DE10018012A1 - Druckfest gekapselte Funkenstreckenanordnung zum Ableiten von schädlichen Störgrößen durch Überspannungen - Google Patents
Druckfest gekapselte Funkenstreckenanordnung zum Ableiten von schädlichen Störgrößen durch ÜberspannungenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine druckfest gekapselte Funkenstreckenanordnung zum Ableiten von schädlichen Störgrößen durch Überspannung, umfassend mindestens zwei in einem leitfähigen oder mit einer leitfähigen Beschichtung versehenen Gehäuse befindliche, im wesentlichen gegenüberliegende Elektroden, zwischen denen ein Entladungsraum gebildet ist, und wobei die Elektroden zum Gehäuse isoliert sind. Erfindungsgemäß ist unmittelbar über das leitfähige Gehäuse eine Triggerspannung zur Bildung einer Teilfunkenstrecke im Entladungsraum anlegbar, wobei über die Teilfunkenstrecke die Hauptfunkenstrecke zwischen den Hauptelektroden gezündet werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft eine druckfest gekapselte Funkenstre
ckenanordnung zum Ableiten von schädlichen Störgrößen durch
Überspannungen, umfassend mindestens zwei in einem leitfähigen
oder mit einer leitfähigen Beschichtung versehenen Gehäuse
befindliche, im wesentlichen gegenüberliegende Elektroden,
zwischen denen ein Entladungsraum gebildet ist, und wobei die
Elektroden zum Gehäuse isoliert sind, gemäß Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Gekapselte, nichtausblasende Blitzstrom-Ableiter mit Gleit
funkstrecken sind seit Jahren Stand der Technik und werden z. B.
unter den geschützten Handelsbezeichnungen DEHNbloc oder
DEHNgap von der Firma DEHN + SÖHNE GmbH + Co. KG vertrieben.
Blitzstrom-Ableiter auf Funkenstreckenbasis zum Einsatz in
Niederspannungs-Versorgungssystemen besitzen demnach eine
Elektrodenkonfiguration, die sich innerhalb eines druckfesten
isolierten Gehäuses befindet. Das druckfeste Gehäuse selbst
wird aus einem Metallmantel gebildet. Durch unterschiedliche
Gestaltung der Elektrodenanordnungen sind verschiedene
Ansprechspannungswerte realisierbar. Der übliche dynamische
Ansprechspannungswert von bekannten Funkenstrecken-Ableitern
liegt bei etwa 4 kV. Dabei gilt, daß die Ansprechspannung bei
Lösungen nach dem Stand der Technik über den Abstand der
Elektroden vorgegeben ist oder eingestellt werden kann.
Bei Anwendungsfällen insbesondere zum Schutz elektronischer
Geräte im Bereich der Informationstechnologie und der Daten
verarbeitung sind jedoch niedrige Ansprechspannungswerte im
Bereich von ca. 1,5 kV wünschenswert. Die hierfür erforder
lichen kleinen oder geringen Abstände lassen sich jedoch ohne
zusätzliche Maßnahmen und/oder technologischen Aufwand nicht
ohne weiteres realisieren.
Bei sogenannten ausblasenden, d. h. ungekapselten Ableitern
besteht eine Möglichkeit, die Ansprechspannung durch das
Vorsehen einer zusätzlichen Triggerelektrode zu verringern.
Diese Triggerelektrode bewirkt in Verbindung mit einer
elektrischen Triggereinrichtung, die einen Triggertransformator
aufweist, das Zünden einer Teilfunkenstrecke mit unmittelbar
danach eingeleiteter Zündung der Hauptfunkenstrecke.
Die Ausbildung einer Funkenstrecke mit Triggerelektrode nebst
zugehöriger Triggereinrichtung sei unter Hinweis auf Fig. 1
näher erläutert. Nach dem Zünden des dort gezeigten Gasab
leiters (GDT) wird mittels eines Impulstrafos TR eine solche
Zündspannung erzeugt, daß die Teilfunkenstrecke F1 und unmit
telbar danach die Hauptfunkenstrecke F2 zündet.
Das Ansprechen der Teilfunkenstrecke F1 wird also durch das
Zünden des Gasableiters eingeleitet. Die Ansprechspannung
gasgefüllter Überspannungsableiter ist über einen recht weiten
Bereich variierbar und bis zu Spannungen unter 1 kV unproble
matisch. Die quasi externe Hilfszündung wird über den Impuls
transformator TR auf einen solchen Spannungswert erhöht, daß
die vorerwähnte Funkenstrecke F1 sicher zünden kann.
Es wird also mit einer bekannten Anordnung nach Fig. 1 möglich,
bei kleinen Werten der Eingangsspannung die Funkenstrecke zu
zünden und somit den gewünschten niedrigen Schutzpegel von z. B.
1,5 oder 2 kV zu realisieren.
Würde man diese vorgeschlagene Verfahrensweise auf druckfest
gekapselte Funkenstrecken übertragen, besteht das konstruktive
Problem darin, eine hochspannungsführende Triggerelektrode
druckdicht durch die Kapselung zu führen und elektrisch zu
kontaktieren.
Dies ist jedoch nur mit erheblichen fertigungsseitigen Aufwen
dungen und daher mit höheren Kosten verbunden umsetzbar.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine druckfest gekapselte
Funkenstreckenanordnung, umfassend mindestens zwei in einem
leitfähigen oder mit einer leitfähigen Beschichtung versehenen
Gehäuse befindliche, im wesentlichen gegenüberliegende Elek
troden, zwischen denen ein Entladungsraum gebildet ist, anzu
geben, welche eine niedrige Ansprechspannung im Bereich 2 kV
ermöglicht, ohne daß die Notwendigkeit besteht, extern heraus
zuführende oder zu kontaktierende an sich bekannte Trigger
elektroden einzusetzen.
Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einem Gegen
stand gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1, wobei die
Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen und
Weiterbildungen umfassen.
Demgemäß besteht der Grundgedanke der Erfindung darin, das
metallische Gehäuse bzw. den metallischen Mantel der druck
festen Kapselung der Funkenstreckenanordnung mittelbar als
Triggerelektrode zu verwenden, so daß eine Triggerung und damit
eine reduzierende Ansprechspannung ohne weitere aufwendige
Maßnahmen erreicht werden kann. Bevorzugt sind die Elektroden
der Funkenstreckenanordnung so ausgeformt, daß diese einen nach
innen quasi abgeschlossenen Hohlraum bilden, wobei Teile der
Außenflächen der Elektroden sich durch eine relativ dünne
Isolierschicht getrennt in unmittelbarer Nähe des Metallmantels
des Gehäuses oder einer metallischen Beschichtung befinden.
Durch diese Maßnahme kann der Außenmantel oder eine dort
aufgebrachte metallische Beschichtung als Triggerelektrode
genutzt werden.
Aufgrund der Ausführungsform der einen Hohlraum bildenden
Elektroden besteht ein wesentlicher Vorteil darin, daß der sich
ausbildende Lichtbogen gänzlich von abbrandfestem Elektroden
material umgeben ist, wodurch die Belastung aller übrigen
Konstruktionsteile durch den Lichtbogen erheblich gesenkt
werden kann. Dadurch können in Verbindung mit der Elektroden
anordung auch sehr große Impulsströme auf kleinstem Raum sicher
beherrscht werden.
In dem Falle, daß zur Triggerung der Hauptfunkenstrecke
zwischen den Elektroden energiereiche Zündimpulse benötigt
werden, und die Gefahr besteht, daß der Metallmantel des
Gehäuses beschädigt werden kann, ist im Inneren des Gehäuses
eine Beschichtung aus abbrandfesten Materialien, z. B. Wolfram-
Kupfer, vorgesehen. Vorgesehene Triggerelemente, die innerhalb
des Gehäuses befindlich sind und die mit diesem in elektrischem
Kontakt stehen, können unterschiedlich weit in den Entladungs
raum bzw. die Lichtbogenkammer hineinreichen und diese auch in
geometrisch getrennte Teilbereiche separieren, was zu positiven
Auswirkungen auf ein zu optimierendes Folgestrom-Löschvermögen
führt, da bei der speziellen Gestaltung der Triggerelemente in
Reihe geschaltete Teillichtbögen realisierbar sind.
Bei einer weiteren Ausführungsform kann die im Inneren des
Gehäuses vorgesehene Triggerelektrode aus einem leitfähigen
Kunststoff, z. B. POM bestehen. Hieraus ergibt sich der Vorteil,
daß das Abbrandverhalten der Triggerelektrode ähnlich demje
nigen des Isolierstoffs, der in der Lichtbogenkammer vorhanden
ist, ausgebildet wird. Durch die unter Lichtbogeneinwirkung
erfolgende Abgabe von leitfähigen Partikeln aus dem Kunststoff
ist die Zündenergie, die zum Überschlag der Funkenstrecke
führt, weiter reduzierbar, so daß mit relativ geringer Zünd
energie große Funkenstrecken-Schlagweiten erreicht werden
können.
Wird ein Kunststoff gewählt, welcher gasabgebend ist, kann
darüber hinaus das Folgestrom-Löschvermögen der Funken
streckenanordnung weiter verbessert werden.
Wenn für die Triggerelektrode ein widerstandsbehafteter, leit
fähiger Kunststoff zum Einsatz kommt, kann der sich hier
ergebende Bahnwiderstand des Kunststoffmaterials zur Optimie
rung des Triggerkreises benutzt werden. Damit ist ein externer
Vorwiderstand, wie beim Stand der Technik erforderlich, nicht
mehr notwendig und es besteht keine Gefahr, daß Teilströme über
die extern vorgesehene Beschaltung fließen. Das heißt, der
Bahnwiderstand des Kunststoffs verhindert, daß ein unerwünsch
ter Folgestromanteil durch einen externen Impulstransformator
fließt.
Es wird also gemäß der Erfindung über das leitfähige Gehäuse
möglich, eine Triggerspannung zur Bildung einer Teilfunken
strecke im Entladungsraum anzulegen, wobei über die Teilfun
kenstrecke, die sich im Inneren des Gehäuses aufbaut, die
eigentliche Hauptfunkenstrecke zwischen den Elektroden mit
geringerer Energie zündbar ist.
Bevorzugt ist die zwischen dem Entladungsraum und dem Gehäuse
vorgesehene befindliche Isolation im Bereich der auszubildenden
Teilfunkenstrecke durchbrochen.
Im erwähnten Durchbruch kann ein der Gehäuseform angepaßter,
vorzugsweise ringförmiger isolierender Elektroden-Abstands
halter angeordnet sein, wobei der Abstandshalter mindestens
eine schlitzförmige Aussparung oder Bohrung für den Weg der
Teilfunkenstrecke besitzt.
Die den Entladungsraum umschließenden, gegenüberliegend ange
ordneten Elektroden können eine konkave Form besitzen, so daß
sich der gewünschte quasi geschlossene Hohlraum ergibt.
Weiterhin kann im Durchbruch ein mit dem leitfähigen Gehäuse in
Kontakt stehender leitfähiger, in den Entladungsraum hinein
reichender Einsatz aus abbrandfestem Material angeordnet
werden, welcher die Funktion einer internen Triggerelektrode
übernimmt. Dieser Einsatz steht dann mit der leitfähigen
Innenwandung des Gehäuses bzw. mit der metallischen Gehäuse
kapselung selbst in Verbindung. Über den hineinreichenden
Einsatz aus z. B. Wolfram-Kupfer-Material kann nun sowohl eine
Vorzündung erfolgen als auch ein Hauptlichtbogen erzeugt
werden. Bei einer Mehrfachanordnung eines Einsatzes, z. B. in
Form einer geschlitzten Scheibe, können sich mehrere Haupt
lichtbögen zwischen dem Einsatz und der jeweiligen Elektrode
einstellen, so daß sich die Bogenspannung vervielfacht bzw.
erhöht.
Weiterhin bevorzugt besitzen die Hauptelektroden eine auf
einander zu weisende konische Form, wobei der oben erwähnte
leitfähige Einsatz zu den gegenüberliegenden Koni gerichtet ist
und der Bildung der Teilfunkenstrecke einerseits, aber auch im
größeren Abstand zu den Hauptelektroden liegend der Bildung der
Hauptfunkenstrecke oder -funkenstrecken dient.
Der leitfähige Einsatz kann eine außenumfangsseitig an das
Gehäuse angepaßte Scheibenform mit Öffnung besitzen, wobei die
inneren Enden der Öffnung dickenreduziert sind und zu den
bevorzugt konisch ausgeführten Elektroden weisen. Über eine
Variation der Geometrieparameter ist eine Beeinflussung des
Zündverhaltens bzw. der maximalen Bogenspannung in einem weiten
Bereich möglich, ohne daß die Grundform respektive die Grund
konfiguration der Funkenstreckenanordnung geändert werden muß.
Bei einem Standard-Gehäuse können verschiedene Elektrodenein
sätze, aber auch verschiedene Triggerelektrodenformen zur
Anwendung kommen, um auf unterschiedliche Anwendungsfälle mit
einem spezifischen Produkt reagieren zu können.
Der erwähnte leitfähige, als Triggerelektrode wirkende Einsatz
kann als Ring ausgeführt sein, welcher mehrere zum Mittelpunkt
weisende Stege aufweist, wobei die Abstände zwischen den Stegen
und dem Ring mindestens einen Teil des Entladungsraums bilden.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann im
Durchbruch ein Einsatz aus leitfähigem, mindestens teilweise in
den Entladungsraum hineinreichenden Kunststoff angeordnet
werden, wie dies bereits erläutert wurde.
Eine rotationssymmetrische Ausbildung der Funkenstreckenanord
nung bezogen auf die Mittellängsachse sowie eine spiegelsymme
trische Gestalt senkrecht zur Mittellängsachse, geschnitten im
Bereich des Durchbruchs, führt zu konstruktiven Vereinfachungen
und stellt stabile elektrische Parameter sicher.
Eine alternative Ausführungsform der Erfindung geht, ohne den
Grundgedanken selbiger zu verlassen, davon aus, daß im Bereich
eingegrenzt von den sich gegenüberliegenden Elektrodenflächen
und der Gehäuseinnenseite mit Ausnahme eines Abschnitts für den
Entladungsraum ein gasabgebender Isolierstoff befindlich ist.
Im Isolierstoff eingebettet oder eingebracht befindet sich
mindestens eine Triggerelektrode, die mit dem leitfähigen
Gehäuse in Verbindung steht, d. h. elektrisch kontaktiert ist.
Ist nun in diesem Fall die Triggerelektrode asymmetrisch im
Raum zwischen den Elektroden befindlich, wird über den dichten
Abstand zwischen einer der Elektroden und der Triggerelektrode
die Teilfunkenstrecke gebildet, wobei nach Zünden dieser die
eigentliche Hauptfunkenstrecke zwischen den Hauptelektroden zur
Zündung kommt.
Alles in allem gelingt es mit der vorgestellten Funkenstre
ckenanordnung, über die Nutzung einer druckfesten leitfähigen,
in der Regel metallischen Kapselung eine interne Triggerelek
trode zu schaffen, mit deren Hilfe niedrige Ansprechspan
nungswerte auch z. B. für den speziellen Schutz von elektro
nischen Geräten der Datenverarbeitung oder der Informations
technologie gewährleistet werden kann, ohne daß minimale
Abstände zwischen den Hauptelektroden eingehalten müssen, die
bei dynamischen Ansprechspannungswerten von 4 kV bereits im
Bereich von 0,3 bis 0,5 mm liegen.
Die einen Hohlraum bildenden oder einschließenden Hauptelek
troden bewirken einen Schutz und eine Entlastung in Sachen
Abbrand der übrigen Konstruktionsteile, so daß sich weitere
Verbesserungen hinsichtlich der Langzeitstabilität einer
derartig ausgebildeten Funkenstreckenanordnung ergeben.
Durch die Gestaltung der inneren Triggerelektrodenelemente läßt
sich der Lichtbogen grundsätzlich in mehrere Teile trennen oder
aufspalten, so daß die Löscheigenschaften der Anordnung ver
bessert werden können.
Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbei
spiels sowie unter Zuhilfenahme von Figuren näher erläutert
werden.
Hierbei zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Funkenstrecke mit Hilfs- oder
Triggerelektrode sowie zugehöriger Triggereinrichtung
gemäß Stand der Technik;
Fig. 2 eine erste Ausführungsform der Funkenstreckenanordnung
mit Hauptelektroden, welche einen Hohlraum ein
schließen;
Fig. 3 einen Einsatzring als Abstandshalter zur Verwendung bei
einer Ausführungsform gemäß Fig. 2;
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der Funkenstreckenanord
nung mit Hauptelektroden in konischer Form sowie einem
Einsatz aus abbrandfestem Material zur Bildung der
Triggerelektrode;
Fig. 5 eine Ausführungsform ähnlich derjenigen nach Fig. 4 mit
einem leitfähigen ringförmigen Einsatz, welcher zum
Mittelpunkt hin gerichtete Stege aufweist;
Fig. 6 eine Detaildarstellung des Einsatzes zur Verwendung bei
einer Anordnung nach Fig. 5;
Fig. 7 eine Funkenstreckenanordnung mit einem Einsatz aus
leitfähigem, mindestens teilweise in den Entladungsraum
hineinreichenden Kunststoff;
Fig. 8 eine Detaildarstellung des Kunststoffeinsatzes zur
Verwendung bei einer Anordnung nach Fig. 7; und
Fig. 9 eine weitere Ausführungsform einer Funkenstreckenan
ordnung mit asymmetrisch im Raum zwischen den Haupt
elektroden angeordneten Triggerelektroden.
Bei den im Ausführungsbeispiel vorgestellten Funkenstrecken
anordnungen handelt es sich um solche, welche im wesentlichen
gegegenüber liegende Hauptelektroden 1 und 2 aufweisen, die
gegenüber einem druckfesten, leitfähigen Gehäuse 3 mittels
eines geeigneten Materials 4 elektrisch isoliert und abdichtend
zum elektrischen Anschluß herausgeführt sind.
Die Hauptelektroden 1 und 2 werden durch einen Isolierring 5
auf Abstand gehalten. Einzelheiten des Isolierrings 5 sind der
Fig. 3 zu entnehmen. Diese Figur macht auch deutlich, daß der
Isolierring 5 mindestens zwei Durchbrüche oder Bohrungen 6
besitzt. An den Stellen der Bohrungen oder Durchbrüche 6 kann
sich eine Teilfunkenstrecke zwischen dem leitfähigen Gehäuse 3
und einer der Elektroden, beim gezeigten Beispiel der Haupt
elektrode 1 ausbilden. Diese Teilfunkenstrecke führt zu einem
Vorionisieren und nachfolgenden Zünden der Hauptfunkenstrecke
zwischen den Hauptelektroden 1 und 2.
Die Hauptelektroden 1 und 2 besitzen beim gezeigten Beispiel
nach Fig. 2 eine konkave Gestalt, so daß sich ein quasi um
schlossener Hohlraum ergibt, welcher einen kammerförmigen
Entladungsraum bildet. Dadurch, daß der Lichtbogen gänzlich von
abbrandfestem Material der Elektroden 1 und 2 umgeben ist, wird
die Belastung der übrigen Konstruktionselemente durch den sich
ausbildenden oder entstehenden Lichtbogen erheblich reduziert,
so daß auch hohe Impulsströme auf kleinstem Raum sicher
beherrschbar sind.
Im Falle energiereicher Zündimpulse zum Zünden der Teilfunken
strecke mit nachfolgender Zündung der Hauptfunkenstrecke
besteht die Gefahr, daß das leitfähige Gehäuse 3 an seiner
Innenseite beschädigt wird.
Zur Vermeidung dieses Nachteils wird bei einem Ausführungsbei
spiel gemäß Fig. 4 vorgeschlagen, im Inneren des leitfähigen
Gehäuses 3 eine abbrandfeste Beschichtung oder einen abbrand
festen Einsatz 7 vorzusehen. Dieser abbrandfeste Einsatz 7 kann
beispielsweise aus einem Wolfram/Kupfer-Material bestehen.
Weiterhin macht die Fig. 4 deutlich, daß die Möglichkeit
besteht, einen leitfähigen Triggerelektrodeneinsatz 8 so
innerhalb des Gehäuses 3 bzw. des abbrandfesten Einsatzes 7
anzuordnen, daß durch die derart vorgenommene geometrische
Trennung der Lichtbogenkammer bzw. des Entladungsraums sich
positive Auswirkungen auf das Folgestrom-Löschvermögen ergeben,
da sich in Reihe geschaltete Teillichtbögen ausbilden. Ein
erster Teillichtbogen brennt dabei von der ersten Hauptelek
trode 1 auf die leitfähige Triggerelektrode 8, wobei der zweite
Teillichtbogen von letzterer zur Hauptelektrode 2 führt.
Der Abstand des leitfähigen Triggerelektrodeneinsatzes 8 zu den
Hauptelektroden 1 und 2 bestimmt die Durchschlagspannung der
Anordnung. Durch eine geometrische Änderung läßt sich dieser
Spannungswert im weiten Bereich variieren.
Die Hauptelektroden 1 und 2 nach Fig. 4 besitzen eine aufein
ander zu weisende konische Form, wobei der leitfähige Trigger
elektrodeneinsatz 8 zu den gegenüber liegenden Koni 9 zur Aus
bildung der Teilfunkenstrecke führt. Die elektrische Kontak
tierung der leitfähigen Triggerelektrode bzw. des Triggerelek
trodeneinsatzes 8 erfolgt über das Inkontaktstehen mit dem
leitfähigen Gehäuse 3 und einer nicht gezeigten Außenan
schlußmöglichkeit.
Für den Anwendungsfall der Anordnung als Trennfunkenstrecke,
bei der eine Folgestrom-Löschung nicht notwendig ist, soll in
vorteilhafter Weise eine möglichst niedrige Bogenspannung
gegeben sein. Hierdurch wird der Energieumsatz und damit der
Verschleiß der Anordnung gering gehalten. In diesem Fall kann
der leitfähige Triggerelektrodeneinsatz 8 so ausgeführt sein,
daß gemäß Fig. 6 von einem leitfähigen Ring 10 mit Stegen 11
ausgegangen wird. In diesem Fall bildet sich die Hauptfunken
strecke nur zwischen den Hauptelektroden 1 und 2 aus, wobei das
Triggerzündverhalten im wesentlichen unverändert bleibt.
Der leitfähige Triggerelektrodeneinsatz 8 kann die Form des
vorerwähnten Rings, aber auch eine Scheibenform besitzen, wobei
die Scheibe oder der Ring eine Öffnung besitzt. Die inneren
Enden 12 der Öffnung sind dickenreduziert, z. B. kontinuierlich
verjüngend ausgeführt und weisen mit diesen Abschnitten zu den
Hauptelektroden 1 und 2.
Die Abstände oder Freiräume 13 zwischen den Stegen 11 des Rings
10 gemäß Fig. 6 bilden einen Teil des Entladungsraums bei der
Ausführungsform der Funkenstreckenanordnung nach Fig. 5, wobei
auch dort ein abbrandfester Einsatz 7 im Inneren des leit
fähigen Gehäuses 3, beispielsweise aus Wolfram-Kupfer einge
bracht ist. Alternativ kann der Einsatz 7 aus einem gasab
gebenden Isolierstoff, z. B. POM bestehen.
Wie aus den Fig. 2 bis 8 ohne weiteres ersichtlich, wird bei
den vorgestellten Ausführungsbeispielen von einer Funkenstre
ckenanordnung, gekennzeichnet durch eine rotationssymmetrische
Ausbildung bezogen auf die Mittellängsachse sowie eine spie
gelsymmetrische Gestalt senkrecht zur Mittellängsachse, und
zwar geschnitten im Bereich des Isolierrings 5 bzw. des Rings
10 ausgegangen. Eine solche Anordnung läßt sich technologisch
gut beherrschen und besitzt bezüglich der Druckfestigkeit
günstige Eigenschaften.
Selbstverständlich ist das erfindungsgemäße Prinzip der Nutzung
des leitfähigen Gehäuses bei gekapselten Funkenstreckenan
ordnungen zur Bildung einer Triggerelektrode auch für andere
Gehäuseformen anwend- und übertragbar.
Die konisch ausgebildeten Elektroden gemäß den Ausführungs
formen nach Fig. 4 und 5 werden von einem Isolierblock 14
zentrisch gehalten und positioniert, wobei der Block 14 nach
Fig. 5 auch als zweigeteilter Einsatz zur Aufnahme des Rings 10
mit Stegen 11 ausgebildet sein kann.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Funkenstreckenanordnung
nach Fig. 7 ist ein ringförmiger Einsatz 15 aus einem leit
fähigen Kunststoff, z. B. POM vorgesehen. Dieser ringförmige
leitfähige Kunststoffeinsatz 15 besitzt Vorsprünge oder Nasen
16, welche als Triggerelektroden dienen. Wie aus der Fig. 7
ersichtlich, steht der in Fig. 8 im Detail gezeigte ringförmige
leitfähige Kunststoffeinsatz in elektrischem Kontakt mit dem
leitfähigen Gehäuse 3 zum Anlegen der Triggerspannung. Bei den
Ausführungsformen nach Fig. 7 und 8 mit einem leitfähigen
Kunststoffeinsatz als Triggerelektrode besteht der Vorteil
darin, daß sowohl die Triggerelektrode als auch das Isolier
material 4 innerhalb der Anordnung annähernd ähnliche Abbrand
eigenschaften besitzen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß der eingesetzte Kunst
stoff unter Lichtbogeneinwirkung leitfähige Partikel, z. B.
Graphit abgeben kann, so daß die notwendige Zündenergie, die
zum Überschlag der Funkenstrecke im Entladungsraum 17 erfor
derlich ist, erheblich abgesenkt werden kann. Weiterhin können
die Kunststoffmaterialien so gewählt werden, daß diese ein Gas,
z. B. H2 abgeben, so daß das Folgestrom-Löschvermögen der
Anordnung verbessert werden kann.
Bei der Funkenstreckenanordnung nach Fig. 9 ist der Entla
dungsraum 17 vollständig von einem gasabgebenden Isolier
stoffmaterial 18 umgeben. In diesem gasabgebenden Isolier
stoffmaterial 18 ist mindestens eine leitfähige Triggerelek
trode 19 eingebettet, die bis zum Entladungsraum 17 reicht.
Bedingt durch die unsymmetrische Anordnung der eingebetteten
leitfähigen Triggerelektrode 19 bilden sich unterschiedliche
Funkenstrecken aus. Über die Triggerelektrode 19 ist gemäß Fig.
9 zunächst die Teilfunkenstrecke F1 zündbar mit der Folge, daß
diese Vorzündung die Hauptfunkenstrecke F2 ionisiert, so daß
diese selbst zündet und der Lichtbogen über die Strecke F1
verlischt.
In dem Fall, wenn für die Triggerelektroden ein leitfähiger
Kunststoff zur Anwendung kommt, kann der spezifische Widerstand
des Kunststoffmaterials einen ansonsten erforderlichen Vor
widerstand Rv, wie beim bekannten Stand der Technik erforder
lich, ersetzen, so daß die Gefahr eines Stromflusses oder
Teilstromflusses über die externe Beschaltung reduziert ist.
Der vorhandene spezifische oder Bahnwiderstand des Kunststoffs
verhindert also, daß ein unerwünschter Folgestromanteil durch
einen externen, mit der Triggerelektrode respektive dem Außen
gehäuse in Verbindung stehenden Impulstransformator fließt.
1
,
2
Hauptelektroden
3
leitfähiges Gehäuse
4
Isoliermaterial
5
Isolierring
6
Bohrung oder Durchbrüche
7
abbrandfester Einsatz
8
leitfähiger Triggerelektrodeneinsatz
9
Konus
10
Ring
11
Stege des Rings
10
12
verjüngte innere Enden
13
Abstände, Freiräume
14
Isolierblock
15
ringförmiger leitfähiger Kunststoffeinsatz
16
Vorsprünge oder Nasen
17
Entladungsraum
18
gasabgebendes Isolierstoffmaterial
19
eingebettete leitfähige Triggerelektrode
Claims (12)
1. Druckfest gekapselte Funkenstreckenanordnung zum Ableiten
von schädlichen Störgrößen durch Überspannungen, umfassend
mindestens zwei in einem leitfähigen oder mit einer leitfähigen
Beschichtung versehenen Gehäuse befindlichen, im wesentlichen
gegenüberliegenden Elektroden, zwischen denen ein Entladungs
raum gebildet ist, und wobei die Elektroden zum Gehäuse
isoliert sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
unmittelbar über das leitfähige Gehäuse zur Bildung einer
Teilfunkenstrecke im Entladungsraum eine Triggerspannung
anlegbar ist, wobei über die Teilfunkenstrecke die Haupt
funkenstrecke zwischen den Hauptelektroden zündbar ist.
2. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die zwischen Entladungsraum und dem Gehäuse befindliche Isola
tion im Bereich der auszubildenden Teilfunkenstrecke durch
brochen ist.
3. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Durchbruch ein der Gehäuseform angepaßter, vorzugsweise
ringförmiger isolierender Abstandshalter angeordnet ist, wobei
der Abstandshalter mindestens eine schlitzförmige Aussparung
oder Bohrung für die Teilfunkenstrecke besitzt.
4. Funkenstreckenanordnung nach einem der vorangegangenen
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die gegenüberliegenden Elektroden einen Hohlraum einschließen,
welcher einen kammerförmigen Entladungsraum bildet.
5. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Durchbruch ein mit dem leitfähigen Gehäuse in Kontakt
stehender leitfähiger, in den Entladungsraum hinein reichender
Einsatz aus abbrandfestem Material angeordnet ist.
6. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Elektroden eine aufeinander zu weisende konische Form
besitzen, wobei der leitfähige Einsatz zu den gegenüber
liegenden Koni zur Bildung der Teilfunkenstrecken in zwei
Entladungsräumen führt.
7. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
der leitfähige Einsatz eine außenumfangsseitig an das Gehäuse
angepaßte Scheibenform mit Öffnung besitzt, wobei innere Enden
der Öffnung dickenreduziert sind und zu den Elektroden weisen.
8. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
der leitfähige Einsatz als Ring ausgeführt ist, welcher mehrere
zum Mittelpunkt weisende Stege aufweist, wobei die Abstände
zwischen den Stegen und dem Ring mindestens einen Teil des
Entladungsraums bilden.
9. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Durchbruch ein Einsatz aus leitfähigem, mindestens teilweise
in den Entladungsraum hinein reichenden Kunststoff angeordnet
ist, welcher stromsteuernde Eigenschaften besitzt.
10. Funkenstreckenanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
gekennzeichnet durch
eine rotationssymmetrische Ausbildung bezogen auf die Mittel
längsachse sowie eine spiegelsymmetrische Gestalt senkrecht zur
Mittellängsachse, geschnitten im Bereich des Durchbruchs der
Isolation.
11. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich, eingegrenzt von den sich gegenüberliegenden
Elektrodenflächen und der Gehäuseinnenseite mit Ausnahme eines
Abschnitts für den Entladungsraum ein gasabgebender Isolier
stoff befindlich ist, wobei im Isolierstoff eingebettet oder
eingebracht mindestens eine Triggerelektrode vorgesehen ist,
die in elektrischem Kontakt mit dem leitfähigen Gehäuse steht.
12. Funkenstreckenanordnung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Triggerelektrode asymmetrisch im Raum zwischen den
Elektroden befindet, wobei der dichte Abstand zwischen einer
der Hauptelektroden und der Triggerelektrode die Teilfunken
strecke bildet.
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