DE10032180A1 - Steer-by-wire-Lenksystem - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Lenksystem für ein Kraftfahrzeug, das einen Steer-by-wire-Betrieb ermöglicht, umfassend eine Lenkhandhabe, z. B. Lenkhandrad, einen mit der Lenkhandhabe betätigten Lenkwinkel-Sollwertgeber, der mit einem ersten Lenkwinkelsensor und mit einem zweiten Lenkwinkelsensor arbeitet, einen lenkbare Fahrzeugräder betätigenden Lenkstellantrieb, einen mit den lenkbaren Fahrzeugrädern betätigten Lenkwinkel-Istwertgeber, eine Steuerung, die in Abhängigkeit eines Soll-Ist-Vergleichs der Lenkwinkel den Lenkstellantrieb betätigt, wobei die Steuerung die Funktion der Lenkwinkelsensoren überwacht und mit deren Lenkwinkelsollwerten redundant arbeitet, derart, daß die Steuerung bei ordnungsgemäßer Funktion des ersten Lenkwinkelsensors die Lenkwinkelsollwerte des ersten Lenkwinkelsensors für den Soll-Ist-Vergleich heranzieht und bei einem Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors auf die Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors umschaltet. DOLLAR A Um für den Fall, daß beim Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors eine Winkeldifferenz zwischen den Lenkwinkelsensoren besteht, eine ausreichende Fahrzeugsicherheit gewährleisten zu können, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Steuerung beim Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors vom letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert des ersten Lenkwinkelsensors über wenigstens einen Zwischenwert, der zwischen diesem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert des ersten Lenkwinkelsensors und dem Lenkwinkelsollwert des zweiten ...
Description
Die Erfindung betrifft ein Lenksystem für ein Kraftfahrzeug,
das einen Steer-by-wire-Betrieb ermöglicht, mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Aus der DE 198 04 675 A1 und der DE 198 05 383 A1 sind
derartige Lenksysteme bekannt, umfassend eine als Lenkhandrad
ausgebildete Lenkhandhabe, einen mit der Lenkhandhabe
betätigten Lenkwinkel-Sollwertgeber, der mit einem ersten
Lenkwinkelsensor und mit einem zweiten Lenkwinkelsensor
arbeitet, einen lenkbare Fahrzeugräder betätigenden
Lenkstellantrieb, einen mit den lenkbaren Fahrzeugrädern
betätigten Lenkwinkel-Istwettgeber, sowie eine Steuerung, die
in Abhängigkeit eines Soll-Ist-Vergleiches der Lenkwinkel den
Lenkstellantrieb betätigt. Dabei überwacht die Steuerung die
Funktion der Lenkwinkelsensoren und arbeitet mit deren
Lenkwinkelsollwerten redundant, derart, daß die Steuerung bei
ordnungsgemäßer Funktion des ersten Lenkwinkelsensors die
Lenkwinkelsollwerte des ersten Lenkwinkelsensor für den
vorgenannten Soll-Ist-Vergleich heranzieht und bei einem
Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors umschaltet.
Bei einem Steer-by-wire-Betrieb des Lenksystems besteht keine
direkte mechanische Kopplung zwischen den lenkbaren
Fahrzeugrädern und der Lenkhandhabe. Die Kopplung erfolgt
elektronisch über die Steuerung mittels des Lenkwinkel-
Sollwertgebers und des Lenkwinkel-Istwertgebers. Der
Lenkwinkel-Sollwertgeber arbeitet mit zwei Lenkwinkelsensoren,
die mit der Lenkhandhabe betätigt werden. Bei einer
Fehlfunktion des einen Lenkwinkelsensors muß auf den anderen
Lenkwinkelsensor umgeschaltet werden. Falls ein Umschalten auf
einen zweiten Lenkwinkelsensor nicht möglich ist, muß zur
Gewährleistung der Fahrzeugsicherheit der Steer-by-wire-
Betrieb verlassen werden, damit das Lenksystem in einem
Notbetrieb arbeiten kann, der eine mechanische oder
hydraulische Kopplung zwischen der Lenkhandhabe und den
lenkbaren Fahrzeugrädern aufweist.
Bei einem mit zwei Lenkwinkelsensoren arbeitetenden
Lenkwinkel-Sollwertgeber kann zwischen den beiden
Lenkwinkelsensoren eine Winkeldifferenz auftreten,
beispielsweise wenn die beiden Lenkwinkelsensoren örtlich an
verschiedenen Stellen an einer Lenksäule plaziert sind, die
mit der Lenkhanddhabe antriebsgekoppelt ist. Durch die
Elastizität der Lenksäule kann sich aufgrund von in die
Lenksäule eingeleiteten Torsionsmomenten eine Winkeldifferenz
zwischen den beiden Lenkwinkelsensoren ausbilden. Beim
Umschalten zwischen den Lenkwinkelsensoren kann daher auf der
Sollwertseite ein Lenkwinkelsprung auftreten, der einen
entsprechenden Lenkwinkelsprung auf der Istwertseite nach sich
zieht und ein sprunghaftes Lenkverhalten des Fahrzeuges zur
Folge hat. Bei größeren Winkeldifferenzen kann sich daraus
eine kritische Fahrsituation ergeben, da diese Lenkbetätigung
auf der Istseite für den Fahrer völlig unerwartet auftreten
kann.
Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem,
ein Lenksystem der eingangs genannten Art dahingehend
auszugestalten, daß sich die Fahrzeugsicherheit beim Ausfall
eines der Lenkwinkelsensoren erhöht.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch ein Lenksystem mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, den
Übergang zwischen den Lenkwinkelsollwerten des ersten
Lenkwinkelsensors und den Lenkwinkelsollwerten des zweiten
Lenkwinkelsensors mittels wenigstens eines Zwischenwertes
zeitlich zu verzögern. Auf diese Weise kann ein großer
Lenkwinkelsprung an den lenkbaren Fahrzeugrädern vermieden
werden, wodurch sich die Fahrzeugsicherheit erhöht.
Durch die Auswahl der Zwischenwerte, insbesondere durch deren
Anzahl, kann der Übergang beim Umschalten auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors relativ
beliebig ausgestaltet werden. Beispielsweise kann die
Steuerung so ausgebildet sein, daß mehrere Zwischenwerte einen
mehrstufigen Übergang auf die Lenkwinkelsollwerte des zweiten
Lenkwinkelsensor ermöglichen. Ebenso ist ein rampenförmiger
Übergang möglich, der sich bei hinreichend großer Stufenzahl
ausbildet. Des weiteren kann auch ein kontinuierlicher oder
stufenloser Übergang erreicht werden, wobei die Unterscheidung
zwischen einem "stufigen" und einem "stufenlosen" Übergang in
der Regel durch die Stufenzahl, d. h. die Auflösung, definiert
werden können.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform können die
Zwischenwerte so gewählt sein, daß der Übergang auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors eine
vorbestimmte Zeit in Anspruch nimmt. Diese Zeit ist zweckmäßig
so gewählt, daß der Fahrzeugführer durch die
Lenkwinkelkorrektur auf der Istseite nicht überrascht wird,
sondern diese intuitiv auf der Sollseite ausgleichen kann.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform kann die
Steuerung beim Umschalten von den Lenkwinkelsollwerten des
ersten Lenkwinkelsensors auf die Lenkwinkelsollwerte des
zweiten Lenkwinkelsensors in Analogie zu folgendem
Gleichungssystem vorgehen:
wobei
LWk = Lenkwinkel zum Zeitpunkt k,
LWSI0 = letzter zulässiger Lenkwinkel des ersten Lenkwinkelsensors,
LWSIIk = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors zum Zeitpunkt k,
N = Anzahl der Stufen,
k = aktueller Zeitpunkt.
LWk = Lenkwinkel zum Zeitpunkt k,
LWSI0 = letzter zulässiger Lenkwinkel des ersten Lenkwinkelsensors,
LWSIIk = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors zum Zeitpunkt k,
N = Anzahl der Stufen,
k = aktueller Zeitpunkt.
Alternativ kann die Steuerung auch in Analogie zu folgender
Gleichung arbeiten:
wobei hier zusätzlich
LWSII0 = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors zum Zeitpunkt des letzten zulässigen Lenkwinkels des ersten Lenkwinkelsensors (k = 0).
LWSII0 = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors zum Zeitpunkt des letzten zulässigen Lenkwinkels des ersten Lenkwinkelsensors (k = 0).
Wenn die Steuerung nach einer vorgenannten Formeln arbeitet,
kann zuverlässig ein verzögertes oder gedämpftes Umschalten
auf die Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors
erreicht werden, wobei durch die Vorgabe der Stufenzahl N und
durch die Wahl der Taktzeit zwischen den einzelnen Stufen der
zeitliche Verlauf des Übergangs vorgegeben werden kann.
Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus den
Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand
der Zeichnungen.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die
nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der
jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den
Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert.
Die einzige Fig. 1 zeigt einen schaltplanartigen, stark
vereinfachten Aufbau eines erfindungsgemäßen Lenksystems.
Entsprechend Fig. 1 weist ein erfindungsgemäßes Lenksystem 1
eine Lenkhandhabe 2, hier ein Lenkhandrad, auf, das von einem
Fahrzeugführer manuell betätigbar ist. Die Lenkhandhabe 2 ist
mit einer Lenkstange oder Lenksäule 3 antriebsgekoppelt, an
der ein erster Lenkwinkelsensor 4 sowie ein zweiter
Lenkwinkelsensor 5 angeordnet sind. Die beiden
Lenkwinkelsensoren 4 und 5 sind über Signalleitungen 6 und 7
mit einer Steuerung 8 des Lenksystems 1 verbunden. In der
Lenksäule 3 ist zwischen den Lenkwinkelsensoren 4 und 5 ein
Torsionsstab 9 angeordnet, der als Torsionsfeder dient. Des
weiteren ist die Lenksäule 3 mit einer Zahnscheibe 10 drehfest
gekoppelt, an der ein elektromotorischer Handmomentensteller
11 angreift.
Die Lenkwinkelsensoren 4 und 5 bilden einerseits ein
redundantes System zur Bestimmung eines Lenkwinkelsollwertes,
so daß die Lenkwinkelsensoren 4 und 5 Bestandteile eines
Lenkwinkel-Sollwertgebers 44 bilden, was durch eine
geschweifte Klammer symbolisiert ist. Andererseits ermöglichen
die beiden Lenkwinkelsensoren 4 und 5 durch ihre beidseitige
Anordnung bezüglich des Torsionsstabes 9 die Ermittelung eines
Handmomentes, das an der Lenkhandhabe 2 wirksam ist. Dieses
Handmoment läßt sich aus der Winkeldifferenz zwischen den
Lenkwinkelsensoren 4 und 5 sowie aus der bekannten Kennlinie
des Torsionsstabes 9 ermitteln.
Die Lenksäule 3 endet mit einem als Spindelstange
ausgebildeten Endabschnitt 12 in einem Geberzylinder 13 und
treibt darin einen Kolben 14 an. Der Kolben 14 trennt im
Geberzylinder 13 zwei Kammern 15 und 16, die über
Hydraulikleitungen 17 und 18 mit entsprechenden Kammern 19 und
20 eines Lenkstellantriebs 21 verbunden sind. Der
Lenkstellantrieb 21 ist dabei als Kolben-Zylinder-Aggregat
ausgebildet, dessen Kolbenstange 22 über Spurstangen 23 und 24
an lenkbaren Fahrzeugrädern 25 und 26 angreift, wobei eine
Verstellung der Kolbenstange 22 eine Lenkbetätigung der
Fahrzeugräder 25 und 26 bewirkt.
Mit der Kolbenstange 22 wirkt ein Lenkwinkel-Istwertgeber 42
zusammen, der über eine Signalleitung 43 mit der Steuerung 8
verbunden ist.
Auf der Kolbenstange 22 sitzen zwei Kolben 27 und 28, die im
Inneren eines Zylinders 29 des Lenkstellantriebs 21 vier
Kammern ausbilden, nämlich die vorgenannten, axial
außenliegenden Kammern 19 und 20 sowie axial innenliegende
Kammern 30 und 31, die im Zylinder 29 durch eine zylinderfeste
Trennwand 32 voneinander axial abgetrennt sind.
Die axial innenliegenden Kammern 30 und 31 sind über
Hydraulikleitungen 33 und 34 an ein Servoventil 35
angeschlossen, das über eine Steuerleitung 36 durch die
Steuerung 8 betätigbar ist, und über eine Hochdruckleitung 37
mit einer Servopumpe 38 und über eine Niederdruckleitung 39
mit einem relativ drucklosen Hydraulikmittelreservoir 40
verbunden. Die Servopumpe 38 ist saugseitig ebenfalls an das
Hydraukmittelreservoir 40 angeschlossen und kann über eine
Steuerleitung 41 von der Steuerung 8 betätigt werden.
Das erfindungsgemäße Lenksystem 1 arbeitet wie folgt:
Im Steer-by-wire-Betrieb vergleicht die Steuerung 8 permanent
die Istwerte und die Sollwerte der Lenkwinkel und steuert
dementsprechend das Servoventil 35 sowie die Servopumpe 38. Um
an der Lenkhandhabe 2 Radkräfte zu simulieren, betätigt die
Steuerung 8 den Handmomentsteller 11 in entsprechender Weise.
Die hydraulische Kopplung zwischen dem Geberzylinder 13 und
den einen Nehmerzylinder bildenden axial außenliegenden
Kammern 19 und 20 des Lenkstellantriebes 21 kann dabei offen
sein, wobei entsprechende Ventilmittel od. dgl. hier aus
Gründen der Übersicht weggelassen sind.
Die Steuerung 8 überwacht ständig die korrekte Funktion der
einzelnen Komponenten, insbesondere der Lenkwinkelsensoren 4
und 5.
Sobald die Steuerung 8 einen Ausfall des ersten
Lenkwinkelsensor 4 bemerkt, wird für den Soll-Ist-Vergleich
der Lenkwinkel auf die Lenkwinkelsollwerte des zweiten
Lenkwinkelsensors 5 umgeschaltet, sofern dieser korrekt
arbeitet. Erfindungsgemäß erfolgt dieses Umschalten nicht
direkt und abrupt durch eine einstufige Sprungfunktion,
sondern indirekt über wenigstens einen Zwischenwert, der
zwischen dem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert des ersten
Lenkwinkelsensors 4 und dem Lenkwinkelsollwert des zweiten
Lenkwinkelsensors 5 liegt. Auf diese Weise ergibt sich eine
zeitliche Verzögerung oder Dämpfung beim Umschalten auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors 5.
Es ist klar, daß dieser Umschaltvorgang nur dann über den
wenigstens einen Zwischenwert erfolgt, wenn zwischen dem
letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert des ersten
Lenkwinkelsensors 4 und dem Lenkwinkelsollwert des zweiten
Lenkwinkelsensors 5 eine Differenz besteht, die vom System
erkennbar ist oder einen vorbestimmten Schwellwert übersteigt.
Durch eine entsprechende Auswahl der Zwischenwerte,
insbesondere durch eine entsprechend hohe Anzahl an
Zwischenwerten, kann der Umschaltvorgang abgestuft ausgeführt
werden, wobei grundsätzlich beliebige Abstufungen einstellbar
sind. Des weiteren kann die Zeit vorgegeben werden, innerhalb
der die anfängliche Differenz zwischen dem letzten zulässigen
Lenkwinkelsollwert des ersten Lenkwinkelsensors 4 und den
Lenkwinkelsollwerten des zweiten Lenkwinkelsensors 5 auf den
Wert Null reduziert werden soll.
Durch den erfindungsgemäß ausgestalteten Übergang auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors 5 beim
Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors 4 können die Folgen einer
sprunghaften Lenkbetätigung, insbesondere die Gefahr einer
Fehlreaktion durch den Fahrzeugführer, vermindert werden,
wodurch sich die Fahrzeugsicherheit erhöht.
Durch die redundant vorhandenen Lenkwinkelsollwerte braucht
das Lenksystem 1 beim Ausfall eines der Lenkwinkelsensoren 4
und 5 nicht von seinem Steer-by-wire-Betrieb in einen
Notbetrieb umgeschaltet werden, bei dem die
Hydraulikverbindungen 17 und 18 geschlossen sind, um die
Lenkhandhabe 2 hydraulisch mit den lenkbaren Fahrzeugrädern 25
und 26 zu koppeln.
Claims (11)
1. Lenksystem für ein Kraftfahrzeug, das einen Steer-by-wire-
Betrieb ermöglicht, umfassend eine Lenkhandhabe (2), z. B.
Lenkhandrad, einen mit der Lenkhandhabe (2) betätigten
Lenkwinkel-Sollwertgeber (44), der mit einem ersten
Lenkwinkelsensor (4) und mit einem zweiten Lenkwinkelsensor
(5) arbeitet, einen lenkbare Fahrzeugräder (25, 26)
betätigenden Lenkstellantrieb (21), einen mit den lenkbaren
Fahrzeugrädern (25, 26) betätigten Lenkwinkel-Istwertgeber
(42), und eine Steuerung (8), die in Abhängigkeit eines Soll-
Ist-Vergleiches der Lenkwinkel den Lenkstellantrieb (21)
betätigt, wobei die Steuerung (8) die Funktion der
Lenkwinkelsensoren (4, 5) überwacht und mit deren
Lenkwinkelsollwerten redundant arbeitet, derart, daß die
Steuerung (8) bei ordnungsgemäßer Funktion des ersten
Lenkwinkelsensors (4) die Lenkwinkelsollwerte des ersten
Lenkwinkelsensors (4) für den Soll-Ist-Vergleich heranzieht
und bei einem Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors (4) auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors (5)
umschaltet,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung beim Ausfall des ersten Lenkwinkelsensors
(4) vom letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert des ersten
Lenkwinkelsensors (4) über wenigstens einen Zwischenwert, der
zwischen diesem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert des
ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem Lenkwinkelsollwert des
zweiten Lenkwinkelsensors (5) liegt, auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors (5)
umschaltet.
2. Lenksystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mindestens eine Zwischenwert so gewählt ist, daß sich
eine Differenz zwischen dem letzten zulässigen
Lenkwinkelsollwert des ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem
Lenkwinkelsollwert des zweiten Lenkwinkelsensors (5) innerhalb
einer vorbestimmten Zeit auf den Wert Null reduziert.
3. Lenksystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Zwischenwerte so gewählt sind, daß sich eine
Differenz zwischen dem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert
des ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem Lenkwinkelsollwert
des zweiten Lenkwinkelsensors (5) mehrstufig auf den Wert Null
reduziert.
4. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Zwischenwerte so gewählt sind, daß sich eine
Differenz zwischen dem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert
des ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem Lenkwinkelsollwert
des zweiten Lenkwinkelsensors (5) rampenförmig auf den Wert
Null reduziert.
5. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Zwischenwerte so gewählt sind, daß sich eine
Differenz zwischen dem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert
des ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem Lenkwinkelsollwert
des zweiten Lenkwinkelsensors (5) kontinuierlich auf den Wert
Null reduziert.
6. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Zwischenwerte so gewählt sind, daß sich eine
Differenz zwischen dem letzten zulässigen Lenkwinkelsollwert
des ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem Lenkwinkelsollwert
des zweiten Lenkwinkelsensors (5) stufenlos auf den Wert Null
reduziert.
7. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Differenz permanent zwischen dem letzten zulässigen
Lenkwinkelsollwert des ersten Lenkwinkelsensors (4) und dem
aktuellen Lenkwinkelsollwert des zweiten Lenkwinkelsensors (5)
gebildet wird.
8. Lenksystem nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung beim Umschalten von den Lenkwinkelsollwerten
des ersten Lenkwinkelsensors (4) auf die Lenkwinkelsollwerte
des zweiten Lenkwinkelsensors (5) in Analogie zu folgendem
Gleichungssystem vorgeht:
wobei LWSI0 = letzter zulässiger Lenkwinkel des ersten Lenkwinkelsensors (4),
LWSIIk = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors (5) zum Zeitpunkt k,
N = Anzahl der Stufen,
k = aktueller Zeitpunkt.
wobei LWSI0 = letzter zulässiger Lenkwinkel des ersten Lenkwinkelsensors (4),
LWSIIk = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors (5) zum Zeitpunkt k,
N = Anzahl der Stufen,
k = aktueller Zeitpunkt.
9. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Differenz zwischen dem letzten zulässigen
Lenkwinkelsollwert des ersten Lenkwinkelsensors (4) und
demjenigen Lenkwinkelsollwert des zweiten Lenkwinkelsensors
(5) gebildet wird, der zum Zeitpunkt des letzten zulässigen
Lenkwinkelsollwertes des ersten Lenkwinkelsensors (4)
vorliegt.
10. Lenksystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung (8) beim Umschalten von den
Lenkwinkelsollwerten des ersten Lenkwinkelsensors (4) auf die
Lenkwinkelsollwerte des zweiten Lenkwinkelsensors (5) in
Analogie zu folgendem Gleichungssystem vorgeht:
wobei LWSI0 = letzter zulässiger Lenkwinkel des ersten Lenkwinkelsensors (4),
LWSIIk = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors (5) zum Zeitpunkt k;
N = Anzahl der Stufen,
k = aktueller Zeitpunkt,
LWSII0 = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors (5) zum Zeitpunkt des letzten zulässigen Lenkwinkels des ersten Lenkwinkelsensors (4) (k = 0).
wobei LWSI0 = letzter zulässiger Lenkwinkel des ersten Lenkwinkelsensors (4),
LWSIIk = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors (5) zum Zeitpunkt k;
N = Anzahl der Stufen,
k = aktueller Zeitpunkt,
LWSII0 = Lenkwinkel des zweiten Lenkwinkelsensors (5) zum Zeitpunkt des letzten zulässigen Lenkwinkels des ersten Lenkwinkelsensors (4) (k = 0).
11. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Lenkwinkelsensoren (4, 5) beiderseits eines mit
der Lenkhandhabe (2) antriebsgekoppelten Torsionsfederelements
(9) angeordnet sind, wobei die Steuerung (8) aus der Differenz
der Lenkwinkelsollwerte der beiden Lenkwinkelsensoren (4, 5)
und der Kennlinie des Torsionsfederelements (9) ein an der
Lenkhandhabe (2) wirkendes Handmoment ermittelt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000132180 DE10032180A1 (de) | 2000-07-01 | 2000-07-01 | Steer-by-wire-Lenksystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000132180 DE10032180A1 (de) | 2000-07-01 | 2000-07-01 | Steer-by-wire-Lenksystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10032180A1 true DE10032180A1 (de) | 2002-01-17 |
Family
ID=7647538
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000132180 Withdrawn DE10032180A1 (de) | 2000-07-01 | 2000-07-01 | Steer-by-wire-Lenksystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10032180A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN103625546A (zh) * | 2013-12-09 | 2014-03-12 | 中联重科股份有限公司 | 辅助助力转向控制方法、装置和车辆 |
| EP2628659A3 (de) * | 2012-02-17 | 2014-12-31 | Jtekt Corporation | Fahrzeuglenkungssystem |
| WO2015024643A1 (de) * | 2013-08-23 | 2015-02-26 | Audi Ag | Lenkanschlag |
-
2000
- 2000-07-01 DE DE2000132180 patent/DE10032180A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |