DE10036903C1 - Elektronische Schaltungsanordnung und zugehöriges Verfahren - Google Patents
Elektronische Schaltungsanordnung und zugehöriges VerfahrenInfo
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Abstract
Elektronische Schaltungsanordnung zur Ansteuerung mindestens eines Stellglieds, insbesondere zur Ansteuerung der Ventile und/oder der Injektoren einer Einspritzanlage einer Brennkraftmaschine, mit mindestens einer Treiberschaltung (1, 2) mit einem Steuereingang (Control Line 1, Control Line 2) und einem Rücksetzeingang (RESET) zur elektrischen Ansteuerung des Stellglieds in Abhängigkeit von den an dem Steuereingang (Control Line 1, Control Line 2) eingehenden Daten, einer Steuereinheit (3, 4), die ausgangsseitig über eine Rücksetzleitung mit dem Rücksetzeingang (RESET) und über eine Steuerleitung mit dem Steuereingang (Control Line 1, Control Line 2) der Treiberschaltung (1, 2) verbunden ist, sowie mit einem intern mit der Steuereinheit (3, 4) verbundenen Signaleingang (K115) zum externen Anschluss eines Schaltelements, wobei die Steuereinheit (3, 4) die Treiberschaltung (1, 2) bei einer Aktivierung des Schaltelements über die Rücksetzleitung in einen vorgegebenen Zustand bringt, wobei der Signaleingang für das Schaltelement unter Umgehung der Steuereinheit (3, 4) über einen Signalpfad (9) mit dem Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2) verbunden ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine elektronische Schaltungsanordnung
zur Ansteuerung mindestens eines Stellgliedes, insbesondere
zur Ansteuerung der Ventile und/oder der Injektoren einer
Einspritzanlage einer Brennkraftmaschine, gemäß dem Oberbeg
riff des Anspruchs 1 sowie ein zugehöriges Verfahren gemäß
Anspruch 10.
Herkömmliche Einspritzanlagen für Brennkraftmaschinen für
Kraftfahrzeuge weisen üblicherweise Injektoren auf, die den
Kraftstoff jeweils in einen Brennraum der Brennkraftmaschine
einspritzen, wobei die Ansteuerung der Injektoren durch eine
elektronische Treiberschaltung erfolgt.
Darüber hinaus weisen herkömmliche Einspritzanlagen neben den
vorstehend erwähnten Injektoren weitere steuerbare Stellglie
der auf, wie beispielsweise Volumenstromregelventile (VCV -
Volume Control Valve) oder Druckregelventile (PCV - Pressure
Control Valve), die ebenfalls durch eine elektronische Trei
berschaltung angesteuert werden. Eingangsseitig sind die
Treiberschaltungen wiederum mit einem Mikrocontroller verbun
den, der die gewünschten Betriebsparameter für die Stellglie
der vorgibt, und beispielsweise den Volumenstrom, den Kraft
stoffdruck und die Einspritzzeiten vorgibt.
Ferner weisen bekannte Einspritzanlagen eine Überwachungsein
heit auf, die ausgangsseitig mit jeweils einem Rücksetzein
gang der Treiberschaltung verbunden ist und die Treiberschal
tungen beim Auftreten einer Fehlfunktion in einen vorgegebe
nen sicheren Zustand bringen kann. Die Überwachungseinheit
ist hierbei beispielsweise über einen Datenbus mit dem Mikro
controller verbunden, um eine Fehlfunktion erkennen zu kön
nen.
Bei derartigen Einspritzanlagen sollen die Treiberschaltungen
in jedem Fall in einen sicheren Zustand gebracht werden, wenn
der Fahrer des Kraftfahrzeugs die Zündung abschaltet. Der
Mikrocontroller ist deshalb eingangsseitig mit dem Zündschal
ter verbunden und steuert die Überwachungseinheit beim Ab
schalten der Zündung so an, dass die Treiberschaltungen in
den sicheren Zustand gebracht werden.
Nachteilig an der vorstehend beschriebenen bekannten Schal
tungsanordnung ist die Tatsache, dass sowohl der Mikrocont
roller als auch die Überwachungseinheit ordnungsgemäß funkti
onieren müssen, um die Treiberschaltungen in einen sicheren
Zustand zu bringen. Bei einer Fehlfunktion des Mikrocontrol
lers oder der Überwachungseinheit besteht somit die Gefahr,
dass der Fahrer die Treiberschaltungen nicht mehr durch Ab
schalten der Zündung in einen sicheren Zustand bringen kann.
Aus der DE 196 05 606 A1 ist eine Einrichtung zum Rücksetzen
eines Rechenelements bekannt, bei der das Rechenelement ein
Teil einer ein- und ausschaltbaren Steuereinrichtung ist. Die
Einrichtung weist eine Schaltungsanordnung auf, die dem Re
chenelement wenigstens ein Rücksetzsignal zuführt, wobei die
Schaltungsanordnung an eine bei Ausschalten der Steuerein
richtung nicht abgeschalteten Versorgungsspannung angeschlos
sen ist. Die Schaltungsanordnung kann dem Rechenelement das
wenigstens eine Rücksetzsignal sowohl unverzögert als auch
zeitverzögert zuführen. Zudem ist aus der DE 39 25 881 A1 ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung bzw. Regelung
der Motorleistung einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahr
zeuges bekannt. Dabei wird zur Überprüfung einer Sicherheits
funktion, die bei einem sicherheitskritischen Betriebszustand
im drehzahlvermindernden Sinne auf die Kraftstoffzumessung
eingreift, diese Sicherheitsfunktion im Schubbetrieb der
Brennkraftmaschine unabhängig vom Sicherheitsfall ausgelöst
und die korrekte Ausführung geprüft. Dabei wird die Sicher
heitsfunktion als fehlerhaft erkannt, wenn in diesem Betriebszustand
bei ausgelöster Sicherheitsfunktion eine unein
geschränkte Kraftstoffzumessung erfolgt.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die vorste
hend beschriebene bekannte Schaltungsanordnung dahingehend zu
verbessern, dass die Treiberschaltungen auch bei einer Fehl
funktion des Mikrocontrollers oder der Überwachungseinheit
zuverlässig in einen sicheren Zustand gebracht werden können.
Die Aufgabe wird, ausgehend von der vorstehend beschriebenen
bekannten Schaltungsanordnung gemäß dem Oberbegriff des An
spruchs 1, durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1
bzw. - hinsichtlich eines entsprechenden Verfahrens - durch
die Merkmale des Anspruchs 10 gelöst.
Die Erfindung umfasst die allgemeine technische Lehre, zu
sätzlich zur Ansteuerung des Rücksetzeingangs der Treiber
schaltungen durch den Mikrocontroller bzw. die Überwachungs
einheit unter Umgehung des Mikrocontrollers und der Überwa
chungseinheit einen Signalpfad von dem Zündschalter zu dem
Rücksetzeingang der Treiberschaltungen vorzusehen, so dass
die Abschaltung der Treiberschaltungen auch bei einer Fehlfunktion
des Mikrocontrollers oder der Überwachungseinheit
sicher funktioniert.
Vorzugsweise ist dem Rücksetzeingang der Treiberschaltungen
eine Logikschaltung vorgeordnet, die eingangsseitig zum einen
mit der vorzugsweise aus einem Mikrocontroller und einer
Überwachungseinheit bestehenden Steuereinheit und zum anderen
unter Umgehung der Steuereinheit mit dem Signaleingang zum
Anschluss des Zündschalters verbunden ist, wobei der Rück
setzeingang der Treiberschaltung aktiviert wird, wenn an ei
nem Eingang der Logikschaltung ein entsprechendes Aktivie
rungssignal anliegt. Die Rücksetzung der Treiberschaltung in
den sicheren Zustand erfolgt also in dieser Variante der Er
findung wahlweise durch die Steuereinheit oder direkt durch
den Zündschalter.
Vorzugsweise ist der Rücksetzeingang der Treiberschaltung
high-aktiv, so dass die Treiberschaltung in einen sicheren
Zustand gebracht wird, wenn am Rücksetzeingang der Treiber
schaltung ein High-Pegel anliegt. In diesem Fall weist die
dem Rücksetzeingang der Treiberschaltung vorgeordnete Logik
schaltung vorzugsweise ein Oder-Glied auf.
In einer anderen Variante der Erfindung ist der Rücksetzein
gang der Treiberschaltung dagegen low-aktiv, so dass die
Treiberschaltung in einen sicheren Zustand gebracht wird,
wenn an dem Rücksetzeingang der Treiberschaltung ein Low-
Pegel anliegt. In diesem Fall weist die dem Rücksetzeingang
der Treiberschaltung vorgeschaltete Logikschaltung vorzugs
weise ein Und-Glied auf.
In einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist in dem die
Steuereinheit umgehenden Signalpfad zwischen dem Signalein
gang für das die Abschaltung der Treiberschaltungen bewirken
de Schaltelement (z. B. Zündschalter) und dem Rücksetzeingang
der Treiberschaltung ein Verzögerungselement angeordnet, wo
bei die Verzögerungszeit des Verzögerungselementes vorzugsweise
größer ist als die zum Rücksetzen der Treiberschaltun
gen durch die Steuereinheit erforderliche Verarbeitungszeit.
Dies bietet den Vorteil, dass die Rücksetzung der Treiber
schaltungen im Normalbetrieb bei einer ordnungsgemäßen Funk
tion der Steuereinheit immer durch die Steuereinheit und
nicht über den die Steuereinheit umgehenden Signalpfad er
folgt. Die Verzögerungszeit des Verzögerungselementes beträgt
deshalb vorzugsweise mehr als 700 ms, was in der Regel aus
reicht.
Vorzugsweise besteht die Steuereinheit zur Ansteuerung der
Treiberschaltungen aus einem Mikrocontroller und einer mit
dem Mikrocontroller verbundenen Überwachungseinheit, wobei
der Mikrocontroller ausgangsseitig über eine Steuerleitung
mit dem Steuereingang der Treiberschaltung verbunden ist, wo
hingegen die Überwachungseinheit ausgangsseitig über eine
Rücksetzleitung an die Treiberschaltung angeschlossen ist.
Der Mikrocontroller gibt also die Daten (z. B. Kraftstoff
druck, Volumenstrom, Einspritzdauer) vor, mit denen die Trei
berschaltungen die Stellglieder (z. B. Volumenstromregelven
til, Druckregelventil, Injektoren) ansteuert, wohingegen die
Überwachungseinheit den Betrieb des Mikrocontrollers über
wacht und die Treiberschaltungen beim Auftreten einer Fehl
funktion in einen sicheren Zustand bringt.
Der Mikrocontroller und die Überwachungseinheit sind in die
ser Variante der Erfindung vorzugsweise über einen Datenbus
miteinander verbunden, wobei der Datenbus vorzugsweise ein
SPI-Bus (SPI - serial peripheral interface) ist.
Die vorstehend beschriebene Erfindungsvariante mit einem Ver
zögerungselement in dem die Steuereinheit umgebenden Signal
pfad bietet den Vorteil, dass die Funktionsfähigkeit der Ab
schaltung der Treiberschaltungen durch die Steuereinheit im
Normalbetrieb überprüft werden kann. Bei einem derartigen er
findungsgemäßen Überprüfungsverfahren wird zunächst ermit
telt, ob der Zündschalter geöffnet wurde, da dann ohnehin eine
Abschaltung nach Ablauf der vorgegebenen Verzögerungszeit
erfolgt. Die Steuereinheit aktiviert dann die Rücksetzleitung
für eine Treiberschaltung, wohingegen die Rücksetzleitungen
der anderen Treiberschaltung unbeeinflusst bleiben. Bei einer
ordnungsgemäßen Funktion muss die Brennkraftmaschine jedoch
trotzdem innerhalb der Verzögerungszeit mit einem Drehzahlab
fall reagieren, da beispielsweise das Volumenstromregelventil
geschlossen wurde. Eine Erfassung eines entsprechenden Dreh
zahlabfalles trotz der Abschaltung nur einer einzigen Trei
berschaltung zeigt also, dass die zugehörige Rücksetzleitung
ordnungsgemäß arbeitet.
Andere vorteilhafte Varianten der Erfindung sind in den Un
teransprüchen beschrieben bzw. werden nachstehend zusammen
mit der Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels der
Erfindung anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 das bevorzugte Ausführungsbeispiel der erfindungs
gemäßen Schaltungsanordnung als Blockschaltbild so
wie
Fig. 2 ein Verfahren zur Überprüfung der Rücksetzung der
Treiberschaltung durch die Steuereinheit.
Die in Fig. 1 dargestellte elektronische Schaltungsanordnung
dient zur Ansteuerung der Stellglieder einer Einspritzanlage
für eine Brennkraftmaschine.
Hierzu weist die Schaltungsanordung eine Treiberschaltung 1
auf, die ausgangsseitig zum einen ein Druckregelventil (PCV -
Pressure Control Valve) und zum anderen ein Volumenstromre
gelventil (VCV - Volume Control Valve) ansteuert, wobei so
wohl das Volumenstromregelventil als auch das Druckregelven
til zur Vereinfachung nicht dargestellt ist.
Weiterhin weist die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung eine
Treiberschaltung 2 auf, die vier Injektoren I1-I4 der Einspritzanlage
ansteuert und somit den Einspritzzeitpunkt und
die Einspritzdauer festlegt.
Die Vorgabe dieser Parameter erfolgt sowohl für die Treiber
schaltung 1 als auch für die Treiberschaltung 2 durch einen
Master-Mikrocontoller 3, der ausgangsseitig über zwei Steuer
leitungen Control Line 1, Control Line 2, mit der Treiber
schaltung 1 bzw. mit der Treiberschaltung 2 verbunden ist und
die Betriebsparameter wie Kraftstoffdruck, Volumenstrom, Ein
spritzzeitpunkt und Einspritzdauer vorgibt.
Eingangsseitig ist der Master-Mikrocontroler 3 mit einem
Zündschalter KL15 verbunden, damit der Einspritzvorgang beim
Abschalten der Zündung und beim damit zusammenhängenden Öff
nen des Zündschalters KL15 unterbrochen wird. Beim Abschalten
des Zündschalters Kl15 erkennt der Master-Mikrocontroller 3
dies im normalen Betrieb und deaktiviert die Steuerleitungen
Control Line 1 und Control Line 2. Dies führt zum Abschalten
der Einspritzung. Weiterhin hat der Master-Mikrocontroller 3
die Möglichkeit, einer Überwachungseinheit 4 über eine Inter
rupt-Leitung NMI (NMI - non maskable interrupt) mitzuteilen,
dass zwei Rücksetzleitungen DISABLE1 und DISABLE2 aktiviert
werden sollen. Hierbei werden die Treiberschaltungen 1, 2 in
einen sicheren Zustand gebracht, in dem kein Kraftstoff ein
gespritzt wird.
Die Ansteuerung der Treiberschaltungen 1, 2 in den sicheren
Zustand erfolgt also nicht nur durch den Master-
Mikrocontroller 3, sondern auch durch die Überwachungsein
heit 4 vom Typ M37477, die mit dem Master-Mikrocontroller 3
zum einen über einen Datenbus SPI (SPI - serial peripheral
interface) und zum anderen über die Interrupt-Leitung NMI
(NMI - non maskable interrupt) verbunden ist. Die Interrupt-
Leitung NMI ermöglicht es dem Master-Mikrocontroller 3, der
Überwachungseinheit 4 zu signalisieren, dass der Einspritz
vorgang unterbrochen werden muss. Darüber hinaus wird der
Einspritzvorgang auch unterbrochen, wenn die Überwachungseinheit
4 anhand der über den Datenbus SPI übertragenen Daten
erkennt, dass eine Fehlfunktion des Master-Mikrocontrollers 3
vorliegt.
In beiden Fällen gibt die Überwachungseinheit 4 über die
Rücksetzleitung DISABLE2 ein Rücksetzsignal an den entspre
chenden Rücksetzeingang Reset der Treiberschaltung 2, so dass
diese in einen sicheren Zustand gebracht wird, in dem kein
Treibstoff eingespritzt wird, da alle Injektoren I1-I4
schließen. Die Rücksetzleitung DISABLE2 zwischen der Überwa
chungseinheit 4 und der Treiberschaltung 2 ist über einen
Pull-Down-Widerstand 5 mit Masse verbunden, damit die Rück
setzleitung DISABLE2 bei einem Initialisierungsvorgang der
Überwachungseinheit 4 und einem daraus resultierenden hochoh
migen Zustand am Ausgang der Überwachungseinheit 4 einen Low-
Pegel annimmt.
Weiterhin gibt die Überwachungseinheit 4 in den beiden vor
stehend beschriebenen Fällen über die Rücksetzleitung
DISABLE1 ein Rücksetzsignal aus, das über einen Inverter 6
und ein Und-Glied 7 dem low-aktiven Rücksetzeingang der Trei
berschaltung 1 zugeführt wird. Zur Rücksetzung der Treiber
schaltung 1 gibt die Überwachungseinheit 4 über die Rücksetz
leitung DISABLE1 also einen High-Pegel aus, so dass am Aus
gang des Inverters 6 ein Low-Pegel erscheint, was am Ausgang
des Und-Gliedes 7 unabhängig vom Signalpegel an dem anderen
Eingang des Und-Gliedes 7 zu einem Low-Pegel und damit zu ei
ner Rücksetzung der Treiberschaltung 1 führt. Die Rücksetz
leitung DISABLE1 ist zwischen der Überwachungseinheit 4 und
dem Inverter 6 über einen Pull-Up-Widerstand 8 mit einer Ver
sorgungsspannung VCC verbunden, um bei einem Initialisie
rungsvorgang der Überwachungseinheit 4 und einem daraus re
sultierenden hochohmigen Zustand am Ausgang der Überwachungs
einheit 4 einen definierten High-Pegel auf der Rücksetzlei
tung DISABLE1 zu erzeugen.
Darüber hinaus ermöglicht die dargestellte erfindungsgemäße
Schaltungsanordnung auch einen direkten Durchgriff von dem
Zündschalter KL15 auf die Treiberschaltungen 1, 2. Der Zünd
schalter KL15 ist deshalb über einen sowohl den Master-
Mikrocontroller 3 als auch die Überwachungseinheit 4 umgehen
den Signalpfad 9 mit einem Verzögerungselement 10 verbunden,
welches das an seinem Eingang anliegende Signal mit einer
zeitlichen Verzögerung von Tv = 800 ms an den zweiten Eingang
des Und-Gliedes 7 weitergibt. Alternativ hierzu können auch
andere Verzögerungszeiten Tv ≧ 700 ms verwendet werden. Beim
Öffnen des Zündschalters KL15 erscheint also am Eingang des
Verzögerungselementes 10 sofort ein Low-Pegel, der nach Ab
lauf der vorgegebenen Verzögerungszeit an das Und-Glied 7 und
damit auch an den Rücksetzeingang der Treiberschaltung 1 wei
tergegeben wird. Ein Öffnen des Zündschalters KL15 führt also
auch bei einer vollständigen Fehlfunktion des Master-
Mikrocontrollers 3 oder der Überwachungseinheit 4 zu einem
Rücksetzen der Treiberschaltungen 1, 2 in einen sicheren Zu
stand.
Darüber hinaus ermöglicht die in Fig. 1 dargestellte erfin
dungsgemäße Schaltungsanordnung eine Überprüfung der ord
nungsgemäßen Rücksetzung der Treiberschaltung 1 bzw. 2 durch
die Überwachungseinheit 4, ohne dass der normale Betrieb un
terbrochen werden muss, wie aus dem in Fig. 2 dargestellten
Flussdiagramm hervorgeht. Die Überprüfung der ordnungsgemäßen
Rücksetzung wird nämlich erst vorgenommen, wenn der Zünd
schalter KL15 geöffnet wird. Es wird deshalb im ersten
Schritt zunächst so lange gewartet, bis der Zündschalter KL15
geöffnet wird. Anschließend setzt die Überwachungseinheit 4
das Rücksetzsignal DISABLE1 auf Low und das Rücksetzsignal
DISABLE2 auf High, was bei korrekter Funktion der Schaltungs
anordnung zu einer Rücksetzung der Treiberschaltung 2, nicht
jedoch zu einer Rücksetzung der Treiberschaltung 1 führt.
Unmittelbar anschließend wird die Drehzahl n1 der Brennkraft
maschine gemessen und für eine Zeitspanne von T = 500 ms gewartet.
Nach Ablauf dieser Wartezeit wird die Drehzahl n2 der
Brennkraftmaschine erneut gemessen, um das Ansprechen der
Brennkraftmaschine auf die Rücksetzung der Treiberschaltung 2
zu erfassen. Hierbei ist zu bemerken, dass eine Rücksetzung
der Treiberschaltung 2 zu einem Schließen der Injektoren I1-
I4 führt, so dass kein Kraftstoff mehr eingespritzt wird. An
schließend wird die Drehzahlverringerung berechnet und mit
einem vorgegebenen Grenzwert verglichen. Bei einer ordnungs
gemäßen Rücksetzung der Treiberschaltung 2 muss die Drehzahl
abnahme Δn den vorgegebenen minimalen Grenzwert Δnmin über
schreiten. Andernfalls liegt ein Fehler vor. Nach der vorste
hend beschriebenen Überprüfung des korrekten Ansprechens der
Brennkraftmaschine und der daraus abzuleitenden korrekten
Schaltung der Treiberschaltung 2 werden die beiden Rücksetz
signale DISABLE1 und DISABLE2 auf High gesetzt, da beide
Treiberschaltungen 1, 2 abgeschaltet werden sollen. Das vor
stehend beschriebene Überprüfungsverfahren findet also in dem
Nachlauf nach dem Öffnen des Zündschalters KL15 statt und be
einträchtigt den normalen Betrieb der Brennkraftmaschine bzw.
der Einspritzanlage nicht.
In gleicher Weise kann natürlich anstelle der korrekten Ab
schaltung der Treiberschaltung 2 auch die korrekte Abschal
tung der Treiberschaltung 1 überprüft werden. Hierzu ist es
lediglich erforderlich, anstelle der vorstehend erwähnten
Low- bzw. High-Pegel auf den Rücksetzleitungen DISABLE1 bzw.
DISABLE2 zu Beginn des Überprüfungsverfahrens entsprechend
invertierte Signalpegel zu verwenden.
Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Aus
führungsbeispiele beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von
Varianten und Abwandlungen denkbar, die von der erfindungsge
mäßen technischen Lehre Gebrauch machen und deshalb ebenfalls
in den Schutzbereich fallen.
Claims (13)
1. Elektronische Schaltungsanordnung zur Ansteuerung mindes
tens eines Stellglieds (I1-I4), insbesondere zur Ansteuerung
der Ventile und/oder der Injektoren einer Einspritzanlage ei
ner Brennkraftmaschine, mit
mindestens einer Treiberschaltung (1, 2) mit einem Steuerein gang (Control Line 1, Control Line 2) und einem Rücksetzein gang (RESET) zur elektrischen Ansteuerung des Stellglieds in Abhängigkeit von den an dem Steuereingang (Control Line 1, Control Line 2) eingehenden Daten,
einer Steuereinheit (3, 4), die ausgangsseitig über eine Rücksetzleitung (RESET) mit dem Rücksetzeingang und über eine Steuerleitung (Control Line 1, Control Line 2) mit dem Steu ereingang der Treiberschaltung (1, 2) verbunden ist, sowie mit
einem intern mit der Steuereinheit (3, 4) verbundenen Signal eingang (Kl15) zum externen Anschluss eines Schaltelements, wobei die Steuereinheit (3, 4) die Treiberschaltung (1, 2) bei einer Aktivierung des Schaltelements über die Rücksetz leitung (RESET) in einen vorgegebenen Zustand bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Signaleingang (Kl15) für das Schaltelement unter Um gehung der Steuereinheit (3, 4) über einen Signalpfad (9) mit dem Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2) ver bunden ist.
mindestens einer Treiberschaltung (1, 2) mit einem Steuerein gang (Control Line 1, Control Line 2) und einem Rücksetzein gang (RESET) zur elektrischen Ansteuerung des Stellglieds in Abhängigkeit von den an dem Steuereingang (Control Line 1, Control Line 2) eingehenden Daten,
einer Steuereinheit (3, 4), die ausgangsseitig über eine Rücksetzleitung (RESET) mit dem Rücksetzeingang und über eine Steuerleitung (Control Line 1, Control Line 2) mit dem Steu ereingang der Treiberschaltung (1, 2) verbunden ist, sowie mit
einem intern mit der Steuereinheit (3, 4) verbundenen Signal eingang (Kl15) zum externen Anschluss eines Schaltelements, wobei die Steuereinheit (3, 4) die Treiberschaltung (1, 2) bei einer Aktivierung des Schaltelements über die Rücksetz leitung (RESET) in einen vorgegebenen Zustand bringt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Signaleingang (Kl15) für das Schaltelement unter Um gehung der Steuereinheit (3, 4) über einen Signalpfad (9) mit dem Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2) ver bunden ist.
2. Schaltungsanordnung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2)
eine Logikschaltung (7) vorgeschaltet ist, die eingangsseitig
zum einen mit der Steuereinheit (3, 4) und zum anderen über
den Signalpfad (9) mit dem Signaleingang verbunden ist, wobei
der Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2) wahl
weise durch die Steuereinheit (3, 4) und/oder den Signalein
gang aktiviert werden kann.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2)
HIGH-aktiv ist und die Logikschaltung ein ODER-Glied auf
weist.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2)
LOW-aktiv ist und die Logikschaltung ein UND-Glied (7) auf
weist.
5. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem die Steuereinheit (3, 4) umgehenden Signalpfad
(9) zwischen dem Signaleingang (Kl15) für das Schaltelement
und dem Rücksetzeingang (RESET) der Treiberschaltung (1, 2)
ein Verzögerungselement (10) angeordnet ist.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verzögerungselement (10) eine Verzögerungszeit von
mehr als 700 ms aufweist.
7. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit (3, 4) einen Mikrocontroller (3) und
eine mit dem Mikrocontroller (3) verbundene Überwachungsein
heit (4) aufweist, wobei der Mikrocontroller (3) ausgangssei
tig über die Steuerleitung (Control Line 1, Control Line 2)
mit dem Steuereingang der Treiberschaltung (1, 2) verbunden
ist, wohingegen die Überwachungseinheit (4) ausgangsseitig
über die Rücksetzleitung (RESET) an die Treiberschaltung (1,
2) angeschlossen ist.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mikrocontroller (3) und die Überwachungseinheit (4)
an einem Datenbus (SPI) angeschlossen sind.
9. Schaltungsanordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Datenbus (SPI) ein SPI-Bus ist.
10. Verfahren zur Überprüfung der Rücksetzung der Treiber
schaltung (1, 2) durch die Steuereinheit (3, 4) bei einer
Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit den folgenden Schritten:
- - Aktivierung des Rücksetzeingangs der Treiberschaltung (1, 2) über die Rücksetzleitung durch die Steuereinheit (3, 4),
- - Erfassung des Verhaltens einer durch das Stellglied beein flussten Vorrichtung nach der Aktivierung des Rücksetzein gangs der Treiberschaltung (1, 2),
- - Auswertung des Verhaltens der durch das Stellglied beein flussten Vorrichtung zur Überprüfung einer ordnungsgemäßen Rücksetzung der Treiberschaltung (1, 2).
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die durch das Stellglied beeinflusste Vorrichtung eine
Brennkraftmaschine ist und zur Ermittlung des Verhaltens der
Brennkraftmaschine nach der Aktivierung des Rücksetzeingangs
der Treiberschaltung (1, 2) die Drehzahl der Brennkraftma
schine gemessen wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach der Aktivierung des Rücksetzeingangs der Treiber
schaltung (1, 2) die Drehzahl der Brennkraftmaschine in einem
ersten Zeitpunkt und einem anschließenden zweiten Zeitpunkt
gemessen wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zeitliche Abstand zwischen dem ersten Zeitpunkt und
dem zweiten Zeitpunkt größer als die Verzögerungszeit des
Verzögerungsglieds ist.
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