DE10039887A1 - Schaummaterial, Verfahren zur Herstellung desselben, Verwendung desselben und Handschuh - Google Patents
Schaummaterial, Verfahren zur Herstellung desselben, Verwendung desselben und HandschuhInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Schaummaterial, zumindest bestehend aus einem Latexschaum (14) mit Additiven, nämlich Thermoplasten und/oder selbstvernetzenden Kunststoffen und/oder anderen Kunststoffen, die kein Latex enthalten. Das Schaummaterial ist durch Wärme oder Druck als rutschhemmend aktivierbar und zugleich dauerhaft verformbar. Weiterhin betrifft die Erfindung einen Torwarthandschuh und ein Schichtmaterial zur Herstellung desselben.
Description
Die Erfindung betrifft ein Schaummaterial, zumindest bestehend
aus einem Latexschaum.
Geschäumtes Material wird für die Dämpfung mechanischer Lasten,
Dämmung, Isolierung und andere Zwecke verwendet. Im vorliegen
den Fall geht es um Schaummaterial oder Schaumstoffe, die auch
nach der Herstellung nicht steif sind, sondern eine ausrei
chende Nachgiebigkeit aufweisen, um vorzugsweise als Bestand
teil von Kleidungsstücken verwendet zu werden. Insbesondere
geht es um die Verwendung als Material für die Herstellung von
Torwarthandschuhen oder anderen Handschuhen, die in besonderer
Weise gestaltet sind oder spezielle Anforderungen erfüllen
müssen.
Bei Torwarthandschuhen stehen zwei Eigenschaften im Vorder
grund. Erwünscht ist eine anschmiegsame, dämpfende und zugleich
rutschhemmende Auflage an der Außenseite des Innenhandbereichs.
Gerade die rutschhemmende Eigenschaft ist schwer zu erreichen
und beizubehalten. Bekannt sind hier bspw. genoppte Beläge. Des
weiteren sind Torwarthandschuhe insbesondere im Außenhand
bereich mit Hinweisen versehen, etwa mit dem Logo des Herstel
lers, mit bestimmten Farbkombinationen oder dergleichen mehr.
Zum Teil kann auch hier eine dämpfende und rutschhemmende
Eigenschaft erwünscht sein. Bei der Markierung und Gestaltung
der Flächen ist eine reliefartige Ausbildung von Vorteil, da
diese vielfältigere Gestaltungsmöglichkeiten bietet als eine
ausschließlich zweidimensionale Gestaltung. Auch können durch
unterschiedliche Höhen rutschhemmende gegenüber anderen Flächen
abgesetzt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schaummaterial
zu schaffen bzw. bereitzustellen, mit dem die Herstellung
rutschhemmender und/oder dauerhaft verformbarer Oberflächen
möglich ist.
Das erfindungsgemäße Schaummaterial besteht aus einem Latex
schaum mit Additiven, nämlich Thermoplasten und/oder selbst
vernetzenden Kunststoffen und/oder anderen Kunststoffen, die
kein Latex enthalten. Der Latexschaum kann Naturlatex, Syn
theselatex oder eine Mischung von beidem enthalten.
Latexschäume weisen weitere Bestandteile auf wie Vulkanisa
tionsmittel, Bindemittel, Beschleuniger oder Verzögerer und
ggf. Füllstoffe. Diese weiteren Bestandteile sind für die Her
stellung von Latexschaum bekannt und deshalb nicht weiter er
wähnt.
Die erfindungsgemäß vorgesehenen speziellen Additive bewirken
eine Veränderung bzw. Verbesserung bestimmter Eigenschaften des
Schaummaterials. Überraschenderweise kann durch eine Wärme
behandlung des fertigen Schaummaterials oder eines Endprodukts,
das das Schaummaterial aufweist, eine starke Rutschhemmung
desselben erzielt werden. Versuche haben ergeben, dass auch
Nässe oder Feuchtigkeit die Klebrigkeit der Oberfläche erhöhen.
Besonders günstig ist die Verwendung von warmem Wasser zur
Aktivierung der Klebrigkeit bzw. rutschhemmenden Eigenschaft
des Schaummaterials. "Warm" bedeutet in diesem Zusammenhang
vorzugsweise einen Temperaturbereich von 30°C bis 80°C.
Besonders vorteilhaft ist ein Temperaturbereich zwischen Kör
pertemperatur und etwa 50°C.
Die rutschhemmende Eigenschaft geht bei Abkühlung und/oder
Trocknung des Schaummaterials wieder zurück und kann durch er
neute Erwärmung und/oder Befeuchtung wieder hergestellt werden.
Das Schaummaterial weist (ohne Additive) eine bestimmte Eigen
elastizität auf. Das Einprägen reliefartiger Strukturen ist
deshalb nur mit sehr großem Aufwand möglich. Durch die Additive
wird das Schaummaterial plastisch und dauerhaft verformbar,
insbesondere durch Druck in Verbindung mit Wärme. Ein Prägevor
gang bei Temperaturen zwischen 80°C und 180°C ist besonders
geeignet. Vorzugsweise wird das Prägen bei bis zu 130°C durch
geführt.
Vorteilhafterweise erfolgt die Verformung bzw. das Prägen nach
oder bei Beaufschlagung des Schaummaterials mit insbesondere
hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, auch Mikrowellen
oder hochfrequenten mechanischen Schwingungen wie z. B. Ultra
schall.
Als Additive werden vorteilhafterweise Polyäthylen, Acrylat,
Polyurethan oder Mischungen hieraus verwendet. Die Additive
machen etwa 5% bis 50% der Masse der Latex-Trockensubstanz im
Latexschaum aus.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Her
stellung des genannten Schaummaterials. Vorteilhafterweise wer
den die Additive dem Stoff für die Herstellung des Schaumes als
Pulver, Paste bzw. Anreibung oder Dispersion beigefügt. Als
Stoff für die Herstellung des Schaumes wird vorzugsweise ein
Latexcompound auf der Basis von Naturlatex, Syntheselatex oder
einer Mischung hiervon verwendet. Das Ergebnis des Verfahrens
ist ein strangförmiges, bahnenförmiges, blockförmiges oder
stückiges Schaummaterial, das als Halbzeug für die Herstellung
anderer Produkte - etwa von Kleidungsstücken, auch Handschuhen,
Verwendung finden kann.
Weiterhin Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung des
Schaummaterials für die Herstellung von Artikeln mit rutschhem
mender Oberfläche und/oder einer Oberfläche, die plastisch und
dauerhaft verformt ist. Dies gilt insbesondere für Sportartikel
oder Sportbekleidung, vorzugsweise Handschuhe, Sporthandschuhe,
insbesondere Torwarthandschuhe.
Bestandteil der erfinderischen Idee ist auch ein Schichtma
terial für die Herstellung von Handschuhen, Sporthandschuhen,
insbesondere Torwarthandschuhen. Ein derartiges Schichtmaterial
weist zumindest auf:
- - einen ersten textilen Träger,
- - ein Schaummaterial, insbesondere Polyurethan-Schaum,
- - einen zweiten textilen Träger,
- - ein erfindungsgemäßes Schaummaterial.
Dabei kommt das erfindungsgemäße Schaummaterial jeweils an
einer Oberfläche (außen) zu liegen. Auch kann das äußere
Schaummaterial die weiter oben erläuterten Prägungen bzw. eine
hierdurch ausgebildete reliefartige Gestaltung aufweisen.
Das beschriebene Schichtmaterial ist vorzugsweise auf einer
Außenseite des Handschuhmaterials angeordnet.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen
und der Beschreibung im übrigen.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
einer Zeichnung näher erläutert.
Die einzige Figur zeigt den Schichtenaufbau für einen Besatz 10
eines nicht gezeigten Torwarthandschuhs. Letzterer besteht aus
einem stark strapazierfähigen Material, das innen, d. h. an der
Haut anliegend, mit einem Futter beschichtet oder versehen ist
und auf das außen (Innenhand und Außenhand) bestimmte Funk
tionen aufweisende Schichten aufgebracht sind, bspw. der er
wähnte Besatz 10. Dieser kann etwa ein Oberhandbesatz auf einem
Zeigefinger des Handschuhs sein.
Der Besatz besteht im vorliegenden Fall aus fünf Schichten,
nämlich einem textilen Träger 11, einem PU-Schaum 12, einem
weiteren textilen Träger 13, einem Latexschaum 14 mit thermo
plastischen Partikeln als Additiven und einer nur teilweise
vorgesehenen Deckschicht 15 aus Kunststoff oder Latex. Die ein
zelnen Schichten 11 bis 15 sind miteinander verklebt bzw. haf
ten aufgrund ihrer klebenden Eigenschaften während der Herstel
lung aneinander.
Erkennbar sind flache Bereiche 16, 17, 18, 19 und erhabene Be
reiche 20 bis 24.
Die flachen Bereiche 16 bis 19 sind gebildet durch mechanischen
Druck in Verbindung mit Wärme, aufgebracht in genau diesen Be
reichen 16 bis 19. Vorteilhaft ist eine Temperatur zwischen
80°C und 130°C. Die durch den Druck bzw. einen Prägevorgang
aufgebrachte Verformung ist erhalten geblieben. Bewirkt wurde
dies durch die Additive, die unter Einwirkung des anhaltenden
Drucks und/oder der Wärme eine dauerhafte Verformbarkeit des
Latexschaums 14 ermöglichen. Verformt bzw. geprägt wurde der
Besatz 10 insgesamt. Deshalb weist genau genommen auch der PU-
Schaum 12 eine gewisse Formveränderung auf, die aber in der
Figur nicht gezeigt ist.
Die Verformung des Latexschaums 14 kann auch durch oder bei
Verwendung hochfrequenter elektromagnetischer oder mechanischer
Schwingungen erfolgt sein.
Die flachen Bereiche 17, 18 und der erhabene Bereich 24 sind
zusätzlich mit der Deckschicht 15 versehen. Diese kann farbig
gestaltet sein oder bestimmte wünschenswerte Eigenschaften auf
weisen. Bspw. können die flachen Bereiche 17, 18 zu den Buch
staben einer Firmenbezeichnung gehören.
Die erhabenen Bereiche 20, 21, 22 und 23 sind weder abgedeckt
noch flach gepresst und dienen als rutschhemmende Bereiche. Der
erhabene Bereich 24 ist zwar nicht geprägt, jedoch abgedeckt
mit der Deckschicht 15. In diesem Bereich ist der Besatz mit
einem Logo oder einer Aufschrift versehen und nicht unbedingt
rutschhemmend.
Der beschriebene Besatz 10 weist somit dauerhaft verformte Be
reiche und zugleich als rutschhemmend aktivierbare Bereiche
auf. Die Aktivierung erfolgt bspw. durch fließendes warmes Was
ser und wird durch die Körpertemperatur aufrechterhalten. Nach
dem Ausziehen des Handschuhs erkaltet das Schaummaterial und
kann ggf. neu aktiviert werden.
Die Herstellung des Schaummaterials, also des Latexschaums 14,
erfolgt so, dass zunächst das Material zur Bildung eines Latex
schaums im flüssigen Zustand mit einem Vulkanisationsmittel und
ggf. weiteren Stoffen vermischt wird. Diese Mischung wird als
Ausgangsstoff oder Compound bezeichnet. Dem Ausgangsstoff
werden bspw. Thermoplastpartikel in flüssiger oder fester Form
(Pulver oder Granulat) zugesetzt. Das ganze wird danach ge
mischt oder verquirlt und anschließend zur Herstellung des fer
tigen Schaummaterials weiterverarbeitet.
10
Besatz
11
textiler Träger
12
PU-Schaum
13
textiler Träger
14
Latexschaum
15
Deckschicht
16
flacher Bereich
17
flacher Bereich
18
flacher Bereich
19
flacher Bereich
20
erhabener Bereich
21
erhabener Bereich
22
erhabener Bereich
23
erhabener Bereich
24
erhabener Bereich
Claims (21)
1. Schaummaterial, zumindest bestehend aus einem Latexschaum
(14) mit Additiven, nämlich Thermoplasten und/oder selbstver
netzenden Kunststoffen und/oder anderen Kunststoffen, die kein
Latex enthalten.
2. Schaummaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass als Additive Polyäthylen, Acrylat, Polyurethan oder
Mischungen hieraus vorgesehen sind.
3. Schaummaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Additive 5% bis 50% der Masse einer Latex-
Trockensubstanz des Latexschaumes ausmachen.
4. Schaummaterial nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Latexschaum auf der Basis von
Naturlatex, Syntheselatex oder einer Mischung hiervon herge
stellt ist.
5. Verfahren zur Herstellung des Schaummaterials nach einem
der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Additive dem Stoff für die Herstellung des Schaumes als Pulver,
Paste bzw. Anreibung oder Dispersion beigefügt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
der Stoff für die Herstellung des Schaumes ein Latex-Compound
ist auf der Basis von Naturlatex, Syntheselatex oder einer
Mischung hiervon.
7. Verfahren zum Aktivieren rutschhemmender Eigenschaften
des Schaummaterials nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass das Schaummaterial erwärmt und/oder be
feuchtet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
das Schaummaterial auf mehr als 30°C erwärmt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das Schaummaterial auf bis zu 80°C erwärmt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, dass das Schaummaterial auf 35°C bis 50°C erwärmt
wird.
11. Verfahren zum Verformen des Schaummaterials nach einem
der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Prägevorgang.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass
mit dem Prägen Druck und/oder Wärme aufgebracht werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeich
net, dass mit oder vor dem Prägevorgang eine Wärme von 80°C bis
180°C aufgebracht wird, insbesondere weniger als 130°C.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder einem der weiteren An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaummaterial wäh
rend des Prägevorgangs und/oder vor demselben durch hochfre
quente elektromagnetische und/oder mechanische Schwingungen be
aufschlagt wird.
15. Verwendung des Schaummaterials nach einem der Ansprüche 1
bis 4 für die Herstellung von Artikeln mit rutschhemmender
Oberfläche und/oder einer Oberfläche, die plastisch und dauer
haft verformt ist.
16. Verwendung des Schaummaterials nach einem der Ansprüche 1
bis 4 für die Herstellung von Sportartikeln oder Sportbeklei
dung.
17. Verwendung des Schaummaterials nach einem der Ansprüche 1
bis 4 für die Herstellung von Handschuhen, Sporthandschuhen,
insbesondere Torwarthandschuhen.
18. Schichtmaterial für die Herstellung von Handschuhen,
Sporthandschuhen, insbesondere Torwarthandschuhen, zumindest
aufweisend:
einen ersten textilen Träger,
ein Schaummaterial, insbesondere PU-Schaum,
einen zweiten textilen Träger,
ein Schaummaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4.
einen ersten textilen Träger,
ein Schaummaterial, insbesondere PU-Schaum,
einen zweiten textilen Träger,
ein Schaummaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4.
19. Handschuh, Sporthandschuh, insbesondere Torwarthandschuh
mit einem außen aufgebrachten Schaummaterial nach einem der An
sprüche 1 bis 4.
20. Handschuh, Sporthandschuh, insbesondere Torwarthandschuh
mit einem außen aufgebrachten Schichtmaterial nach Anspruch 18,
derart, dass das Schaummaterial auf einer Außenseite des Hand
schuhmaterials angeordnet ist.
21. Handschuh nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeich
net, dass das Schaummaterial plastisch und dauerhaft verformt
ist durch Aufbringen von Druck und/oder Wärme auf ausgewählte
Bereiche.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10039887A DE10039887A1 (de) | 2000-05-05 | 2000-08-16 | Schaummaterial, Verfahren zur Herstellung desselben, Verwendung desselben und Handschuh |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10021848 | 2000-05-05 | ||
| DE10039887A DE10039887A1 (de) | 2000-05-05 | 2000-08-16 | Schaummaterial, Verfahren zur Herstellung desselben, Verwendung desselben und Handschuh |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10039887A1 true DE10039887A1 (de) | 2001-11-08 |
Family
ID=7640847
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10039887A Withdrawn DE10039887A1 (de) | 2000-05-05 | 2000-08-16 | Schaummaterial, Verfahren zur Herstellung desselben, Verwendung desselben und Handschuh |
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