DE10019707A1 - Sensordraht-Schutzbeschaltung für Hochspannungskabel - Google Patents
Sensordraht-Schutzbeschaltung für HochspannungskabelInfo
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Abstract
Bei einer Sensordraht-Schutzbeschaltung für Hochspannungskabel ist die Sensorader (L¶S¶) am Kabelanfang und/oder Kabelende mit einem verzögerungsfrei ansprechenden Kurzschlussschalter (12 bis 15) verbunden, der einen voll elektronisch wirkenden Schutz sowohl für das Kabel gegen Isolationsdurchschlag der mitgeführten Sensorader als auch für das angeschlossene Sensordraht-Messsystem gegen Überspannungen bildet, die aus kurzen Transientenspannungsspitzen oder länger anstehender Überspannungen aufgrund von Kurzschlussströmen des Kabelsystems resultieren.
Description
Koaxiale Hochspannungskabel werden zunehmend als VPE- bzw. als HV-XLPE-
Kabel ausgeführt (Polyethen oder Polyethylen isolierte Kabel).
Beschädigungen der Kabel im Mantelbereich führen insb. bei Einwirkung von
Wasser zu sogenannten "water trees", die bei der hohen elektrischen Feldstärke
der Kabel zu einer verminderten Durchschlagsfestigkeit und somit zu einer ver
kürzten Lebensdauer führen. Um Gefahren, die aus der Undichtigkeit des
Kabelmantels resultieren, frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen, bevor es zu
einem großen Schaden kommt, sind Verfahren bekannt, die einen Sensordraht
im Bereich der metallischen Bewehrung des Kabelmantels nutzen, um Wasser
eintritt zu erkennen. Der Sensordraht ist im trockenen Zustand vollkommen iso
liert von der metallischen Bewehrung geführt, die die Abschirmung des Kabels
darstellt. Durch Gewebeisolation oder sonstige durchlässige oder perforierte Iso
lationen des Sensordrahtes ist bei Befeuchtung mit eindringendem Wasser ein
niedriger Übergangswiderstand zur geerdeten Abschirmung des Kabelmantels
gegeben.
Fehlerort-Verfahren nutzen den Effekt des einnässenden Sensordrahtes zur De
tektion des Wassers und zur Berechnung des Fehlerortes aus den Messdaten
des Sensordrahtes. Durch Isolationsmessung des Sensordrahtes zum geerdeten
Kabelschirm bzw. direkt zur Erde kann eine Einnässung des Sensordrahtes so
fort erkannt werden. Ist der mitgeführte Sensordraht eines Kabels von beiden
Kabelenden aus zugänglich, bzw. das Sensorende durch eine leitende Verbin
dung zum Anfang zurückgeführt, so kann bei einem Fehler bei beidseitiger Spei
sung durch Spannungs- oder Stromaufteilung am Sensordraht prinzipiell auch
der Fehlerort ermittelt werden.
Bei mehrphasigen Kabelsystemen gemäß Fig. 1 ist durch eine Verknüpfung der
Sensordrähte A an den Kabelenden mit Brücken B immer eine beidseitige
Einspeisung in Form von Schleifenbildungen über eine Ankoppeleinheit C mit
einer entsprechenden Spannungs- oder Stromeinspeisung mit Messsignalabgriff
möglich, so dass sich ein über eine Zuleitung D angeschlossenes Sensordraht-
Mantelüberwachungssystem zur Überwachung von VPE-Hochspannungskabeln
anbietet.
Da es sich um Hochspannungskabel handelt, stellt sich die Forderung, dass
einerseits die Messtechnik und andererseits das Hochspannungskabel selbst
durch induzierte Spannungen und Ströme im Sensordraht nicht gefährdet wird.
Die erfinderische Aufgabe besteht somit darin, ein Hochspannungskabelsystem
durch Beschaltungsmaßnahmen so zu schützen, dass einerseits das Kabel- und
Messsystem vor gefährlichen Überspannungen oder Kurzschlussströmen ge
schützt ist und andererseits die Schutzmassnahmen so auszuführen, dass die
Messfunktion dadurch nicht beeinträchtigt wird. Eine Beeinträchtigung der
Messfunktion wäre z. B. gegeben, wenn durch Schutzbeschaltung der Isolations
widerstand des Sensordrahtes gegen Erde im trockenen Zustand bereits so
niederohmig ist, dass ein auftretender Erdfehler nicht mehr erkannt bzw. erst bei
extremer Niederohmigkeit sehr spät erkannt würde.
Die nachfolgend beschriebene Sensordraht-Schutzbeschaltung gemäß Fig. 2
und 3 für Hochspannungskabel ist so ausgelegt, dass bei zulässiger höchster
Nennstrombelastung des Kabelsystems maximal zugelassene Spannungen im
ungeschützten Sensordraht auftreten, die das Kabel nicht gefährden. Die
Schutzbeschaltung soll so wirken, dass beim normalen Nennstrombetrieb des
Kabelsystems die Sensordrähte hochohmig gegen Erde isolierend mit dem konti
nuierlich arbeitenden Messsystem verbunden sind. Bei Störungen des Kabel
systems, z. B. durch induktive Schalttransienten, Kurzschlussströme oder Blitz
schlag, können auch in den Sensordrähten hohe Spannungen auftreten, was
jedoch durch eine schnelle Reaktion der Schutzbeschaltung verhindert werden
muss. Überspannungsstörungen im Kabelsystem, die es zu beseitigen gilt, wer
den hier in zwei Kategorien betrachtet:
- a) Hochfrequente Transientenstörungen im ns- und µs-Bereich
- b) Niederfrequente Überspannungen im ms- bis s-Bereich.
Hochfrequente Transientenstörungen werden nachfolgend mit speziellen, sehr
schnellen bidirektionalen Halbleiterdioden, wie z. B. Transil- 2 oder Trisildioden 4
die wie Z-Dioden ab einer definierten Zündspannung niederohmig werden, un
schädlich gemacht. Diese Störungen sind so kurz, dass sie vom Messsystem,
dass die Messsignale filtert, nicht registriert werden.
Bei niederfrequenten, also längeren Überspannungsstörungen, werden die Sen
sordrähte sowohl am Kabelanfang als auch am Kabelende zum Schutz des
Kabels und des Messsystems durch die Schutzbeschaltung massiv geerdet. Der
am Kabelanfang und Kabelende geerdete Sensordraht verhält sich dann genau
so wie die Abschirmdrähte der VPE-Hochspannungskabel, die am Kabelanfang
und Kabelende (Pkt. ) ständig geerdet sind.
Wird das Kabel ersatzweise als Transformator gesehen, bei dem dertaststrom
führende Innenleiter die Primärwicklung und die Schirmdrähte in Parallelschal
tung die Sekundärwicklung bilden, wobei die Senkundärwicklung durch massive
beidseitige Erdung kurzgeschlossen ist, so wird zwar die Spannung zu Null, dafür
jedoch ein Strom getrieben, der einige 100 A betragen kann. Der Sensordraht
verhält sich transformatorisch gesehen ebenso. Bei Nennstrombetrieb steht eine
zulässige Spannung am isolierten Sensordraht, die bei Kurzschlussströmen des
Kabels bis zur Abschaltung auf den 100-fachen Wert steigen kann (z. B. von 80 V
auf 8000 V). Durch mangelnde Isolationsfestigkeit des Sensordrahtes zu den
geerdeten Schirmdrähten kann die Isolation bei derart hohen Spannungen
durchschlagen und der Sensordraht unbrauchbar werden. Ein angeschlossenes
Messsystem wäre ebenfalls gefährdet, da die Tiefpass-Spannungsteiler aus
Widerständen und Kondensatoren in Verbindung mit der Transientenbeschaltung
des Messsystems Fig. 1 nicht für länger anstehende Überspannung geeignet ist.
Für die beschriebene Sensordraht-Schutzbeschaltung besteht also die Aufgabe,
bei Überschreiten der vorgegebenen zulässigen Nennspannung den Sensordraht
am Kabelanfang und Kabelende extrem niederohmig zu erden und ggf. Wechsel
ströme von etwa 100 bis 200 A für die Zeit bis zur Schnellabschaltung des
Kabels zu beherrschen. Das niederohmige Kurzschließen des Sensordrahtes
gegen Erde muss zudem so schnell gehen, dass dies auf die zusätzlich ange
ordnete Transientenschutzbeschaltung abgestimmt ist, d. h. der niederohmige
Kurzschluss des Sensordrahtes muss vollzogen sein, bevor der sofort wirkende
Transientenschutz der Elemente 1 und 2 thermisch überlastet und zerstört wird.
Mit Relaisschaltern ist die Aufgabe nicht zu erfüllen, da diese nicht schnell genug
schalten. Mit üblichen Thyristor- oder Triac-Halbleiterrelais mit Null-Spannungs
schalter ist die Aufgabe auch nicht zu erfüllen, da Halbleiterrelais zur Einschalt
störunterdrückung sogenannte Nullspannungsschalter verwenden, die nur im
stromlosen Nulldurchgang der Wechselspannung schalten, was z. B. bei 50-Hz-
Wechselspannungsnetzen bedeutet, dass alle 10 ms jeweils mit einer neuen
Halbwelle geschaltet wird, was ebenfalls zu langsam ist, da eine Kurzschluss
stromauslösung mitten in einer vorangehenden Halbwelle nach Passieren des
Nulldurchgangs bereits zur Zerstörung des Kabels und des Messsystems geführt
haben kann. Die nachfolgend beschriebene Schaltung gemäß Fig. 2 und 3 ist mit einer
spezifischen Zündschaltung in der Lage, auch beim verketteten Drehstromsystem mit
einem Dreifach-Sensor-Kabelsystem bei Auftreten eines Fehlers in einer Phase nach
ca. 300 µs alle Sensoradern des Kabelsystems simultan nur für die Dauer des Kurz
schlusses jede Sensorphase über Thyristorschalter 15 am Kabelanfang und Kabelende
zu erden, d. h. nach Kurzschlussende die Sensoradern ohne besondere Rückstellung
automatisch wieder zum Messen freizuschalten.
Transienten bis 300 µs werden über die Ableiter 1 und 2 auf ein Betriebsniveau von
100 V geklemmt und Überspannungen, die länger als 300 µs anstehen, aktiven über
eine Trigger-Niveau-Kontrollschaltung simultan alle Thyristorschalter 15. Da Kabelan
fang und Kabelende weit auseinanderliegen und mit keinerlei Steuerleitungen verbun
den sind, wird mit unabhängigen Schutzbeschaltungen, Fig. 2 am Kabelanfang und
Fig. 3 am Kabelende, gearbeitet, die jedoch quasi simultan auslösen. Die Sensordraht-
Schutzbeschaltung kann, je nach Anzahl der Phasen einfach, zweifach oder dreifach
ausgeführt werden. Im vorliegenden Beispiel für die gezeigte Sensordrahtschaltung
gemäß Fig. 1 ist am Kabelanfang eine Dreifach-Schutzbeschaltung gemäß Fig. 2 und
am Kabelende, da alle drei Sensoradern verbunden sind, eine Einfach-Schutzbeschal
tung gemäß Fig. 3 verwendet.
Bei Messverfahren, die auch am Kabelende eine Widerstandsbeschaltung aufweisen
(siehe DE 15 92 7972.7 und DE 195 44 391.8) ist ggf. je nach Hochohmigkeit der Wi
derstände auch am Kabelende eine Dreifach-Schutzbeschaltung erforderlich.
Im nicht gezündeten Normalbetrieb ist die Schutzbeschaltung im MΩ-Bereich
hochohmig, d. h. die Elemente, die in Fig. 2 und 3 mit LS1 bis LS3 verbunden sind,
belasten im gesperrten, nicht leitenden Zustand die Sensorader nicht, so dass die
Schutzbeschaltung bei allen bekannten Sensordraht-Mantelortungsverfahren für
Hochspannungskabel einsetzbar ist. Die maximal zulässige Betriebsspannung
eines Sensordrahtes LS, beim Dreifachkabelsystem LS1 bis LS3, wird kontrolliert
durch die gewählte Zündspannung der Transildioden 1, die in Serie mit den
Brückenschaltungen 3 gegen Erde geschaltet sind. Die Trisildioden und Brücken
schaltungen sind bidirektional, also für beide Halbwellen der Wechselspannung
geeignet. Die Gleichrichterbrücken 3 sind für schnelle Transienten als Kurz
schluss anzusehen, da der gemeinsame Ladekondensator 4 für schnelle
Anstiegszeiten den Gleichspannungsausgang der Brücken 3 kurzschließt. Hat
eine der Transildioden 1 oder nacheinander mehrere einmal gezündet, so wird
diese wie ein Schalter, der geschlossen hat, niederohmig. Damit fließt Strom
über die Brücken 3 gegen Erde und begrenzt zunächst direkt die Sensordraht
wechselspannung. Die maximale Spannung ist durch die verwendete Trisildiode
und durch den Innenwiderstand der Brückenschaltung definiert und sollte die
Zündspannung der Trisildiode nicht wesentlich übersteigen. Da beim Stromfluss
durch die Trisildioden 1 und damit in die Gleichrichterbrückenschaltungen 3 der
Ladekondensator 4 mit Gleichstrom geladen wird, werden die Brückenschal
tungen mit steigender Spannung U am Ladekondensator immer hochohmiger,
d. h. auch die Spannung über den Wechselspannungseingängen der Brücken
steigt. Damit die Wechselspannung an den Gleichrichterbrücken nicht unbe
grenzt steigen kann, sind die Wechselspannungseingänge mit Transildioden 2,
die die Funktion einer bidirektionalen Z-Diode haben, überbrückt, so dass die
Scheitelspannung der Wechselspannungshalbwellen an den Gleichrichter
brücken nicht größer werden können, als die gewählten Transildioden es mit ihrer
vorgegebenen Brennspannung zulassen. Durch diese Maßnahme sind die
Gleichrichterschaltungen, z. B. bei Verwendung von 1.5KE68CA-Schutzdioden,
auf einen vorgegebenen Spannungswert von 68 V begrenzt. Die Transildioden
sind als Stromshunt der Gleichrichterbrücken 3 zu sehen, d. h. Transienten- und
sonstige Überspannungsströme werden über die Schutzdioden 2 gegen Erde
abgeleitet, wobei der Spannungsabfall an der Transildiode 2 zur Speisung der
Gleichrichterbrücken dient. Haben die Trisildioden 1 gezündet (z. B. bei 100 V),
so bedeutet dies, dass die Brücken sofort nach Laden des Kondensators 4 mit
maximaler und konstanter Spannung von beispielhaft 68 Vpp betrieben werden.
Da die Brückenspannung begrenzt ist, ist auch die positive Gleichspannung am
Ladekondensator 4 auf einen etwa 1,5 V geringeren Wert begrenzt. Handelt es
sich in den Sensordrähten nur um kurze Transientenstörungen, die nicht dauer
haft anstehen, wird der Ladekondensator über den Widerstand 5 wieder entla
den. Dies ist erforderlich, damit sich die Spannung am Ladekondensator nicht
nach und nach von einzelnen Transientenstörungen immer weiter aufbaut.
Stehen Überspannungen länger als 100 µs an, wird die Ladespannung am Lade
kondensator 4 zur Einleitung der Zündung der Thyristorschalter 15 benutzt. Die
Spannung am Ladekondensator 4 wird über einen strombegrenzenden Wider
stand 6 und eine Diac-Trigger-Diode 7 der Zündelektrode eines Steuerthyristors
8 zugeführt, der in Serie mit den Steuereingängen aller Leistungsthyristoren 15
für deren simultane Auslösung zuständig ist. Die Diac-Trigger-Diode 7 ist erfor
derlich, damit bei steigender Ladespannung am Kondensator 4 der Thyristor 8
nicht sofort zündet, sondern erst dann, wenn die Ladespannung einen Wert er
reicht hat, der auch zur Ansteuerung aller Leistungsthyristoren 15 ausreicht. Wird
die Zündspannung der Diac-Trigger-Diode 7 überschritten, so schaltet diese
niederohmig durch und legt damit die Betriebsspannung des Ladekondensators 4
über den strombegrenzenden Widerstand 6 an die Zündelektrode des Thyristors
8, so dass dieser durchschaltet und damit den Gleichstrom-Serienkreis mit den
Leistungsthyristoren 15 über den Vorwiderstand 11 ebenfalls an die Betriebs
spannung U des Ladekondensators 4 legt. Mit Triggerung des Steuerthyristors 8
werden somit auch die Leistungsthyristoren 15 schlagartig niederohmig leitend
und legen die Sensordrähte LS1 bis LS3 auf Erdpotential. Durch die Serienschal
tung der Steuereingänge der Leistungstyristorschalter 15 ist sichergestellt, dass
alle Thyristorschalter simultan auslösen und dass ein relativ großer Steuerstrom
für die niederohmigen Optokoppler nur 1fach anstatt 3fach aufgebracht werden
muss, was wiederum für die Steuerelektronik, die ohne Hilfsenergie arbeitet,
wichtig ist. Die höhere Steuerspannung aufgrund der Serienschaltung der
Optokoppler spielt dabei keine Rolle, da die Ladespannung am Kondensator 4
auch für 3 Optokoppler groß genug ist. Damit die gemeinsame Steuerspannung
an den Eingängen der Thyristorschalter 15 aufgrund der Serienschaltung sich
auch gleichmäßig verteilt, d. h. das garantiert ist, dass an allen Thyristor
schaltereingängen auch bei evtl. ungleichen Eingangswiderständen die gleiche
Spannung steht, sind die Steuereingänge der Thyristorschalter 15 mit
gleichgroßen Z-Dioden 12, 13 und 14 beschaltet, die die einzelnen Steuer
spannungen der Thyristorschalter im Zusammenwirken mit dem Vorwiderstand
11 konstant halten und somit für eine simultane Auslösung der Leistungs
thyristorschalter sorgen, wodurch die Sensordrähte sofort auf Erde geschaltet
werden.
Durch das Kurzschließen der Sensordrähte gegen Erde wird auch eine evtl. ge
fährlich hohe Spannung im Sensordraht kurzgeschlossen, so dass damit auch
der erste Transientenschutz mit den vorgenannten Elementen 1 und 2, der sofort
wirksam wurde, wieder entlastet wird.
Kabelanfang und Kabelende sind mit getrennten Schutzschaltungen beschaltet.
Die Schutzschaltungen kontrollieren einen Spannungsanstieg bezogen auf Erd
potential. Spricht z. B. die Schutzbeschaltung am Kabelende zuerst an, so wird
das Sensordraht-Transformatorsystem am Kabelende auf Erde geschaltet, wo
durch die Spannung am Kabelanfang gegen Erde bezogen steigt und somit
schlagartig auch die Schutzbeschaltung am Kabelanfang auslöst, d. h. es ist
immer garantiert, dass die Schutzbeschaltungen am Kabelanfang und Kabelende
quasi gleichzeitig auslösen. Durch das Auslösen der Schutzbeschaltungen am
Anfang und Ende der Kabel werden die Spannungen in den Sensordrähten kurz
geschlossen, womit sich die Steuerspannung der Schutzschaltungen selbst die
Energiezufuhr abgräbt. Da die bidirektionalen Thyristorschalter 15 gemäß Thy
ristorfunktion zur Auslösung nur einen Triggerpuls benötigen, der über den
Steuerthyristor 8 ausgelöst wird, bleiben die Thyristorschalter nach der Aus
lösung für die gesamte anstehende Wechselstromhalbwelle leitend und gehen im
Nulldurchgang der Wechselspannung wieder in den Sperrzustand. Die nächste
Halbwelle wird über die steigende Spannung in den nun freigeschalteten Sensor
drähten mit Hilfe der Zündelektronik der Schutzbeschaltung erneut gezündet,
sofern die zulässige Betriebsspannung wieder überschritten wird. Die Schutzbe
schaltung sorgt also dafür, dass mit jeder Wechselspannungshalbwelle solange
jeweils neu gezündet wird, bis in keiner Phase mehr eine Überspannung re
gistriert wird. Damit ist sichergestellt, dass die Schutzbeschaltung nur solange
aktiv ist, wie Transienten oder Überspannung durch Kurzschlussströme gegeben
sind und das Kabelsystem permanent auf das Messsystem geschaltet sein kann,
so dass kurze Störungen aufgrund einer Messsignalfilterung überhaupt nicht be
merkt werden.
Claims (7)
1. Sensordraht Schutzbeschaltung für Hochspannungskabel, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Sensorader (LS) am Kabelanfang und/oder Kabelende mit einem verzö
gerungsfrei ansprechenden Kurzschlussschalter (12 bis 15) verbunden ist, der einen voll
elektronisch wirkenden Schutz sowohl für das Kabel gegen Isolationsdurchschlag der mit
geführten Sensorader als auch für das angeschlossene Sensordraht-Messsystem gegen
Überspannungen, resultierend aus kurzen Transientenspannungsspitzen oder länger an
stehender Überspannungen aufgrund von Kurzschlussströmen des Kabelsystems, bildet.
2. Sensordraht-Schutzbeschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Kurzschlussschalter (12 bis 15) derart ausgebildet ist, dass er den hochohmig
isolierten Sensordraht nur im Fehlerfall für die Dauer der Überspannungsstörungen nieder
ohmig gegen Erde kurzschließt und keiner besonderen Rückstellung bedarf.
3. Sensordraht-Schutzbeschaltung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet
durch eine aktive elektronische Zündschaltung, die über Opto-Koppler die gesamte erfor
derliche Steuerenergie aus der Störwechselspannung des Sensordrahtes bzw. der Sen
sordrähte (LS) gewinnt und ohne separate Versorgungsgleichspannung der Steuerelektro
nik auskommt.
4. Sensordraht-Schutzbeschaltung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass am Kabelanfang und Kabelende jeweils getrennte Schutzbeschal
tungen angeordnet sind, die ohne separate Steuerleitungen zur quasi-simultanen Aktivie
rung zusammenwirken, so dass der Sensordraht am Kabelanfang und Kabelende gegen
Erde kurzgeschlossen wird und sich bei Überspannung wie die ebenfalls am Kabelanfang
und -ende geerdeten Abschirmdrähte des Kabels verhält.
5. Sensordraht-Schutzbeschaltung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass eine Schutzschaltung (1 bis 5) für schnelle Transientenstörungen im
ns- und µs-Bereich mit einer Hochleistungsschutzschaltung (6 bis 15) für langanstehende
Überspannungen im ms- und s-Bereich im Sinne eines gestaffelten Schutzes gekoppelt ist,
um bei Kurzschlussströmen des Kabelsystems die schnelle Transientenschutzbeschaltung
bis zur Schnellabschaltung durch das Kraftwerk vor thermischer Dauerbelastung zu schüt
zen.
6. Sensordraht-Schutzbeschaltung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, dass die die Sensordrähte belastende Impedanz der Schutzschaltung im Ruhe
zustand im MΩ-Bereich liegt.
7. Sensordraht-Schutzbeschaltung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass bei Mehrfach-Kabelsystemen die Opto-Koppler der Sensordraht-Schaltthyristoren in
serieller Ansteuerung mit nur einer Zündschaltung simultan auslösbar sind.
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|---|---|
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2001
- 2001-04-19 IT IT2001MI000828A patent/ITMI20010828A1/it unknown
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| ITMI20010828A1 (it) | 2002-10-19 |
| ITMI20010828A0 (it) | 2001-04-19 |
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