DE10025183A1 - Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit elektromotorischem Antrieb - Google Patents
Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit elektromotorischem AntriebInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit elektromotorischem Antrieb, wobei der Fahrzeugsitz sich auf zwei parallel zueinander angeordneten Führungsschienen (10), die mit dem Fahrzeugboden fest verbunden sind, abstützt und im Bereich der Führungsschienen (10) Zugspindeln (18) angeordnet sind, die jeweils über ein Schneckengetriebe (16), bei dem das Schneckenrad als relativ zur Zugspindel (18) bewegliche Bewegungsmutter ausgebildet ist, mit einem gemeinsamen Antriebsmotor (12) in Verbindung stehen, der im Raum unterhalb des Fahrzeugsitzes, insbesondere unterhalb der Sitzpolsterung, sich befindet. DOLLAR A Es ist vorgesehen, dass beide Zugspindeln (18) mit je einer Befestigungseinheit (20) in Verbindung stehen, durch welche die Zugspindeln (18) lösbar befestigt und somit im Bedarfsfall eine Drehbewegung der Zugspindeln (18) in beiden Richtungen ausführbar ist. Die Zugspindeln (18) und/oder die Schneckenwellen (14) weisen jeweils mindestens an einem ihrer Enden Kontaktflächen (22) für einen Formschluss mit einem Werkzeug auf.
Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren
Fahrzeugsitzes mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Merkmalen.
Es ist bekannt, Fahrzeugsitze mittels elektromotorischer Antriebe in Längsrichtung zu
verstellen und in der gewünschten Position zu arretieren. Bei einer bekannten Lösung erfolgt
die Verstellung des Fahrzeugsitzes über zwei Bewegungsmuttern, die von einem
gemeinsamen Antriebsmotor über jeweils ein Schneckengetriebe angetrieben werden. Die
Bewegung des Fahrzeugsitzes wird durch die Drehbewegung der Bewegungsmuttern auf
zwei feststehende Zugspindeln erzeugt. Infolge der synchronen Drehung beider
Bewegungsmuttern wird ein Verkanten des Fahrzeugsitzes auf seinen beiden
Führungsschienen vermieden. Um den Fahrzeugsitz in dieser Weise bewegen zu können,
muss ein Verdrehen der Zugspindeln selbst verhindert werden. Dieses geschieht durch
Festsetzen der Spindeln mittels Verschraubung oder Verschweißung mit den
Führungsschienen.
Es ist weiterhin bekannt, den Bauraum unterhalb des Fahrzeugsitzes für die Unterbringung
der Fahrzeugbatterie und/oder diverser elektronischer Steuergeräte zu nutzen. Sowohl die
Fahrzeugbatterie als auch die Steuergeräte müssen im Störungsfall zugänglich sein.
Nachteilig bei den bekannten Lösungen ist, dass bei einem Defekt der Fahrzeugbatterie ein
Austausch derselben nicht ohne eine Bewegung des Fahrzeugsitzes in die Serviceposition
vorgenommen werden kann. Dieser Umstand hat zur Folge, dass eine Notversorgung durch
eine weitere, funktionstüchtige Fahrzeugbatterie erforderlich ist, damit der Fahrzeugsitz in
die Serviceposition gebracht werden kann.
Andererseits ist bei einem Defekt des elektrischen Längsverstellantriebes der Austausch der
unter dem Fahrzeugsitz befindlichen Batterie und/oder Baueinheiten nur nach vorheriger
Demontage des Fahrzeugsitzes möglich, da die Serviceposition auf andere Weise nicht
erreichbar ist. Die Demontage des Fahrzeugsitzes wiederum ist bei vielen Fahrzeugen nur in
einer bestimmten Position des Fahrzeugsitzes in Längsrichtung möglich, die ohne
Notverstellung des Fahrzeugsitzes nicht erreichbar ist. In diesem Fall wäre ein zerstörendes
Heraustrennen des Fahrersitzes unvermeidbar.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Verstellung eines in
Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes der eingangs genannten Art so zu gestalten,
dass bei totalem Ausfall des Bordnetzes und/oder Defekt des elektrischen Antriebes für den
Fahrzeuginsassen die Möglichkeit der Verstellung des Fahrzeugsitzes besteht.
Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung
verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit elektromotorischem Antrieb mit den in dem Anspruch 1
genannten Merkmalen gelöst. Dadurch, dass beide Zugspindeln mit je einer
Befestigungseinheit in Verbindung stehen, durch welche die Zugspindeln lösbar befestigt
und somit im Bedarfsfall eine Drehbewegung der Zugspindeln in beiden Richtungen
ausführbar ist, und die Zugspindeln und/oder die Schneckenwellen jeweils mindestens an
einem ihrer Enden Kontaktflächen für einen Formschluss mit einem Werkzeug aufweisen, ist
für den Fahrzeuginsassen bei totalem Ausfall des Bordnetzes und/oder Defekt des
elektrischen Antriebes die Möglichkeit der Verstellung des Fahrzeugsitzes gegeben.
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den
Unteransprüchen genannten Merkmalen.
Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel anhand der zugehörigen
Zeichnung näher erläutert. Die Figur zeigt eine schematische Darstellung der
erfindungsgemäßen Einrichtung in der Draufsicht.
Der nicht dargestellte Fahrzeugsitz ist in Längsrichtung verschiebbar in zwei
Führungsschienen 10 gelagert, die parallel zueinander angeordnet und am Fahrzeugboden
befestigt sind. Die Verstellung des Fahrzeugsitzes in die vom Fahrzeuginsassen gewünschte
Position erfolgt im normalen Betriebszustand des Fahrzeuges mittels eines
elektromotorischen Antriebes, der vom Fahrzeuginsassen in Funktion gebracht wird. Ein im
Raum unterhalb des Fahrzeugsitzes, insbesondere unterhalb der Sitzpolsterung, befindlicher
Antriebsmotor 12 treibt dabei gleichzeitig zwei Schneckenwellen 14 an, die quer zu den
Führungsschienen 10 angeordnet sind. Beide Schneckenwellen 14 sind jeweils über ein
Schneckengetriebe 16 mit einem Schneckenrad verbunden, das als Bewegungsmutter
ausgebildet ist. Die Bewegungsmuttern sind relativ zu Zugspindeln 18, die im Bereich der
Führungsschienen 10 angeordnet sind, beweglich. Im normalen Betriebszustand des
Fahrzeuges sind beide Zugspindeln 18 durch eine Befestigungseinheit 20 arretiert, so dass
sie keine Drehbewegung ausführen können. Die von den Schneckenwellen 14 auf die als
Bewegungsmuttern ausgebildeten Schneckenräder übertragene Drehbewegung hat zur
Folge, dass bei arretierten Zugspindeln 18 beide Bewegungsmuttern sich auf den jeweils mit
ihnen im Eingriff befindlichen Zugspindeln 18 verschieben. Die Bewegungsmuttern sind mit
dem Fahrzeugsitz verbunden, so dass bei ihrer Verschiebung zwangsläufig der Fahrzeugsitz
mitbewegt wird.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Zugspindeln 18 und/oder
Schneckenwellen 14 an ihren Enden Kontaktflächen 22 in Form einer als Innensechskant
ausgebildeten Aussparung aufweisen. Bei einer anderen bevorzugten Ausgestaltung weisen
die Zugspindeln 18 und/oder Schneckenwellen 14 an den Enden Kontaktflächen 22 in Form
eines als Vierkant ausgebildeten Ansatzes auf. Weitere Gestaltungsformen der
Kontaktflächen 22 sind möglich. An den Kontaktflächen 22 können geeignete Werkzeuge
angesetzt und mit deren Hilfe die Zugspindeln 18 manuell verdreht werden. Die
Befestigungseinheit 20 kann in vorteilhafter Weise durch eine mit einem Schlitz versehene
Mutter gebildet werden, die ortsfest an der Führungsschiene 10 angeordnet und mit der
Zugspindel 18 verspannbar ist. Als Befestigungseinheit 20 können auch andere
Ausführungsformen zur Anwendung kommen, über die sowohl kraft- als auch
formschlüssige Verbindungen mit der Zugspindel 18 herstellbar sind.
Im Störungsfall, bedingt durch einen totalen Ausfall des Bordnetzes und/oder einen Defekt
des elektrischen Antriebes, ist eine Verstellung des Fahrzeugsitzes mittels
elektromotorischem Antrieb nicht mehr möglich. Durch die erfindungsgemäße Lösung ist
Vorsorge getroffen, dass in einem solchen Notfall der Fahrzeugsitz auch manuell in
Längsrichtung verstellt werden kann. Hierzu wird die über beide Befestigungseinheiten 20
hergestellte Arretierung der Zugspindeln 18 gelöst. Mit Hilfe eines Werkzeuges, des am
Ende beider Zugspindeln 18 angesetzt werden kann, ist ein Verdrehen der Zugspindeln 18
von Hand möglich. Infolge der selbsthemmenden Wirkung des Schneckengetriebes 16,
kann in diesem Fall die Bewegungsmutter keine Drehbewegung ausführen. Es findet beim
Verdrehen der Zugspindeln 18 eine Relativbewegung zwischen den Zugspindeln 18 und den
Bewegungsmuttern statt, die eine Längsverschiebung der Bewegungsmuttern bewirken. Der
mit den Bewegungsmuttern verbundene Fahrzeugsitz wird dadurch ebenfalls in
Längsrichtung verschoben.
Eine weitere Möglichkeit zur manuellen Verstellung des Fahrzeugsitzes im Störungsfall ist
durch das Verdrehen der Schneckenwellen 14 gegeben. Mit Hilfe eines Werkzeuges, das
am Ende der Schneckenwellen 14 angesetzt werden kann, ist ein Verdrehen der
Schneckenwellen 14 von Hand möglich. Die beiden Zugspindeln 18 sind dabei, wie im
normalen Betriebszustand des Fahrzeuges, durch die Befestigungseinheit 20 arretiert, so
dass sie keine Drehbewegung ausführen können. Der Bewegungsablauf beim hilfsweise
manuellen Verdrehen der Schneckenwellen ist analog dem Ablauf im normalen
Betriebszustand des Fahrzeuges, bei dem die Drehbewegung der Schneckenwellen 14
durch einen Antriebsmotor 12 eingeleitet wird. Auf diese Weise kann ebenfalls der
Fahrzeugsitz im Störungsfall in Längsrichtung verschoben werden. Im Falle eines Defektes
des Antriebsmotors 12, der das Blockieren der Schneckenwelle 14 zur Folge hat, kann diese
Verfahrensweise jedoch nicht zur Anwendung kommen, so dass der Fahrzeugsitz manuell
über die Zugspindeln 18 verstellt werden muss.
10
Führungsschiene
12
Antriebsmotor
14
Schneckenwelle
16
Schneckengetriebe
18
Zugspindel
20
Befestigungseinheit
22
Kontaktfläche
Claims (4)
1. Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit
elektromotorischem Antrieb, wobei der Fahrzeugsitz sich auf zwei parallel zueinander
angeordnete Führungsschienen, die mit dem Fahrzeugboden fest verbunden sind,
abstützt und im Bereich der Führungsschienen Zugspindeln angeordnet sind, die jeweils
über ein Schneckengetriebe, bei dem das Schneckenrad als relativ zur Zugspindel
bewegliche Bewegungsmutter ausgebildet ist, mit einem gemeinsamen Antriebsmotor in
Verbindung stehen, der im Raum unterhalb des Fahrzeugsitzes, insbesondere unterhalb
der Sitzpolsterung, sich befindet, dadurch gekennzeichnet, dass beide Zugspindeln
(18) mit je einer Befestigungseinheit (20) in Verbindung stehen, durch welche die
Zugspindeln (18) lösbar befestigt und somit im Bedarfsfall eine Drehbewegung der
Zugspindeln (18) in beiden Richtungen möglich ist, und die Zugspindeln (18) und/oder
die Schneckenwellen (14) jeweils mindestens an einem ihrer Enden Kontaktflächen (22)
für einen Formschluss mit einem Werkzeug aufweisen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugspindeln (18)
und/oder die Schneckenwellen (14) an ihren Enden Kontaktflächen (22) in Form einer
als Innensechskant ausgebildete Aussparung aufweisen.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugspindeln (18)
und/oder die Schneckenwellen (14) an ihren Enden Kontaktflächen (22) in Form eines
als Vierkant ausgebildeten Ansatz aufweisen.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Befestigungseinheit (22) durch eine mit einem Schlitz versehene Mutter gebildet wird,
die ortsfest an der Führungsschiene (10) angeordnet und mit der Zugspindel (18)
verspannbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10025183A DE10025183A1 (de) | 2000-05-18 | 2000-05-18 | Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit elektromotorischem Antrieb |
Applications Claiming Priority (1)
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ID=7643047
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| DE10025183A Withdrawn DE10025183A1 (de) | 2000-05-18 | 2000-05-18 | Einrichtung zur Verstellung eines in Längsrichtung verschiebbaren Fahrzeugsitzes mit elektromotorischem Antrieb |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10025183A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2883810A1 (fr) * | 2005-04-04 | 2006-10-06 | Faurecia Sieges Automobile | Ensemble de glissieres et siege comportant un tel ensemble de glissieres |
| DE102012111477A1 (de) | 2012-11-27 | 2014-05-28 | Dr. Ing. H.C. F. Porsche Aktiengesellschaft | Sitzverstelleinrichtung |
| WO2022053609A1 (de) | 2020-09-11 | 2022-03-17 | Adient Us Llc | Längseinsteller, fahrzeugsitz |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19861100A1 (de) * | 1998-04-06 | 2000-02-03 | Brose Fahrzeugteile | Spindel- oder Schneckenantrieb für Verstelleinrichtungen in Kraftfahrzeugen |
| DE19912978A1 (de) * | 1998-08-12 | 2000-02-17 | Hammerstein Gmbh C Rob | Fahrzeugsitz mit Verstellvorrichtung, die eine Spindel und eine zugeordnete Spindelmutter hat |
-
2000
- 2000-05-18 DE DE10025183A patent/DE10025183A1/de not_active Withdrawn
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| WO2022053609A1 (de) | 2020-09-11 | 2022-03-17 | Adient Us Llc | Längseinsteller, fahrzeugsitz |
| DE102020130226A1 (de) | 2020-09-11 | 2022-03-17 | Adient Engineering and IP GmbH | Längseinsteller, Fahrzeugsitz |
| DE102020130226B4 (de) | 2020-09-11 | 2024-08-08 | Adient Us Llc | Längseinsteller, Fahrzeugsitz |
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