DE1004590B - Filmverdampfer - Google Patents
FilmverdampferInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft einen Filmverdampfer für Flüssigkeiten, mit einer innerhalb eimes Verdampferraumes
drehbar angeordneten, von der Flüssigkeit benetzten Walze als Verdampfungsfläche.
Die Erfindung hat den Zweck, bei. derartigen Verdampfern,
eine gleichmäßige Benetzung der Walzenoberfläche zu gewährleisten und für sämtliche Teilchen
der durch den Verdampferraum geführten Flüssigkeit eine intensive Bewegung und eine
gleiche Verweilzeit zu erwirken. Die Einhaltung dieser Bedingungen ist insbesondere bei der Behandlung
vieler viskoser Flüssigkeiten, z. B. Spinnschmelzen, unerläßlich, da Teile dieser Flüssigkeiten,
die sich an toten Stellen, innerhalb der Vorrichtung
absetzen, sich infolge ihrer Empfindlichkeit gegen Sauerstoff und gegen Temperatureinwirkung zersetzen,
so daß sie eine Gefahr für die Reinheit des Endproduktes bilden.
Die Verwendung von. mechanischen Rührern od. dgl. schaltet diese Gefahr nicht aus, da sich auf
ihnen Flüssigkeitsteifchen absetzen und nicht mehr am zügigen Durchlauf durch die Apparatur teilnehmen
können.
Es wurde nun gefunden, daß die genannten Schwierigkeiten behoben sind, wenn erfindungsgemäß
die Walze mit mindestens einem im Verdampfungsrauni angeordneten Körper einen Keilspaltraum
bildet, in den die Flüssigkeit unter Druck zugeführt und aus dem sie durch den Spaltdruck wieder abgeführt
wird. In den Keilspaitraum mündet mindestens eine im Körper in Achsrichtung der Walze
angeordnete offene Rinne, die an Zufuhr- und Abfuforleitungen
für die Flüssigkeit angeschlossen ist.
Hierdurch wird erreicht, daß die Walze der Länge nach mit der Flüssigkeit gleichmäßig benetzt wird
und: daß alle Flächen, die benetzt werden, auch gespült werden, so daß sich an der Vorrichtung keine
ruhenden Flüssigkeitszonen einstellen können. Infolge der zwangläufigen Führunig der Flüssigkeit durch die
Vorrichtung haben'alle Flüssigkeitsteilchen eine
gleiche Verweilzeit. Außerdem findet eine gute Durchmischung der Flüssigkeit statt ohne Zuhilfenahme
von mechanischen Rührarmen od. dgl.
In der .Zeichnung, sind Aueführungsbeispiele des
Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt. An Hand der Abb. 1 und 2 sei das Prinzip des Erfindungsgegenstandes
erläutert.
Abb. 1 zeigt einen Längsschnitt und
Abb. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung.
Es bedeutet 1 das zylindrische Gehäuse des Verdampfers,
2 eine Walze, die innerhalb des vom Gehäuse 1 gebildeten Verdampferraumes 3 mittels der
Weite 4 und des Vierkants 5 in Richtung des Pfeiles 6 um ihre senkrechte Achse in Drehung versetzt wird.
Filmverdampfer
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Wolf Rodenacker, Dormagen,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Das Gehäuse ist mit einem Mantel 7 ausgestattet. In den zwischen Gehäuse 1 und Mantel 7 gebildeten
Raum 8 kann ein Heiz- oder Kühlmittel durch den
ao Stutzen 9 ein- und durch den Stutzen 10 abgeführt
werden. 11 und 12 sind Vakuumanschlüsse. Innerhalb dies Gehäuses 1 ist ein Körper 13 angeordnet, der mit
der Walze 2 einen Keilspaltraum 14 bildet. Die Leitung 15 dient zur Einführung der Flüssigkeit in die
im Körper 13 angeordnete Rinne 16 und die Leitung 17 dient zur Abführung der Flüssigkeit aus der Rinne
16. Wird durch die Leitung 15 Flüssigkeit der Rinne 16 zugeführt, so läuft die Flüssigkeit in den Keilspaltraum
14 und füllt diesen Keilspaltraum bis zur Füllungsgrenze 18, wenn die Walze 2 mit einer bestimmten
Drehzahl umläuft. Wie von den, Lagern des allgemeinen -Maschinenbaues her bekannt, stellen sich
im Keilspaltraum Drücke längs des Walzenumfanges ein, deren Größe von der FüHungsgrenze 18 an erst
langsam, dann schnell bis zu einem Maximum ansteigt und am anderen Ende, des Spaltes wieder auf
den Anfangswert abfällt. Die Rinne 16 ist im Körper 13 an der Stelle des Keilspaitraumes angeordnet, an
welcher der höchste Druck herrscht; sie kann natürlieh auch an jeder anderen Stelle des Keilspaltraumes
angebracht sein. Die Zufuhr der Flüssigkeit durch die Leitung 15 muß also mittels einer Druckpumpe (nicht
dargestellt) erfolgen., die so ausgebildet ist, daß »ie nur bis zu dem bestimmten maximalen Druck arbeitet
und darüber hinaus keinerlei Flüssigkeit mehr fördert.
Das kann man dadurch erreichen, daß man die
Pumpe mit einer Umgebungsleitung mit einer Drosselstelle versieht.
, Entspricht also der Druck in der Rinne 16 dem maximalen Förderdruck der Pumpe, so dringt keinerlei·
Flüssigkeit mehr in den Keilspal.t 14 ein. Wird jedoch durch die Leitung %7 Flüssigkeit aus dem
Raum 14 etwa mittels einer Zahnradpumpe (nicht dargestellt) abgezogen, so geht die FüMungsgrenze 18
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des Keilspaltes 14 auf die Füllungsgrenze 19 zurück, und die Drücke im Keilspaltraum 14 sinken gleichzeitig.
Die Einspeisungspumpe ist dann, wieder in der Lage, Flüssigkeit durch die Leitung 15 in den. Raum
14 nachzufordern.
Die Druckverteilung im KeMspaltraium 14 ist abhängigvon
der Bogenlänge und der Spaltbreite, der Winkelgeschwindigkeit der Walze und der Zähigkeit
der Flüssigkeit. Diese Größen kann man zu einer dimensionslosen Kenngröße zusammenfassen·:
P Druck
η ■ ω Zähigkeit · Winkelgeschwindigkeit
wie auch schon aus Versuchen bekannt ist. Die Kennzahl
wurde mit 15 000 festgestellt bei einer Spaltbreite von 0,2 mm und einem Walzendurohmesser von
100 mm.
Die sich drehende Walze 2 nimmt Flüssigkeit aus dem Keilspaltraum 14 in dünner Schicht mit und
führt sie durch den Verdampferraum 3. Gegenüber dem Körper 13 kann noch ein zweiter Körper an der
Wand des Gefäßes angeordnet werden, der mit der Walze 2 ebenfalls; einen Keilspaltraum bildet. Durch
die Vakuumleitungen 11 und 12 treten die Dämpfe beispielsweise in einen Kühler (nicht dargestellt). Die
senkrecht angeordnete Walze 2 trägt an ihrem unteren Ende eine Tasse 45, in der sich eventuell·herablaufende
Flüssigkeit beim Stillsetzen der Walze ansammeln kann. Aus dieser Tasse wird die Flüssigkeit beim
Wiederingangsetzen der Walze durch die Pumpwirkung des Keilspaltes 14 über die Leitung 17 entfernt.
Das Gewicht der Walze wird z. B. durch ein Radiaxkugellager 23 aufgenommen. Die Mantelheizung
des Gefäßes 1 kann auch durch eine direkte elektrische Heizung ersetzt werden. Im allgemeinen
genügt die Wärmeübertragung über die in den Spaltraum 14 befindliche Flüssigkeit auf die Walze 2. Um
eine absolute Vakuumdichtigkeit der Stopfbüchse 20 zu gewährleisten, ist die Stopfbüchse über die Leitung
21 an die Zuführleitung 15 anzuschließen.
In den Abb·. 3 und 4 ist ein den Abb. 1 und 2 entsprechender Filmverdampfer in Längs- und Querschnitt
dargestellt, bei dem jedoch die Zuführleitungen 15 an der Rinne 16 des Körpers 13 und die Abführleitungen
17 an eine andere Rinne 22 desselben Körpers 13 angeschlossen sind. Die Lagerung der Walze
erfolgt in den Kugellagern 23 (Ab-b. 3). Durch die Zuleitung 15 eintretende Flüssigkeit wird im Keilspaltraum
14 verteilt und von der sich drehenden Walze 2 in dünnen Schichten mitgenommen und wieder
in den Raum 14 gebracht, den sie durch die Rinne 22 über die Leitung 17 verläßt.
Durch diese Anordnung wird verhindert, daß Flüssigkeit aus der Zuleitung 15 sofort in die Ableitung
17 eintreten kann, ohne den Verdampfungsraum 3 passiert zu haben.
Eine abgewandelte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes zeigen die Abb. 5 und 6. Um eine
Verdampfung in verschiedenen Stufen, d. h. bei versehiedenetn
Vakuum oder verschiedenen Temperaturen vornehmen zu können, ist eine Längsunterteilung der
Apparatur in mindestens zwei Verdampfungszonen 24 und 25 erforderlich. Die Abtrennung der einen Verdampfungszone
24 von der anderen Verdampfungszone 25 erfolgt, wie in der Abb. 5 dargestellt ist, durch
einen Zwischenflansch 26, der mit der Walze 2 einen Spalt 27 bildet, der der engsten Stelle des Keilspaltraumes
14 entspricht. Durch den Druckunterschied zwischen den zwei Stufen wird etwas Flüssigkeit
durch den Spalt 27 entweder von oben nach unten oder von unten nach oben hindurchtreten. Diese
Flüssigkeit wird sofort wieder in die Rinne 16 zurückgefördert,
so· daß auf diese Weise eine Abdichtung der einzelnen Zonen mit der zu destillierenden Flüssigkeit
ohne besondere Mittel vorgenommen werden kann. Die Flüssigkeit wird in den Zonen 24 und 25 jeweils
durch die Leitungen 28 und 29 zugeführt und durch die Leitungen 30 und 31 abgeführt. 32 und 33 sind
die den Zonen 24 und 25 entsprechenden Vakuumanschlüsse.
In der Abb. 7 ist eine Ausführung der Apparatur im Querschnitt dargestellt, bei der die Walze 2 hohl
ausgebildet ist und durch den feststehenden Strahlungsheizkörper 28 geheizt wird. Die Keilkörper 13
sind hier mit Aussparungen 82 versehen, in denen z. B. elektrische Heizkörper oder ähnliche Körper für
eine Dampfheizung untergebracht werden können, deren Anschlüsse in den Böden untergebracht sind.
Durch die Isolierung 83 sind die warmen Teile der
Apparatur von dem kalten Gehäuse 34 und dem Kühlmantel 35 getrennt. Die Zuführung der zu destillierenden
Flüssigkeit erfolgt durch die Rinne 46. Die Abflußrinne 47 ist bei dieser Ausführung in dem gegenüberliegenden
Keilstück 48 untergebracht.
In den Abb. 8 und 9 ist ein Verdampfer im Quer- und Längsschnitt dargestellt, bei dem sich Kühlflächen
36 in unmittelbarer Nähe der Oberfläche der Walze 2 befinden. Die Kühlflächen 36, die von einem
Kühlmedium durchströmt werden, das durch die Leitungen 37 zu und durch die Leitungen 38 abgeführt
wird, können dem in den Räumen 39 und 40 aufrechterhaltenen Vakuum entsprechend innerhalb der freien
Weglänge der Moleküle angebracht werden. Ist das Kondensat flüssig, so kann es am Boden des Gefäßes,
wie in Abb. 8 dargestellt, in einer Auffangrinne 41 gesammelt werden und in ein Vakuumgefäß 42 ablaufen.
Feste Produkte lassen sich durch einen Schaber 43, der an der Walze 2 befestigt wird, abschaben und
im Sammelraum 14 des Apparates auffangen.
Die in der vorliegenden Beschreibung erläuterten Apparaturen können auch für das Eindampfen
(Trocknen), Destillieren, Rektifizieren und Evakuieren von Flüssigkeiten verwendet werden.
Für die Zähigkeit der zur Verarbeitung gelangenden Flüssigkeit steht ein ziemlicher Spielraum zur
Verfugung, da mit einer hohen Umdrehungszahl der Walze von beispielsweise 2800 U/min und einer
kleinsten Spaltweite von etwa 0,05 mm auch Flüssigkeiten von sehr geringer Zähigkeit verarbeitet werden
können. Je höher die Zähigkeit der Flüssigkeit ist, die zur Verarbeitung gelangt, desto einfacher wird
die ganze Apparatur bezüglich Ausführung und Betriebsweise.
Claims (8)
1. Filmverdampfer für Flüssigkeiten mit einer innerhalb eines Verdampferraumes drehbar angeordneten,
von der Flüssigkeit benetzten Walze als Verdampfungsfläche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Walze (2) mit mindestens einem im Verdampfungsraum angeordneten Körper (13) einen Keilspaltraum
(14) bildet, in den die Flüssigkeit unter Druck zugeführt und aus dem sie durch den Druck
im Spalt wieder abgeführt wird.
2. Filmverdampfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Keilspaltraum (14)
mindestens eine im Körper (13) in Achsrichtung der Walze (2) angeordnete offene Rinne (16)
mündet, die an Zufuhr- und Abfuhrleitungen (15, 17) für die Flüssigkeit angeschlossen ist.
3. Filmverdampfer nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr- und
Abfuhrleitungen an verschiedenen Rinnen (16, 22) des gleichen Körpers angeschlossen sind.
4. Filmverdampfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Verdampfungsraum quer
zur Walze eine feststehende Trennwand (26) angeordnet ist, die eine öffnung für den Durchtritt der
Walze aufweist, derart, daß die Breite des zwischen Walze und Trennwandöffnung gebildeten Ringspaltes
(27) der Breite des Keilspaltraumes (14) an seiner engsten Stelle entspricht.
5. Filmverdampfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der Walze (2)
Kühl- oder Heizflächen (36) angeordnet sind.
6. Filmverdampfer nach Anspruch 1, dadurch. gekennzeichnet, daß die Körper (13) als Hohlkörper
ausgebildet und mit Ein- und Austrittsöffnungen (82) für Heiz- oder Kühlmittel ausgestattet
sind.
7. Filmverdampfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse mit einem
Mantelraum (8) zur Heizung oder Kühlung versehen ist.
8. Filmverdampfer natfh Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze (2) heizbar ist.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
ι 609 840/382 3.57
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