemein sollte die
Teilungsebene 35 stets rechtwinklig zur Ebene der Grundplatte 26 angeordnet sein.
Hierdurch sind die unteren Verbindungsflansche 34 stets aus Richtung der
Grundplatte 26 gesehen unterhalb der Rohrleitung angeordnet. Mit anderen Worten:
die Verbindungspflansche 34 befinden sich im Bereich des geringsten Abstandes
zwischen der Rohrleitung 20 bzw. der Isolierschale 28 und der Grundplatte 26.
Die oberen Verbindungsflansche 33 und die unteren Verbindungsflansche 34
weisen Führungen, im gezeigten Ausführungsbeispiel Führungsbohrungen 36 auf.
In die Führungsbohrungen 36 wird ein Führungswerkzeug 37 eingesetzt. Dieses
weist im vorliegenden Fall eine Schraube 38 auf, deren Schaft in die
Führungsbohrungen 36 eingesetzt wird. Das Gewinde der Schraube 38 ist unter
Zwischenlage einer Distanzhülse 39 mit einer Mutter 40 verschraubbar. Die
Distanzhülse 39 dient dazu, daß die Führungsbohrungen 36 auf dem Schaft der
Schraube 38 und nicht auf deren Gewinde geführt werden. Wie den Fig. 1, 4 und 6
zu entnehmen ist, sind jedem Verbindungsflansch 33, 34 jeweils zwei
Führungsbohrungen 36 zugeordnet, so daß auch vier Führungswerkzeuge 37
vorgesehen sind.
Wie den Fig. 4 und 6 zu entnehmen ist, wird bei der Montage des Lagers wie folgt
vorgegangen. Zunächst wird die Isolierschale 28, die im vorliegenden Fall aus zwei
Halbisolierschalen 41 und 42 gebildet ist, auf die Rohrleitung 20 aufgesetzt. Sodann
wird die Isolierschale 28 mit einer eigenen Dampfsperre 43 ummantelt, wobei die
Dampfsperre 43 an einem Überlappungsbereich 44 verschweißt und sodann
umgefaltet wird (Fig. 11). Sodann wird die Dampfsperre 43 mit einem Schutzmantel
45 aus dünnem Stahlblech als mechanischen Schutz ummantelt. Dieser
Schutzmantel 45 ist, wie Fig. 12 zu entnehmen ist, dabei etwas schmaler
ausgebildet als die Dampfsperre 43 und die Isolierschalen 41, 42. An dem hierdurch
entstehenden überstehenden Bereich der Dampfsperre 43 wird später die
Dampfsperre 24 der angrenzenden Isolierung 21 der Rohrleitung 20 dichtend
angebracht, nämlich angeklebt oder angeschweißt.
Anschließend werden die Schlittenteile 31, 32 links und rechts neben der
Rohrleitung 20 auf die Grundplatte 26 aufgestellt und von der Seite her
zusammengeschoben bis in etwa in die in Fig. 3 und 6 gezeigte Position (siehe
auch Fig. 4 und 7 Mitte). Sodann werden die Führungswerkzeuge 37 in die
Führungsbohrungen 36 eingesetzt und durch abwechselndes Verschrauben
derselben die Schlittenteile 31, 32 nach und nach bis in ihre Endstellung (Fig. 4 und
6 Unten) zusammengeführt. Letztlich werden die Schlittenteile 31, 32 noch durch
jeweils drei Schrauben 46 je Verbindungsflansch 33, 34 miteinander verschraubt.
Die Verbindungsflansche 33, 34 weisen zu diesem Zweck je drei Bohrungen 47 auf.
Demontiert wird das Lager in umgekehrter Reihenfolge. Dabei können alle Teile
unbeschädigt abgenommen werden, so daß sie auch zur erneuten Montage
wiederverwendet werden können. So kann insbesondere der eventuell von
Korrosion befallene Schlitten abgenommen, gesandstrahlt, mit einem
Korrosionsschutz versehen und anschließend wieder in der oben beschriebenen
Weise montiert werden. Aber auch Neumontagen von Lagern lassen sich in der
oben beschriebenen Weise einfach durchführen.
Zur zeitweiligen Lagerung der Rohrleitung 20 während der Montage bzw.
Demontage dient ein Hilfslager, das in Fig. 15 näher gezeigt ist. Fig. 15 zeigt dabei
das Hilfslager noch mit einem Lager nach dem Stand der Technik, das hier durch
ein erfindungsgemäßes Lager ausgetauscht werden soll.
Das Hilfslager weist einen Hilfsrahmen 48 auf, der über die Rohrleitung 20 auf den
Rohrleitungsträger 27, nämlich die Grundplatte 26 aufgesetzt ist. Der Hilfsrahmen
48 überbrückt dabei die Rohrleitung 20. Auf dem Hilfsrahmen 48 ist ein Galgen 49
angebracht, der in Längsrichtung der Rohrleitung 20 angeordnet ist und zu beiden
Seiten über den Hilfsrahmen 48 übersteht. An seinen beiden Enden und an dem
Galgen 49 sind jeweils zwei Tragschlaufen 50 befestigt, in die die Rohrleitung 20
eingehängt wird. Die Tragschlaufe 50 kann aus einem Seil oder einer Kette
bestehen, was sich allerdings nur empfiehlt, wenn sie direkt an die Rohrleitung 20
selbst angelegt wird. Sollte die Tragschlaufe 50 um die Isolierung 21 der Rohrleitung
20 herumgelegt werden, empfiehlt es sich, einen breiten Gurt als Tragschlaufe 50
zu verwenden.
Das in Fig. 15 gezeigte Lager nach dem Stand der Technik wird nun demontiert,
indem der Schlitten 29 zerschnitten und entfernt wird. Anschließend werden die
Isolierschalen im Lagerbereich ebenfalls zerstört und entsorgt. Sodann können in
diesem Bereich erforderliche Wartungs- und Inspektionsarbeiten durchgeführt
werden. Schließlich wird das neue, erfindungsgemäße Lager in der oben
beschriebenen Weise montiert und der Hilfsrahmen 48 wieder entfernt.
Die Fig. 2 bis 4 einerseits und 5 bis 7 andererseits zeigen zwei
Ausführungsbeispiele von Schlitten 29, die aber in ihren wesentlichen Punkten
übereinstimmen. Lediglich die Füße 30 sind unterschiedlich ausgebildet. Beim
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 bis 4 sind die Füße im wesentlichen L-förmig
ausgebildet mit senkrechten Stegen 52 und waagerechten Sohlen 53. Die Füße 30
beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 bis 7 sind U-förmig ausgebildet, so daß sie
gemeinsam mit dem unteren Schalenbereich der Schlittenteile 31, 32 ein
Kastenprofil bilden. Es sind demnach zwei voneinander beabstandete aufrechte
Stege 54 auf einer Sohle 55 verhanden.
Ein weiterer, bisher unerwähnter Aspekt sollte bei der Montage der Isolierschale 28
beachtet werden. Hierzu wird auf Fig. 8 verwiesen. Sobald die Isolierschale 28,
nämlich die Isolierhalbschalen 41, 42, auf die Rohrleitung 20 aufgesetzt ist, kann
Feuchtigkeit in den Spalt zwischen der Isolierschale 28 und der Rohrleitung 20
eindringen und hier kondensieren. Um dieses zu verhindern, wird zumindest an den
äußeren Randbereichen, also in Axialrichtung der Rohrleitung 20 gesehen, am
vorderen und hinteren Stirnende des Spalts jeweils eine Dichtung 57 aus einer
dauerelastischen Dichtungsmasse vorgesehen. Diese Dichtung 57 wird auch
zwischen den Isolierhalbschalen 41, 42 vorgesehen, so daß sie vollständig dicht
sind. Die dauerelastische Dichtungsmasse kann dabei für die Demontage der
Isolierhalbschalen 41, 42 aufgrund ihrer Dauerelastizität wieder entfernt werden, so
daß die Isolierhalbschalen 41, 42 selbst unbeschädigt bleiben und wiederverwendet
werden können. Fig. 9 zeigt noch unterschiedliche Ausführungsbeispiele, nämlich
geometrische Konfigurationen für die Isolierhalbschalen 41, 42. Das obere, auch in
Fig. 10 näher herausgezeichnete Ausführungsbeispiel stellt einen in der
Längsmittelebene ausgeschnittenen Zylindermantel da. Das mittlere, auch in Fig. 8
gezeigte Ausführungsbeispiel ist stufenartig versetzt, wobei auch an den Stirnseiten
ein stufenartiger Überstand 58 vorgesehen ist. Das untere Ausführungsbeispiel zeigt
einen Nut- und Federanordnung, wobei auch die Stirnseiten den stufenartigen
Überstand 58 aufweisen. Gemeinsam ist aber allen Ausführungsbeispielen, daß die
Isolierschalen 41, 42 jeweils gleich ausgebildet sind, so daß sie durch einfaches
Verdrehen gegeneinander miteinander zusammengefügt werden können.
Eine Besonderheit ist noch in den Fig. 13 und 14 gezeigt. Bei einigen Anlagen ist
der Abstand zwischen der Rohrleitung 20 und dem Rohrleitungsträger 27 bzw.
dessen Grundplatte 26 so gering, daß er der Dicke der Isolierung 21 entspricht.
Manchmal ist dieser Abstand auch noch kleiner. Um hier dennoch das
erfindungsgemäße Lager anbringen zu können, ist die Isolierschale 28 an ihrem
unteren, dem Rohrleitungsträger 27 zugewandten Bereich beispielsweise durch
Einfräsen abgeflacht. Es entsteht hierdurch eine Ausnehmung 59 in der
Isolierschale 28, die den Fuß 30 des Schlittens 29 aufnimmt. In diesem Bereich
entsteht eine, bewußt in Kauf genommene, Schwächung der Isolierung 21. Sie kann
aufgrund der deutlich verbesserten Wartungsmöglichkeit am Schlitten 29 in Kauf
genommen werden.
Bei den oben gezeigten Ausführungsbeispielen werden die Isolierhalbschalen 41,
42 jeweils gesondert vor dem Anbringen des Schlittens 29 an der Rohrleitung 20
angebracht. Es ist aber auch genauso denkbar, daß die Isolierhalbschalen 41, 42
fest an den Schlittenteilen 31, 32 angebracht sind. Dabei empfiehlt es sich, die
Isolierschalen 41, 42 durch dauerelastische Dichtungsmasse an den Schlittenteilen
31, 32 anzukleben, so daß hier keine Feuchtigkeit eindringen kann. In gleicher
Weise ist dann auch zwischen den Verbindungsflaschen 33, 34 Dichtungsmasse
vorzusehen. Die Dampfsperre 24 der Isolierung 21 muß dann direkt an die
Schlittenteile 31, 32 angebracht werden. Es liegt auf der Hand, daß dieses
schwieriger ist, also das in den Zeichnungen dargestellte Montageverfahren, das
deshalb bevorzugt ist.
20
Rohrleitung
21
Isolierung
22
Isolierlage
23
Isolierlage
24
Dampfsperre
25
Schutzmantel
26
Grundplatte
27
Rohrleitungsträger
28
Isolierschale
29
Schlitten
30
Fuß
31
Schlittenteil
32
Schlittenteil
33
Verbindungsflansch
34
Verbindungsflansch
35
Teilungsebene
36
Führungsbohrung
37
Führungswerkzeug
38
Schraube
39
Distanzhülse
40
Mutter
41
Isolierhalbschale
42
Isolierhalbschale
43
Dampfsperre
44
Überlappungsbereich
45
Schutzmantel
46
Verschraubung
47
Bohrung
48
Hilfsrahmen
49
Galgen
50
Tragschlaufe
51
NN
52
Steg
53
Sohle
54
Steg
55
Sohle
56
Spalt
57
Dichtung
58
Überstand
59
Ausnehmung
60
Rohrleitungsmittelachse
61
Schlitten
62
Fuß
63
Schale
64
Schale
Claims (10)
1. Lager für Rohrleitungen (20) für kalte Flüssigkeiten mit einem zwei- oder
mehrteiligen Schlitten (29), der eine die Rohrleitung (20) umgebende Isolierschale
(28) umgreift, wobei der Schlitten (29) aus an Verbindungsflanschen (33, 34)
miteinander verbundenen Schlittenteilen (31, 32) besteht, dadurch
gekennzeichnet, daß einer der Verbindungsflansche (33, 34) von
einer Grundplatte (26), auf der die Rohrleitung (20) gelagert ist, aus senkrecht auf
die Rohrleitungsmittelachse (60) gesehen genau unterhalb der Rohrleitung (20)
angeordnet ist und daß die Schlittenteile (31, 32) Führungen (36) zur Aufnahme
von Führungswerkzeugen (37) zur Montage des Schlittens (29) aufweisen.
2. Lager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Führungen,
gesonderte, Führungsbohrungen (36) in den Verbindungsflanschen
(33, 34) angeordnet sind.
3. Lager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führungswerkzeuge (37) Schrauben (38) mit Dinstanzhülsen (39) und Muttern (40)
aufweisen, derart, daß die Schlittenteile (31, 32) mittels der Führungsbohrungen
(36) auf dem Schaft der Schrauben (38) geführt sind.
4. Lager nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß jedem
Verbindungsflansch (33, 34) zwei Führungsbohrungen (36) zugeordnet sind.
5. Verfahren zur Montage eines Lagers an einer Rohrleitung (20) für kalte
Flüssigkeiten mit einem zwei- oder mehrteiligen Schlitten (29), der eine die
Rohrleitung (20) umgebende Isolierschale (28) umgreift, wobei der Schlitten (29)
aus an Verbindungsflaschen (33, 34) miteinander verbundenen Schlittenteilen (31,
32) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlittenteile (31, 32) seitlich neben
den Rohrleitungen abgesetzt und sodann mittels Führungswerkzeugen (37) an die
Rohrleitung (20) herangeführt und schließlich miteinander verbunden werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlittenteile
(31, 32) durch abwechselndes Verschrauben der Führungswerkzeuge (37) nach
und nach bis in ihre Endstellung zusammengeführt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst
die Isolierschale (28) auf der Rohrleitung (20) montiert und sodann der Schlitten (29)
angebracht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Isolierhalbschalen (41, 42) der Isolierschale (28) den Schlittenteilen (31, 32)
zugeordnet und gemeinsam mit diesen montiert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Spalt (56) zwischen der Isolierschale (28) und der Rohrleitung (20) durch eine
Dichtung (57) aus dauerelastischer Dichtungsmasse verschlossen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohrleitung (20) während der Montage und/oder Demontage durch ein Hilfslager
getragen wird.
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