DE10026176A1 - Halte- und Kontaktierungsvorrichtung für Schleifkontakte; Leiterplatten-Bürstenblock - Google Patents
Halte- und Kontaktierungsvorrichtung für Schleifkontakte; Leiterplatten-BürstenblockInfo
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Abstract
Beschrieben wird eine Schleifkontaktanordnung zur Übertragung elektrischer Signale bzw. Energie zwischen mindestens zwei gegeneinander angeordneten Einheiten, wobei mindestens eine Einheit entlang der Trajektorie der Bewegung angeordnete Schleifbahnen aus elektrisch leitendem Material und eine zweite Einheit mit dieser in elektrischem Kontakt stehende Schleifkontakte besitzt. DOLLAR A Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß bei der zweiten Einheit mehrere Kohlehalter auf einer Trägerplatte mit Leiterbahnen zur Kontaktierung der Kohlen angeordnet sind.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur gal
vanisch gekoppelten Übertragung elektrischer Signale.
Derartige Anordnungen sind unter dem Begriff Schleif
bahnen oder auch, im Falle von Drehbewegungen, als
Schleifringe bekannt. Das Kontaktsystem besteht meis
tens aus metallischen Schleifbahnen, welche in galvani
schem Kontakt mit sogenannten Bürsten stehen. Diese
Bürsten können einfache Metalldrähte, Metallgeflechte
oder auch Sintermaterialien sein, welche in der Regel
elektrisch leitende und schmierfähige Komponenten ent
halten. Entsprechend der Aufgabenstellung werden die
jeweiligen Bürstentypen ausgewählt. So sind Metall
drahtbürsten in der Regel für langsame Ablaufgeschwin
digkeiten bei niedrigen Stromstärken sehr gut geeignet.
Bei höheren Stromstärken bzw. bei höheren Geschwindig
keiten werden in der Regel sogenannte Kohlen einge
setzt. Diese bestehen in der Regel aus einem Sinterma
terial welches Graphit und leitfähige Materialien, wie
Kupfer bzw. Silber, enthält. Es sind auch andere Kombi
nationen bekannt, welche als Schmiermittel Teflon ent
halten.
In der folgenden Darstellung wird zwischen Kontaktkoh
len und Bürsten bzw. Kohlebürsten nicht unterschieden,
da diese hauptsächlich im technischen Sprachgebrauch
gleichwertig nebeneinander verwendet werden. Weiterhin
steht der Begriff Köcher für einen Bürstenhalter, wel
cher in der Regel als Rohr mit rechteckigem oder quad
ratischem Querschnitt ausgebildet ist und dazu dient,
die Kohle zu führen, so dass sie nur noch in einer Ach
se beweglich ist.
Metalldrahtbürsten sind besonders einfach zu befesti
gen, da diese entsprechend dem Stand der Technik prob
lemlos in Leiterplatten eingelötet bzw. eingepreßt wer
den können. Die Halterungen für Kohlebürsten sind in
der Regel wesentlich aufwendiger, da diese zum einen
für höhere Stromstärken ausgelegt sein müssen und zum
anderen eine mehrachsige stabile Führung der Bürste er
möglichen sollen. Eine Anordnung, bei der die Kohle in
einer auf einer Platte aufgebauten Halterung gehalten
wird, ist in der Europäischen Patentanmeldung EP 0928051 A2
beschrieben. Derartige Anordnungen sind pri
mär für den Einsatz in Elektromotoren ausgelegt. Bei
dieser Anwendung läuft eine relativ geringe Anzahl von
Kohlen auf einem Kollektor. Sind die Kohlen verschlis
sen, so ist es einfach, wenige Kohlen einzeln auszutau
schen. Bei hochwertigen Schleifkontakt-Anordnungen, bei
denen Signale mit hoher Qualität übertragen werden müs
sen und ein niedriges Kontaktrauschen unabdingbar ist,
werden meist sehr viele Kohlen eingesetzt. So kann ein
Schleifringsystem bis weit über 100 Kohlen enthalten.
Muß eine derart hohe Anzahl von Kohlen einzeln ausgetauscht
und sogar wieder kontaktiert werden, so bedeu
tet dies einen erheblichen Zeitaufwand.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Anordnung darzustellen, welche selbst bei hohen Kohle
zahlen eine einfache Wartung bzw. einen einfachen Aus
tausch der Kohlen ermöglicht.
Die Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unter
ansprüche.
Entsprechend der Erfindung werden mehrere Kohlehalter
auf einer gemeinsamen Trägerplatte angeordnet. Die Trä
gerplatte selbst kann eine mechanisch stabile Platte
aus elektrisch leitfähigem Material oder aber auch aus
einem Isoliermaterial mit Vorrichtung zur elektrischen
Kontaktierung sein. Die Leiterplatte mitsamt den darauf
angebrachten Kohlehaltern ist derart angeordnet, dass
sie als eine Baugruppe ausgetauscht werden kann. Da
durch reduziert sich der Wartungsaufwand von Geräten
mit großen Kohlezahlen wesentlich.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung ist die Trägerplatte als Leiterplatte ausge
führt.
In einer weiteren Ausführung der Erfindung ist mindes
tens ein mit den Kohlen bzw. Kohlehaltern elektrisch
verbundenes Anschlusselement zur Kontaktierung der Bau
gruppe vorgesehen. Dies kann beispielsweise ein Steck
kontakt oder eine Schraubklemme sein.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wer
den die Kohlehalter, welche den Kohlen für einzelne
Schleifbahnen bzw. Gruppen von Schleifbahnen zugeordnet
sind, auf einzelnen Leiterplatten gemeinsam angeordnet.
In Schleifkontaktanordnungen, in denen beispielsweise
Energie sowie Signale kleiner Leistung übertragen wer
den, sind die Lebensdauern der Kohlen unterschiedlich.
Im Regelfalle haben die zur Energieübertragung einge
setzten Kontaktkohlen eine wesentlich geringere Lebens
dauer und müssen daher öfters ausgetauscht werden. Da
her ist es sinnvoll, die Kohlehalter der Kohlen einzel
ner Schleifbahnen bzw. einzelner Schleifbahngruppen auf
individuellen Leiterplatten zusammenzufassen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung ist die Leiterplatte derart angeordnet, dass
sie die Funktion der mechanischen Führung bzw. der e
lektrischen Kontaktierung der Kohle übernimmt. Wie Un
tersuchungen gezeigt haben, fließt bei Silbergraphit
kohlen mit Anschlußlitze, welche in einem elektrisch
leitfähigen Köcher angebracht sind, ca. 1/3 des Stromes
über die Anschlußlitze, während der überwiegende Anteil
des Stromes über den Köcher selbst fließt. Wird nun die
Leiterplatte derart gestaltet, dass sie in mechanischen
bzw. elektrischen Kontakt mit der Kohle treten kann, so
kann auf diesem Weg ein wesentlicher Teil des Stromes
übertragen werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung ist die Leiterplatte derart gestaltet, dass, im
Falle einer Kohle mit Anschlußlitze, die Anschlußlitze
direkt mit der Leiterplatte kontaktiert werden kann.
Eine solche Anordnung ist insbesondere dann sinnvoll,
wenn kein elektrischer Kontakt zwischen der Kohlehalte
rinnenwand und der Kohle hergestellt werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung der Anordnung werden an
der Leiterplatte zusätzliche Führungseinheiten der
Schleifkontakte angebracht, welche z. B. u-förmig aus
gestaltet sind, so dass diese zusammen mit der Leiter
platte eine mechanische Führung der Schleifkohle dar
stellen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind im
Falle von Kohlen mit mindestens einer seitlichen Füh
rungsfläche diese so angeordnet, dass diese Führungs
fläche mit einer elektrisch leitfähigen Fläche der Lei
terplatte in Kontakt steht. Bei quaderförmigen Kohlen
bedeutet dies, dass z. B. eine Seitenfläche parallel
zur Leiterplatte an einer Leiterbahn, welche der elekt
rischen Kontaktierung dient, angeordnet ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung werden einzelne Leiterplatten durch mechanische
Führungselemente in ihrer Position fixiert. Besonders
gut geeignet sind hierzu Führungsschienen und/oder
Paßstifte, welche eine Montage ohne zusätzlichen Jus
tieraufwand ermöglichen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung werden einzelne Leiterplatten durch eine Rast
vorrichtung oder durch ein anderes mechanisches
Verschlußsystem in ihrer Position fixiert. Besonders
vorteilhaft sind Rastvorrichtungen, welche nur mittels
eines Werkzeuges, wie z. B. eines Schraubendrehers, ge
löst werden können. Als zusätzliches Sicherheitselement
kann auch eine Sicherungsschraube vorgesehen werden,
welche ein unbeabsichtigtes Lösen der Leiterplatte aus
ihrer Halterung verhindert.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung werden die Leiterplatten so angeordnet, dass
einzelne Leiterplatten oder Gruppen von Leiterplatten
zum Ersatz von verschlissenen Kontakten ausgetauscht
werden können.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besitzt
mindestens ein Schleifkontakt eine Markierung, welche
ein Maß für den Abrieb angibt. Dadurch kann der Ver
schleiß des Schleifkontaktes angezeigt werden. Bei ei
ner Gruppe parallelgeschalteter Schleifkontakte haben
diese im allgemeinen einen ähnlichen Abrieb. Daher ist
es ausreichend, den Abrieb eines Schleifkontaktes zu
überwachen.
In einer anderen Ausgestaltung ist mindestens ein
Schleifkontakt mit einer mechanischen Abriebanzeige
verbunden. Eine solche Abriebanzeige kann ein einfacher
Stift, welcher die noch verbliebene Höhe der Schleif
kontakte anzeigt, oder auch ein komplexes mechanisches
Gebilde mit Fühlerhebeln oder ähnlichem, sein.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Er
findung sind elektronische Komponenten zur Diagnose
bzw. der Signalisierung des Zustands der Schleifkon
taktanordnung auf der Leiterplatte integriert. Diese
elektronischen Komponenten können durch zahlreiche Mes
sungen, wie Messung des Kohleweges, des Abriebes, des
elektrischen Übergangswiderstandes, den Zustand des
Schleifkontaktanordnung übermitteln und diesen an eine
zentrale Überwachungseinheit weiterleiten. Diese ist
dann in der Lage, rechtzeitig ein Signal zum Austausch
der Kontaktkohlen bzw. einzelner Leiterplatten zu ge
ben.
Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des
allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungs
beispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exempla
risch beschrieben, auf die im übrigen hinsichtlich der
Offenbarung aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen
Einzelheiten ausdrücklich verwiesen
wird. Es zeigen:
Fig. 1 Beispielhafte Ausführung einer erfindungsge
mäßen Anordnung
Fig. 2 Beispielhafte Ausführung einer Anordnung mit
mehreren Baugruppen
In Fig. 1)
ist beispielhaft eine erfingungsgemäße Anordnung darge
stellt. Hier sind beispielhaft acht Kohlehalter (2) zur
Aufnahme der Kontaktkohlen (3) auf einer Leiterplatte
(1) montiert. Durch die Kaschierung der Oberfläche der
Leiterplatte mit Kupfer sind diese Kohlehalter alle
miteinander und mit dem Anschlußelement (4) verbunden.
Eine zusätzliche Platte (6) aus Isolationsmaterial
stellt eine hinreichende Spannungsfestigkeit zur be
nachbarten Baugruppe her. Die Arretierung der Baugruppe
in einen entsprechenden Halter erfolgt durch die Rast
nase (5).
Fig. 2)
stellt eine komplette Montageinheit, bestehend aus meh
reren Baugruppen, dar. In der Schnittdarstellung wird
der innere Aufbau der Kohlehalter, sowie deren Verbin
dung zur Trägerplatte besonders deutlich. Hier trägt
beispielsweise ein Schleifringmodul mehrere Schleifbah
nen (11). Diese werden kontaktiert durch Kohlen (17),
welche in den entsprechenden Kohlehaltern (14) geführt
werden. Die Kontaktierung der Kohle selbst erfolgt über
eine elektrisch leitende Oberfläche der Trägerplatte
(13) in welche der Kohlehalter (14) mittels der Kon
taktstifte (16) eingepreßt ist. Die elektrische Isola
tion zur Nachbarbaugruppe erfolgt über eine Scheibe aus
Isoliermaterial (12). Die Andruckfeder (15) preßt die
Kohle (17) mit einer vorgegebenen Kraft gegen die
Schleifbahn (11).
Claims (14)
1. Schleifkontaktanordnung zur Übertragung elektrischer
Signale bzw. Energie zwischen mindestens zwei gegenein
ander angeordneten Einheiten, wobei mindestens eine
Einheit entlang der Trajektorie der Bewegung angeordne
te Schleifbahnen aus elektrisch leitendem Material und
eine zweite Einheit mit dieser in elektrischem Kontakt
stehende Schleifkontakte besitzt;
dadurch gekennzeichnet, dass
bei der zweiten Einheit mehrere Kohlehalter auf einer
Trägerplatte mit Leiterbahnen zur Kontaktierung der
Kohlen angeordnet sind.
2. Anordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trägerplatte als kupferkaschierte Leiterplatte mit
Leiterbahnen ausgeführt ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1-2,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Anschlußelement vorhanden ist, welches
mittels der Leiterbahnen elektrisch mit den Kohlehal
tern bzw. Kohlen verbunden ist.
4. Anordnung nach Anspruch 1-3,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Falle einer mehrkanaligen Anordnung zur gleichzeiti
gen Übertragung mehrerer Signale die Schleifkontakte
für einzelne Signale oder Gruppen von Signalen auf ein
zelnen Leiterplatten angeordnet sind.
5. Anordnung nach Anspruch 1-4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Trägerplatte derart ausgebildet ist, dass sie
gleichzeitig die Funktion der mechanischen Führung
und/oder der elektrischen Kontaktierung der Schleifkon
takte wahrnimmt.
6. Anordnung nach Anspruch 1-5,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Falle des Einsatzes von Kohlen mit Kontaktlitze in
der Trägerplatte eine Anschlußmöglichkeit für die Kon
taktlitze vorgesehen ist.
7. Anordnung nach Anspruch 1-6,
dadurch gekennzeichnet, dass
senkrecht zu den Schleifbahnen angeordnete Trägerplat
ten vorhanden sind, an denen parallel zur Leiterfläche
angebracht die Führungseinheiten der Schleifkontakte
angeordnet sind, so dass diese zusammen mit der Träger
platte einen Kohlehalter darstellen.
8. Anordnung nach Anspruch 1-7,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Falle von Schleifkontakten mit mindestens einer
seitlichen Führungsfläche diese derart angeordnet ist,
dass sie durch eine elektrisch leitende Fläche der Trä
gerplatte kontaktiert wird.
9. Anordnung nach Anspruch 1-8,
dadurch gekennzeichnet, dass
einzelne Trägerplatten durch mechanische Führungsele
mente vorzugsweise durch Führungsschienen und/oder Paß
stifte in ihrer Position fixiert sind.
10. Anordnung nach Anspruch 1-9,
dadurch gekennzeichnet, dass
einzelne Trägerplatten durch eine Rastvorrichtung oder
durch ein anderes mechanisches Verslußsystem in ihrer
Position fixiert sind.
11. Anordnung nach Anspruch 1-10,
dadurch gekennzeichnet, dass
einzelne Trägerplatten oder Gruppen von Trägerplatten
derart angeordnet sind, dass sie zum Ersatz von ver
schlissenen Schleifkontakten ausgetauscht werden kön
nen.
12. Anordnung nach Anspruch 1-11,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Schleifkontakt eine Markierung zur An
zeige des Abriebs besitzt.
13. Anordnung nach Anspruch 1-12,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Schleifkontakt mit einer mechanischen
Verschleißanzeige verbunden ist.
14. Anordnung nach Anspruch 1-13,
dadurch gekennzeichnet, dass
elektronische bzw. elektromechanische Komponenten zur
Diagnose und/oder Signalisierung des Zustands der
Schleifkontaktanordnung auf der Leiterplatte integriert
sind.
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