DE10036181C2 - Verfahren zum Klimatisieren eines Fahrzeuginnenraums sowie Fahrzeugklimaanlage - Google Patents
Verfahren zum Klimatisieren eines Fahrzeuginnenraums sowie FahrzeugklimaanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Klimatisieren eines
Fahrzeuginnenraums sowie eine Fahrzeugklimaanlage.
Bei derzeit üblicherweise verwendeten Fahrzeugklimaanlagen
wird ein durch die Sonne aufgeheizter Fahrzeuginnenraum mit
Hilfe von gekühlter Luft abgekühlt, die mit großer Geschwin
digkeit und in großer Menge aus in oder im Bereich der
Schalttafel angeordneten Ausströmern sowie ggf. aus auf dem
Mitteltunnel vor den Fondpassagieren angeordneten Ausströmern
ausströmt. Durch die hohen Luftgeschwindigkeiten und Luftmen
gen entsteht ein für die Insassen unangenehmer und gesund
heitsgefährdender Luftzug. Die Regelung herkömmlicher Klima
anlagen ist derart, dass erst bei Erreichen der gewünschten
Innenraumtemperatur die Temperatur der eingeblasenen Kühlluft
erhöht und/oder die Gebläseleistung vermindert wird. Dabei
bleibt, insbesondere bei aerodynamischer Gestaltung der Fahr
zeuge und der dadurch bedingten, geringen freien Kopfräume,
ein unangenehm kühler und die Gesundheit gefährdender Luftzug
erhalten.
Aus der DE 35 44 566 C2 ist eine Fahrzeugklimaanlage bekannt,
die zusätzlich zu dem üblichen, im Vorderwagenbereich ange
ordneten Kühlaggregat zur Versorgung der im Bereich der
Schalttafel angeordneten Ausströmer ein im Heck des Fahrzeug
angeordnetes Kühlaggregat und in den hinteren Dachsäulen ver
laufende Zuführungskanäle zur Zuführung von Kühlluft in einen
zwischen dem Fahrzeugdach und dem Innenraum ausgebildeten, im
Wesentlichen die gesamte Dachfläche bedeckenden Zwischenraum
umfasst, dessen Unterseite aus einer porösen bzw. durchloch
ten Wand besteht, durch die die Kühlluft in den Innenraum
austritt. Das im Heck angeordnete Kühlaggregat ist ein Ver
dampfer, der von dem im Vorderwagen angeordneten Kompressor
mit Kühlmittel versorgt wird. Mit Hilfe eines manuell bedien
baren Ventils kann der im Vorderwagenbereich befindliche Ver
dampfer und/oder der im Heck befindliche Verdampfer mit Kühl
mittel beaufschlagt werden, so dass eine direkte Anströmung
eines Fahrzeuginsassen mit Kühlluft aus den im Bereich der
Schalttafel angeordneten Ausströmern und/oder eine weitgehend
zugfreie Kühlung durch kühle, vom Dach "herabfallende" Luft
erzielt wird.
Die DE 198 35 931 A1, von der im Oberbegriff des Anspruchs 1
ausgegangen wird, beschreibt eine Fahrzeugklimaanlage, die
einen Luftauslaß für in eine Klimatisierungszone des Fahr
zeugs zu blasender klimatisierter Luft enthält. Weiter sind
Blaszustand-Änderungsmittel vorgesehen, mit denen mindestens
einer der Blaszustände, die den Blasbereich, die Blaspositi
on, den Blaswinkel, die Blaszone und die Blasluftmenge der
klimatisierten Luft umfassen, geändert werden kann. Die Blas
zustand-Änderungsmittel sind durch auf Fahrzeuginsassen ge
richtete Ausströmer gebildet, deren Durchlaßquerschnitt und
deren Ausströmrichtung mittels Klappen veränderbar sind. Die
Klappen werden abhängig von der erforderlichen Kühlleistung
derart betätigt, daß die Ausströmrichtung der Blasluft zyk
lisch einen Schwenkbereich überstreicht, wobei der Schwenkbe
reich um so größer ist, je größer die erforderliche Kühlleis
tung ist. Je kleiner der Schwenkbereich ist, umso langsamer
ist die Schwenkgeschwindigkeit der Klappen, so daß der
Schwenkzyklus unabhängig von dem Schwenkbereich konstant ist.
Bei großer Kühlleistung und kleinem Schwenkbereich werden der
Blasbereich, die Blasposition, die Blasrichtung, der Blaswin
kel oder die Blasregion der von einem Blasauslaß ausgeblase
nen klimatisierten Luft nicht häufig geändert, wodurch ein
lästiges und unangenehmens Empfinden für die Passagiere ver
ringert werden soll. Bei kleiner Kühllast und entsprechend
größerem Schwenkbereich werden der Blasbereich, die Blasstel
lung, die Blasrichtung, der Blaswinkel oder die Blasregion
der klimatisierten Luft fortlaufend geändert und wird die von
dem Blasauslaß ausgeblasene klimatisierte Luft über einen
weiten Bereich geblasen. Somit wird die Zeitperiode, während
der die klimatisierte Blasluft zu den Fahrgästen eines Fahr
zeugs geblasen wird, verkürzt, wodurch ein lästiges und unan
genehmes Empfinden verkürzt werden soll.
In der DE 42 14 703 A1 ist eine Klimaanlage beschrieben, mit
der das Klima eines aus einem ersten und einem zweiten Halb
raum bestehenden Innenraums eines Fahrzeugs geregelt werden
kann. Dabei wird beispielsweise das Klima im vorderen Bereich
eines Kleinbusses von einer im Vorderwagen befindlichen Kli
maanlage geregelt, die mit im Bereich über der Windschutz
scheibe, im Bereich der Schalttafel und im Fußraum angeordne
ten Ausströmern verbunden ist. Das Klima im Passagierraum
bereich des Kleinbusses wird mittels eines im Bodenbereich
angeordneten Heizaggregats und eines im Heckbereich angeord
neten Kühlaggregats geregelt, wobei das Heizaggregat mit im
Bodenbereich angeordneten Ausströmern und das Kühlaggregat
mit im Dachbereich angeordneten Ausströmern verbunden ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fahrzeugklima
tisierung zu schaffen, mit der ein hoher Klimakomfort unter
weitgehend allen Bedingungen erzielt wird.
Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren gemäß dem beigefügten
Patentanspruch 1 gelöst.
Die Erfindung setzt die Erkenntnis um, daß unser Behaglich
keitsempfinden nicht gestört wird, wenn wir beispielsweise
bei stark aufgeheiztem Fahrzeug direkt von zur Kühlung hoch
wirksamer, kalter Luft angeströmt werden. Abhängig von der
Temperatur dieser Kühlluft sowie deren Strömungsgeschwindig
keit und ggf. weiteren Parametern, wie Feuchtigkeit, Anfangs
oberflächentemperatur unserer Haut usw., fühlen wir uns durch
einen solchen Kühlluftström bereits nach kurzer Zeit gestört,
so daß die Temperatur der Kühlluft angehoben und/oder deren
Strömungsgeschwindigkeit abgesenkt werden muß, um unser Be
haglichkeitsempfinden nicht zu stark zu stören. Erfindungsge
mäß wird das zur Abkühlung des Innenraums und unserer eigenen
Abkühlung hochwirksame direkte Anströmen derart gesteuert,
daß es mit unserem Behaglichkeitsempfinden vereinbar ist, in
dem selbsttätig von einer direkten Anströmung auf eine flä
chige, milde, im wesentlichen durch Konvektion erfolgende
Kühlung bzw. Temperierung übergegangen wird, die bleibend als
behaglich empfunden wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl zum Kühlen als auch
zum Aufheizen des Innenraumes geeignet, wobei beim Heizen von
der direkten Ausströmung auf eine vom Boden aus erfolgende,
milde Konvektionsheizung übergegangen wird.
Mit den Merkmalen der Ansprüche 2 und 3 wird eine gute Anpas
sung des erfindungsgemäßen Verfahrens an das Behaglichkeits
empfinden erzielt, wobei auch diese Merkmale durch D1 in kei
ner Weise nahegelegt sind.
Der Anspruch 4 ist auf den grundsätzlichen Aufbau einer Fahr
zeugklimaanlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens gerichtet.
Die Unteransprüche 5 bis 9 sind auf Merkmale gerichtet, mit
denen die erfindungsgemäße Klimaanlage in vorteilhafter Weise
weitergebildet wird.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeich
nungen beispielsweise und mit weiteren Einzelheiten erläu
tert.
Es stellen dar:
Fig. 1 eine schematische Gesamtansicht einer Fahrzeugkli
maanlage und
Fig. 2 den Hinterwagenbereich der Fig. 1 bei abgeänderter
Ausführungsform der Klimaanlage.
Gemäß Fig. 1 ist im Vorderwagenbereich eines Kraftfahrzeugs,
beispielsweise eines Personenkraftwagens, eine in ihrem Auf
bau an sich bekannte, insgesamt mit 2 bezeichnete Klimaanlage
vorgesehen. Diese Klimaanlage weist einen beispielsweise e
lektromotorisch angetriebenen Kompressor 4 auf, der mit einem
Kondensator 6 verbunden ist, der wiederum mit einem Verdamp
fer 8 verbunden ist, von dem aus eine Leitung zurück zum Kom
pressor 4 führt. Ein Lüfter zur Kühlung des Kondensators 6
ist nicht dargestellt. Das in dem geschilderten Kreislauf um
laufende Kühlmittel, das im Kompressor 4 verdichtet wird und
im Kondensator 6 unter Entzug von Wärme kondensiert, expan
diert im Verdampfer 8, so dass dieser abgekühlt wird. Die
Kühlleistung ist durch die Leistung des Kompressors 4 sowie
durch ein nicht dargestelltes Expansionsventil am Verdampfer
8 steuerbar.
Der Verdampfer 8 bildet einen Wärmetauscher für Luft, die ihm
über ein elektromotorisch angetriebenes Gebläse 10 zugeführt
wird und den Verdampfer 8 als Kühlluft verlässt. Die Kühlluft
gelangt über Leitungen zu im Bereich einer Schalttafel vor
dem Fahrer 11 angeordneten Schalttafel-Ausströmern 12, zu im
Bereich des unteren Endes der Windschutzscheibe angeordneten
Scheiben-Ausströmern 14, zu im Bereich des Fußraums angeord
neten Fuß-Ausströmern 16 sowie über lange, durch die Längs
holme des Fahrzeugs und die hinteren Dachsäulen 18 geführten
Leitungen in einen Zwischenraum 20 zwischen dem Fahrzeugdach
und dem perforiert ausgeführten Himmel 22, aus dem sie durch
Löcher 23 bzw. Poren austritt. Zur Steuerung der Kühlluftmen
ge, die in den Zwischenraum 20 gelangt, sind steuerbare Klap
pen 24 vorgesehen.
Zur Steuerung der gesamten beschriebenen Einrichtung dient
ein vorzugsweise mit einem Mikroprozessor mit zugehörigen
Speichern ausgerüstetes, elektronisches Steuergerät 26 mit
Eingängen 28 und Ausgängen 30.
An den Eingängen 28 liegen beispielsweise Signale eines In
nenraumtemperaturfühlers 32, eines Temperaturfühlers 34 zum
Erfassen der Temperatur der Temperier- bzw. Kühlluft sowie
Steuersignale, die über eine nicht dargestellte Bedieneinheit
eingegeben werden können und beispielsweise eine Solltempera
tur vorgeben.
Die Ausgänge 30 des Steuergerätes 26 sind mit dem Kompressor
4, dem Gebläse 10 sowie den Ausströmern 12, 14, 16 und den
Klappen 24 verbunden.
In dem Steuergerät 26 ist ein Programm abgelegt, das die ma
ximal zulässige Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft als
Funktion von deren Temperatur und der Zeitdauer angibt, wäh
rend der die jeweilige Strömungsgeschwindigkeit bereits vor
handen ist. Dieses Programm ist empirisch ermittelt und ent
spricht dem menschlichen Wohlbefinden. Das Programm kann wei
tere Parameter enthalten, wie beispielsweise Luftfeuchtig
keit, eine Anfangstemperatur des Fahrzeuginnenraums usw. Es
versteht sich, dass für das Wohlbefinden die Strömungsge
schwindigkeit maßgeblich ist, mit der die aus den Schaltta
fel-Ausströmern und/oder aus den Scheiben-Ausströmern aus
strömende Luft auf das Gesicht des Fahrers 10, dessen Hals,
dessen Arme oder sonstige exponierte Stellen gelangt. Durch
die Fahrzeuggeometrie, sowie ggf. die zusätzlich zu berück
sichtigende Sitzstellung und die Stellung der Steuerklappen
in den Ausströmern, ist die jeweilige Strömungsgeschwindig
keit im Steuergerät 26 aus der Leistung, mit der das Gebläse
10 betrieben wird, und den Klappenstellungen errechenbar.
Im Folgenden wird ein typischer Funktionsablauf des Betriebs
der Klimaanlage erläutert:
Wenn beispielsweise ein in der Sonne abgestelltes Fahrzeug mit einem auf 70°C aufgeheizten Fahrzeuginnenraum betreten wird, werden bei Inbetriebnahme der Klimaanlage die Klappen 24, die zum beispielsweise entsprechend der DE 36 44 566 C2 ausgebildeten Fahrzeughimmel führen, völlig geschlossen. Die Schalttafel-Ausströmer 12 sowie die Scheiben-Ausströmer 14 sind zunächst vollständig geöffnet und die Klimaanlage wird mit voller Leistung betrieben, so dass die Innenraumtempera tur innerhalb von beispielsweise 3 Minuten auf 30 bis 40°C absinkt, wobei der Fahrer 11 sowie ggf. ein Beifahrer und weitere Fahrzeuginsassen über nicht dargestellte Ausströmer intensiv mit Kühlluft angeströmt werden, die eine den Wohlbe findlichkeitskriterien entsprechende Temperatur nicht unter schreitet und eine Geschwindigkeit nicht überschreitet. Nach etwa 3 Minuten empfinden die Insassen die kühle Luft zuneh mend als unangenehm, so dass die Ausströmer 12, 14 zunehmend geschlossen und/oder die Leistung des Gebläses 10 vermindert wird und die Klappen 24 geöffnet werden, woraufhin die Tempe ratur unter verminderter Anströmgeschwindigkeit der Personen auf komfortable 23°C abgesenkt wird. Nach Erreichen dieser Temperatur werden die Ausströmer 12 und 14 weitgehend ge schlossen, so dass im Wesentlichen nur noch eine milde Kon vektionskühlung über die flächig im Himmel verteilten Löcher 23 erfolgt, die derart gesteuert wird, dass die Temperatur im Innenraum konstant bleibt.
Wenn beispielsweise ein in der Sonne abgestelltes Fahrzeug mit einem auf 70°C aufgeheizten Fahrzeuginnenraum betreten wird, werden bei Inbetriebnahme der Klimaanlage die Klappen 24, die zum beispielsweise entsprechend der DE 36 44 566 C2 ausgebildeten Fahrzeughimmel führen, völlig geschlossen. Die Schalttafel-Ausströmer 12 sowie die Scheiben-Ausströmer 14 sind zunächst vollständig geöffnet und die Klimaanlage wird mit voller Leistung betrieben, so dass die Innenraumtempera tur innerhalb von beispielsweise 3 Minuten auf 30 bis 40°C absinkt, wobei der Fahrer 11 sowie ggf. ein Beifahrer und weitere Fahrzeuginsassen über nicht dargestellte Ausströmer intensiv mit Kühlluft angeströmt werden, die eine den Wohlbe findlichkeitskriterien entsprechende Temperatur nicht unter schreitet und eine Geschwindigkeit nicht überschreitet. Nach etwa 3 Minuten empfinden die Insassen die kühle Luft zuneh mend als unangenehm, so dass die Ausströmer 12, 14 zunehmend geschlossen und/oder die Leistung des Gebläses 10 vermindert wird und die Klappen 24 geöffnet werden, woraufhin die Tempe ratur unter verminderter Anströmgeschwindigkeit der Personen auf komfortable 23°C abgesenkt wird. Nach Erreichen dieser Temperatur werden die Ausströmer 12 und 14 weitgehend ge schlossen, so dass im Wesentlichen nur noch eine milde Kon vektionskühlung über die flächig im Himmel verteilten Löcher 23 erfolgt, die derart gesteuert wird, dass die Temperatur im Innenraum konstant bleibt.
Die Steuerung der Fuß-Ausströmer 16 kann ähnlich erfolgen wie
die der Schalttafel-Ausströmer 12.
Das beschriebene System kann in vielfältiger Weise abgeändert
und ergänzt werden. Im Fahrzeuginnenraum können mehrere Tem
peraturfühler 32 verteilt sein. Die Bedieneinheit kann eine
individuelle Steuerung für die einzelnen Fahrzeuginsassen zu
lassen. Zusätzlich oder integriert in den Verdampfer 8 kann
ein Wärmetauscher zur Heizung des Innenraums vorgesehen sein,
der mit den Ausströmern 12, 14 und 16 verbunden ist und der
über eine oder mehrere, ähnlich der Klappe 24 ausgebildete
Klappen mit im Bereich des gesamten Bodens des Fahrzeugs ver
teilten, gestrichelt eingezeichneten Boden-Ausströmern 36
verbunden ist, die beispielsweise längs der Seitenholme und
eines Mitteltunnels angeordnet sind und durch deren Beauf
schlagung mit Warmluft eine Warmluft-Konvektionsheizung ähn
lich einer Fußbodenheizung erzielbar ist. Auf diese Weise
kann im Winterbetrieb vermieden werden, dass die Personen
ständig von einem starken Warmluftstrom beaufschlagt werden.
Die Konvektionskühlung vom Dach oder Heizung vom Boden kann
von Anfang an zusammen mit der Direktanströmung aktiviert
sein. Die Zufuhr der Kühlluft zum Himmel kann, wenn Platz
vorhanden ist, durch die vorderen oder mittleren Säulen er
folgen.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 führen sehr lange Kühl
luftleitungen vom Verdampfer 8 zum Fahrzeughimmel 22. Solche
langen Kühlluftleitungen benötigen einerseits viel Platz und
beeinträchtigen andererseits den Wirkungsgrad des Kühlsys
tems. Entsprechend ist es gemäß Fig. 2 vorteilhaft, im Heck
bereich des Fahrzeugs ein eigenes Kühlaggregat 38 vorzusehen,
das ein eigenes Gebläse 40 und einen eigenen Verdampfer 42
enthält. Der Verdampfer 42 ist entweder über Kühlmittellei
tungen (wesentlich weniger platzaufwendig als Kühlluftleitun
gen) mit dem Kondensator 6 und dem Kompressor 4 (Fig. 1) ver
bunden oder ist Bestandteil eines von dem Kühlsystem des Vor
derwagens getrennten Kühlsystems mit eigenem Kompressor und
Kondensator. Die Luftführung ist vorteilhafterweise derart,
dass im Bereich der Hutablage vom Gebläse 40 Luft aus dem In
nenraum abgesaugt wird, die nach Durchströmen des Verdampfers
42 als Kühlluft durch die Dachsäule 18 zum Himmel 22 gelangt.
Es versteht sich, dass das System der Fig. 2 in Abstimmung
mit dem im Vorderwagen angeordneten System von einem gemein
samen Steuergerät gesteuert wird, so dass die vorgenannt ge
schilderte Funktion erhalten wird.
Für die Steuerung des Systems oder der Systeme sind unter
schiedlichste Programme möglich, die den menschlichen Behag
lichkeitskriterien (siehe beispielsweise "Physik der thermi
schen Behaglichkeit", Erhard Mayer, in "Physik in unserer
Zeit", 20. Jahrg. 1989, Nr. 4, Seite 97 ff., VCH-Verlags
gesellschaft mbH, D-6940 Weinheim) gerecht werden. Beispiels
weise kann die direkte Anströmung der Person(en) auch derart
gesteuert werden, dass eine Anströmzeit in Abhängigkeit von
der Temperatur der anströmenden Luft und deren Geschwindig
keit nicht überschritten wird.
2
Klimaanlage
4
Kompressor
6
Kondensator
8
Verdampfer
10
Gebläse
11
Fahrer
12
Schalttafel-Ausströmer
14
Scheiben-Ausströmer
16
Fuß-Ausströmer
18
Dachsäule
20
Zwischenraum
22
Himmel
23
Loch
24
Klappen
26
Steuergerät
28
Eingänge
30
Ausgänge
32
Innenraumtemperaturfühler
34
Temperaturfühler
36
Boden-Ausströmer
38
Kühlaggregat
40
Gebläse
42
Verdampfer
Claims (9)
1. Verfahren zum Klimatisieren eines Fahrzeuginnenraums,
enthaltend folgende, nacheinander ablaufende Verfahrens
schritte:
- - direktes Anströmen einer im Innenraum befindlichen Per son bei über einem vorbestimmten Wert liegender Abweichung zwischen einer Solltemperatur des Innenraums und einer Ist temperatur mit Temperierluft, deren Temperatur von der Soll temperatur entgegengesetzt zur Isttemperatur abweicht, und abhängig von vorbestimmten Bedingungen
- - Annähern der Temperatur der Temperierluft an die Soll temperatur und/oder Vermindern der Strömungsgeschwindigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß von der direkten Ausströmung ei ner im Innenraum befindlichen Person nach einem vorbestimm ten, Behaglichkeitsparameter erfassenden Programm zunehmend
- - auf eine Beaufschlagung des Innenraums mit Temperierluft lediglich von oben her bei einer erforderlichen Kühlung des Innenraums oder von unten her bei einer erforderlichen Behei zung des Innenraums übergegangen wird, wobei eine geringe Strömungsgeschwindigkeit der Temperierluft durch Konvektion unterstützt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Strömungsgeschwin
digkeit der die Person direkt anströmenden Temperierluft von
der Temperatur der Temperierluft und der Zeitdauer der be
reits erfolgten Anströmung abhängt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Zeitdauer,
während der die Person direkt von Temperierluft angeströmt
wird, von deren Temperatur und Geschwindigkeit abhängt.
4. Fahrzeugklimaanlage, enthaltend
wenigstens einen Wärmetauscher (8) zum Erwärmen und/oder Ab kühlen von durch ihn hindurchtretender Luft,
ein Gebläse (10) zum Fördern der Luft,
im Bereich einer Schalttafel angeordnete Ausströmer (12) zum direkten Anströmen einer in dem Fahrzeug sitzenden Person,
im Bereich des Daches angeordnete Ausströmer (23) und/oder im Bereich des Bodens angeordnete Ausströmer (36),
wenigstens einen Temperaturfühler (32) zum Erfassen der In nenraumtemperatur und eine Steuereinrichtung (26) zum Steuern der Temperatur des Wärmetauschers und/oder der Strömungsge schwindigkeit der durch ihn hindurchtretenden Temperierluft sowie der Verteilung der Temperierluft auf die Schalttafel- Ausströmer, die Dach-Ausströmer und/oder die Boden-Ausströ mer, wobei die Steuereinrichtung den Betrieb der Klimaanlage derart steuert, dass die Verfahrensschritte nach Anspruch 1 ablaufen.
wenigstens einen Wärmetauscher (8) zum Erwärmen und/oder Ab kühlen von durch ihn hindurchtretender Luft,
ein Gebläse (10) zum Fördern der Luft,
im Bereich einer Schalttafel angeordnete Ausströmer (12) zum direkten Anströmen einer in dem Fahrzeug sitzenden Person,
im Bereich des Daches angeordnete Ausströmer (23) und/oder im Bereich des Bodens angeordnete Ausströmer (36),
wenigstens einen Temperaturfühler (32) zum Erfassen der In nenraumtemperatur und eine Steuereinrichtung (26) zum Steuern der Temperatur des Wärmetauschers und/oder der Strömungsge schwindigkeit der durch ihn hindurchtretenden Temperierluft sowie der Verteilung der Temperierluft auf die Schalttafel- Ausströmer, die Dach-Ausströmer und/oder die Boden-Ausströ mer, wobei die Steuereinrichtung den Betrieb der Klimaanlage derart steuert, dass die Verfahrensschritte nach Anspruch 1 ablaufen.
5. Klimaanlage nach Anspruch 4, enthaltend einen Tempera
turfühler (34) zum Erfassen der Temperatur der Temperierluft
und einen Programmspeicher, in dem die Sollgeschwindigkeit
der aus den Schalttafel-Ausströmern ausströmenden Temperier
luft abhängig von deren Temperatur, der Zeitdauer der bereits
erfolgten Ausströmung sowie ggf. weiteren Behaglichkeitspara
metern gespeichert ist.
6. Klimaanlage nach Anspruch 4 oder 5, enthaltend einen
ersten Wärmetauscher (8) im Bereich des Vorderwagens und ei
nen zweiten Wärmetauscher (42) im Bereich des Hinterwagens,
wobei die Schalttafel-Ausströmer (12) mit dem ersten Wärme
tauscher und die Dach-Ausströmer (22) mit dem zweiten Wärme
tauscher verbunden sind.
7. Klimaanlage nach Anspruch 6, wobei der erste und der
zweite Wärmetauscher Verdampfer (8, 42) sind und über Leitun
gen mit einem gemeinsamen Klimaaggregat (2) verbunden sind.
8. Klimaanlage nach Anspruch 6, wobei jeder Wärmetauscher
ein Verdampfer (8, 42) eines eigenen Kühlmittelkreislaufs mit
eigenem Klimakompressor ist.
9. Klimaanlage nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dachausströmer durch über den Fahr
zeughimmel (22) verteilte Löcher (23) gebildet sind.
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|---|---|---|---|
| DE10036181A DE10036181C2 (de) | 2000-07-25 | 2000-07-25 | Verfahren zum Klimatisieren eines Fahrzeuginnenraums sowie Fahrzeugklimaanlage |
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