DE10030825A1 - Vorrichtung zur drehmomentfreien Betätigung eines Schließgliedes für ein Hubventil - Google Patents
Vorrichtung zur drehmomentfreien Betätigung eines Schließgliedes für ein HubventilInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur drehmomentfreien Betätigung eines Schließgliedes für ein Hubventil, die unter Verwendung eines einfachen Stellantriebes selbst ebenfalls einfach aufgebaut ist und einen unkomplizierten Austausch des Schließgliedes ermöglicht. Dies wird dadurch erreicht, daß die Ventilstange (3) durchgängig als Hohlstange ausgebildet, bis an das Verschlußteil (2a) oder eine in Richtung des Stellantriebes 11 ausgebildete axiale Fortsetzung (2a·*·) desselben herangeführt und dort innerhalb einer zentrisch angeordneten, axial orientierten zylindrischen Ausnehmung (3b) mittelbar oder unmittelbar mit dem Verschlußteil (2a) oder der Fortsetzung (2a·*·) lösbar und derart formschlüssig verbunden ist, daß die Achsen von Ventilstange (3) und Verschlußteil (2a) koaxial fluchten, und daß in axialer Richtung kein Bewegungsfreiheitsgrad und in Umfangsrichtung ein relativer Bewegungsfreiheitsgrad zwischen der Ventilstange (3) und dem Verschlußteil (2a) gegeben ist (Figur 1).
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur drehmomentfreien Betätigung eines
Schließgliedes für ein Hubventil, insbesondere für ein Hubventil, in dem ein als
Faltenbalg oder Weltrohr ausgebildeter Balg eine Ventilstangen-Durchführung
durch das Ventilgehäuse derart überbrückt, daß er die Ventilstange umschließt
und einerseits an einem Verschlußteil des Schließgliedes und andererseits un
mittelbar oder mittelbar am Ventilgehäuse befestigt ist, mit einem Stellantrieb, der
mit der Ventilstange lösbar verbunden ist, insbesondere einem Stellantrieb, der
bei Beaufschlagung mit einem Druckmittel eine Hubbewegung gegen die Wirkung
wenigstens einer Rückstellfeder ausführt.
Eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art ist der EP 0 508 658 B1 zu entneh
men. Dort wird die Verdrehung der Ventilstange, die eine entsprechende Verdre
hung und damit zusätzliche Beanspruchung des Balges hervorrufen würde, wobei
die Verdrehung durch Betätigung des als Spindel/Mutter-System ausgeführten
Handantriebes initiiert wird, durch eine im Bereich zwischen Handantrieb und
Ventilgehäuse vorgesehene Verdrehsicherung verhindert. Die Verdrehsicherung
besteht im vorliegenden Fall aus einer an der Ventilstange angeordneten Keilein
richtung, die in eine Keilhülse eingreift. Die Keilhülse selbst ist in dem sie auf
nehmenden Gehäuse durch geeignete Einrichtungen gegen Verdrehung festge
legt.
Aus der DE 42 43 111 A1 ist eine aseptische Doppelsitz-Ventilvorrichtung be
kannt, bei der die die Ventilstangen umschließenden Bälge an ihren beiden En
den an zwei verschiedenen Bauteilen befestigt sind, die eine - wenn auch nur
geringfügige - Verdrehung relativ zueinander ausführen. In diesem Zusammen
hang wurde bereits erkannt, daß die beispielsweise aus dünnwandigem Edelstahl
bestehenden Bälge verhältnismäßig empfindlich gegen Beschädigung sind. Sie
werden beim Öffnen und Schließen der Ventilteller auf Stauchen bzw. Strecken
beansprucht. Überlagert sich nun durch Torsionsbeanspruchung eine weitere Beanspruchungsart,
so sind die Bälge in erhöhtem Maße der Bruchgefahr ausge
setzt. Die Torsionsbeanspruchung der Bälge resultiert in erster Linie aus der Ver
drehung der Ventilstangen, die in geringem Maße bei jedem Öffnungs- und
Schließhub durch einen in üblicher Weise zur Anwendung kommenden Stellan
trieb, der bei Beaufschlagung mit einem Druckmittel eine Hubbewegung gegen
die Wirkung wenigstens einer Rückstellfeder ausführt, hervorgerufen wird. In der
artigen Stellantrieben ist in der Regel wenigstens eine Schraubenfeder angeord
net, deren jeweilige Enden beim Stauchen und Strecken eine Relativbewegung in
Umfangsrichtung zueinander ausführen. Diese Relativbewegung überträgt sich
auf einen unter Federvorspannung stehenden zugeordneten Kolben, der wieder
um mit der zugeordneten Ventilstange im Eingriff steht, so daß die Drehbewegung
vom Kolben auf die Ventilstange übertragen wird. Zur Lösung des Problems wird
in der DE 42 43 111 A1 vorgesehen, diejenigen Teile, an denen die Bälge befe
stigt sind, drehfest miteinander zu verbinden, womit eine Torsion der Bälge ver
mieden werden soll. Zum Herstellen der Drehfestigkeit der beteiligten Teile wird
vorgeschlagen, beispielsweise einen Stift zu verwenden, der die beiden Ventiltel
ler gegen relative Verdrehung sichert und damit auch den unteren Balg gegen
Torsion. Ähnliche Maßnahmen werden bezüglich des oberen Balges vorgeschla
gen.
Eine andere Möglichkeit zur Verhinderung der Verdrehung der Ventilstange und
damit des zugeordneten Balges besteht beispielsweise darin, bei Stellantrieben,
die bei Beaufschlagung mit einem Druckmittel eine Hubbewegung gegen die Wir
kung wenigstens einer Rückstellfeder ausführen, auf eine drehfeste Verbindung
zwischen dem Kolben und der zugeordneten Ventilstange bewußt zu verzichten.
Dies erfordert allerdings zusätzliche konstruktive Maßnahmen, die jedoch die
Reibungskräfte zwischen den nunmehr relativ zueinander in Umfangsrichtung
beweglichen Teilen nicht gänzlich ausschließen können, so daß Restmomente
bei der Betätigung des Hubventils vom Stellantrieb auf die Ventilstange übertra
gen werden.
In jedem Falle werden die Stellantriebe durch die notwendigen Maßnahmen zur
Vermeidung von lebensdauerverkürzenden Torsionsbeanspruchungen in ihrem
Aufbau aufwendiger.
In ihrem Aufbau sehr einfache Stellantriebe, bei denen eine mit dem Kolben
drehfest verbundene Kolbenstange mit der aus dem Ventilgehäuse herausge
führten Ventilstange lösbar verbunden ist, finden beispielsweise bevorzugt An
wendung bei aseptischen Ventilen, deren typischer Vertreter beispielsweise in der
DE 32 15 799 C2 beschrieben ist. Dieser Druckschrift ist allerdings nicht zu ent
nehmen, wie der Balg vor einer Torsionsbeanspruchung zu schützen ist. Jeden
falls sind zwischen Steilantrieb und Schließglied - der Stellantrieb selbst ist nicht
dargestellt - keinerlei Maßnahmen offenbart, die eine drehmomentfreie Betätigung
des Schließgliedes sicherstellen. Das bekannte aseptische Ventil thematisiert
jedoch eine wünschenswerte Eigenschaft, die derartige Ventile aufweisen müs
sen, nämlich das einfache Auswechseln eines aus Verschlußteil, Balg und An
schlußflansch bestehenden Schließgliedes in Form einer als Ganzes auswech
selbaren sog. Ersatz-Einheit. Eine derartige Forderung verlangt in jedem Falle
nach einer lösbaren Verbindung zwischen Ventilstange und Verschlußteil.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art zu
schaffen, die unter Verwendung eines einfachen Stellantriebes selbst ebenfalls
einfach aufgebaut ist und einen unkomplizierten Austausch des Schließgliedes
ermöglicht.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Aus
führungsformen der vorgeschlagenen Erfindung sind Gegenstand der Unteran
sprüche.
Aufgrund der Tatsache, daß die Ventilstange bis an das Verschlußteil oder eine
axiale Fortsetzung desselben herangeführt und dort innerhalb einer zentrisch an
geordneten, axial orientierten zylindrischen Ausnehmung mittelbar oder unmittel
bar mit dem Verschlußteil lösbar verbunden ist, wird aufgabengemäß ein unkomplizierter
Austausch des Schließgliedes, beispielsweise bei Beschädigung, mög
lich. Der wesentliche Vorteil besteht jedoch darin, daß an der ohnehin notwendi
gen Verbindungsstelle zwischen Verschlußteil und Ventilstange gleichzeitig auch
ein Drehgelenk vorgesehen ist. Diese Ausgestaltung wird durch einen geeigneten
Formschluß zwischen dem Verschlußteil oder dessen in Richtung des Stellantrie
bes ansgebildeter axialer Fortsetzung und der Ventilstange erreicht, durch den
die Achsen der Ventilstange und des Verschlußteils koaxial fluchten und durch
den in axialer Richtung keine und in Umfangsrichtung eine Relativverschiebung
zwischen der Ventilstange und dem Verschlußteil möglich ist. Dies bedeutet mit
anderen Worten, daß in axialer Richtung kein Bewegungsfreiheitsgrad und in
Umfangsrichtung ein relativer Bewegungsfreiheitsgrad zwischen der Ventilstange
und dem Verschlußteil bestimmungsgemäß gegeben ist. Aufgrund dieser an der
vorgesehenen Stelle überraschend einfach auszuführenden Ausgestaltung wird
eine aus der Kinematik des Stellantriebes resultierende Drehbewegung der Ven
tilstange von dem Schließglied und damit vom Balg wirksam ferngehalten. Des
weiteren ist der Einsatz eines relativ einfachen standardisierten Stellantriebes
möglich, bei dem die Kolbenstange drehfest mit dem Kolben verbunden ist und
mit dem die aus dem Ventilgehäuse herausgeführte Ventilstange ebenfalls dreh
fest verbunden werden kann.
Die Erfindung läßt sich besonders einfach realisieren, wenn, wie dies vorgeschla
gen wird, die zylindrische Ausnehmung im verschlußteilseitigen Ventilstangenen
de ausgebildet ist.
Eine überraschend einfache und damit kostengünstige Lösung wird weiterhin er
reicht, wenn, gemäß einer vorgeschlagenen Ausgestaltung, am Verschlußteil oder
an dessen axialer Fortsetzung ein zylindrischer Ansatz ausgebildet ist, der sich in
einer Hülse, mit der er mittels einer Verschraubung fest verbunden ist, koaxial
fluchtend fortsetzt. Der zylindrische Ansatz und die Hülse finden in der zylindri
schen Ausnehmung jeweils mit geringem Spiel Aufnahme, und entweder das Ver
schlußteil oder dessen zylindrischer Ansatz findet über eine an der Ventilstange
ausgebildete, dem Verschlußteil zugewandte Anschlagfläche in axialer Richtung
Anlage. Die Hülse ist in der zylindrischen Ausnehmung formschlüssig festgelegt
über ein sowohl in eine erste umlaufende Nut in der Ventilstange als auch in eine
zweite umlaufende Nut in der Hülse jeweils radial eingreifendes Verbindungsmit
tel. Diese Festlegung erfolgt dabei dergestalt, daß die Hülse in Richtung zum ver
schlußteilseitigen Ende der zylindrischen Ausnehmung axial unverschieblich und
in entgegengesetzter Richtung, nach Lösen der Verschraubung zwischen Hülse
und Verschlußteil, axial verschieblich ist.
Die Anordnung sowohl der axialen Festlegung zwischen Verschlußteil und Ventil
stange als auch des an dieser Stelle zwischen den beiden Bauteilen gebildeten
Drehgelenks ist in der zylindrischen Ausnehmung im Regelfall ohne Schwierig
keiten möglich, wenn die zylindrische Ausnehmung im verschlußteilseitigen Ven
tilstangenende ausgebildet ist, da für diesen Bereich innerhalb des Balges für die
als Hohlstange ausgebildete Ventilstange relativ viel Raum zur Verfügung steht.
Das für das Drehgelenk notwendige radiale Spiel läßt sich leicht zwischen Hülse
und zylindrischem Ansatz einerseits und der zylindrischen Ausnehmung in der
Ventilstange andererseits realisieren. Der Formschluß zwischen Hülse und ver
schlußteilseitigem Ventilstangenende wird erst aufgelöst, wenn die Verschrau
bung zwischen Hülse und Verschlußteil gelöst und die Hülse in der einzig mögli
chen Richtung, nämlich vom Verschlußteil weg, innerhalb der zylindrischen Aus
nehmung verschoben wird. Eine derartige Manipulation ist jedoch nur dann not
wendig, wenn die Hülse aus der zylindrischen Ausnehmung entfernt werden soll.
Zum Austausch des Schließgliedes ist es lediglich erforderlich, die Verschrau
bung zwischen Hülse und Verschlußteil zu lösen und das Schließglied durch Her
ausziehen des am Verschlußteil vorgesehenen zylindrischen Ansatzes aus der
zylindrischen Ausnehmung von der Ventilstange zu demontieren.
Eine sehr einfache formschlüssige Verbindung zwischen Hülse und Ventilstange
mit den gewünschten Eigenschaften wird gemäß einer anderen Ausgestaltung
dadurch sichergestellt, daß das Verbindungsmittel als Runddraht-Sprengring
ausgebildet ist.
Wird, wie dies eine weitere Ausführungsform vorsieht, die Hülse durchmesser
kleiner als der zylindrische Ansatz ausgeführt, so daß eine radial über die Hülse
überstehende Stirnfläche des Verschlußteils oder des zylindrischen Ansatzes an
der am Ventilstangenende ausgeführten komplementären Anschlagfläche anliegt,
dann ergeben sich dadurch zwei Vorteile. Zum einen kann der zylindrische An
satz in einer eigenständigen zugeordneten zylindrischen Ausnehmung abgedich
tet werden, zum andern steht dadurch in der Richtung, in der das Verbindungs
mittel gegenüber der Hülse keine axialen Kräfte übertragen kann, da die Hülse in
axialer Richtung ausbaubar sein muß, eine Anschlagfläche zur Verfügung, die,
vom Balg aus gesehen, hinter der Abdichtung liegt und an der beim Schließen
des Schließgliedes die notwendigen Schaltkräfte von der Ventilstange auf das
Verschlußteil übertragen werden können.
Um die Verbindung zwischen Hülse und Verschlußteil und damit zwischen
Schließglied und Ventilstange auf einfachste Weise lösen zu können, sieht eine
andere Ausgestaltung vor, daß zur Verschraubung zwischen Hülse und Ver
schlußteil ein Zugang über ein antriebsseitiges Ventilstangenende der Ventilstan
ge besteht. Dies wird dadurch ohne weiteres möglich, daß die Ventilstange
durchgängig als Hohlstange ausgebildet und über die Hohlstangenbohrung ein
Zugriff zur vorzugsweise mittels einer sog. Innensechskantschraube ausgeführten
Verschraubung gegeben ist.
Um den Balg von innen zu schützen und zu stützen, sieht eine weitere Ausfüh
rungsform vor, daß das verschlußteilseitige Ventilstangenende den Balg mit ge
ringem radialen Spiel berandet. Die hierzu erforderliche Durchmessererweiterung
des verschlußteilseitigen Ventilstangenendes schafft andererseits innenseits den
notwendigen Raum für die Unterbringung der vorstehend beschriebenen Hübe
für deren Verschraubung mit dem Verschtußteil und für das der formschlüssigen
Verbindung zwischen Hülse und Ventilstange dienende Verbindungsmittel.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
nachfolgend beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 einen Mittelschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform der Vor
richtung gemäß der Erfindung, wobei das gesamte Hubventil und eine
angrenzende Laterne vollständig geschnitten sind und ein auf die La
terne aufgesetzter Stellantrieb teilweise geschnitten ist und
Fig. 2 ebenfalls im Mittelschnitt und in starker Vergrößerung eine in Fig. 1
mit "X" gekennzeichnete Einzelheit im Bereich eines als Runddraht-
Sprengring ausgebildeten Verbindungsmittels.
Ein Hubventil 1 (Fig. 1) besteht aus einem Ventilgehäuse 1a mit einem ersten
und einem zweiten Gehäuseanschluß 1b bzw. 1c. In dem Ventilgehäuse 1a ist ein
Schließglied 2 angeordnet, welches mit seinem Verschlußteil 2a eine vom zweiten
Gehäuseanschluß 1c gebildete, nicht näher bezeichnete Durchgangsöffnung
verschließt. Dabei kann das Verschlußteil 2a aus einem einzigen Werkstoff oder,
wie im vorliegenden Falle, aus einer ersten Werkstoffkomponente im äußeren
Bereich und einer zweiten Werkstoffkomponente im Kernbereich bestehen.
Das Verschlußteil 2a oder eine in Richtung des Stellantriebes 11 ausgebildete
axiale Fortsetzung 2a* desselben ist über eine Ventilstange 3 mit einem Stellan
trieb 11 verbunden, der außerhalb des Ventilgehäuses 1a mit der aus letzterem
herausgeführten Ventilstange 3 lösbar verbunden ist. Ein nicht näher bezeichne
tes Gehäuse des Stellantriebes 11 stützt sich über eine Laterne 7 am Ventilge
häuse 1a ab. Bei dem Stellantrieb 11 handelt es sich um einen solchen, dessen
Kolben 11a bei Beaufschlagung mit einem Druckmittel eine Hubbewegung gegen
die Wirkung wenigstens einer Rückstellfeder 11b ausführt. Der Kolben 11a ist mit
einer Kolbenstange 11c drehfest verbunden, deren ventilgehäuseseitiges Ende
mit der Ventilstange 3, die durchgängig als Hohlstange ausgeführt ist, an deren
antriebsseitigem Ventilstangenende 3c drehfest verbunden ist. Dabei kann diese
Verbindung zwischen der Ventilstange 3 und der Kolbenstange 11c innerhalb des
Stellantriebes 11 oder außerhalb desselben oder im Bereich der Verbindung zwi
schen Stellantrieb 11 und Laterne 7 vorgesehen werden.
Innerhalb des Ventilgehäuses 1a überbrückt ein als Faltenbalg ausgebildeter
Balg 2b die Durchführung der Ventilstange 3 durch das Ventilgehäuse 1a derart,
daß er die Ventilstange 3 umschließt und einerseits an dem Verschlußteil 2a des
Schließgliedes 2 und andererseits mittelbar über einen Anschlußflansch 2c in
Verbindung mit einem Stützring 8 im Ventilgehäuse 1a befestigt ist. Anschluß
flansch 2c, Stützring 8 und der in Frage kommende Bereich des Ventilgehäuses
1a werden über einen nicht näher bezeichneten Flansch der Laterne 7 fixiert und
zusammengehalten, wobei im vorliegenden Falle eine Klemmverbindung 9 vorge
sehen ist. Das vorstehend beschriebene Hubventil 1 entspricht insoweit dem
Stand der Technik und wird in der dargestellten Ausführungsform auch als asepti
sches Hubventil bezeichnet.
Die erfindungsgemäßen Merkmaie werden nachfolgend beschrieben. Die Ventil
stange 3, die durchgängig als Hohlstange ausgebildet ist, ist bis an das Ver
schlußteil 2a herangeführt und weist dort eine zentrische, axial orientierte zylin
drische Ausnehmung 3b auf. Ein am Verschlußteil 2a ausgebildeter zylindrischer
Ansatz 2d ist mit einer Hülse 4 derart verbunden, daß die Achse des zylindrischen
Ansatzes 2d und jene der Hülse 4 koaxial fluchten. Letztere weist innenseits eine
zentrische Durchgangsbohrung 4a auf, über die die Hülse 4 mittels eines Verbin
dungsbolzens 5, vorzugsweise einer Innensechskantschraube, mit dem zylindri
schen Ansatz 2d und damit mit dem Verschlußteil 2a fest verschraubt ist. Der zy
lindrische Ansatz 2d und die Hülse 4 finden in der zylindrischen Ausnehmung 3b
jeweils mit geringem radialen Spiel Aufnahme. Dabei ist die Hülse 4 in der zylin
drischen Ausnehmung 3b formschlüssig festgelegt über ein sowohl in eine erste
umlaufende Nut 3d im verschlußteilseitigen Ventilstangenende 3a als auch in ei
ne zweite umlaufende Nut 4b in der Hülse 4 jeweils radial eingreifendes Verbin
dungsmittel 6 (s. auch Fig. 2). Bei diesem Verbindungsmittel 6 handelt es sich
vorzugsweise um einen sog. Runddraht-Sprengring. Die Darstellung macht deut
lich, daß die Hülse 4 in Richtung zum verschlußteilseitigen Ende der zylindri
schen Ausnehmung 3b axial unverschieblich und in entgegengesetzter Richtung,
zum Stellantrieb 11 hin und allerdings erst nach Lösen der Innensechskant
schraube 5 aus einem Muttergewinde 2e im Verschlußteil 2a, verschieblich ist.
Da die Ventilstange 3 durchgängig als Hohlstange ausgeführt ist, besteht über
das antriebsseitige Ventilstangenende 3c ein Zugang zur Innensechskantschrau
be 5, so daß diese von dieser Seite her angezogen und auch gelöst werden kann.
Um den Balg 2b von innen zu schützen und zu stützen, berandet das verschluß
teilseitige Ventilstangenende 3a den Balg 2b mit geringem radialen Spiel. Durch
diese radiale Ausdehnung der Ventilstange 3 in diesem Bereich wird hinreichend
Raum geschaffen für den Einbau der Hülse 4, des Runddraht-Sprengringes 6 so
wie der Innensechskantschraube 5.
Weitere Einzelheiten der formschlüssigen Verbindung zwischen der Hülse 4 in
Verbindung mit dem Verschlußteil 2a einerseits und dem verschlußteilseitigen
Ventilstangenende 3a andererseits verdeutlicht Fig. 2. Der Runddraht-
Sprengring 6 wird in der in dem Ventilstangenende 3a ausgebildeten ersten Nut
3d halbkreisförmig umschlossen, so daß hier in beiden Bewegungsrichtungen der
Ventilstange 3 (Öffnen oder Schließen) ein Formschluß zwischen dem Runddraht-
Sprengring 6 und dem verschlußteilseitigen Ventilstangenende 3a gegeben ist.
Der Runddraht-Sprengring 6 wird andererseits in der zweiten Nut 4b nur auf ei
nem dem Verschlußteil 2a abgewandten und sich an die erste Nut 3d unmittelbar
anschließenden Viertelkreis von der Hülse 4 berandet. Dies macht deutlich, daß
bei der Öffnungsbewegung des Verschlußteiles 2a, initiiert durch die Ventilstange
3, eine diese Öffnungsbewegung begleitende Kraft Ö von dem verschlußteilseiti
gen Ventilstangenende 3a auf die Hülse 4 und in Verbindung mit dem zylindri
schen Ansatz 2d (mittels des Verbindungsbolzens 5) auf das Verschlußteil 2a
übertragen wird. Die Reaktionskraft Ö hierzu stützt sich über den Formschluß, der
zwischen dem Runddraht-Sprengring 6 und der Hülse 4 im Bereich der zweiten
Nut 4b gegeben ist, ab.
Bei der Schließbewegung des Hubventils 1 kann eine von der Ventilstange 3 auf
das Verschlußteil 2a zu übertragende Schließkraft S nicht über den Runddraht-
Sprengring 6 auf die Hülse 4 übertragen werden, da in dieser Richtung zwischen
Runddraht-Sprengring 6 und der zweiten Nut 4b der Hülse 4 kein Formschluß
besteht. Die Schließkraft S stützt sich vielmehr im dargestellten Ausführungsbei
spiel über eine Anschlagfläche 3e an der Stirnseite des verschlußteilseitigen
Ventilstangenendes 3a auf einer komplementären ringförmigen Stirnfläche 2f am
Verschlußteil 2a ab. Falls die Hülse 4 durchmesserkleiner als der zylindrische
Ansatz 2d ausgeführt ist, kann die vorgenannte Schließkraft S auch über eine
über die Hülse 4 radial nach außen überstehende Stirnfläche 2f* des zylindri
schen Ansatzes 2d an einer im Bereich des verschlußteilseitigen Ventilstangen
endes 3a ausgeführten, über den zylindrischen Ansatz 2d radial nach innen rück
springenden komplementären Anschlagfläche 3e* abgestützt werden.
Eine durchmesserkleinere Ausführung der Hülse 4 gegenüber dem zylindrischen
Ansatz 2d schafft darüber hinaus die Möglichkeit, letzteren in einer gegenüber der
zylindrischen Ausnehmung 3b erweiterten zylindrischen Ausnehmung 3b* um
fangseits abzudichten. Dadurch wird beispielsweise bei Bruch des Balges 2b ver
hindert, daß Medium über die Bruchstelle in den Innenraum der Ventilstange 3
und von dort über nicht näher bezeichnete Verbindungswege innerhalb der Ven
tilstange 3 und der angrenzenden Laterne 7 in die Umgebung gelangt. Die Ab
dichtung zwischen dem zylindrischen Ansatz 2d und dem verschlußteilseitigen
Ventilstangenende 3a erfolgt über eine in letzterem angeordnete Dichtung 10.
Die Montage und Demontage der Verbindung zwischen Schließglied 2 und Ventil
stange 3 gestaltet sich wie folgt (Fig. 1 und 2): Bei dem erstmaligem Zusam
menbau der Anordnung werden die Hülse 4 und die darin befindliche Innen
sechskantschraube 5 über das verschlußteilseitige Ventilstangenende 3a in die
zylindrische Ausnehmung 3b so weit eingeführt, bis dort die erste Nut 3d freiliegt.
Alsdann wird der Runddraht-Sprengring 6 in die Nut eingelegt und die Hülse 4
wird zusammen mit der Innensechskantschraube 5 vom antriebsseitigen Ventil
stangenende 3c her auf den Runddraht-Sprengring 6 aufgeschoben, bis die Hülse
4 mit ihrer zweiten Nut 4b an dem Runddraht-Sprengring 6 anliegt. Nunmehr kann
das Schließglied 2 auf das verschlußteilseitige Ventilstangenende 3a aufgescho
ben werden, bis der zylindrische Ansatz 2d in die zylindrische Ausnehmung 3b
eingreift. Hülse 4 und Verschlußteil 2a werden nun über das antriebsseitige Ven
tilstangenende 3c miteinander fest verschraubt.
Zum Austausch des Schließgliedes 2 ist lediglich ein Lösen der Verschraubung 5,
2e zwischen Hülse 4 und Verschlußteil 2a erforderlich. Das Schließglied 2 kann
nunmehr über den am Verschlußteil 2a ausgebildeten zylindrischen Ansatz 2d
aus der zylindrischen Ausnehmung 3b herausgezogen werden. Die Hülse 4 und
die Innensechskantschraube 5 können dabei unverändert in ihrer Lage verblei
ben, um anschließend beispielsweise mit einem anderen Schließglied 2 verbun
den zu werden.
Die Laterne 7 verfügt über wenigstens eine Laternenöffnung 7a (Fig. 1), über
die Leckagen, die beispielsweise bei einem Defekt des Balges 2b auftreten kön
nen und ihren Weg über die als Hohlstange ausgebildete Ventilstange 3 nehmen,
angezeigt und in die Umgebung abgeleitet werden. Dadurch werden Ventilgehäu
se 1a und Stellantrieb 11 im Rahmen der geltenden Sicherheitsphilosophie ein
deutig voneinander abgegrenzt.
Die Laterne 7 verfügt weiterhin über wenigstens zwei Spül- und Kontrollanschlüs
se 7b, über die der Innenraum des Balges 2b überwacht, gespült und eine ggf.
auftretende Leckage angezeigt und abgeführt werden kann. Zur besseren Ablei
tung der Leckagen aus den Balgfalten und ggf. zur besseren Spülung dieser Be
reiche sind im äußeren Mantelbereich des verschlußteilseitigen Ventilstangenen
des 3a Ausnehmungen 3f vorgesehen, die bis in den Bereich der unteren
Balgfalten eingreifen.
Die vorgeschlagene und im Ausführungsbeispiel dargestellte Lösung ermöglicht
eine Montage und Demontage des Schließgliedes mittels einfacher Standard
werkzeuge. Die mit einer Querbohrung 3g in der Ventilstange 3 zur Deckung zu
bringende Laternenöffnung 7a kann dabei zur Festlegung der Ventilstange 3 in
nerhalb der Laterne 7 und damit innerhalb des Ventilgehäuses 1a benutzt wer
den.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur drehmomentfreien Betätigung eines Schließgliedes für ein
Hubventil, insbesondere für ein Hubventil, in dem ein als Faltenbalg oder
Wellrohr ausgebildeter Balg eine Ventilstangen-Durchführung durch das Ven
tilgehäuse derart überbrückt, daß er die Ventilstange umschließt und einer
seits an einem Verschlußteil des Schließgliedes und andererseits unmittelbar
oder mittelbar am Ventilgehäuse befestigt ist, mit einem Stellantrieb, der mit
der Ventilstange lösbar verbunden ist, insbesondere einem Stellantrieb, der
bei Beaufschlagung mit einem Druckmittel eine Hubbewegung gegen die Wir
kung wenigstens einer Rückstellfeder ausführt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilstange (3)
- - durchgängig als Hohlstange ausgebildet ist,
- - bis an das Verschlußteil (2a) oder eine in Richtung des Stellantriebes (11) ausgebildete axiale Fortsetzung (2a*) desselben herangeführt und
- - dort innerhalb einer zentrisch angeordneten, axial orientierten zylindri schen Ausnehmung (3b) mittelbar oder unmittelbar mit dem Verschlußteil (2a) oder der Fortsetzung (2a*) lösbar und derart formschlüssig verbunden ist,
- - daß die Achsen von Ventilstange (3) und Verschlußteil (2a) koaxial fluch ten, und
- - daß in axialer Richtung kein Bewegungsfreiheitsgrad und in Umfangsrich tung ein relativer Bewegungsfreiheitsgrad zwischen der Ventilstange (3) und dem Verschlußteil (2a) gegeben ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrische
Ausnehmung (3b) im verschlußteilseitigen Ventilstangenende (3a) ausgebildet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
- - daß am Verschlußteil (2a) oder dessen axialer Fortsetzung (2a*) ein zylin drischer Ansatz (2d) ausgebildet ist,
- - der sich in einer Hülse (4), mit der er mittels einer Verschraubung (5, 2e) fest verbunden ist, koaxial fluchtend fortsetzt,
- - daß der zylindrische Ansatz (2d) und die Hülse (4) in der zylindrischen Ausnehmung (3b; 3b, 3b*) jeweils mit geringem radialen Spiel Aufnahme finden,
- - daß entweder das Verschlußteil (2a) bzw. dessen axiale Fortsetzung (2a*) oder der zylindrische Ansatz (2d) über eine an der Ventilstange (3; 3a) ausgebildete, dem Verschlußteil (2a) zugewandte Anschlagfläche (3e; 3e*) in axialer Richtung Anlage findet,
- - daß die Hülse (4) in der zylindrischen Ausnehmung (3b) formschlüssig festgelegt ist über ein sowohl in eine erste umlaufende Nut (3d) in der Ventilstange (3; 3a) als auch in eine zweite umlaufende Nut (4b) in der Hülse (4) jeweils radial eingreifendes Verbindungsmittel (6),
- - wobei die Hülse (4) in Richtung zum verschlußteilseitigen Ende der zylin drischen Ausnehmung (3b) axial unverschieblich und
- - in entgegengesetzter Richtung, nach Läsen der Verschraubung (5, 2e) zwischen Hülse (4) und Verschlußteil (2a), axial verschieblich ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Verbindungsmittel (6) als Runddraht-Sprengring ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülse (4) durchmesserkleiner als der zylindrische Ansatz (2d) ausgeführt ist,
und daß eine radial über die Hülse (4) überstehende Stirnfläche (2f; 2f) des
Verschlußteils (2a) oder der axialen Fortsetzung (2a*) oder des zylindrischen
Ansatzes (2d) an der an der Ventilstange (3; 3a) ausgeführten komplementä
ren Anschlagfläche (3e; 3e*) anliegt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Verschraubung (5, 2e) zwischen Hülse (4) und Verschlußteil (2a) ein
Zugang über ein antriebsseitiges Ventilstangenende (3c) der Ventilstange (3)
besteht.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das verschlußteilseitige Ventilstangenende (3a) den Balg (2b) mit gerin
gem radialen Spiel berandet.
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