DE10018175A1 - Schaltungsanordnung zum Betrieb eines hochdynamischen elektromagnetischen Hubanker-Aktors - Google Patents
Schaltungsanordnung zum Betrieb eines hochdynamischen elektromagnetischen Hubanker-AktorsInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Betrieb eines hochdynamischen elektromagnetischen Hubanker-Aktors für ein Gaswechsel-Ventil eines Verbrennungsmotors mit zumindest einer Spule, die einen Anker des elektromagnetischen Aktors bei deren Bestromung anzieht. DOLLAR A Zur Realisierung einer exakteren Schaltweise und genauerer Steuerkanten bei einem hochdynamischen elektromagnetischen Aktor wird vorgeschlagen, die Spule derart über zumindest zwei Schaltelemente (T3-T8) mit zumindest einer Versorgungsspannungsquelle (+U, -U) zu verbinden, dass Strom in beiden Richtungen durch die Spule (W, W') geleitet werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Betrieb eines hochdynami
schen elektromagnetischen Hubanker-Aktors gemäß dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Ein Anwendungsbereich für einen hochdynamischen elektromagnetischen Huban
ker-Aktors ist der elektromagnetisch betätigte Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine.
Dabei werden Gaswechsel-Hubventile von solchen Aktoren oszillierend geöffnet
und geschlossen. Durch die Möglichkeit, die Zeitpunkte für das Öffnen und Schlie
ßen völlig frei zu wählen, können die Ventilsteuerzeiten der Brennkraftmaschine
optimal an einen Betriebszustand angepaßt werden.
Bei dem elektromagnetischen Hubanker-Aktor ist ein Anker zwischen zwei Elektro
magneten angeordnet und wird durch eine entsprechende Bestromung der zugehö
rigen Elektromagnet-Spulen zwischen den Positionen "Hubventil offen" und
"Hubventil geschlossen" hin und her bewegt. Das aus dem Hubanker-Aktor und den
Federn bestehende System stellt dabei ein Feder-Masse-Schwingungssystem dar.
Herkömmlicherweise werden bei der Ansteuerung dieser Spulen Halbbrücken-
Schaltungen verwendet. Eine Ausführungsform einer solchen Halbbrücken-
Schaltung ist in Fig. 3 dargestellt. Dabei ist eine Spule W an ihren beiden Enden
über Transistoren T1 und T2 mit jeweils einem Pol einer Versorgungsspannungs
quelle verbunden. Bei einem Durchschalten der beiden Transistoren T1 und T2 wird
die Spule W mit Strom in einer bestimmten Richtung (vgl. Pfeil in Fig. 3) beauf
schlagt. Die zwei Dioden D1 und D2 bilden einen sogenannten Freilaufzweig, über
den der Strom selbständig kommutiert, sobald die Transistoren T1 und T2 abge
schalten werden. Der Strom ließt jedoch in jedem Fall nur in einer Richtung durch
die Spule.
Nachteilig wird das Ablösen des Ankers vom Blechpaket des Magneten durch Wir
belströme und Remanenzflüsse im Magnetmaterial beeinflußt. Diese Effekte führen
dazu, dass zum Teil starke Streuungen in der Ablösezeit auftreten. Dieser Effekt ist
in Fig. 4 dargestellt. Darin ist zu erkennen, dass sich die Flugbahn des Ankers nach
dem Abschalten des Stroms unterschiedlich entwickeln kann. Jede der drei in Fig. 4
dargestellten Kurven stellt ein mögliches Bewegungsverhalten dar. Diese Streuung
führt dazu, dass Steuerkanten nicht exakt eingehalten werden können, was zu ne
gativen Einflüssen in der Motorleistung und im Motormoment bzw. zu einer Ver
brauchserhöhung und einer Reduzierung des Wirkungsgrades führt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schaltungsanordnung anzugeben,
mit der die obigen Nachteile verhindert werden können.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Demgemäß ist es ein wesentlicher Gedanke der vorliegenden Erfindung, dass die
bzw. jede Spule eines elektromagnetischen Aktors über zumindest zwei Schaltele
mente mit zumindest einer Versorgungsspannungsquelle verbunden ist, und zwar
derart, dass Strom in beiden Richtungen durch die Spule geleitet werden kann.
Als Schaftelemente eignen sich in besonderer Weise Transistoren.
In einer Ausführungsform wird eine Vollbrückenschaltung verwendet, bei der die
Spule an jedem Ende jeweils über ein Schaltelement mit der Versorgungsspan
nungsquelle und über ein anderes Schaltelement mit Masse verbunden ist. Durch
entsprechendes Schalten der Schaltelemente kann der Strom in der Spule umge
kehrt werden. Damit ist es beispielsweise möglich, beim Abschalten der Spule einen
kurzen Stromimpuls in die Gegenrichtung aufzubauen, so dass die Remanenzfeld
stärke auf Null gebracht werden kann. Ebenso kann ein kurzer Stromimpuls in Ge
genrichtung für einen schnellen Abbau der Wirbelströme sorgen, die ansonsten
langsam ausklingen würden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird eine Art Halbbrückenschaltung mit
zwei Versorgungsspannungsquellen, nämlich +U und -U, verwendet, und über die
Schaltelemente kann die Spule wahlweise mit einer Spannungsquelle verbunden
werden. Auch so kann der Stromfluß durch die Spule umgekehrt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele und mit Bezug
auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 ein Schaltbild einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Schaltanordnung,
Fig. 2 zwei Diagramme, aus denen das Ablöseverhalten eines mit der erfin
dungsgemäßen Schaltungsanordnung betriebenen Aktors erkennbar ist,
Fig. 3 ein Schaltbild einer herkömmlichen Schaltungsanordnung,
Fig. 4 zwei Diagramme, aus denen das Ablöseverhalten eines mit der in Fig. 3
gezeigten Schaltungsanordnung betriebenen Aktors erkennbar ist und
Fig. 5 ein Schaltbild einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemä
ßen Schaltungsanordnung.
Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist eine Spule W eines elektromagnetischen
Aktors dargestellt. Ein Ende der Spule W ist über einen Transistor T3 mit der Ver
sorgungsspannung U und über einen Transistor T4 mit Masse verbunden. Das an
dere Ende der Spule W ist über einen Transistor T5 ebenfalls mit der Versorgungs
spannung U und über einen Transistor T6 wiederum mit Masse verbunden.
Ferner sind jedem Transistor T3 bis T4 jeweils Dioden D3 bis D6 parallgeschaltet,
deren Wirkungsweise später erläutert wird.
Werden die beiden Transistoren T3 und T6 gleichzeitig durchgeschalten, so kann
ein Strom durch die Spule W geschickt werden, wie dies auch bei der herkömmli
chen Schaltungsanordnung gemäß Fig. 3 möglich war. Die Transistoren T4 und T5
sind dabei gesperrt.
Beim Abschalten der Transistoren T3 und T6 kommt es dann zum Aufbau einer
Induktionsspannung, welche versucht, den Strom durch die Spule aufrechtzuerhal
ten. Damit keine Beschädigung der vorhandenen Transistoren auftritt, sind die Di
oden D4 und D5 vorgesehen, welche als Freilaufschaltung dienen.
Werden nach dem Sperren der Transistoren T3 und T6 dann die Transistoren T4
und T5 durchgeschalten, so kann die Spule W in anderer Richtung bestromt wer
den.
Die Dioden D3 und D6 dienen dann als Freilaufschaltung, wenn die Transistoren T4
und T5 wiederum gesperrt werden.
Insgesamt ist es mit der in Fig. 1 dargestellten Schaltung möglich, die Spule strom
flussmäßig in beiden Richtungen zu betreiben. Damit kann man nach einem Ab
schalten der Spule durch kurzzeitige Bestromung in die andere Richtung beispiels
weise eine geringe magnetische Feldstärke und einen entsprechenden Fluß erzeu
gen, der zum Abbau der Wirbelströme bzw. der Remanenzfeldstärke beiträgt. Das
daraus resultierende Ergebnis ist in Fig. 2 näher dargestellt. Gemäß dem Strom-
Zeit-Diagramm (Strom-t-Diagramm) wird der Strom zu einem Zeitpunkt abgeschal
ten und fällt zunächst auf Null. Hat er dann den Wert Null erreicht, wird kurzzeitig
ein Strom in der anderen Richtung durch die Spule W geschickt, was durch einen
negativen Ausschlag im Strom-Zeit-Diagramm der Fig. 2 zu erkennen ist. Aufgrund
dieser Maßnahme können die magnetischen Störeffekte so verringert werden, dass
der Zeitraum T2, in dem Streuungen in der Ablösezeit auftreten, gegenüber einer
herkömmlichen Schaltungsanordnung sehr klein gehalten werden (vgl. Dauer T2
gegenüber Dauer T1 aus Fig. 1).
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 5 dargestellt. Dort ist eine
Spule W' gezeigt, die an einem Ende mit Masse verbunden ist. Das andere Ende
der Spule W' ist über einen ersten Transistor T7 mit einer positiven Versorgungs
spannungsquelle (+U) und mit einem zweiten Transistor T8 mit einer negativen
Versorgungsspannungsquelle -U verbunden. Zudem sind den beiden Transistoren
T7 und T8 jeweils Dioden D7 bzw. D8 parallelgeschaltet, die wiederum als Freilauf
dioden dienen.
Wird nun der erste Transistor T7 durchgeschalten, so fließt ein Strom von +U über
die Spule W' zu Masse. Durch Sperren des Transitors T7 und Durchschalten des
Transistors T8 kann ein Stromfluß von Masse zu -U erreicht werden. Dabei ist der
Stromfluß in der Spule W' gegenüber dem vorherigen Stromfluß umgekehrt, so
dass sich auch mit dieser Schaltungsanordnung eine kurzzeitige Stromflußumkehr
zur Vermeidung oder Verminderung eines Remanenfluß- oder Wirbelstromeffektes
erreichen läßt.
Natürlich können auch anderen Schaltungsanordnungen verwendet werden, die
eine Umkehr des Stromflußes in der Spule des hochdynamischen Aktors erlauben
und damit zum Erreichen von genauen Steuerkanten für den Betrieb eines Ver
brennungsmotors mit elektromagnetische betriebenen Gaswechsel-Ventilen beitra
gen.
Durch die Realisierung eines erheblich exakteren Ablöseverhaltens kann der Motor
besser ausgenützt werden. Dies bedeutet insgesamt weniger Klopfneigung, mehr
Leistung und Drehmoment bzw. einen höheren Wirkungsgrad und eine Verbrauchs
reduzierung.
Claims (6)
1. Schaltungsanordnung zum Betrieb eines hochdynamischen elektromagneti
schen Hubanker-Aktors für ein Gaswechsel-Ventil eines Verbrennungsmo
tors mit zumindest eine Spule, die einen Anker des elektromagnetischen
Aktors bei deren Bestromung anzieht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spule derart über zumindest zwei Schaltelemente (T3-T8) mit zu
mindest einer Versorgungsspannungsquelle (+U, -U) verbunden ist, dass
Strom in beiden Richtungen durch die Spule (W, W') geleitet werden kann.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Schaltelemente Transistoren (T3-T8) verwendet sind.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vollbrückenschaltung mit vier Schaltelementen, insbesondere vier
Transistoren (T3-T6), vorgesehen ist, wobei die Spule (W) an jedem Ende
jeweils über ein Schaltelement (T3, T5) mit der Versorgungsspannungs
quelle (+U) und über ein anderes Schaltelement (T4, T6) mit Masse verbun
den ist.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Absicherung der Transistoren jeweils Dioden (D3-D6) parallelge
schaltet sind.
5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Ende der Spule (W') mit Masse und das andere Ende der Spule
über ein erstes Schaltelement (T7) mit einer positiven Versorgungsquelle
(+U) und über ein zweites Schaltelement (T8) mit einer negativen Versor
gungsquelle (-U) verbunden ist.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass beide Schaltelemente als Transistoren (T7, T8) ausgeführt sind, wel
che durch parallelgeschaltete Dioden (D7, D8) abgesichert sind.
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