DE10044056A1 - Drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer Magnetflüssigkeit als Schmiermittel - Google Patents
Drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer Magnetflüssigkeit als SchmiermittelInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer Magnetflüssigkeit als Schmiermittel. DOLLAR A Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Schmierung mit einer Magnetflüssigkeit beim Betrieb eines hydrodynamischen Gleitlagers eine weitestgehend gleichmäßige Ausbildung eines Schmierfilmes im Schmierspalt zu erreichen, das heißt, eine Ansammlung der Magnetflüssigkeit an den Lagerrändern zu verhindern. DOLLAR A Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit einem Gleitlager, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Lagereinheit (1) aus einem Gleitteil (4, 14), einem am Gleitteil (4, 14) angeordneten Feldformer (2) und am Feldformer (2) anliegende Magneten (3) besteht, wobei zwischen der am Gleitteil (4, 14) drehbar angeordneten Welle (6) und dem Gleitteil (4, 14) ein Schmierspalt (5), eine Magnetflüssigkeit (8) enthaltend, ausgebildet ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein drehrichtungsunabhängiges
hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer
Magnetflüssigkeit als Schmiermittel gemäß Anspruch 1.
Bei den an sich bekannten hydrodynamischen Gleitlagern
erfolgt der Druckaufbau im Lager durch die
Relativbewegung zwischen Welle und Lager. Die dadurch
hervorgerufene Strömung eines viskosen Schmierstoffes
in einem sich verengenden Spalt führt zu einem
Druckaufbau im Schmierspalt. Dazu ist die ständige
Anwesenheit eines Schmierstoffes im Druckbereich des
Gleitlagers notwendig. Über die Lagerbreite weist der
Überdruckverlauf einen parabolischen Verlauf auf und
fällt an den äußeren Randbereichen des Gleitlagers auf
Null ab. Aufgrund dieses Druckverlaufes wird der
Schmierstoff in Richtung des Randbereiches des
Gleitlagers transportiert und verläßt dort das Lager.
Zum Aufbau eines volltragenden Schmierfilmes ist die
ständige Zufuhr von Schmierstoff in den Schmierspalt
erforderlich.
Im allgemeinen wird der Schmierstoff dem Lager an einer
Stelle vor dem Beginn des Druckbereiches über eine
Bohrung zugeführt.
Hinsichtlich ihrer Schmierstoffversorgung lassen sich
hydrodynamische Gleitlager in drei wesentliche Gruppen
einteilen.
Zum einen sind es die wartungsarmen, fettgeschmierten
und wartungsfreien Sinterlager, die mit Schmierstoff
getränkt sind. Sie weisen keinen volltragenden
Schmierfilm auf und werden daher mit geringen
Schmierfilmhöhen betrieben.
Desweiteren sind eigengeschmierte Gleitlager bekannt,
die durch die Wellenbewegung den Schmierstoff dem Lager
zuführen. Der aus dem Lager entwichene Schmierstoff
wird in einem Ölsumpf gesammelt und durch
Förderelemente, wie feste oder lose Schmierringe, die
von der Welle angetrieben werden, und Abstreifer dem
Schmierloch zugeführt. Die Wahl der Zuführung des
Schmierstoffes hängt von der Umfangsgeschwindigkeit,
der Schmierstoffviskosität und der Einbaulage des
Lagers ab.
Bei der Umlauf- oder Druckschmierung wird der
Schmierstoff mittels einer Pumpe dem Lager zugeführt.
Die dem Lager zugeführte Schmierstoffmenge kann durch
den gewählten Druck beeinflußt werden und für eine
zusätzliche Kühlung des Lagers sorgen.
Weiterhin sind mit Magnetflüssigkeiten geschmierte
hydrodynamisch betriebene Gleitlager bekannt.
Magnetflüssigkeiten sind stabile Feststoffdispersionen
mit superparamagnetischen Eigenschaften, deren Teilchen
weder im Erdschwere- noch im Magnetfeld sedimentieren.
Superparamagnetische Eigenschaften zeichnen sich
dadurch aus, daß entsprechende Materialien keine
Hysterese haben.
Magnetflüssigkeiten bestehen im wesentlichen aus drei
Komponenten.
Die magnetische Komponente sind Feststoffteilchen, aus
fern- oder ferromagnetischen Substanzen mit einer
Größe von 3-50 nm. Eine weitere Komponente sind
Tenside, die als einfache oder doppelte
Adsorptionsschicht die Feststoffteilchen umhüllen. Die
dritte Komponente ist eine Trägerflüssigkeit, in der
die Teilchen als disperse Phase homogen und stabil
verteilt sind. Werden die Magnetflüssigkeiten als
Schmiermittel verwendet, werden als Trägerflüssigkeit
Öle eingesetzt. Tensidmoleküle sind sogenannte
amphiphile Moleküle, die sowohl hydrophile als auch
lipophile Eigenschaften besitzen. Die enthaltenen
hydrophilen Gruppen werden an den Teilchenoberflächen
unter Bildung von monomolekularen Adsorptionsschichten
chemisch fixiert. Als hydrophile, chemisch sorbierbare
Moleküle eignen sich Carbonsäure-, Sulfonat-, Sulfat-
und Phosphatgruppen, aber auch Aminogruppen. Die
magnetischen Nanometerteilchen bestehen beispielsweise
aus Magnetit, Maghemit oder Ferriten.
Bei den Gleitlagern unter Verwendung von Magnet
flüssigkeiten wird der seitliche Abfluß der
schmierenden Magnetflüssigkeit durch die Abdichtung des
Randbereiches des Lagers mittels einer Magnet
flüssigkeitsdichtung verhindert. Der Schmierspalt wird
bei dieser Schmierungsart nicht von einem Magnetfeld
durchflossen. Hierbei ist als nachteilig anzusehen, daß
ein relativ hoher axialer Platzbedarf notwendig ist und
eine Ansammlung der schmierenden Magnetflüssigkeit an
den Lagerrändern erfolgt. Die Pole der
Magnetflüssigkeitsdichtung üben auf die als
Schmierstoff eingesetzte Magnetflüssigkeit magnetische
Anziehungskräfte aus, so daß eine verstärkte Ansammlung
des Schmierstoffes im Randbereich erfolgt. Zur
Verminderung dieses nachteiligen Effektes ist die Welle
mit sogenannten einwärts fördernden Nuten versehen, die
eine Schmierstoffströmung nach außen verhindern sollen.
Das macht den Aufbau des Gleitlagers kompliziert und
damit in der Herstellung kostenaufwendig.
Bekannte Gleitlager des Standes der Technik weisen
demzufolge die bereits beschriebenen Mängel auf. So
z. B. ein in US-A 3,612,630 beschriebenes Lager, in dem
eine magnetische Flüssigkeit als Dichtmittel fungiert,
und das hydrostatisch ist. Die Tragfähigkeit eines
solch hydrostatischen Lagers ist durch die
Abdichtwirkung der fixierten Magnetflüssigkeit
begrenzt. Diesen Nachteil der herabgesetzten
Tragfähigkeit weisen auch hydrodynamische Gleitlager
auf. So z. B. das US-A 3,834,775, das eine magnetische
Flüssigkeit auch als Dichtmittel einsetzt, und in dem
eine Welle mit ferromagnetischen Eigenschaften eine
magnetisch leitende Verbindung zwischen den
Dichtspalten darstellt. Oder die in DE-A1 33 04 632 und
US-A 3,439,961 beschriebenen Lager. Sie besitzen
strukturierte Wellen mit so genannten einwärtsfördenden
Nuten. Flüssige Schmierstoffe scheiden für die
Anwendung dieser Lager aus, da sie im Stillstand der
Lager wegfließen würden. Ein weiterer Nachteil dieser
Lager besteht darin, daß sie nur eine Drehrichtung
aufweisen, weil bei Drehrichtungsumkehr ein auswärts
förderndes Lager entsteht, welches einen entsprechenden
Schmierstoffverlust aufweist.
Der Erfindung lag deshalb die Aufgabe zugrunde, bei
einer Schmierung mit einer Magnetflüssigkeit beim
Betrieb eines hydrodynamischen Gleitlagers eine
weitestgehend gleichmäßige Ausbildung eines
Schmierfilmes im Schmierspalt zu erreichen, das heißt,
eine Ansammlung der Magnetflüssigkeit an den
Lagerrändern zu verhindern.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch ein
drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleitlager
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1.
Durch die Anordnung von Feldformern und Magneten, die
sowohl als Permanentmagnete als auch als Elektromagnete
ausgebildet sein können, wird erreicht, daß sich das
Magnetfeld im wesentlichen senkrecht im
Schmierspaltbereich ausbildet, d. h. der Schmierspalt
wird erfindungsgemäß von einem senkrecht verlaufenden
Magnetfeld durchflossen. Bei der Magnetisierung des
Schmierspaltes sollte über die Lagerbreite, das heißt
über die Breite des Schmierspaltes, ein einziger
Magnetpol vorhanden sein. Befinden sich in axialer
Richtung mehrere Pole und damit auch Magnetfeld
gradienten, so kann dies zu einer einseitigen
Ansammlung eines magnetischen Schmierstoffes, in diesem
Falle der Magnetflüssigkeit, führen. Der seitliche
Austritt des magnetischen Schmierstoffes aus dem Lager
wird durch eine Verringerung der Magnetfeldstärke in
diesem Bereich erreicht, so daß dadurch die magnetische
Schmierstoffflüssigkeit vorteilhafterweise an jeder
gewünschten Stelle im Lager fixiert werden kann.
Das erfindungsgemäße hydrodynamische Gleitlager besteht
grundsätzlich aus einem Gleitteil, das beispielsweise
als Lagerbuchse ausgebildet sein kann, einem Feldformer
aus ferromagnetischem Material und Magneten. Im
Gleitteil wird eine ferromagnetische Welle geführt. Im
zwischen dem Gleitteil und der Welle befindlichen
Schmierspalt findet der hydrodynamische Druckaufbau
statt. Neben dem Schmierspalt befindet sich ein
Bereich, der einen größeren Abstand vom Gleitteil und
Welle aufweist und nicht am Druckaufbau beteiligt ist.
Dieser Bereich wird hier Reservoir genannt. Die Form
des Reservoirs ist beliebig. Mögliche Formen sind
Absätze, Fasen oder Nuten im Gleitteil oder in der
Welle.
Das Gleitteil wird in radialer Richtung von dem
Feldformer umgeben. Der Feldformer hat eine
zylindrische Bohrung zur Aufnahme des Gleitteiles. Die
geometrische Form des Feldformers ist in weiten Grenzen
variierbar, so daß eine hervorragende Anpaßbarkeit der
Lagereinheit für die verschiedensten Anwendungen
möglich ist. Vorteilhaft ist es, daß die Breite des
Feldformers in axialer Richtung größer oder gleich der
Breite des Schmierspaltes ist. Die Magneten werden
mehr- oder einseitig am Feldformer angeordnet. Bei
einer beidseitigen Magnetanordnung ist eine gleiche
Polung beider Permanentmagnetreihen notwendig. Zur
besseren Führung des Magnetfeldes können zusätzlich
sogenannte Polscheiben verwendet werden. Die
geometrische Ausbildung der Magnete ist ebenfalls in
weiten Grenzen variierbar. Sie kann entsprechend der
Form der Lagereinheit angepaßt werden.
Neben der Magnetisierung eines einzelnen radialen
Gleitlagers ist die Magnetisierung einer kompletten
Lagerung zweier radialer Gleitlager möglich. Zur
Aufnahme axialer Kräfte kann ein radiales Gleitlager
mit einem axialen Gleitlager kombiniert werden. Als
Ausgleich der dabei auftretenden axialen Magnetkräfte
ist ein zweites, in entgegen gesetzter Richtung
wirkendes axiales Gleitlager notwendig.
Die Kombination von Axial- und Radiallager in einem
Schmierspalt kann durch einen kegeligen Lagersitz
realisiert werden. Auch hier ist zum Ausgleich der
axialen Kräfte ein zweites Lager notwendig. Das im
Schmierspalt des Lagers erfindungsgemäß vorhandene
Magnetfeld übt auf den Schmierstoff eine Kraftwirkung
aus, die einen seitlichen Austritt verhindert. Beim
Befüllen des Lagers wird neben dem Schmierspalt auch
das Reservoir mit Magnetflüssigkeit gefüllt, um bei
einer temperaturbedingten Vergrößerung des
Schmierspaltvolumens Schmierstoff zum Nachfließen in
den Schmierspalt bereitzustellen. Die vollständige
Füllung des Schmierspaltes mit Schmierstoff ermöglicht
den Aufbau eines volltragenden Schmierfilmes, der in
der Lage ist, auch große Lasten zu übertragen.
Das Betriebsverhalten unterscheidet sich damit nicht
wesentlich von einem konventionell geschmierten
hydrodynamischen Gleitlager.
Die Erfindung weist verschiedene Vorteile auf. Der
Schmierungsaufwand gegenüber den bekannten Gleitlagern
ist bedeutend vermindert. Die Schmierstoffmenge läßt
sich ebenfalls verringern. Ein nachteiliger Schmier
stoffaustritt ist nicht zu beobachten.
Das erfindungsgemäße Gleitlager ist drehrichtungs
unabhängig und erfordert keine strukturierte
Wellenoberflächen. Desweiteren ist die Einbaulage des
erfindungsgemäßen Gleitlagers von der Schmierstoff
versorgung unabhängig.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, daß
nichtmagnetische Verschleißpartikel aus dem
Schmierspalt herausgedrängt werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungs
beispielen und Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1a ein Gleitlager mit zweiseitiger Magnet
anordnung,
Fig. 1b einen Halbschnitt des Gleitlagers mit
zweiseitiger Magnetanordnung,
Fig. 1c eine Schnittdarstellung verschiedener
Gestaltungen des Reservoirs,
Fig. 1d eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Radiallagers gemäß Fig. 1a,
Fig. 2a ein Gleitlager mit einseitiger Magnet
anordnung und Polscheibe,
Fig. 2b eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Radiallagers gemäß Fig. 2a,
Fig. 3a eine Gleitlagerung mit zwei Radiallagern,
Fig. 3b eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Lagers gemäß Fig. 2a,
Fig. 4a ein Gleitlager mit kombiniertem Radial-
Axiallager,
Fig. 4b eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Lagers gemäß Fig. 4a,
Fig. 5 ein als Doppelkegellager ausgeführtes
Gleitlager,
Fig. 6a ein Gleitlager mit kombiniertem
hydrodynamischem Radial- und Axiallager in
Anlehnung an Fig. 2 und Fig. 4,
Fig. 6b eine Variante nach Fig. 6a,
Fig. 7a eine Variante nach Fig. 6a,
Fig. 7b eine Variante nach Fig. 7a,
Fig. 7c eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Lagers gemäß Fig. 7a,
Fig. 8a eine Variante eines Doppelkegellagers nach
Fig. 5,
Fig. 8b eine Variante nach Fig. 8a,
Fig. 8c eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Lagers gemäß Fig. 8a,
Fig. 9a eine Variante nach Fig. 8a,
Fig. 9b eine Variante nach Fig. 9a und
Fig. 9c eine schematische Darstellung der Magnetfeld
linien des Lagers gemäß Fig. 9a.
Fig. 1a zeigt die Gleitlagerung einer Welle 6. Eine
Lagereinheit 1 enthält eine Lagerbuchse 4, einen
Feldformer 2, der aus ferromagnetischem Material
besteht, und eine Anordnung von Permanentmagneten 3. In
der Lagerbuchse 4 wird die Welle 6 geführt. Sie besteht
aus ferromagnetischem Material. Der Raum zwischen der
Welle 6 und der Lagerbuchse 4 wird als Schmierspalt 5
bezeichnet. Er enthält eine Magnetflüssigkeit 8. Die
beidseitig des Feldformers 2 angeordneten
Permanentmagneten 3 erzeugen ein Magnetfeld, das
senkrecht durch den Schmierspalt 5 verläuft. Die
beidseitigen Anordnungen der Permanentmagnete 3 weisen
eine gleiche Polung auf. Im Schmierspalt 5 findet der
hydrodynamische Druckaufbau statt. Im Randbereich des
Schmierspaltes 5 befindet sich ein Reservoir 7, das am
hydrodynamischen Druckaufbau nicht beteiligt ist. Die
Form des Reservoirs 7 ist hier als Fase dargestellt.
Die Lagerbuchse 4 wird in radialer Richtung von dem
Feldformer 2 umgeben. Hier weist der Feldformer 2 eine
zylindrische Bohrung zur Aufnahme der Lagerbuchse 4
auf. Die Breite des Feldformers 2 in axialer Richtung
gesehen, ist größer oder gleich der Breite des
Schmierspaltes 5. Das durch den Schmierspalt 5
durchtretende Magnetfeld übt auf die Magnetflüssigkeit
8 eine Kraftwirkung aus, die einen seitlichen Austritt
verhindert. Beim Befüllen des erfindungsgemäßen
Gleitlagers wird neben dem Schmierspalt 5 auch das
Reservoir 7 mit Magnetflüssigkeit 8 befüllt, um bei
einer temperaturbedingten Vergrößerung des Volumens des
Schmierspaltes 5 die Magnetflüssigkeit 8 zum
Nachfließen in den Schmierspalt 5 bereitzustellen. Die
vollständige Füllung des Schmierspaltes 5 mit der
Magnetflüssigkeit 8 ermöglicht den Aufbau eines
volltragenden Schmierfilmes, der auch in der Lage ist,
große Lasten zu übertragen. Das Betriebsverhalten
unterscheidet sich damit nicht wesentlich von einem
konventionell geschmierten hydrodynamischen Gleitlager.
Fig. 1b zeigt in Schnittdarstellung das in Fig. 1a
beschriebene Gleitlager.
Fig. 1c zeigt verschiedene Varianten der Ausbildung des
Reservoirs 7. Die Gestaltung des Reservoirs ist
beliebig zu wählen. Es kann sowohl in der Lagerbuchse 4
als auch in der Welle 6 ausgebildet werden.
Fig. 1d zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien des in
Fig. 1a beschriebenen Gleitlagers mit den
magnetführenden Bauteilen. Das von den Permanent
magneten 3 ausgehende Magnetfeld wird über den
magnetisch leitenden Feldformer 2 zu der ebenfalls
magnetisch leitenden Welle 6 geleitet. Die magnetisch
nicht leitende Lagerbuchse 4 und der die
Magnetflüssigkeit 8 enthaltende Schmierspalt 5 sowie
Bereiche des Magnetflüssigkeit 8 enthaltenden
Reservoirs 7 werden von einem senkrecht verlaufenden
Magnetfeld durchflossen. Durch die Anordnung der
Magnete 3, des Feldformers 2 und der Welle 6 entsteht
ein Bereich mit hoher Magnetfeldstärke 17, in dem sich
der Schmierspalt 5 und Bereiche des Reservoirs 7
befinden. An den seitlichen Rändern des Bereiches mit
hoher Magnetfeldstärke 17 befindet sich ein Bereich mit
geringer Magnetfeldstärke 18. Der an einem Übergangs
bereich 19 zwischen dem Bereich mit hoher
Magnetfeldstärke 17 und dem Bereich mit geringer
Magnetfeldstärke 18 auftretende Magnetfeldgradient übt
eine Kraft auf die Magnetflüssigkeit aus. Diese
Krafteinwirkung verhindert das seitliche Wegfließen der
Magnetflüssigkeit 8.
In Fig. 2a ist ein erfindungsgemäßes hydrodynamisches
Gleitlager dargestellt, das bezogen auf den Feldformer
2 eine einseitige Anordnung der Permanentmagnete
aufweist. Als Besonderheit wird zusätzlich eine
Polscheibe 10 vorgesehen, die aus ferromagnetischem
Material besteht und der optimalen Weiterleitung des
magnetischen Feldes dient.
Fig. 2b zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien des in
Fig. 2a dargestellten Radiallagers mit den magnetfeld
führenden Bauteilen und den Bereich hoher
Magnetfeldstärke 17, den Bereich niedriger
Magnetfeldstärke 18 sowie den Übergangsbereich 19.
In Fig. 3a ist eine weitere Ausbildung des erfindungs
gemäßen hydrodynamischen Gleitlagers dargestellt. Die
Gleitlagerung der Welle 6 erfolgt hier mit zwei
Radiallagern. Zwischen den beiden Feldformern 2 ist
eine Anordnung von Permanentmagneten 3 vorgesehen. Die
Verbindung der Permanentmagnete 3 zu den Feldformern 2
erfolgt über Zwischenstücke 9. Auch hier durchtritt das
magnetischen Feld den Schmierspalt 5 senkrecht in
beiden angegebenen Radiallagern.
Fig. 3b zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien der in
Fig. 3a dargestellten Wellenlagerung mit den
magnetfeldführenden Bauteilen und den Bereich hoher
Magnetfeldstärke 17, den Bereich niedriger Magnet
feldstärke 18 sowie den Übergangsbereich 19.
Fig. 4a zeigt ein erfindungsgemäß kombiniertes Radial-
und Axiallager für die hydrodynamische Gleitlagerung.
Die Permanentmagnete 3 sind zwischen den radial
angeordneten Feldformern 2 und den axial angeordneten
Feldformern 2 fixiert. Ein Wellenbund 13 dient der
axialen Kraftaufnahme der Welle 6. Als Gleitteil ist
hier eine Lagerscheibe 14 vorgesehen.
Fig. 4b zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien des in
Fig. 4a dargestellten Radial- und Axiallagers mit den
magnetfeldführenden Bauteilen und den Bereich hoher
Magnetfeldstärke 17, den Bereich niedriger Magnet
feldstärke 18 sowie den Übergangsbereich 19.
Fig. 5 zeigt ein erfindungsgemäßes Doppelkegellager.
Die mittig angeordneten Permanentmagnete 3 übertragen
über die Zwischenstücke 9 das Magnetfeld auf die
Schmierspalte 5, die hier kegelförmig die an dieser
Stelle kegelförmig geformte Welle 6 umgeben.
In Fig. 6a ist in Anlehnung an Fig. 2 und Fig. 4 eine
erfindungsgemäße Lagereinheit 1 mit kombiniertem
hydrodynamischem Radial- und Axiallager dargestellt.
Die Permanentmagnete 3 sind zwischen den zwei radial
angeordneten Feldformern 2 fixiert. Die axialen
Lagerkräfte werden über den Wellenbund 13, der ein
Formelement der Welle 6 darstellt, auf die beiden
Lagerscheiben 14 übertragen. Radiale Lagerkräfte werden
durch die beiden seitlichen Lagerbuchsen 4 übertragen.
Die Anordnung der Lagerscheiben 14 um den Wellenbund 13
führt zu einer links- und rechtsseitigen Fixierung der
Welle 6. Der Abstand der beiden Lagerscheiben 14 zum
Wellenbund 13 wird durch den Distanzring 16
eingestellt.
Eine Variante nach Fig. 6a ist in Fig. 6b dargestellt.
Als in der Lagereinheit 1 drehbarem Element ist ein
Innenring 15 angeordnet. Dadurch ist eine Montage der
kompletten Lagereinheit 1 auf eine Welle möglich.
In Fig. 7a ist eine Variante nach Fig. 6a dargestellt.
Die Permanentmagnete 3 sind zwischen dem radial
angeordneten Feldformern 2 und der Polscheibe 10
fixiert. Die radialen Lagerkräfte werden von der
Lagerbuchse 4 übertragen.
Eine Variante nach Fig. 7a ist in Fig. 7b dargestellt.
Als in der Lagereinheit 1 drehbarem Element ist ein
Innenring 15 angeordnet.
Fig. 7c zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien des in
Fig. 7a dargestellten Radial- und Axiallagers mit den
magnetfeldführenden Bauteilen und den Bereich hoher
Magnetfeldstärke 17, den Bereich niedriger Magnet
feldstärke 18 sowie den Übergangsbereich 19.
Fig. 8a zeigt eine Variante eines Doppelkegellagers
nach Fig. 5. Die Permanentmagnete 3 sind zwischen den
zwei radial angeordneten Feldformern 2 fixiert. Die
radialen und axialen Lagerkräfte werden über die
kegelförmigen Gleitteile (Lagerbuchsen) und die
kegelförmig geformte Welle übertragen. Der Abstand der
beiden Feldformer 2 wird durch den Distanzring 16
eingestellt.
Eine Variante nach Fig. 8a ist in Fig. 8b dargestellt.
Als in der Lagereinheit 1 drehbarem Element ist ein
Innenring 15 angeordnet.
Fig. 8c zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien des in
Fig. 8a dargestellten Doppelkegellagers mit den
magnetfeldführenden Bauteilen und den Bereich hoher
Magnetfeldstärke 17, den Bereich niedriger Magnet
feldstärke 18 sowie den Übergangsbereich 19.
Fig. 9a zeigt eine Variante nach Fig. 8a. Die
Permanentmagnete 3 sind außen an den Feldformern 2
angeordnet. Ein mittlerer Feldformer 2 ist zwischen den
äußeren Feldformern 2 angeordnet.
Eine Variante nach Fig. 9a ist in Fig. 9b dargestellt.
Als in der Lagereinheit 1 drehbarem Element ist ein
Innenring 15 angeordnet.
Fig. 9c zeigt den Verlauf der Magnetfeldlinien des in
Fig. 9a dargestellten Doppelkegellagers mit den
magnetfeldführenden Bauteilen und den Bereich hoher
Magnetfeldstärke 17, den Bereich niedriger Magnet
feldstärke 18 sowie den Übergangsbereich 19.
1
Lagereinheit
2
Feldformer
3
Permanentmagnet
4
Lagerbuchse
5
Schmierspalt
6
Welle
7
Reservoir
8
Magnetflüssigkeit
9
Zwischenstück
10
Polscheibe
11
Fase
12
Nut
13
Wellenbund
14
Lagerscheibe
15
Innenring
16
Distanzring
17
Bereich hoher Magnetfeldstärke
18
Bereich niedriger Magnetfeldstärke
19
Übergangsbereich
Claims (18)
1. Drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleit
lager bestehend aus einer Lagereinheit (1), in dem
eine Welle (6) drehbar angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lagereinheit (1) aus einem Gleitteil (4, 14),
mindestens einem am Gleitteil (4, 14) angeordneten
Feldformer (2) und am Feldformer (2) mit einem Pol
anliegende Magneten (3) besteht, wobei zwischen der
am Gleitteil (4, 14) drehbar angeordneten Welle (6)
und dem Gleitteil (4, 14) ein Schmierspalt (5),
eine Magnetflüssigkeit (8) als Schmiermittel
enthaltend, ausgebildet ist, wobei die Welle (6)
und der Feldformer (2) magnetisch leitend sind.
2. Gleitlager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete (3) mit dem Feldformer (2) magnetisch
leitend verbunden sind.
3. Gleitlager nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete (3) über ferromagnetisch leitende
Zwischenstücke (9) mit dem Feldformer (2) verbunden
sind.
4. Gleitlager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete (3) mit dem Feldformer (2)
nichtferromagnetisch leitend verbunden sind.
5. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete (3) mit einem Pol am Feldformer (2) und
mit dem entgegengesetzten Pol an einer Polscheibe
(10) anliegend angeordnet sind.
6. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete (3) punktuell oder als Ringmagnete um
die Welle (6) herum angeordnet sind.
7. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
am Feldformer (2) mehrseitig Magnete (3) angeordnet
sind.
8. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
am Feldformer (2) einseitig Magnete (3) angeordnet
sind.
9. Hydrodynamisches Gleitlager nach einem der
Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete (3) zwischen zwei Feldformern (2), ggf.
zwischen zwei Zwischenstücke (9), angeordnet sind.
10. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Gleitteil (4, 14) ferromagnetische Eigen
schaften aufweist.
11. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Gleitteil (4, 14) nichtferromagnetische Eigen
schaften aufweist.
12. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Randbereich des Gleitteils (4, 14) ein Reservoir
(7) für die Magnetflüssigkeit (8) angeordnet ist.
13. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Reservoir (7) als Fase, Nut oder Absatz am
Gleitteil (4, 14) oder als Nut oder als Absatz in
der Welle (6) ausgebildet ist.
14. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
als drehbares Element in der Lagereinheit (1) ein
Innenring (15) angeordnet ist.
15. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei Vewendung mehrerer Feldformer zwischen diesen
jeweils ein Distanzring (16) angeordnet ist.
16. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Breite des Feldformers (2) im wesentlichen mit
der Breite des Schmierspaltes (5) korreliert.
17. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Breite des Feldformers (2) der Breite des
Schmierspaltes (5) entspricht.
18. Gleitlager nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Magnete Permanentmagnete und/oder Elektro
magnete.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10044056A DE10044056A1 (de) | 1999-09-01 | 2000-08-31 | Drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer Magnetflüssigkeit als Schmiermittel |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19942625 | 1999-09-01 | ||
| DE10044056A DE10044056A1 (de) | 1999-09-01 | 2000-08-31 | Drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer Magnetflüssigkeit als Schmiermittel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10044056A1 true DE10044056A1 (de) | 2001-06-13 |
Family
ID=7921063
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10044056A Withdrawn DE10044056A1 (de) | 1999-09-01 | 2000-08-31 | Drehrichtungsunabhängiges hydrodynamisches Gleitlager unter Verwendung einer Magnetflüssigkeit als Schmiermittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10044056A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE202005005904U1 (de) * | 2005-04-07 | 2006-08-17 | Ebm-Papst St. Georgen Gmbh & Co. Kg | Anordnung zur Lagerung einer drehbaren Welle |
| WO2013069403A1 (ja) * | 2011-11-08 | 2013-05-16 | イーグル工業株式会社 | 磁性流体を用いたシール装置 |
| CN105545969A (zh) * | 2016-02-17 | 2016-05-04 | 张广 | 一种兼有位移补偿功能和减振功能的角接触球轴承 |
| DE102018106700A1 (de) | 2018-03-21 | 2019-09-26 | Volkswagen Aktiengesellschaft | Vorrichtung mit einem Gleitlager |
-
2000
- 2000-08-31 DE DE10044056A patent/DE10044056A1/de not_active Withdrawn
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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