DE10026505A1 - Blasform für Hoch- und Schachtöfen - Google Patents
Blasform für Hoch- und SchachtöfenInfo
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Abstract
Blasformen zum Einblasen von Heißwind, insbesondere in einen Hoch- oder Schachtofen, die in der Ofenwand befestigt und teilweise in den Ofen hineinragend, weisen eine in den Ofen gerichtet verjüngte Kegelstumpfform auf, die mit einer Heißwindanschlussöffnung und in der Stirnseite mindestens mit einer Austrittsöffnung sowie einer im Blasformmantel verlaufenden Kühlung versehen sind. Zur Vermeidung der Anzahl der Blasformen sowie zur Herabsetzung des Wasserverbrauchs und zur besseren Bündelung des Heißwindes sind in der Stirnwand (3) zwei Austrittsöffnungen (5) vorgesehen, die in Richtung der Blasformmittelachse nach unten geneigt und zwischen sich in der Austrittsebene einen Winkel (alpha) bildend angeordnet sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Blasform zum Einblasen von Heißwind, insbesondere in einen
Hoch- und Schachtofen, die in der Ofenwand befestigt und eilweise in den Ofen hineinra
gend, eine in den Ofen gerichtete verjüngte Kegelstumpfform aufweist, die mit einer
Heißwindanschlussöffnung und in der Stirnseite mindestens mit einer Austrittsöffnung
sowie einer im Blasformmantel verlaufenden Kühlung versehen ist.
Es ist ein wesentlicher Verfahrensschritt bei der Verhüttung von Eisen, dem Hochofen vom
unteren Ofenteil her Heißwind zuzuführen. Der Heißwind, der mit einer bestimmten Ge
schwindigkeit, Temperatur und Druck zugeführt wird, verbrennt einen Teil des Kokses zu
Kohlenmonoxid. Die dabei entstehende Verbrennungswärme bringt den Koks zum Glühen,
treibt aus den Zuschlägen (meist Kalkstein) das Kohlendioxid aus und trocknet in der obe
ren Hochofenzone das Erz. Knapp oberhalb des Windeintritts herrscht eine Temperatur von
rd. 1600°C in der Hochofenfüllung. Insgesamt fördert der Heißwind die Reduktion des
Eisenerzes zu Eisen und allgemein den Schmelzprozess.
Der Heißwind wird über Blasformen, die in Abstand voneinander in der Ofenwandung,
d. h. im Mauerwerk kreisförmig angeordnet sind, der Ofenmitte über düsenartige Öffnun
gen der Blasformen zugeführt. Üblicherweise sind die Blasformen zur Ofenmitte gerichtet,
geneigt angeordnet.
Die Anzahl der Blasformen richtet sich neben den Gestellmaßen eines Hochofens nach
verschiedenen Parametern. Ist die Anzahl der Blasformen zu gering, d. h. der Abstand zwi
schen zwei Blasformen ist zu groß, so ergeben sich sehr schnell nachteilige Anbackungen
am Mauerwerk oder das Mauerwerk verschleißt, wodurch die Blasformen noch weiter in
den Ofen hineinragen und größerem thermischen und mechanischem Verschleiß ausgesetzt
werden. Die Blasformen werden durch Spritzer von Roheisen oder durch verwirbelte
Kokspartikel abgerieben und zerstört.
Ein zu kleiner Abstand der Blasformen voneinander ist ebenfalls von Bedeutung. Es
kommt dann zu Überschneidungen der Verbrennungsräume, wodurch das Abströmen der
Schmelzprodukte behindert wird.
Die im Mantel der Blasformen angeordnete Kühlung in Form eines einfachen oder dop
pelten Kreislaufs wird zwangsläufig durch einen derartigen Verschleiß zerstört und Kühl
wasser tritt ohne die eigentliche Aufgabe zu lösen, in den Ofen aus. Aus diesem Grund ist
die Lebensdauer von Blasformen relativ kurz und liegt zwischen drei und neun Monaten.
Um die Lebensdauer von Blasformen zu verlängern und die mit hohen Kosten- und Zeit
aufwand durchzuführenden Reparaturen herabzusetzen, hat man versucht, die Blasformen
einschließlich der die Blasöffnung aufnehmenden Stirnwand mit Schutzschichten, z. B. aus
Schamotte oder Keramik zu beschichten. Abgesehen von kurzen Verlängerungszeiten der
Lebensdauer oder der Standzeiten ergeben sich dadurch Probleme, dass es zwischen den
üblicherweise aus Elektrolytkupfer hergestellten Blasformen und einer Keramikschicht
keine ausreichende Haftung vorhanden ist, wogegen die Schamotteschicht sehr schnell
verbrannte.
Ein besonderes Problem liegt einerseits, bedingt durch die teilweise Zerstörung der Blas
formen und andererseits durch die hohe Anzahl der Blasformen in dem hohen Wasser
verbrauch für die Kühlung. Das für den geschlossenen Kreislauf verwendete Wasser bedarf
einer ständigen Aufbereitung, um zu verhindern, dass die Kühlkanäle durch Ablagerungen
zerstört bzw. verstopft werden.
Im offenen Kühlwasserkreislauf ist dagegen nicht zu verhindern, dass über Verdunstungs
kühler, durch Führung des Wassers in offenen Kanälen und am Hochofen selbst, Feststoffe
und auch korrosiv wirkende Gase in das Wasser eingetragen werden.
Ausgehend von dem beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Blasform für Hoch- und/oder Schachtöfen zu schaffen, die es ermöglicht,
bei einem größeren Abstand, d. h. einer geringeren Anzahl von Blasformen, den Wasser
verbrauch herabzusetzen, die bei einer besseren Bündelung des Heißwindes eine günstigere
Wärmeverteilung bei Vermeidung der bisherigen Nachteile gewährleistet, und die bei Ver
besserung der wirtschaftlichen Situation dazu beiträgt, den Verhüttungsvorgang zu opti
mieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass in der Stirnwand zwei Aus
trittsöffnungen vorgesehen sind, die zwischen sich in der Austrittsebene einen Winkel α
bildend angeordnet sind.
Der wesentliche Vorteil der Erfindung liegt darin, dass nicht nur ein Strahl des Heißwindes
in Richtung auf den Mittelpunkt des Hochofens gerichtet ist, sondern dass die durch die
zwei Öffnungen gerichteten und in einem Winkel von der Blasform abgestrahlten Heiß
winde ein größerer Bereich der im Ofen befindlichen Einsatzstoffe im zentralen Ofenbe
reich bestreichen und auf diese Weise gleichzeitig Ablagerungen, Anbackungen am Ofen
sowie die bisher auftretenden Beschädigungen an den Blasformen vermieden werden.
Zum einen werden durch die Vermeidung von Verschleiß und Zerstörung der Blasformen
erhebliche Mengen Kühlwasser eingespart und zum anderen werden durch die geringere
Anzahl an Blasformen innerhalb eines Ofens weitere Kühlwassereinsparungen erzielt.
Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung ist darin zu sehen, dass der Heißwindkanal
innerhalb der Blasform allseits verjüngt in die Austrittsöffnungen übergeht und dass zwi
schen den Austrittsöffnungn ein dem Heißwind entgegengerichteter, spitz zulaufender keil
förmiger Abschnitt angeordnet ist. Auf diese Weise werden Verwirbelungen, die die Aus
trittsstrahlen behindern könnten, vermieden. Für den Fall einer Erhöhung der Windge
schwindigkeit können die Austrittsöfffiungen in Form von Laval-Düsen ausgebildet sind.
Andererseits ist es allgemein im Rahmen der Erfindung vorstellbar, innerhalb der Stirn
wand einer Blasform mehrere Öffnungen vorzusehen.
Für die Kühlung der Blasform kann alternativ, ob im offenen oder geschlossenen Kreislauf,
jeweils ein oder zwei Kreisläufe vorgesehen werden. Ebenso ist es möglich, im Rahmen
der Erfindung die in den Ofen hineinragenden Blasformen einschließlich der Stirnwände
zusätzlich mit Schutzschichten zu versehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die
Austrittsöffnungen verstellbar zu gestalten.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht einer Blasform in schematisierter und teilweise offen darge
stellter Form,
Fig. 2 einen Schnitt durch die Stirnwand der in Fig. 1 gezeigten Ausführung und
Fig. 3 einen Schnitt durch den vorderen Bereich einer Blasform.
Das in Fig. 1 angedeutete Ausführungsbeispiel einer Blasform 1 weist eine kegelstumpf
artige geneigte Form auf, wobei die Blasform 1 mit der Stirnwand 3 in den Ofen hinein
ragt, und die entgegengesetzte Wand mit den Ein- und Ausläufen 10, 11; 13, 14 außerhalb
der Ofenwand angeordnet ist. Die Blasform 1 ist in das Mauerwerk bzw. den Panzer eines
Hochofens eingebaut und entsprechend abgedichtet. Der Heißwind wird von außerhalb der
Ofenwand in die Heißwandanschlussöffnung 2 der Blasform 1 eingeblasen, wobei die
Richtung des Heißwindes im Heißwindkanal 7 durch den Pfeil A angedeutet ist. Der
Heißwindkanal 7 läuft allseits konisch auf die beiden Austrittsöffnungen 5 zu. Die beiden
Austrittsöffnungen 5 sind in Richtung der Blasformmittelachse geringfügig nach unten
geneigt ausgeführt.
In der Austrittsebene des Heißwindes ist, wie in Fig. 2 angedeutet, zwischen den Aus
trittsöffnungen 5 ein Winkel α vorgesehen, über welchen die Heißwindstrahlen in Richtung
auf die Ofenmitte einen breiteren Bereich abdecken. Zwischen den Austrittsöffnungen 5
bildet sich, wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, ein keilförmiger Abschnitt 8, der dazu beiträgt,
Verwirbelungen des Heißwindes zu vermeiden.
Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine Wasserkühlung mit zwei
voneinander unabhängig geführten Kreisläufen. Nahe der Stirnwand 3 ist die ringartige
Vorkammer 9 angedeutet, die über einen Wassereinlauf 10 ver- und über einen Auslauf 11
entsorgt wird. Die Hauptkammer 12 wird über den Einlauf 13 versorgt, wobei Kühlmittel
leitrippen 15 dafür sorgen, dass die gesamte Blasform 1 bzw. der Mantel 4 in vollem Um
fang gekühlt werden. Das Kühlwasser der Hauptkammer 12 und der Vorkammer 9 wird
innerhalb eines geschlossenen Kühlsystems einer Aufbereitung zugeführt. Der Ein- und
Auslauf 10, 11 der Kühlung der Vorkammer 9 verursachen die in Fig. 1 angedeutete Ver
engung 6 innerhalb der Hauptkammer 12.
Um die Wassergeschwindigkeit in der Vorderkammer 9 konstant zu halten, und um eine
gleichmäßige Kühlung um die Austrittsöffnungen 5 zu gewährleisten, sind, wie Fig. 3
wiedergibt. oberhalb und unterhalt der Austrittsöffnungen 5 zusätzliche Wasserleitrippen
16 vorgesehen.
1
Blasform
2
Heißwindanschlussöffnung
3
Stirnwand
4
Blasformmantel
5
Austrittsöffnung
6
Verengung der Hauptkammer
7
Heißwindkanal
8
keilförmiger Abschnitt
9
Vorderkammer
10
Einlauf
11
Auslauf
12
Hauptkammer
13
Einlauf
14
Auslauf
15
Kühlmittelleitrippe
16
Wasserleitrippe
α Winkel
← A Einblasrichtung Heißwind
← B Austrittsöffnung Heißwind
α Winkel
← A Einblasrichtung Heißwind
← B Austrittsöffnung Heißwind
Claims (8)
1. Blasform zum Einblasen von Heißwind, insbesondere in einen Hoch- oder Schacht
ofen, die in der Ofenwand befestigt und teilweise in den Ofen hineinragend, eine in
den Ofen gerichtete verjüngte Kegelstumpfform aufweist, die mit einer Heißwind
anschlussöffnung und in der Stirnseite mindestens mit einer Austrittsöffnung sowie
einer im Blasformmantel verlaufenden Kühlung versehen ist, dadurch gekenn
zeichnet, dass in der Stirnwand (3) zwei Austrittsöffnungen (5) vorgesehen sind,
die in Richtung der Blasformmittelachse nach unten geneigt und zwischen sich in
der Austrittsebene einen Winkel (α) bildend angeordnet sind.
2. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Heißwindkanal (7)
innerhalb der Blasform (1) allseits konisch verjüngt in die Austrittsöffnung (5) ü
bergeht.
3. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Aus
trittsöffnungen (5) ein dem Heißwind entgegengerichteter, spitz zulaufender keil
förmiger Abschnitt (8) angeordnet ist.
4. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnungen
(5) in Form von Laval-Düsen ausgebildet sind.
5. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlung im Blas
formmantel (4) in bekannter Weise zwei voneinander getrennte Kreisläufe aufweist.
6. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlung im Blas
formmantel (5) in bekannter Weise einen Kreislauf aufweist.
7. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (4)
einschließlich der Stirnwand (3) in bekannter Weise mit einer Schutzsicht, bei
spielsweise aus Keramik oder Schamotte oder Metall, überzogen ist.
8. Blasform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einhaltung der
Wassergeschwindigkeit in der Vorderkammer (9) zusätzlich Wasserleitrippen (16)
vorgesehen sind.
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