DE10031812A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Betonsteinen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von BetonsteinenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Betonsteinen, bei dem Beton in einen Formenkasten auf einem Brett gegossen, nach Verdichtung entschalt und die frisch entschalten Steine auf dem Brett mit gleichmäßiger Geschwindigkeit zu einem Aushärtelager vorgeschoben werden. Um die Herstellung von Betonsteinen mit einer ästhetisch gefälligeren Oberflächenstruktur zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, dass Besen (8) durch einen Antrieb (10) in einer Richtung (B) senkrecht zur Vorschubrichtung und parallel zur Oberfläche der Betonsteine (2) bürstend über die Oberfläche der vorgeschobenen Betonsteine hin- und herbewegt werden, wobei Amplitude und Frequenz der Hin- und Herbewegung der Besen (8) unregelmäßig variiert werden. Dadurch erhalten die Betonsteine eine ästhetisch ansprechende, unregelmäßige Oberflächenstruktur.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Betonsteinen und eine Vorrichtung zur Durchführung des Ver
fahrens.
Zur Herstellung von Betonsteinen werden meist sogenannte Brett
fertiger verwendet, worunter Maschinen verstanden werden, in
denen Betonsteine durch Schütten von Beton in einen Formenkasten
auf einem Brett als Unterlage hergestellt werden können. Dazu
wird Beton in die oben offenen, im Querschnitt meistens recht
eckigen Formtaschen des Formenkastens geschüttet, und der Beton
anschließend durch Rütteln und/oder Pressen verdichtet. Die
verdichteten Betonsteine werden anschließend nach Hochfahren des
Formenkastens (Entschalung) auf dem Brett aus der Maschine her
ausgefahren und schließlich ins Aushärtelager verbracht. Beim
Herausfahren wird das Brett mit den frisch entschalten Steinen
auf einer Fördereinrichtung in Intervallen mit gleichmäßiger
Geschwindigkeit vorgeschoben.
Der Begriff "Betonstein" wird für die Zwecke der vorliegenden
Anmeldung in einem allgemeinen Sinne gebraucht und soll sowohl
Betonpflastersteine, Betonplatten, Gehwegplatten, Bordsteine und
Betonmauersteine umfassen.
In der Regel werden Betonsteine an ihrer Oberfläche mit einer
Vorsatzschicht versehen, indem zunächst die Formtaschen des
Formenkastens mit Kernbeton nahezu aufgefüllt werden und nach
einer Vorverdichtung eine dünne Schicht Vorsatzbeton darüber
geschüttet wird. Um eine ausreichende Festigkeit des Steins zu
erreichen, ist der Kernbeton relativ grobkörnig, während für die
Vorsatzschicht eine Mischung aus feinkörnigerem Zuschlagmaterial
verwendet wird.
In manchen Fällen ist es erwünscht, die Oberflächen der Beton
steine zu strukturieren, d. h. ihnen eine von einer glatten,
gleichmäßig ebenen Oberfläche abweichende Oberflächenstruktur zu
geben. Zu diesem Zweck ist es bekannt, die Oberfläche der ent
schalten Betonsteine mittels angetriebenen Rollen, deren Längs
achse quer zur Vorschubrichtung des Brettes liegt, zu bearbei
ten, wobei die Rollen so in Rotation versetzt werden, dass die
Rollenoberfläche entgegen der Vorschubrichtung über die Ober
flächen der Betonsteine reibt und dabei geradlinige und gleich
mäßige Riefen erzeugt. Auf diese Weise erhält die Oberfläche der
Betonsteine eine rillenförmige Strukturierung, die in manchen
Fällen als ästhetisch ansprechend empfunden wird, da die Steine
dadurch ein rustikales Erscheinungsbild erhalten. Die so herge
stellten Betonsteine sind jedoch in ihrem Erscheinungsbild nicht
vollständig befriedigend, da eine weitgehend gleichmäßige und
geradlinige Riefenstruktur die gewünschten Effekte nur ansatz
weise bewirken kann.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Herstellung von Betonsteinen zu schaffen, das es ermöglicht,
Betonsteine mit einer ästhetisch gefälligen Oberfläche zu produ
zieren.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruchs 1 in Verbindung mit dessen Oberbegriff.
Vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens sind in den Unter
ansprüchen aufgeführt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Oberfläche der Beton
steine, die auf dem Brett liegend vorgeschoben werden, mit Besen
gefegt, die senkrecht zur Vorschubrichtung und parallel zur
Oberfläche der vorgeschobenen Betonsteine durch einen Antrieb
hin- und herbewegt werden, wobei Amplitude und Frequenz der Hin-
und Herbewegung der Besen unregelmäßig variiert werden. Durch
diese unregelmäßige Hin- und Herbewegung der Besen in Kombina
tion mit der Vorschubbewegung der Betonsteine wird eine voll
ständig unregelmäßige wellenförmige Strukturierung der Oberflä
che der Betonsteine erzielt. Die Oberfläche des einzelnen Beton
steins hat dadurch eine individuelle Oberflächenstruktur ohne
erkennbare Regelmäßigkeit, so dass jeder Betonstein eine indivi
duelle Erscheinung und eine ästhetisch ansprechende Oberflächen
struktur erhält.
Das Merkmal, dass die Amplitude und Frequenz der Hin- und Herbe
wegung der Besen unregelmäßig variiert werden, bedeutet nicht,
dass die Bewegung notwendig absolut unregelmäßig ist, d. h. über
haupt keine endliche Periodizität aufweist, sondern soll zum
Ausdruck bringen, dass wenigstens über den Abstand von einigen
Betonsteinen keine Periodizität in der Variation der Amplitude
und Frequenz sichtbar wird. Über große Abstände, d. h. lange
Periodendauern, könnten grundsätzlich aber regelmäßige Variatio
nen der Amplitude und Frequenz auftreten. Es ist aber bevorzugt,
die Variation von Frequenz und Amplitude rein zufällig, d. h.
ohne Periodizität durchzuführen.
Ein Vorteil des vorliegenden Verfahrens liegt darin, dass bei
lageweiser Verlegung der Betonsteine sich die unregelmäßigen
Oberflächenstrukturen auf benachbarten Betonsteinoberflächen
fortsetzen, so dass eine besonders ansprechende ästhetische
Gesamtwirkung der Betonsteinanordnung erzielt wird.
Zusätzliche Variationen der Oberflächenstruktur der gefegten
Betonsteinoberflächen können dadurch bewirkt werden, dass der
Antrieb auch die Höhe der Besen über den Betonsteinen variiert,
indem die Besen in einer Richtung senkrecht zur Oberfläche der
Betonsteine bewegt werden.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die
Betonsteinoberfläche, nachdem sie durch die Besen bearbeitet
worden ist, gewaschen, was dadurch geschieht, dass eine Reihe
von Wasserspritzdüsen über die schrägstehende Oberfläche der
Betonsteine bewegt wird. Durch dieses Waschen der durch die
Besen bearbeiteten Oberfläche wird nicht nur Leim, sondern auch
Zuschlagmaterial ausgewaschen, was zu einer Abrundung aller
Kanten und Ränder führt. Insbesondere werden dadurch auch die
eingefegten Rillen und die Ränder der Betonsteinoberfläche abge
rundet, was zu einem ästhetisch besonders gefälligen Eindruck
der Steinoberfläche führt.
In vorteilhaften Ausführungsformen ist ferner vorgesehen, dass
nach dem Aushärten der Betonsteine eine weitere Oberflächenbe
handlung der zuvor durch die Besen strukturierten Oberfläche der
Betonsteine durchgeführt wird. Diese weitere Oberflächenbehand
lung kann zum Beispiel durch Schleifen erfolgen, was mittels
eines Diamantschleifers und/oder durch Polieren mit Steinschei
ben erfolgen kann. Ein anderes Beispiel für eine Oberflächenbe
handlung nach dem Aushärten ist das Kugelstrahlen, was durch
Strahlen feiner Stahlkugeln auf die Oberflächen der Betonsteine
ausgeführt wird, wodurch die Oberfläche zusätzlich kleine Unre
gelmäßigkeiten erhält. Eine weitere Möglichkeit der zusätzlichen
Oberflächenbehandlung ist das sogenannte Stocken, was durch
Bearbeiten der Oberfläche mit kleinen Hämmerchen oder Meißeln
durchgeführt wird.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbei
spiels in der einzigen Figur näher erläutert.
In der Figur ist schematisch ein Brett 4 dargestellt, das ent
lang der Richtung A aus der Fertigungsmaschine transportiert
wird. Auf dem Brett liegt die Anordnung der frisch entschalten
Betonsteine 2. Oberhalb des Brettes 4 ist ein Antrieb 10 aufge
hängt (Aufhängung nicht dargestellt), der an seiner Unterseite
eine Stange 11 trägt, die mit einem Gestänge 9 verbunden ist,
das unten wiederum eine Stange 6 trägt. An der Stange sind unten
Besen 8 angebracht, wobei ein durchgängiger Besen wie in der
Figur dargestellt oder mehrere einzelne Besen vorgesehen sein
können.
Der Antrieb 10 ist dazu ausgelegt, die Stange 6 über das Gestän
ge 9, 11 in einer Richtung B senkrecht zur Vorschubrichtung A
und parallel zur Oberfläche der Betonsteine 2 hin und her zu
bewegen. Dabei ist der Antrieb so ausgestaltet, dass die Ampli
tude der Hin- und Herbewegung sowie deren Frequenz unregelmäßig
variiert werden. Diese unregelmäßig oszillierende Bewegung ent
lang der Richtung B bewirkt im Zusammenspiel mit der Vorschubbe
wegung der Betonsteine in Richtung A ein unregelmäßiges Fegen
der Oberflächen der Betonsteine 2, wodurch die Oberflächen mit
unregelmäßig geformten Riefen strukturiert werden.
Die Variation der Amplitude und der Frequenz der Hin- und Herbe
wegung der Besen 6 in Richtung B kann vollständig unregelmäßig
oder zufällig sein. Es ist aber auch möglich, dass die Variation
sich mit einer langen Periode wiederholt, wenn diese Periodizi
tät groß im Vergleich zur Länge einiger benachbarter Betonsteine
ist.
Nach dem Fegen mit der in der Figur dargestellten Vorrichtung
kann das Brett mit den daraufliegenden Betonsteinen einem Wasch
schritt unterzogen werden, wozu das Brett 4 leicht schräg ge
stellt wird und eine Anordnung von Wasserspritzdüsen über die
Oberfläche geführt wird. Durch das Waschen werden alle Kanten
und Ränder auf der Oberfläche der Betonsteine abgerundet, was
eine ästhetisch besonders gefällige Oberflächenstruktur ergibt.
Nach dem Aushärten der Betonsteine können dann weitere Oberflä
chenbearbeitungen vorgenommen werden, z. B. durch Schleifen,
Kugelstrahlen oder Stocken.
Die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens weist eine Besen
anordnung auf, die über eine Trägeranordnung mit einem Antrieb
verbunden ist, wobei der Antrieb dazu ausgelegt ist, die Besen
anordnung in einer Richtung B senkrecht zur Vorschubrichtung und
parallel zur Oberfläche der vorgeschobenen Betonsteine 2 fegend
über die Oberfläche hin- und herzubewegen, wobei Amplitude und
Frequenz der Hin- und Herbewegung unregelmäßig variiert werden.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung von Betonsteinen, bei dem Beton in
einen Formenkasten auf einem Brett geschüttet, nach Verdich
tung entschalt und die frisch entschalten Steine auf dem
Brett in Intervallen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit vor
geschoben und schließlich zu einem Aushärtelager transpor
tiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass Besen (8) durch
einen Antrieb (10) in einer Richtung (B) senkrecht zur Vor
schubrichtung und parallel zur Oberfläche der Betonsteine
(2) fegend über die Oberfläche der vorgeschobenen Betonstei
ne hin- und herbewegt werden, wobei Amplitude und Frequenz
der Hin- und Herbewegung der Besen (8) unregelmäßig variiert
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Besen (8) in einer Richtung (B) senkrecht zur Vorschubrich
tung der Betonsteine (2) auf dem Brett (4) und parallel zu
deren Oberfläche an einer Stange (6) aufgehängt sind, die
mit dem Antrieb (10) verbunden ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass der Antrieb (10) die Höhe der Besen (8)
über den Betonsteinen (2) variiert, indem die Besen in einer
Richtung (C) senkrecht zur Oberfläche der Betonsteine (2)
bewegt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die durch die Besen (8) gefegten Beton
steine (2) einem Waschschritt unterzogen werden, indem eine
Reihe von Wasserspritzdüsen über die durch Kippen des Bret
tes (4) schräg stehende Oberfläche der Betonsteine (2) be
wegt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Schritte, dadurch
gekennzeichnet, dass die zuvor durch die Besen (6) bearbeiteten
Oberflächen der Betonsteine (2) nach deren Aushärten
einer weiteren Oberflächenbehandlung durch Schleifen unter
zogen werden, indem ein Diamantschleifer über die Oberflä
chen geführt wird und/oder die Oberflächen mit Steinscheiben
poliert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass die zuvor durch die Besen (6) bearbeiteten
Oberflächen der Betonsteine (2) nach deren Aushärten einer
weiteren Oberflächenbehandlung durch Kugelstrahlen unter
zogen werden, indem feine Stahlkugeln auf die Oberflächen
gestrahlt werden.
7. Verfahren nach einem der Anspruche 6, dadurch gekennzeich
net, dass die zuvor durch die Besen (6) bearbeiteten Ober
flächen der Betonsteine (2) nach deren Aushärten vor der
Oberflächenbearbeitung durch Kugelstrahlen geschliffen wer
den, indem ein Diamantschleifer über die Oberflächen geführt
wird und/oder die Oberflächen mit Steinscheiben poliert
werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass die zuvor durch die Besen (6) bearbeiteten
Oberflächen der Betonsteine (2) nach deren Aushärten einer
weiteren Oberflächenbehandlung durch Stocken unterzogen
werden, indem die Oberflächen durch Einwirkung kleiner Häm
merchen oder Meißel bearbeitet werden.
9. Vorrichtung zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der
vorhergehenden Ansprüche.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000131812 DE10031812A1 (de) | 2000-06-30 | 2000-06-30 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Betonsteinen |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE10031812A1 true DE10031812A1 (de) | 2002-01-17 |
Family
ID=7647294
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|---|---|---|---|
| DE2000131812 Withdrawn DE10031812A1 (de) | 2000-06-30 | 2000-06-30 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Betonsteinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10031812A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN103331812A (zh) * | 2013-07-19 | 2013-10-02 | 安徽建鑫新型墙材科技有限公司 | 用于加气砌块生产的侧板自动除粘料装置 |
| EP3928923A1 (de) | 2020-06-16 | 2021-12-29 | Schindler GmbH | Vorrichtung und verfahren zur oberflächenbearbeitung einer gesteins- oder betonoberfläche |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3918271A1 (de) * | 1987-12-09 | 1990-12-13 | Metten Produktion & Handel | Verfahren zum herstellen und/oder behandeln von betonsteinen |
| DE19808494A1 (de) * | 1998-02-27 | 1999-09-16 | Wiesner Betonwerk Gmbh | Verfahren zur Herstellung von künstlichen Pflastersteinen, sowie hiermit hergestellte Pflastersteine und Pflasterdecke hiermit |
-
2000
- 2000-06-30 DE DE2000131812 patent/DE10031812A1/de not_active Withdrawn
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| EP3928923A1 (de) | 2020-06-16 | 2021-12-29 | Schindler GmbH | Vorrichtung und verfahren zur oberflächenbearbeitung einer gesteins- oder betonoberfläche |
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