Ausgehend von dem zuletzt genannten Stand
der Technik liegt der Erfindung das Problem zugrunde, ein verbessertes
Antriebsruder mit am Holm gelenkig gelagerten Ruderblatt vorzuschlagen, mit
dem das Rudern einfacher ist und die eingesetzte Energie besser
genutzt werden kann.
Das Problem wird erfindungsgemäß gelöst durch
die Merkmale des Anspruches 1. Weiterbildungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen
erfasst.
Die Lösung umfasst ein Ruder für den Antrieb
eines Bootes mit einem schwenkbar am Bootskörper oder Ausleger befestigten
Holm und einem daran gelenkig gelagerten Ruderblatt, bei dem das Ruderblatt
mittels einer nach Art eines Parallelogrammgestänges wirkenden Vorrichtung
während der
gesamten Vorschubbewegung des Ruders orthogonal zur Bootslängsachse
ausgerichtet wird, wobei das Ruderblatt während des Durchzugs immer senkrecht
zur Längsachse
des Bootes steht. Daher ist es gegenüber dem eine Schwenkbewegung
um die Dolle vollziehenden Holm um eine vertikale Blattdrehachse
schwenkbar. Diese vertikale Achse ist in der Blattmitte, um so einen
gleichmäßigen Druck
auf das gesamte Blatt zu bringen, lokalisiert. Der Ansatzpunkt des
Holmes am Blatt kann zweckmäßigerweise
so gewählt
werden, dass er sich auch in der vertikalen Dimension etwa in der
Mitte des Blattes befindet, da dann der Wasserdruck bei voll eingesetztem Blatt
oben und unten etwa gleichmäßig ist.
Um nun zu gewährleisten, dass das drehbare
Blatt immer die optimale Senkrechtstellung zur Bootslängsachse
einnimmt, ist eine einem Parallelogrammgestänge nachgebildete Vorrichtung
mit je einem im Prinzip in Bootslängsachse ausgerichteten Element
oder Führungsglied
am Bootskörper
oder Dolle oder Ausleger (Richtungsgeber) und am Blatt (Richtungsnehmer)
angebracht. Eine Möglichkeit
ist folgende: Richtungsgeber und Richtungsnehmer werden an ihren
beiden äußeren Enden
miteinander durch gespannte Seile verbunden. Auf diese Weise wird
ein Parallelogramm hergestellt, das garantiert, dass die gegenüberliegenden
Seiten stets parallel gehalten werden. Eine andere Möglichkeit:
Eines der Seile kann durch den Holm/das Ruder selbst ersetzt werden,
oder durch einen am Ruder befestigten Zug. Eine dritte Möglichkeit
besteht in einer Schubstange, die neben dem Holm die Verbindung
von Richtungsgeber und Richtungsnehmer garantiert. Zweckmäßigerweise
wird diese während
des Durchzugs des Ruders einer Zugkraft, während des Vorrollens einer Schubkraft
unterworfen. Seilverbindungen zwischen Richtungsgeber und Richtungsnehmer
können,
gegebenenfalls streckenweise, in Bowdenzügen wie bei Fahrrad-Bremsen
laufen, die am Holm mit Ösen angelegt
sind oder auch teils ins Innere des Holms verlegt sein. Seile ersparen
Reibverluste in den Drehpunkte und sind leicht. Aber auch eine durch
Zahnräder
im Drehpunkt geführte
starre Schubstange kann genutzt werden.
Eine weitere Energieoptimierung besteht
darin, dass bei dem Parallelschub-Ruder ein Energieverlust vermieden
wird, der dadurch bei Booten nach dem Stand der Technik entsteht,
dass die Teile des Ruders bei der kreisförmigen Bewegung unterschiedliche
Bogenlängen
zurücklegen.
Der äußere Teil
des Blattes legt beim Durchzug eine längere Strecke zurück als der
innere Teil oder der Teil des Holms, an dem das Blatt befestigt
ist. Die traditionellen Ruderblätter
versuchen, diesen negativen Effekt durch löffelartige Blattkonstruktion
bei verkürzten Blättern zu
minimieren. Das Parallelschub-Ruder eröffnet neue Möglichkeiten
für optimale
Blattformen, bei denen der Schlupf des Wassers minimiert wird.
Ein weiterer Vorteil besteht darin,
dass die im zuerst zitierten Stand der Technik dargestellte Schwankung
der Bootsgeschwindigkeit während
jedes Durchzugzyklusses geringer wird. Da in der Phase unmittelbar
nach dem Einsatz des Blattes, bei der das Boot erheblich an Fahrt
verliert, z.B durch Zurücktreten
des Bootskörpers über das
Stemmbrett, ein größerer Vorwärtsschub
in Fahrtrichtung einsetzt, wird die Geschwindigkeitskurve flacher,
die Fahrtgeschwindigkeit stetiger.
Ein Aspekt der Erfindung bezieht
sich darauf, dass das Ruderblatt mit einer Klappeinrichtung zum Abdrehen
des Ruderblattes relativ zum Holm in eine etwa horizontale Ebene
versehen ist.
Diese Klappeinrichtung ist im Zusammenhang
mit der zuvor dargestellten Lösung
eines gelenkig am Holm befestigten Blattes aber von besonderer Bedeutung,
da Holm und Blatt zu Beginn und Ende der Wirkbewegung des Ruders
nicht in einer vom Blatt gebildeten Ebene liegen. Das drehbare Blatt
ist in derAushebestellung nach unten abgeknickt, sobald es abgedreht
wird, und könnte,
wenn es mit dem äußeren Blattende
des Wasser berührt,
kaum nach vorne geführt
werden oder die Aushebebewegung muß größer werden. Hier schafft die
zweite Lösung Abhilfe.
Damit das Blatt beim Vorrollen horizontal liegt, wird das Ruderblatt
wird um eine horizontale Drehachse gedreht, die vorzugsweise am
oberen Blattrand liegt. Nach dem Endzug wird das Ruderblatt in Richtung
zum Bootsende hin um diese horizontale Achse hochgeklappt in eine
horizontale Lage. Vor dem Wassertassen wird das Blatt wieder herunter
geklappt. Es muss eine etwa senkrechte Stellung einnehmen und wird
daher während
des Durchzuges, um dem Wasser Widerstand zu bieten, gegen ein Widerlager
gelehnt. Dieses Widerlager kann verschiedene Formen haben. Es kann
eine Arretierung am oberen Rand in Blatt-Längsachse geben oder ein einzelner
Punkt innerhalb des Blattes entsprechend ausgebildet sein. Vorteilhaft
ist es, dazu die Mittelachse des Blattes zu nehmen, da hier der
Druck in beide Richtungen gleichmäßig verteilt ist. Die vertikale
Mittelachse des Blattes dient von der Blattoberkante bis hinab zum
Mittelpunkt als Andrucklinie. Auf der Höhe des Mittelpunkts des Blattes
kann alternativ auch ein horizontal verlaufender Andrucksteg geführt werden,
der dem Blatt Halt gibt. Der Ruderer löst dieses Auf- und Abklappen
des Ruderblattes durch eine entsprechende Vorrichtung, die sich
am Innenhebel des Ruderblattes befindet, aus. Dies kann zweckmäßigerweise,
analog zu den bisherigen Abdrehbewegungen beim traditionellen Rudern,
durch das Drehen eines Segments (Griff) am Innenholm, dem bootsseitigen
Ende des Holmes, erfolgen.
Die Übertragung der Griffbewegung
zum Drehen des Blattes kann auf verschiedene Weise realisiert werden.
Zweckmäßigerweise
wird dieses durch einen Bowdenzug erfolgen. Er kann über das heckwärts gelegene
Ende des Richtungsgebers oder über
einen entsprechenden Dorn, der heckwärts von der Oberseite des Blatts
herausragt, laufen und das Blatt hochklappen. Zweckmäßigerweise
ist der Innenhebel des Holms, vorzugsweise nur bei Riemen, an der
Innenhand mit einem drehbaren Griff versehen, der durch Handgelenksdrehungen
des Ruderers gedreht wird, was bewirkt, dass der Bowdenzug, wie
bei einer Gangschaltung am Lenker von Mountain-Bike-Rädern, das
Blatt auf- oder abklappt. Eine entsprechende Vorrichtung befindet
sich bei Skulls vorzugsweise am Ende des Innenhebels.
Während
eine der Bewegungen des Blattes, z.B. das Abklappen, von dem Ruderer
ausgelöst wird,
kann die andere Bewegung durch z.B. eine Feder bewirkt werden, wie
aus dem Stand der Technik für
sich bekannt, oder durch andere ähnlich
wirkende Mechanismen, z.B. unter Nutzung der Schwerkraft (Herunterfallenlassen).
Weitere Vorteile des nicht zu drehenden
Ruders bestehen darin, dass der Holm nicht mehr einen runden Querschnitt
einhalten muss, sondern im Querschnitt ein Oval oder auch eine tropfenähnliche Form
mit horizontaler Lage aufweisen kann. Hierdurch ergeben sich einige
Vorteile:
- – Der
Holm gewinnt, bei gleichem Materialaufwand, an Steifigkeit bzw.
kann die schon erlangte Steifigkeit mit geringerem Materialaufwand
gewinnen.
- – Der
Holm bietet einen geringeren Luftwiderstand bzw. einen geringeren
Widerstand gegen dagegen schlagende Wellen.
Da das Blatt nicht mehr voll ausgehoben, sondern
abgeklappt wird, kann man eine effektvollere Blattform wählen, beispielsweise
eine, die mehr Tiefgang hat. Auf diese Weise wird erreicht, dass
ein Blatt bei gleicher Widerstandsfläche weniger Wasser-Schlupf
hat, da das Blatt z.B. mehr der optimalen Kreisform annäherbar ist.
Auch hierdurch wird eine bessere
Energieübertragung
erreicht.
Mit diesem Ruder wird die Gefahr
des "Krebsefangens" praktisch ausgeschlossen.
Das "Krebsfangen" besteht darin, dass
das aufgedrehte Blatt im Endzug nicht aus dem Wasser gehoben wird.
Dann drückt
das schnell strömende
Wasser gegen die "non-power-Seite" der Blattfläche; auf
der anderen Seite des Ruders drückt
der Innenhebel des Ruders auf den Ruderer, und durch den starken
Druck wird es vollends unmöglich,
das Blatt auszuheben. Das Krebsfangen kommt dadurch zustande, entweder, dass
der Aushubvorgang zu spät
eingeleitet wurde, oder, dass das Blatt unzureichend aufgedreht
wurde. Beim kraftvollen Durchziehen bewirkt dann ein Parallelogramm
der Kräfte,
dass das Blatt mit Gewalt nach unten abtaucht, so dass es nicht
mehr ausgehoben werden kann. Erfindungsgemäß wird das Blatt bei Strömungsdruck
auf die non-power-Seite, die beim traditionellen Ruder einen "Krebs" bewirkt, einfach automatisch
aufklappen.
Der nach hinten ragende Richtungsgeber oder
ein Stift oder das Klappgelenk verhindern, dass das Blatt über die
horizontale Lage hinaus nach oben gedreht wird. Dadurch wird das
Lernen für
den Anfänger
und Freizeitsportler vereinfacht. Die Blätter liegen, sobald sie aus
dem Wasser gezogen werden, fast automatisch flach, was die Kentergefahr
deutlich vermindert. Für
Anfänger,
Freizeitsportler und sogar Leistungssportler wird dadurch der Ruderschlag
wesentlich einfacher. Das garantiert, dass Anfänger immer die Blätter flach
auf das Wasser legen können und
so gegen Kentern gesichert sind.
Die Erfindung hat auch Einfluß auf die
optimal machbare Blattform:
Alle schwenkbaren Ruderblätter können auf-
und abgedreht werden, ohne dass gemäß dem Stand der Technik das
ganze Ruder um seine Längsachse
gedreht werden muß.
In der Geschichte des Rudersports
hat die Entwicklung günstiger
Blattformen eine große
Rolle gespielt. Zwei Faktoren müssen
bei der Optimierung berücksichtigt
werden:
Der Schlupf des Wassers entlang des Blattes bzw. der
Blattränder
sollte minimal gehalten werden. Er entsteht insbesondere durch die
unterschiedliche Geschwindigkeit des dem Ruderschwenkpunkt, der Dolle,
näher oder
entfernter liegenden Blattteiles des Ruders: Beim Hindurchziehen
des Antriebsgerätes durch
das Wasser wird Energie für
das Verquirlen von Wasser verbraucht. Günstiger ist eine große Fläche des
Ruders mit minimalem Umfang, also ein Kreis bzw. eine Kugelform.
Grenzen sind dem dadurch gesetzt, dass die Wasseroberfläche eine
gerade Linie ist und dadurch, dass das Blatt mit wenig Horizontalbewegung
ausgehoben werden soll.
Die Außenkante des Blattes legt beim
Stand der Technik einen weiteren Weg als seine Innenkante zurück als der
Blatthals, wodurch sich Energieverluste ergeben. Das Ergebnis vieler
Versuche war in der Praxis eine Veränderung von dem dünnen länglichen Blatt über das
sogenannte "Macon-Blatt" zu den modernen
als "Hackebeilchen" oder "big blades" bezeichneten Blättern.
Beim erfindungsgemäßen Parallel-Schub-Ruder
entfällt
der Zwang zur Asymmetrie. Es ermöglicht
durch eine geringere Aussetzhöhe eine
weitere Annährung
an die Kreisform des Blattes. Es kann zudem auch auf die übliche Löffelform
mit konkaver Wölbung
auf der sogenannten "power
side" des Blattes
verzichtet werden.
Durch ein "Giermoment" vollzieht ein Ruderboot eine unökonomische
Schlängelbewegung.
Ein Beispiel: Im Zweier ohne Steuermann überzieht beim Anriss der im
Bug sitzende Ruderer, gleichen Krafteinsatz vorausgesetzt; im Endzug überzieht
der heckseitig sitzende Schlagmann, wobei der Schlagmann insgesamt
etwas stärker
sein muss, da der Drehpunkt des Bootes den Bugmann bevorzugt. Eine gleiche
Schlängelbewegung
vollziehen oft auch Einer-Boote. Die Dollen sitzen auf gleicher
Höhe, die Hände werden
hintereinander an den Körper
gezogen, wodurch sich unterschiedliche Winkel der Skulls ergeben.
Beim Parallelschub-Ruder fällt
dieser Energieverlust weitgehend weg. Ebenso wird das "Überziehen" im Riemenboot durch den stärkeren Ruderer auf
einer Seite weitgehend abgemildert. Zusammengefaßt sind die wichtigsten Vorteile
der Erfindung:
- a) Die Kraft des Zugs wirkt stets in die Vorwärtsrichtung
des Bootes wegen stetiger Orthogonalstellung des Blattes zur Bootslängsachse.
- b) Außen-
und Innenkante des Blattes legen gleichen Weg zurück; daher
entsteht weniger Wasserschlupf. Es ist eine symmetrische Blattform
mit geringerem Umfang möglich,
wodurch weniger Wasser am Blattrand verquirlt wird.
- c) Durch Abklappen des Blattes ist ein geringerer Aushebeweg
und somit eine tiefere Blattform möglich.
- d) Verminderung des "Gierens".
- e) Es ergibt sich eine flachere Geschwindigkeitskurve, also
ein stetigerer Vortrieb.
- f) Holmenquerschnitt kann leichter, stabiler, windschnittiger
werden.
- g) Kein Abdrehen des Ruderholms mehr nötig; erspart also Energie.
- h) Die Ruderbewegung wird einfacher, d.h. die Gefahr des Krebsefangens
und Umkippens des Bootes wird vermindert.
Die Erfindung wird anhand einer schematischen
Zeichnung mit einem Ausführungsbeispiel
und weiteren Varianten näher
erläutert.
Es zeigen
1 – einen
Ruderer mit Ruderstellungen A, B, C, D während der Wirkbewegung des
Ruders;
2 – einen
Ruderer mit Ruderstellungen E, F, G, H während des Rückschwenkens des Ruders;
3 – die Schwenkwinkel
eines Ruders während
eines Ruderzyklus mit graphischer Darstellung der Vortriebskräfte;
4 – ein erfindungsgemäßes Ruder
in Orthogonalstellung;
5 – ein erfindungsgemäßes Ruder
in den Stellungen A und D gemäß 1;
6 – die Vortriebskräfte am Ruder
und die Zugkräfte
des Ruderers bei Verwendung des erfindungsgemäßen Ruders;
7 – eine Vorderansicht
eines Ruders während
der Wirkbewegung gemäß einer
Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Lösung;
8 – das Ruder
gemäß 7 während einer Rückschwenkbewegung;
9 – eine Variante
der Verbindung von Holm und Ruderblatt gemäß der Erfindung;
10 – eine zweite
Variante der Verbindung von Holm und Ruderblatt eines erfindungsgemäßen Ruders;
11-
eine Variante eines erfindungsgemäßen Dollenstiftes;
12-
eine zweite Variante eines erfindungsgemäßen Dollenstiftes.
Im Folgenden beziehen sich identische
Bezugsziffern auf gleichwirkende Elemente.
1 zeigt
gemäß dem Stand
der Technik in Stellung A einen Ruderer eines Einers im Augenblick des
Einsetzens des Ruderblattes in das Wasser, d.h. beim Anriss des
Ruders. Die Ruderstellungen B und C, bei denen das Ruder etwa in
Orthogonalstellung zum Boot ist, sind die wirksamsten Teilstrecken
der Schwenkbewegung des Ruders. Das Teilbild D zeigt das Ruder während des
Aushebens aus dem Wasser am Ende der Wirkbewegung.
In 2 ist
gemäß dem Stand
der Technik das Rückschwenken
des Ruders in der Dolle dargestellt, beginnend kurz nach dem Ausheben
in Position E, Zurückschwenken
des Ruders gemäß den Teilbildern
F und G mit abgedrehtem Holm und damit horizontal liegendem Ruderblatt
und in Teilbild N, mit aufgedrehtem Ruder, unmittelbar vor dem Einsetzen des
Ruders in das Wasser zum Beginn der Wirkbewegung gemäß 1, Teilbild A.
In 3 sind
die verschiedenen Ruderstellungen, genauer Stellungen des Holmes
um den Schwenkpunkt S, der Dolle, dargestellt, wobei die Bootslängsachse
durch den Pfeil für
die Vortriebskraft FV symbolisiert wird. Der Holm wird vom Ruderer
um einen Winkel geschwenkt, der sich von den Buchstaben H, (gemäß 1, 2) also weniger als 30° bis zur
Stellung E, also mehr als 120° relativ
zur Bootslängsachse
bewegt. Die Wirkbewegungen des Ruders sind durch die Winkelstellungen
A, das ist etwa 30°,
B, C und D, das ist bei etwa 120° ,
dargestellt. Die Stellungen E und H kennzeichnen den Winkel, bei
dem das Rückschwenken
beginnt (E) und bei denen das Blatt wieder in das Wasser gesetzt
wird (H). Die Kreisbahn bezeichnet etwa die Mitte des Ruderblattes,
die diese relativ zur Dolle, dem Schwenkpunkt S, überstreicht.
Mit F ist die beim Stand der Technik wirkende Horizontalkraft bezeichnet,
die in eine Vortriebskraft FV umgesetzt wird, während die Pfeile mit der Bezeichnung
FBI die gesamt am Ruderblatt wirkenden Kräfte darstellen.
Die wirksame Vortriebskraft F ergibt sich daher zu FBI × cosφ. Es ist
ersichtlich, dass lediglich in der Ruderstellung C 90° zur Bootslängsachse,
der Orthogonalstellung, FBI und F gleich
groß sind,
also die gesamte Kraft am Ruderblatt in eine Vortriebskraft umgesetzt
wird. In allen anderen Fällen
wird die Kraft des Ruderers nur teilweise in eine Vortriebskraft
FV umgesetzt.
In 4 ist
ein erfindungsgemäßes Ruder 2 dargestellt,
das dem Boot 1 eine Vortriebskraft FV verleihen soll. An
dem Ausleger 5 ist ein Führungsglied oder Richtungsgeber
oder Querholm 6 starr angebracht; auf ihm sitzt der Dollenstift,
der Schwenkpunkt S, um den der Holm 3 zur Bewegung des
Ruderblattes schwenkbar gelagert ist. Das Ruderblatt ist mit dem
Holm durch eine Schwenkachse 9 verbunden und andererseits
mit einem weiteren Führungsglied 8 oder
Richtungsnehmer gekoppelt. An den Enden des Richtungsgebers 6 und
des Richtungsnehmers 8 sind Anlenkeinrichtungen angeordnet,
die durch Verbinder, hier Seile 7 bzw. 7', miteinander
gekoppelt sind. Das Ruder 2 verfügt also über eine dem Parallelogrammgestänge ähnliche
Vorrichtung, bestehend aus den Teilen 6, 7, 7', 8,
mit dem es gemäß 5 möglich ist, das Ruderblatt 4 stets
in einer Orthogonalstellung zu der Vortriebsrichtung, symbolisiert
durch die Kraft FV, des Bootes 1 zu halten. Dargestellt
sind in der 5 die Stellungen
A und D gemäß 1, wobei Stellung A der
Stellung entspricht, in der das Ruderblatt 4 in das Wasser
gesetzt wird und Stellung D den Punkt markiert, an dem die Wirkbewegung
des Ruderblattes 4 im Wasser endet.
Ein derart gestaltetes Ruder ermöglicht es gemäß 6, Zugkräfte FZ, die der Ruderer auf
den Innenholm ausübt,
richtungsgetreu in Vortriebskräfte FV umzusetzen,
da die Reaktionskräfte
auf das Ruderblatt, hier mit F bezeichnet, in den Stellungen A,
C und D, im wesentlichen nur in Wirkkräfte umgesetzt werden, wenn
man die Reibung im Schwenkpunkt S und die Blattreibung bzw. die
Schwenkreibung zwischen Blatt und Holm vernachlässigt.
7 zeigt
ein Boot 1 an der Wasseroberfläche O mit einem an Ausleger 5 schwenkbeweglich gelagerten
Holm 3. Am Ende des Holmes ist das Blatt 14 angebracht,
welches gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung unterhalb des Richtungsgebers 8 (4) am oberen Blattrand mit
einer Schwenkachse 13 versehen ist. Bei der in 7 gezeigten Wirkstellung
des Ruderblattes, entsprechend etwa der Position C in 1, ist das Blatt aufgeklappt
und bietet maximalen Widerstand für das Wasser. In 8 ist eine Position des
Ruders etwa gemäß Position
G in 1 dargestellt,
bei dem jedoch das Ruderblatt 14 um die horizontale Schwenkachse
geklappt ist, also etwa parallel zur Wasseroberfläche O liegt.
Diese Klappbewegung hat der Ruderer durch eine Betätigung des
Griffes 15 am bootsseitigen Ende des Holmes 3 ausgelöst .
Die 9 und 10 stellen verschiedene Möglichkeiten
der Gelenkverbindungen dar, mit denen der Außenholm des Ruders mit dem
schwenkbaren Blatt verbunden wird.
Prinzipiell sind z.B. Zahnradverbindungen, andere
Schwenkeinrichtungen um die horizontale Achse an verschiedenen Stellen
des Blattes, vom Ansatz des Holmes bis zum äußeren Rand des Blattes möglich. Einige
Varianten werden im Folgenden dargestellt.
Diesen ist gemeinsam, dass der Holm
auf die Mitte des Blattes zielt, um die sich das Blatt dreht, und
zwar auf einen Punkt, bei dem beim Durchzug der Wasserdruck nach
rechts und links und, bei voll eingetauchtem Blatt, nach oben und
unten, gleich ist.
Da sich das Blatt beim Durchzug dreht,
würde es
mit dem Holm kollidieren, wenn dieser genau auf die Mitte zuliefe.
Das ovale Blatt 24 mit vertikaler Achse 23 und
Mittelpunkt 25 weist daher gemäß 9 einen Schlitz 22 auf, der
den Holm 3 während des
Durchzugs hindurchläßt.
Dies ist eine einfache Lösung, jedoch
entstehen am Durchlass-Schlitz, insbesondere an der Wasseroberfläche O, Verquirlungen,
die beim Hochleistungssport vermieden werden sollten. Diese Lösung ist
daher besonders für
Nicht-Leistungssport-Boote geeignet, z. B. Fischerboote, Wanderboote.
Alternativ kann ein nicht dargestellter
Holm am äußeren Ende
nicht-gerade sein, sondern einen Bogen bilden, der von hinten, der
Bugseite oder non-power-Seite des Blattes, an einem Gelenk am Zielpunkt
ansetzt. Dabei kann in der Position des Blatteinsatzes am Außenholm
eine Berührung
stattfinden, was eine zusätzliche
Stabilität
beim harten Wasserfassen bewirkt.
Eine andere Variante zeigt 10. Der Holm 3 verlässt seine
Linie in Richtung der durch die Blattachsen 33 und 36 definierten
Blattmitte 35, bevor er das Blatt 36 erreicht
hat, verläuft
oberhalb der oberen Blattkante als abgeknickter Holm 31 und
erreicht den Zielpunkt 35, von oben senkrecht entlang der
Drehachse 32.
Da das erfindungsgemäße Parallelschub-Ruder
nicht mehr um die Längsachse
gedreht wird, entfällt
die traditionelle Dolle, die eine Öse ist, innerhalb der das Ruder
gedreht wird.
Stattdessen ist das Ruder mit Holm 3 gemäß den 11 und 12 an einem starren Dollenstift 10 angebracht,
der seinerseits z.B. auf dem Ausleger 5, 6 angeordnet
ist. Die Bewegung des Ruders, die gestattet werden muss, besteht
darin, dass sich der Holm 3 beim Ein- und Aussetzen des
Blattes vertikal in Richtung Z bewegen kann, und dass es sich um den
Dollenstift 10 drehen lassen muß.
Teil 6 fungiert hier als
Richtungsgeber oder Führungsglied,
ist parallel zur Bootslängsachse
angeordnet und durch Teile 5 mit dem Bootskörper verbunden.
In 11 ist
der Dollenstift 10 mit der Hülse 12 verbunden,
die gemäß der Pfeilrichtung
drehbeweglich auf Teil 6 gleitet. Es sind aber auch andere Möglichkeiten
denkbar mit denen bewirkt wird, dass sich der Dollenstift, der starr
gegenüber
der Bootsachse ist, sich bis zu einem gewissen Grade quer zur Bootsachse
bewegen kann.
Diese Ruderbewegung kann gemäß 12 dadurch erfolgen, dass
sich der Dollenstift 10 in einem Loch bewegt, das unten
kreisförmig
ist und sich nach oben zu einem Schlitz 11 erweitert.