DE10037697A1 - Adaptive Maskentechnik zur Inspektion von Defekten - Google Patents
Adaptive Maskentechnik zur Inspektion von DefektenInfo
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Abstract
Ein zweidimensionales Streuungsdiagramm wird durch Auftragen der Graustufen von Pixeln von einem Testbild gegenüber den Graustufen von entsprechenden Pixeln von einem Referenzbild erzeugt. Ein Rauschunterdrückungsfilter wird auf das Streuungsdiagramm angewendet, um eine Maskenform zu definieren, die herausgelöst und aufgefüllt werden kann, um eine Maske zu bilden. Defektpixel im Testbild werden identifiziert, indem entsprechende Pixelgrauwerte mit der Maske verglichen werden. Eine typische Anwendung ist das Erfassen von Defekten in einem Halbleiterwafer während des Bauteileherstellungsprozesses.
Description
Diese Erfindung betrifft im Allgemeinen die digitale Bildverarbeitung und betrifft insbe
sondere Systeme und Verfahren zum Erfassen von Defekten in einem Halbleiterbau
element unter Verwendung von Bildvergleichstechniken.
Bildvergleichstechniken werden verwendet, um Defekte in Halbleiterwafern zu erfassen.
Typischerweise wird ein Testbild erfasst und anschließend mit einem Referenzbild ver
glichen. Sodann wird ein Defekterkennungsalgorithmus verwendet, um Abweichungen
bzw. Variationen zwischen den Bildern zu erfassen und um zu bestimmen, ob derartige
Abweichungen echte Defekte sind. In dem sogenannten Zufallslogikinspektionsmodus
wird ein Bild einer ersten Chipfläche erfasst und anschließend mit dem Bild einer zwei
ten Chipfläche auf dem gleichen Wafer verglichen. Der Array-Inspektionsmodus wird in
ähnlicher Weise ausgeführt, mit Ausnahme, dass ein Querschnitt einer Chipfläche mit
einem weiteren Querschnitt in der Chipfläche mit einer identischen Struktur verglichen
wird. Der Array-Inspektionsmodus wird beispielsweise beim Testen von Elementen mit
sich wiederholenden Strukturen, wie z. B. Speicherzellen, verwendet. Statt durch Ver
gleichen von Bildern eines Wafers, der gerade getestet wird, können Defekte ebenso
erfasst werden, indem ein erfasstes Testbild mit einem bekannten Bild aus einer Daten
bank verglichen wird.
Fig. 1 stellt ein Defekterfassungsverfahren gemäß dem Stand der Technik dar. Es wer
den ein Testbild und ein Referenzbild der zu untersuchenden Waferstruktur aus ver
schiedenen Bereichen des Wafers unter Verwendung beispielsweise herkömmlicher
Elektronenstrahlabbildungsverfahren erfasst (Schritt 110). Jedes Bild umfasst mehrere
Pixel, wobei jedes Pixel durch seine Position innerhalb des Bildes und durch seinen In
tensitäts- oder Grauwert bzw. Graustufe definiert ist. Die Verwendung von Graustufen in
der Bildverarbeitung ist im Stand der Technik bekannt und wird in R. C. Gonzales und R.
E. Woods, "Digital Image Processing", Addison-Wesley (1992), beispielsweise auf den
Seiten 6 bis 7, beschrieben. Die beiden Bilder werden dann pixelweise ausgerichtet bzw.
justiert, so dass jedes Strukturmerkmal im Testbild mit dem entsprechenden Struktur
merkmal im Referenzbild (Schritt 120) übereinstimmt. Anschließend wird ein Differenz
bild erzeugt, indem die Graustufen der beiden Bilder subtrahiert werden (Schritt 130).
Da sich übereinstimmende Pixel mit identischen Graustufen gegeneinander aufheben,
stellt das Differenzbild Pixelgraustufenvariationen zwischen dem Referenzbild und dem
Testbild dar. Die Graustufe bzw. der Grauwert jedes Pixels im Differenzbild wird skaliert,
normiert und anschließend in einem eindimensionalen Histogramm, etwa einem
Histogramm 200, das in Fig. 2 gezeigt ist, aufgezeichnet (Schritt 140). Das Histogramm
200 stellt die Anzahl von Pixeln im Differenzbild dar, die einen speziellen Grauwert bzw.
eine spezielle Graustufe aufweisen. Beispielsweise zeigt Histogramm 200 an, dass es
20000 Pixel im Differenzbild mit einem Grauwert von 50 gibt.
Ein Pixel aus dem Testbild kann zu einem entsprechenden Pixel im Referenzbild selbst
dann unterschiedlich sein, wenn es keine Defekte in den beiden Bildern gibt. Intensitäts
schwankungen können beispielsweise durch Unterschiede im physikalischen Aufbau der
Schichten, Rauschen in der Bilderfassungselektronik und in den Signalwegen, und ei
nem schwankenden Rauschmodulationspegel innerhalb eines einzelnen Bildes über
unterschiedliche Graustufen bewirkt werden. Somit deuten Pixel im Differenzbild nicht
notwendigerweise an, dass ein Defekt vorhanden ist. Um echte Defekte von falschen
oder "Ärgernis-"Defekten zu unterscheiden, wird jedes Pixel im Differenzbild mit einem
Schwellwertfenster verglichen (Fig. 1, Schritt 150). Pixel mit einer Graustufe außerhalb
des Schwellwertfensters werden als Defekte erklärt. Wenn beispielsweise das Schwell
wertfenster bei ± 50 liegt und ein Pixel im Differenzbild einen Grauwert von 60 besitzt,
(d. h. die Grauwerte des Test- und Referenzbildes unterscheiden sich um 60 Einheiten),
wird dies als ein Defektereignis bezeichnet (Fig. 1, Schritt 160). Das Defektereignis wird
dann von einem Bediener verifiziert, um sicherzustellen, dass die Chipfläche tatsächlich
fehlerhaft ist, bevor die Chipfläche in der nachfolgenden Verarbeitung verworfen wird.
Das Auffinden des optimalen Schwellwertes für ein gegebenes Testbild ist eine wichtige
aber ungenaue Aufgabe. Der Schwellenwert muss so gewählt werden, dass echte De
fekte erfasst werden, während Ärgernisdefekte davon unterschieden werden. Je enger
der Schwellenwertbereich ist, desto mehr Ärgernisdefekte werden gekennzeichnet. Är
gernisdefekte beeinflussen den Produktionsdurchsatz negativ, da jedes Defektereignis
geprüft und verifiziert werden muss. Andererseits verringert ein Aufweiten des Schwell
wertfensters Ärgernisdefektereignisse auf Kosten von nicht erfassten echten Defekten.
Aus dem Vorhergehenden geht hervor, dass ein Defekterfassungsverfahren höchst
wünschenswert ist, das reale Defekte erfassen kann, während das Berichten über Är
gernisdefekte minimiert wird.
Es wird ein neues Verfahren und eine damit verknüpfte Vorrichtung zum Erfassen von
Defekten offenbart. In der erfindungsgemäßen Ausführungsform werden ein erstes Bild
und ein zweites Bild bereitgestellt und ausgerichtet bzw. justiert. Ein erstes zweidimen
sionales Streuungsdiagramm wird erzeugt, indem die Grauwerte der Pixel des ersten
Bildes gegenüber den Grauwerten der entsprechenden Pixel des zweiten Bildes aufge
tragen werden. Sodann wird ein zweites zweidimensionales Streuungsdiagramm er
zeugt, indem die Datenpunkte des ersten Streuungsdiagramms gefiltert werden. Das
zweite Streuungsdiagramm liefert eine Maskenform, die herausgelöst und aufgefüllt
werden kann, um eine Maske zu erzeugen. Defekte werden identifiziert, indem die
Grauwerte der entsprechenden Pixel aus den ersten und zweiten Bildern mit der Maske
verglichen werden.
Fig. 1 zeigt ein Defekterfassungsverfahren gemäß dem Stand der Technik.
Fig. 2 zeigt ein eindimensionales Histogrammdiagramm von Grauwerten.
Fig. 3 zeigt die Schritte einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
Fig. 4A-4C zeigen einen Justierschritt gemäß der vorliegenden Erfindung.
Fig. 5 zeigt ein zweidimensionales Streuungsdiagramm gemäß der vorliegenden
Erfindung.
Fig. 6-7 zeigen jeweils ein Testbild und ein Referenzbild, das von einem Bauele
mentwafer abgenommen wurde.
Fig. 8 zeigt ein zweidimensionales Streuungsdiagramm gemäß der vorliegenden
Erfindung.
Fig. 9A-9B zeigen das Ergebnis der Anwendung eines morphologischen Filters auf
das in Fig. 8 gezeigte zweidimensionale Streuungsdiagramm.
Fig. 10A-10C zeigen eindimensionale Abstandsprofile gemäß der vorliegenden Erfin
dung.
Fig. 11 zeigt eine Maske gemäß der vorliegenden Erfindung.
Fig. 12 zeigt eine einem ungefilterten zweidimensionalen Streuungsdiagramm
überlagerte Maske.
Fig. 13 zeigt eine Defektkarte eines Wafers, die unter Verwendung einer adapti
ven Maske erhalten wurde.
Fig. 14 zeigt einen vorbestimmten Schwellenwert, der einem ungefilterten zweidi
mensionalen Streuungsdiagramm überlagert ist.
Fig. 15 zeigt eine Defektkarte eines Wafers, die unter Verwendung eines vorbe
stimmten Schwellenwerts erhalten wurde.
Die vorliegende Erfindung überwindet die Einschränkungen von Defekterfassungsver
fahren gemäß dem Stand der Technik, indem ein angepasstes schwellwertbildendes
Schema auf ein Paar von Bildern, die analysiert werden, angewendet wird. Im Gegen
satz zu Verfahren gemäß dem Stand der Technik, die einen vorbestimmten Schwellwert
für alle Bildpaare verwenden, verwendet dieses Verfahren eine Schwellwertmaske, die
für jedes Paar an Bildern angepasst wird. Die Erfindung kann in einer Vielzahl von Ab
bildungsmöglichkeiten einschließlich in Elektronenstrahl, Heilfeld, Dunkelfeld, Laser und
Atombindungsmikroskopie ("AFM") -Inspektionssystemen verwendet werden.
Fig. 3 zeigt die Schritte einer erfindungsgemäßen Ausführungsform. Im Schritt 310 wer
den ein Testbild und ein Referenzbild beispielsweise von Halbleiterstrukturen unter Ver
wendung herkömmlicher Bilderfassungstechniken erfasst. Die Bilder können ebenfalls
unter Anwendung des Schritt- und Bilderfassungssystems erfasst werden, das im US-
Patent mit der Seriennummer 09/226,967 offenbart ist.
Im Schritt 320 werden das Testbild und das Referenzbild so ausgerichtet, um an ent
sprechenden Pixeln in den beiden Bildern übereinzustimmen. Es kann eine Vielzahl von
Justiertechniken in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung verwendet werden, ein
schließlich dem Verfahren, dass in der US-Patentanmeldung mit der Seriennummer
09/227,747 offenbart ist. Der Justierschritt ist erforderlich, um sicherzustellen, dass je
des Strukturmerkmal im Testbild mit einem äquivalenten Strukturmerkmal im Referenz
bild verglichen wird.
Der Schritt 320 ist ferner in den Fig. 4A-4C dargestellt. Fig. 4A zeigt ein Testbild 410 mit
Pixeln 411-416. Jedes Pixel ist durch seinen Grauwert und seine Position in dem Bild
definiert. Beispielsweise liegt Pixel 413 an der Position i = 10 und j = 30 (d. h. (10, 30)). Aus
Darstellungsgründen hat der Grauwert des Pixels 413 den Wert 50. Tabelle 1 liefert die
Koordinatenpositionen und Grauwerte für jedes Pixel des Testbilds 410, während Ta
belle 2 die gleiche Information für die Pixel 421-426 des Referenzbildes 420 (Fig. 48)
liefert.
Fig. 4C stellt grafisch die Ausrichtung des Testbildes 410 zum Referenzbild 420 dar. Die
ausgerichtete Pixelposition 431 umfasst die Pixel 411 und 421, die ausgerichtete Pixel
position 432 umfasst die Pixel 412 und 422, usw.
Wenn das Referenzbild und das Testbild ausgerichtet sind, ist die Pixel-Zuordnung zwi
schen dem Testbild und dem Referenzbild bekannt. Ein zweidimensionales ("2D")
Streuungsdiagramm wird erzeugt, indem der Grauwert eines Pixels aus dem Testbild
gegen den Grauwert des entsprechenden Pixels im Referenzbild für jede ausgerichtete
Pixelposition aufgetragen wird (Fig. 3, Schritt 330). Unter Verwendung der Fig. 4C als
ein Beispiels wird der Grauwert des Pixels 411 gegen den Grauwert des Pixels 421, der
Grauwert des Pixels 412 gegen den Grauwert des Pixels 422 usw. aufgetragen. Anwen
den des Schritts 330 für die Positionen 431-436 ergibt die in Tabelle 3 gezeigten Daten.
Das resultierende zweidimensionale Streuungsdiagramm 500 ist in Fig. 5 gezeigt.
Tabelle 3 zeigt, dass die ausgerichteten Pixelpositionen 434, 435 und 436 variierende
bzw. unterschiedliche Grauwerte aufweisen und damit die Anwesenheit möglicher De
fekte anzeigen. Die Positionen 431, 432 und 433 sind defektfrei, da das Testbild und
das Referenzbild in diesen Position die gleichen Grauwerte aufweisen. Das Streuungs
diagramm 500 (Fig. 5) liefert Informationen bezüglich der Anwesenheit möglicher De
fekte. Alle ausgerichteten Pixelpositionen mit den gleichen Grauwerten können im
Streuungsdiagramm 500 durch eine imaginäre Linie 501 repräsentiert werden. Die Stei
gung der imaginären Linie 501 beträgt +1, da sie die ausgerichteten Pixelpositionen rep
räsentiert, an denen der Grauwert des Testbildpixels gleich dem Grauwert des entspre
chenden Pixels im Referenzbild ist. Alle ausgerichteten Pixelpositionen mit variierenden
Grauwerten werden von der imaginären Linie 501 entfernt liegen. Je weiter eine Position
von der Linie 501 entfernt gezeichnet ist, umso größer ist die Abweichung im Grauwert
und umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass in dieser Position ein Defekt existiert. Im
Streuungsdiagramm 500 sind die Positionen 434, 435 und 436 nicht auf der imaginären
Linie 501 und zeigen die Anwesenheit möglicher Defekte an. In dieser Offenbarung wird
die Abkürzung (tgray, rgray) verwendet, um die Koordinaten eines Datenpunkts eines 2D-
Streuungsdiagramms zu kennzeichnen, um diesen von einer Bildpixelposition zu unter
scheiden, die durch die Abkürzung (i, j) gekennzeichnet wird. Beispielsweise ist die aus
gerichtete Pixelposition 435 als ein Datenpunkt im 2D-Streuungsdiagramm in der Positi
on (200, 100) definiert.
Ein Pseudo-Code zum Implementieren eines zweidimensionalen Streuungsdiagramms
in einer Computersoftware ist unten gezeigt. In dem Pseudo-Code werden die Graustu
fenwerte in eine Speicherarrayvariable ("Scatter") geschrieben.
2D-Streuungsdiagramme sind ebenfalls offenbart in der US-Patentanmeldung mit der
Nr. 09/365,517.
Die Fig. 6-8 fassen bildlich die Schritte 310, 320 und 330 der in Fig. 3 gezeigten Ausfüh
rungsform zusammen. Fig. 6 zeigt ein Testbild 600, das in herkömmlicherweise von ei
nem Wafer mit einem Defekt 601 erfasst wird. Es wird ein Referenzbild 700 (Fig. 7) er
fasst und anschließend zu dem Testbild 600 ausgerichtet (nicht gezeigt). Ein 2D-
Streuungsdiagramm 800 (Fig. 8) wird erzeugt, indem die Grauwerte der Pixel des Test
bildes gegen die Grauwerte der entsprechenden Pixel aus dem Referenzbild aufgetra
gen werden. Das Streuungsdiagramm kann per Hand oder unter Anwendung eines pro
grammierten Computers erzeugt werden. Die Datenpunkte des Streuungsdiagramms
800 werden als weiße Punkte auf schwarzem Hintergrund gezeichnet. Eine Linie 801
definiert die ausgerichteten Pixelpositionen, wobei die Grauwerte der Testbildpixel und
die der Referenzbildpixel identisch sind. Wenn beispielsweise das Testbild 600 zum
Referenzbild 700 identisch war, würden alle Datenpunkte des Streuungsdiagramms 800
auf der Linie 801 liegen.
Das Streuungsdiagramm 800 enthält Graustufeninformationen für alle Pixel im Testbild
und im Referenzbild einschließlich von Pixeln des Defekts 601. Wie zuvor erläutert wur
de, wird eine größere Wahrscheinlichkeit, dass der Datenpunkt die Anwesenheit eines
Defekts anzeigt, durch eine größere Entfernung des Datenpunkts von der Linie 801 ge
kennzeichnet. Dieses erfindungsgemäße Verfahren nützt diese Information aus und bil
det eine "Maske", die dem Streuungsdiagramm 800 "überlagert" werden kann, um De
fektpixel von "guten" Pixeln zu unterscheiden. Datenpunkte außerhalb der Maske wer
den als Defektereignisse deklariert.
Um das Profil oder die Grenzen der Maske zu finden, wird auf die Datenpunkte des
Streuungsdiagramms 800 ein Rauschunterdrückungsfilter angewendet (Fig. 3, Schritt
340). Es kann eine Reihe herkömmlicher Rauschunterdrückungsfilter mit der vorliegen
den Erfindung einschließlich zum Beispiel von morphologischen Filtern verwendet wer
den. Morphologische Filter sind im Stand der Technik bekannt und sind beschrieben in
B. Jahne, "Digital Image Processing Concepts, Algorithms, and Scientific Applications,"
Springer Verlag (1991), Kapitel 11, und in R. C. Gonzales und R. E. Woods, "Digital
Image Processing," Addison-Wesley (1992), Kapitel 8 beschrieben. Ein morphologi
sches Filtern wird die Datenpunkte des Streuungsdiagramm 800 "verdichten" und "be
reinigen", um eine Maskenform zu definieren. Das in Fig. 9A gezeigte 2D-
Streuungsdiagramm 950 ist das Ergebnis des Anwendens eines morphologischen Fil
ters auf das Streuungsdiagramm 800. Das Streuungsdiagramm 950 enthält die Mas
kenform 900.
Das Herauslösen von Grenzen ist der Vorgang des Erhaltens der Koordinaten des
Grenzdatenpunktes einer Maskenform (Fig. 3, Schritt 350). Ein Algorithmus zum Her
auslösen der Grenze einer Maskenform 900 ist wie folgt:
- 1. Wie in Fig. 9B gezeigt ist, Erzeugen einer Linie 901, die sich von der oberen linken Ecke zur unteren rechten Ecke des Streuungsdiagramms 950 erstreckt.
- 2. Erzeugen zweier Zahlenanordnungen zur Verfolgung senkrechter Abstände von der Linie 901 zu einem Grenzdatenpunkt. Eines der Arrays wird als UPPER be zeichnet. UPPER wird verwendet, um senkrechte Abstände von Grenzpunkten über der Linie 901 zu verfolgen (d. h. ein Gebiet, das durch den Pfeil 902 bezeichnet ist). Das andere Array, LOWER, wird verwendet, um senkrechte Abstände von Grenzpunkten unterhalb der Linie 901 zu verfolgen (das Gebiet, das durch Pfeil 903 bezeichnet ist). Ein Beispiel eines senkrechten Abstandes ist die Länge der senkrechten Linie 904, die sich von der Linie 901 zu einem Grenzpunkt 905 er streckt. Ein weiteres Beispiel ist die Länge der Linie 906, die eine senkrechte Linie darstellt, die sich von der Linie 901 zum Grenzpunkt 907 erstreckt.
- 3. Initialisieren aller Elemente des Arrays UPPER und LOWER mit logisch 0.
- 4. Für jede Koordinatenposition (tgray rgray) in dem Streuungsdiagramm 950 überprü fen, ob die Koordinate einen Datenpunkt besitzt. Wenn ja, mit Schriften (a5) bis (a9) weitermachen; andernfalls zur nächsten Position im Streuungsdiagramm weitergehen. In den Fig. 8, 9A und 9B sind die Datenpunkte weiß auf schwarzem Hintergrund gezeichnet (d. h., ein Datenpunkt oder eine logische 0 wird als ein weißer Punkt gezeichnet, während eine logische 0 oder die Abwesenheit eines Datenpunkts als ein schwarzer Punkt gezeichnet wird). Somit enthalten die dunk len Bereiche der Fig. 9B keine Datenpunkte und werden ignoriert.
- 5. Wenn die Streuungsdiagrammsposition einen Datenpunkt besitzt, Messen seines
senkrechten Abstandes Dperp von der Linie 901. Ferner Berechnen der Position
dieses Datenpunkts Rprofile entlang eines eindimensionalen ("1D") Distanzprofils.
1D-Distanzprofile werden im Folgenden beschrieben. Rprofile kann unter Verwen
dung von Gleichung 1 berechnet werden.
Rprofile(tgray + rgray)/2 (Gleichung 1) - 6. Wenn die Koordinaten (tgray, rgray) über der Linie 901 liegen, wird Dperp ein positiver Wert zugeordnet. Im anderen Falle ist Dperp negativ.
- 7. Wenn Dperp größer als der augenblicklich im Element Rprofile des Arrays UPPER gespeicherte senkrechte Abstand ist, Speichern von Dperp im Element Rprofile von UPPER.
- 8. Wenn Dperp kleiner als der augenblicklich im Element Rprofile des Arrays LOWER gespeicherte senkrechte Abstand ist, Speichern von Dperp im Element Rprofile von LOWER.
- 9. Fortsetzen für alle Datenpunkte.
Nach dem Ausführen des obigen Maskenformen-Herauslösungsalgorithmus, enthalten
die Arrays UPPER und LOWER die senkrechten Abstände der Maskenformgrenzpunk
te. Die senkrechten Abstände und ihre entsprechenden Rprofile können verwendet wer
den, um ein 1D-Distanzprofil 1000 zu erzeugen, das in Fig. 10A gezeigt ist. Eine Kurve
1010 ist der Graph, der in den Elementen Rprofile des Arrays UPPER gespeicherten senk
rechten Abständen, während die Kurve 1020 ein ähnlicher Graph für das Array LOWER
ist. Um die herausgelöste Maskenform besser zu verdeutlichen, kann das; Distanzprofil
1000 unter Verwendung von beispielsweise eines Algorithmus für eine laufende Mittel
wertbildung geglättet werden. Algorithmen für laufende Mittelwertbildung sind im Stand
der Technik bekannt und sind beschrieben in A. V. Oppenheim und R. W. Schafer,
"Discrete-Time Signal Processing"; Prentice-Hall (1989), beschrieben. Das in Fig. 10B
gezeigte Distanzprofil 2000 ist das Ergebnis der Anwendung eines Algorithmus für eine
laufenden Mittelwertbildung auf das Distanzprofil 1000. Die Kurven 1030 und 1040 sind
jeweils die laufenden Mittelwerte der Kurven 1010 und 1020.
Optional kann ein Empfindlichkeitsspielraum bzw. -bereich für die herausgelöste Mas
kenform verwendet werden (Fig. 3, Schritt 360), um es einem Anwender zu ermögli
chen, die Ausdehnung der Maske zu variieren. Der Anwender-gewählte Empfindlich
keitswert kann verwendet werden, um die herausgelöste Maskenform zu skalieren oder
zu verschieben. Kurve 1050 in Fig. 10C zeigt das Ergebnis des Addierens eines Emp
findlichkeitswertes Svalue zu jedem Punkt der Kurve 1030. Kurve 1060 ist das Ergebnis
der Subtraktion von Svalue von jedem Punkt der Kurve 1040.
Es wird eine Maskennachschlagtabelle erzeugt, indem alle Koordinatenpositionen in
nerhalb der Grenze der herausgelösten Maskenform aufgefüllt werden (Fig. 3, Schritt
370). Es wird ein Algorithmus zum Auffüllen der herausgelösten Maskenform unter Ver
wendung des Streuungsdiagramms 950, das in Fig. 9B gezeigt ist, veranschaulicht.
- 1. Erzeugen eines zweidimensionalen Streuungsdiagramms Matter. Es werden alle Datenpunkte von Mscatter auf logisch 1 gesetzt.
- 2. Für jede Position (tgray, rgray) des Streuungsdiagramms 950, Berechnen von Rprofile unter Verwendung von Gleichung 1, und Erhalten des senkrechten Abstandes Dperp.
- 3. Auftragen von Rprofile und Dperp im Distanzprofil 2000, das in Fig. 10B gezeigt ist (oder in dem Distanzprofil, das in Fig. 10C gezeigt ist, wenn ein Empfindlichkeits spielraum verwendet wird). Wenn der Punkt (Rprofile, Dperp) von den Kurven 1030 und 1040 umschlossen wird, Zurücksetzen der Position (tgray, rgray) von Mscatter auf logisch 0. Im anderen Falle, zur nächsten Position (tgray, rgray) des Streuungsdia gramms 950 Weitergehen.
- 4. Fortsetzen für alle Positionen.
Der obige Algorithmus hat ein in Fig. 11 gezeigtes Mscatter 1100 zur Folge. Mscatter 1100
enthält eine Maske 1110, die verwendet werden kann, um Defektpunkt in einem zweidi
mensionalen Streuungsdiagramm zu erfassen. Alle Punkte innerhalb der Maske 1110
befinden sich auf logisch "0". Fig. 12 zeigt die dem Streuungsdiagramm 800 überlagerte
Maske 1110. Datenpunkte außerhalb der Maske werden als Defektereignisse deklariert.
Ein Algorithmus zur Verwendung der Maske 1110 zum Erfassen von Defekten ist wie
folgt:
- 1. Für alle Pixel eines Testbildes und eines Referenzbildes, jeweils Auslesen der entsprechenden Grauwerte tgray und rgray.
- 2. Wenn die Position (tgray, rgray) 1100 Mscatter 1100 eine logische 0 ist, zeigt dies an, dass die Position innerhalb der Maske liegt und somit kein Defektereignis ist. Fortfahren mit dem nächsten Pixel des Testbildes und des Referenzbildes.
- 3. Wenn die Position (tgray, rgray) von Matter 1100 eine logische 1 ist, befindet sich die Position außerhalb der Maske und es gibt einen Defekt. Es wird über ein De fektereignis Bericht erstattet.
- 4. Fortfahren für alle Pixelpaare des Testbildes und des Referenzbildes.
Der Anhang A liefert weitere Beispiele, wie die vorliegende Erfindung implementiert
werden kann. Anhang A listet den Quellcode für eine C-programmierte Funktion gemäß
der vorliegenden Erfindung auf. Der Code kann von einem Computer oder einem Pro
zessor, der vorzugsweise an ein Defektinspektionssystem oder einem Teil davon ge
koppelt ist, ausgeführt werden. Selbstverständlich speichert ein derartiges System typi
scherweise diesen Quellcode und die resultierenden Diagramme, Masken, etc. in einem
computerlesbaren Medium (Speicher). Tabelle 4 zeigt die Entsprechung zwischen den
Schritten der Erfindung und dem im Anhang A aufgelisteten Quellcode.
Die Fig. 13 bis 15 zeigen weiterhin die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die Verwendung von Mscatter 1100 zur Erfassung von Defekten im Streuungsdiagramm
800 unter Verwendung der Schritte (c1)-(c4) ergibt eine Defektkarte 1300, die in Fig.
13 gezeigt ist. Anzumerken ist, dass die Defektkarte 1300 einen Defekt 601 des Testbil
des 600 (Fig. 6) korrekt identifiziert.
Fig. 14 zeigt grafisch die Anwendung eines vorbestimmten, durch die Linien 1401 und
1402 definierten Schwellenwertes auf das Streuungsdiagramm 800. Die Verwendung
vorbestimmter Schwellenwerte ist ebenfalls in der US-Patentanmeldung 09/365,517
offenbart. Punkte, die nicht von den Linien 1401 und 1402 umschlossen sind, werden
als Defektereignisse deklariert. Fig. 15 zeigt eine Defektkarte, die aus der Anwendung
des vorbestimmten Schwellenwertes auf das Streuungsdiagramm 800 hervorgeht. Zu
bemerken ist, dass zahlreiche Ärgernisdefekte erfasst werden, ohne den Defekt 601 zu
ermitteln.
Selbstverständlich ist die oben gegebene Beschreibung lediglich zum Zwecke der Dar
stellung und nicht zur Einschränkung beabsichtigt. Zahlreiche Variationen sind möglich,
ohne vom Schutzbereich und Grundgedanken der Erfindung abzuweichen. Die Erfin
dung wird in den folgenden Patentansprüchen definiert.
110
Erfassen von Referenzbild und Testbild
120
Ausrichten der Bilder
130
Differenzbild (Referenz - Test)
140
Skalieren, Normieren, Histogramm
150
Schwellwert
160
Berichten über Defektereignisse
1
Grauwert
2
Anzahl der Pixel
310
Erfassen eines Testbildes und eines Referenzbildes
320
Ausrichten des Testbildes und des Referenzbildes
330
Erzeugen eines 2D-Streuungsdiagramms
340
Rauschunterdrückungsfilter
350
Herauslösen der Maskenformengrenze
360
Hinzufügen eines Empfindlichkeitsspielraums (optional)
370
Auffüllen des Maskenbereichs
380
Anwenden der Maske auf das 2D-Streuungsdiagramm
390
über Defekte berichten
1
Testbildgraustufen
2
Referenzbildgraustufe
601
Defekt
1
Defekte
1
Defekt
Claims (10)
1. Verfahren zum Erfassen von Defekten mit den Schritten:
- a) Bereitstellen eines ersten Bildes eines zu inspizierenden Objektes und ei nes assoziierten zweiten Bildes;
- b) Ausrichten des ersten Bildes mit dem zweiten Bild;
- c) Erzeugen eines ersten Diagramms durch Auftragen der Graustufen der Pi xel von dem ersten Bild gegen die Graustufen von entsprechenden Pixel von dem zweiten Bild;
- d) Erzeugen eines zweiten Diagramms durch Filtern des ersten Diagramms;
- e) Erzeugen einer Maske, wobei die Maske ein durch die Form des zweiten Diagramms definiertes Profil aufweist; und,
- f) Verwenden der Maske, um in dem ersten Bild vertretene Defekte zu erfas sen.
2. Das Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Filtern unter Verwendung eines mor
phologischen Filters durchgeführt wird.
3. Das Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Ausdehnung der Maske von einem
Anwender einstellbar ist.
4. Das Verfahren nach Anspruch 1, das ferner das Verwenden eines Filters mit lau
fendem Durchschnittswert umfasst, um das Profil der Maske zu glätten.
5. Das Verfahren nach Anspruch 1, wobei das zweite Bild aus einer Datenbank er
halten wird.
6. Das Verfahren nach Anspruch 1, das ferner Speichern der Diagramme aus den
Schritten (c) und (d) in einem computerlesbaren Medium umfasst.
7. Computerlesbares Medium, das ein Programm zum Ausführen des Verfahrens
nach Anspruch 1 speichert.
8. Computerlesbares Medium mit:
Mehreren Speicherplätzen, die Daten enthalten, die eine erstes Bild und ein asso ziiertes zweites Bild repräsentieren, wobei das erste und das zweite Bild jeweils mehrere Pixel aufweisen, wobei jedes Pixel durch eine Positionskoordinate und eine Graustufe definiert ist; und
einem Array mit mehreren Speicherplätzen, die eine Maske definierende Daten speichern, wobei die Maske durch Filtern der Darstellung der Graustufen der Pixel von dem ersten Bild gegenüber den Graustufen von entsprechenden Pixel von dem zweiten Bild erzeugt ist.
Mehreren Speicherplätzen, die Daten enthalten, die eine erstes Bild und ein asso ziiertes zweites Bild repräsentieren, wobei das erste und das zweite Bild jeweils mehrere Pixel aufweisen, wobei jedes Pixel durch eine Positionskoordinate und eine Graustufe definiert ist; und
einem Array mit mehreren Speicherplätzen, die eine Maske definierende Daten speichern, wobei die Maske durch Filtern der Darstellung der Graustufen der Pixel von dem ersten Bild gegenüber den Graustufen von entsprechenden Pixel von dem zweiten Bild erzeugt ist.
9. Das computerlesbare Medium nach Anspruch 8, wobei das Filtern unter Verwen
dung eines morphologischen Filters ausgeführt ist.
10. Das computerlesbare Medium nach Anspruch 8, wobei ein Algorithmus für eine
laufende Mittelwertsbildung verwendet wird, um die Darstellung der Graustufen der
Pixel von dem ersten Bild gegenüber den Graustufen der Pixel von dem zweiten
Bild zu glätten.
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