DE10014097C2 - Profilleiste zum Abdichten einer Dehnfuge von Mauer-oder Wandabschnitten - Google Patents
Profilleiste zum Abdichten einer Dehnfuge von Mauer-oder WandabschnittenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdichten einer
Dehnfuge zwischen Mauer- oder Wandabschnitten mit einer obe
ren Putzschicht, insbesondere Fassaden, mit einer Profillei
ste aus Kunststoff und zwei an den Rändern der Dehnfuge
festlegbaren und in Längsrichtung in die Profilleiste ein
schiebbaren Profilschienen, wobei die Profilleiste eine im
Einbauzustand sichtseitige Oberseite und eine gegenüberlie
gende Rückseite sowie einen weich eingestellten Mittelteil
und beidseitig angeformte hart eingestellte Seitenteile auf
weist.
Aus dem Stand der Technik sind Vorrichtungen mit Profillei
sten dieser Art bekannt.
Die Aufgabe der Verwendung sowohl für in einer Ebene liegen
de als auch winkelig zueinander angeordnete Mauer- oder
Wandabschnitte wird unterschiedlich gelöst. Eine Lösung ist
die Ausbildung eines umgekehrt U-förmigen, weich eingestell
ten Mittelteiles. Dadurch ist eine Anpassung der Profillei
ste an ebene und/oder winklige Einbaupositionen möglich. Da
jedoch die Ausbildung der bekannten Profilleisten insgesamt
orthogonal ist und die beiderseitigen Distanzkanäle und Füh
rungskanäle übliche Toleranzen aus dem Produktionsprozess
sowie notwendige Übermaße für die Montage mit den Profil
schienen aufweisen, ist nach Ausgleich dieser Toleranzen und
Übermaße, bei der angestrebten Anpassung an die verschiede
nen Einbaupositionen, eine insgesamt orthogonale Ausrichtung
der jeweiligen Profilleiste zu den Profilschienen nicht mehr
gegeben. Anstelle der angestrebten scharfkantigen Ausbildung
des Winkels mit dem weich eingestellten Mittelteil als Dreh
punkt wird demgemäß lediglich ein Segmentbogen über die
Breite der Profilleiste erzeugt und die bestimmungsgemäße
Verwendung für ebene und/oder winklige Einbaupositionen wird
nicht erreicht bzw. diese Profilleiste auf die Verwendung
für ebene Einbaupositionen reduziert. Eine andere Lösung ist
die Ausbildung zweier unterschiedlicher Profilleisten mit
jeweils U-förmigem weich eingestelltem Mittelteil, von denen
die eine ausschließlich für die Verwendung in ebener Einbau
position und die andere ausschließlich für die Verwendung in
winkliger Einbaupositionen mit einem Winkel von möglichst
exakt 90 Grad geeignet ist. Für den Montagezustand sind bei
- einer bekannten Lösung die hart eingestellten Seitenteile
durch einen hart eingestellten Steg über das weich einge
stellte Mittelteil verbunden. Nach dem Einbau der Profillei
ste wird dieser Steg manuell durchtrennt. Die Verwendung
solcher Profilleisten für ebene und/oder winklige Einbaupo
sitionen ist durch diese Techniken nicht möglich. Außerdem
erhöht sich dadurch die notwendige Lagerhaltung und damit
der Platz-, Kapital- und Handhabungsaufwand aller Beteilig
ten.
Die Aufgabe der Verwendung für verschiedene Putzdicken, ins
besondere die drei üblichen Putzdicken 12 mm, 16 mm und 20 mm
für Aussenputz, wird jeweils ausschließlich dadurch gelöst,
daß bei jeweils identischer Profilleiste jeweils verschiede
ne Profilschienen mit entsprechend unterschiedlicher Höhe
des Führungsschenkels verwendet werden. Dadurch erhöht sich
wiederum die notwendige Lagerhaltung und damit der Platz-,
Kapital- und Handhabungsaufwand aller Beteiligten.
Die Aufgabe des Ausgleichs der komprimierenden Bewegung in
der Dehnfuge wird ausschließlich dadurch gelöst, daß im ge
brauchsfähigen Zustand die Profilleiste mindestens eine dem
Maß der Bewegung entsprechende klaffende Fuge zwischen dem
weich eingestellten Mittelteil und den Seitenteilen auf
weist. In der Folge wird die Belastung des für die Bewegung
verantwortlichen Mittelteiles durch Bewitterung, insbesonde
re UV-Strahlung, erhöht, wodurch wiederum die Lebensdauer
des Materiales verkürzt wird. Zusätzlich wird durch die
klaffende Fuge die optische Präsentation der gesamten Mauer-
oder Wandoberfläche herabgesetzt.
Die Aufgabe der möglichst frei wählbaren Kombination von un
terschiedlich geformten Profilleisten und Profilschienen un
terschiedlicher Hersteller wird bisher nicht gelöst. Die
Hersteller der bekannten Profilkombinationen liefern ein je
weils auf die herstellereigenen Komponenten abgestimmtes
Produkt. Dadurch wird die Möglichkeit der herstellerüber
greifenden Kombination zur Schaffung neuer Produkte unter
Ausnutzung der spezifischen Eigenschaften der jeweils ver
wendeten Profilschiene und/oder Profilleiste nicht geschaf
fen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß bei der
Anpassung der Profilkombination an ebene und/oder winklige
Einbaupositionen eine insgesamt orthogonale Ausrichtung der
Profilleiste zu den Profilschienen konstant erreicht wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der Kontakt zwischen
der Profilleiste und der Profilschiene erfolgt an mehreren
Kontaktpunkten. Bei der Drehbewegung der Profilschienen zur
Anpassung an ebene und/oder winklige Einbaupositionen, mit
dem weich eingestellten Mittelteil als Drehpunkt, wird nach
dem Ausgleich der üblichen Toleranzen und Übermaße der bei
derseitigen Distanzkanäle und Führungskanäle durch jeweils
mindestens 3 der 4 Kontaktpunkte eine kraftschlüssige Ver
bindung zwischen der Profilleiste und den Profilschienen
hergestellt. Maßgebend hierfür ist die geometrische Anord
nung der Kontaktpunkte der Profilleiste in Relation zur geo
metrischen Anordnung der Kontaktpunkte der Profilschiene und
deren Materialdicke. Im dargestellten Beispiel ist, zur Er
langung dieser Eigenschaft, der Winkel zwischen dem Füh
rungskanal und der Mittelsenkrechten der Profilleiste größer
0 Grad. Durch die Schrägstellung des Führungskanales und das
gewählte Maß der Schrägstellung wird bei üblicher Material
dicke und orthogonaler Ausbildung der Profilschienen der
Kraftschluß möglichst exakt dann erreicht, sobald eine ins
gesamt orthogonale Ausrichtung der Profilleiste zu den Pro
filschienen gegeben ist. Vorzugsweise ist der Winkel für die
bezeichnete Schrägstellung im Bereich von 3 bis 8 Grad und
insbesondere 5 Grad.
Damit wird bei der Anpassung der Profilleiste an ebene
und/oder winklige Einbaupositionen eine insgesamt orthogona
le Ausrichtung der Profilleiste zu den Profilschienen kon
stant erreicht. Dadurch entfällt die Vorhaltung von in ver
schiedene Winkel, insbesondere im Winkel 90 Grad, voreinge
stellte Profilkombinationen. Folglich verringert sich auch
die notwendige Lagerhaltung und damit der Platz-, Kapital-
und Handhabungsaufwand aller Beteiligten.
Bei einem weiteren nicht dargestellten Beispiel zur Erlan
gung dieser Eigenschaft wird an Stelle der Schrägstellung
des Führungskanales der Profilleiste eine entsprechende
Schrägstellung der üblicherweise orthogonal angeformten Hal
teleiste der Profilschienen ausgebildet. Dieser Ansatz ist
schnell und kostengünstig realisierbar und vorzugsweise bei
bereits bestehenden Produktionen als techn. Weiterbildung
einsetzbar. Der ansonsten noch mögliche Vorteil der Kombina
tionsfähigkeit mit unterschiedlich geformten Profilschienen
mit insgesamt orthogonaler Ausrichtung der Profilleiste zu
den Profilschienen bei der Anpassung an ebene und/oder wink
lige Einbauposition wird durch die übliche orthogonale Aus
bildung dieser Profilschienen hierbei nicht erreicht.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Un
teransprüchen angegeben.
Vorzugsweise enthalten die Seitenteile jeweils mehr als ei
nen Distanzkanal. Durch das Anformen mehrerer Distanzkanäle
übereinander wird eine dem Achsabstandsmaß der Distanzkanäle
entsprechende Möglichkeit der Positionierung des Distanz
schenkels der Profilschienen erreicht. Dadurch kann die Pro
filkombination ohne Austausch einer Komponente durch die je
weilige Wahl des Distanzkanales für mehrere Putzdicken ver
wendet werden. Dadurch entfällt die Vorhaltung vieler ver
schiedener Profilkombinationen zur Verwendung für jeweils
genau eine der erforderlichen Putzdicken. Folglich verrin
gert sich die notwendige Lagerhaltung und damit der Platz-,
Kapital- und Handhabungsaufwand aller Beteiligten.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen
die Seitenteile jeweils zwei Distanzkanäle auf. Dadurch wer
den die Materialkosten der Profilleiste gesenkt, die techni
sche Gestaltung erleichtert und vereinfacht und in der Folge
die technischen Anforderungen in der Produktion gesenkt, wo
durch wiederum die Produktionskosten sinken.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
wird entsprechend der Abstufung der drei üblichen Putzdicken
12 mm, 16 mm und 20 mm, das Achsabstandsmaß vorzugsweise im Be
reich von 3 mm bis 5 mm, höchstvorzugsweise in 4 mm, ausge
führt.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist vorgese
hen, daß die Oberseite des weich eingestellten Mittelteiles
in der Breite und der Materialdicke in Relation zueinander
und/oder in absoluten Werten so bestimmt ist, daß sie sich
bei Kompressionsdruck wölben kann. Durch die Ausbildung ei
nes kompressiblen Mittelteiles erübrigt sich die Notwendig
keit der Vorhaltung mindestens einer klaffenden Fuge zwi
schen dem weich eingestellten Mittelteil und den Seitentei
len. In der Folge wird die Belastung des für die Bewegung
verantwortlichen Mittelteiles durch Bewitterung, insbesonde
re UV-Strahlung, gesenkt, wodurch wiederum die Lebensdauer
des Materiales verlängert wird. Zusätzlich wird ohne eine
klaffende Fuge die optische Präsentation der gesamten Mauer-
oder Wandoberfläche erhöht.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen
die Maße dieser Oberseite aus der Relation von Materialko
sten, statischen Eigenschaften und Produktionserfordernissen
vorzugsweise eine Breite von 5 mm bis 9 mm und/oder eine Wand
dicke von 1 mm bis 2 mm auf.
Zweckmäßigerweise sind die Maße der Distanzkanäle derart be
stimmt, daß unterschiedlich geformte Profilschienen mit Hal
teleisten in den maßeinheitlich geformten Distanzkanälen
aufnehmbar sind. Die Distanzschenkel bekannter Profilschie
nen weisen vorzugsweise eine Breite von 3 mm bis 8 mm und eine
Wanddicke und/oder Bauhöhe von 0,5 mm bis 4 mm auf, so daß,
unter Berücksichtigung von Toleranzen und Übermaßen, die
Aufnahmekanäle vorzugsweise eine Breite von 7 mm bis 9 mm
und/oder eine Höhe von 1,5 mm bis 4,5 mm aufweisen. Die Wand
dicke weist aus der Relation von Materialkosten, statischen
Eigenschaften und Produktionserfordernissen vorzugsweise ei
ne Wanddicke von 1 mm bis 2 mm auf. Dadurch entsteht die Mög
lichkeit einer nahezu frei wählbaren Kombination von Profil
leisten und Profilschienen unterschiedlicher Hersteller. In
der Folge können alle Beteiligten die Komponenten der jewei
ligen Profilkombination nach den jeweiligen technischen Er
fordernissen der Anwendung und den jeweiligen wirtschaftli
chen Aspekten auswählen. Durch die Verwendung von Profil
schienen, für beide Seitenteile gleichzeitig in gleicher
oder verschiedener Bauhöhe und/oder die Einbettung in je
weils spiegelbildlich gleich oder spiegelbildlich verschie
den hoch angeordnete Distanzkanäle, die zum Beispiel ver
schiedene Bauhöhen und/oder verschieden ausgebildete Haupt
schenkel und/oder zusätzliche daran befestigte Materialien
wie etwa Armierungsgewebestreifen aufweisen, ergeben sich
verschiedene technische Möglichkeiten insbesondere im Be
reich des Vollwärmeschutzes oder des Wandanschlußes an ande
re Gebäude.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung weist einen
Winkel zwischen der Fluchtlinie des Führungskanales und der
Fluchtlinie der Übergangsteile größer 0 Grad auf. Dadurch
wird das Spiel für den Führungsschenkel der Profilschiene im
Führungskanal erhöht. In der Folge wird dadurch auch die
Ausnutzung des Spieles in den Distanzkanälen erhöht. Beides
erleichtert die Zusammenfügung der Profilleiste mit einer
Profilschiene. Vorzugsweise weist der Winkel zwischen der
Fluchtlinie des Führungskanales und der Fluchtlinie der
Übergangsteile 2 bis 7 Grad auf.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung weist
einen Winkel zwischen den Fluchtlinien der übereinander an
geformten Distanzkanäle größer 0 Grad auf. Je kürzer die vom
Führungsschenkel der Profilschiene abgegriffene Strecke des
Führungskanales wird und je größer die lichte Weite im Füh
rungskanal wird, desto weniger wird die Konstanz der insge
samt orthogonalen Ausrichtung der Profilleiste zu den Pro
filschienen erreicht. Der bezeichnete Winkel gleicht diese
Relation über den Distanzschenkel der Profilschiene und da
mit über den Berührungspunkt 86 wieder aus. Vorzugsweise
weist der Winkel zwischen den Fluchtlinien der übereinander
angeformten Distanzkanäle einen Wert von 3 bis 9 Grad auf.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
werden die dem Fugenäußeren zugewandten Oberseiten der Sei
tenteile und des Mittelteiles mit einer Abziehfolie verse
hen. Dadurch wird die vorgegebene Form der Profilleiste fi
xiert und das Entstehen einer klaffende Fuge zwischen dem
weich eingestellten Mittelteil und den Seitenteilen verhin
dert. Zusätzlich zu den daraus folgenden und bereits genann
ten Vorteilen entsteht dadurch ein Schutz der bezeichneten
Oberseiten vor Verunreinigungen während der Lagerung und der
Verarbeitungsphasen.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
sind die dem Fugenäußeren zugewandten Oberseiten der Seiten
teile und des Mittelteiles an den Berührungspunkten durch
einstückig angeformte Kontaktquerschnitte verbunden. Dadurch
wird das Entstehen einer klaffenden Fuge zwischen dem weich
eingestellten Mittelteil und den Seitenteilen, bei etwas hö
heren Kosten, noch zuverlässiger verhindert als mit der Ab
ziehfolie. Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung
dieser Kontaktquerschnitte weisen diese eine Verjüngung mit
einer jeweils geringeren Wanddicke als die geringste Wand
dicke der Oberseite des Mittelteiles auf. Dadurch entsteht
eine Sollbruchstelle bei gleichzeitiger Kraftübertragung
zwischen den bezeichneten Oberseiten. In der Folge entsteht
weder bei komprimierender noch bei geringer expandierender
Bewegung der Dehnfuge eine klaffende Fuge, da diese Bewegun
gen durch die Oberseite des Mittelteiles ausgeglichen wer
den. Dadurch wird der Zeitraum der Vorteilsnutzung aus der
Vermeidung einer klaffenden Fuge verlängert.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
weisen die der Putzschicht zugewandten Seitenflächen der
Seitenteile beabstandet parallel zueinander verlaufende Ril
len auf oder sind sonstwie uneben gestaltet oder aufgerauht.
Dadurch wird eine möglichst gute Bindung zum Putz erreicht.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
bestehen die beiden Seitenteile aus Hart-PVC und das weich
eingestellte Mittelteil aus einstückig angeformtem Weich-
PVC-Material.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von mehreren in den
Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläu
tert. In schematischen Ansichten zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Vor
richtung,
Fig. 2 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1 zur
Verwendung bei in einer Ebene liegenden Mauer-
oder Wandabschnitten im eingebauten Zustand,
Fig. 3 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1 zur
Verwendung bei winkelig zueinander angeordneten
Mauer- oder Wandabschnitten im eingebauten Zu
stand,
Fig. 4 einen Querschnitt einer Profilschiene des Standes
der Technik,
Fig. 5 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1 mit
der Darstellung von Winkelverhältnissen,
Fig. 6 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1 im
Montagezustand der Profilleiste mit einer Profil
schiene,
Fig. 7 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1,
der die Anpassung an unterschiedliche Putzdicken
darstellt,
Fig. 8 verschiedene Querschnitte der Halteleisten von
Profilschienen des Standes der Technik,
Fig. 9 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1 bei
komprimierender Bewegung der Dehnfuge,
Fig. 10 einen Querschnitt der Vorrichtung gemäß Fig. 1 bei
expandierender Bewegung der Dehnfuge.
In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer
Profilleiste 30 dargestellt, die zwei spiegelbildlich zu ei
ner Mittelsenkrechten 71 und voneinander beabstandete Sei
tenteile 40 aufweist, die durch einen umgekehrt U-förmigen,
elastischen Mittelteil 50 verbunden sind. Jedes Seitenteil
40 formt einen Führungskanal 43 und Distanzkanäle 41, 42 zur
Aufnahme einer Halteleiste 22, bestehend aus einem Distanz
schenkel 24 und einem Führungsschenkel 23, einer Profil
schiene 20. Dabei wird ein Distanzschenkel 24 einer Profil
schiene 20 in jeweils einen Distanzkanal 41, 42 einer Profil
leiste 30 und ein Führungsschenkel 23 einer Profilschiene 20
in einen Führungskanal 43 einer Profilleiste 30 eingeführt.
Übergangsteile 38, 39 unterstützen dabei wesentlich die Fi
xierung und Führung einer Halteleiste 22 durch Formung und
Begrenzung von Toleranzen. In ebener und/oder winkeliger
Einbauposition berührt jeweils eine Halteleiste 22 jeweils
Seitenteile 40 an mindestens drei von vier Kontaktpunkten
86-89 abhängig von der Geometrie verwendeter Profilschienen
20. Breite 31 und Höhe 32 dieser Distanzkanäle 41, 42 sind
derart bestimmt, daß unterschiedlich geformte Profilschienen
20 mit Halteleisten 22 in den maßeinheitlich geformten Di
stanzkanälen 41, 42 aufnehmbar sind. Die Summe aus Höhe 32
und Wanddicke 33 eines Distanzkanales 41, 42 ergibt ein Achs
abstandsmaß 34. Dieses ist vorzugsweise so bestimmt, daß es
mit der Abstufung üblicher Putzdicken harmoniert.
Einer Putzschicht 98 zugewandte Seitenflächen 68 von Seiten
teilen 40 sind gerillt oder auf andere Weise uneben gestal
tet oder aufgerauht, wodurch eine möglichst gute Bindung zum
Putz erreicht wird. Eine Abziehfolie 69 ist auf später
sichtbare Flächen der Oberseiten 49 von Seitenteilen 40 und
auf die Oberseite 59 eines Mittelteiles 50 geklebt. Dieser
weich eingestellte Mittelteil 50 ist hier mit den Seitentei
len 40 zusätzlich durch Kontaktquerschnitte 60 verbunden,
die jeweils eine Verjüngung 61 mit einer geringeren Wanddic
ke als das geringste Maß der Wanddicke 52 der Oberseite ei
nes Mittelteiles 59 aufweisen.
Beide Seitenteile 40 bestehen im Ausführungsbeispiel aus
Hart-PVC. Die Kontaktquerschnitte 60 und das weich einge
stellte Mittelteil 50 bestehen aus Weich-PVC und verbinden
beim Strangpreßvorgang zusätzlich jeweils die zwei Seiten
teile 40 einteilig miteinander. Eine Abziehfolie 69 besteht
hier aus einem handelsüblichen, einseitig klebstoffbeschich
teten Folienstreifen, der nach dem Extrusionsvorgang in der
Extrusionslinie in einem eingegliederten Verfahrensgang an
geklebt wird.
Fig. 2 zeigt eine Profilleiste 30 in Kombination mit zwei
Profilschienen 20 im eingebauten Zustand zwischen zwei Putz
schichten 98. Die Profilleiste 30 befindet sich im Bereich
über einer Dehnfuge 99. Eine Profilkombination 10 ist mit
tels der Hauptschenkel 21 von Profilschienen 20 an den Fu
genrändern auf in einer Ebene liegenden Mauer- oder Wandab
schnitten 91 festgelegt. Kontaktquerschnitte 60 werden dabei
nicht verletzt. Eine Abziehfolie 69 wird nach der Verarbei
tung abgezogen.
Fig. 3 veranschaulicht den eingebauten Zustand einer Profil
leiste 30 in Kombination mit zwei Profilschienen 20 zwischen
zwei Putzschichten 98 bei der Verwendung für winkelig ange
ordnete Mauer- oder Wandabschnitte 91, 92. Ein linker Seiten
teil 40 wird dann relativ zum rechten Seitenteil 40 um eine
Mittelsenkrechte 71 eines Mittelteiles 50 im gewünschten
Winkel, hier 90 Grad, zur Seite geschwenkt, so daß sich ein
Hauptschenkel 21 der linken Profilschiene 20 im geschwenkten
Seitenteil 40 am Fugenrand des linken winkelig angeordneten
Mauer- oder Wandabschnittes 92 anlegt, während ein Haupt
schenkel 21 der rechten Profilschiene 20 im nicht geschwenk
ten Seitenteil 40 auf dem Fugenrand des rechten winkelig an
geordneten Mauer- oder Wandabschnittes 92 ruht. Die Obersei
te eines Mittelteiles 59 verformt sich dabei im Querschnitt
hier viertelkreisförmig. Kontaktquerschnitte 60 werden dabei
nicht verletzt. Eine Abziehfolie 69 wird nach der Verarbei
tung abgezogen.
Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch eine Profilschiene 20
des Standes der Technik mit den für die Verwendung mit einer
Profilleiste 30 relevanten Angaben der Höhe 25 und Dicke 26
eines Führungsschenkels 23 und der Breite 27 und Bauhöhe 28
eines Distanzschenkels 24.
Fig. 5 zeigt einen 90-Grad-Winkel 73 zwischen einer Mittel
senkrechten 71 und einer Fluchtlinie 72 der Oberseiten 49, 59
einer Profilleiste 30. Außerdem einen Winkel 78 zwischen ei
ner Mittelsenkrechten 71 und einer Fluchtlinie 77 eines Füh
rungskanales 43 und einen Winkel 76 zwischen einer Fluchtli
nie 74 eines oberen Distanzkanales 41 und einer Fluchtlinie
75 eines folgenden Distanzkanales 42.
Fig. 6 zeigt einen Winkel 80 zwischen einer Fluchtlinie 77
eines Führungskanales 43 und einer Fluchtlinie 79 von Über
gangsteilen 38, 39. In einem rechten Seitenteil 40 einer Pro
filleiste 30 erkennt man das damit erhöhte Spiel für einen
Führungsschenkel 23 einer Profilschiene 20 im Führungskanal
43 und die in der Folge höhere Ausnutzung des Spieles im
oberen Distanzkanal 41 wodurch die Zusammenfügung der Pro
filleiste 30 mit einer Profilschiene 20 erleichtert wird.
Fig. 7 zeigt eine Profilleiste 30, in deren untere Distanz
kanäle 42 jeweils ein Distanzschenkel 24 einer Halteleiste
22 eingeführt wurde. Dadurch wird eine Profilkombination 10
ohne Austausch einer Komponente durch die jeweilige Wahl des
Distanzkanales 42 in der Bauhöhe verändert und eignet sich
in der Folge für die Verwendung bei unterschiedlichen Dicken
der oberen Putzschicht 98.
Fig. 8 zeigt Querschnitte durch orthogonal angeformte Füh
rungsschenkel 23 mit verschieden ausgeformten Distanzschen
keln 24 von mehreren Profilschienen 20 des Standes der Tech
nik, die in den maßeinheitlich geformten Distanzkanälen
41, 42 aufnehmbar sind.
Fig. 9 zeigt eine Profilleiste 30 bei komprimierender Bewe
gung einer Dehnfuge 99. Dabei wölbt sich die Oberseite 59
eines weich eingestellten Mittelteiles 50. Angeformte Kon
taktquerschnitte 60 bleiben dabei erhalten.
Fig. 10 zeigt eine Profilleiste 30 bei expandierender Bewe
gung einer Dehnfuge 99. Die Bewegung ist hier sehr groß, so
daß sich angeformte Kontaktquerschnitte 60 bei angeformten
Verjüngungen 61 öffnen jeweils eine klaffende Fuge zwischen
einem weich eingestellten Mittelteil 50 und Seitenteilen 40
entsteht.
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Abdichten einer Dehnfuge (99) zwischen
Mauer- oder Wandabschnitten (91, 92) mit einer oberen
Putzschicht (98), insbesondere Fassaden,
mit einer Profilleiste (30) aus Kunststoff und zwei an den Rändern der Dehnfuge (99) festlegbaren und in Längsrichtung in die Profilleiste (30) einschiebbaren Profilschienen (20),
wobei die Profilleiste (30) eine im Einbauzustand sichtseitige Oberseite und eine gegenüberliegende Rück seite aufweist,
wobei die Profilleiste (30) einen weich eingestellten Mittelteil (50) und beidseitig angeformte hart einge stellte Seitenteile (40) aufweist,
wobei im Querschnitt gesehen jedes Seitenteil (40) ei nen Führungskanal (43) und einen Distanzkanal (41, 42) aufweist, der über den Führungskanal (43) von der Rück seite der Profilleiste (30) her geöffnet und unter ei nem Winkel zum Führungskanal (43) angeordnet ist, wobei die Profilschiene (20) eine Halteleiste (22) mit einem Führungsschenkel (23) zur Aufnahme im Führungska nal (43) und einen Distanzschenkel (24) zur Aufnahme im Distanzkanal (41, 42) aufweist,
wobei bei der Montage in einer ersten Schwenkstellung der Halteleiste (22) diese in den Führungs- und Di stanzkanal (43 bzw. 41, 42) mit Spiel einschiebbar ist und im Einbauzustand in einer zweiten Schwenkstellung die Halteleiste (22) im Seitenteil (40) unter Ver schwenken des Seitenteils (40) bei Verformung des Mit telteils (50) der Profilleiste (30) vorgespannt an liegt,
so daß die Profilleiste (30) in die Einbaustellung ge bracht ist, in der die Oberflächen der Seitenteile (40) zueinander unter einem Winkel von zumindest 180° oder kleiner angeordnet sind.
mit einer Profilleiste (30) aus Kunststoff und zwei an den Rändern der Dehnfuge (99) festlegbaren und in Längsrichtung in die Profilleiste (30) einschiebbaren Profilschienen (20),
wobei die Profilleiste (30) eine im Einbauzustand sichtseitige Oberseite und eine gegenüberliegende Rück seite aufweist,
wobei die Profilleiste (30) einen weich eingestellten Mittelteil (50) und beidseitig angeformte hart einge stellte Seitenteile (40) aufweist,
wobei im Querschnitt gesehen jedes Seitenteil (40) ei nen Führungskanal (43) und einen Distanzkanal (41, 42) aufweist, der über den Führungskanal (43) von der Rück seite der Profilleiste (30) her geöffnet und unter ei nem Winkel zum Führungskanal (43) angeordnet ist, wobei die Profilschiene (20) eine Halteleiste (22) mit einem Führungsschenkel (23) zur Aufnahme im Führungska nal (43) und einen Distanzschenkel (24) zur Aufnahme im Distanzkanal (41, 42) aufweist,
wobei bei der Montage in einer ersten Schwenkstellung der Halteleiste (22) diese in den Führungs- und Di stanzkanal (43 bzw. 41, 42) mit Spiel einschiebbar ist und im Einbauzustand in einer zweiten Schwenkstellung die Halteleiste (22) im Seitenteil (40) unter Ver schwenken des Seitenteils (40) bei Verformung des Mit telteils (50) der Profilleiste (30) vorgespannt an liegt,
so daß die Profilleiste (30) in die Einbaustellung ge bracht ist, in der die Oberflächen der Seitenteile (40) zueinander unter einem Winkel von zumindest 180° oder kleiner angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenteile (40) je
weils mehr als einen Distanzkanal (41, 42) aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (78) zwischen
der Fluchtlinie (77) des Führungskanales (43) und der
Mittelsenkrechten (71) der Profilleiste (30) 3 bis 8
Grad beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite (59) des
weich eingestellten Mittelteiles (50) eine Breite von
5 mm bis 9 mm und/oder eine Wanddicke von 1 mm bis 2 mm
aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzkanäle (41, 42)
eine Breite von 7 mm bis 9 mm und/oder eine Höhe von
1,5 mm bis 4,5 mm aufweisen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzkanäle (41, 42)
ein Achsabstandsmaß (34) von 3 mm bis 5 mm aufweisen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (80) zwischen
der Fluchtlinie (77) des Führungskanales (43) und der
Fluchtlinie (79) der Übergangsteile (38, 39) größer 0 Grad
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (80) zwischen
der Fluchtlinie (77) des Führungskanales (43) und der
Fluchtlinie (79) der Übergangsteile (38, 39) 2 bis 7 Grad
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (76) zwischen
den Fluchtlinien (74, 75) der übereinander angeformten
Distanzkanäle (41, 42) größer 0 Grad und insbesondere 3
bis 9 Grad ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die dem Fugenäußeren zuge
wandten Oberseiten (49, 59) der Seitenteile (40) und des
Mittelteiles (50) an den Berührungspunkten durch ein
stückig angeformte Kontaktquerschnitte (60) verbunden
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktquerschnitte
(60) eine Verjüngung (61) mit einer jeweils geringeren
Wanddicke als die geringste Wanddicke der Oberseite
(59) des elastischen Mittelteiles (50) aufweisen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Seitenteile (40)
aus Hart-PVC und das elastische Mittelteil (50) aus
einstückig angeformtem Weich-PVC-Material besteht.
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| DE102005056439A1 (de) * | 2005-11-26 | 2007-05-31 | PUR Möbelprofile-Vertriebs-GmbH | Profilleiste zur Verwendung im Innenausbau sowie Bausatz einschließlich einer solchen Profilleiste |
| DE102005056439B4 (de) * | 2005-11-26 | 2011-03-31 | PUR Möbelprofile-Vertriebs-GmbH | Profilleiste zur Verwendung im Innenausbau sowie Bausatz einschließlich einer solchen Profilleiste |
| EP1952969A2 (de) | 2007-01-24 | 2008-08-06 | Konrad Lehrhuber | Bauprofilleiste aus Kunststoff mit einer Oberflächenverankerungsstruktur für Putz und Farbe |
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