DE10039585A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Temperierung von Vorformlingen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Temperierung von VorformlingenInfo
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Abstract
Das Verfahren und die Vorrichtung dienen zur Temperierung von Vorformlingen aus einem thermoplastischen Material. Die Vorformlinge werden im Anschluß an ihre Temperierung innerhalb einer Blasform durch Einwirkung eines unter Druck stehenden Mediums zu einem Behälter umgeformt. Die Vorformlinge werden mindestens zeitweilig von einer elektromagnetischen Strahlung beaufschlagt, die eine Frequenz im Bereich von 1 MHZ bis 100 GHZ aufweist. Die Vorformlinge werden mindestens während eines Teiles der zeitlichen Dauer ihrer Temperierung an einer die elektromagnetische Strahlung generierenden Elektrode vorbeigeführt. Ein elektrodenförmiges Heizelement ist mindestens bereichsweise neben einem Transportweg der Vorformlinge angeordnet.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Temperierung
von Vorformlingen aus einem thermoplastischen Material,
die im Anschluß an ihre Temperierung innerhalb einer
Blasform durch Einwirkung eines unter Druck stehenden
Mediums in einen Behälter umgeformt werden, bei dem die
Vorformlinge mindestens zeitweilig von einer elektroma
gnetischen Strahlung beaufschlagt werden, die eine Fre
quenz im Bereich von 1 MHZ bis 100 GHZ aufweist.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung
zur Temperierung von Vorformlingen aus einem thermopla
stischen Material, die mit mindestens einem Heizelement
versehen ist, daß als ein Strahlungsgenerator ausgebil
det ist, dessen Strahlung mindestens teilweise elektro
magnetische Wellen mit einer Frequenz im Bereich von
1 MHZ bis 100 GHZ aufweist.
Bei einer Behälterformung durch Blasdruckeinwirkung
werden zuvor temperierte Vorformlinge aus einem thermo
plastischen Material, beispielsweise Vorformlinge aus
PET (Polyethylenterephthalat), innerhalb einer Blasma
schine unterschiedlichen Bearbeitungsstationen zuge
führt. Typischerweise weist eine derartige Blasmaschi
ne eine Heizeinrichtung sowie eine Blaseinrichtung auf,
in deren Bereich der zuvor temperierte Vorformling
durch biaxiale Orientierung zu einem Behälter expan
diert wird. Die Expansion erfolgt mit Hilfe von Druck
luft, die in den zu expandierenden Vorformling gesteu
ert eingeleitet wird. Der verfahrenstechnische Ablauf
bei einer derartigen Expansion des Vorformlings wird in
der DE-OS 43 40 291 erläutert.
Der grundsätzliche Aufbau einer Blasstation zur Be
hälterformung wird in der DE-OS 42 12 583 beschrieben.
Möglichkeiten zur Temperierung der Vorformlinge werden
in der DE-OS 23 52 926 erläutert.
Innerhalb der Vorrichtung zur Blasformung können die
Vorformlinge sowie die geblasenen Behälter mit Hilfe
unterschiedlicher Handhabungseinrichtungen trans
portiert werden. Bewährt hat sich insbesondere die Ver
wendung von Transportdornen, auf die die Vorformlinge
aufgesteckt werden. Die Vorformlinge können aber auch
mit anderen Trageinrichtungen gehandhabt werden. Die
Verwendung von Greifzangen zur Handhabung von Vorform
lingen und die Verwendung von Spreizdornen, die zur
Halterung in einen Mündungsbereich des Vorformlings
einführbar sind, gehören ebenfalls zu den verfügbaren
Konstruktionen.
Die bereits erläuterte Handhabung der Vorformlinge er
folgt zum einen bei den sogenannten Zweistufenverfah
ren, bei denen die Vorformlinge zunächst in einem
Spritzgußverfahren hergestellt, anschließend zwischen
gelagert und erst später hinsichtlich ihrer Temperatur
konditioniert und zu einem Behälter aufgeblasen werden.
Zum anderen erfolgt eine Anwendung bei den sogenannten
Einstufenverfahren, bei denen die Vorformlinge unmit
telbar nach ihrer spritzgußtechnischen Herstellung und
einer ausreichenden Verfestigung geeignet temperiert
und anschließend aufgeblasen werden.
Im Hinblick auf die verwendeten Blasstationen sind un
terschiedliche Ausführungsformen bekannt. Bei Blassta
tionen, die auf rotierenden Transporträdern angeordnet
sind, ist eine buchartige Aufklappbarkeit der Formträ
ger häufig anzutreffen. Es ist aber auch möglich, rela
tiv zueinander verschiebliche oder andersartig geführte
Formträger einzusetzen. Bei ortsfesten Blasstationen,
die insbesondere dafür geeignet sind, mehrere Kavitäten
zur Behälterformung aufzunehmen, werden typischerweise
parallel zueinander angeordnete Platten als Formträger
verwendet.
Die Durchführung einer Beheizung der Vorformlinge bei
einem Zweistufenverfahren sowie die entsprechende Tem
peraturprofilierung bei der Durchführung des Einstufen
verfahrens erfolgt in der Regel unter Verwendung von
Infrarot-Strahlern. Mit derartigen Infrarot-Strahlern
lassen sich in kurzer Zeit relativ hohe Energiemengen
in die Vorformlinge einbringen. Aufgrund des Wirkungs
grades der Infrarot-Strahler wird jedoch eine erhebli
che Energiemenge an die Umgebung der Temperiereinrich
tung beziehungsweise der Blasmaschine abgegeben. Der
sich hieraus ergebende stark reduzierte Wirkungsgrad
führt zu relativ hohen Energiekosten.
Bekannt ist es ebenfalls bereits, mit Hochfrequenz ei
ne Beheizung der Vorformlinge durchzuführen, da bei ei
ner derartigen Beheizung ein wesentlich besserer Wir
kungsgrad erreicht werden kann. Eine Vorrichtung zur
Durchführung einer Hochfrequenzbeheizung wird bei
spielsweise in der EP-OS 0 849 067 beschrieben. Die
Realisierung von Hochfrequenzbeheizungen führt jedoch
zu einer Reihe von technischen Problemen. Zum Einen muß
dafür gesorgt werden, daß eine ausreichende Abschirmung
einer Umgebung gegen die Hochfrequenz-Strahlung reali
siert ist. Gemäß dem Stand der Technik werden deshalb
hülsenartige Elektroden verwendet, in die die Vorform
linge eingesetzt werden. Gegenelektroden werden durch
ein Metallstab gebildet, der in die Vorformlinge einge
schoben wird. Diese Konstruktion, die beispielsweise
auch in der EP-OS 0 849 067 beschrieben wird, ermög
licht zwar eine sehr wirksame Abschirmung einer Umge
bung gegenüber der Hochfrequenz-Strahlung, die erfor
derliche Handhabung führt jedoch dazu, daß nur eine re
lativ geringe Anzahl von Vorformlingen je Zeiteinheit
temperiert werden kann. Für eine Verwendung im Zusam
menhang mit Hochleistungsblasmaschinen sind derartige
Heizeinrichtungen deshalb bislang nicht verwendbar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein
Verfahren der einleitend genannten Art derart zu ver
bessern, daß die Temperierung einer großen Anzahl von
Vorformlingen je Zeiteinheit unterstützt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die Vorformlinge mindestens während eines Teiles der
zeitlichen Dauer ihrer Temperierung an einer die elek
tromagnetische Strahlung generierenden Elektrode vor
beigeführt werden.
Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ei
ne Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu
konstruieren, daß eine hohe Produktionskapazität be
reitgestellt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
das Heizelement mindestens bereichsweise neben einem
Transportweg der Vorformlinge angeordnet ist.
Die Anordnung des Heizelementes neben dem Transportweg
der Vorformlinge und die hierdurch bedingte Vorbeifüh
rung der Vorformlinge an der die elektromagnetische
Strahlung generierenden Elektrode ermöglicht es, sowohl
eine gute Abschirmung als auch die Erwärmung einer re
lativ großen Anzahl von Vorformlingen je Zeiteinheit zu
erreichen. Es ist nicht erforderlich, die Vorformlinge
mittels einer Hubbewegung in eine Heizeinrichtung ein
zusetzen und wieder aus dieser zu entfernen, die
Heizeinrichtung kann vielmehr stationär angeordnet wer
den und die Vorbeiführung der Vorformlinge läßt sich
mechanisch einfach realisieren. Die Erwärmung der Vor
formlinge wird durch eine Abstimmung der Transportge
schwindigkeit, der Länge der Temperierungsstrecke sowie
der bereitgestellten Strahlungsenergie je Flächenein
heit bestimmt.
Insbesondere ist daran gedacht, die Beheizung mit
Hochfrequenz in einem Bereich von 10 MHZ bis 3 GHZ
durchzuführen. Besonders bevorzugt ist ein Frequenzbe
reich von 10 MHZ bis 100 MHZ.
Zur Unterstützung einer hohen Produktionsrate wird vor
geschlagen, daß die Vorformlinge kontinuierlich an der
Elektrode vorbeibewegt werden.
Bei einer Realisierung von Vorrichtungen mit geringerer
Produktionsleistung ist es auch möglich, daß die Vor
formlinge schrittweise an der Elektrode vorbeibewegt
werden.
Zur Vermeidung komplizierter Positioniereinrichtungen
für die Elektroden wird vorgeschlagen, daß eine in min
destens einen der Vorformlinge eingeführte Elektrode
gemeinsam mit dem Vorformling bewegt wird.
Eine hochwirksame Abschirmung bei gleichzeitig einfa
cher geometrischer Gestaltung wird dadurch bereitge
stellt, daß die Vorformlinge während mindestens eines
Teiles ihres Transportweges tunnelartig vom elektroden
artigen Heizelement umschlossen werden.
Zur Unterstützung eines materialschonenden Transportes
der Vorformlinge wird vorgeschlagen, daß der Vorform
ling von einem Tragelement gehaltert ist.
Insbesondere erweist es sich als zweckmäßig, daß der
Vorformling auf ein Tragelement aufgesetzt ist.
Eine andere Variante besteht darin, daß der Vorformling
zangenartig vom Tragelement gehaltert ist.
Zur Vermeidung einer außenseitigen mechanischen Beauf
schlagung des Vorformlings ist es auch möglich, daß das
Tragelement mindestens bereichsweise in eine Mündung
des Vorformlings eingeführt ist.
Eine gleichmäßige und intensive Beheizung der Vorform
linge wird dadurch unterstützt, daß eine Gegenelektrode
mindestens bereichsweise innerhalb des Vorformlings po
sitionierbar angeordnet ist.
Ein vereinfachtes Antriebssystem bei in Richtung des
Transportweges beweglich geführten Elektroden kann da
durch erreicht werden, daß die Gegenelektrode minde
stens entlang eines Teiles des Transportweges des Vor
formlings gemeinsam mit dem Tragelement beweglich ange
ordnet ist.
Eine einfache Bewegungsbahn der Vorformlinge entlang
ihres Transportweges kann dadurch bereitgestellt wer
den, daß das elektrodenförmige Heizelement tunnelartig
ausgebildet ist.
Eine Temperaturprofilierung der Vorformlinge in Rich
tung ihrer Längsachse kann dadurch unterstützt werden,
daß zur Beheizung der Vorformlinge entlang mindestens
eines Teiles des Transportweges relativ zueinander ge
genüberliegend angeordnete Stabelektroden positioniert
sind.
Eine vorteilhafte Gestaltung zur Generierung elektroma
gnetischer Felder besteht darin, daß die Stabelektroden
zylinderartig ausgebildet sind.
Eine einfache Temperaturprofilierung der Vorformlinge
in Richtung ihrer Längsachse wird insbesondere dadurch
unterstützt, daß mindestens zwei Stabelektroden im Be
reich von Elektrodenhaltern quer zu ihrer Längsrichtung
übereinander angeordnet sind.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfin
dung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer Blas
station zur Herstellung von Behältern aus
Vorformlingen,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine Blasform, in
der ein Vorformling gereckt und expandiert
wird,
Fig. 3 eine Skizze zur Veranschaulichung eines
grundsätzlichen Aufbaus einer Vorrichtung zur
Blasformung von Behältern,
Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch einen Vorformling
innerhalb einer Tunnelelektrode und mit ein
geführter Gegenelektrode,
Fig. 5 einen Vertikalschnitt durch einen Vorform
ling, der zwischen zwei Heizeinheiten posi
tioniert ist, die jeweils mit Stabelektroden
ausgestattet sind,
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung eines Vor
formlings im Bereich einer tunnelförmigen
Elektrode, wobei in den in vertikaler Rich
tung geschnitten dargestellten Vorformling
eine Gegenelektrode eingeführt ist,
Fig. 7 ein Diagramm zur Veranschaulichung der
Abhängigkeit einer Heizzeit für PET-
Vorformlinge bei einer Beaufschlagung mit
Hochfrequenz innerhalb einer Tunnelelektrode
ohne Ausgleich der Temperatur,
Fig. 8 ein Diagramm zur Veranschaulichung des Ver
laufes einer Heizzeit für PET-Vorformlinge im
Anschluß an die Beheizung mit der Tunnelelek
trode bei einer Beaufschlagung mit Hochfre
quenz bei Verwendung von parallelen Stabelek
troden ohne Durchführung eines Temperaturaus
gleiches
und
Fig. 9 ein Diagramm zur Veranschaulichung der Abhän
gigkeit von Feldstärke und Abstand bei
parallelen Stabelektroden ohne Dielektrikum.
Der prinzipielle Aufbau einer Vorrichtung zur Umformung
von Vorformlingen (1) in Behälter (13) ist in Fig. 1
und in Fig. 2 dargestellt.
Die Vorrichtung zur Formung des Behälters (13) besteht
im wesentlichen aus einer Blasstation (33), die mit ei
ner Blasform (34) versehen ist, in die ein Vorformling
(1) einsetzbar ist. Der Vorformling (1) kann ein
spritzgegossenes Teil aus Polyäthylenterephthalat sein.
Zur Ermöglichung eines Einsetzens des Vorformlings (1)
in die Blasform (34) und zur Ermöglichung eines Heraus
nehmens des fertigen Behälters besteht die Blasform
(34) aus Formhälften (35, 36) und einem Bodenteil (37),
der von einer Hubvorrichtung (38) positionierbar ist.
Der Vorformling (1) kann im Bereich der Blasstation
(33) von einem Transportdorn (39) gehalten sein, der
gemeinsam mit dem Vorformling (1) eine Mehrzahl von Be
handlungsstationen innerhalb der Vorrichtung durch
läuft. Es ist aber auch möglich, den Vorformling (1)
beispielsweise über Zangen oder andere Handhabungsmit
tel direkt in die Blasform (34) einzusetzen.
Zur Ermöglichung einer Druckluftzuleitung ist unterhalb
des Transportdornes (39) ein Anschlußkolben (40) ange
ordnet, der dem Vorformling (1) Druckluft zuführt und
gleichzeitig eine Abdichtung relativ zum Transportdorn
(39) vornimmt. Bei einer abgewandelten Konstruktion
ist es grundsätzlich aber auch denkbar, feste Druck
luftzuleitungen zu verwenden.
Eine Reckung des Vorformlings (1) erfolgt mit Hilfe
einer Reckstange (41), die von einem Zylinder (42) po
sitioniert wird. Grundsätzlich ist es aber auch denk
bar, eine mechanische Positionierung der Reckstange
(41) über Kurvensegmente durchzuführen, die von
Abgriffrollen beaufschlagt sind. Die Verwendung von
Kurvensegmenten ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn
eine Mehrzahl von Blasstationen (33) auf einem rotie
renden Blasrad angeordnet sind. Eine Verwendung von Zy
lindern (42) ist zweckmäßig, wenn ortsfest angeordnete
Blasstationen (33) vorgesehen sind.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist
das Recksystem derart ausgebildet, daß eine Tandem-
Anordnung von zwei Zylindern (42) bereitgestellt ist.
Von einem Primärzylinder (43) wird die Reckstange (41)
zunächst vor Beginn des eigentlichen Reckvorganges bis
in den Bereich des Bodens des Vorformlings (1) gefah
ren. Während des eigentlichen Reckvorganges wird der
Primärzylinder (43) mit ausgefahrener Reckstange ge
meinsam mit einem den Primärzylinder (43) tragenden
Schlitten (44) von einem Sekundärzylinder (45) oder
über eine Kurvensteuerung positioniert. Insbesondere
ist daran gedacht, den Sekundärzylinder (45) derart
kurvengesteuert einzusetzen, daß von einer Führungsrol
le (46), die während der Durchführung des Reckvorganges
an einer Kurvenbahn entlang gleitet, eine jeweilige
Reckposition vorgegeben wird. Die Führungsrolle (46)
wird vom Sekundärzylinder (45) gegen die Führungsbahn
gedrückt. Der Schlitten (44) gleitet entlang von zwei
Führungselementen (47).
Nach einem Schließen der im Bereich von Trägern
(48, 49) angeordneten Formhälften (35, 36) erfolgt eine
Verriegelung der Träger (48, 49) relativ zueinander mit
Hilfe einer Verriegelungseinrichtung (50).
Zur Anpassung an unterschiedliche Formen des Mündungs
abschnittes ist gemäß Fig. 2 die Verwendung separater
Gewindeeinsätze (51) im Bereich der Blasform (34) vor
gesehen.
Fig. 2 zeigt zusätzlich zum geblasenen Behälter (13)
auch gestrichelt eingezeichnet den Vorformling (1) und
schematisch eine sich entwickelnde Behälterblase (14).
Fig. 3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau einer Blasma
schine, die mit einem rotierenden Heizrad (52) sowie
einem rotierenden Blasrad (53) versehen ist. Ausgehend
von einer Vorformlingseingabe (54) werden die Vorform
linge (1) von Übergaberädern (55, 56) in den Bereich des
Heizrades (52) transportiert. Entlang des Heizrades
(52) sind Heizstrahler (57) sowie Gebläse (58) angeord
net, um die Vorformlinge (1) zu temperieren. Nach ei
ner ausreichenden Temperierung der Vorformlinge (1)
werden diese an das Blasrad (53) übergeben, in dessen
Bereich die Blasstationen (33) angeordnet sind. Die
fertig geblasenen Behälter (13) werden von weiteren
Übergaberädern einer Ausgabestrecke (59) zugeführt.
Um einen Vorformling (1) derart in einen Behälter (13)
umformen zu können, daß der Behälter (13) Materialei
genschaften aufweist, die eine lange Verwendungsfähig
keit von innerhalb des Behälters (13) abgefüllten Le
bensmitteln, insbesondere von Getränken, gewährleisten,
müssen spezielle Verfahrensschritte bei der Beheizung
und Orientierung der Vorformlinge (1) eingehalten wer
den. Darüber hinaus können vorteilhafte Wirkungen durch
Einhaltung spezieller Dimensionierungsvorschriften er
zielt werden.
Als thermoplastisches Material können unterschiedliche
Kunststoffe verwendet werden. Einsatzfähig sind bei
spielsweise PET, PEN oder PP.
Die Expansion des Vorformlings (1) während des Orien
tierungsvorganges erfolgt durch Druckluftzuführung.
Die Druckluftzuführung ist in eine Vorblasphase, in der
Gas, zum Beispiel Preßluft, mit einem niedrigen Druck
niveau zugeführt wird und eine sich anschließende
Hauptblasphase unterteilt, in der Gas mit einem höheren
Druckniveau zugeführt wird. Während der Vorblasphase
wird typischerweise Druckluft mit einem Druck im Inter
vall von 10 bar bis 25 bar verwendet und während der
Hauptblasphase wird Druckluft mit einem Druck im Inter
vall von 25 bar bis 40 bar zugeführt.
Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch einen Vorform
ling (1), der von Tragelementen (39) gehaltert und in
nerhalb eines tunnelförmigen Heizelementes (57) ange
ordnet ist. Das Heizelement (57) bildet hierbei eine
Elektrode einer Hochfrequenz-Heizung aus. Unter Hoch
frequenz werden hier sämtliche elektromagnetischen Wel
len mit einer Frequenz oberhalb des sichtbaren Lichtes
verstanden. Insbesondere schließt somit der Begriff
Hochfrequenz auch Mikrowellen ein.
In den Vorformling (1) hinein ist eine Gegenelektrode
(2) positioniert, die gemeinsam mit dem Vorformling (1)
und dem Tragelement (39) durch die tunnelförmige Elek
trode des Heizelementes (57) hindurch transportiert
wird. Bei der dargestellten Ausführungsform besteht das
Tragelement (39) aus einem Transportdorn, auf den der
Vorformling (1) aufgesteckt ist. Grundsätzlich ist es
aber auch denkbar, das Tragelement (39) beispielsweise
als ein zangenförmiges Halterungselement zu realisie
ren.
Zwischen der Gegenelektrode (2) und dem tunnelförmigen
Heizelement (57) bildet sich das elektrische Feld aus,
das den Vorformling (1) beheizt. Als vorteilhaft er
weist es sich insbesondere, das tunnelförmige Heizele
ment (57) und die Gegenelektrode (2) mit relativ gerin
gem Abstand relativ zueinander anzuordnen.
Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform, bei der das Heize
lement (57) aus zwei relativ zueinander gegenüberlie
gend angeordneten Strahlungseinrichtungen (3, 4) ausge
bildet ist, die jeweils aus Stabelektroden (5) sowie
Elektrodenhaltern (6, 7) bestehen.
Fig. 6 zeigt die Anordnung gemäß Fig. 4 in einer per
spektivischen Darstellung. Bei der hier veranschaulich
ten Ausführungsform erstreckt sich das tunnelförmige
Heizelement (57) gebogen entlang des Umfanges des in
Fig. 3 dargestellten Heizrades (52). Grundsätzlich ist
es aber auch möglich, das tunnelförmige Heizelement
(57) mit einer linearen Erstreckung oder aus linearen
Segmenten auszubilden. Bei einer Verwendung von linea
ren Segmenten des Heizelementes (57) ist es beispiels
weise auch möglich, einzelne dieser linearen Segmente
angewinkelt relativ zueinander zu positionieren. Eine
derartige Ausbildung erweist sich beispielsweise als
zweckmäßig, wenn statt des Heizrades (52) ein kettenar
tiger Antrieb für die Tragelemente (39) verwendet wird.
Derartige kettenartigen oder verketteten Antriebe las-
sen sich entlang eines innerhalb eines weiten Freirau
mes vorgebbaren Bewegungsweges transportieren.
Fig. 7 zeigt die Abhängigkeit der Heizzeit in Sekunden
von einer eingestellten durch Hochfrequenz erzeugten
Temperatur in Grad Celsius bei Verwendung einer
Tunnelelektrode und ohne Ausgleich der Temperatur. Der
untere Verlauf zeigt die Temperatur im Bereich einer
Innenseite des Vorformlings (1), der obere Verlauf die
Temperatur im Bereich einer Außenseite des Vorformlings
(1) und der mittlere Verlauf die Temperatur in einer
Mitte der Wandung des Vorformlings (1). Aus dem Dia
gramm ist ablesbar, welche Zeit erforderlich ist, um
eine vorgegebene Temperatur bei einer gegebenen Strah
lungsleistung zu erreichen.
Das Diagramm in Fig. 8 zeigt die Abhängigkeit der
Heizzeit für PET-Vorformlinge bei einer der Beheizung
mit der Tunnelelektrode nachfolgenden Beaufschlagung
mit Hochfrequenz in Abhängigkeit von einer zu errei
chenden Temperatur bei Verwendung von parallelen Zylin
derelektroden und ohne Ausgleich der Temperatur. Die
linke Kurve veranschaulicht dabei die Temperatur einer
Außenseite des Vorformlings (1), der rechte Verlauf die
Temperatur im Bereich einer Innenseite des Vorformlings
(1) und die mittlere Kurve die Temperatur im Bereich
einer Mitte der Wandung des Vorformlings (1).
Aus Fig. 9 ist zu erkennen, wie sich bei parallelen
stabförmigen Elektroden ohne Dielektrikum die Feldstär
ke in Abhängigkeit vom Abstand des jeweiligen Ortes von
den Elektroden ergibt. Eine Strahlungseinrichtung (3)
ist hierbei im Bereich des Abstandes mit dem Wert "0"
und die Strahlungseinrichtung (4) im Bereich des Ab
standes "42" angeordnet. Der Abstand zwischen den
Strahlungseinrichtungen (3, 4) beträgt somit 42 mm. Als
Radius wurden 4 mm gewählt, die Spannung zwischen den
Strahlungseinrichtungen (3, 4) beträgt 15000 Volt.
Zur Unterstützung einer gleichmäßigen Beheizung der
Vorformlinge (1) in Umfangsrichtung ist vorgesehen, die
Vorformlinge (1) mindestens zeitweilig während ihrer
Beheizung in Rotation zu versetzen. Bei einer Herstel
lung von rotationssymmetrischen Behältern (13) wird die
Rotation der Vorformlinge (1) mindestens während der
überwiegenden Zeit der Beheizung durchgeführt. Bei ei
ner Herstellung von Behältern (13), die eine von einer
Kreiskontur abweichende Querschnittgestaltung aufwei
sen, kann es sich ebenfalls als vorteilhaft erweisen,
die Vorformlinge (1) nur zeitweise zu drehen oder eine
schrittweise Rotation vorzusehen, um ein definiertes
Temperaturprofil in Umfangsrichtung zu erzeugen.
Von besonderer Bedeutung bei einer Durchführung einer
Beheizung unter Verwendung von Hochfrequenz ist eine
Abschirmung einer Umgebung gegen austretende Hochfre
quenzstrahlung. Grundsätzlich ist beispielsweise daran
gedacht, die gesamte Blasmaschine mit einer Abschirmung
zu versehen, die ähnlich wie ein Faradayscher-Käfig ein
Austreten von Hochfrequenzstrahlung vermeidet. Im Be
reich von transparenten Abdeckungen der Maschine können
feine Metallgitter ähnlich wie bei den Türen von Mikro
wellengeräten eingesetzt werden.
Gemäß einer anderen Ausführungsform ist daran gedacht,
im Bereich der Heizeinrichtung eine komplette Abschir
mung durchzuführen. Zur Reduzierung des Abschirmungs
aufwandes erweist es sich aber ebenfalls als ausrei
chend, lediglich einen engeren Bereich der Elektroden
mit Abschirmungen zu versehen. Insbesondere ist daran
gedacht, eine Abschirmung im Bereich des Einganges so
wie des Ausganges der tunnelförmigen Elektrode anzuord
nen. Ebenfalls ist daran gedacht, unterhalb der tunnel
förmigen Elektrode eine Abschirmung anzuordnen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der elektro
denförmige Tunnel von einem weiteren metallischen Tun
nel umgeben sein, wobei der äußere metallische Tunnel
geerdet wird. Hierdurch kann eine sehr wirksame Ab
schirmung bereitgestellt werden.
Bei einer Verwendung von kettenförmigen oder kettenar
tigen Transportelementen zur Halterung der Vorformlinge
(1) im Bereich der Heizeinrichtung ist auch daran ge
dacht, die tunnelförmige Elektrode mit einem umlaufen
den geschlossenen Profil auszustatten. Ein derartiges
Profil weist vorzugsweise relativ zueinander parallel
verlaufende Seitenwände sowie gekrümmt verlaufende obe
re und untere Bereiche mit stetiger Überleitung in die
parallelen Seitenflächen auf. Durch eine derartige Ge
staltung wird eine parasitäre Abstrahlung von Hochfre
quenzstrahlung erheblich reduziert und der Aufwand für
separate Abschirmungseinrichtungen kann reduziert wer
den.
Claims (25)
1. Verfahren zur Temperierung von Vorformlingen aus
einem thermoplastischen Material, die im Anschluß
an ihre Temperierung innerhalb einer Blasform,
durch Einwirkung eines unter Druck stehenden Medi
ums in einen Behälter umgeformt werden, bei dem
die Vorformlinge mindestens zeitweilig von einer
elektromagnetischen Strahlung beaufschlagt werden,
die eine Frequenz im Bereich von 1 MHZ bis 100 GHZ
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorform
linge (1) mindestens während eines Teiles der
zeitlichen Dauer ihrer Temperierung an einer die
elektromagnetische Strahlung generierenden Elek
trode (2, 5, 57) beigefügt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorformlinge (1) kontinuierlich an der
Elektrode (2, 5, 57) vorbeibewegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorformlinge (1) schrittweise an der Elek
trode (2, 5, 57) vorbeibewegt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß eine in mindestens einen
der Vorformlinge (1) eingeführte Elektrode (2) ge
meinsam mit dem Vorformling (1) bewegt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1)
während mindestens eines Teiles ihres Transportwe
ges tunnelartig von einem elektrodenartigen Heiz
element (57) umschlossen werden.
6. Vorrichtung zur Temperierung von Vorformlingen aus
einem thermoplastischen Material, die mit minde
stens einem Heizelement versehen ist, das als ein
Strahlungsgenerator ausgebildet ist, dessen Strah
lung mindestens teilweise elektromagnetische Wel
len mit einer Frequenz im Bereich von 1 MHZ bis
100 GHZ aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das
Heizelement mindestens bereichsweise neben einem
Transportweg des Vorformlings (1) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß der Vorformling (1) von einem Tragelement
(39) gehaltert ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Vorformling (1) auf ein
Tragelement (39) aufgesetzt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Vorformling (1) zangenartig
vom Tragelement (39) gehaltert ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Tragelement (39) mindestens
bereichsweise in eine Mündung des Vorformlings (1)
eingeführt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß eine Gegenelektrode (2)
mindestens bereichsweise innerhalb des Vorform
lings (1) positionierbar angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode (2)
mindestens entlang eines Teiles des Transportweges
des Vorformlings (1) gemeinsam mit dem Tragelement
(39) beweglich angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, da
durch gekennzeichnet, daß das elektrodenförmige
Heizelement (57) tunnelartig ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, da
durch gekennzeichnet, daß zur Beheizung der Vor
formlinge (1) entlang mindestens eines Teiles des
Transportweges relativ zueinander gegenüberliegend
angeordnete Stabelektroden (5) positioniert sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeich
net, daß die Stabelektroden (5) zylinderartig aus
gebildet sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, da
durch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Stab
elektroden (5) im Bereich von Elektrodenhaltern (6,
7) quer zu ihrer Längsrichtung übereinander ange
ordnet sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 16, da
durch gekennzeichnet, daß die Elektroden (2, 5,
57) als Teil einer Vorrichtung zur Durchführung
eines zweistufigen Blasverfahrens ausgebildet
sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 16, da
durch gekennzeichnet, daß die Elektroden (2, 5,
57) als Teil einer Vorrichtung zur Durchführung
eines einstufigen Blasverfahrens ausgebildet sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 18, da
durch gekennzeichnet, daß für die Vorformlinge (1)
im Bereich des Heizelementes (57) ein Rotationsan
trieb vorgesehen ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeich
net, daß der Rotationsantrieb eine Steuerung zur
Vorgabe einer schrittweisen Rotation aufweist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 20, da
durch gekennzeichnet, daß im Bereich eines Eingan
ges des elektrodenförmigen Heizelementes (57) eine
Abschirmung angeordnet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 21, da
durch gekennzeichnet, daß im Bereich eines Ausgan
ges des elektrodenförmigen Heizelementes (57) eine
Abschirmung angeordnet ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 22, da
durch gekennzeichnet, daß unterhalb des tunnelar
tigen Heizelementes (57) eine Abschirmung angeord
net ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 23, da
durch gekennzeichnet, daß das tunnelartige Heiz
element (57) mindestens bereichsweise doppelwandig
ausgebildet ist und daß die äußere Wand des
Heizelementes (57) als eine Abschirmung ausgebil
det ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 24, da
durch gekennzeichnet, daß das tunnelartige Heiz
element (57) als ein geschlossenes Hohlprofil aus
gebildet ist, daß mit im wesentlichen parallel zu
einander verlaufenden Seitenwänden ausgestattet
ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10039585A DE10039585A1 (de) | 2000-08-12 | 2000-08-12 | Verfahren und Vorrichtung zur Temperierung von Vorformlingen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10039585A DE10039585A1 (de) | 2000-08-12 | 2000-08-12 | Verfahren und Vorrichtung zur Temperierung von Vorformlingen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10039585A1 true DE10039585A1 (de) | 2002-02-21 |
Family
ID=7652317
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10039585A Withdrawn DE10039585A1 (de) | 2000-08-12 | 2000-08-12 | Verfahren und Vorrichtung zur Temperierung von Vorformlingen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10039585A1 (de) |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: SIG CORPOPLAST GMBH & CO. KG, 22145 HAMBURG, DE |
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