DE10034990A1 - Mehrschichtplatte zur Verringerung der Schallabstrahlung - Google Patents
Mehrschichtplatte zur Verringerung der SchallabstrahlungInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf eine Mehrschichtplatte zur Verringerung der Schallabstrahlung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie lässt sich weitestgehend im Fahrzeug zur Verbesserung des aktustischen Verhaltens von plattenunterteilten oder plattenausgekleideten Raumflächen einsetzen. Mit ihr wird eine Verbesserung des akustischen Verhaltens von Mehrschichtplatten durch Verringerung von deren Schallabstrahlung erreicht, das sich mit wenig aufwendigen Maßnahmen bei unverändertem Plattengewicht und unveränderter Steifigkeit (im Vergleich mit herkömmlichen Mehrschichtplatten) umsetzen lässt. Die akustisch verbesserte Mehrschichtplatte wird sich durch eine erheblich höhere Schalldämmung und eine deutliche Reduzierung der Schallabstrahlung bei Körperschallanregung auszeichnen. DOLLAR A Der Schichtenaufbau der Mehrschichtplatte zur Verringerung der Schallabstrahlung setzt sich aus einer Kernschicht und wenigstens zwei Deckschichten zusammen. Der Kernschicht ist auf der Grundfläche eine untere Deckschicht und auf der Deckfläche eine obere Deckschicht befestigt. In die Kernschicht sind mehrere Schlitze eingearbeitet, die nach einer festgelegten Schlitzarchitektur verlaufend über die Grund- oder Deckfläche der Kernschicht verteilt angeordnet sind. Die Schlitze sind lotrecht zur Grund- oder Deckfläche der Kernschicht eingelassen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Mehrschichtplatte zur Verringerung der Schallabstrahlung gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie lässt sich weitestgehend im Fahrzeugbau zur Verbesserung
des akustischen Verhaltens von plattenunterteilten oder plattenausgekleideten Raumflächen ein
setzen.
Es ist bekannt, dass man beispielsweise im Flugzeugbau zur Abschottung von Raumbereichen oder
zur Aus- oder Verkleidung der Rumpfwand im Flugzeugkabinenbereich entsprechende Mehrschicht
platten verwendet. Diese Mehrschichtplatten weisen einen Kern (eine Kernschicht) auf, der (die) mit
Schäumen oder Waben oder ausgeschäumten Waben realisiert ist, welchem Deckschichten aus
hochzugfestem Material befestigt sind. Diese Art Plattenaufbau besitzt ein schlechtes [für das
Flug(begleit)personal und den Flugpassagier nicht befriedigendes] akustisches Verhalten, das sich
mit einem niedrigen Schalldämmmaß und einem hohen Schallabstrahlgrad bei Körperschall
anregung umschreiben lässt. Auf den Fahrzeugbau allgemein übertragen wird die Abstellung von
ähnlich gelagerte Problemfällen zur Verbesserung der Raumakustik eines (auf dem Land oder auf
dem Wasser sich fortbewegenden) Fahrzeuges ebenfalls bedeutsam sein.
Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Verbesserung des akustischen
Verhaltens von Mehrschichtplatten durch Verringerung von deren Schallabstrahlung zu erreichen, das
sich mit wenig aufwendigen Maßnahmen bei unverändertem Plattengewicht und unveränderter
Steifigkeit (im Vergleich mit herkömmlichen Mehrschichtplatten) umsetzen lässt. Dabei soll sich die
akustisch verbesserte Mehrschichtplatte durch eine erheblich höhere Schalldämmung und durch eine
deutliche Reduzierung der Schallabstrahlung bei Körperschallanregung auszeichnen.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Maßnahmen gelöst. In den weiteren
Unteransprüchen sind zweckmäßige Weiterbildungen und Ausgestaltungen dieser Maßnahmen
angegeben.
Die Erfindung ist in einem Ausführungsbeispiel anhand der beigefügten Zeichnungen näher
beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 den prinzipellen Aufbau der verbesserten Mehrschichtplatte;
Fig. 2 die Darstellung der Verbesserung(en) des Luftschalldämmmaßes an einer
Mehrschichtplatte durch Kernschlitzung (von verglichenen Paneels);
Fig. 3 die Verringerung der Körperschallabstrahlung an einer Mehrschichtplatte
durch Kernschlitzung bei Anregung durch eine Kraftquelle;
Fig. 4 die Verringerung der Körperschallabstrahlung an einer Mehrschichtplatte
durch Kernschlitzung bei Anregung durch eine Geschwindigkeitsquelle;
Fig. 5 den prinzipiellen Verlauf der Lateralwellen von Mehrschichtplatten über der Frequenz.
Um das Verständnis für die folgenden Ausführungen zu fördern, wird zunächst allgemein auf das
akustische Verhalten von Platten eingegangen. Danach ist es dem Fachmann (in Verbindung mit
dem ihm geläufigen Koinzidenz-Effekt) bekannt, dass Lateralwellen auf Platten besonders gut Lärm
abstrahlen, wenn sie sich mit Schall- oder Überschallgeschwindigkeit in Bezug auf das umgebende
Medium ausbreiten. Da die Biegewellengeschwindigkeit einschichtiger Platten monoton mit der
Frequenz zunimmt, existiert für jede Platte eine Grenzfrequenz ab der Machzahl 1 (einfache
Schallgeschwindigkeit), für die Biegewellen erreicht wird. In einem je nach Plattenmaterial kleineren
oder größeren Bereich um diese Frequenz herum kommt der Koinzidenz-Effekt zum Tragen und
verringert das Luftschalldämmmaß gegenüber dem Massegesetz, ebenso strahlt in diesem Bereich
diese Platte besonders effektiv Körperschall ab. Falls einschichtige Platten eine gewisse Steifigkeit
aufweisen sollen, wird man kaum den Wirkungen nach dem Koinzidenz-Effekt entgehen.
Demgegenüber wird der Fachmann bei Mehrschichtplatten eine andere Situation beobachten. Ihm ist
demnach auch das Wissen um den prinzipiellen Verlauf der Lateralwellen von Mehrschichtplatten
über der Frequenz, wie in der Fig. 5 dargestellt, bekannt. Danach wird man im niederen Frequenz
bereich das Auftreten von Lateralbiegewellen beobachten, deren Geschwindigkeit von der
Gesamtbiegesteifigkeit der Mehrschichtplatte bestimmt wird. Mit steigender Frequenz beginnt die
Biegewelle langsam in eine Lateralschubwelle überzugehen, deren Ausbreitungsgeschwindigkeit
unabhängig von der Frequenz proportional zur Wurzel des Kernschubmoduls wächst. Bei noch
höheren Frequenzen geht dann die Lateralschubwelle in eine Lateralbiegewelle über, deren
Ausbreitungsgeschwindigkeit von der Biegesteifigkeit der Deckschichten der Mehrschichtplatte
bestimmt wird. Sofern die Möglichkeit bestehen würde, in dieser Situation den Schubmodul des (der)
Kerns(chicht) in geeigneter Weise auswählen zu können, dann kann man möglicherweise erreichen,
dass die Lateralwellen im gesamten Frequenzbereich unterhalb der Schallgeschwindigkeit der Luft
bleiben. Durch entsprechende Manipulation der übrigen Parameter: "Deckschichtendicke",
Kern(schichten)dicke, Deckschichten-E-Modul, Dichte von Deckschichten und Kern(schicht)" lässt
sich stets erreichen, dass die Biegesteifigkeit der betrachteten Mehrschichtplatte ausreichend hoch
gehalten werden kann.
Um also eine akustisch verbesserte Mehrschichtplatte zu erhalten, sind entsprechende Maßnahmen
vorzusehen, die (mit Rückbetrachtung auf das vorerwähnte Verhalten der Mehrschichtplatten) auf ein
Herabsetzen von deren Kernschubsteife, die (physikalisch betrachtet) dem Kernschubmodul direkt
proportional ist, abzielen. Die Umsetzung der Herabsetzung dieser Kernschubsteife wird durch eine
Schlitzung der Kernschicht 2 (des Kerns) der Mehrschichtplatte 1, wie sie im Endstadium in der Fig. 1
dargestellt ist, erreicht.
Nach der Fig. 1 besitzt die beispielgemäße Mehrschichtplatte 1 zur Verringerung der
Schallabstrahlung einen Schichtenaufbau, der sich aus einer Kernschicht 2 und (allgemein betrachtet
aus wenigstens) zwei Deckschichten 3, 4 zusammensetzt. Auf dieser Kernschicht 2 ist auf der
Grundfläche eine untere Deckschicht 4 und auf der Deckfläche eine obere Deckschicht 3 befestigt.
Die Kernschicht 2, die eine bestimmte Kernschichtdicke c aufweist, ist mit mehreren Schlitzen 5, 6
versehen, die (durch Anwendung eines dafür geeigneten Bearbeitungsverfahrens, bspw. durch
Fräsen,) der Kernschichtdicke c ausgenommen sind. Diese Schlitze 5, 6 sind nach einer festgelegten
Schlitzarchitektur (verlaufend) über die Grund- oder Deckfläche der Kernschicht 2 verteilt angeordnet.
Sie sind lotrecht zur Grund- oder Deckfläche der Kernschicht 2 [je nach der Blickrichtung des
Beobachters der (im installierten Zustand positionierten) Mehrkammerplatte 1] eingelassen. Nach
dem Vorbild der Fig. 1 besitzen die Schlitze 5, 6 eine lotrecht zur Grundfläche der Kernschicht 2
angeordnete Lage, welche sich nicht gänzlich über die volle Tiefe der Kernschicht 2 (soll heißen:
nicht die gesamte Kernschichtdicke c durchspanend) erstreckt. Dabei wird eine Schlitztiefe s, t
berücksichtigt, die kleiner der Kernschichtdicke c ist. Die in der Fig. 1 angedeutete Schlitzarchitektur
der Kernschicht 2 ist dermaßen konzipiert, wonach der gesamte Deckflächenbereich der Kernschicht
2 mit sich kreuzenden Schlitzen 5, 6 versehen ist. Dabei werden die in horizontaler Richtung
verlaufenden Schütze 5, die im Schlitzabstand b parallel verlaufend angeordnet (eingearbeitet) sind
und eine Schlitztiefe s sowie eine Schlitzbreite y aufweisen, zusätzlich von in vertikaler Richtung
verlaufenden Schlitzen 6 gekreuzt, die im Schlitzabstand a parallel verlaufend angeordnet
(eingearbeitet) sind und eine Schlitztiefe t sowie eine Schlitzbreite x aufweisen. Die unterschiedlichen
Bezifferungen der Angaben: "Schlitzabstand a, b; Schlitztiefe s, t; Schlitzbreite x, y" werden deshalb
eingeführt, weil möglicherweise in der praktischen Umsetzung diese Angaben, die entweder den
einzelnen horizontal verlaufenden Schlitz 5 oder den einzelnen vertikal verlaufenden Schlitz 6
betreffen, durchaus (wertmäßig) voneinander abweichen können, um die Herabsetzung der
Kernschubsteife der einzelnen Mehrschichtplatte 1 entsprechend zu manipulieren.
Nun kann man auch vorsehen, dass nur ein Teilbereich der Kernschicht 2 oder der überwiegende
Grund- oder Deckflächenbereich der Kernschicht 2 mit Schlitzen 5, 6 versehen ist. Anders aus
gedrückt wird nicht ausgeschlossen, dass die Schlitze 5, 6 über den überwiegenden Flächenbereich
der Grund- oder Deckfläche der Kernschicht 2 verteilt angeordnet sind oder nur einen ausgewählten
Teilbereich der Grund- oder Deckfläche der Kernschicht 2 verteilt bedecken.
Dabei sind die Schlitzabstände a, b und die Schlitztiefe s, t sowie die Schlitzbreite x, y der betreffen
den Schlitze 5, 6, deren Wahl in direkter Beziehung mit einer nicht zu überschreitenden kritischen
Gesamtbiegesteifigkeit des Schichtenaufbaus respektive in Korrelation der Kernschubsteife der
Kernschicht steht, (aus den vorher erwähnten Gründen) variabel gestaltet.
Aufgrund der vorgestellten Lösung können diese Mehrschichtplatten 1 bei unverändertem Gewicht
und unveränderter Steifigkeit gegenüber herkömmlichen (bspw. im Flugzeugbau verwendeten)
Mehrschichtplatten akustisch so verbessert werden, dass eine erheblich höhere Schalldämmung
erreicht wird. Dazu vermitteln dem interessierten Fachmann die Darstellungen der Fig. 2 bis 4
entsprechenden Aufschluß, aus denen er - am Beispiel von miteinander verglichenen Platten, die
entweder ungeschlitzt, kreuzgeschlitzt oder geschlitzt ausgeführt sind, - eine kräftige Reduzierung der
Schallabstrahlung bei Körperschallanregung entnehmen wird.
Zusammenfassend wird der Fachmann resümieren, dass durch die Schlitzung des Kerns von
Mehrschichtplatten 1 deren akustisches Verhalten verändert wird. Dabei erfolgt diese Schlitzung
kreuzweise oder parallel, nicht über die volle Tiefe (Kernschichtdicke) des Kerns. Die Schlitzung
erfolgt derwegen nicht über die volle Kerntiefe (sondern nur über einen Tiefenteil der Kernschicht
dicke, um die Verarbeitung von zusammenhängenden Platten zu Mehrschichtplatten 1 zu
ermöglichen. Durch die angepassten Wahl der Schlitzabstände a, b bzw. der Schlitztiefe s, t kann die
Kernschubsteife in einem extrem weiten Bereich variiert werden und so auf einen vorab gewählten
Wert gebracht werden, der so gewählt wird, dass die akustischen Eigenschaften deutlich besser sind
als die vergleichbarer ungeschlitzter Platten. Mit dem in Fig. 1 gezeigten prinzipiellen Aufbau der
Mehrschichtplatte 1 wird man die angegebene Vorteile erreichen.
1
Mehrschichtplatte
2
Kernschicht
3
,
4
Deckschicht
5
,
6
Schlitz
a, b Schlitzabstand
s, t Schlitztiefe
x, y Schlitzbreite
c Dicke (der Kernschicht
a, b Schlitzabstand
s, t Schlitztiefe
x, y Schlitzbreite
c Dicke (der Kernschicht
2
)
Claims (7)
1. Mehrschichtplatte zur Verringerung der Schallabstrahlung, deren Schichtenaufbau sich aus
einer Kernschicht (2) und wenigstens zwei Deckschichten (3, 4) zusammensetzt, wobei der
Kernschicht (2) auf der Grundfläche eine untere Deckschicht (4) und auf der Deckfläche eine obere
Deckschicht (3) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass in die Kernschicht (2) mehrere Schlitze
(5, 6) eingearbeitet sind, die nach einer festgelegten Schlitzarchitektur verlaufend über die Grund-
oder Deckfläche der Kernschicht (2) verteilt angeordnet sind, die lotrecht zur Grund- oder Deckfläche
der Kernschicht (2) eingelassen sind.
2. Mehrschichtplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nur ein Teilbereich des
Grund- oder Deckflächenbereiches der Kernschicht (2) oder der überwiegende Flächenbereich des
Grund- oder Deckflächenbereiches der Kernschicht (2) mit Schlitzen (5, 6) versehen ist.
3. Mehrschichtplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (5) zueinander
parallel verlaufend in horizontaler Richtung angeordnet sind.
4. Mehrschichtplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die in horizontaler Richtung
verlaufenden Schlitze (5) zusätzlich von in vertikaler Richtung parallel verlaufenden Schlitzen (6)
gekreuzt sind.
5. Mehrschichtplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (5, 6) nicht
gänzlich über die volle Tiefe der Kernschicht (2) ausgenommen sind.
6. Mehrschichtplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze (5, 6)
wenigstens über den Flächenmittenbereich und/oder über die an den Flächenmittenbereich
angrenzenden ausgewählten Teilbereiche der Grund- oder Deckfläche der Kernschicht (2) verteilt
angeordnet sind oder nur ausgewählte Teilrandbereiche der Grund- oder Deckfläche der Kernschicht
(2) bedecken.
7. Mehrschichtplatte nach den Ansprüchen 1, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Schlitzabstände (a, b) und die Schlitztiefe (s, t) sowie die Schlitzbreite (x, y) der Schlitze (5, 6), deren
Wahl in direkter Beziehung mit einer nicht zu überschreitenden kritischen Gesamtbiegesteifigkeit des
Schichtenaufbaus respektive in Korrelation der Kernschubsteife der Kernschicht steht, variabel
gestaltet sind.
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Publications (2)
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