DE10021825A1 - Verbindungseinrichtung - Google Patents
VerbindungseinrichtungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Verbindungseinrichtung für Bauteile, von denen wenigstens eines einen insbesondere rohrförmigen Verbindungsabschnitt aufweist, mit zumindest einer Spreizeinheit, die eine aufspreizbare Hülse sowie ein in die Hülse einführbares und mit einem Verbindungsbolzen verschraubbares Spreizelement umfaßt, das bei zumindest teilweise in den Verbindungsabschnitt eines der jeweils zu verbindenden Bauteile eingeführter Spreizeinheit zum Aufspreizen der Hülse mittels des Verbindungsbolzens relativ zur Hülse verschiebbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Verbindungseinrichtung für Bauteile, von de
nen wenigstens eines einen insbesondere rohrförmigen Verbindungsab
schnitt aufweist.
Derartige Verbindungseinrichtungen werden beispielsweise für Rohr-
und/oder Stangensysteme eingesetzt, die nach Art eines Baukastensy
stems beispielsweise zu Möbelgestellen, Messe- und Ausstellungsständen,
Geländern oder Handläufen zusammengesetzt werden können.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Verbindungseinrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit der Bauteile einfach, schnell und zuverläs
sig miteinander verbunden werden können und die insbesondere mög
lichst einfach herstellbar und vielseitig einsetzbar ist.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1
und insbesondere dadurch, daß zumindest eine Spreizeinheit vorgesehen
ist, die eine aufspreizbare Hülse sowie ein in die Hülse einführbares und
mit einem Verbindungsbolzen verschraubbares Spreizelement umfaßt, das
bei zumindest teilweise in den Verbindungsabschnitt eines der jeweils zu
verbindenden Bauteile eingeführter Spreizeinheit zum Aufspreizen der
Hülse mittels der Verbindungsbolzens relativ zur Hülse verschiebbar ist.
Durch Verschrauben des Spreizelementes mit dem Verbindungsbolzen
wird die Hülse aufgespreizt und im Verbindungsabschnitt des Bauteils
verklemmt. Der Verbindungsbolzen kann mit dem jeweils anderen Bauteil
auf grundsätzlich beliebige Art und Weise verbunden werden, z. B. mittels
einer weiteren Spreizeinheit oder durch Verschrauben. Hierdurch kann
eine zuverlässige, in axialer Richtung feste Verbindung zwischen den bei
den Bauteilen einfach und schnell hergestellt werden. Die erfindungsge
mäße Verbindungseinrichtung kann vollständig innerhalb der miteinander
zu verbindenden Bauteile angeordnet werden, wodurch eine Möglichkeit
für eine von außen unsichtbare Verbindung zwischen den beiden Bautei
len geschaffen wird.
Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung ist der maximale Außen
durchmesser der Hülse im ungespreizten Zustand kleiner als der oder et
wa gleich dem Innendurchmesser des Verbindungsabschnitts des jeweili
gen Bauteils, wobei vorzugsweise der Außendurchmesser der Hülse im
ungespreizten Zustand etwa konstant ist.
Hierbei ist die die Hülse und das Spreizelement umfassende Spreizeinheit
vollständig in den Verbindungsabschnitt des jeweiligen Bauteils einführ
bar und benötigt insbesondere keine stirnseitigen Anschlagflächen des
Verbindungsabschnitts.
Von Vorteil ist eine derartige Ausgestaltung der Spreizeinheit bzw. der
Hülse insbesondere dann, wenn es erforderlich ist, Verbindungsabschnitte
von zu verbindenden Bauteilen zu Montagezwecken zu verkürzen. Auf
grund der Unabhängigkeit der Spreizeinheit bzw. der Hülse von der stirn
seitigen Ausgestaltung der Verbindungsabschnitte ist eine derartige Ver
kürzung unproblematisch. Bei Verbindungsabschnitten, die einen Rohr
abschnitt und eine den Rohrabschnitt umgebende Ummantelung aufwei
sen, können der Rohrabschnitt und die Ummantelung zumindest im we
sentlichen bündig miteinander abschließen.
Von besonderem Vorteil ist dies bei Rohren, die ein Innenrohr z. B. aus
Stahl und ein das Innenrohr umgebendes Außenrohr z. B. aus Kunststoff
umfassen. Derartige Rohre können unmittelbar vor der Montage auf eine
beliebige Länge gebracht werden, ohne dadurch die Kompatibilität mit der
Spreizeinheit bzw. der Hülse der Verbindungseinrichtung zu beeinträchti
gen.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Aspekt der Erfindung ist der Verbin
dungsbolzen mit einem durchgehenden Außengewinde versehen.
Hierdurch kann der Verbindungsbolzen auf besonders einfache Weise z. B.
in Form eines Gewindestifts hergestellt werden, da keine gewindefreien
Bereiche oder als Werkzeugansatz ausgebildete Abschnitte auf der Außen
seite des Verbindungsbolzens erforderlich sind.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Aspekt der Erfindung ist der Verbin
dungsbolzen mit einem Zentrierorgan versehen, dessen maximaler Au
ßendurchmesser etwa dem Innendurchmesser des Verbindungsabschnitts
des jeweiligen Bauteils entspricht.
Ein derartiges Zentrierorgan gewährleistet eine wohldefinierte zentrierte
Anordnung der jeweiligen Spreizeinheit im Verbindungsabschnitt des
Bauteils, was insbesondere bei der Verbindung von Rohren von Vorteil ist.
Das Zentrierorgan kann in Form eines auf dem Verbindungsbolzen fixier
ten Ring- oder Hohlzylinderelementes vorgesehen sein. Die Fixierung des
Zentrierorgans kann beispielsweise mittels eines senkrecht zur Längsach
se des Verbindungsbolzens durch diesen hindurch verlaufenden Siche
rungsstift oder einfach dadurch erfolgen, daß das Zentrierorgan mit dem
Verbindungsbolzen verklebt wird. Ein mit einem durchgehenden Außen
gewinde versehener Verbindungsbolzen kann hierdurch auf einfache Wei
se mit einem Zentrierorgan versehen werden.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Aspekt der Erfindung ist wenigstens
ein in axialer Richtung komprimierbares Element vorgesehen, das auf dem
Verbindungsbolzen anordenbar ist.
Wenn während der Herstellung der Verbindung die bereits aufgespreizte
Hülse in axialer Richtung unbeweglich im Verbindungsabschnitt des je
weiligen Bauteils verklemmt ist, dann ermöglicht ein derartiges kompri
mierbares Element eine Bewegung der Hülse zusammen mit dem Bauteil
in Richtung des jeweils anderen Bauteils. Die Hülse wird nicht weiter auf
gespreizt, sondern durch Zusammendrücken des komprimierbaren Ele
mentes zusammen mit dem Bauteil, in dessen Verbindungsabschnitt sie
festgeklemmt ist, auf das jeweils andere Bauteil zu bewegt. Die einander
zugewandten Stirnseiten der beiden Bauteile werden hierdurch gegenein
ander gedrückt, wodurch eine fugenfreie Verbindung zwischen den beiden
Bauteilen sichergestellt ist.
Das komprimierbare Element kann in Form eines vorzugsweise aus
Gummi hergestellten Ringelementes vorgesehen sein.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Aspekt der Erfindung ist die Hülse auf
ihrer Außenseite mit Mitteln zur Verdrehsicherung versehen, die bei Her
stellung der Verbindung mit der Innenwand des Verbindungsabschnitts
des jeweiligen Bauteils zusammenwirken.
Hierdurch ist es nicht erforderlich, die Hülse beim Einführen in den Ver
bindungsabschnitt des Bauteils vorzuspreizen, um ausreichend hohe Rei
bungskräfte zwischen der Hülse und der Innenwand des Verbindungsab
schnitts zu gewährleisten. Die Verdrehsicherungsmittel sorgen dafür, daß
die Hülse sicher mitgenommen wird, wenn zur Herstellung der Verbin
dung das Bauteil bzw. dessen die Spreizeinheit enthaltender Verbin
dungsabschnitt gedreht wird.
Bevorzugt ist es, wenn die Mittel zur Verdrehsicherung wenigstens ein auf
der Hülse angeordnetes und bevorzugt aus Gummi hergestelltes Ringele
ment umfassen. Das Ringelement kann dabei in einer Umfangsnut der
Hülse angeordnet sein.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Aspekt der Erfindung ist vorgesehen,
daß die Hülse und/oder das Spreizelement aus Kunststoff hergestellt sind.
Hierdurch ist nicht nur eine einfache und kostengünstige Herstellung
möglich, sondern der gegenüber einer Metallhülse erhöhte Reibungskoeffi
zient zwischen der Kunststoffhülse und einer Metallinnenwand des Ver
bindungsabschnitts des Bauteils gewährleistet bei der Herstellung der
Verbindung eine sichere Mitnahme der Hülse über den Verbindungsab
schnitt auch ohne zusätzliche Verdrehsicherungsmittel.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Bausystem, insbesondere ein Rohr-
und/oder Stangensystem, mit mehreren Bauteilen, von denen wenigstens
eines einen insbesondere rohrförmigen Verbindungsabschnitt aufweist,
und mit wenigstens einer erfindungsgemäßen Verbindungseinrichtung.
Des weiteren betrifft die Erfindung ein Bausystem, insbesondere ein Rohr-
und/oder Stangensystem, mit mehreren Bauteilen, von denen wenigstens
zwei jeweils einen insbesondere rohrförmigen Verbindungsabschnitt auf
weisen, und mit wenigstens einer Verbindungseinrichtung, die zumindest
zwei bevorzugt baugleiche Spreizeinheiten und einen gemeinsamen Ver
bindungsbolzen aufweist, wobei die Spreizeinheiten jeweils eine aufspreiz
bare Hülse sowie ein in die Hülse einführbares und mit dem Verbindungs
bolzen verschraubbares Spreizelement umfassen, das bei zumindest teil
weise in den Verbindungsabschnitt des jeweiligen Bauteils eingeführter
Spreizeinheit zum Aufspreizen der Hülse mittels des Verbindungsbolzens
relativ zur Hülse verschiebbar ist, wobei zumindest die Verbindungsab
schnitte der beiden zu verbindenden Bauteile jeweils von einem bevorzugt
aus Metall hergestellten Rohrabschnitt und einer den Rohrabschnitt um
gebenden Ummantelung bevorzugt aus Kunststoff gebildet sind, und wo
bei der Rohrabschnitt und die Ummantelung auf der dem jeweils anderen
Verbindungsabschnitt zugewandten Seite zumindest im wesentlichen
bündig miteinander abschließen.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind auch in den Unteran
sprüchen, der Beschreibung sowie der Zeichnung angegeben.
Die Erfindung wird im folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die
Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Verbindungseinrichtung gemäß einer Ausfüh
rungsform der Erfindung zur Verbindung zweier Rohre,
Fig. 2 eine Verbindungseinrichtung gemäß einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung an einem T-Stück,
Fig. 3 zwei erfindungsgemäße Verbindungseinrichtungen an
einem Bogenstück, und
Fig. 4 zwei erfindungsgemäße Verbindungseinrichtungen an
einem weiteren Bogenstück.
Die in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Verbindungseinrichtung dient
zur Verbindung zweier Rohre 15, die jeweils ein Innenrohr 17 aus Stahl
und eine Ummantelung in Form eines Außenrohres 18 aus Kunststoff
umfassen. Abschnitte 16 zur Aufnahme von im folgenden näher beschrie
benen Spreizeinheiten dienen als Verbindungsabschnitte der Rohre 15.
Die Verbindungseinrichtung umfaßt einen mit einem durchgehenden Au
ßengewinde 52 versehenen Verbindungsbolzen 50, in dessen Stirnseiten
jeweils ein Schlitz 54 für einen Schraubenzieher ausgebildet ist, sowie
zwei baugleiche Spreizeinheiten, die jeweils eine Hülse 20 und ein Spreiz
element 10 umfassen. Die Hülse 20 und das Spreizelement 10 sind jeweils
aus Kunststoff hergestellt. Alternativ können die Hülse 20 und/oder das
Spreizelement 10 auch aus Metall hergestellt und insbesondere in Form
eines Metallgußteils vorgesehen sein. Dabei ist es bevorzugt, wenn die
Teile jeweils mit einer rauhen Oberfläche versehen bzw. aus einem eine
rauhe Oberfläche ergebenden Material, insbesondere aus Metall, herge
stellt werden.
Die Hülse 20 besitzt einen entlang ihrer Längserstreckung konstanten
Außendurchmesser, der dem Innendurchmesser der Innenrohre 17 ent
spricht. In der Hülsenwand sind vier in Umfangsrichtung gleichmäßig
verteilt angeordnete Längsschlitze 25 ausgebildet, die von einem Ende der
Hülse 20 bis zu einer Umfangsnut auf der Außenseite der Hülse 20 rei
chen, in der ein Gummiring 30 angeordnet ist. Der Zweck dieses Gummi
rings 30 wird nachfolgend näher erläutert.
Durch die Schlitze 25 ist die Hülsenwand in vier elastisch auslenkbare
Wandabschnitte unterteilt, wodurch die Hülse 20 aufspreizbar ist. Die
Wandstärke der Hülse 20 nimmt ausgehend von den freien Enden der
auslenkbaren Wandabschnitte stetig zu und ist im Bereich eines in Um
fangsrichtung ununterbrochenen Ringabschnitts 22 der Hülse 20 maxi
mal. Der sich bis zum Ringabschnitt 22 erstreckende Bereich der Hülse
20 ist somit trichterförmig ausgebildet, so daß die Hülsenwand in diesem
Bereich einen konusförmigen Innenraum für das Spreizelement 10 be
grenzt.
Das Spreizelement 10 ist konusförmig ausgebildet, wobei die Neigung der
Außenwand des Spreizelementes 10 zur Längsachse 80 der Anordnung
gleich derjenigen der Innenwand der Hülse 20 ist.
Auf seiner Außenseite ist das Spreizelement 10 mit zwei diametral einan
der gegenüberliegenden, stegförmigen Vorsprüngen 12 versehen, die bei in
der Hülse 20 angeordnetem Spreizelement 10 jeweils in einen Schlitz 25
der Hülsenwand eingreifen. Durch die Vorsprünge 12 ist das Spreizele
ment 10 verdrehsicher in der Hülse 20 angeordnet. Bei einer Drehung der
Hülse dienen die Vorsprünge 12 als Mitnehmer für das Spreizelement 10.
Im Bereich der freien Enden der elastisch auslenkbaren Wandabschnitte
der Hülse 20 sind die Schlitze 25 in Umfangsrichtung schmaler als die
Vorsprünge 12 des Spreizelementes 10, so daß das Spreizelement 10 her
ausfallsicher in der Hülse 20 angeordnet ist. Die in Fig. 1 nicht dargestell
ten Schlitze der Hülsenwand, die nicht zur Aufnahme der Mitnehmervor
sprünge 12 des Spreizelementes 10 vorgesehen sind, sind in Umfangs
richtung von geringerer Breite als die Vorsprünge 12.
Das Spreizelement 10 ist des weiteren mit einem durchgehenden Innen
gewinde 11 versehen, über das es mit dem Verbindungsbolzen 50 ver
schraubbar ist.
Auf dem Verbindungsbolzen 50 ist ein Zentrierorgan 70 angeordnet, das
als Hohlzylinder ausgebildet ist und aus Kunststoff besteht. Der Außen
durchmesser des Zentrierorgans 70 entspricht dem Außendurchmesser
des Ringabschnitts 22 der Hülse 20 und somit dem Innendurchmesser
der Innenrohre 17.
Die axiale Fixierung des Zentrierorgans 70 auf dem Verbindungsbolzen 50
erfolgt in dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch einen senkrecht
zur Längsachse 80 durch den Verbindungsbolzen 50 hindurch verlaufen
den Haltestift 60. Die Mittel zur Fixierung des Zentrierorgans 70 sind
grundsätzlich beliebig. Das Zentrierorgan 70 könnte alternativ mit dem
Verbindungsbolzen 50 verklebt sein.
Des weiteren sind auf dem Verbindungsbolzen 50 zwei in axialer Richtung
komprimierbare Ringelemente 40 aus Gummi angeordnet, die lose auf den
jeweiligen Abschnitt des Verbindungsbolzens 50 aufgesteckt werden kön
nen. Der Außendurchmesser der zusammendrückbaren Gummiringe 40
ist kleiner als derjenige des Innendurchmessers der Stahlrohre 17. Der
Zweck der Gummiringe 40 wird nachfolgend näher erläutert.
Um die beiden Rohre 15 miteinander zu verbinden, wird zunächst ein
Ausgangszustand hergestellt, in dem die Spreizelemente 10 in der jeweili
gen Hülse 20 angeordnet sind, die Hülsen 20 in das jeweilige Stahlrohr 17
eingeschoben sind, der Verbindungsbolzen 50 jeweils zumindest über ei
nige Gewindegänge in die Spreizelemente 10 eingeschraubt ist und die
beiden Rohre 15 so weit zusammengedrückt sind, daß sie mit ihren Stirn
seiten aneinander anliegen.
Die Verschraubung des Verbindungsbolzens 50 mit den jeweils in der
Hülse 20 angeordneten Spreizelementen 10 kann vor dem Einführen der
Hülsen 20 in die Innenrohre 17 erfolgen, so daß die erfindungsgemäße
Verbindungseinrichtung eine zusammenhängende Baugruppe bildet. Es
ist auch möglich, zunächst die beiden jeweils aus Hülse 20 und Spreiz
element 10 bestehenden Spreizeinheiten in die Rohre 17 einzuschieben
und anschließend die Spreizelemente 10 mit dem Verbindungsbolzen 50
zu verschrauben. Die Spreizeinheiten bzw. Hülsen 20 brauchen dabei
noch nicht vollständig in die Rohre 17 hineingeschoben zu werden, son
dern können z. B. über den Verbindungsbolzen 50 durch Zusammendrüc
ken der beiden Rohre 15 in das jeweilige Rohr 17 hineingedrückt werden.
Von besonderem Vorteil ist, daß weder zur Herstellung des beschriebenen
Ausgangszustandes noch zur im folgenden weiter erläuterten Herstellung
der endgültigen Verbindung der beiden Rohre 15 ein Werkzeug erforder
lich ist.
Um die endgültige, axial feste Verbindung zwischen den beiden Rohren 15
herzustellen, werden die beiden Rohre 15 gegeneinander verdreht. Hierbei
brauchen die beiden Rohre 15 lediglich mit der Hand erfaßt zu werden.
Die bei eingeführter Hülse 20 in radialer Richtung zusammengedrückten
Ringelemente 30 stellen sicher, daß die Hülsen 20 dabei jeweils über das
jeweilige Innenrohr 17 mitgenommen werden. Das Vorsehen der Verdreh
sicherungselemente 30 ist allerdings nicht zwingend. Alternativ ist es
auch möglich, jeweils vor dem Einführen der Hülse 20 in das Innenrohr
17 die Hülse 20 durch Verschieben des Spreizelementes 10 etwas aufzu
spreizen, so daß sie nach dem Eindrücken in das Innenrohr 17 stramm
darin sitzt. Die Materialkombination Kunststoff <-< Metall bewirkt auf
grund der relativ hohen Reibungskräfte zwischen der Kunststoffhülse 20
und dem Metallrohr 17 eine sichere Mitnahme der Hülse 20 auch ohne
Gummiringe 30. Eine derartige sichere Mitnahme ist auch dann gewähr
leistet, wenn die Hülse 20 alternativ aus einem anderen Material besteht
und z. B. in Form eines Metallgußteils mit einer rauhen Oberfläche vorge
sehen ist.
Die Spreizelemente 10 werden über ihre in die Schlitze 25 der Hülse 20
hineinragenden Vorsprünge 12 mitgedreht und somit auf den Verbin
dungsbolzen 50 aufgeschraubt. Spätestens dann, wenn die Hülse 20 am
komprimierbaren Ringelement 40, das am Zentrierorgan 70 anliegt, zur
Anlage kommt, kann die Hülse 20 nicht weiter über das sich auf den Ver
bindungsbolzen 50 aufschraubende Spreizelement 10 in axialer Richtung
mitgenommen werden. Die Hülse 20 wird dann durch das sich in den ko
nusförmigen Innenraum der Hülse 20 hineindrückende konusförmige
Spreizelement 10 aufgespreizt, das die auslenkbaren Wandabschnitte der
Hülsenwand radial nach außen gegen die Innenwand des Innenrohres 17
drückt. Hierdurch wird die Hülse 20 im Innenrohr 17 festgeklemmt.
Ab einer bestimmten Eindringtiefe des Spreizelementes 10 kann die Hülse
20 nicht mehr weiter aufgespreizt werden. Ein weitergehendes Gegenein
anderverdrehen der beiden Rohre 15 ist aufgrund der komprimierbaren
Ringelemente 40 dennoch möglich, denn die jeweils die Hülse 20 und das
Spreizelement 10 umfassenden Spreizeinheiten werden nunmehr als Gan
zes zusammen mit den axial fest auf den Spreizeinheiten sitzenden Roh
ren 15 aufeinander zu gezogen. Dabei werden die Ringelemente 40 zu
sammengedrückt. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß zwischen den
einander zugewandten Stirnseiten der Rohre 15 kein Zwischenraum vor
handen ist.
Die Verbindungseinrichtung ermöglicht es also, die beiden Rohre 15 ohne
Werkzeug lediglich dadurch in axialer Richtung fest miteinander zu ver
binden, daß bei entsprechend vorpositionierter Verbindungseinrichtung
die Rohre 15 gegeneinander verdreht werden. Zum Verdrehen der Rohre
15 mit der Hand aufbringbare Körperkräfte selbst körperlich schwacher
Menschen sind vollkommen ausreichend zur Herstellung einer Rohrver
bindung von hoher axialer Festigkeit. Die erzielbaren Klemmkräfte zwi
schen den Hülsen 20 und den Innenrohren 17 sind dabei so groß, daß die
Rohre 15 zumindest nicht von Hand in axialer Richtung auseinandergezo
gen werden können.
Von besonderem Vorteil ist, daß das Innenrohr 17 jeweils bis an die Stirn
seite der Kunststoffummantelung 18 heranreichen kann. Ohne Beein
trächtigung der Funktion der erfindungsgemäßen Verbindungseinrichtung
können daher die Rohre 15 unmittelbar vor der Montage, z. B. vor Ort auf
einer Baustelle, auf die jeweils erforderliche Länge gebracht werden.
Zum Lösen der Verbindung werden die beiden Rohre 15 in die entgegen
gesetzte Richtung gegeneinander verdreht. Dabei schraubt sich der Ver
bindungsbolzen 50 aus zumindest einem Spreizelement 10 heraus, so daß
das betreffende Bauteil 15 abgenommen werden kann. Zur Lösung der
Verschraubung zwischen dem Verbindungsbolzen 50 und dem im anderen
Bauteil 15 sitzenden Spreizelement 10 kann ggf. ein Schraubenzieher am
Schlitz 54 der freiliegenden Stirnseite des Verbindungsbolzens 50 ange
setzt werden.
Um die Spreizeinheiten jeweils aus den Rohren 17 herauszunehmen, wird
jeweils das Spreizelement 10 zur Aufhebung der Aufspreizung der Hülse
20 von deren Ringabschnitt 22 wegbewegt, was mit relativ geringem Kraft
aufwand z. B. mit einem Werkzeug, mit dem Verbindungsbolzen 50 oder
durch einen axialen Schlag auf das Rohr 15 erfolgen kann, woraufhin die
nunmehr entspannte Hülse 20 aus dem Rohr 17 herausgezogen werden
kann.
Bei den im folgenden beschriebenen Anwendungen der erfindungsgemä
ßen Verbindungseinrichtung ist jeweils zwischen zwei miteinander zu ver
bindenden Bauteilen 15 nur eine einzige Spreizeinheit mit einer Hülse 20
und einem Spreizelement 10 vorgesehen, die hinsichtlich Aufbau und
Funktionsweise den vorstehend in Verbindung mit Fig. 1 beschriebenen
Spreizeinheiten entspricht. Der jeweilige Verbindungsbolzen 50 ist in
axialer Richtung fest mit einem der miteinander zu verbindenden Bauteile
15 verschraubt. Grundsätzlich kann die axial feste Verbindung zwischen
dem Verbindungsbolzen 50 und diesem Bauteil 15 auf beliebige Art und
Weise erfolgen.
Das jeweils andere Bauteil ist nicht dargestellt. Es kann sich dabei jeweils
um ein beliebiges Bauteil handeln, das einen Verbindungsabschnitt auf
weist, in den die Hülse 20 eingeschoben werden kann, so daß durch Rela
tivverdrehung der beiden Bauteile 15 die Aufspreizung der Hülse 20 - wie
vorstehend in Verbindung mit Fig. 1 beschrieben - erfolgen kann.
Fig. 2 zeigt ein als T-Stück ausgebildetes Bauteil 15, das mit einem
Durchgang 92 zur Aufnahme eines oder mehrerer weiterer Bauteile verse
hen ist, in den Ringelemente 90 z. B. in Form von Gummiringen eingesetzt
sind.
In einen senkrecht zum Durchgang 92 verlaufenden Ansatz 94 mit einer
Längsachse 80 ist der Verbindungsbolzen 50 geschraubt, wobei auf dem
Verbindungsbolzen 50 ein in axialer Richtung komprimierbares Ring
element 40 entsprechend den Ringelementen 40 von Fig. 1 angeordnet ist.
Fig. 3 zeigt einen 90°-Bogen, in den jeweils stirnseitig ein Verbindungsbol
zen 50 geschraubt ist. Auch in dieser Anwendung ist jeweils ein in axialer
Richtung komprimierbares Ringelement 40 vorgesehen, das auf dem je
weiligen Verbindungsbolzen 50 zwischen der Hülse 20 und einer An
schlagfläche des Bauteils 15 angeordnet ist.
Während der 90°-Bogen 15 von Fig. 3 aus Vollmaterial besteht, weist das
in Fig. 4 dargestellte Bogenstück 15 einen Innenkörper 19 auf, der von
einer Kunststoffummantelung 18 umgeben ist. In den Innenkörper 19 des
Bauteils 15 ist jeweils stirnseitig ein Verbindungsbolzen 50 eingeschraubt.
Zwischen dem Innenkörper 15 und der jeweiligen Hülse 20 ist auch in
dieser Ausführungsform auf dem Verbindungsbolzen 50 jeweils ein in
axialer Richtung komprimierbares Ringelement 40 angeordnet.
Die vorstehend beschriebenen Bauteile 15 können Bestandteile eines
Bausystems, insbesondere eines Rohr- und/oder Stangensystems, sein
und nach Art eines Baukastensystems beispielsweise zu Möbelgestellen,
Messe- und Ausstellungsständen, Geländern oder Handläufen zusam
mengesetzt werden.
Mit der erfindungsgemäßen Verbindungseinrichtung können grundsätz
lich beliebige Bauteile eines derartigen Baukastensystems zu prinzipiell
beliebigen Gebilden schnell und einfach zusammengesetzt werden. Werk
zeuge oder spezielle Einrichtungen an den Bauteilen zur Koppelung mit
der Verbindungseinrichtung sind nicht erforderlich. Es wird lediglich we
nigstens ein - bei Rohren ohnehin vorhandener - Verbindungsabschnitt
benötigt, in den die aufspreizbare Hülse zumindest teilweise einführbar
ist. Des weiteren sind insbesondere die problemlose Verkürzbarkeit der
Verbindungsabschnitte bzw. der Rohre sowie die einfache Lösbarkeit der
Verbindungen von Vorteil.
10
Spreizelement
11
Innengewinde
12
Verdrehsicherungsmittel, Vorsprung
15
Bauteil
16
Verbindungsabschnitt
17
Innenrohr
18
Außenrohr, Ummantelung
19
Innenkörper
20
Hülse
22
Ringabschnitt
25
Schlitz
30
Ringelement zur Verdrehsicherung
40
axial komprimierbares Ringelement
50
Verbindungsbolzen
52
Außengewinde
54
Schlitz
60
Stift
70
Zentrierorgan
80
Längsachse
90
Ringelement
92
Durchgang
94
Ansatz
Claims (20)
1. Verbindungseinrichtung für Bauteile (15), von denen wenigstens ei
nes einen insbesondere rohrförmigen Verbindungsabschnitt (16)
aufweist, mit zumindest einer Spreizeinheit (10, 20), die eine
aufspreizbare Hülse (20) sowie ein in die Hülse (20) einführbares
und mit einem Verbindungsbolzen (50) verschraubbares Spreizele
ment (10) umfaßt, das bei zumindest teilweise in den Verbindungs
abschnitt (16) eines der jeweils zu verbindenden Bauteile (15) ein
geführter Spreizeinheit zum Aufspreizen der Hülse (20) mittels des
Verbindungsbolzens (50) relativ zur Hülse (20) verschiebbar ist.
2. Verbindungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der maximale Außendurchmesser der Hülse (20) im ungespreiz
ten Zustand kleiner als der oder etwa gleich dem Innendurchmesser
des Verbindungsabschnitts (16) des jeweiligen Bauteils (15) ist, wo
bei vorzugsweise der Außendurchmesser der Hülse (20) im unge
spreizten Zustand etwa konstant ist.
3. Verbindungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbindungsbolzen (50) mit einem durchgehenden Außen
gewinde (52) versehen ist.
4. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbindungsbolzen (50) in jeder senkrecht zu seiner Längs
erstreckung verlaufenden Ebene einen etwa kreisförmigen Umriß
aufweist.
5. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Außendurchmesser des Verbindungsbolzens (50) im we
sentlichen konstant ist.
6. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbindungsbolzen (50) an wenigstens einer Stirnseite zur
Betätigung mit einem Werkzeug, insbesondere einem Schrauben
dreher, ausgebildet ist.
7. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbindungsbolzen (50) mit einem Zentrierorgan (70) verse
hen ist, dessen maximaler Außendurchmesser etwa dem Innen
durchmesser des Verbindungsabschnitts (16) des jeweiligen Bauteils
(15) entspricht.
8. Verbindungseinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zentrierorgan (70) in Form eines auf dem Verbindungsbol
zen (50) fixierten Ring- oder Hohlzylinderelementes vorgesehen ist.
9. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein in axialer Richtung komprimierbares Element
(40) vorgesehen ist, das auf dem Verbindungsbolzen (50) anorden
bar ist.
10. Verbindungseinrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das komprimierbare Element (50) in Form eines bevorzugt aus
Gummi hergestellten Ringelementes vorgesehen ist.
11. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (20) auf ihrer Außenseite mit Mitteln (30) zur Ver
drehsicherung versehen ist, die bei Herstellung der Verbindung mit
der Innenwand des Verbindungsabschnitts (16) des jeweiligen Bau
teils (15) zusammenwirken.
12. Verbindungseinrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Mittel zur Verdrehsicherung wenigstens ein auf der Hülse
(20) angeordnetes und bevorzugt aus Gummi hergestelltes Ringele
ment (30) umfassen, wobei vorzugsweise das Ringelement (30) in ei
ner Umfangsnut der Hülse (20) angeordnet ist.
13. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülsenwand zur Bildung elastisch auslenkbarer Wandab
schnitte mit in axialer Richtung verlaufenden Schlitzen (25) verse
hen ist.
14. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Spreizelement (10) und/oder der freie Innenraum der Hülse
(20) für das Spreizelement (10) zumindest bereichsweise konusför
mig ausgebildet sind/ ist.
15. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Spreizelement (10) auf seiner Außenseite mit Mitteln (12)
zur Verdrehsicherung versehen ist, die bei Herstellung der Verbin
dung mit der Hülse (20) zusammenwirken.
16. Verbindungseinrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Mittel zur Verdrehsicherung wenigstens einen Vorsprung
(12) umfassen, der bei in der Hülse (20) angeordnetem Spreizele
ment (10) in eine insbesondere schlitzförmige Ausnehmung (25) der
Hülsenwand eingreift.
17. Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (20) und/oder das Spreizelement (10) aus Kunststoff
hergestellt sind.
18. Bausystem, insbesondere Rohr- und/oder Stangensystem, mit meh
reren Bauteilen (15), von denen wenigstens eines einen insbesonde
re rohrförmigen Verbindungsabschnitt (16) aufweist, und mit wenig
stens einer Verbindungseinrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
19. Bausystem, insbesondere Rohr- und/oder Stangensystem, mit meh
reren Bauteilen (15), von denen wenigstens zwei jeweils einen insbe
sondere rohrförmigen Verbindungsabschnitt (16) aufweisen, und mit
wenigstens einer Verbindungseinrichtung, die zumindest zwei be
vorzugt baugleiche Spreizeinheiten (10, 20) und einen gemeinsamen
Verbindungsbolzen (50) aufweist, wobei die Spreizeinheiten jeweils
eine aufspreizbare Hülse (20) sowie ein in die Hülse (20) einführba
res und mit dem Verbindungsbolzen (50) verschraubbares Spreiz
element (10) umfassen, das bei zumindest teilweise in den Verbin
dungsabschnitt (16) des jeweiligen Bauteils (15) eingeführter Sprei
zeinheit zum Aufspreizen der Hülse (20) mittels des Verbindungsbol
zens (50) relativ zur Hülse (20) verschiebbar ist, wobei zumindest die
Verbindungsabschnitte (16) der beiden zu verbindenden Bauteile
(15) jeweils von einem bevorzugt aus Metall hergestellten Rohrab
schnitt (17) und einer den Rohrabschnitt (17) umgebenden Um
mantelung (18) bevorzugt aus Kunststoff gebildet sind, und wobei
der Rohrabschnitt (17) und die Ummantelung (18) auf der dem je
weils anderen Verbindungsabschnitt (16) zugewandten Seite zumin
dest im wesentlichen bündig miteinander abschließen.
20. Bausystem nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungseinrichtung die Merkmale eines der Ansprüche
1 bis 17 aufweist.
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|---|---|---|---|
| DE2000121825 DE10021825B4 (de) | 2000-05-04 | 2000-05-04 | Verbindungseinrichtungen und Bausystem |
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