DE10043905A1 - Stromkopplung bei der gemischten Simulation von Schaltungen - Google Patents
Stromkopplung bei der gemischten Simulation von SchaltungenInfo
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Abstract
Ein Verfahren zur Simulation elektronischer Schaltungen und Systeme, die digitale und analoge Schaltungsteile beinhalten, verwendet eine Kombination aus Analog- und Digital-Simulation. Zur Schnittstellenanpassung der beiden Simulationsarten wird zwischen einem Anschluß eines analog simulierten Schaltungselements und einem Anschluß eines digital simulierten Schaltungselements ein Mittel zum Transportieren von Stromwerten zwischen den Schaltungselementen eingesetzt.
Description
Mit der zunehmenden Höherintegration und einer ständig stei
genden Komplexität der Schaltkreise nimmt auch der Anteil des
Schaltungsentwurfs an den Entwicklungs- und Herstellungszei
ten elektronischer Schaltkreise ständig zu. Aus diesem Grunde
ist die Reduzierung der Entwurfszeiten ein wichtiges Ziel bei
der rechnergestützten Entwicklung von Schaltkreisen.
Die rechnergestützte Entwicklung von Schaltkreisen geht aus
von einem gedanklichen Schaltkreiskonzept und umfaßt die
Schritte des Niederschreibens dieses Schaltkreiskonzepts in
einer geeigneten Hardware-Beschreibungssprache (z. B. VHDL
oder SPICE) unter Verwendung von Modellen, der Simulation des
modellierten Schaltkreises, der Synthese eines Schaltkreis-
Designs (Erstellung einer synthetisierten Netzliste), der Re-
Simulation des synthetisierten Designs (Post-Layout Simula
tion) und der Programmierung eines geeigneten Chip-Herstel
lungsgerätes.
Die Gesamtprozeßfolge wird auch als "Design Flow" bezeichnet.
Im folgenden wird ausschließlich der Simulationsschritt im
Design Flow betrachtet.
Es sind verschiedene Verfahren zur Simulation elektronischer
Schaltungen bekannt, die sich hinsichtlich der verwendeten
Schaltungsbeschreibungsebenen und Simulationsebenen unter
scheiden. Die Schaltungsbeschreibungsebenen können unter
schiedlich fein sein und korrespondieren mit den an sie ange
paßten Simulationsebenen. Durch die Verwendung von mehreren
Schaltungsbeschreibungsebenen bei der Modellierung eines De
signs kann der Rechenaufwand für die Schaltungssimulation we
sentlich verringert werden.
Die Beschreibung einer Schaltung auf der Systemebene erfolgt
mittels sogenannter HLL-Konstrukte, z. B. IF. . .THEN. . .ELSE. . .
Mit dieser funktionellen Beschreibung werden funktionelle Zu
sammenhänge des Schaltungsmodells mit diskreten Werten für
Signale und Zeit simuliert. Die Signale können abstrakt als
Variable realisiert werden. Beispiele für die Systemsimulati
on sind Warteschlangen und Rechnerkommunikation.
Die sogenannte Register-Transfersimulation wird auf der
Block-Ebene oder Register-Transferebene durchgeführt. Die
Schaltung wird in Funktionsblöcke aufgelöst und das Zusammen
spiel der Blöcke simuliert. Die Beschreibung erfolgt eben
falls mittels HLL-Konstrukten oder mittels funktionellen
Blöcken, z. B. RAM, ALU, ROM. Zur Simulation wird die funktio
nelle Beschreibung des Eingangs-/Ausgangsverhaltens mit dis
kreten und vorgegebenen Zeitbedingungen erstellt.
Die Beschreibung einer Schaltung auf Gatter- oder Logikebene
erfolgt einerseits mittels funktioneller Blöcke, z. B. RAM,
ROM oder andererseits mittels Gattern, wie z. B. NAND, AND,
OR, NOT. Die logische Beschreibung dieser Blöcke oder Gatter
enthält Boolesche Gleichungen und Verzögerungszeiten. Es wird
mit diskreten Werten (Booleschen Variablen) und diskreten Zu
ständen, z. B. 0, 1, X (X bezeichnet einen unbestimmten Zu
stand) gearbeitet. Die Simulation des Zeitverhaltens von Lo
gikschaltungen wird durch die Zuordnung von Verzögerungszei
ten zu Gattern ermöglicht.
Die sogenannte Switch Level Ebene ist besonders für die Be
handlung von MOS-Schaltungen geeignet. Die Beschreibung eines
Schaltungsmodells auf dieser Ebene erfolgt mittels Transisto
ren als Schalter. Für die Transistoren werden nur die Zustän
de leitend, gesperrt und offener Eingang berücksichtigt. Das
entspricht den diskreten Signalwerten 0, 1 und X an den Kno
ten.
Auf der Circuit- oder Transistorebene wird die Schaltung
durch elektrische Bauelemente (Widerstände, Kapazitäten,
Transistoren,. . .) und deren Verknüpfungen beschrieben. Die
Beschreibung des Verhaltens erfolgt mittels zeitabhängiger,
kontinuierlicher physikalischer Größen wie z. B. Strom I(t),
Spannung U(t) und Ladung Q(t). Für die Bauelemente (z. B.
Transistoren) sind unterschiedliche Ersatzschaltungen
(Modelle) wählbar, wodurch unterschiedliche Genauigkeiten bei
der Simulation erzielt werden können.
Bei der Simulation auf der Bauelemente-Ebene (Device-Ebene)
werden ausschließlich einzelne Bauelemente wie z. B. Transi
storen oder Dioden betrachtet. Die Funktionsweise der Bauele
mente wird durch genaue numerische Modelle dargestellt.
Zur Simulation der beschriebenen Schaltungsebenen stehen zwei
grundsätzlich unterschiedliche Simulationsverfahren zur Ver
fügung, welche als Digital- bzw. Analog-Simulation bezeichnet
werden.
Die Digital-Simulation betrifft im wesentlichen die System-,
Register-Tranfer- und Logik-Ebene. Mit Hilfe der Digital-
Simulation kann der Anwender seinen Logikentwurf verifizie
ren, d. h. überprüfen, ob die in der Hardware-Beschreibungs
sprache formulierte Schaltung die gewünschten logischen
Schaltungsfunktionen erfüllt. Die Simulation erfolgt auf der
Basis der Ereignissteuerung, d. h. es werden Änderungen von
Ausgangssignalen nur bei denjenigen Schaltungselementen (neu)
berechnet, an deren Eingängen eine Änderung der Eingangs
signale beim Übergang vom vorherigen Ereignis zum aktuellen
Ereignis auftritt. Die Beschreibung der Schaltungselemente
erfolgt, wie bereits erwähnt, zumeist mit der Hardware-Be
schreibungssprache VHDL.
Die Analog-Simulation erstreckt sich ebenfalls über mehrere
Systemebenen (Circuit- und Device-Ebene). In erster Linie
wird unter Analog-Simulation die Simulation auf der Circuit-
Ebene verstanden. Ebenso wie bei der Digital-Simulation kann
der Anwender mit Hilfe der Analog-Simulation sowohl die Funk
tion des Schaltungsentwurfs, d. h. die Übereinstimmung der lo
gischen Schaltungsfunktionen mit Hilfe vorgegebener Boole
scher Funktionen, als auch das Zeitverhalten des Schaltungs
entwurfs verifizieren. Im Gegensatz zur Digital-Simulation
werden bei der Analog-Simulation den Signalen jedoch von
vornherein kontinuierliche bzw. sehr fein abgestufte diskrete
Zahlenwerte (Gleitkommazahlen) zugeordnet. Auf diese Weise
können analoge Signale (Spannung, Strom) dargestellt werden,
aus denen Pegelwerte oder Flankensteilheiten abgelesen werden
können, welche zur Beurteilung der simulierten Bauelemente
(Transistoren, Kondensatoren, Induktoren. . .) benötigt werden.
Für die Simulation komplexer Gesamtschaltungen ist eine ge
mischte Simulation erforderlich. Unterschiedliche Schaltungs
teile werden den genannten Schaltungsbeschreibungsebenen zu
geordnet und abhängig von der Schaltungsbeschreibungsebene
entweder analog oder digital simuliert. Die gleichzeitige
analoge und digitale Simulation wird auch als "Mixed-Mode-"
Simulation bezeichnet. Bei der Mixed-Mode-Simulation stellt
sich das Problem, auf welche Weise Simulationsergebnisse, die
bei der einen Simulationsart ermittelt wurden, der anderen
Simulationsart verfügbar gemacht werden können.
Bisher erfolgt die Übergabe von Signalinformation zwischen
den beiden Modulationsarten auf der Basis von Spannungswer
ten. In EP 0 481 117 ist ein Verfahren beschrieben, mit wel
chem kontinuierliche Spannungswerte, die bei der Analog-
Simulation gewonnen werden, in binäre Spannungs-Eingangswerte
für die digitale Simulation umgewandelt werden können, bzw.
binäre Ausgangspannungswerte der digitalen Simulation in kon
tinuierliche Spannungswerte für die analoge Simulation umge
wandelt werden können. In beiden Fällen wird zur Signaltrans
formation ein Koppelelement verwendet, das zwischen einem
Ausgang (bzw. Eingang) des analog simulierten Schaltungsele
ments und einem Eingang (bzw. Ausgang) des digital simulier
ten Schaltungselements eingesetzt wird. Im ersten Fall ist
das Koppelelement durch einen Komparator realisiert, über
dessen Eingang ein Lastwiderstand liegt. Der Komparator wer
tet eine analoge Signalfunktion aus und generiert binäre Zu
standsübergänge, wenn definierte Komparatorschwellen von der
Eingangs-Signalstärke über- oder unterschritten werden. Im
zweiten Fall ist das zwischen einem Ausgang eines digital si
mulierten Schaltungselements und dem Eingang eines analog si
mulierten Schaltungselements angeordnete Koppelelement durch
eine steuerbare Spannungsquelle mit einem steuerbaren Innen
widerstand modelliert. Die Spannung und der Innenwiderstand
der steuerbaren Spannungsquelle ergeben sich dabei aus dem
digitalen Spannungssignal, dessen Signalstärke sowie den vom
Anwender spezifizierten Technologieparametern
(Signalamplitude, Potentiallage, Flankensteilheit).
In vielen Fällen reicht es für die Simulation der Gesamt
schaltung jedoch nicht aus, eine Kopplung analog und digital
simulierter Schaltungsteile allein auf der Basis von Span
nungssignalen zu betrachten. Dies ist insbesondere dann der
Fall, wenn die unterschiedlichen Schaltungsteile eine Strom
kopplung aufweisen, d. h. ihr Zusammenwirken und ihre Funktion
von der Höhe der Ausgangs- bzw. Eingangsströme abhängig ist.
Um diese Probleme zu umgehen, wurde bisher versucht, die
Grenzlinie zwischen den analog simulierten Schaltungsteilen
und den digital simulierten Schaltungsteilen so zu legen, daß
die Grenzlinie Schaltungsteile mit möglichst geringer Strom
kopplung separiert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzu
geben, mittels welchem die Mixed-Mode-Simulation beim Vorhan
densein von stromgekoppelten analog bzw. digital simulierten
Schaltungsteilen verbessert wird.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Durch das Mittel zum Transportieren von Stromwerten zwischen
analog und digital simulierten Schaltungselementen wird er
reicht, daß Schaltungsfunktionen, die durch das Vorhandensein
bzw. die Größe der zwischen den Schaltungselementen transpor
tierten Ströme beeinflußt werden, sowohl bei der Analog-
Simulation als auch bei der Digital-Simulation berücksichtigt
werden können. Dadurch wird die Schnittstellenanpassung zwi
schen analoger und digitaler Simulation auf den Transport von
Strömen erweitert.
Vorzugsweise wird das Mittel zwischen einem Ausgang eines di
gital simulierten Schaltungselementes und Eingängen eines
analog simulierten Schaltungselementes als eine Stromquelle
speisend eine Parallelschaltung aus einem ersten Widerstand
und einer ersten Kapazität modelliert. Der von der Stromquel
le erzeugte Strom wird dabei direkt von dem in dem digital
simulierten Schaltungselement berechneten Stromwert vorgege
ben.
Bezüglich der Schnittstellenanpassung in der entgegengesetz
ten Richtung kennzeichnet sich eine vorteilhafte Verfahrens
maßnahme dadurch, daß das Mittel zwischen Ausgängen eines
analog simulierten Schaltungselementes und einem Eingang ei
nes digital simulierten Schaltungselementes als eine Strom
senke umfassend eine Parallelschaltung eines zweiten Wider
stands und einer zweiten Kapazität modelliert ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert; in die
ser zeigt:
Fig. 1 eine komplexe elektrische Schaltung, die sich aus
verschiedenen Schaltungsteilen zusammensetzt;
Fig. 2a ein Ersatzschaltbild eines Koppelelements für die
Schnittstellenanpassung zwischen einem Ausgang ei
nes digital simulierten Schaltungselements und ei
nem Eingang eines analog simulierten Schaltungsele
ments; und
Fig. 2b ein Ersatzschaltbild eines Koppelelements für die
Schnittstellenanpassung zwischen einem Ausgang ei
nes analog simulierten Schaltungselements und einem
Eingang eines digital simulierten Schaltungsele
ments.
Fig. 1 zeigt eine Darstellung einer elektrischen Schaltung,
welche insbesondere als integrierter Schaltkreis (IC) reali
siert ist. Die elektrische Schaltung umfaßt einen A/D-
Umsetzer, einen D/A-Umsetzer, eine Logikeinheit, einen Spei
cher sowie einen Mikroprozessor µp oder Mikro-Controller µC.
Beim Entwurf einer derartigen Schaltung werden die unter
schiedlichen Schaltungsteile zunächst in einer geeigneten
Hardware-Beschreibungssprache kodiert und nachfolgend zur
Überprüfung des kodierten Schaltungsentwurfs simuliert. Zur
Kodierung der Logik- und Speicherbausteine kann beispielswei
se die VHDL-(very high speed integrated circuits hardware
description language-)Hardware-Beschreibungssprache einge
setzt werden. Die Beschreibung des Mikroprozessors bzw. des
Mikro-Controllers erfolgt auf Bauteilebene unter Verwendung
von Modellen (C-Code-Routinen), welche für die Simulation
mittels eines Analog-Simulators, z. B. einem SPICE-(simulation
program with integrated circuit emphasis) ähnlichen Simulator
vorgesehen sind.
A/D-Umsetzer und D/A-Umsetzer können sowohl in VHDL als auch
in SPICE-Modellen beschrieben werden.
Für die ergebnisgesteuerte Simulation eines bestimmten Schal
tungselements (das Bestandteil des digital zu simulierenden
Schaltungsteils der Gesamtschaltung ist) werden die folgenden
Programmeingaben für VHDL benötigt:
- - der VHDL-Programmcode für das Schaltungselement;
- - eine Listung der Eingänge des Schaltungselements;
- - eine Listung der Ausgänge des Schaltungselements; und
- - die Elementdaten.
Die Elementdaten geben an, welche physikalischen Größen bei
der Simulation des Schaltungselements berücksichtigt werden
und in welcher Darstellung diese physikalischen Größen bei
der Simulation behandelt werden. Bezüglich der Darstellung
der physikalischen Größen (d. h. des Wertevorrats der Signal
werte) wird zwischen Typen und Untertypen unterschieden. Als
Typen stehen unter anderem die Booleschen Werte (0,1), Inte
gerwerte (-2147483648,.., 2147483647), sog. Aufzählungstypen
('0', '1', 'X', 'H', 'L', 'W', 'U', 'Z') und Gleitkommazah
lenwerte (-1.0E308,. .,1.0E308) zur Verfügung. Zur gezielten
Einschränkung der Wertemenge von Typen werden Untertypen ver
wendet. Untertypen können beispielsweise Integerwerte in ei
nem Bereich von 0 bis 1024, die wichtigsten Aufzählungstypen
('0', '1', 'X') oder bestimmte Gleitkomma-Zahlenintervalle
sein.
Typen und Untertypen können unterschiedlichen physikalischen
Größen (Signale) zugeordnet sein. Beispiele hierfür sind
Spannung und Strom, aber auch mechanische Größen wie Druck
oder Kraft und thermische Größen wie z. B. der Wärmefluß. Bei
der Simulation der Schaltung werden nur die für notwendig er
achteten Typen und Untertypen berücksichtigt, um den Simula
tionsaufwand so gering wie nur möglich zu halten. Für die An
gabe der an den Eingängen und Ausgängen des Schaltungsele
ments auftretenden Signale reicht in vielen Fällen z. B. die
Angabe eines digitalen Spannungswertes (0 oder 1) aus.
Die Durchführung der digitalen Simulation erfolgt in der Wei
se, daß zunächst die Liste der Eingänge und Ausgänge
(sogenannte Netzliste) des zu simulierenden Schaltungsele
ments sowie die Elementdaten (Typen, Untertypen) eingelesen
werden und nachfolgend die Simulation auf der Basis des
Schaltungscodes unter Abarbeitung einer sogenannten Ereignis
liste (Eventlist) vollzogen wird. Als Ereignis wird eine be
stimmte, vorgegebene Belegung der Eingangsanschlüsse bezeich
net. Sämtliche im Rahmen der Simulation zu untersuchenden Er
eignisse sind in der Ereignisliste aufgelistet. Bei der Simu
lation wird zunächst das erste Ereignis aus der Ereignisliste
ausgelesen und die Eingangsanschlüsse des Schaltungselements
werden entsprechend belegt. Das Schaltungselement wird auf
der Basis seines Hardware-Schaltungscodes simuliert und die
Werte der Ausgangsanschlüsse werden untersucht. Sofern sich
ein oder mehrere Signalwerte der Ausgangsanschlüsse geändert
haben, wird eine Simulation der an die geänderten Ausgangsan
schlüsse angeschlossenen Schaltungselemente durchgeführt. In
der gleichen Weise werden weitere Folgeereignisse berücksich
tigt. Nachdem sämtliche Folgeereignisse bezüglich des simu
lierten Schaltungsteils (d. h. der von diesem Schaltungsteil
umfaßten Schaltungselemente) ermittelt und aufgezeichnet
sind, ist die "Reaktion" des simulierten Schaltungsteils auf
das diesem Simulationszyklus zugrundeliegende Ereignis be
kannt. Die Simulation wird nun fortgesetzt, indem das nächste
Ereignis aus der Ereignisliste ausgelesen und einem darauf
folgenden Simulationszyklus zugrundegelegt wird.
Die Digital-Simulation ist beendet, wenn das letzte Ereignis
aus der Ereignisliste abgearbeitet ist.
Im folgenden wird die Durchführung der Analog-Simulation auf
der Circuit-Ebene erläutert. Zur Beschreibung des elektri
schen Verhaltens eines Schaltungselements auf der Circuit-
Ebene werden die folgenden Programmeingaben benötigt:
- - eine Liste, welche die verschiedenen Schaltungselemente und ihre Verbindungen untereinander beschreibt;
- - ein Satz von Modellen, wobei jedes Modell ein Schaltungse lement beschreibt; und
- - Angaben über den Typ der Analyse, der für das betreffende Schaltungsteil durchgeführt werden soll.
Jedes Schaltungselement wird dabei als System von Zwei-
Polelementen (Widerstände, Kapazitäten, Induktivitäten, unab
hängige Spannungs- und Stromquellen, spannungsgesteuerte bzw.
stromgesteuerte Spannungs- und Stromquellen) realisiert. Die
Modellierung der einzelnen Zwei-Polelemente erfolgt durch so
genannte charakteristische Gleichungen für die den Elementen
zugeordneten Kantenspannungen oder Kantenströme. Komplexere
Schaltungselemente wie beispielsweise MOSFETs können durch
Ersatzschaltungen aus mehreren Zwei-Polelementen dargestellt
werden. Die Vernetzung der Zwei-Polelemente einer Schaltung
wird als Kopplung der entsprechenden charakteristischen Glei
chungen mittels der beiden Kirchhoffschen Gesetze für die
Kantenspannungen und die Kantenströme dargestellt. Die Lösung
dieses Systems aus gekoppelten Differentialgleichungen er
folgt numerisch zu diskreten Zeitpunkten
(Transientenanalyse). Zur Durchführung der Analog-Simulation
kann entweder eine Ereignissteuerung (es werden nur die Ele
mentfunktionen derjenigen Schaltungselemente berechnet, an
deren Eingängen eine Änderung der Eingangssignale auftritt)
oder eine Steuerung verwendet werden, bei der zu jedem be
trachteten Zeitpunkt und/oder bei jeder Versorgung der Ein
gänge mit einem neuen Datensatz eine Berechnung aller Ele
mentfunktionen (d. h. eine Berechnung des kompletten Modells)
vorgenommen wird.
Die Analog- und Digital-Simulation weisen für ihre Kopplung
Unterschiede in bezug auf die Behandlung von Signalwerten an
den Eingängen bzw. Ausgängen der jeweiligen Schaltungselemen
te und in bezug auf die Zeitbehandlung der Signalwerte auf.
Hinsichtlich der unterschiedlichen Zeitbehandlung ist entwe
der die kontinuierliche Zeitbehandlung der Analog-Simulation
an die diskrete Zeitbehandlung der Digital-Simulation oder
die diskrete Zeitbehandlung der Digital-Simulation an die
kontinuierliche Zeitbehandlung bei der Analog-Simulation an
zupassen.
Im folgenden wird die gegenseitige Anpassung der Digital- und
Analog-Simulation in bezug auf die erfindungsgemäße Übertra
gung eines Signalwertes für die physikalische Größe Strom be
schrieben.
Zur Schnittstellenanpassung zwischen digital bzw. analog si
mulierten Schaltungsteilen sind, wie bereits erwähnt, Koppe
lelemente vorgesehen, welche eine Stromsignaltransformation
zwischen den digital simulierten und den analog simulierten
Schaltungsteilen vornehmen. Hierbei wird jede Verbindung zwi
schen dem analog simulierten Schaltungsteil und dem digital
simulierten Schaltungsteil getrennt behandelt und umgesetzt.
Zunächst wird anhand Fig. 2a die Stromsignaltransformation
eines Stromwertes von einem digital simulierten Schaltungse
lement zu einem analog simulierten Schaltungselement be
schrieben.
In einem ersten Schritt wird das für die Signaltransformation
verwendete Koppelelement definiert. Die Definition erfolgt
auf der Basis von Zwei-Polelementen, wie sie für die Hard
ware-Beschreibung der analog simulierten Schaltungsteile ein
gesetzt wird. Das D/A-Koppelelement 1 besteht aus einer
stromgesteuerten Stromquelle 2, an deren Ausgangsanschlüsse
ein ohmscher Widerstand 3 mit dem Widerstandswert R1 und ein
Kondensator 4 der Kapazität C1 angeschlossen sind. Die beiden
Anschlüsse 5a und 5b stellen die zwei Pole dieses Zwei-
Polelements dar. Wie im folgenden noch näher beschrieben,
wird die stromgesteuerte Stromquelle 2 direkt durch ein Simu
lationsergebnis (Stromwert) gesteuert, welches im Rahmen der
Digital-Simulation berechnet wird. Der Widerstandswert R1 und
der Kapazitätswert C1 sind durch den Benutzer definierbar und
ermöglichen es, das von dem analog simulierten Schaltungsele
ment aus "gesehene" Verhalten des digital simulierten Schal
tungselements so zu modulieren bzw. schnittstellenmäßig anzu
passen, als ob ein realistischer, nicht-modellierter analoger
Schaltkreis angebunden wäre. Als Anfangswerte für den Wider
standswert R1 wird der Wert ∞ und als Ausgangswert für die
Kapazität wird der Wert 0 verwendet. Dies bedeutet, daß es
sich bei der Stromquelle um eine ideale Stromquelle handelt.
Zur Schnittstellenanpassung in der entgegengesetzten Richtung
(von dem analog simulierten Schaltungselement zu dem digital
simulierten Schaltungselement) wird eine zweipolige Strom
senke 6 eingesetzt, siehe Fig. 2b. Die Stromsenke 6 weist auf
ihrer Eingangsseite zwei Anschlüsse 5a', 5b' auf, an welche
ein zweiter ohmscher Widerstand 7 sowie ein zweiter Kondensa
tor 8 in Parallelschaltung angeschlossen sind. Der ohmsche
Widerstand des zweiten Kondensators 7 wird mit R2 bezeichnet,
die Kapazität des zweiten Kondensators 8 ist C2.
Die Werte für R2 und C2 können wiederum von dem Anwender be
nutzerdefiniert vorgegeben werden. Analog zu der Situation
bei der Signaltransformation in Gegenrichtung werden die Wer
te in der Weise gewählt, daß das analog simulierte Schaltung
selement an seinen Ausgängen 5a' und 5b' eine Schalt
kreischarakteristik sieht, welche von dem digital simulierten
Schaltungselement in der Realität erzeugt werden würde. Im
idealen Fall betragen die Werte R2 und C2 jeweils den Wert 0.
Der Stromwert kann nun unmittelbar an dem Koppelelement 6 ab
gegriffen werden. Da bestehende Modelle nur den Abgriff von
Spannungsstufen erlauben, ist es möglich, den durch die
Stromsenke 6 fließenden Strom durch Verwendung einer nicht
idealen Stromsenke mit einem kleinen Widerstandswert R2 (d. h.
R2 ist klein gegenüber dem Innenwiderstand des modellierten
Schaltungselements) zu ermitteln und gemäß dem Ohmschen Ge
setz I = U/R2 zu berechnen (dabei bezeichnet I den Strom
durch das Zwei-Polelement 6 und U bezeichnet die Spannung
über den beiden Anschlüssen 5a' und 5b').
Die Benutzerdefinierbarkeit der Werte R1, C1 und R2, C2 er
möglicht es dem Anwender, diese in Form von Technologie-
Parametern zu wählen.
Ein zweiter Schritt betrifft die Modellierung der Schaltungs
beschreibung für den Digital-Simulator. In diesem Schritt
werden Ausgangs- und Eingangsanschlüsse definiert, die mit
dem analog simulierten Schaltungselement in Verbindung ste
hen. Diesen Eingangs- bzw. Ausgangsanschlüssen wird die phy
sikalische Größe Strom in Form eines Untertyps (als Gleitkom
mazahl) zugeordnet. Damit weist jedes digital simulierte
Schaltungselement, welches über Stromkopplung mit einem ana
log simulierten Schaltungselement verbunden werden soll, ei
nen zusätzlichen Ausgangs- und einen zusätzlichen Eingangsan
schluß für ein Stromsignal (in Form einer Gleitkommazahl)
auf. Der durch die Hinzufügung entsprechender Elementdaten
geschaffene (simulierte) Schaltungsabschnitt der digital si
mulierten Teilschaltung ist durch die Bezugszeichen 9 (D/A-
Schnittstelle) und 10 (A/D-Schnittstelle) in Fig. 2a, 2b ver
anschaulicht.
Es ist auch möglich, den zusätzlichen Ausgangs- bzw. Ein
gangsanschlüssen mit der Untertypdeklaration "Strom" Integer
werte im digitalen Bereich zuzuordnen. Die Umsetzung
(Mapping) der übertragenen Gleitkommazahlen in Integerwerte
erfolgt dann in den Schaltungsabschnitten 9 bzw. 10. Um eine
ausreichende Auflösung bzw. Genauigkeit im digitalen Bereich
zu erhalten, muß in diesem Fall als Einheit der Integerwerte
ein kleiner Stromwert, z. B. 1 nA, definiert werden.
In einem dritten Schritt wird die Analog- und Digital-
Simulation gleichzeitig durchgeführt, wobei die bisher ledig
lich Spannungswerte berücksichtigende Kopplung nunmehr auf
die Kopplung von Strömen erweitert wird. Dabei wird durch
Wahl geeigneter Parameterwerte R1, R2, C1, C2 die Stromkopp
lung zwischen den beiden simulierten Schaltungselementen ge
steuert. Bei der Simulation der Gesamtschaltung können somit
Stromkopplungseffekte unterschiedlicher Kopplungsstärke be
rücksichtigt, ausgewertet und bei der späteren Schaltungssyn
these gezielt ausgenutzt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in Form einer Software
(d. h. eines Computer-Programms) realisiert sein, welche auf
einem üblichen Computer ablauffähig ist. Die Software umfaßt
einen Analog- und einen Digital-Simulator, wie sie beispiels
weise durch die Programme SPICE und Verilog (VHDL) kommerzi
ell erhältlich sind. Basierend auf diesen beiden Simulations
programmen umfaßt das erfindungsgemäße Softwareprodukt ferner
eine Anpassungsroutine, mittels welcher die Schnittstellenan
passung zwischen dem Analog- und dem Digital-Simulator vorge
nommen wird. Die Anpassungsroutine unterstützt den Anwender
bei den bezüglich des Digital- und des Analog-Simulators vor
zunehmenden Anpassungen (Schritt 1, 2, und 3) sowie z. B.
durch die Bereitstellung einer Eingabemöglichkeit für die
Schnittstellenparameter R1, R2, C1, C2 bezüglich sämtlicher
zu berücksichtigenden Stromkopplungspunkte.
Claims (9)
1. Verfahren zur Simulation elektronischer Schaltungen und
Systeme, die digitale und analoge Schaltungsteile beinhalten,
durch eine Kombination aus Analog- und Digitalsimulation, wo
bei zur Schnittstellenanpassung der beiden Simulationsarten
zwischen einem Anschluß eines analog simulierten Schaltungse
lements und einem Anschluß eines digital simulierten Schal
tungselements ein Mittel zum Transportieren von Stromwerten
(1, 9; 6, 10) zwischen den Schaltungselementen eingesetzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zwischen einem Ausgang eines digital simu
lierten Schaltungselements und Eingängen (5a, 5b) eines
analog simulierten Schaltungselements als eine Stromquelle
(2) speisend eine Parallelschaltung aus einem ersten Wider
stand (3) und einer ersten Kapazität (4) modelliert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zwischen Ausgängen (5a', 5b') eines analog
simulierten Schaltungselements und einem Eingang eines di
gital simulierten Schaltungselements als eine Stromsenke
(6) umfassend eine Parallelschaltung eines zweiten Wider
stands (7) und einer zweiten Kapazität (8) modelliert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Simulation für die Parameter Stromstärke, Wi
derstand und Kapazität des Transportmittelmodels aenutzer
definierte, insbesondere Technologie-abhängige Werte ge
wählt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Modell eine ideale Stromquelle (1) mit einem un
endlich hohen Wert (R1) des ersten Widerstands (3) und ei
ner ersten Kapazität (4) des Wertes (C1) Null gewählt wer
den.
6. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Modell eine ideale Stromsenke (6) mit einem
zweiten Widerstand (7) und einer zweiten Kapazität (8) je
weils des Wertes (R2, C2) Null gewählt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Modell eine quasi-ideale Stromsenke (6) mit ei nem gegenüber dem Innenwiderstand des modellierten analogen Schaltungselements kleinen Widerstandswert R2 gewählt wird, und
daß der Stromwert I durch die Gleichung I = U/R2 berechnet wird, wobei U der über der Stromsenke (6) bei der Analogsi mulation berechnete Spannungswert ist.
daß in dem Modell eine quasi-ideale Stromsenke (6) mit ei nem gegenüber dem Innenwiderstand des modellierten analogen Schaltungselements kleinen Widerstandswert R2 gewählt wird, und
daß der Stromwert I durch die Gleichung I = U/R2 berechnet wird, wobei U der über der Stromsenke (6) bei der Analogsi mulation berechnete Spannungswert ist.
8. Computerprogrammprodukt, das in den internen Speicher ei
nes Computers geladen werden kann, und das in einer Hardware-
Beschreibungssprache gefaßte Computerprogrammcode-Abschnitte
aufweist, welche eine Analogsimulation von Schaltungsteilen,
eine Digitalsimulation von Schaltungsteilen sowie einen Code-
Abschnitt zur Definion, insbesondere Parametrisierung, eines
Modells für ein Stromtransportmittel (1, 9, 6, 10) zwischen
Anschlüssen der simulierten Schaltungsteile betreffen.
9. Computerprogrammprodukt nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Parameter Stromstärke, Widerstand und Kapazität
der Modelle Werte gewählt werden, die eine ideale Strom
quelle (1) bzw. eine ideale Stromsenke (6) charakteri
sieren.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10043905A DE10043905A1 (de) | 2000-09-06 | 2000-09-06 | Stromkopplung bei der gemischten Simulation von Schaltungen |
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