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Die
Erfindung betrifft eine sättigbare
Reflektoreinheit gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und einen sättigbaren
Absorber gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 15, die jeweils aus mehreren Schichten auf einem Substrat
aufgebaut sind, insbesondere für
die Verwendung in einem Festkörperlaserresonator.
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CHEMLA
beschreibt in der
US 4,860,296 einen
Resonatorspiegel für
eine Laserkavität,
bei dem auf einem Reflektorspiegel, ein Schichtaufbau mit einer
sättigbar
absorbierenden Wirkung und abschließend eine Anti-Reflexbeschichtung
aufgebracht sind. Die Schichtdicken innerhalb des Schichtaufbaues sind
so gewählt,
daß die
Schichten mit der eigentlich sättigbar
absorbierenden Wirkung im jeweiligen Stehwellenmaximum liegen und
somit eine feste Phasenanpassung mit einer λ / 2-Bedingung erfüllt wird.
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In
der
US 5,701,327 (CUNNINGHAM)
wird ein sättigbarer
Bragg-Reflektor beschrieben, der aus nachfolgend genannten, aufeinander
angeordneten Schichten besteht: einem Substrat aus Galliumarsenid
(GaAs), einem Bragg-Reflektor aus alternierenden Schichten aus Aluminiumarsenid
(AlAs) und Galliumarsenid und einer auf den Bragg-Reflektor aufgebrachten
Spannungs-Entlastungs-Schicht aus Indiumphosphid (InP) mit einer
Schichtdicke von λ / 2. Innerhalb dieser Spannungs-Entlastungs-Schicht
ist/sind eine oder mehrere Quantenschichten aus Indium-Galliumarsenid/Indiumphosphid
(InGaAs/InP) eingebettet. Die Lösung
nutzt die Verspannung innerhalb einer λ / 2 Schicht aus, in die mindestens
eine Quantenschicht eingebaut ist. Die λ / 2-dicke Spannungs-Entlastungs-Schicht
ist die an das umgebende Medium angrenzende Schicht des Sättigbaren Bragg-Reflektors.
Durch eine vergleichsweise aufwendige Prozeßführung soll erreicht werden,
daß die Quantenschichten
in einem vorbestimmten Gebiet des Spannungsabbaues innerhalb der
Spannungs-Entlastungs-Schicht angeordnet werden, um eine zusätzliche
Rekombinationsquelle für
Ladungsträger
zu erhalten.
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Es
wird das Ziel verfolgt, ultrakurze optische Pulse (110 fs) mit einer
relativ großen
Bandbreite (26 nm) für
Kommunikationsanwendungen (Laserwellenlänge 1541 nm) zu schaffen. Hier
wird eine Phasenbeziehung der Lage der Quantenschichten zur stehenden
Welle hergestellt, die außerhalb
des Stehwellenmaximums liegt.
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Robert
M. Kolbas u.a. nennen in „Strained-Layer
InGaAs-GaAs-AlGaAs Photopumed and Current Injection Lasers" IEEE Journal of
Quantum Electronics, Vol. 24, No. 8, 1988 das Schichtsystem GaAs-InGaAs-GaAs
als Beispiel einer Quantenschicht-Heterostruktur.
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Die
Indium-Galliumarsenid-Schicht kann mit verschiedenem Indiumanteil
hergestellt werden. Dieses Schichtsystem zeichnet sich dadurch aus,
daß mit
einer Auswahl des Indiumgehaltes und einer Schichtdicke der Einfach-Quantenschicht
eine Arbeitswellenlänge
innerhalb eines großen
Wellenlängenbereiches
festgelegt werden kann (siehe dort 6).
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J.-Y.
Marzin, M. N. Charasse und B. Sermage beschreiben in „Optical
investigation af a new type af valence-band configuartion in Inx Ga1-xAs – GaAs strained
superlattics "Phys.
Rev., vol. B31, pp 8298–8301,
1985 eine Aufspaltung des Valenzbandes einer InGaAs-Schicht in ein „heavy-(HH)
hole band" und ein „light-(LH)
hole band" infolge
von mechanischem Streß,
der infolge der Gitterabstandsunterschiede zwischen InGaAs und GaAs
entsteht (siehe dort 1). In 2 wird anschaulich
dargestellt, wie sich das Absorptionsverhalten als Funktion der Energielücke bzw.
als Funktion der Wellenlänge
einer Laserstrahlung mit der Schichtdicke und damit mit der Größe der Verspannung
der InGaAs-Schicht innerhalb der GaAs-Schichten verändert. Derartige Schichtsysteme
werden bisher nur für
Halbleiterlaser eingesetzt.
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Keller,
U. u.a. zeigen auf Seite 443, 10 in „Semiconductor
Saturable Absorber Mirrors (SESAM's) for Femtosecond to Nanosecond Pulse
Generation in Solid-State Lasers" IEEE
Journal of Selected Topics in Quantum Electronics, Vol 2, No. 3, September
1996 einen Schichtaufbau, der ein sättigbarer Reflektor ist. Eine
erste Schichtfolge, (Si-Substrat, Epoxy und Ag) bildet einen Reflektor.
Eine weitere Schichtfolge bildet aus Halbleiterschichten den sättigbaren
Absorber, der zwei 10 nm Dicke Absorberschichten aus GaAs enthält.
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In
Hönninger
et al. "Femtosecond
Yb:YAG laser using semiconductor saturable absorbers", Optics Letters,
Vol. 20, Nr. 23, 1995, S. 2402–2404,
wird eine sättigbare
Reflektoreinheit mit einer Niedrigtemperatur Einfach-Quantenschicht
(LT-InGaAs-Schicht) beschrieben, die nicht gitterverspannt ist.
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Die
EP 0 732 613 A2 zeigt
eine sättigbare Reflektoreinheit
mit einem Bragg-Reflektor,
in dem eine Einfach-Quantenschicht angeordnet ist, wobei die Einfach-Quantenschicht eine
AlGaAs-Schicht ist, die innerhalb einer AlGaAs-Schicht des Bragg-Reflektors angeordnet
ist.
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Eine
sättigbare
Reflektoreinheit, bei der eine InGaAs-Einfach-Quantenschicht nicht
gitterverspannt vorgesehen ist, wird in Zhang et al. "Self-starting mode-locked
femtosecond forsterite laser with a semiconductor saturable-absorber
mirror", Optics Letters,
Vol. 22, Nr. 13, 1997, S. 1006–1008
beschrieben.
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In
Zhang et al. "Low-loss
broadband semiconductor saturable absorber mirror for mode-locked Ti:sapphire
lasers", Optics
Communications, Vol. 176, März
2000, S. 171–175,
ist eine sättigbare
Reflektoreinheit angegeben, bei der auf einem Silber-Spiegel eine
Schichtfolge mit einer Einfach-Quantenschicht aufgebracht ist.
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Eine
sättigbare
Reflektoreinheit bei einem Metallreflektor und einer darauf aufgebrachten Schichtfolge,
die eine Einfach-Quantenschicht enthält, ist in Zhang et al. "Broadband semiconductor
saturable-absorber mirror for a self-starting mode-locked Cr:Forsterite
laser", Optics Letters,
Vol. 23, Nr. 18, 1998, S. 1465–1467
beschrieben.
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Schließlich ist
aus der US 5,901,162 eine sättigbare
Reflektoreinheit bekannt, bei der zwischen dem InP-Substrat und
einem Reflektor aus mehreren Nb2O5/SiO2-Doppelschichten
eine Schichtfolge mit einer GaInAs-Einfach-Quantenschicht angeordnet ist.
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Die
Aufgabe dieser Erfindung besteht darin, eine vergleichsweise einfach
aufgebaute sättigbare Reflektoreinheit
und einen vergleichsweise einfach aufgebauten sättigbaren Absorber mit einer
Quantenschicht-Heterostruktur insbesondere für die Verwendung in einem Festkörperlaserresonator
zu schaffen. Sie sollen jeweils leistungsmäßig hoch belastbar und insbesondere
für Laserausgangsleistungen
größer 5 Watt
geeignet sein. Dabei soll die sättigbare
Reflektoreinheit oder der sättigbare
Absorber in einem Laserresonator eingesetzt werden, der Laserpulse
mit einer Breite im Bereich von 0,1 ps bis 100 ps erzeugt.
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Die
Aufgabe wird bei einer sättigbaren
Reflektoreinheit der eingangs genannten Art durch die Merkmale des
kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Ferner wird die Aufgabe
bei einem sättigbaren
Absorber der eingangs genannten Art durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils der Anspruchs 15 gelöst.
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Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Bei
der erfindungsgemäßen sättigbaren
Reflektoreinheit (nachfolgend auch sättigbarer Reflektor genannt)
für eine
Laserwellenlänge λL ist
auf der Oberfläche
des Substrates der Reflektor und auf diesem die Schichtfolge (bevorzugt
mit mehreren Halbleiterschichten) mit der sättigbar absorbierenden Wirkung
aufgebracht ist.
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Bei
dem erfindungsgemäßen sättigbaren Reflektor
kann weiterhin der Grad der sättigbaren Wirkung
durch eine Wahl des Abstandes der verspannten Einfach-Quantenschicht
zur Grenzfläche der
Deckschicht zu einem umgebenden gasförmigen Medium festgelegt ist.
Wichtig ist, daß dieser
Wellenlängenbereich
die Laserwellenlänge λL beinhaltet,
mit welcher der sättigbare
Reflektor betrieben werden soll.
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Bei
dem erfindungsgemäßen sättigbaren
Absorber kann weiterhin die sättigbare
Wirkung durch eine Wahl der Position innerhalb der stehenden Wellen
eines Laserresonators festgelegt werden.
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Wichtig
ist, daß dieser
Wellenlängenbereich die
Laserwellenlänge λL beinhaltet,
mit welcher der sättigbare
Absorber betrieben werden soll. Für die sättigbare Funktion des sättigbaren
Reflektors oder des sättigbaren
Absorbers ist es sehr nützlich,
wenn beider Laserwellenlänge λL ein
ausgeprägtes
Absorptionsmaximum des Absorptionsverlaufes der gitterverspannten
Einfach-Quantenschicht liegt. Eine für die hier gewünschte Funktion
günstige
Gitterverspannung liegt in einem Bereich, der durch die Differenz
der Gitterabstände
der Einfach-Quantenschicht und des umgebenden Materials in der Größenordnung
zwischen 0,005 bis 0,02 nm bestimmt ist. Bei geringerer Differenz
verschwindet die Verspannung, bei größerer Differenz gibt es Probleme
mit der Haftfestigkeit der Schichten.
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Dabei
darf die Lage der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht in Bezug
zu den sich in einem Laserresonator ausbildenden stehenden Wellen nicht
in einem Intensitätsminimum
der einfallenden und/oder reflektierten Strahlung mit der Laserwellenlänge λL liegen,
Neu ist die Erkenntnis, daß die
gezielte Gitterverspannung der Einfach-Quantenschicht zu gezielter
herstellbaren und qualitativ hochwertigen Bauelementen mit der sättigbar
absorbierenden Wirkung für
einen Hochleistungslaser führt.
Durch die Wahl der Schichtdicke der Einfach-Quantenschicht und ihrer
Materialzusammensetzung kann gezielt ein gewünschtes Absorptionsverhalten
in einer Schichtfolge eingestellt werden.
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Das
umgebende gasförmige
Medium ist zweckmäßiger Weise
Luft oder ein getrocknetes Gas, zum Beispiel Stickstoff. Überraschend
zeigt der Einsatz eines erfindungsgemäßen sättigbaren Reflektors oder Absorbers
in einem Laserresonator hervorragende Eigenschaften. Zum Beispiel
werden die, für
eine Bildprojektion mittels Laserstrahlung notwendigen, hinreichend
kurzen Laserimpulse im Pikosekundenbereich bei einer entsprechenden
Leistungsfestigkeit, die einer CW-Ausgangsleistung von 40 Watt entspricht,
erzeugt. Seine Eigenschaften sind wenig temperaturabhängig. Eine
Kühlung
ist nur zur Abführung
der entstellenden Verlustwärme
erforderlich. Die zeitliche Konstanz der Ausgangsleistung, des Pulsabstandes
und der Pulsdauer sind über
die Zeitdauer eines Tages nahezu konstant.
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Überraschend
hat sich weiterhin gezeigt, daß sich
das aus der Gitterverspannung der Einfach-Quantenschicht mit mindestens einer
der umgebenden Schichten ergebende Absorptionsverhalten in Abhängigkeit
von der Wellenlänge
so einstellen läßt, daß ein ausgeprägtes Absorptionsmaximum
bei der vorgesehenen Laserwellenlänge λL sich
ergibt.
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Die
gitterverspannte Einfach-Quantenschicht unterliegt hier keiner Fabry-Perot- Resonanzbedingung.
Sie liegt aber anwendungsbedingt und somit zwangsläufig innerhalb
der sich in einem Laserresonator ausbildenden stehenden Wellen.
Ihre Funktion ist vergleichbar mit der eines Farbstoff-Absorbers
in einem Farbstoff-Laser oder Nd:YAG-Lasers.
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Praktisch
wird der Reflektor so ausgelegt, daß mit einer möglichst
geringen Anzahl von Einzelschichten ein vorgegebener hoher Reflexionsgrad
für die
Laserwellenlänge λL erreicht
wird. Ein Reflexionsgrad von 98% ist im allgemeinen für den Laserbetrieb im
gesättigtem
Zustand ausreichend. So sind zum Beispiel nur etwa 30 Einzelschichten
für einen Bragg-Reflektor erforderlich.
Diese vergleichsweise geringe Anzahl von Einzelschichten erfordert
einen entsprechend geringen Herstellungsaufwand. Viel weniger Schichten
sind bei einem Metallspiegel erforderlich.
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Wichtiger
ist jedoch, daß die
vergleichsweise geringe Anzahl von Einzelschichten der erfindungsgemäßen Bauelemente
in Verbindung mit einer entsprechenden Beherrschung und Führung der
Beschichtungsverfahren zu einem sehr homogenen Schichtaufbau senkrecht
zur Strahlrichtung der laserinternen Strahlung führt. Dieses wiederum ermöglicht die
Verwendung einer vergleichsweise geringen Fokussierung der laserinternen
Strahlung auf den sättigbaren
Reflektor oder den sättigbaren
Absorber. Der Spot-Durchmesser auf dem jeweiligen Bauelement kann
hier mehr als 200 μm
betragen und kann bis etwa 5 mm aufgeweitet werden, wobei eine saubere,
konstante Modensynchronisation des Lasers erfolgt. Dieser vergleichsweise
große
Spot-Durchmesser reduziert die Leistungsdichte innerhalb der sättigbar
absorbierenden Schicht und ihrer unmittelbaren Umgebung erheblich.
Typisch ist ein Wert von kleiner 100 kW/cm2 bis
hinzu etwa 2 kW/cm2, bezogen auf cw-Betrieb
des Lasers. In der Praxis wird aber möglichst nahe an der Belastbarkeitsgrenze
des sättigbaren
Reflektors oder des sättigbaren
Absorbers gearbeitet, um eine maximale Laserausgangsleistung über eine
vorgegebene Lebensdauer der Laserstrahlungsquelle zu erzielen. Der
vergleichsweise große
Spot auf dem sättigbaren
Reflektor oder auf dem sättigbaren
Absorber im Laserresonator erlaubt dort eine vergleichsweise niedrige
Leistungsdichte bei einer hohen Ausgangsleistung des Lasers, die
im Bereich bis über
40 W liegen kann.
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Die
Gitterverspannung der Einfach-Quantenschicht erfolgt bei dem sättigbaren
Reflektor mit der auf deren einer Seite angrenzenden letzten Schicht eines
Reflektors und/oder mit der auf deren anderen Seite angrenzenden
Deckschicht, entsprechend bei einem sättigbaren Absorber mit der
Deckschicht und/oder mit dem Substrat.
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Die
genannten Schichten bilden mit der Einfach-Quantenschicht eine Heterostruktur,
d.h. es bildet sich ein sogenannter Quantentopf. Die Erfindung ermöglicht eine
einfache Berechnung bzw. Dimensionierung eines sättigbaren Reflektors oder Absorbers
mit der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht-Heterostruktur,
da die Funktion der Einzelbauelemente Reflektor und/oder gitterverspannte Einfach-Quantenschicht-Heterostruktur
deren Grundlage sind. Durch die bewußte Dimensionierung der Gitterverspannung
der Einfach-Quantenschicht und ihrer Schichtdicke ist eine einfache
neue Möglichkeit
gegeben, die Absorptionseigenschaften der Einfach-Quantenschicht
in weiten Grenzen gezielt zu beeinflussen und genau auf die Laserwellenlänge des
Festkörperlasers
abzustimmen. Wählbare
Parameter zur Dimensionierung eines der erfindungsgemäßen Bauelemente
für eine
Laserwellenlänge
sind die Materialauswahl für
die Heterostruktur und die Dicke der Einfach-Quantenschicht.
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Weiterhin
werden durch die Abstände
der Lage der Einfach-Quantenschicht zum Reflektor und zu der Grenzfläche der
Deckschicht zum umgebenden Medium oder, bei einem sättigbaren
Absorber, seine Lage im Laserresonator die sättigbar-absorbierenden Eigenschaften
festgelegt. Das Absorptionsverhalten und die Lage der verspannten
Einfach-Quantenschicht
innerhalb der Schichtfolge bestimmen wesentlich die Pulsdauer eines
modensynchronisierten Lasers, in dem eines der Bauelemente jeweils
eingesetzt wird. Die Lage der für
die Laserwellenlänge
ausgelegten gitterverspannten Einfach-Quantenschicht innerhalb der
Schichtfolge wird nach dem Kriterium der gewünschten oder erforderlichen
Laserfestigkeit des Resonatorspiegels oder des sättigbaren Absorbers und der
Pulswiederholfrequenz festgelegt. Dies ist jedoch optimal nur im
Zusammenhang mit der konkreten Dimensionierung des Laserresonators,
d.h. der gewünschten
Ausgangsleistung und des Strahlquerschnittes möglich. Wichtig ist, daß die Lage
der verspannten Einfach-Quantenschicht
von einem Stehwellenminimum der Laserstrahlung im Laserresonator
soweit entfernt liegt, daß die
gewünschte
sättigbar
absorbierende Wirkung erhalten wird, die die kurzen Laserpulse im Pikosekunden-Bereich
erzeugt. Die verspannte Einfach-Quantenschicht ist daher vorzugsweise
außerhalb
eines Intensitätsmaximums
der Laserstrahlung angeordnet. Praktisch nutzt die Erfindung eine
Stellung der Einfach-Quantenschicht innerhalb der Schichtfolge,
die zwischen einem Stehwellenmaximum und einem Stehwellenminimum
der Laserstrahlung liegt.
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Es
erfordert den geringsten Aufwand, die Einfach-Quantenschicht mit
der letzten Schicht (der am weitesten außen liegenden Schicht) des
Reflektors zu verspannen. Es bringt jedoch Einschränkungen
bei der Materialauswahl und der Verfahrenstechnik mit sich, wenn
eine gewünschte
Intensität
der stehenden Welle in der sättigbar
absorbierenden Schicht reproduzierbar eingestellt werden soll, da diese
dann zusätzlich
nur über
das Material und die Dicke der Deckschicht einstellbar ist. Da diese
Deckschicht vornehmlich passivierende und gegebenenfalls auch antireflektierende
Eigenschaften haben muß,
ist die Auswahl geeigneter Materialien stark eingegrenzt.
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In
einer weiteren Ausführungsform
des sättigbaren
Reflektors ist dieser vorteilhafterweise jeweils mit einer Zwischenschicht
versehen, die auf der letzten Schicht des Reflektors ist, oder bei
dem sättigbaren
Absorber ist die Zwischenschicht auf das Substrat aufgebracht. Die
Schichtfolge enthält
daher die zum Reflektor oder Substrat hin angrenzende Zwischenschicht.
Die Zwischenschicht sollte gegenüber
der letzten Schicht des Reflektors oder gegenüber dem Substrat spannungsfrei
sein. Insbesondere bei einem Bragg-Reflektor ist die Spannungsfreiheit der
Schichten eine wichtige Voraussetzung für eine stabile Funktion. Auf
die Zwischenschicht ist die Einfach-Quantenschicht gitterverspannt
aufgebracht. Auf der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht ist dann
die Deckschicht aufgebracht. Die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht
bildet mit der Zwischenschicht und der Deckschicht eine Heterostruktur.
Mit der Wahl der Dicken der Zwischenschicht und der Deckschicht
kann die sättigbar
absorbierende Wirkung des sättigbaren
Reflektors oder des sättigbaren
Absorbers sehr einfach reproduzierbar erreicht werden, so daß sein Einsatz
in einem Laserresonator die gewünschten
kurzen modensynchronisierten Laserimpulse liefert.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung des sättigbaren Reflektors oder des
sättigbaren
Absorbers besteht darin, daß die
gitterverspannte Einfach-Quantenschicht in das Material der Zwischenschicht
eingebettet ist, wobei die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht mit
den Teilen der Zwischenschicht eine Heterostruktur bildet. Hier
hat sich gezeigt, daß der
Grad der Gitterverspannung der Einfach-Quantenschicht reproduzierbarer
herstellbar ist und die Eigenschaften der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht
nicht durch andere Materialeigenschaften der Deckschicht beeinflußt werden.
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Durch
die Wahl gleicher oder verschiedener Schichtdicken der Teile der
Schichten erhält
man eine weitere Möglichkeit
zur Einstellung der Lage der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht zum
sich ausbildenden Stehwellenverlauf innerhalb des Laserresonators
und damit seiner Schaltwirkung und Leistungsfestigkeit. Diese Maßnahmen
werden entsprechend auch bei dem erfindungsgemäßen sättigbaren Absorber vorgesehen
und führen
zu den entsprechenden Wirkungen. Die sättigbare Wirkung derartiger
Bauelemente wird allgemein durch eine Wahl der Position innerhalb
der stehenden Wellen eines Laserresonators festgelegt.
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Ein
besonders günstiger
Schichtaufbau wird erreicht, wenn im Reflektor oder im Substrat,
d.h. innerhalb der Schichtfolge des Reflektors und zu dem Substrat,
und der jeweils darauf aufgewachsenen Zwischenschicht keine oder
im Vergleich zur Verspannung der Einfach-Quantenschicht nur geringe Gitterverspannungen
auftreten. Das bedingt, daß die Unterschiede
der Gitterabstände
der Materialien des Reflektors und/oder des Substrates und des Materials
der Zwischenschicht kleiner 0,005 nm, insbesondere kleiner als 0,001
nm sind. Zur Erfüllung
dieser Forderung und für
die Minimierung des Aufwandes zur Herstellung des sättigbaren
Reflektors oder sättigbaren
Absorbers ist es besonders vorteilhaft, wenn einer der Stoffe, die
zum Aufbau des Reflektors oder Substrates eingesetzt werden auch
mit zum Aufbau der Zwischenschicht verwendet wird.
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Der
Reflektor ist für
viele Laseranwendungen insbesondere als Bragg-Reflektor für einen
vorgegebenen Reflexionsgrad (Anzahl der Schichtfolgen) aufgebaut.
Der sättigbare
Reflektor besteht aus dem Bragg-Reflektor, der aus einem ersten
Material mit einem Brechungsindex nH und
aus einem zweiten Material mit dem niedrigeren Brechungsindex nL besteht, weiterhin die Zwischenschicht
und/oder die Deckschicht aus einem dieser Materialien besteht.
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Der
Reflektor kann aber auch ein hochreflektierender Metallspiegel sein,
auf dem die Schichtfolge mit der sättigbar absorbierenden Schicht
aufgebracht ist. In diesem Fall kann mit der geringsten Schichtanzahl
gearbeitet werden.
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Eine
vorteilhafte Ausgestaltung eines sättigbaren Reflektors besteht
darin, daß das
Substrat aus Galliumarsenid (GaAs) besteht und der Reflektor ein Bragg-Reflektor
ist, der aus Einzelschichten besteht, die jeweils eine Dicke haben,
die für
das erste Material mit dem Brechungsindex n
H mit
undotiertem Galliumarsenid (GaAs)
und die für das zweite Material mit dem
niedrigeren Brechungsindex n
L mit undotiertem
Aluminiumarsenid (AlAs)
betragen, die Zwischenschicht
aus Galliumarsenid (GaAs) ist, auf der oder innerhalb derer die
Einfach-Quantenschicht aus Indium-Galliumarsenid (In
xGa
1-xAs) gitterverspannt ist, wobei der Indium-Anteil
(x) und der Gallium-Anteil (1-x) in der Indium-Galliumarsenid-Verbindung und deren
Schichtdicke die absorbierende Wirkung als Funktion innerhalb eines Wellenlängenbereiches
festlegen, dieser Wellenlängenbereich
die Laserwellenlänge λ
L beinhaltet,
bei dieser Laserwellenlänge
ein Maximum des Absorptionsverlaufes liegt. Die Sättigungswirkung
des sättigbaren
Bragg-Reflektors innerhalb eines Laserresonators wird durch die
Lage der verspannten Einfach-Quantenschicht zu der Grenze des Reflektors festgelegt.
Der Bragg-Reflektor besteht aus 15 bis 50 Einzelschichten, die Spiegelpaare
bilden. Die Zahl der Spiegelpaare bestimmt seinen Reflektivitätsgrad (siehe
Orazio Svelto: „Principles
of Lasers" fourth edition
Plenum Press 1998). Zum Beispiel wird mit 28 Spiegelpaaren eine
Reflektivität
des Resonatorspiegels von 98,77% erreicht. Praktisch wird immer
angestrebt, mit möglichst
wenigen Schichten zu arbeiten.
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Die
Eigenschaften des Materialsystem Galliumarsenid/Aluminiumarsenid
sind ausreichend untersucht, so daß diese Materialien mit der
erforderlichen Homogenität
der Schichtdicken und des Schichtaufbaues vergleichsweise einfach
auf das Substrat aus Galliumarsenid epitaktisch aufgewachsen werden
können.
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Die
Dimensionierung einer gitterverspannten Einfach-Quantenschicht aus
Indium-Galliumarsenid (In1-xGaxAs) in Galliumarsenid
(GaAs) erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst muß der Absorptionsverlauf der
verspannten Einfach-Quantenschicht als Funktion der Wellenlänge und
in Abhängigkeit
von ihrer Schichtdicke ermittelt werden, wie diese aus der Literatur
zum Teil zu entnehmen ist; siehe J.-Y. Marzin, M. N. Charasse und
B. Sermage: „Optical
investigation of a new type of valence-band configuartion in InxGa1-xAs – GaAs strained
superlattics" Phys. Rev.,
vol. B31, pp 8298–8301,
1985; dort insbesondere 2.
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Für die gewünschte Wellenlänge des
Laserlichtes sind viele Wertepaare für eine Schichtdicke und eine
Materialzusammensetzung auswählbar,
bei der die verspannte Einfach-Quantenschicht
ein Absorptionsmaximum zeigt.
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Nun
erfolgt durch Anwendung des in R. M. Kolbas, N. G. Anderson, W.
D. Laidig, Yongkun Sin, Y. C. Lo, K. Y. Hsien, Y. J. Yang: „Strained-Layer
InGaAs-GaAs-AlGaAs Photopumped and Current Injection Lasers" IEE Journal of Quantum
Electronics, Vol. 24, No. 8, 1988 veröffentlichten Diagramms (dort 2)
eine Auswahl eines der ermittelten Wertepaare für die vorgesehene Wellenlänge des
Lasers.
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Gitterverspannte
Einfach-Quantenschichten fanden bisher bei der Herstellung von Halbleiterlasern
Anwendung. Überraschend
hat sich jedoch gezeigt, daß die
grundsätzliche
Vorgehensweise der Schichtdimensionierung und Schichtbildung auf
die Herstellung eines sättigbaren
Bragg-Reflektors übertragen
werden kann. Hier erfolgt die Dimensionierung des Indium-Anteils
x und der Schichtdicke und damit eines gewünschten Absorptionsverhaltens
so, daß ein
ausgeprägtes
Maximum des Absorptionsverlaufes in einem Wellenlängenbereich
bei der Laserwellenlänge
eines Festkörper-Laserresonators
liegt.
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Für eine Laserwellenlänge von
1064 nm ergibt sich bei einer Dicke der Einfach-Quantenschicht von etwa 7 nm ein Indiumanteil
zu 33%, wie aus der
2 in R. M. Kolbas, N. G. Anderson,
W. D. Laidig, Yongkun Sin, Y. C. Lo, K. Y. Hsien, Y. J. Yang: „ Strained-Layer InGaAs-GaAs-AlGaAs
Photopumped and Current Injection Lasers" IEE Journal of Quantum Electronics,
Vol. 24, No. 8, 1988 entnommen werden kann, wenn der Bandabstand
E [in eV] gemäß der Formel
in die Wellenlänge, hier
die Laserwellenlänge λ
L,
umgerechnet wird. Das Sättigungsverhalten
und damit das in einem Laserresonator erzeugte Schaltverhalten und
damit die Pulsdauer sind besonders gut und reproduzierbar durch
die Wahl der Lage der verspannten Indium-Galliumarsenid-Schicht
innerhalb der Zwischenschicht einstellbar. Pulsdauer und Absorptionsverhalten
bestimmen wiederum die Leistungsfestigkeit des sättigbaren Reflektors in einem Laserresonator.
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Die
Galliumarsenid-Schichten der Zwischenschicht dienen damit immer
zur Verspannung für
die vergleichsweise dünne
Einfach Quantenschicht aus Indium-Galliumarsenid und dient gleichzeitig
als Schutzschicht zu den umgebenden Medien hin.
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Die
verspannte Indium-Galliumarsenid-Schicht ist in einem speziellen
Fall innerhalb von zwei optisch etwa λL/4
Dicken Galliumarsenid-Schichten eingebettet. Dann steht die Indium-Galliumarsenid-Schicht
in Verbindung mit dem Bragg-Reflektor im Stehwellenmaximum innerhalb eines
Laserresonators. Dies hat den Nachteil einer maximalen Energiedichte
an dieser Stelle. Dieser Nachteil wird aber dadurch beseitigt, daß der Durchmesser
des in den Resonatorspiegel einfallenden Strahlenbündels vergleichsweise
sehr groß eingestellt
wird, statt üblicherweise
10 μm Spot-Durchmesser
können
mehr als 200 μm
Spot-Durchmesser eingestellt werden. Dies ist jedoch nur bei einem
sehr homogenen Schichtaufbau möglich,
der durch den vergleichsweise sehr einfachen, Schichtaufbau und die
vergleichsweise geringe Zahl von Einzelschichten begünstigt wird.
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Die
Indium-Galliumarsenid-Schicht ist eine Low-Temperature-Schicht.
Die Wachstumstemperatur sollte unter 500°C liegen, um die Lebensdauer
der Ladungsträger
zu verringern und hinreichend kurze Laserpulse zu erzeugen. Jedoch
ist mit einer Low- Temperature-Schicht
gewährleistet,
daß der
sättigbare
Absorber auch bei einer Optimierung des Schichtaufbaues hinsichtlich
seiner Leistungsfestigkeit hinreichend kurze Laserimpulse liefert,
die für viele
technische Anwendungen im Bereich von 1 bis 10 Pikosekunden günstig liegen.
Technische Anwendungen sind zum Beispiel die Materialbearbeitung oder
die Bildprojektion mittels Laserlicht. Vorteilhafterweise ist, wie
oben allgemein beschrieben auf der dem Bragg-Reflektor abgewandten, äußeren Galliumarsenid-Schicht
eine Entspiegelungsbeschichtung als Deckschicht aufgebracht. Die
Entspiegelungsbeschichtung ist für
die eine Laserwellenlänge λ
L ausgelegt,
wobei deren Brechzahl nach
ist und mit n
GaAs für die Laserwellenlänge λ
L gerechnet
wird, wobei ein Reflexionsgrad kleiner 1% ohne besondere Aufwendungen
erreichbar ist. Für
die Laserwellenlänge λ
L =
1064 ist die Entspiegelungsbeschichtung aus einer Schicht Siliziumoxinitrid
hergestellt.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin,
daß das
Substrat aus Indiumphosphid (InP) besteht und daß der Bragg-Reflektor aus Einzelschichten
besteht, die jeweils eine
Dicke haben, wobei für das erste
Material mit dem Brechungsindex n
H mit Indium-Galliumarsenid (In
0,53Ga
0,47As) mit
einem Indiumanteil von 53% und die für das zweite Material (
5)
mit dem niedrigeren Brechungsindex n
L mit
Indiumphosphid (InP) gerechnet wird, weiterhin die Zwischenschicht
aus Indiumphosphid (InP) ist, auf der oder innerhalb derer die Einfach-Quantenschicht
(
6) aus Indium-Galliumarsenid (Ir
xGa
1-xAs) mit einem Indiumanteil x ungleich, insbesondere
kleiner 0,53% gitterverspannt ist, und der Indiumanteil x und deren
Schichtdicke die absorbierende Wirkung als Funktion innerhalb eines
Wellenlängenbereiches
festlegen, dieser Wellenlängenbereich
die Laserwellenlänge λ
L beinhaltet,
bei der ein Maximum des Absorptionsverlaufes liegt und die Sättigungswirkung
und die Leistungsfestigkeit durch die Wahl der Abstände der
verspannten Einfach-Quantenschicht zu der Grenze des Reflektors festgelegt
sind. Der Reflektor ist hier ein Bragg-Reflektor und besteht aus
jeweils 30 bis 100 Einzelschichten.
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Die
Deckschicht ist eine Passivierungsschicht zur Umgebung und/oder
eine Entspiegelungsbeschichtung. Die Passivierungsschicht oder die
Entspiegelungsbeschichtung schützt
die sehr dünne
und chemisch instabile verspannte Einfach-Quantenschicht vor schädlichen
Einflüssen
der Umgebung. Die Passivierungsschicht ist so ausgelegt, daß diese
die darunter liegenden Schichten schützt, deren optische Eigenschaften
jedoch möglichst
wenig beeinflußt.
Die Entspiegelungsbeschichtung hat neben der Funktion eines Oberflächenschutzes
zusätzliche
optische Eigenschaften, die die Eigenschaften eines derartigen sättigbaren
Bragg-Reflektors gegenüber
einer nicht entspiegelten Ausführung
wesentlich beeinflußt.
In jedem Fall ist der Einfluß der
Deckschicht bei einer Berechnung des sättigbaren Bragg-Reflektors
mit zu berücksichtigen,
wobei dessen praktische Wirkung nur im Betrieb in einem Laserresonator
ermittelt werden kann.
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In
einem Laserresonator wird eine Verkürzung der Pulsdauer der Laserstrahlung
gegenüber einer
nicht entspiegelten Ausführung
festgestellt, wenn die Entspiegelungsbeschichtung des sättigbaren
Bragg-Reflektors für
die eine Laserwellenlänge λL ausgelegt
ist.
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Durch
die Entspiegelungsbeschichtung wird auch eine weitere Erhöhung der
Leistungsfestigkeit des Resonatorspiegels erreicht. Mit dieser Entspiegelungsbeschichtung
wird der sättigbare
Absorber weder resonant noch antiresonant betrieben.
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Er
unterscheidet sich auch von denen, die in der Literatur als „low-finesse" und oder „high-finesse" bezeichnet werden.
Er ist auch nicht breitbandig ausgelegt, sondern nur für die jeweilige
Laserwellenlänge
berechnet und hergestellt.
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Weiterhin
kann die Pulsdauer der Laserstrahlung in einem Laserresonator dadurch
verkürzt werden,
indem die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht als Niedrig-Temperatur-Schicht (Low-Temperature)
aufgebracht wird, wobei die Pulsdauer niedriger wird, je niedriger
die Wachstumstemperatur gewählt
wird.
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Besonders
gute sättigbar
absorbierende Eigenschaften der Bauelemente werden erreicht, wenn die
Deckschicht mit der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht und
der Zwischenschicht eine optische Dicke von λL/2
oder ein ganzes Vielfaches davon hat und mit den anderen Dicken
im Schichtaufbau eine Phasenanpassung hergestellt wird.
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Die
sättigbar
absorbierende Wirkung durch die Wahl der Lage der gitterverspannten
Einfach-Quantenschicht innerhalb des Aufbaues der angrenzenden Schichten
einstellbar ist, wobei diese jeweils eine größere Schichtdicke als die der
Einfach-Quantenschicht aufweisen.
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Zur
weiteren Steigerung der Laserfestigkeit des sättigbaren Reflektors oder des
sättigbaren
Absorbers ist das Substrat auf einer Wärmesenke befestigt. Diese Wärmesenke
sichert neben der Abführung
der Verlustleitung auch die geforderte hohe Konstanz der Peakleistung über die
Zeit.
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Die
Erfindung wird nachfolgend an Hand von Figuren beschrieben. Es zeigen:
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1:
Aufbau eines sättigbaren
Bragg-Reflektors mit einer gitterverspannten Einfach-Quantenschicht
auf Basis eines GaAs/AlAs-Systems,
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2:
Aufbau eines sättigbaren
Bragg-Reflektors mit einer gitterverspannten Einfach-Quantenschicht
und mit einer Antireflexbeschichtung,
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3:
Aufbau eines sättigbaren
Bragg-Reflektors mit einer eingebetteten gitterverspannten Einfach-Quantenschicht,
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4:
Aufbau eines sättigbaren
Reflektors mit einer eingebetteten gitterverspannten Einfach-Quantenschicht
auf einem metallischen Reflektor,
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5:
Aufbau eines sättigbaren
Absorbers mit einer eingebetteten gitterverspannten Einfach-Quantenschicht
auf einem transparenten Substrat.
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Die
Erfindung wird an Beispielen eines sättigbaren Bragg-Reflektors,
eines sättigbaren
Reflektors und eines sättigbaren
Absorbers für
das Schichtsystems AlAs/GaAs mit In
xGa
1-xAs als gitterverspannte Einfach-Quantenschicht
beschrieben. Die für
dieses Schichtsystem hier mitgeteilten, ergänzt durch dem Fachmann allgemein
bekannten Dimensionierungsrichtlinien und Herstellungstechnologien, sind
ohne weiteres auf andere Schichtsysteme übertragbar, die zur Herstellung
eines sättigbaren
Reflektors oder Absorbers Anwendung finden können. Insbesondere gilt dies
für die
Materialien GaAs, GaP, GaSb, InAs, InP, InSb, AlAs, AlP, AlSb und
deren Legierungen (siehe auch
15 in
US 4,597,638 ).
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Für die genannten
und andere Materialien und andere Laserwellenlängen müssen gegebenenfalls die genannten
entsprechende Funktionsverläufe und
Abhängigkeiten
ermittelt werden, um eine gezielte Dimensionierung für jedes
der Bauelemente vornehmen zu können.
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1 zeigt
den prinzipiellen Schichtaufbau eines sättigbaren Bragg-Reflektors
mit einer gitterverspannten Einfach-Quantenschicht 6, die
auf einer letzten Schicht 4' eines
Reflektors 2 aufgebracht ist. Der Reflektor 2 ist
im Beispiel ein Bragg-Reflektor. Eine gitterverspannte Einfach-Quantenschicht 6 und eine
Deckschicht 7 bilden eine weitere Schichtfolge 3.
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Auf
einem Substrat
1 sind 28 Schichtpaare aus einem Material
4 mit
einem höheren
Brechungsindex n
H und aus einem Material
5 mit
einem niedrigeren Brechungsindex n
L aufgebaut,
die den Bragg-Reflektor bilden: Die Dicken d der Einzelschichten
ergeben sich aus den Brechzahlen der Materialien
4 und
5 für die jeweilige
Laserwellenlänge λ
L =
1064 nm zu
Im Beispiel ist das höher brechenden
Material
4 GaAs (n = 3,4918) und das niedriger brechenden
Material
5 AlAs (n = 2,9520).
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Die
Berechnung des Bragg-Reflektors kann nach Orazio Svelto: Prinziples
of Lasers" Plenum Press,
fourth edition 1998) erfolgen. Die Schichtdicken der Einzelschichten
sind bei einer Laserwellenlänge λ
L =
1064 nm für
Galliumarsenid
mit jeweils 76 nm und für Aluminiumarsenid
mit jeweils 90 nm bestimmt.
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Auf
der letzten Schicht 4' des
Reflektors 2 aus GaAs ist die Einfach-Quantenschicht 6 aus InxGa1-xAs und auf
dieser die Deckschicht 7 aus GaAs aufgebracht. Im Beispiel
ist die Einfach-Quantenschicht zwischen den zwei Galliumarsenid-Schichten
gitterverspannt. Für
eine Laserwellenlänge
von 1064 nm ergibt sich bei einer Dicke der Einfach-Quantenschicht
von 7 nm ein Indiumanteil zu 33%, wie aus der 2 in
R. M. Kolbas, N. G. Anderson, W. D.
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Laidig,
Yongkun Sin, Y. C Lo, K. Y. Hsien, Y. J. Yang: „Strained-Layer InGaAs-GaAs-AlGaAs Photopumped
and Current Injection Lasers " IEE
Journal of Quantum Electronics, Vol. 24, No. 8, 1988 entnommen werden
kann, wenn der Bandabstand E [in eV] gemäß der Formel
in die Wellenlänge, hier
die Laserwellenlänge λL, umgerechnet
wird.
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Das
Sättigungsverhalten
und damit das in einem Laserresonator erzeugte Schaltverhalten und damit
die Pulsdauer sind besonders einfach und reproduzierbar durch die
Wahl des Abstandes der gitterverspannten Indium-Galliumarsenid-Schicht
von der Grenzfläche
zu einem umgebenden Medium 10 des Laserresonators einstellbar.
Der Abstand wird durch die Dicke der Deckschicht 7 bestimmt.
Diese muß so
bemessen sein, daß einerseits
die gewünschte
sättigbar
absorbierende Wirkung zur Modensynchronisation innerhalb einer Laserkavität erreicht
wird und andererseits eine Grenze der Leistungsfestigkeit der gitterverspannten
Einfach-Quantenschicht 6 nicht überschritten wird.
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In
der Praxis hat sich gezeigt, daß sich
das Schaltverhalten eines sättigbaren
Bragg-Reflektors, der
nur ein Teil eines Laserresonators ist, nicht ausreichend genau
theoretisch voraussagen läßt. Daher wird
man durch wenige Versuche die optimale Schichtdicke der Deckschicht 7 ermitteln,
so daß die in
den sättigbaren
Bragg-Reflektor einfallende und rückreflektierte Intensität der Laserstrahlung
die Sättigung
in dem entsprechenden Grad, zur Erzeugung kurzer Laserpulse in einem
Laserresonator liefert. Wichtig ist, daß die Lage der gitterverspannten
Einfach-Quantenschicht 6 von der Lage eines Stehwellenminimums
der Laserstrahlung soweit entfernt liegen muß, daß die erforderliche sättigbar
absorbierende Wirkung erhalten wird, um kurze Laserpulse zum Beispiel
im Pikosekunden-Bereich zu erzeugen. Im Beispiel wurde die Dicke
der Deckschicht 7 mit 100 nm gewählt
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2 zeigt
einen Schichtaufbau, bei dem dessen Schichtfolge 3 gegenüber der
in 1 verändert
ist. In diesem Beispiel bilden die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht 6,
die Deckschicht 7 und eine Antireflexbeschichtung 8 die
Schichtfolge 3. Durch die Antireflexbeschichtung 8 aus
SiON wird der an der Grenzfläche
zum umgebenden Medium 10 reflektierte Anteil der Laserstrahlung
reduziert, so daß sich
innerhalb des sättigbaren
Bragg-Reflektors ein höherer
Energieeintrag einstellt, der das Schaltverhalten verändert.
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Diese
Antireflexbeschichtung
8 besteht aus einer
nm dicken Siliziumoxonitrid-Schicht. Auch hier
ist es am zweckmäßigsten,
die optimale Dicke der Zwischenschicht
7 experimentell
zu bestimmen.
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3 zeigt
einen Schichtaufbau, bei dem dessen Schichtfolge 3 gegenüber der
in 1 verändert
ist. In diesem Beispiel bilden die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht 6,
die Deckschicht 7 und eine Zwischenschicht 9 die
Schichtfolge 3. Die Zwischenschicht 9 ist aus
GaAs, auf der die Einfach-Quantenschicht (6) aus InxGa1-xAs mit einem
Indiumanteil x = 0,15 aufgebracht ist.
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Hier
ist hervorzuheben, daß die
Einfach-Quantenschicht 6 zwischen zwei GaAs-Schichten gitterverspannt
ist, wobei keine der Schichten Bestandteil des Bragg-Reflektors
ist.
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Die
Schichtdicke der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht wird mit
10 nm festgelegt, so daß ein
Maximum der Absorption bei 910 nm liegt. Bei dieser Wellenlänge liegt
in diesem Beispiel die Laserwellenlänge λL (siehe
dazu auch 2 in J.-Y. Marzin, M. N. Charasse
und B. Sermage „ Optcal
investigation af a new type af valence-band configuartion in InxGa1-xAs – GaAs strained
superlattics" Phys. Rev.,
vol. B31, pp 8298–8301,
1985. Eine andere Dicke und eine andere Materialzusammensetzung
der Einfach-Quantenschicht 6 liefern ein Absorptionsmaximum
bei einer anderen Laserwellenlänge
(siehe 2 in R. M. Kolbas, N. G. Anderson, W. D. Laidig, Yongkun
Sin, Y. C Lo, K Y. Hsien, Y. J. Yang: „Strained-Layer InGaAs-GaAs-AlGaAs
Photopumped and Current Injection Lasers " IEE Journal of Quantum Electronics,
vol. 24, No. 8, 1988).
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Hier
kann durch eine Festlegung der Lage der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht 6 innerhalb
der aus der Deckschicht 7 und der Zwischenschicht 9 bestehenden
GaAs-Schichten die gewünschte
sättigbar
absorbierende Wirkung eingestellt werden. Ein weiterer Vorteil ist,
daß die
Gesamtdicke der Schichtfolge 3 sehr gut auf die Laserwellenlänge abgestimmt
werden kann, so daß Phasensprünge an den
Grenzflächen
der Materialien vermindert werden oder gar nicht auftreten.
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Durch
die Wahl der Position der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht 6 zwischen
der Zwischenschicht 9 und der Deckschicht 7 ist
eine einfache Möglichkeit
gegeben, die Strahlungsfestigkeit und die sättigbar absorbierende Wirkung
(Impulsform) in weiten Grenzen gezielt zu beeinflussen.
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Die
Schichtfolge
3 soll insbesondere ein ganzzahliges Vielfaches
i, mit i = 1, 2, 3, .... von
optisch dick sein, wobei
i in der Regel mit 1, 2 oder 3 gewählt ausreichend ist.
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Die
gitterverspannte Einfach-Quantenschicht
6 muß jedoch
immer von einem Stehwellenminimum der Laserstrahlung soweit entfernt
liegen, daß die
erforderliche sättigbar
absorbierende Wirkung erhalten wird. Ist die Einfach-Quantenschicht
im Stehwellenmaximum der Laserstrahlung angeordnet, wurden in einem
Laseraufbau die kürzesten
Impulsdauern beobachtet. Allerdings wurde in dieser Lage die geringste
Leistungsfestigkeit des Resonatorspiegels festgestellt. Auch hier
hat sich gezeigt, daß die Impulsform
der Laserstrahlung von der Art des Laserresonators abhängig ist,
so daß es
zweckmäßig ist, durch
mehrere Versuche zu ermitteln, wo die günstigste Lage der gitterverspannten
Einfach-Quantenschicht
6 innerhalb der beiden GaAs-Schichten
7 und
9 ist,
wobei beide Schichten jeweils eine Mindestdicke von
haben sollten um genügend weit
von einem Stehwellenminimum entfernt zu sein und um die Gitterverspannung
zu erzeugen. Die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht
6 ist
vorzugsweise außerhalb eines
Intensitätsmaximums
der Laserstrahlung angeordnet. Praktisch nutzt die Erfindung eine
Stellung der gitterverspannten Einfach-Quantenschicht innerhalb
der Schichtfolge, die zwischen dem Stehwellenmaximum und dem Stehwellenminimum
der Laserstrahlung liegt. Auch hier kann die Deckschicht
7 mit der
Antireflexbeschichtung
8 beschichtet sein, um den Energieeintrag
in den sättigbaren
Reflektor zu erhöhen
(nicht dargestellt).
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4 zeigt
den Aufbau eines sättigbaren Reflektors,
bei dem die Schichtfolge
3 mit einem Metallspiegel
11 aus
Silber verbunden ist. In der WO 96/36906 (
9)
ist beispielhaft beschrieben, wie ein derartiger Schichtaufbau im
Prinzip herstellbar ist. Neu ist hier die Dimensionierung der Schichtfolge
3,
die die gitterverspannte Einfach-Quantenschicht enthält, die
nach den in
1,
2 und
3 genannten
Methoden zu dimensionieren ist. In diesem Beispiel ist die Einfach-Quantenschicht
aus In
xGa
1-xAs,
die zwischen der Deckschicht
7 und der Zwischenschicht
9,
beide aus Al
yGa
1-yAs,
gitterverspannt. Mit dem Al-Anteil „y" kann die Brechzahl der Schichten variiert
werden, wobei bei einem hohen Al-Anteil „y" der Legierungsbestandteil AlAs an der Oberfläche zur
Oxidation neigt. Der Gitterabstand ändert sich bei dieser y-Variation
nur gering, siehe z.B. auch
15 in
der
US 4,597,638 .
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5 zeigt
den Aufbau eines sättigbaren Absorbers
(ohne Reflektor!), der alleinstehend innerhalb des Strahlenganges
eines Laserresonators, zwischen einem der Resonatorspiegel und einem
Lasermedium angeordnet ist.
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Auf
ein für
die Laserwellenlänge
transparentes Substrat 1 aus GaAs ist die Schichtfolge 3 aus
der Zwischenschicht 9, der verspannten Einfach-Quantenschicht 6 und
der Deckschicht 7 aufgebracht. In diesem Beispiel gehören weiterhin
die Antireflexbeschichtungen 8 zum umgebenden Medium 10 zum Schichtaufbau.
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Die
Dimensionierung der Schichtfolge 3 ; die die
gitterverspannte Einfach-Quantenschicht 6 enthält, erfolgt
nach den in 1, 2, 4 und 4 aufgezeigten
Methoden.