DE10026727A1 - Trageinrichtung - Google Patents
TrageinrichtungInfo
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Abstract
Offenbart ist eine Trageinrichtung, insbesondere zum Montieren oder Demontieren einer Offshore-Plattform mit einem gelenkig ausgebildeten Tragarm, der durch horizontales Verschwenken seiner beiden Gelenkarme bewegbar ist. Bei stärkerem Seegang kann durch entsprechende Ansteuerung der Gelenkarme eine Ausgleichsbewegung in Horizontalrichtung erfolgen, wobei die in Horizontalrichtung wirkenden Reaktionskräfte minimal sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Trageinrichtung, insbesondere zum Mon
tieren oder Demontieren einer Offshore-Plattform.
Üblicherweise werden Offshore-Plattformen, beispielsweise Bohr-
und Produktionsplattformen auf einer im Meeresboden verankerten Stütz
konstruktion abgesetzt.
Viele der derzeit bestehenden Plattformen haben das Ende ihrer
kalkulierten Lebensdauer erreicht und müssen zur Zerlegung oder Reno
vierung von ihrem Standort zu einer Werft im Küstenbereich transpor
tiert werden. Dabei wird es bevorzugt, wenn die Plattformen im Ganzen
transportiert werden können, anstelle diese vor Ort in kleinere Ein
heiten zu zerlegen.
Zur Montage und Demontage der Plattform wird eine Trageinrichtung
verwendet, die beispielsweise auf einem Spezialschiff angeordnet ist.
Bei diesem Spezialschiff ist der Schiffsbug katamaranförmig mit zwei
Rumpfteilen ausgeführt, deren Abstand so gewählt ist, dass die Bohrin
sel zwischen den beiden Rumpfteilen aufgenommen ist. Auf den beiden
Rumpfteilen sind die Trageinrichtungen angeordnet, über die die Bohr
insel angehoben oder abgesenkt werden kann.
In der US 4,744,697 ist eine Lösung beschrieben, bei der die
Plattform mittels einer Reihe von paarweise angeordneten Kränen ange
hoben bzw. abgesenkt werden kann. Die beiden Kräne eines Paares sind
diametral zueinander auf den beiden Rumpfteilen angeordnet und tragen
gemeinsam einen Tragarm, auf dem die Bohrplattform gelagert ist.
Nachteilig bei dieser Lösung ist, dass über die Kranseile der
Kräne keine Fixierung der Plattform in Horizontalrichtung erfolgt, so
dass diese bei hohem Seegang in horizontal gerichtete Pendelbewegungen
kommen kann, die ein Aufsetzen der Plattform auf die Stützkonstruktion
wesentlich erschweren.
In der US 5,829,919 und der WO 98/24980 A1 werden verbesserte
Trageinrichtungen vorgestellt, wobei anstelle der Kräne seitlich zur
Plattform hin auskragende Tragarme verwendet werden. Diese Tragarme
sind über Wälzkörper oder Räder auf Schienen der beiden Rumpfteile ge
führt, so dass sie aus einer inneren Transport- oder Grundposition
nach außen, hin zur Plattform ausfahrbar sind. Am frei auskragenden
Endabschnitt der Tragarme sind Hebemittel angeordnet. Diese können ge
mäß der WO 98/24980 A1 derart ausgebildet sein, dass die Plattform
hängend an den Tragarmen befestigt ist, während bei der in der US 5,829,919
offenbarten Lösung die Hebemittel als Stützkörper ausgeführt
sind. Zum Anheben oder Absenken der Plattform werden diese Hebemittel
mittels eines oder mehrerer Hydraulikzylinder in Vertikalrichtung aus
gefahren bzw. eingefahren.
Problematisch bei der Montage/Demontage der Plattformen ist, dass
sie nicht nur bei glatter See sondern auch bei schwierigeren Wetterbe
dingungen durchgeführt werden soll. Bei Seegang führt das Spezial
schiff Bewegungen innerhalb der sechs vorhandenen Freiheitsgrade
durch, wobei die in Horizontalrichtung wirksamen Bewegungskomponenten
durch geeignete Stabilisierungseinrichtungen, wie beispielsweise
Schlepper, Ankersysteme, Fender oder ähnliches zwar verringert, jedoch
nicht vollständig kompensiert werden können. Der Ausgleich der in Ver
tikalrichtung wirksamen Bewegungskomponenten ist vergleichsweise ein
fach, da diese über die Hebemittel selbst erfolgen kann, die in Abhän
gigkeit von der Vertikalbewegung des Spezialschiffes oder der Platt
form ansteuerbar sind.
Schwierig ist der Ausgleich der Schiffsbewegungen in Horizontal
richtung insbesondere dann, wenn die Hebemittel bereits an der Platt
form angreifen, so dass die horizontale Ausgleichbewegung der Tragarme
auch während einer außerordentlich hohen Belastung in Vertikalrichtung
erfolgen soll, das Gewicht einer Plattform kann bis zu 50.000 Tonnen
betragen!
Bei den in der US 5,829,919 und der WO 98/24980 A1 offenbarten Lö
sungen können die in Querrichtung des Spezialschiffes wirksamen Bewe
gungskomponenten über die auf Schienen geführten Stützräder der Trag
arme eingeleitet werden, so dass die Querkräfte minimal sind. Anstelle
dieser Räder können auch hochwertige Gleitlager oder hydrostatische
Lager eingesetzt werden. Derartige Lagerungen bedürfen jedoch eines
erheblichen vorrichtungstechnischen Aufwandes, benötigen viel Platz
und sind relativ teuer, so dass nach Alternativlösungen gesucht wird.
Zum Ausgleich der Horizontalbewegung ist in der WO 98/24980 A1 des wei
teren vorgeschlagen, die Gelenkarme der Hebemittel mit einem gewissen
Spiel auszuführen, so dass der an der Plattform angreifende Adapter in
der Horizontalebene ausgelenkt werden kann. Dieses Spiel vermag jedoch
nur relativ kleine Horizontalbewegungen auszugleichen.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Trag
einrichtung, insbesondere zum Montieren oder Demontieren einer
Offshore-Plattform zu schaffen, die einen einfachen Ausgleich von Ho
rizontalbewegungen ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch eine Trageinrichtung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß wird ein Tragarm der Trageinrichtung mit zwei ge
lenkig verbundenen Armen ausgeführt, die in Horizontalrichtung in die
Hebeposition bewegbar sind. Durch die Verschwenkung dieser beiden Arme
ist ein Ausgleich der Schiffsbewegung in Horizontalrichtung auf äu
ßerst einfache Weise ermöglicht, so dass eine exakte Ankopplung an die
Bohrplattform gewährleistet ist. Auch wird erreicht, dass das Schiff
und die am Meeresboden verankerte Stützkonstruktion auch bei rauhem
Seegang und bei hohen Traglasten nur mit geringen, in Lateral- und
Längsrichtung wirkenden Kräften beaufschlagt werden, so dass die Ge
fahr einer Beschädigung aller Elemente minimal ist.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Konstruktion liegt
darin, dass die gelenkige Anbindung des Tragarmes vergleichsweise
preiswert realisierbar ist, wobei der Tragarm in der Grundposition gelenkig
zusammengefahren werden kann und somit lediglich minimalen Raum
in Anspruch nimmt.
Die erfindungsgemäßen gelenkigen Tragarme werden vorzugsweise an
den Rumpfteilen eines Spezialschiffes, eines ähnlichen Schwimmkörpers
oder an einer am Meeresboden verankerten Montage/Demontageeinrichtung
angelenkt. Prinzipiell lässt sich die Erfindung jedoch bei allen Auf
gabenstellungen einsetzen, bei denen quer zur Gewichtskraft wirkende
Bewegungen bei niedrigen zulässigen horizontalen Kraftkomponenten aus
geglichen werden müssen.
Die Verschwenkung der beiden Arme bzw. des Endteils erfolgt je
weils mittels einer Betätigungseinrichtung, die beispielsweise mit Hy
draulikzylindern ausgeführt sein kann, über die jeder Arm um seine
Schwenkachse verschwenkbar ist.
Das Hebemittel kann an einem an dem Gelenkarm angelenkten Endteil
angeordnet sein, so dass das Hebemittel gegenüber dem Gelenkarm in Ho
rizontalrichtung verschwenkbar ist. Dieses Endteil wird
vorteilhafterweise gabelförmig ausgeführt, so dass ein entsprechend
ausgebildeter Adapter an der Plattform oder der Stützkonstruktion von
den Gabelschenkeln umgriffen wird. An beiden Gabelschenkeln kann dann
jeweils ein Hebemittel angeordnet sein. Durch das gabelförmige Endteil
ist gewährleistet, dass die Trageinrichtung horizontalen Relativbewe
gungen zwischen der Plattform und dem Schwimmkörper folgen kann.
Aufgrund des hohen Gewichts der Plattform sind erhebliche Anforde
rungen an die Lagerung der beiden verschwenkbaren Arme gestellt. Er
findungsgemäß kann die Gelenkverbindung zwischen dem Schwenk- und dem
Gelenkarm und zwischen Schwenkarm und Endteil, je durch zwei axial be
abstandete Lager, von denen zumindest eines ein oder mehrere Axial-
und ein Radiallager enthält. Vorzugsweise werden beide Lager mit je
weils zumindest einem Axiallager ausgeführt, wobei die Axialabstützung
vorteilhafterweise über zwei oder mehrere hydraulisch miteinander ver
bundene Kolben erfolgt. Durch die hydraulische Verbindung der Axialla
ger ist eine gleichmäßige Abstützung über beide Lagerteile gewährlei
stet, wobei die Belastungen der einzelnen Axiallager verringert sind.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Kol
ben als Ringkolben ausgebildet, die die Gelenkachse umgreifen.
Die zum Anheben der Plattform in Vertikalrichtung erforderlichen
Hebemittel können beispielsweise als Hydraulikzylinder oder wie bei
dem eingangs beschriebenen Stand der Technik ausgeführt sein.
Das erfindungsgemäße Gelenk zur Verbindung des Gelenkarms mit dem
Schwenkarm oder des Schwenkarms mit dem Endteil wird vorteilhafterwei
se mit zwei an einem Arm/Endteil ausgebildeten Gelenklaschen ausge
führt, die einen am anderen Arm/Endteil angeordneten Gelenkvorsprung
in Axialrichtung umgreifen. Dabei wird ein Spiel in Axialrichtung zwi
schen den Gelenklaschen und dem Gelenkvorsprung vorgesehen, über das
eine Ausgleichsbewegung in Vertikalrichtung ermöglicht ist.
Im folgenden werden zwei bevorzugte Ausführungsbeispiele der Er
findung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Offshore-Plattform mit einem Spezialschiff zu deren
Montage/Demontage;
Fig. 2 eine Seitenansicht eines Tragarms der Abstützung der
Plattform;
Fig. 3 eine Draufsicht auf den Tragarm aus Fig. 2;
Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel des Tragarms aus Fig. 2;
Fig. 5 eine Detaildarstellung eines Axial-/Radiallagers des Trag
arms aus Fig. 4;
Fig. 6 eine Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels ei
nes Tragarms und
Fig. 7 ein Draufsicht auf den Tragarm in Fig. 6.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Offshore-Platt
form 1, die beispielsweise eine Bohr- oder Arbeitsplattform sein kann.
Diese ist oberhalb des Meeresspiegels auf einer am Meeresboden abge
stützten Stützkonstruktion 2 gelagert. Hierzu hat die Plattform 1 meh
rere ausgesteifte Stützbereiche 4, über die das Gesamtgewicht der
Plattform 1, das bis zu 50.000 Tonnen betragen kann, in die Stützkon
struktion 2 eingeleitet wird.
Zum Montieren oder Abheben der Plattform 1 wird ein Spezialschiff
verwendet, dessen Bug zwei beabstandete Rumpfteile 6, 8 hat, deren Ab
stand derart gewählt ist, dass die Plattform 1 mit der aus der Wasser
oberfläche 10 herausragenden Stützkonstruktion 2 zwischen die Rumpf
teile 6, 8 passend ist. Zum Anheben oder Absenken der Plattform 1 ist
jedes Rumpfteil 6, 8 mit mehreren senkrecht zur Zeichenebene hinter
einander liegenden Trageinrichtungen 12, 14 versehen. Auch können, zu
sätzlich oder als Alternative, Trageinrichtungen an anderen Stellen
des Schiffes montiert sein. Diese haben an ihrem freien Endabschnitt
jeweils ein Hebemittel 16, über das die Plattform 1 in Vertikalrich
tung von der Stützkonstruktion 2 abhebbar ist. Diese Hebemittel 16
greifen z. B. an dem verstärkten Stützbereich 4 der Plattform 1 oder an
bestimmten Punkten der Stützkonstruktion, oberhalb der
("Schnittfläche") Trennfläche an.
Die Trageinrichtungen 12, 14 sind derart ausgebildet, dass sie aus
einer in Fig. 1 links dargestellten Grundposition (12) außerhalb der
Plattform 1 in eine Hebe- oder Absenkposition (rechts in Fig. 1, 14)
verschwenkbar sind, in der das Hebemittel 16 koaxial mit Bezug zum
Stützbereich 4 ausgerichtet ist.
Anstelle der Rumpfteile 6, 8 können auch andere Schwimmkörper ver
wendet werden.
Fig. 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Trageinrichtung
14, die an dem strichpunktiert angedeuteten Rumpfteil 8 oder 6 gela
gert ist. Die Trageinrichtung 14 hat ein von dem Rumpfteil 8 getrage
nes Tragteil 18, an dem ein als Gelenkarm ausgeführter Tragarm 20 über
ein Schwenkgelenk 22 angelenkt ist. Der Tragarm 20 hat einen Schwenkarm
24, der über ein Gelenk 26 mit einem außenliegenden Gelenkarm 28
verbunden ist. Das Tragteil 18 kann auf dem Rumpf 6, 8 von einer ein
gezogenen Position zur Plattform hin geradlinig aber ohne Last ausge
fahren werden; oder in gewünschter Position vormontiert sein.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel hat der Ge
lenkarm 28 zwei Gelenklaschen 30, 32, die den benachbarten Endab
schnitt des Schwenkarms 24 umgreifen, und die von der gemeinsamen,
strichpunktiert angedeuteten Achse 34 durchsetzt sind. In entsprechen
der Weise hat das Tragteil 18 zwei Gelenklaschen 36, 38, die den ande
ren Endabschnitt des Schwenkarms 24 umgreifen und von einer weiteren
Achse 40 durchsetzt sind. Die Achsen 34, 40 können mehrteilig ausge
führt sein.
Zur Verringerung des Bauteilgewichtes können die Arme 24, 28 als
Fachwerkkonstruktion ausgeführt sein. Am freien Endabschnitt des Ge
lenkarmes 28 ist das Hebemittel 16 gelagert, das bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel als Hydraulikzylinder 42 ausgebildet ist. Prinzi
piell könnten jedoch auch über Hydraulikzylinder betätigbare Paralle
logrammgestänge oder Hebemittel, wie sie in der US 5,829,919 oder der
WO 98/24980 A1 beschrieben sind oder andere geeignete Konstruktionen
eingesetzt werden.
Zur Verschwenkung des Tragarms 20 zwischen der Grundposition
(links in Fig. 1) in die Tragposition (rechts in Fig. 1) sind geeig
nete Betätigungseinrichtungen vorgesehen, die beispielsweise als an
eine hydraulische Steuerung angeschlossene Hydrozylinder 45, 46 ausge
führt sind. Die beiden Hydrozylinder 45, 46 sind ihrerseits gelenkig
an dem Tragteil 18 bzw. am Schwenkarm 24 abgestützt. Das heißt, durch
Ausfahren der Hydrozylinder 45, 46 lässt sich der Tragarm 20 aus sei
ner Faltposition in eine Position bringen, in der die Hebevorrichtung
mit Bezug zum zugeordneten Stützbereich 4 ausgerichtet ist. Je nach
Ausfahrposition der Hydrozylinder 45, 46 kann praktisch jede ge
wünschte Position innerhalb des Schwenkbereichs in der Horizontalebene
X, Y (Fig. 3) eingestellt werden. Bewegungen des Schiffes in Horizon
talrichtung können dann auf einfache Weise über die Schwenkbewegungen
des Gelenkarms 28 und des Schwenkarms 24 ausgeglichen bzw. zugelassen
werden, wobei der Bewegungswiderstand über die Steuerung der Hydrozy
linder 45, 46 einstellbar ist.
Die in Horizontalrichtung wirksamen Komponenten der auf die Trag
einrichtung übertragenden Reaktionskräfte beim Anheben der Plattform 1
sind somit auch bei großen Horizontalbewegungen wesentlich geringer
als bei den eingangs beschriebenen Lösungen, bei denen
Ausgleichsbewegungen nicht oder nur in geringem Umfang oder aber mit
erheblichem konstruktiven Aufwand und hohem Gewicht bzw. großen Abmes
sungen möglich waren.
Fig. 4 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel, das sich im Hin
blick auf die Ausgestaltung der Gelenke 22, 26 vom vorbeschriebenen
Ausführungsbeispiel unterscheidet.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt die
Abstützung des Gelenkarms 28 und des Schwenkarms 24 über jeweils ein
Axiallager und zwei Radiallager (nicht dargestellt), wobei die
Axiallager nur im Bereich der Lasche 30 und der Lasche 38 der Gelenke
26 bzw. 22 ausgebildet waren.
Im Unterschied dazu erfolgt die Abstützung des Gelenkarms 28 und
des Schwenkarms 24 bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbei
spiel über zwei Axiallager, die jeweils im Bereich der Gelenklaschen
30 und 32 des Gelenkarms 28 bzw. der Laschen 36 und 38 des Tragteils
18 vorgesehen sind.
Im Bereich des Schwenkgelenks 22 sind am Schwenkarm 24 Gelenkbünde
48, 50 ausgebildet, die auf den zugeordneten Laschen 36, 38 abgestützt
sind.
Am anderen Endabschnitt des Schwenkarms 24 ist eine Ausnehmung 52
ausgebildet, in die die untere Gelenklasche 32 eintaucht und in Stütz
richtung abgestützt ist. Durch diese Zweifachabstützung in Axialrich
tung lassen sich die Lagerkräfte gegenüber der in Fig. 2 dargestell
ten Lösung verteilen, so dass kleinere kompaktere Einzellager einsetzbar
sind, und die mechanische Belastung der Konstruktionsteile kleiner
wird.
Fig. 5 zeigt die als Einzelheit X in Fig. 4 gekennzeichnete un
tere Lagerung, über die der Gelenkarm 28 am Schwenkarm 24 abgestützt
ist. Eine derartige Lagerung kann selbstverständlich auch als Axial-
/Radiallager bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ein
gesetzt werden.
Wie oben beschrieben, taucht die Gelenklasche 32 des Gelenkarms 28
in die Ausnehmung 52 des Schwenkarms 24 ein. Die gelenkige Verbindung
dieser beiden Bauteile erfolgt über die Gelenkachse 34, die in eine
Gelenkbohrung 54 des Schwenkarms 24 eingesetzt ist. Die
Radialabstützung des Gelenkarms 28 erfolgt über ein als Wälz- oder
Gleitlager ausgeführtes Radiallager 56, das in eine Lagerbohrung 58
der Gelenklasche 32 eingesetzt ist. Die Gelenkbohrung 54 kann sich
auch in die Gelenklasche 32 hinein erstrecken.
Die in Stützrichtung unten liegende Stützfläche 60 der Gelenkla
sche 32 liegt auf einem das Axiallager bildenden Ringkolben 62 auf.
Dieser ist in einem Zylinder 64 geführt, der als Ringnut in einer un
teren Wange 66 der Ausnehmung 52 ausgebildet ist. Demzufolge erfolgt
die Axialabstützung des Gelenkarms 28 über den Ringkolben 62, während
die Radialabstützung an der Achse 34 über das Radiallager 56 erfolgt.
Der untenliegende Endabschnitt der Achse 34 taucht in eine Durchgangs-
oder Stützbohrung 68 in der Wange 66 ein. Der Lagerabschnitt ist
stirnseitig durch Dichtdeckel 70, 72 abgedichtet. Entsprechende Lager
können auch im Bereich der oberen Gelenklasche 30 und im Bereich der
Laschen 36, 38 ausgebildet sein.
Wie in Fig. 5 strichpunktiert angedeutet, ist der Zylinderraum
des Zylinders 64 mit dem entsprechend ausgebildeten Zylinderraum des
oberen Axiallagers (bei Lasche 30) über eine Bohrung 74 und eine
(nicht gezeichnete) hydraulische Leitung verbunden, so dass die in
Axialrichtung wirkenden Stützkräfte identisch sind. In gleicher Weise
sind die Zylinderräume der Axiallager im Bereich der Achse 40 mitein
ander verbunden.
Vorstellbar ist es auch, durch geeignete Wahl der Zylinderdurch
messer zwischen den Zylindern eine ungleiche Aufteilung der Lager
kräfte einzustellen, so dass beispielsweise das obenliegende Lager ge
ringere Stützkräfte aufbringt als das unten liegende, in Fig. 5 dar
gestellte Axiallager 62, 64.
Durch Steuerung der Druckmittelmenge in den Zylindern 64 kann eine
gewisse Position in Axialrichtung eingestellt werden.
Möglicherweise können pro Schwenkachse auch mehr als zwei Axialla
ger nach vorbeschriebener Bauart benutzt werden, wobei deren Hydrau
likräume miteinander verbunden sind, so dass die Axiallast jedes La
gers verringert ist.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Trageinrichtung erlaubt es
beispielsweise, durch geeignete Ansteuerung der Hydrozylinder 45, 46
den Tragarm 20 in einer bestimmten Schwenkposition festzulegen, so
dass die Plattform im abgehobenen Zustand zuverlässig fixiert ist.
Darüberhinaus erlaubt es die Ansteuerung der Hydrozylinder oder ande
rer entsprechender Betätigungseinrichtungen zur Einleitung des
Schwenkvorgangs, wie beispielsweise Schwenktriebe mit Elektromotoren,
hydraulisch betätigte Spindeln, etc., die Plattform 1 im abgehobenen
Zustand in jede Horizontalrichtung zu versetzen oder gar in gewissem
Umfang zu verdrehen, so dass eine nachträgliche Ausrichtung der Platt
form mit Bezug zu den Rumpfteilen 6, 8 möglich ist.
Bei den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen wurde die Plattform
auf den Tragarmen abgestützt. Alternativ dazu könnte die Plattform 1
oder ein oberer Teil der Stützkonstruktion 2 auch an den Hebemitteln
16 angehängt sein, wie dies beispielsweise in der WO 98/24980 A1 be
schrieben ist.
Fig. 6 zeigt eine weitere Variante der in den Fig. 2 bis 4
dargestellten Trageinrichtung, bei der der äußere Gelenkarm 28 mit ei
ner weiteren Schwenkachse 70 versehen ist, über die ein Endteil 44 an
gelenkt ist.
Der Aufbau des Tragarms 18 und des Schwenkarms 24 entspricht im
wesentlichen demjenigen der vorbeschriebenen Ausführungsbeispiels, wo
bei die Gelenkkonstruktion gemäß den Fig. 2 oder 4 oder entspre
chende Konstruktionen einsetzbar sind.
Gemäß der Draufsicht in Fig. 7 hat das Endteil 44 einen gabelför
migen Aufbau mit zwei Gabelschenkeln 72, 74 an denen jeweils ein Hebe
mittel, beispielsweise ein Hydrozylinder 42 gelagert ist.
Die beiden Gabelschenkel 72, 74 laufen zu einem Mittelschenkel 78
zusammen, der bei der in Fig. 6 dargestellten Variante von zwei Ge
lenklaschen 80, 82 des Gelenkarms 28 umgriffen ist.
Die Verschwenkung des Endteils 44 gegenüber dem Gelenkarm 28 er
folgt - wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen - bei
spielsweise durch einen Schwenkzylinder 76, der einerseits am Gelenk
arm 28 abgestützt ist und andererseits am Endteil 44 angreift.
Selbstverständlich kann das Endteil 44 auch mit einem einzigen He
bemittel ausgeführt sein.
An der Plattform oder der Stützkonstruktion ist ein in Fig. 7 ge
strichelt angedeuteter Adapter 84 vorgesehen, der in der Hebeposition
von den beiden Gabelschenkeln 72, 74 umgriffen ist, so daß eine einfa
che Zentrierung der Trageinrichtung mit Bezug zur Aufnahme an der
Plattform möglich ist.
Ähnlich wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen kann
die Verschwenkung der Arme 24, 28 gegenüber den Tragarm 18 ebenfalls
über Schwenkzylinder 45, 46 erfolgen.
Bei der Steuerung der Schwenkbewegung über einen oder mehrere
Schwenkzylinder wird das Hebemittel - im vorliegenden Fall der oder
die Hydrozylinder des Endteils 44 - zunächst in der Hebeposition mit
Bezug zu dem Adpater 84 der Plattform oder Stützkonstruktion ausge
richtet und über die Schwenkzylinder mit einer geringen Kraft gegen
den Adapter 84 oder das entsprechende Teil der Plattform angedrückt.
Durch dieses Andrücken des Endteils 44 gegen die Plattform ist gewähr
leistet, daß horizontale Relativbewegungen zwischen den Hebeschiff und
der Plattform ausgeglichen werden.
Anstelle des Schwenkzylinders kann auch eine sonstige geeignete
Vorspanneinrichtung verwendet werden, um die Relativposition zwischen
Hebemittel und dem entsprechenden Teil der Plattform/Stützkonstruktion
beizubehalten. Durch entsprechende Ansteuerung der Schwenkzylinder
oder der entsprechenden Bauelemente kann die vorgenannte Ausdruckkraft
in Abhängigkeit vom Abhebevorgang der Plattform geändert werden, so
daß beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt, d. h. nach dem Ansetzen
der Hydrozylinder der Hebemittel 42 die Ausdruckkraft auf Null redu
ziert ist, so dass sich die Trageinrichtung in Horizontalrichtung frei
bewegen kann.
Prinzipiell könnte das dem Endteil 44 entsprechende Bauelement
auch direkt an den Schwenkarm 24 angelenkt werden, so daß wieder - wie
bei den in Fig. 2 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispielen - le
diglich zwei vertikale Schwenkachsen vorhanden sind.
Offenbart ist eine Trageinrichtung, insbesondere zum Montieren
oder Demontieren einer Offshore-Plattform mit einem gelenkig ausgebil
deten Tragarm, der durch horizontales Verschwenken seiner beiden Ge
lenkarme bewegbar ist. Bei stärkerem Seegang kann durch entsprechende
Ansteuerung der Gelenkarme eine Ausgleichsbewegung in
Horizontalrichtung erfolgen, wobei die in Horizontalrichtung wirkenden
Reaktionskräfte minimal sind.
Claims (12)
1. Trageinrichtung zum Montieren oder Demontieren einer Offshore-
Plattform (1), mit zumindest einem Tragarm (20), an dessen freiem
Endabschnitt ein Hebemittel (16) zum Ansetzen an der Plattform (1)
oder deren Stützkonstruktion angeordnet ist, wobei der Tragarm
(20) aus einer Grundposition seitlich der Plattform (1) in eine
Hebeposition bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Trag
arm (20) direkt oder mittelbar gelenkig an einem Schwimmkörper (6,
8) angelenkt ist und zumindest einen an einem Schwenkarm (24) an
gelenkten Gelenkarm (28) hat, der etwa in Horizontalrichtung zwi
schen der Grundposition und der Hebeposition verschwenkbar ist.
2. Trageinrichtung nach Patentanspruch 1, wobei das Hebemittel (16)
an einem am Gelenkarm (28) angelenkten Endteil (44) angeordnet ist
und die Schwenkachsen (40, 34, 70) der Trageinrichtung (2) in Ver
tikalrichtung verlaufen.
3. Trageinrichtung nach Patentanspruch 2, wobei das Endteil (44) ga
belförmig ausgebildet ist und an seinen beiden Gabelschenkeln (72,
74) vorzugsweise jeweils ein Hebemittel (42) trägt.
4. Trageinrichtung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wo
bei die Betätigung der Arme (24, 28) und/oder des Endteils (44)
mittels Betätigungseinrichtungen (45, 46, 76) erfolgt.
5. Trageinrichtung nach Patentanspruch 4, wobei die Betätigungsein
richtungen Hydraulikzylinder (45, 46) sind.
6. Trageinrichtung nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wo
bei im Bereich der Schwenkachsen (40, 34, 70) jeweils eine Lage
rung angeordnet ist, die zumindest zwei beabstandete Lagereinrich
tungen enthält, von denen eine zumindest ein Axial- und ein Ra
diallager (56; 62, 64) hat.
7. Trageinrichtung nach Patentanspruch 6, wobei das Axiallager einen
in einem Zylinder (64) geführten Kolben (62) hat, auf dem ein Arm
(24, 28) oder ein Endteil (44) abgestützt ist.
8. Trageinrichtung nach Patentanspruch 7, wobei eine Lagereinrichtung
zumindest zwei Axiallager hat, deren Zylinder (64) hydraulisch
verbunden sind.
9. Trageinrichtung nach Patentanspruch 7 oder 8, wobei beide Lager
einrichtungen mit Axiallagern (62, 64) versehen sind und der oder
die Zylinder (64) des einen Axiallagers hydraulisch mit dem oder
den Zylinder(n) des anderen Axiallagers verbunden sind.
10. Trageinrichtung nach Patentanspruch 8 oder 9, wobei die Kolbenflä
chen unterschiedlich sind.
11. Trageinrichtung nach einem der Patentansprüche 7 bis 10, wobei der
Kolben ein Ringkolben (62) ist, der eine Achse (34) des Lagers um
greift.
12. Trageinrichtung nach einem der Patentansprüche 2 bis 12, wobei ein
Arm (24, 28) oder das Endteil (44) zwei Gelenklaschen (30, 32; 48,
50) hat, die zumindest einen Gelenkvorsprung des anderen Arms (24,
28) bzw. Endteils in Axialrichtung umgreifen, wobei in dieser
Richtung ein Spiel vorgesehen ist.
Priority Applications (8)
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001086074A1 (de) | 2000-05-09 | 2001-11-15 | Mannesmann Rexroth Ag | Vorrichtung und verfahren zum entfernen von offshore-plattformen auf see |
| CN112046708A (zh) * | 2020-09-16 | 2020-12-08 | 中国石油大学(华东) | 一种防超静定托举装置及海上平台托举方法 |
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-
2001
- 2001-03-12 DE DE50103878T patent/DE50103878D1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001086074A1 (de) | 2000-05-09 | 2001-11-15 | Mannesmann Rexroth Ag | Vorrichtung und verfahren zum entfernen von offshore-plattformen auf see |
| CN112046708A (zh) * | 2020-09-16 | 2020-12-08 | 中国石油大学(华东) | 一种防超静定托举装置及海上平台托举方法 |
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
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