DE1002429B - Bewegliche Leitung mit Bewehrung aus Drahtgeflecht - Google Patents
Bewegliche Leitung mit Bewehrung aus DrahtgeflechtInfo
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- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01B—CABLES; CONDUCTORS; INSULATORS; SELECTION OF MATERIALS FOR THEIR CONDUCTIVE, INSULATING OR DIELECTRIC PROPERTIES
- H01B7/00—Insulated conductors or cables characterised by their form
- H01B7/04—Flexible cables, conductors, or cords, e.g. trailing cables
- H01B7/041—Flexible cables, conductors, or cords, e.g. trailing cables attached to mobile objects, e.g. portable tools, elevators, mining equipment, hoisting cables
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Description
DEUTSCHES
Bewegliche Leitungen sind häufig starken mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Insbesondere
trifft dies auf Leitungen zu, die im Bergbau, z. B. zum Anschluß ortsveränderlicher Maschinen, Verwendung
finden. Eine derartige Leitung ist nicht nur starken Zug- und Torsionskräften, sondern zuweilen
auch Quetschungen und Kerbeinwirkungen unterworfen. Man hat daher bewegliche Leitungen als
Schutz gegen von außen einwirkende Kräfte mit einer Beflechtung aus Draht versehen, welche die Leitungsseele, die eine oder mehrere isolierte Adern enthalten
kann, konzentrisch umgibt, wobei die Flechtstränge aus mehreren aneinanderliegenden, parallel geführten
Drähten bestehen. Für die Beflechtung wurden bisher Drähte bis zu einer Festigkeit von 50 kg/mm2 und
einem Durchmesser bis 0,5 mm verwendet. Ein derartiges Geflecht genügt aber nicht für besonders
starke Beanspruchungen, wie sie z. B. im Bergbau auftreten, wenn spitze Steine oder Teile von Schießdrähten
bei Sprengungen fortgeschleudert werden und auf die Leitung treffen oder beim Zerkleinern der
Kohle mit Preßluftmeißeln auf eine darunterliegende Leitung eingewirkt wird oder wuchtig geführte Axthiebe
die Leitung treffen. Ausführungsformen, bei denen die Widerstandskraft gegen besonders starke
Beanspruchungen durch Beflechtung mit mehreren parallel geführten Drähten entsprechend höherer
Festigkeit erzielt wird, sind bisher nicht bekanntgeworden. Offenbar ist der Hauptgrund hierfür darin
zu sehen, daß man der Überzeugung war, ein solches Geflecht würde wegen der unvermeidbar größeren
Härte derartiger Drähte die Biegsamkeit der Leitung zu sehr herabsetzen. Zu dieser Ansicht mag die Tatsache
beigetragen haben, daß schon Geflechte mit den gebräuchlichen Drähten bei starker und häufiger
Biegungsbeanspruchung nur unbefriedigende Resultate ergaben, weil an den Kreuzungsstellen des
Geflechts einzelne Drähte brachen.
Man versuchte daher, derartig hohen Beanspruchungen dadurch gerecht zu werden, daß man
Drähte mit der vorgenannten Festigkeit von etwa 50 kg/mm2 zu Litzen zusammenseilte und die Leitung
mit einem Geflecht aus diesen Litzen umgab, wobei die Flechtstränge jeweils aus einem Litzenseil bestanden.
Derartige Geflechte bedingten aber eine unverhältnismäßig hohe Gewichts- und Durchmesserzunähme
der Leitung, und das Geflecht wies wegen der Dicke der Litzen große Abstandslücken auf.
In der Annahme, daß ein wirklich ausreichender Schutz nicht möglich sei, ohne die Biegefähigkeit der
Leitung in unzulässiger Weise zu beeinträchtigen, ist man gerade bei den am stärksten beanspruchten Leitungen,
nämlich den Schrämleitungen im Bergbau unter Tage, in der Regel dazu übergegangen, sie ohne
Bewegliche Leitung mit Bewehrung
aus Drahtgeflecht
aus Drahtgeflecht
Anmelder:
Land- und Seekabelwerke
Land- und Seekabelwerke
Aktiengesellschaft,
Köln-Nippes, Niehler Str. 94-120
Köln-Nippes, Niehler Str. 94-120
Fritz Paasche, Köln-Weidenpesch,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Schutzgeflecht anzufertigen und für den Außenmantel aus Gummi nur eine besonders widerstandsfähige
Qualität zu wählen. Man nimmt hierbei, ähnlich wie bei der oben geschilderten Verwendung dünner
Geflechte, im Interesse der Erhaltung einer guten Biegsamkeit in Kauf, daß mechanische Beschädigungen
entstehen können, und versucht, deren Auswirkung dadurch weitgehend zu mildern, daß man in der Leitung
Schutz- und Überwachungsleiter vorsieht, die im Zusammenhang mit einer Schutzeinrichtung eine
Ausschaltung der Leitung bewirken, bevor es zufolge der Beschädigung zu Kurzschlüssen und damit zur
vollständigen Zerstörung der Leitung und Gefährdung von Menschen kommen kann.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß sich entgegen der herrschenden Ansicht auch mit Drähten
sehr hoher Festigkeit Geflechte von guter Biegsamkeit erzielen lassen, die nun auch den vorgenannten starken
Beanspruchungen, besonders Axthieben, standhalten.
Es wird daher ein Geflecht verwendet, bsi dem die einzelnen Drähte erfindungsgemäß eine Zugfestigkeit
von mindestens 150 kg/mm2 Festigkeit aufweisen.
Die bisher nicht erkannte Ursache für die wider Erwarten gute Biegungsfähigkeit einer mit derartigem
Draht beflochtenen Leitung sei nachstehend an Hand der Abb. 1 bis 3 erläutert.
Abb. 1 zeigt in Aufsicht ein von einer Leitung in eine Ebene abgewickeltes Geflecht. Die Abb. 2 und 3
stellen einen Schnitt durch die Linie A-B in Abb. 1 dar, und zwar gibt Abb. 2 den Drahtverlauf bei weichen
Drähten wieder, während Abb. 3 den Drahtverlauf bei harten Drähten zeigt. Die Zone des Übergangs
von der Ober- zur Unterlage ist in allen Abbildungen
mit 1, dlie Zone der Überdeckung der
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Geflechtsgänge mit 2 bezeichnet. Zur Verdeutlichung sind in Abb. 2 und 3 nur die Randdrähte des Geflechts
dargestellt.
Ein weicher Draht gibt gemäß Abb. 2 dem beim Flechten ausgeübten Zug weitgehend nach. Dadurch
werden diese Drähte, wenn sie von der Oberlage in die Unterlage wechseln, scharf abgebogen; im übrigen
aber liegen die einander bedeckenden Geflechtsgänge flach aufeinander. Bei Zug-, Biegungs- oder Torsionsund
ausreichende Widerstandskraft gegen mechanische Einflüsse in sich vereinigt.
Zweckmäßig werden die verseilten Adern der beweglichen Leitung in bekannter Weise mit einem gemeinsamen
Innenmantel versehen und die Leitung vulkanisiert. Dann wird in an sich bekannter Weise
das Geflecht in Gummi gebettet, indem über dem Innenmantel eine Schicht unvulkanisierten Gummis
vorgesehen, darauf das Drahtgeflecht gelegt und dar-
beanspruchungen verändert sich der Abstand der Ge- io um ein abriebfester Außenmantel aus Gummi angeflechtsgänge
voneinander. Der Ausgleich dieser Ver- bracht wird. Schließlich wird das Ganze nochmals
änderungen geschieht dann bei weichen Drähten übar- vulkanisiert. Hierdurch wird erreicht, daß das Gewiegend
in den Abbiegezonen 1, indem die Drähte flecht einerseits auf der Leitung nicht rutschen kann,
hier mehr oder weniger stark in die Senkrechte ge- weil es in Gummi eingebettet ist, andererseits aber
drückt oder in die Horizontale gezogen werden. Ein 15 zufolge der Elastizität des Gummis genügend arbeiten
an sich erwünschtes In- oder Auseinandergleiten der kann. Der Außenmantel schützt das Geflecht gleich-Geflechtsgänge
ist durch die starke Abbiegung der zeitig vor Korrosion und gibt der Leitung eine glatte
Drähte an den Übergangsstellen im weiten Maße ver- Oberfläche. Es besteht auch die Möglichkeit, die
hindert. Die erwähnte starke Beanspruchung der Einzelleiter mit einem Drahtgeflecht nach der ErDrähte
führt weiterhin leicht zu Drahtbrüchen an 20 findung zu versehen.
den Übergangsstellen. Vorteilhaft ist es, in bekannter Weise das Geflecht
Diese Nachteile machen sich bei harten Drähten ge- zu erden, damit spitze, leitende Gegenstände, welche
maß Abb. 3 nicht bemerkbar. Zufolge ihrer Federkraft gegebenenfalls zwischen den Drähten eindringen und
werden diese Drähte in den Übergangszonen nämlich eine elektrische Verbindung mit dem Hauptleiter
nicht knickartig abgebogen, sondern nehmen Wellen- 25 bilden, automatisch geerdet werden. Die Geflechtsform an. Die Verschiebung der Geflechtsgänge zu- lücken können dann, um stets eine einwandfreie
folge Einwirkung von Zug-, Biegungs- oder Torsions- Erdung zu erreichen, zusätzlich mit leitendem Gummi
kräften geschieht nun nicht mehr vorwiegend durch überbrückt werden. Für Leitungen, bei denen Ab-Änderung
der Drahtwinkel in den Übergangszonen, schirmungen oder Überwachungsleiter vorgesehen
sondern die wellenförmigen Drähte können ihre 30 sind, welche die Leiter einzeln oder gemeinsam umAmplitude
verkleinern oder vergrößern, ohne daß schließen, kann das Geflecht an die Stelle dieser
Schirme bzw. Überwachungsleiter treten.
Ein Geflecht aus Draht höherer spezifischer Festigkeit nach der Erfindung hat auch den Vorteil, daß es
weniger rostanfällig ist als die üblichen dünneren Geflechte und eine bessere Wärmeleitfähigkeit besitzt.
Drahtknickungen zu befürchten sind, und die Abstandsänderung zwischen den Geflechtsgängen kommt
dadurch zustande, daß sie übereinander hinweggleiten.
Der technische Fortschritt eines Geflechts nach der Erfindung gegenüber den bekannten Geflechten mit
Drähten bis zu 50 kg/mm2 Festigkeit besteht neben der schon erwähnten Erhöhung der Zug-, Biegungs-
In Verbindung mit der Verwendung von schwer entflammbarem Gummi vergrößert die letztgenannte
Eigenschaft die Sicherheit in schlagwettergefährdeten und Torsionsfestigkeit darin, daß es auch gegen 40 Betrieben.
radial wirkende Kräfte äußerst widerstandsfähig ist. Die Abb. 4 und 5 zeigen in Aufriß und Grundriß
Versuche haben z. B. gezeigt, daß ein Geflecht aus als Beispiel eine bewegliche Gummileitung unter Ver-Drähten
von 0,7 mm Durchmesser und 220 kg/mm2 wendung eines erfindungsgemäßen Geflechts, ohne daß
Festigkeit, das eine Leitung von 37 mm Durchmesser sich die Erfindung auf den dargestellten Aufbau beumgab·,
ausreichenden Schutz gegen die härteste Be- 45 schränken soll. Im Aufriß sind die einzelnen Schich-
anspruchung durch Axthiebe bot. Damit ist erwiesen, daß derartige Geflechte auch gegen die übrigen starken
mechanischen Beanspruchungen im Bergbau einen genügenden Schutz bilden werden.
ten der Leitung stufenförmig abgesetzt, um den Aufbau besser erkennen zu lassen.
Die Leitung besteht aus drei Hauptleitern 3, die mit Gummi 4 isoliert sind, und einem ebenfalls mit
Trotzdem ist, wie die Verwendung als Schräm- 50 Gummi isolierten Schutzleiter 5. Der Schutzleiter
leitung bewiesen hat, entgegen dem bisher bestehen- enthält zwei isolierte Steueradern 6. Die drei isolierten
Hauptadern sind mit je einer leitfähigen Umhüllung aus Gummi 7 umgeben. Alle vier Adern sind
den Vorurteil die Biegungsfähigkeit einer derartigen Leitung vollständig ausreichend.
Die Verhältnisse liegen bei Leitungen mit den bis-
um einen leitenden Kern 8 verseilt, der einen Kupfer
her bekannten Geflechten und solchen nach der Er- 55 leiter 9 zur Erhöhung des Längsleitwertes enthält.
findung insofern verschieden, als bei stärkerer Quetsch- und Kerbeinwirkung im ersten Fall mit
einem Nachgeben des Geflechts gerechnet und nur die Verteilung der Kraft auf eine größere Fläche erwartet
wird, während das Geflecht nach der Erfindung sich als besonders widerstandsfähiges Rohr um die
Leitung legt und die gesamte Kraft in sich auffängt, ohne daß überhaupt eine Übertragung der Kraft auf
die Leitung erfolgt.
Die Biegungsfähigkeit einer solchen Leitung ist dann auch ausschließlich von der Biegungsfähigkeit
des Geflechts bestimmt. Es wurde entgegen einem seit langer Zeit bestehenden Vorurteil durch die Erfindung
überhaupt erst eine Leitung, z. B. eine Schrämleitung, geschaffen, die genügend Biegsamkeit
Um die verseilten Adern ist ein isolierender Innenmantel 10 gepreßt. Darauf folgt eine Gummischicht
11, das Drahtgeflecht 12 und ein abriebfester Außenmantel aus Gummi 13.
Claims (4)
1. Bewegliche Leitung aus Gummi oder gummiartigem Stoff mit einer Beflechtung aus Draht,
welche die Leitungsseele konzentrisch umgibt, wobei die Flechtstränge aus mehreren aneinanderliegenden,
parallel geführten Drähten bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Drähte
eine Zugfestigkeit von mindestens 150 kg/mm2 besitzen.
2. Bewegliche Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Geflecht zwischen
zwei erst nach Aufbringung des Geflechts vulkanisierten Gummischichten eingebettet ist.
3. Bewegliche Leitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Geflecht geerdet
ist.
4. Bewegliche Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Geflecht gleichzeitig als Schirm oder Überwachungsleiter dient.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 703 406;
USA.-Patentschrift Nr. 1 603 875.
Deutsche Patentschrift Nr. 703 406;
USA.-Patentschrift Nr. 1 603 875.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL19554A DE1002429B (de) | 1954-08-05 | 1954-08-05 | Bewegliche Leitung mit Bewehrung aus Drahtgeflecht |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL19554A DE1002429B (de) | 1954-08-05 | 1954-08-05 | Bewegliche Leitung mit Bewehrung aus Drahtgeflecht |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1002429B true DE1002429B (de) | 1957-02-14 |
Family
ID=7261446
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL19554A Pending DE1002429B (de) | 1954-08-05 | 1954-08-05 | Bewegliche Leitung mit Bewehrung aus Drahtgeflecht |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1002429B (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1130876B (de) * | 1958-11-17 | 1962-06-07 | Marie Henri Kraffe De L Leonce | Elektrisches Kabel |
| DE2925387A1 (de) * | 1979-06-21 | 1981-01-15 | Siemens Ag | Flexible elektrische leitung oder elektrisches kabel mit zugfestem mantel |
| DE3934718A1 (de) * | 1989-06-03 | 1990-12-06 | Felten & Guilleaume Energie | Schraemtrosse mit erhoehter elektrischer sicherheit gegen quetsch- und schlagbeanspruchung |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US1603875A (en) * | 1924-10-24 | 1926-10-19 | Gen Electric | Power system |
| DE703406C (de) * | 1937-11-13 | 1941-03-08 | Felten & Guilleaume Carlswerk | Gummiisoliertes selbsttragendes Luftkabel |
-
1954
- 1954-08-05 DE DEL19554A patent/DE1002429B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US1603875A (en) * | 1924-10-24 | 1926-10-19 | Gen Electric | Power system |
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| DE2925387A1 (de) * | 1979-06-21 | 1981-01-15 | Siemens Ag | Flexible elektrische leitung oder elektrisches kabel mit zugfestem mantel |
| DE3934718A1 (de) * | 1989-06-03 | 1990-12-06 | Felten & Guilleaume Energie | Schraemtrosse mit erhoehter elektrischer sicherheit gegen quetsch- und schlagbeanspruchung |
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