DE10036482C1 - Anordnung zum Messen der Magnetisierung von Werkstoffproben in pulsförmigen Magnetfeldern - Google Patents
Anordnung zum Messen der Magnetisierung von Werkstoffproben in pulsförmigen MagnetfeldernInfo
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Abstract
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache Anordnung zum Messen der Magnetisierung von Werkstoffproben in pulsförmigen Magnetfeldern mit einer Messspule zur zentrischen Aufnahme der Werkstoffprobe und koaxial angeordneten Kompensationsspulen sowie einer Schaltungsanordnung zur messtechnischen Verarbeitung der Signale der Messspule und der Kompensationsspulen zu schaffen, bei der axiale Verschiebungen der Werkstoffprobe in der Messspule sowie Verschiebungen des Spulensystems relativ zur Magnetfeldspule nur geringe Störungen der Messwerte hervorrufen. DOLLAR A Erfindungsgemäß ist zur Kompensation des in der Messspule von deren Baulängenmitte axial nach außen zu den Spulenden verlaufenden Abfalls der Messempfindlichkeit unter Berücksichtigung der bekannten Kompensationsbedingung N¶K¶D¶K¶·2· = N¶M¶D¶M¶·2· die Baulänge L¶K¶ der Kompensationsspule nach einer definierten Bestimmungsgleichung bemessen. Die Kompensationsspule kann aus zwei gemeinsam gewickelten Teilspulen bestehen, bei denen die Windungen der einen Teilspule in die Windungszwischenräume der anderen Teilspule gewickelt sind. DOLLAR A Die Anordnung ist im Rahmen von Untersuchungen zur Magnetisierung an Werkstoffproben aus der Physik, der Biologie, der Chemie und der Technik mit pulsförmigen hohen Magnetfeldern anwendbar und ermöglicht präzise Messergebnisse.
Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Messen der
Magnetisierung von Werkstoffproben in pulsförmigen
Magnetfeldern. Die Anordnung ist im Rahmen von Untersuchungen
zur Magnetisierung an Werkstoffproben aus der Physik, der
Biologie, der Chemie und der Technik mit pulsförmigen, hohen
Magnetfeldern anwendbar und ermöglicht präzise Messergebnisse.
Es sind bereits derartige Anordnungen bekannt. Diese bestehen
aus einer Messspule zur zentrischen Aufnahme der Werkstoffprobe
und mindestens einer Kompensationsspule sowie einer
Schaltungsanordnung zur messtechnischen Verarbeitung der
Signale der Messspule und der Kompensationsspule. Dabei dient
die Kompensationsspule zur Kompensation des ohne Werkstoffprobe
durch die Änderung des pulsförmigen Magnetfeldes entstehenden
Leersignals. Die Kompensationsspule ist dazu mit gleicher
Windungsfläche wie die Messspule ausgestattet und mit der
Messspule entgegengesetzt in Reihe geschaltet. Hinsichtlich der
Ausführung und Anordnung der Kompensationsspule sind axiale und
koaxiale Spulensysteme bekannt.
Beim axialen Spulensystem weisen Kompensationsspule und
Messspule den gleichen Durchmesser auf und sind axial
hintereinander angeordnet. Diese Anordnung hat den Nachteil,
dass die Messspule nicht genau im Zentrum des umgebenden
pulsförmigen Magnetfeldes liegt und dass eine Relativbewegung
des aus Mess- und Kompensationsspule bestehenden Spulensystems
gegenüber dem Magnetfeld infolge der Inhomogenität des Feldes
zu störenden Kompensationsfehlern führt. Dieser Fehler kann
durch die Aufteilung der Kompensationsspule in zwei Hälften zu
beiden Seiten der Messspule zwar reduziert, aber nicht völlig
beseitigt werden.
Beim koaxialen Spulensystem ist die Kompensationsspule koaxial
um die Messspule angeordnet. Die Kompensationsspule weist dabei
entsprechend große Unterschiede in Durchmesser und Windungszahl
gegenüber der Messspule auf. Durchmesser und Länge der
Kompensationsspule werden oft so gewählt, dass die
Quadrupolkomponente des äußeren Magnetfeldes kompensiert wird
[R. Grössinger, Ch. Gigler, A. Keresztes, H. Fillunger, IEEE
Trans. Magn. 24 (1988), S. 970 bis 973 und P. Obitsch, Dissertation, TU
Wien, 1984, S. 42 bis 80.
Bei der koaxialen Anordnung befinden sich die Messspule und die
Kompensationsspule im Zentrum des pulsförmigen Magnetfeldes.
Hierbei wird jedoch für die Magnetspule, mit der der Feldimpuls
erzeugt wird, ein wesentlich größerer Innendurchmesser als beim
axialen Spulensystem benötigt, damit das durch die
Kompensationsspule im Außendurchmesser vergrößerte Spulensystem
Platz findet.
Bekannt sind auch koaxiale Spulensysteme mit einer zusätzlichen
Kompensationsspule, von der eine zur Feinkompensation dienende
Spannung in den Messkreis eingespeist wird. Aber auch solche
feinkompensierte Anordnungen reagieren empfindlich auf
Lageänderungen relativ zur Magnetspule, die beispielsweise
durch mechanische Schwingungen der Magnetspule während des
Feldimpulses auftreten.
Durch die bei koaxialen Spulensystemen geringen Abmessungen der
Messspule besteht außerdem das Problem, dass bereits eine
geringe, axiale Verschiebung der Werkstoffprobe aus der Mitte
der Messspule deutliche Messfehler verursacht. Diese Fehler
wurden zwar mittels weiterer Teilspulen verringert [P. Obitsch,
Dissertation, TU Wien, 1984]; jedoch führte dies zu
komplizierten, räumlich ausgedehnten Spulensystemen, die dann
wieder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber mechanischen
Schwingungen besaßen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache
Anordnung zum Messen der Magnetisierung von Werkstoffproben in
pulsförmigen Magnetfeldern mit einer Messspule zur zentrischen
Aufnahme der Werkstoffprobe und koaxial angeordneten
Kompensationsspulen sowie einer Schaltungsanordnung zur
messtechnischen Verarbeitung der Signale der Messspule und der
Kompensationsspulen zu schaffen, bei der axiale Verschiebungen
der Werkstoffprobe in der Messspule sowie Verschiebungen des
Spulensystems relativ zur Magnetfeldspule nur geringe Störungen
der Messwerte hervorrufen.
Diese Aufgabe wird mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Die zugehörigen Unteransprüche beinhalten
vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung.
Erfindungsgemäß ist zur Kompensation des in der Messspule von
deren Baulängenmitte axial nach außen zu den Spulenenden
verlaufenden Abfalls der Messempfindlichkeit unter
Berücksichtigung der bekannten Kompensationsbedingung
NKDK 2 = NMDM 2 die Baulänge LK der Kompensationsspule nach der
Bestimmungsgleichung
zu bemessen, worin bedeuten:
NK = Windungsanzahl der Kompensationsspule
LK = Baulänge der Kompensationsspule
DK = Durchmesser der Kompensationsspule
NM = Windungsanzahl der Messspule
LM = Baulänge der Messspule
DM = Durchmesser der Messspule
ZV = eine Position innerhalb der Messspule auf deren Achse mit einem gewählten Abstand im Bereich von DM/100 bis DM/5 zur Baulängenmitte der Messspule.
NK = Windungsanzahl der Kompensationsspule
LK = Baulänge der Kompensationsspule
DK = Durchmesser der Kompensationsspule
NM = Windungsanzahl der Messspule
LM = Baulänge der Messspule
DM = Durchmesser der Messspule
ZV = eine Position innerhalb der Messspule auf deren Achse mit einem gewählten Abstand im Bereich von DM/100 bis DM/5 zur Baulängenmitte der Messspule.
Die Kompensationsspule kann vorteilhaft aus zwei gemeinsam
gewickelten Teilspulen bestehen, bei denen die Windungen der
einen Teilspule in die Windungszwischenräume der anderen
Teilspule gewickelt sind. Dabei sind die Durchmesser der
verwendeten beiden Drähte so gewählt, dass für beide Teilspulen
die Baulänge LK realisiert ist. Außerdem ist eine der
Teilspulen mit der Messspule entgegengesetzt in Reihe
geschaltet, und die andere Teilspule ist an ein in der
Schaltungsanordnung enthaltenes, einstellbares
Widerstandsnetzwerk zur Feinkompensation angeschlossen.
Die Position ZV innerhalb der Messspule kann zweckmäßigerweise
mit einem Abstand von DM/10 gewählt sein.
Die erfindungsgemäße Anordnung zum Messen der Magnetisierung
von Werkstoffproben in pulsförmigen Magnetfeldern weist
gegenüber dem Stand der Technik einige Vorteile auf. Ein
wesentlicher Vorteil besteht darin, dass bei einer axialen
Verschiebung der Werkstoffprobe in der Messspule das Messsignal
nicht oder nur geringfügig verfälscht wird. Außerdem wirken
sich auch Verschiebungen des Spulensystems relativ zur
Magnetfeldspule nur in geringem Maße störend auf die Messwerte
aus. Auf Grund dieser Vorteile sind weitgehend präzise
Messungen bei nur geringem Justieraufwand möglich. Vorteilhaft
ist schließlich auch der gegenüber den bekannten Anordnungen
einfache Aufbau der erfindungsgemäßen Anordnung.
Nachstehend ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Schaltungsanordnung zum Messen der Magnetisierung
von Werkstoffproben mit einem in Prinzipdarstellung
abgebildeten, koaxialen Spulensystem,
Fig. 2 ein Diagramm mit der Messfehlerkurve A bei axialer
Verschiebung einer Werkstoffprobe für das im Beispiel
beschriebene, koaxiale Spulensystem und mit einer
Kurve B, welche die berechneten Messfehler für die
nicht kompensierte Messspule nach Subtraktion deren
Leersignals darstellt.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Anordnung ist ein koaxiales
Spulensystem vorhanden, das mit einer Messspule 1 und zwei
Kompensationsspulen 2; 3 aufgebaut ist. Die Messspule 1 besitzt
einen mittleren Durchmesser von 6,8 mm, ist 12,8 mm lang und
besteht einlagig aus 182 Windungen eines 0,05 mm dicken
Kupferdrahtes.
Die Kompensationsspulen 2; 3 sind gemeinsam gewickelte Spulen,
wobei die Windungen der einen Kompensationsspule 2 in die
Windungszwischenräumen der anderen Kompensationsspule 3
gewickelt sind. Die Kompensationsspulen 2; 3 sind ebenfalls aus
0,05 mm dickem Kupferdraht einlagig gewickelt. Sie bestehen
jeweils aus 86 Windungen, besitzen eine Baulänge LK von 9, 3 mm
und weisen einen mittleren Durchmesser von 11 mm auf. Dabei ist
die Baulänge LK unter Anwendung der zur Erfindung gehörenden
Bestimmungsgleichung ermittelt worden.
Die Kompensationsspule 2 ist mit der Messspule 1
entgegengesetzt in Reihe geschaltet. An die
Kompensationsspule 3 ist ein ohmsche Widerstände 4 bis 7
enthaltendes Netzwerk angeschlossen. Mit diesem
Widerstandsnetzwerk ist eine Feinkompensation des Messsignals
ohne Werkstoffprobe möglich.
Die Kurve A gemäß Fig. 2 wurde mit der in Fig. 1 dargestellten
Anordnung an einer Ferritkugel mit 4,3 mm Durchmesser
aufgenommen. Die Kurve zeigt, dass sich bei einer Verschiebung
der Ferritkugel um ±2 mm der Messwert nur um weniger als 0,2%
ändert. Im Vergleich mit der Kurve B wird die wesentliche
Verbesserung deutlich, welche mit der erfindungsgemäß
bestimmten Baulänge LK der Kompensationsspulen erreicht wird.
Claims (3)
1. Anordnung zum Messen der Magnetisierung von Werkstoffproben
in pulsförmigen Magnetfeldern, bestehend aus einer Messspule
zur zentrischen Aufnahme der Werkstoffprobe und einer
koaxial um diese angeordneten Kompensationsspule, die zur
Kompensation des ohne Werkstoffprobe durch die Feldänderung
entstehenden Leersignals dient, sowie einer
Schaltungsanordnung zur messtechnischen Verarbeitung der
Signale der Messspule und der Kompensationsspule, dadurch
gekennzeichnet, dass zur Kompensation des in der Messspule
von deren Baulängenmitte axial nach außen zu den Spulenenden
verlaufenden Abfalls der Messempfindlichkeit unter
Berücksichtigung der bekannten Kompensationsbedingung
NKDK 2 = NMDM 2 die Baulänge (LK) der Kompensationsspule nach der
Bestimmungsgleichung
bemessen ist, worin bedeuten:
NK = Windungsanzahl der Kompensationsspule
LK = Baulänge der Kompensationsspule
DK = Durchmesser der Kompensationsspule
NM = Windungsanzahl der Messspule
LM = Baulänge der Messspule
DM = Durchmesser der Messspule
ZV = eine Position innerhalb der Messspule auf deren Achse mit einem gewählten Abstand im Bereich von DM/100 bis DM/5 zur Baulängenmitte der Messspule.
bemessen ist, worin bedeuten:
NK = Windungsanzahl der Kompensationsspule
LK = Baulänge der Kompensationsspule
DK = Durchmesser der Kompensationsspule
NM = Windungsanzahl der Messspule
LM = Baulänge der Messspule
DM = Durchmesser der Messspule
ZV = eine Position innerhalb der Messspule auf deren Achse mit einem gewählten Abstand im Bereich von DM/100 bis DM/5 zur Baulängenmitte der Messspule.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Kompensationsspule aus zwei gemeinsam gewickelten Teilspulen
besteht, bei denen die Windungen der einen Teilspule in die
Windungszwischenräume der anderen Teilspule gewickelt sind,
wobei erstens die Durchmesser der verwendeten, beiden Drähte
so gewählt sind, dass für beide Teilspulen die Baulänge (LK)
realisiert ist, und wobei zweitens eine der Teilspulen mit
der Messspule entgegengesetzt in Reihe geschaltet ist und
die andere Teilspule an ein in der Schaltungsanordnung
enthaltenes, einstellbares Widerstandsnetzwerk zur
Feinkompensation angeschlossen ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Position (ZV) innerhalb der Messspule mit einem Abstand von
DM/10 gewählt ist.
Priority Applications (1)
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| DE2000136482 DE10036482C1 (de) | 2000-07-19 | 2000-07-19 | Anordnung zum Messen der Magnetisierung von Werkstoffproben in pulsförmigen Magnetfeldern |
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- 2000-07-19 DE DE2000136482 patent/DE10036482C1/de not_active Expired - Fee Related
Non-Patent Citations (2)
| Title |
|---|
| GROESSINGER,R., u.a.: A pulsed field magnetometer for the characterization of hard magnetic materials. In: IEEE Trans. on magnetics, Vol. 24, No. 2, 1988, S. 970-973 * |
| OBITSCH,P.: Ein Pulsfeldmagnetometer: Meßtechnik und Anwendungen. Dissertation TU Wien, 1984, S. 42-80 * |
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