DE10022592A1 - Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle für hohe Strombelastungen - Google Patents
Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle für hohe StrombelastungenInfo
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Abstract
Eine erfindungsgemäße bipolare Mehrzweckelektrolysezelle für hohe Strombelastungen besteht aus einem Spannrahmen, zwei Elektrodenrandplatten mit Metallelektrodenblechen und Stromzuführung sowie aus bipolaren Elektrodenplatten, letztere bestehend aus: DOLLAR A je einem Elektrodengrundkörper aus Kunststoff, mit einseitig oder beidseitig eingearbeiteten Elektrodenrückräumen und/oder Kühlräumen, eingearbeiteten Zu- und Abführungsleitungen für die Elektrolytlösungen und das Kühlmedium, DOLLAR A beidseitig auf den Grundkörper aufgebrachten Metallelektrodenblechen, die im elektrochemisch wirksamen Bereich massiv und/oder durchbrochen sind, DOLLAR A auf den massiven Metallelektrodenblechen aufliegende Elektrolytdichtrahmen aus elastischem Kunststoff, DOLLAR A auf den durchbrochenden Metallelektrodenblechen und/oder den Elektrolytdichtrahmen aufliegende Ionenaustauschermembranen zur Trennung der Elektrodenräume, DOLLAR A und ist dadurch gekennzeichnet, DOLLAR A daß die Elektrodenplatten ein Höhen zu Breiten-Verhältnis von 30 : 1 bis 1,5 : 1 aufweisen, die Metallelektrodenbleche und die Elektrolytdichtrahmen seitlich über die Elektrodengrundkörper hinausragen und sowohl mit beidseitig im Abstand von 1 bis 50 mm von den Elektrodengrundkörpern angeordneten senkrechten Kontaktschienen als auch im Bereich der Elektrolytdichtrahmen mit den Elektrodengrundkörpern zu mechanisch stabilen, als selbständige Einheiten montierbaren, bipolaren Elektrodenplatten verbunden sind, wobei die elektrische Isolierung zweier benachbarter ...
Description
Die Erfindung betrifft eine bipolar geschaltete Mehrzweckelektrolysezelle in
hoher Bauform für vorzugsweise hohe Strombelastungen zwischen 1 und
10 kA/m2 je bipolarer Einzelzelle. Sie ist bei entsprechender Anpassung der
Materialien für die Elektroden und die übrigen Zellenbaugruppen an das
betreffende Stoffsystem sowohl in der Umwelttechnik zum elektrochemi
schen Abbau von anorganischen und organischen Schadstoffen als auch in
der chemischen und pharmazeutischen Industrie zur Herstellung anorgani
scher und organischer Produkte einsetzbar. Eine spezielle Anwendung ergibt
sich mit der Herstellung von Peroxodisulfaten und Perchloraten.
Bipolare Elektrolysezellen in Filterpressenbauart, bestehend aus einem
Spannrahmen, den beiden Elektrodenrandplatten mit Stromzuführungen und
einer beliebigen Anzahl bipolarer Elektrodenplatten nebst peripherer
Ausrüstungen für die Zu- und Abführung der Elektrolytlösungen sowie des
Kühl- bzw. Temperiermediums, sind in zahlreichen Ausführungsformen und
für die unterschiedlichsten Anwendungen bekannt. Sie können ungeteilt
oder mittels Ionenaustauschermembranen bzw. mikroporösen Diaphragmen
in Zwei- oder Mehrkammerzellen geteilt ausgeführt werden. Die erforderli
chen Elektroden- bzw. Elektrolyträume können als separate Baugruppen
ausgebildet oder in die Elektrodenrandplatten bzw. in die bipolaren
Elektrodenplatten integriert sein.
Gegenüber den analog aufgebauten monopolaren Elektrolysezellen in
Filterpressenbauart besteht der große Vorteil der bipolaren Elektrolysezellen
darin, daß die Stromzuführung nur zu den beiden Randplatten von außen
herangeführt zu werden braucht, wahrend der Stromtransport in den
bipolaren Einzelzellen nur von der einen Seite der Elektrodenplatte auf die
andere Seite meist intern erfolgt. Größtenteils kommt man nicht mit einer
einfachen bipolaren Elektrodenplatte aus, bei der Anoden- und Kathodensei
te aus dem gleichen Elektrodenmaterial bestehen. Vielfach und besonders
bei Mehrzweckelektrolysezellen ist es erforderlich, Anoden und Kathoden
aus unterschiedlichen Materialien, vorzugsweise aus Metallblechen
bestehend, bereitzustellen. Diese können dann direkt oder indirekt über
Kontaktkörper elektrisch leitend miteinander verbunden sein.
Eine mögliche Ausführungsform für eine solche bipolare Mehrzweckelektro
lysezelle mit großem Höhen-zu Breiten-Verhältnis, welches hier notwendig
ist, um den "Gas-Lift-Effekt" zur Elektrolytumwälzung zu erzielen, als
Bestandteil eines vielseitig aufgebauten und anwendbaren Gas-Lift-
Elektrolyse und Reaktionssystems ist in der DE 44 38 124 beschrieben.
Dabei handelt es sich um eine im Hinblick auf die Nutzung des Auftriebes
durch die entwickelten Gase optimierte Elektrolysezellenkonstruktion mit
einer Gesamthöhe von 1,5 bis 2,5 m. Die bipolaren Elektrodenplatten
bestehen aus Elektrodengrundkörpern aus imprägniertem Graphit oder aus
Kunststoffen mit eingearbeiteten Zu- und Abführungen für die Elektrolytlö
sungen und das Kühlmedium sowie beidseitig aufgebrachten bzw. im Falle
der Graphitgrundkörper auch integrierten Elektroden und Elektrolyträumen.
Dabei sind die beiden Elektroden im Falle der Graphitgrundkörper über
diesen miteinander elektrisch leitend verbunden, im Falle der Kunststoff
grundkörper durch eingebrachte Kontaktelemente. Solche Kontaktelemente
sind innerhalb der durch Elektrolytrahmen aus elastischem Material
abgedeckten Dichtflächen angeordnet. Die Kontaktierung erfolgt durch den
Anpreßdruck beim Zusammenbau.
Bei solchen innerhalb der Kunststoffgrundkörper im Bereich der Dichtrahmen
angebrachten Kontaktelementen kommt es besonders bei hohen zu
übertragenden Stromstärken zu Nachteilen und Risiken. So besteht die
Gefahr einer Überhitzung einzelner Kontaktelemente und dadurch bedingt
eines Ausfalls der gesamten bipolaren Einheit. Der vorzugsweise aus
thermoplastischen Kunststoffen gefertigte Elektrodengrundkörper beginnt
an den überhitzten Stellen zu erweichen, der Anpreßdruck auf die Kontakte
läßt nach und es kommt zwangsläufig zu einer Überlastung der anderen
Kontaktelemente. Eine weitere Folge können Schmelzen der Grundplatten,
elektrische Überschläge, unkontrollierte Elektrolytaustritte und auch
mögliche Explosionen der sich dann mischenden Elektrolysegase sein.
Jedenfalls zieht der Ausfall einer bipolaren Einheit durch solche Kontakt
schäden zwangsläufig die Außerbetriebnahme der gesamten Filterpressen
zelle nach sich. Das Risiko eines solchen Ausfalls ist um so größer, je höher
die Strombelastung der einzelnen Kontaktelemente ist, je niedriger der
Erweichungspunkt der verwendeten Kunststoffgrundkörper und um so höher
die erforderliche Elektrolyttemperatur ist.
Ein weiterer Nachteil solcher innenliegender Kontakte ist, daß bei Undichtig
keiten im Dichtsystem Elektrolyt in den Preßkontakt eintritt und dort zu
unkontrollierbaren Korrosionserscheinungen führt. Diese Korrosion führt
ebenfalls zum Ausfall oder Zerstörung der Elektrolysezelle.
Deshalb haben sich solche bipolaren Elektrolysezellen mit Kunststoffgrund
körpern bisher nur für niedrige bis mittlere Strombelastungen von 100 bis
1000 A und für niedrige Arbeitstemperaturen durchsetzen können.
Diese Schwierigkeiten ließen sich auch dadurch beseitigen, daß auf die
Verwendung solcher Kunststoffgrundkörper verzichtet wird. Der Übergang
zu einer der bekannten Ganzmetallkonstruktionen für bipolare Elektrolysezel
len, z. B. mit durch Schraubverbindungen elektrisch leitend verbundenen
beiden Metallelektrodenblechen bzw. kathodischen und anodischen
Halbzellen zur jeweiligen bipolaren Einheiten bringt gegenüber den
Ausführungen mit Kunststoffgrundkörpern aber auch eine Reihe von
Nachteilen mit sich. So erfordert die Minimierung der Verlustströme
zwischen den auf unterschiedlichem Spannungsniveau liegenden, durch die
Elektrolytleitungen miteinander verbundenen Einzelzellen besondere
Maßnahmen, da der elektrische Widerstand in den Verbindungsleitungen für
die Elektrolytlösungen wesentlich geringer ist als bei Verwendung der
elektrisch isolierend wirkenden Kunststoffgrundkörper mit den darin
eingearbeiteten Zu- und Abführungen für die Elektrolytlösungen.
In der Vielzahl der bisher beschriebenen Elektrolysezellen lassen sich die
verwendeten Elektroden normalerweise nicht als einfach zu fertigende und
damit im Sinne einer Mehrzweckzelle auch leicht auswechselbare Metall
elektrodenbleche einsetzen. Sobald Kühlkanäle oder bei Verwendung
durchbrochener Elektroden Elektrolytrückräume erforderlich werden, sind
Schweißkonstruktionen für die oft aus unterschiedlichen Elektrodenmateria
lien oder Materialverbunden bestehenden beiden Halbzellen einer bipolaren
Einheit meist unumgänglich. Insbesondere bei hochwertigen und/oder
schwer verarbeitbaren Elektrodenmaterialien ist der dafür zu betreibende
apparative Aufwand relativ groß. Da der elektrische Kontakt zwischen den
beiden Halbzellen der bipolaren Einheiten meist durch eine Vielzahl von
Schraubverbindungen bewirkt wird, ist die Montage wesentlich aufwendiger
als die der Zellenkonstruktionen, bei denen dieser Kontakt beim Zusammen
spannen automatisch hergestellt werden kann. Auch erfordert der Übergang
zu anderen Elektrodenmaterialien meist eine geänderte, den Materialeigen
schaften angepaßte Konstruktion.
Eine Elektrolysezelle für hohe Strombelastungen in monopolarer Ausführung
wird in DE-39 38 160 beschrieben.
Die Monopolarbauweise hat den grundsätzlichen Nachteil, daß eine Vielzahl
von Einzelzellen in Reihe geschaltet werden muß um in einen günstigen
Spannungsbereich für die Stromtransformation zu kommen (z. B. 200 V).
Der Elektrolyt-seitige und Strom-seitige Anschluß führt zu hohen Kosten in
der Ausführung.
Ein weiterer Nachteil der beschriebenen Zellen liegt in der Ausführung als
Hohlkörper.
Der Abtrag der aktiven Beschichtung der Anode führt dazu, daß der
gesamte Anodenkörper neu gefertigt werden muß. Gleiches gilt für die
Kathode.
Beim Pressen der Elektrodenhohlkörper deformieren sich diese und da sie
keine innere Abstützung haben (dies wäre fertigungstechnisch extrem
schwierig zu realisieren) führt dies zu einer ungenügenden Planparallelität
der Elektroden. Im Extremfall kann dies zu Kurzschlüssen und damit zur
Zerstörung und Explosion der Zelle führen.
Diese Probleme erhöhen sich mit zunehmender Größe der Zelle und führen
dazu, daß nur relativ kleine Ausführungsformen realisiert werden die mit den
geschilderten Nachteilen zu hohen Bau- und Betriebskosten führen.
Die angestrebte vielseitig einsetzbare Mehrzweckelektrolysezelle für hohe
Strombelastungen läßt sich deshalb auf dieser Grundlage kaum verwirkli
chen.
Der Erfindung liegt deshalb das Problem zugrunde, eine nach dem Filterpres
senprinzip aufgebaute bipolare Mehrzweckelektrolysezelle mit Elektroden
grundkörpern aus Kunststoff bereitzustellen, bei denen eine gute und
betriebssichere Kontaktierung der Metallelektrodenbleche auch bei hohen
Strombelastungen unter Umgehung der dargestellten Nachteile der
bekannten technischen Lösungen gewährleistet ist.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die in den Patentansprüchen
dargelegte Erfindung in folgender Weise gelöst: Es werden Stromzufüh
rungsplatten und bipolare Elektrodenplatten mit einem Höhe zu Breite-
Verhältnis von 30 : 1 bis 1,5 : 1, vorzugsweise 10 : 1 bis 1,5 : 1, eingesetzt, bei
denen die Metallelektrodenbleche und die Elektrolytdichtrahmen seitlich über
die Elektrodengrundkörper aus Kunststoffen hinausragen und sowohl mit
beidseitig im Abstand von 1 bis 50 mm, vorzugsweise 5 bis 50 mm von den
Elektrodengrundkörpern angeordneten senkrechten Kontaktschienen als
auch im Bereich der Elektrolytdichtrahmen mit den Elektrodengrundkörpern
zu mechanisch stabilen, als selbständige Einheiten montierbaren, bipolaren
Elektrodenplatten verbunden sind, wobei der elektrische Kontakt zwischen
Elektrodenplatten und Kontaktschienen sowie die elektrische Isolierung
zweier benachbarter bipolarer Einheiten gegeneinander durch die Elektrolyt
dichtrahmen bei gleichzeitiger Abdichtung der Elektrolyträume beim
Verspannen der Elektrodenplatten mittels des Spannrahmens durch den
Anpreßdruck herbeigeführt wird. Um einzeln handhabbare Zellenelemente
zu erhalten, werden die Kathoden- und Anodenbleche eines Bipolarelements
mit den jeweiligen Kontaktschienen ein- oder beidseitig zweckmäßig mittels
Senkkopfschrauben verschraubt. Diese Verschraubung dient jedoch nur dem
besseren Handling und ist nur zu einem geringen Teil für den Stromfluß
verantwortlich, der erst durch den Preßkontakt optimiert wird.
Da somit der Stromkontakt durch einen Luftspalt vom Elektrolyt-führenden
Zellrahmen getrennt ist, führen Undichtigkeiten im Dichtsystem nicht zum
mittelfristigen Ausfall der Stromzuführung, da eventuell austretender
Elektrolyt drainiert wird und dadurch solche Undichtigkeiten rechtzeitig
erkannt und abgestellt werden können.
Die Metallelektrodenbleche bestehen im Falle der Anodenbleche aus
Ventilmetallen vorzugsweise aus Titan, welche im elektrochemisch aktiven
Bereich in bekannter Weise mit Aktivschichten aus Edelmetallen, Edelmetall
oxiden, Mischoxiden von Edelmetallen und anderen Metallen sowie
sonstigen Metalloxiden, wie z. B. Bleidioxid, belegt sind. Alternativ kommen
als Träger solcher Aktivschichten auch andere Ventilmetalle, wie Tantal,
Niob oder Zirkonium in Betracht. Aber auch verbleiter, vernickelter,
verkupferter Stahl bzw. Nickelbasislegierungen, kommen für spezielle
Anwendungen in Betracht.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weisen die Anodenbleche
eine Edelmetallauflage aus massivem Platin auf und sind erhältlich durch
heißisostatisches pressen von Platinfolie und Titanblech.
Als Kathodenmaterial kommt vorzugsweise Edelstahl, Nickel, Titan, Stahl
und Blei zur Anwendung. Bevorzugt kommen im Rahmen der vorliegenden
Erfindung Kathoden aus hochlegierten Edelstählen der Werkstoff Nr. 1.4539
zum Einsatz, deren aktive Elektrodenfläche als Streckmetall ausgebildet ist
und die rückseitig direkt auf dem als Stütze dienenden durchbrochenen
Kathodenrahmenteil aufliegen.
Unter durchbrochenen Metallelektrodenblechen sind insbesondere solche
aus Streckmetallen zu verstehen. Aber auch in anderer Weise perforierte
Bleche oder Jalousieelektroden kommen in Betracht.
Als Kontaktschienen werden bevorzugt solche aus Kupfer eingesetzt, die
verzinnt oder an den Kontaktflächen versilbert bzw. mit Edelmetallen
beschichtet sein können. Die Strom-Kontaktflächen der Elektroden sind
vorzugsweise mit gut leitenden Überzügen versehen, wie z. B. durch
Galvanisieren aufgebrachte Platin-, Gold-, Silber- oder Kupferschichten.
Bevorzugt sind die Kontaktschienen und die Elektrodenkontakte vergoldet
bzw. platiniert und die Stromübertragung erfolgt durch den durch Verspan
nen des Elektrodenpaketes entstehenden Preßkontakt.
Die erfindungsgemäße konstruktive Lösung mit außerhalb der Kunststoff
grundkörper, aber noch innerhalb des Spannrahmens angeordneten
Kontaktschienen wird aber erst dann auch für Elektrolysezellen großer
Strombelastung und Verwendung teurer und/oder schlecht leitfähiger
Elektrodenmaterialien optimal nutzbar, wenn die erfindungsgemäße hohe
und schmale Bauform mit vorzugsweise 1,5 bis 3 m Höhe und einem
Höhen/Breiten-Verhältnis von 10 : 1 bis 1,5 : 1 der Elektrodenplatten
angewandt wird. Ähnliche Zellenabmessungen sind zwar für Gas-Lift-Zellen
bereits wiederholt vorgeschlagen worden, aber dort ausschließlich mit dem
Ziel einer Optimierung des Auftriebes durch die entwickelten Gase zur
Erziehung eines maximalen Gas-Lift-Effektes.
Im vorliegenden Fall ergeben sich in Kombination mit der erfindungsge
mäßen Kontaktierung auch bei Elektroden ohne Gasentwicklung die
folgenden Vorteile: Zunächst wächst bei gleicher Breite der Kontaktschienen
die verfügbare Kontaktfläche proportional zur Zellenhöhe an, wodurch sich
geringere Wärmebelastungen der Kontakte ergeben. Aber auch der
Stromtransport von den Kontaktflächen durch die Metallelektrodenbleche
wird begünstigt, da bei gleicher wirksamer Elektrodenfläche, gleicher Dicke
der Elektrodenbleche und gleicher Strombelastung der für den Stromtrans
port maßgebliche Querschnitt mit der Höhe der Elektrodenplatten anwächst
und gleichzeitig die Weglänge für den Stromtransport mit zunehmender
Höhe geringer wird. Unter diesen Randbedingungen nimmt der elektrische
Widerstand und damit der Spannungsabfall in den Elektrodenblechen mit
dem Quadrat der Zellenhöhe ab. Bei gleichem zulässigen Spannungsabfall
können also bei den erfindungsgemäß anzuwendenden schmalen und hohen
Elektrodenplatten wesentlich dünnere oder weniger elektrisch leitfähige
Elektrodenbleche bzw. wesentlich höhere Strombelastungen eingesetzt
werden. Dies ist besonders bei durchbrochenen Elektrodenblechen, bei
denen ja eine Verringerung des Querschnitts für den Stromtransport in Kauf
genommen werden muß, von großer Wichtigkeit. Auch wird im Falle der
Montage des Zellenpaketes bei dünnen Blechelektroden eine evtl. Welligkeit
des Bleches nach der Pressung ausgeglichen und somit eine Planparallelität
der Elektrode erreicht.
Durch außen auf die Kontaktschienen aufgelötete Kupferrohre können die
Kontakte mittels Kühlwasser auch bei hohen Strombelastungen auf oder
unter Raumtemperatur gehalten werden. Auf diese Weise werden Erwär
mungen des Zellrahmens, des Dichtsystems und der Stromkontakte und die
damit verbundenen Probleme wie Verformungen und Überhitzungen
vollständig vermieden.
Die Planparallelität der Elektroden zueinander ist die Voraussetzung für hohe
Stromausbeuten und gleichmäßige Elektrodenkorrosion.
Durch die in der beschriebenen Zellenkonstruktion im Dichtrahmen frei
beweglichen Elektrodenplatten (schwimmenden) führen Verspannungen und
thermische Dehnungen nicht zu Verformungen und Wölbungen der
Elektroden, so daß eine ausgezeichnete Parallelität erreicht wird die durch
einen im Folgenden beschriebenen Unterdruck auf die Anodenrückseite, bei
einer besonderen Ausführungsform, noch stabilisiert werden kann.
Schließlich spielt die Höhe der Zelle eine Rolle bei der Kühlung der
hochbelasteten Kontaktschienen.
Es wurde nämlich gefunden, daß sich insbesondere bei hohen Elektrolyse
temperaturen in den oben und unten offenen Spalten zwischen Kunststoff
grundkörpern und Kontaktschienen eine Luftströmung ausbildet, die eine
Kühlung der Kontakte und der seitlich über die Kunststoffgrundkörper
hinausragenden Metallelektrodenbleche bewirkt. Dieser Kühleffekt nimmt
ebenfalls sowohl infolge des "Schornsteineffektes" als auch der sich
vergrößernden "Kühlfläche" mit der Zellenhöhe deutlich zu.
Damit konnte erreicht werden, daß die Kontakte, insbesondere bei höheren
Elektrolyttemperaturen bei einer erfindungsgemäß aufgebauten Bipolarzelle,
eine deutlich geringere Temperatur annehmen als bei den Elektrolysezellen
mit inneren Kontaktelementen, bei denen unter vergleichbaren Bedingungen
an den Kontaktelementen deutlich höhere Temperaturen gemessen werden
als im Zelleninneren. Ein weiterer bereits erwähnter sehr wesentlicher Vorteil
des Abstandes zwischen Zellenrahmen und Kontaktsteg ist, daß damit eine
Drainage eines möglicherweise in geringem Umfang austretenden Elektro
lyten erfolgen kann. Dringt nämlich Elektrolyt in den Kontaktspalt ein, so
entsteht Salz und der Kontakt verschlechtert sich innerhalb kürzester Zeit.
Ein wesentlicher zusätzlicher Effekt der Anodenstabilisierung wird durch das
Kühlmittel erreicht.
Das auslaufende Kühlmittel wird im Niveau unter die Höhe des Einlaufs
abgesetzt. Dadurch entsteht ein durch die Niveaudifferenz einstellbarer
Unterdruck, der das Anodenblech auf den Kunststoffgrundkörper saugt und
somit zugleich die Planparallelität verbessert und eine Vorwölbung der
Anode bei Druckschwankungen in der Zelle verhindert. Durch diese
Maßnahme kann ein sehr geringer Elektrodenabstand von 2 bis 4 mm und
somit ein geringer Elektrolytwiderstand und eine hohe Strömungsgeschwin
digkeit erreicht werden.
Durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit bei geringem Massedurchsatz
wird ein hoher Stofftransport zur Anodenoberfläche erreicht, der zu einer
hohen Ausbeute des Anodenproduktes führt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
anhand der beigefügten Zeichnung erläutert. Es zeigt
Fig. 1a einen vereinfachten Vertikalschnitt einer ersten erfindungsge
mäßen
Ausführungsform mit je einem durchbrochenen und einem massiven
Metallelektrodenblech, letzteres von der Rückseite her gekühlt;
Fig. 1b eine Schnittansicht entlang der Linie Ib-Ib in Fig. 1a;
Fig. 2a einen vereinfachten Vertikalschnitt einer zweiten erfindungs
gemäßen Ausführungsform mit zwei massiven Elektrodenblechen, beide von
der Rückseite her gekühlt.
Fig. 2b eine Schnittansicht entlang der Linie IIb-IIb in Fig. 2a;
Fig. 3a einen vereinfachten Vertikalschnitt eine dritten erfindungsge
mäße Ausführungsform mit zwei durchbrochenen Metallelektrodenblechen
ohne zusätzliche Kühlung.
Fig. 3b eine Schnittansicht entlang der Linie IIIb-IIIb in Fig. 3a;
Fig. 4 einen vereinfachten Vertikalschnitt durch eine aus drei gemäß
Fig. 1a aufgebaute bipolare Elektrodenbleche mit vereinfacht dargestelltem
Spannrahmen.
Bei allen Ausführungsformen wurde auf die Wiedergabe technischer Details,
wie z. B. für das Dichtsystem und die Befestigung der Elektrodenbleche und
der Kontaktschienen verzichtet.
In den Fig. 1a bis 3c sind beispielhaft und schematisch drei Ausfüh
rungsformn einer geteilten bipolaren Mehrzweckelektrolysezelle in Schnitt
darstellungen durch die elektrochemisch wirksamen Bereiche dargestellt,
wobei die oberen Figuren Seitenansichten und die unteren Figuren
Draufsichten darstellen.
Die bipolare Mehrzweckelektolysezelle, wie diese in ihrer ersten Ausfüh
rungsform gemäß Fig. 1a und 1b dargestellt ist, und dabei das Bezugs
zeichen 10 trägt, ist Teil einer nicht dargestellten Elektrolyseeinrichtung. Die
bipolare Mehrzweckelektolysezelle 10 besteht aus einem Elektroden
grundkörper 12 aus Kunststoff, an dem beidseitig Metall-Elektrodenbleche
oder Elektrodenplatten angebracht sind, wobei in dieser Ausführungsform
das eine Elektrodenblech 14 massiv, und das andere Elektrodenblech 16 im
elektrochemisch wirksamen Bereich durchbrochen ist. Der Elektroden
grundkörper 12 weist sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung
im Querschnitt eine doppel-T Form auf, wodurch zwischen dem Elektroden
grundkörper 12 und den jeweiligen Elektrodenblechen 14, 16 Kanäle 18, 20
gebildet werden. Auf dem massiven Elektrodenblech 14 ist zusätzlich ein
Elektrolytdichtrahmen 22 aus elastischem Material angebracht, der auf der
Außenseite des massiven Elektrodenblechs 14 vom Elektrodengrundkörper
12 aus betrachtet einen weiteren Kanal 24 bildet. Dabei dient der von dem
massiven Elektrodenblech 14 und dem Elektrolytdichtrahmen 22 gebildete
Kanal 24, sowie der zwischen dem Elektrodengrundkörper 12 und dem
durchbrochenen Elektrodenblech 16 gebildete Kanal 20, der im folgenden
als Elektrodenrückraum bezeichnet wird, dazu, die Elektolytlösungen für die
Elektrolyse aufzunehmen. Der zwischen dem Elektrodengrundkörper 12 und
dem massiven Elektrodenblech 14 gebildete Kanal 18 dient dazu, Kühlflüs
sigkeit zur Kühlung des massiven Elektrodenblechs 14 sowie gegebenenfalls
des Elektrodengrundkörpers 12 aufzunehmen und wird im folgenden als
Kühlraum bezeichnet.
In den Elektrodengrundkörper 12 sind Zu- und Ableitungen für die Elektrolyt
lösungen eingearbeitet, wobei die Zuleitungen 26 und 28 in einem unteren
Mittelbereich des Elektrodengrundkörpers 12 angeordnet sind und die
zugehörigen Ableitungen 30 und 32 in einem oberen Mittelbereich davon
angeordnet sind. Die Zu- und Ableitungen sind über jeweilige Einlaßöff
nungen 34, 36 und Auslaßöffnungen 38, 40 mit den Elektrolytkanälen 24
und 20 verbunden, durch welche die Elektolytlösungen für die Elektrolyse
geleitet werden, wobei die Einlass- und Auslassöffnungen 34 und 38 für
den am massiven Elektrodenblech 14 ausgebildeten Kanal 24 durch das
massive Elektrodenblech 14 hindurchführen.
Wie bereits erwähnt, ist zur Kühlung des massiven Elektrodenblechs 14
zwischen dem Elektrodengrundkörper 12 und dem Elektrodenblech 14 ein
Kühlraum 18 vorgesehen, in den, bzw. durch den ein Kühlmittel, in diesem
Fall Kühlwasser, über in einem unteren bzw. oberen Mittelbereich des
Elektrodengrundkörpers 12 angeordnete Zuleitungen 42 und Ableitungen 44
sowie entsprechende Verbindungskanäle 46 und 48 geleitet bzw. gepumpt
werden kann. Dabei kann natürlich auch ein "Lift-Effekt" ausgenutzt
werden, wobei aber auch Kühlmittel denkbar wären, bei denen ein
umgekehrter Effekt auftritt. Das durchbrochene Metallelektrodenblech
benötigt keine zusätzliche Kühlung, da sie von der Elektrolytlösung
ausreichend gekühlt wird und nur in Randbereichen auf dem Grundkörper
aufliegt, wodurch ein Wärmestau vermieden wird.
Auf dem durchbrochenen Metallelektrodenblech 16 liegt eine Ionenaustau
schermembran 50 auf, die über geeignete Mittel an dem durchbrochenen
Elektrodenblech 16 angebracht ist.
Aus der Draufsicht in Fig. 1b ist schließlich ersichtlich, daß Kontaktschienen
52 die seitlich verlängerten Metallelektrodenbleche 14 und 16 kontaktieren
und zwischen den jeweiligen Kontaktschienen und dem Rand des Grundkör
pers 12 Spalten 54 ausgebildet sind, welche durch die Metallelektroden
bleche seitlich begrenzt sind.
In den Fig. 2a und 2b ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung
gezeigt. Darin wird eine mit 110 bezeichnete Mehrzweckelektrolysezelle
dargestellt, wobei Bauelemente, die solchen der ersten Ausführungsform
gemäß Fig. 1a und 1b entsprechen, mit denselben Bezugsziffern, jeweils
vermehrt um die Zahl 100, versehen sind. Es wird im folgenden nur auf die
Unterschiede eingegangen, so daß im übrigen auf die Beschreibung des
ersten Ausführungsbeispiels verwiesen wird.
Während bei der ersten Ausführungsform ein massives 14 und ein
durchbrochenes Elektrodenblech 16 verwendet werden, werden bei der
zweiten Ausführungsform zwei massive Elektrodenbleche 114 verwendet,
auf denen jeweils ein Elektrolytdichtrahmen 122 aufliegt. Die Einlass- und
Auslassöffnungen 134, 136 und 138, 140 für die an den massiven
Elektrodenblechen 114 ausgebildeten Kanäle 128 sind in dieser Ausfüh
rungsform durch beide Elektrodenbleche 114 hindurchführen.
Beidseitig des Grundkörpers 112 sind zwischen dem Grundkörper 112 und
den Elektrodenblechen Kühlräume 118 vorgesehen, um die massiven
Elektrodenbleche 114 zu kühlen. Die Kühlräume 118 werden wiederum über
Zuleitungen 142 und Ableitungen 144 sowie entsprechende Verbindungska
näle 146 und 148 mit Kühlflüssigkeit versorgt.
Bei der Verwendung von Mehrzweckelektrolysezellen mit zwei massiven
Elektrodenblechen 114, wird im eingespannten Zustand, d. h. wenn mehrere
erfindungsgemäße Mehrzweckelektrolysezellen durch Spannrahmen
zusammengeschlossen werden, zwischen die dann in der Mitte zwischen
zwei Dichtrahmen liegende Membran und die Kathoden bzw. Anodenfläche
ein sogenanntes "Spacer-gitter" eingebracht, welche das Aufliegen der
Membran auf einer der Elektrodenoberflächen verhindert und einen geordne
ten Elektrolytfluß sicherstellt. Derartige Spacer werden in verschiedenen
Formen für Elektrolysezwecke angeboten.
In den Fig. 3a und 3b ist eine weitere, mit 210 bezeichnete erfindungs
gemäße Mehrzweckelektrolysezelle dargestellt, wobei Bauelemente, die
solchen der ersten Ausführungsform gemäß Fig. 1a und 1b entsprechen, mit
denselben Bezugsziffern, jeweils vermehrt um die Zahl 200, versehen sind.
Es wird im folgenden nur auf die Unterschiede eingegangen.
Während bei der ersten Ausführungsform ein massives 14 und ein
durchbrochenes Elektrodenblech 16 verwendet wird, werden bei dieser
Ausführungsform zwei durchbrochene Elektrodenbleche 216 verwendet,
wobei zu deren elektrischen Isolierung zusätzlich auf einer der Elektroden
bleche ein dünner Dichtrahmen 256 angebracht ist, auf dem die Ionenaus
tauschermembran 250 über geeignete Mittel angebracht ist. Die Ionenaus
tauschermembran 250 kann aber auch direkt auf einem Elektrodenblech
angeordnet sein, wobei dann ein dünner Dichtrahmen auf der Membran,
oder dem freien Elektrodenblech angebracht wird. Durch die ausschließliche
Verwendung von durchbrochenen Elektrodenblechen sind in dieser
Ausführungsform Kühlräume nicht erforderlich.
In Fig. 4 wird der Stromtransport durch eine aus drei erfindungsgemäß
aufgebauten bipolaren Elektrodenplatten und den beiden Randelektroden
platten mit beidseitiger Stromzuführung und bis zu den seitlichen Kontakt
schienen verbreiterten Kunststoffgrundkörpern verdeutlicht.
Zugrundegelegt wurde die Aufbauvariante nach Fig. 1a mit einem durchbro
chenen und einem massiven Metallelektrodenblech je bipolarer Elektroden
blech. Die Bezeichnungen der numerierten Bauelemente sind die gleichen
wie bei Fig. 1.
Die Erfindung ist nicht auf die in den Fig. 1 bis 4 dargestellten konstruk
tiven Ausführungsformen beschränkt. So können auch ungeteilte Zellen
bzw. Mehrkammerzellen unter Nutzung des Erfindungsprinzips aufgebaut
werden. Anstelle der Ionenaustauschermembranen können auch mikropo
röse Diaphragmen eingesetzt werden. Auch die Zu- und Abführungen für die
Elektrolytlösungen können anders als hier dargestellt angeordnet werden,
z. B. können sie aus den oberen und unteren Stirnflächen der Kunststoff
grundkörper herausgeführt werden oder sie werden über Sammelleitungen
innerhalb der bipolaren Elektrodenplatten bis zu den Randplatten geführt.
Claims (10)
1. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle für hohe Strombelastungen,
bestehend aus einem Spannrahmen, zwei Elektrodenrandplatten mit
Metallelektrodenblechen und Stromzuführung sowie aus bipolaren
Elektrodenplatten, letztere bestehend aus:
je einem Elektrodengrundkörper (12) aus Kunststoff, mit einseitig oder beidseitig eingearbeiteten Elektrodenrückräumen (20) und/oder Kühlräumen (18), eingearbeiteten Zu- und Abführungsleitungen für die Elektrolytlösungen (26, 28, 30,32) und das Kühlmedium (42, 44),
beidseitig auf den Grundkörper (12) aufgebrachten Metallelektroden blechen (14, 16), die im elektrochemisch wirksamen Bereich massiv und/oder durchbrochen sind,
auf den massiven Metallelektrodenblechen (14, 16) aufliegende Elektrolytdichtrahmen (22) aus elastischem Kunststoff,
auf den durchbrochenen Metallelektrodenblechen (14, 16) und/oder den Elektrolytdichtrahmen (22) aufliegende Ionenaustauschermem branen (50) zur Trennung der Elektrodenräume, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektrodenplatten ein Höhen zu Breiten-Verhältnis von 30 : 1 bis 1,5 : 1 aufweisen, die Metallelektrodenbleche (14, 16) und die Elektrolytdichtrahmen (22) seitlich über die Elektrodengrundkörper (12) hinausragen und sowohl mit beidseitig im Abstand von 1 bis 50 mm von den Elektrodengrundkörpern (12) angeordneten senkrechten Kontaktschienen (52), als auch im Bereich der Elektrolytdichtrahmen (22) mit den Elektrodengrundkörpern (12) zu mechanisch stabilen, als selbständige Einheiten montierbaren, bipolaren Elektrodenplatten verbunden sind, wobei die elektrische Isolierung zweier benachbarter bipolarer Einheiten gegeneinander durch die Elektrolytdichtrahmen (22) bei gleichzeitiger Abdichtung der Elektrolyträume beim Verspan nen der Elektrodenplatten mittels des Spannrahmens durch den Anpreßdruck herbeigeführt wird.
je einem Elektrodengrundkörper (12) aus Kunststoff, mit einseitig oder beidseitig eingearbeiteten Elektrodenrückräumen (20) und/oder Kühlräumen (18), eingearbeiteten Zu- und Abführungsleitungen für die Elektrolytlösungen (26, 28, 30,32) und das Kühlmedium (42, 44),
beidseitig auf den Grundkörper (12) aufgebrachten Metallelektroden blechen (14, 16), die im elektrochemisch wirksamen Bereich massiv und/oder durchbrochen sind,
auf den massiven Metallelektrodenblechen (14, 16) aufliegende Elektrolytdichtrahmen (22) aus elastischem Kunststoff,
auf den durchbrochenen Metallelektrodenblechen (14, 16) und/oder den Elektrolytdichtrahmen (22) aufliegende Ionenaustauschermem branen (50) zur Trennung der Elektrodenräume, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektrodenplatten ein Höhen zu Breiten-Verhältnis von 30 : 1 bis 1,5 : 1 aufweisen, die Metallelektrodenbleche (14, 16) und die Elektrolytdichtrahmen (22) seitlich über die Elektrodengrundkörper (12) hinausragen und sowohl mit beidseitig im Abstand von 1 bis 50 mm von den Elektrodengrundkörpern (12) angeordneten senkrechten Kontaktschienen (52), als auch im Bereich der Elektrolytdichtrahmen (22) mit den Elektrodengrundkörpern (12) zu mechanisch stabilen, als selbständige Einheiten montierbaren, bipolaren Elektrodenplatten verbunden sind, wobei die elektrische Isolierung zweier benachbarter bipolarer Einheiten gegeneinander durch die Elektrolytdichtrahmen (22) bei gleichzeitiger Abdichtung der Elektrolyträume beim Verspan nen der Elektrodenplatten mittels des Spannrahmens durch den Anpreßdruck herbeigeführt wird.
2. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anodenbleche aus Ventilmetallen, vorzugsweise Titan, mit
Aktivschichten aus Edelmetallen bestehen.
3. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anodenbleche eine Edelmetallauflage aus massivem Platin,
erhältlich durch heißisostatisches Pressen von Platinfolie und
Titanblech aufweisen.
4. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kathodenblechmaterial Nickel, Titan, Stahl, Edelstahl oder
Blei ist.
5. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kathodenbleche aus hochlegierten Edelstählen, z. B. solchen
mit der Werkstoffnr. 1.4539, bestehen, deren aktive Elektrodenflä
chen als Streckmetall ausgebildet sind und die rückseitig direkt auf
dem als Stütze dienenden, durchbrochenen Kathodenrahmenteil
aufliegen.
6. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stromkontaktflächen der Elektroden mit gut leitenden
Überzügen aus Platin, Gold, Silber oder Kupferschichten versehen
sind.
7. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktschienen aus Kupfer bestehen, welches verzinnt,
versilbert oder mit einem Edelmetall beschichtet ist.
8. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktschienen und die Elektrodenkontakte vergoldet bzw.
platiniert sind und die Stromübertragung durch den durch Verspannen
des Elektrodenpaketes entstehenden Preßkontakt erfolgt.
9. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Zellrahmen und senkrecht stehenden Kontaktschienen
ein Luftspalt von mehreren Millimetern besteht, der bei leichten
Elektrolytleckagen eine Drainage erlaubt und eine Unterwanderung
der Stromkontakte verhindert.
10. Bipolare Mehrzweckelektrolysezelle nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektrodenplatten eine Höhe von 1,5 bis 3 m und eine
Höhen/Breitenverhältnis von 10 : 1 bis 1,5 : 1 aufweisen.
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