DE10020627A1 - Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffversorgungssystems für eine Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffversorgungssystems für eine Brennkraftmaschine insbesondere eines KraftfahrzeugsInfo
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Abstract
Es wird ein Kraftstoffversorgungssystem (1) für eine Brennkraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, beschrieben. Bei dem Kraftstoffversorgungssystem (1) kann Kraftstoff von einer Pumpe (6, 10) in einen Druckspeicher (2) gepumpt werden. Der Druck in dem Druckspeicher (2) kann gemessen werden und der Druck in dem Druckspeicher (2) kann derart angesteuert werden, daß sich ein erwarteter Druck (prbk) in dem Druckspeicher (2) ergeben müßte. Durch ein Steuergerät (16) ist das Drucksteuerventil (2) auf einen vorgegebenen Wert steuerbar. Durch das Steuergerät (16) ist ein erwarteter Druck in dem Druckspeicher (2) ermittelbar. Und es kann durch das Steuergerät (16) aus dem erwarteten Druck und aus dem gemessenen Druck auf die Funktionsfähigkeit des Drucksteuerventils (4) geschlossen werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines
Kraftstoffversorgungssystems für eine Brennkraftmaschine
insbesondere eines Kraftfahrzeugs, bei dem Kraftstoff von
einer Pumpe in einen Druckspeicher gepumpt wird, bei dem
der Druck in dem Druckspeicher gemessen wird, und bei dem
der Druck in dem Druckspeicher durch die Ansteuerung eines
Drucksteuerventils veränderbar ist. Des weiteren betrifft
die Erfindung ein entsprechendes
Kraftstoffversorgungssystem für eine Brennkraftmaschine
sowie ein Steuergerät für ein derartiges
Kraftstoffversorgungssystem.
An eine Brennkraftmaschine beispielsweise eines
Kraftfahrzeugs werden immer höhere Anforderungen im
Hinblick auf eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und
der erzeugten Abgase bei einer gleichzeitig erwünschten
erhöhten Leistung gestellt. Zu diesem Zweck sind moderne
Brennkraftmaschinen mit einem Kraftstoffversorgungssystem
versehen, bei dem die Zuführung von Kraftstoff in den
Brennraum der Brennkraftmaschine elektronisch, insbesondere
mit einem rechnergestützten Steuergerät, gesteuert und/oder
geregelt wird. Dabei ist es möglich, den Kraftstoff in ein
Luftansaugrohr der Brennkraftmaschine oder direkt in den
Brennraum der Brennkraftmaschine einzuspritzen.
Insbesondere bei der zuletzt genannten Art, der sogenannten
Direkteinspritzung, ist es erforderlich, daß der Kraftstoff
unter Druck in den Brennraum eingespritzt wird. Zu diesem
Zweck ist ein Druckspeicher vorgesehen, in den der
Kraftstoff mittels einer Pumpe gepumpt und unter einen
hohen Druck gesetzt wird. Von dort wird der Kraftstoff dann
über Einspritzventile in die Brennräume der
Brennkraftmaschine eingespritzt.
Unter anderem aufgrund des hohen Drucks ist es möglich, daß
Bauteile des Kraftstoffversorgungssystems z. B.
alterungsbedingt sich verändern. So ist es möglich, daß das
Drucksteuerventil, mit dem der Druck in dem Druckspeicher
gesteuert und/oder geregelt werden kann, langsam seine
Funktionsfähigkeit verändert. Ebenfalls ist es möglich, daß
das Drucksteuerventil aufgrund von Verschmutzungen
schlagartig ausfällt. Derartige Veränderungen der Funktion
des Drucksteuerventils können Aussetzer oder einen
sonstigen fehlerhaften Lauf der Brennkraftmaschine zur
Folge haben.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Betreiben
eines Kraftstoffversorgungssystems für eine
Brennkraftmaschine zu schaffen, mit dem ein Fehler des
Drucksteuerventils schnell und sicher erkannt wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren bzw. einem
Kraftstoffversorgungssystem der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Drucksteuerventil
derart angesteuert wird, daß sich ein erwarteter Druck in
dem Druckspeicher ergeben müßte, und daß aus dem erwarteten
Druck und aus dem gemessenen Druck auf die
Funktionsfähigkeit des Drucksteuerventils geschlossen wird.
Zwischen der Ansteuerung des Drucksteuerventils und dem
daraus resultierenden Druck in dem Druckspeicher besteht
ein definierter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang kann
vorab für ein intaktes Drucksteuerventil ermittelt werden.
Damit ist für jede Ansteuerung ein erwarteter Druck
bekannt, der sich bei einem intakten Drucksteuerventil
einstellen müßte. Dieser erwartete Druck und der
tatsächlich gemessene Druck werden erfindungsgemäß dazu
verwendet, auf die Funktionsfähigkeit des
Drucksteuerventils zu schließen.
Mit der Erfindung ist es somit möglich, einen Defekt des
Drucksteuerventils zu erkennen. Das erfindungsgemäße
Diagnoseverfahren des Drucksteuerventils kann dabei ohne
größeren Aufwand schnell und sicher durchgeführt werden.
Das Diagnoseverfahren hat auch keine negativen Einflüsse
auf das Laufverhalten der Brennkraftmaschine oder auf deren
Schadstoffausstoß.
Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung werden der
erwartete Druck und der gemessene Druck miteinander
verglichen, und es wird das Drucksteuerventil als defekt
erkannt, wenn der gemessene Druck wesentlich von dem
erwarteten Wert abweicht. In diesem ersten Fall werden also
absolute Drücke miteinander verglichen. Dies ist einfach
und schnell durchführbar und erfordert nur wenig Aufwand.
Bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung wird ein
erwarteter Druckgradient aus dem erwarteten Druck
ermittelt, es wird ein gemessener Druckgradient aus dem
gemessenen Druck ermittelt, es wird der erwartete
Druckgradient mit dem gemessenen Druckgradienten
verglichen, und es wird das Drucksteuerventil als defekt
erkannt, wenn der gemessene Druckgradient wesentlich von
dem erwarteten Druckgradienten abweicht. In diesem zweiten
Fall werden also keine absoluten Drücke verglichen, sondern
nur deren Druckgradienten. Damit werden Fehler des
Diagnoseverfahrens aufgrund von Offsets, beispielsweise
aufgrund von Leckagen, vermieden.
Besonders vorteilhaft ist es in diesem Fall, wenn das
Drucksteuerventil in einer linearen Weise geöffnet oder
geschlossen wird, so daß der erwartete Druckgradient etwa
konstant ist.
Bei einer dritten Ausführungsform der Erfindung wird der
erwartete Druck in Abhängigkeit von Betriebsgrößen der
Brennkraftmaschine, insbesondere in Abhängigkeit von der
Drehzahl der Brennkraftmaschine ermittelt. Damit wird
erreicht, daß bei dem Diagnoseverfahren auch die
Abhängigkeit des Drucks in dem Druckspeicher z. B. von der
Drehzahl der Brennkraftmaschine berücksichtigt wird. Je
höher die Drehzahl der Brennkraftmaschine ist, desto höher
ist auch die Förderung von Kraftstoff und damit der Druck
in dem Druckspeicher. Durch eine derartige Berücksichtigung
der Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine wird somit das
erfindungsgemäße Diagnoseverfahren wesentlich verbessert.
Bei der genannten dritten Ausführungsform wird aus dem
erwarteten Druck und dem gemessenen Druck eine
Druckdifferenz ermittelt, es wird aus der Druckdifferenz
ein Druckgradient ermittelt, es wird die Druckdifferenz
und/oder der Druckgradient mit einem Schwellwert
verglichen, und es wird das Drucksteuerventil als defekt
erkannt, wenn die Druckdifferenz und/oder der Druckgradient
den Schwellwert übersteigt.
Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn das
Drucksteuerventil in einer linearen Weise geöffnet oder
geschlossen wird, so daß die Druckdifferenz und/oder der
Druckgradient etwa konstant sind.
Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Figuren
der Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle
beschriebenen oder dargestellten Merkmale für sich oder in
beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung,
unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den
Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig
von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung
bzw. in der Zeichnung.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines
Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffversorgungssystems,
Fig. 2 zeigt ein schematisches Blockdiagramm eines
Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Betreiben des
Kraftstoffversorgungssystems der Fig. 1, und
Fig.
3a und 3b zeigen schematische Schaubilder mit Signalen des
Verfahrens der Fig. 2 bei intaktem und defektem
Kraftstoffversorgungssystem
In der Fig. 1 ist ein Kraftstoffversorgungssystem 1
dargestellt, das für die Verwendung in einer
Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs vorgesehen ist. Bei
dem Kraftstoffversorgungssystem 1 handelt es sich um ein
sogenanntes Common-Rail-System, das insbesondere bei einer
Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung zur Anwendung
kommt. Derartige Common-Rail-Systeme sind von Benzin-, wie
auch von Diesel-Brennkraftmaschinen bekannt.
Das Kraftstoffversorgungssystem 1 weist einen Druckspeicher
2 auf, der mit einem Drucksensor 3 und einem
Drucksteuerventil 4 versehen ist. Der Druckspeicher 2 ist
über eine Druckleitung 5 mit einer Hochdruckpumpe 6
verbunden. Die Hochdruckpumpe 6 ist über eine Druckleitung
8 an das Drucksteuerventil 4 angeschlossen. Über eine
Druckleitung 9 und ein Filter ist das Drucksteuerventil 4
und damit auch die Hochdruckpumpe 6 mit einer vorzugsweise
elektrischen Kraftstoffpumpe 10 verbunden, die dazu
geeignet ist, Kraftstoff aus einem Kraftstoffbehälter 11
anzusaugen.
Das Kraftstoffversorgungssystem 1 weist vier
Einspritzventile 13 auf, die über Druckleitungen 14 mit dem
Druckspeicher 2 verbunden sind. Die Einspritzventile 13
sind dazu geeignet, Kraftstoff in entsprechende Brennräume
der Brennkraftmaschine einzuspritzen.
Mittels einer Signalleitung 15 ist der Drucksensor 3 mit
einem Steuergerät 16 verbunden, an das des weiteren eine
Mehrzahl anderer Signalleitungen als Eingangsleitungen
angeschlossen sind. Mittels einer Signalleitung 17 ist die
Kraftstoffpumpe 10 und über eine Signalleitung 18 ist das
Drucksteuerventil 4 mit dem Steuergerät 16 verbunden. Des
weiteren sind die Einspritzventile 13 mittels
Signalleitungen 19 an das Steuergerät 16 angeschlossen.
Der Kraftstoff wird von der Kraftstoffpumpe 10 aus dem
Kraftstoffbehälter 11 zu der Hochdruckpumpe 6 gepumpt. Mit
Hilfe der Hochdruckpumpe 6 wird in dem Druckspeicher 2 ein
Druck erzeugt, der von dem Drucksensor 3 gemessen wird und
durch eine entsprechende Betätigung des Drucksteuerventils
4 auf einen gewünschten Wert eingestellt werden kann. Über
die Einspritzventile 13 wird dann der Kraftstoff in den
Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt.
Für die Bemessung der in den Brennraum eingespritzten
Kraftstoffmenge bzw. Kraftstoffmasse ist unter anderem der
Druck in dem Druckspeicher 2 wesentlich. Je größer der
Druck in dem Druckspeicher 2 ist, desto mehr Kraftstoff
wird während derselben Einspritzzeit in den Brennraum
eingespritzt. Dieser Druck in dem Druckspeicher 2 kann von
dem Steuergerät 16 eingestellt und verstellt werden.
Hierzu steuert das Steuergerät 16 das Drucksteuerventil 4
in seinen geschlossenen Zustand, so daß die Hochdruckpumpe
6 und die Kraftstoffpumpe 10 einen immer weiter
ansteigenden Druck in dem Druckspeicher 2 erzeugen. Dieser
ansteigende Druck kann von dem Drucksensor 3 gemessen
werden.
Das Drucksteuerventil 4 wird mit einem
pulsweitenmodulierten Signal angesteuert. Ein
Tastverhältnis TV von 0% hat dabei ein vollständig
geschlossenes Drucksteuerventil 4 zur Folge, und bei einem
Tastverhältnis TV von 100% ist das Drucksteuerventil 4
vollständig geöffnet.
Zwischen dem Tastverhältnis TV des Drucksteuerventils 4 und
dem Druck im dem Druckspeicher 2 besteht ein definierter
Zusammenhang. Dieser Zusammenhang ergibt sich aus dem
Öffnungsquerschnitt des Drucksteuerventils 4, der sich bei
einem bestimmten Tastverhältnis TV einstellt. Der
Zusammenhang kann vorab für ein fehlerfrei arbeitendes
Drucksteuerventil 4 ermittelt werden und ist in der Form
einer Kennlinie oder eines Kennfelds im Steuergerät 16
abgespeichert. Zur Erzeugung eines erwünschten Drucks in
dem Druckspeicher 2 wird das Drucksteuerventil 4 auf der
Grundlage dieses Zusammenhangs angesteuert. Ergeben sich
zwischen dem erwünschten Druck und dem von dem Drucksensor
3 gemessenen tatsächlichen Druck Abweichungen, so werden
diese Abweichungen ausgeregelt.
Zusätzlich zu dieser Regelung des Drucks in dem
Druckspeicher 2 wird der Ausgang der Regelung überwacht.
Überschreitet der Wert der an diesem Reglerausgang
vorhandenen Stellgröße einen vorgegebenen Schwellwert, so
wird das Kraftstoffversorgungssystem 1 als "möglicherweise
fehlerhaft" erkannt. Dies führt zum Starten eines
Diagnoseverfahrens, das nachfolgend in drei
Ausführungsformen beschrieben ist.
Nachdem das Diagnoseverfahren gestartet ist, wird bei allen
drei Ausführungsformen das Drucksteuerventil 4 mit einem
pulsweitenmodulierten Signal angesteuert, dessen
Tastverhältnis TV einen ersten Wert aufweist. Danach wird
das Tastverhältnis TV von dem ersten auf einen zweiten Wert
verändert. Der von dem ersten und dem zweiten Wert
begrenzte Bereich ist derart gewählt, daß die
Brennkraftmaschine noch kein verschlechtertes Fahrverhalten
aufweist oder gar Aussetzer der Brennkraftmaschine
auftreten.
Aufgrund des definierten Zusammenhangs zwischen dem
Tastverhältnis TV des Drucksteuerventils 4 und dem Druck in
dem Druckspeicher 2 hat die Veränderung des
Tastverhältnisses TV eine Veränderung des Drucks in dem
Druckspeicher 2 zur Folge.
Damit kann bei einer ersten Ausführungsform des
Diagnoseverfahrens derjenige Druck in dem Druckspeicher 2
von dem Steuergerät 16 berechnet werden, der aufgrund des
genannten Zusammenhangs bei dem zweiten Wert des
Tastverhältnisses TV vorhanden sein muß. Weicht der von dem
Drucksensor 3 gemessene Druck in dem Druckspeicher 2
wesentlich von dem berechneten Druck ab, kann von dem
Steuergerät 16 auf einen Fehler des Drucksteuerventils 4
geschlossen werden.
Bei einer zweiten Ausführungsform des Diagnoseverfahrens
wird davon ausgegangen, daß ein intaktes Drucksteuerventil
4 bei einer linearen Erhöhung des Tastverhältnisses TV zu
einer ebenfalls linearen Druckreaktion führt. Eine lineare
Druckreaktion ist jedoch gleichbedeutend mit einem etwa
konstanten Druckgradienten. Bei einem defekten
Drucksteuerventil 4 ergeben sich im Unterschied dazu
stochastische Druckänderungen, so daß der daraus
resultierende Druckgradient nicht konstant ist.
Bei der zweiten Ausführungsform wird daher der
Druckgradient des von dem Drucksensor 3 gemessenen Drucks
in dem Druckspeicher 2 ermittelt. Zeigt dieser
Druckgradient wesentliche Abweichungen von einem etwa
konstanten Wert, so wird von dem Steuergerät 16 auf einen
Fehler des Drucksteuerventils 4 geschlossen.
Eine dritte Ausführungsform des Diagnoseverfahrens ist in
der Fig. 2 dargestellt. Die aus diesem Verfahren
resultierenden Signale sind in den Fig. 3a und 3b
dargestellt. Dabei bezieht sich die Fig. 3a auf ein
intaktes Drucksteuerventil 4 und die Fig. 3b auf ein
defektes Drucksteuerventil 4. Das in der Fig. 2
dargestellte Verfahren wird von dem Steuergerät 16
durchgeführt.
Nachdem das Diagnoseverfahren gestartet ist, wird in einem
Block 20 das Tastverhältnis TV beispielsweise auf einen
ersten Wert TV1 von 35% gesetzt. Es wird dann in einem
Block 21 der von dem Drucksensor 3 aktuell gemessene Druck
prist in dem Druckspeicher 2 gemessen. Dieser Druck prist
ist in den Fig. 3a und 3b dargestellt.
Von dem Steuergerät 16 wird in einem Block 22 ein
modellierter Druck prbk ermittelt, der die aktuellen
Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine, wie deren aktuelle
Drehzahl, deren Motortemperatur und dergleichen
berücksichtigt. Dieser Druck prbk ist in den Fig. 3a und
3b dargestellt.
In einem nachfolgenden Block 23 wird von dem Steuergerät 16
eine Druckdifferenz dpr berechnet, für die gilt: dpr = prbk
- prist. Danach wird von dem Steuergerät 16 in einem Block
24 ein Druckgradient grddpr für die Druckdifferenz dpr
berechnet. Auch diese Druckdifferenz dpr und dieser
Druckgradient grddpr sind in den Fig. 3a und 3b
dargestellt.
Nunmehr wird in einem Block 25 von dem Steuergerät 16
überprüft, ob der Betrag der Druckdifferenz dpr einen
Schwellwert S1 übersteigt. Ist dies nicht der Fall, so wird
darauf geschlossen, daß das Drucksteuerventil 4 nicht
defekt ist.
Es wird dann in einem nachfolgenden Block 26 das
Tastverhältnis TV um ein Inkrement, beispielsweise um 1%
erhöht. Danach überprüft das Steuergerät 16 in einem Block
27, ob das Tastverhältnis TV einen zweiten Wert TV2 von
beispielsweise 45% erreicht hat. Ist dies nicht der Fall,
so wird das Diagnoseverfahren mit dem Block 21 und der
erneuten Messung des Drucks prist fortgesetzt. Ist der
zweite Wert TV2 des Tastverhältnisses TV erreicht, so wird
das Diagnoseverfahren beendet.
Der Fig. 3a liegt ein intaktes Drucksteuerventil 4
zugrunde. Damit ist z. B. für den Wert TV1 des
Tastverhältnisses TV die Druckdifferenz dpr zwischen dem
gemessenen Druck prist und dem modellierten Druck prbk
relativ klein. In jedem Fall ist der Betrag der
Druckdifferenz dpr kleiner als der Schwellwert 51. Dies hat
zur Folge, daß das Diagnoseverfahren der Fig. 2 die Blöcke
21 bis 27 nacheinander durchläuft.
Wird daraufhin das Tastverhältnis TV inkrementiert, so
ändert sich an der vorstehenden Druckdifferenz dpr nichts
Wesentliches. Weiterhin bleibt der Betrag der
Druckdifferenz dpr kleiner als der Schwellwert 51 und es
werden weiterhin die Blöcke 21 bis 27 durchlaufen. Dies
wird so lange wiederholt, bis der Wert TV2 des
Tastverhältnisses TV erreicht wird.
In der Fig. 3a ergibt dies einen linear ansteigenden
gemessenen Druck prist und einen linear ansteigenden
modellierten Druck prbk. Aufgrund der Berücksichtung der
aktuellen Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine ist die
Steigung des modellierten Drucks prbk etwa gleich der
Steigung des gemessenen Drucks prist. Damit bleibt die
Druckdifferenz dpr relativ klein. In jedem Fall bleibt die
Druckdifferenz dpr bei dem intakten Drucksteuerventil 4 der
Fig. 3a immer kleiner als der Schwellwert S1.
Damit kann von dem Steuergerät 16 mit Hilfe des Verfahrens
der Fig. 2 bei der Fig. 3a korrekterweise auf ein
intaktes Drucksteuerventil 4 geschlossen werden.
Übersteigt bei einer der Wiederholungen des Druchlaufs
durch die Blöcke 21 bis 27 der Betrag der Druckdifferenz
dpr den Schwellwert S1, so wird dies im Block 25 von dem
Steuergerät 16 festgestellt. Das Verfahren der Fig. 2 wird
dann mit einem Block 28 fortgesetzt, mit dem eine
Beobachtungszeitdauer Z gestartet wird.
In einem nachfolgenden Block 29 wird von dem Steuergerät 16
überprüft, ob der Betrag des Druckgradienten grddpr einen
Schwellwert S2 überschreitet. Ist dies der Fall, so wird
von dem Steuergerät 16 auf einen Fehler des
Drucksteuerventils 4 geschlossen und das Diagnoseverfahren
der Fig. 2 ist beendet.
Dieser Fall des defekten Drucksteuerventils 4 ist in der
Fig. 3b dargestellt. Dort weist der Verlauf des gemessenen
Drucks prist in dem Druckspeicher 2 einen wesentlichen
Einbruch auf, der mit dem Bezugszeichen 40 gekennzeichnet
ist. Dieser Einbruch kann zum Beispiel aus einem Klemmen
des Drucksteuerventils 4 aufgrund einer Verschmutzung
resultieren. Der Einbruch 40 hat zur Folge, daß auch die
Druckdifferenz dpr einen relativ großen Ausschlag aufweist,
der mit dem Bezugszeichen 41 gekennzeichnet ist.
Entsprechendes gilt für den Druckgradienten grddpr, der
ebenfalls einen relativ großen Ausschlag 42 aufweist.
Der Betrag der Druckdifferenz dpr ist in dem Bereich des
Ausschlags 41 größer als der Schwellwert S1. Damit wird der
Block 28 des Verfahrens der Fig. 2 erreicht. Der Betrag
des Druckgradienten ist in dem Bereich des Ausschlags 42
ebenfalls größer als der Schwellwert S2. Damit wird von dem
Block 29 der Fig. 2 erkannt, daß das Drucksteuerventil 4
defekt ist.
Ist nun der Betrag der Druckdifferenz dpr größer als der
Schwellwert S1, der Betrag des Druckgradienten grddpr
jedoch kleiner als der Schwellwert S2, so wird in einem
Block 30 die Beobachtungszeitdauer Z erhöht, z. B.
inkrementiert. In einem nachfolgenden Block 31 wird von dem
Steuergerät 16 geprüft, ob die Beobachtungszeitdauer Z
einen Maximalwert ZM erreicht hat.
Ist dies der Fall, so wird das Verfahren der Fig. 2 mit
dem Block 26 und damit letztlich mit den Wiederholungen der
Blöcke 21 bis 27 fortgesetzt. Dieser Fall kann eintreten,
wenn bei einem intakten Drucksteuerventil 4 durch nicht
nachvollziehbare Gründe der Betrag der Druckdifferenz dpr
den Schwellwert S1 überschritten hat und damit zumindest
der Anschein eines defekten Drucksteuerventils 4 erzeugt
worden ist. Durch den Block 29 wird dann geprüft, ob
tatsächlich ein Fehler des Drucksteuerventils 4 vorliegt.
Ist dies bis zum Ablauf des Maximalwerts ZM der
Beobachtungszeitdauer Z nicht der Fall, so wird wieder zu
der eingangs beschriebenen Prüfung des Drucksteuerventils 4
mit Hilfe des Blocks 25 zurückgekehrt.
Wird in dem Block 31 der Fig. 2 von dem Steuergerät 16
festgestellt, daß der Maximalwert ZM noch nicht erreicht
ist, so wird in einem Block 32 das Tastverhältnis erhöht,
z. B. um 1% inkrementiert. Danach wird in einem Block 33
überprüft, ob der zweite Wert TV2 des Tastverhältnisses TV
erreicht ist. Ist dies der Fall, so ist das Verfahren der
Fig. 2 beendet. Die Blöcke 32 und 33 entsprechen insoweit
den Blöcken 26 und 27.
Ist der zweite Wert TV2 des Tastverhältnisses TV noch nicht
erreicht, so werden nacheinander in dem Block 34 der
aktuelle Druck prist in dem Druckspeicher 2 mit Hilfe des
Drucksensors 3 gemessen, der modellierte Druck prbk in
Abhängigkeit von den aktuellen Betriebsgrößen der
Brennkraftmaschine ermittelt, und die Druckdifferenz dpr
und der Druckgradient grddpr errechnet. Der Block 34 stellt
insoweit eine Zusammenfassung der Blöcke 21, 22, 23, 24
dar.
Nach dem Block 34 wird das Verfahren der Fig. 2 mit dem
Block 29 und damit mit dem Vergleich des Betrags des
Druckgradienten grddpr mit dem Schwellwert S2 fortgesetzt.
Die Blöcke 29 bis 34 werden dann solange wiederholt, bis
entweder ein Fehler des Drucksteuerventils 4 von dem
Steuergerät 16 erkannt wird, oder der Maximalwert ZM der
Beobachtungszeitdauer Z erreicht wird oder der zweite Wert
TV2 des Tastverhältnisses TV erreicht wird.
Insgesamt wird damit mit dem Diagnoseverfahren der Fig. 2
genau dann ein Fehler des Drucksteuerventils 4 erkannt,
wenn der Betrag der Druckdifferenz dpr und der Betrag des
Druckgradienten grddpr jeweils zugehörige Schwellwerte S1,
S2 überschreiten. Wird einer der Schwellwerte S1, S2 nicht
überschritten, so wird von dem Steuergerät 16 auf die
Funktionsfähigkeit des Drucksteuerventils 4 geschlossen.
Claims (13)
1. Verfahren zum Betreiben eines
Kraftstoffversorgungssystems (1) für eine
Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs, bei
dem Kraftstoff von einer Pumpe (6, 10) in einen
Druckspeicher (2) gepumpt wird, bei dem der Druck (prist)
in dem Druckspeicher (2) gemessen wird, und bei dem der
Druck (prist) in dem Druckspeicher (2) durch die
Ansteuerung eines Drucksteuerventils (4) veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Drucksteuerventil (2)
derart angesteuert wird, daß sich ein erwarteter Druck
(prbk) in dem Druckspeicher (2) ergeben müßte, und daß aus
dem erwarteten Druck (prbk) und aus dem gemessenen Druck
(prist) auf die Funktionsfähigkeit des Drucksteuerventils
(4) geschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der erwartete Druck (prbk) und der gemessene Druck (prist)
miteinander verglichen werden, und daß das
Drucksteuerventil (4) als defekt erkannt wird, wenn der
gemessene Druck (prist) wesentlich von dem erwarteten Wert
(prbk) abweicht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein erwarteter Druckgradient aus dem erwarteten Druck
ermittelt wird, daß ein gemessener Druckgradient aus dem
gemessenen Druck ermittelt wird, daß der erwartete
Druckgradient mit dem gemessenen Druckgradienten verglichen
wird, und daß das Drucksteuerventil (4) als defekt erkannt
wird, wenn der gemessene Druckgradient wesentlich von dem
erwarteten Druckgradienten abweicht.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Drucksteuerventil (4) in einer linearen Weise geöffnet
oder geschlossen wird, und daß der erwartete Druckgradient
etwa konstant ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der erwartete Druck (prbk) in Abhängigkeit von
Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine, insbesondere in
Abhängigkeit von der Drehzahl der Brennkraftmaschine
ermittelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
aus dem erwarteten Druck (prbk) und dem gemessenen Druck
(prist) eine Druckdifferenz (dpr) ermittelt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
aus der Druckdifferenz (dpr) ein Druckgradient (grddpr)
ermittelt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 und/oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckdifferenz (dpr) und/oder der
Druckgradient (grddpr) mit einem Schwellwert (S1, S2)
verglichen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
das Drucksteuerventil (4) als defekt erkannt wird, wenn die
Druckdifferenz (dpr) und/oder der Druckgradient (grddpr)
den Schwellwert (S1, S2) übersteigt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Drucksteuerventil (4) in einer
linearen Weise geöffnet oder geschlossen wird, und daß die
Druckdifferenz (dpr) und/oder der Druckgradient (grddpr)
etwa konstant sind.
11. Elektrisches Steuerelement, insbesondere Flash-Memory
oder Read-Only-Memory, für ein Steuergerät (16) einer
Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs, auf
dem ein Programm abgespeichert ist, das auf einem
Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor,
ablauffähig und zur Ausführung eines Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 10 geeignet ist.
12. Steuergerät (16) für ein Kraftstoffversorgungssystem
(1) einer Brennkraftmaschine insbesondere eines
Kraftfahrzeugs, wobei bei dem Kraftstoffversogungssystem
(1) Kraftstoff von einer Pumpe (6, 10) in einen
Druckspeicher (2) gepumpt werden kann, der Druck (prist) in
dem Druckspeicher (2) meßbar ist, und der Druck (prist) in
dem Druckspeicher (2) derart ansteuerbar ist, daß sich ein
erwarteter Druck (prbk) in dem Druckspeicher (2) ergeben
müßte, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Steuergerät
(16) das Drucksteuerventil (2) auf einen vorgegebenen Wert
(TV1 bis TV2) steuerbar ist, daß durch das Steuergerät (16)
ein erwarteter Druck (prbk) in dem Druckspeicher (2)
ermittelbar ist, und daß durch das Steuergerät (16) aus dem
erwarteten Druck (prbk) und aus dem gemessenen Druck
(prist) auf die Funktionsfähigkeit des Drucksteuerventils
(4) geschlossen werden kann.
13. Kraftstoffversorgungssystem (1) für eine
Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs, bei
dem Kraftstoff von einer Pumpe (6, 10) in einen
Druckspeicher (2) gepumpt werden kann, bei dem der Druck
(prist) in dem Druckspeicher (2) meßbar ist, und bei dem
der Druck (prist) in dem Druckspeicher (2) derart
ansteuerbar ist, daß sich ein erwarteter Druck (prbk) in
dem Druckspeicher (2) ergeben müßte, sowie mit einem
Steuergerät, dadurch gekennzeichnet, daß durch das
Steuergerät (16) das Drucksteuerventil (2) auf einen
vorgegebenen Wert (TV1 bis TV2) steuerbar ist, daß durch
das Steuergerät (16) ein erwarteter Druck (prbk) in dem
Druckspeicher (2) ermittelbar ist, und daß durch das
Steuergerät (16) aus dem erwarteten Druck (prbk) und aus
dem gemessenen Druck (prist) auf die Funktionsfähigkeit des
Drucksteuerventils (4) geschlossen werden kann.
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| DE2000120627 DE10020627A1 (de) | 2000-04-27 | 2000-04-27 | Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffversorgungssystems für eine Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs |
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