DE10014497C1 - System zur Steigerung der Kondition - Google Patents
System zur Steigerung der KonditionInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein System zur Steigerung der Kondition von Personen, die sich in einem Aufenthaltsraum befinden, welcher im wesentlichen geschlossen ist. Das System umfaßt Einrichtungen (1, 2, 3, 4) zur Steuerung oder Regelung des Luftdrucks im Aufenthaltsraum, wobei die Steuerung oder Regelung derart erfolgt, daß chaotische Schwankungen des äußeren Luftdrucks vom Aufenthaltsraum ferngehalten werden. Zusätzlich oder alternativ kann man periodische Schwankungen des Luftdrucks im Aufenthaltsraum innerhalb eines Druckbereiches von 100 Pa oder weniger um den äußeren Luftdruck herum erzeugen. Auf diese Weise werden die Konditionssicherheit und das Wohlbefinden der Personen verbessert.
Description
Die Erfindung betrifft ein System zur Steigerung der
Kondition, insbesondere von Fahrzeuginsassen.
Aus International Journal of Biometeorology, 1999, Band 43,
S. 31-37, ist bekannt, daß das Wohlbefinden und die
geistige Leistung von Menschen eine starke Abhängigkeit von
kleinsten Luftdruckschwankungen zeigt. Die Amplituden
dieser Schwankungen betragen dabei nur bis zu 50 Pa.
Nachgewiesen wurde, daß ein chaotischer Verlauf der
Druckwerte in diesem Bereich negative, ein periodischer
Verlauf positive Auswirkungen zeigt. Insbesondere tritt bei
bestimmten kognitiven Leistungen eine Steigerung um 30%
auf. Periodische oder chaotische Luftdruckschwankungen im
Bereich von typischerweise 0.01 bis 0.1 Hz werden im
folgenden "extremer Infraschall" genannt.
Aufgabe der Erfindung ist es, durch gezielten Einsatz von
extremem Infraschall die Kondition und das Wohlbefinden,
insbesondere von Kraftfahrzeuginsassen zu verbessern.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst. Die Merkmale der Unteran
sprüche enthalten weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß schlechte
kognitive Leistungen und/oder Unwohlsein beim Autofahren
wetterabhängig sind und von extremem Infraschall bewirkt
werden. Ein weitere Ursache für Luftdruckschwankungen mit
entsprechend negativer Wirkung stellen bergige Strecken
dar. 4 Meter Unterschied im Höhenprofil in der
Erdatmosphäre entsprechen beim Durchfahren bereits der
wirksamen Druckamplitude von 50 Pa.
Durch wenige Modifikationen an der Fahrgastzelle eines
Automobils ist der darin herrschende Luftdruck kontrollier
bar. Durch eine entsprechende Gestaltung oder Ansteuerung
lassen sich so die negativen, durch Wetter oder Höhenprofil
bewirkten Luftdruckschwankungen vermeiden oder zumindest
vermindern.
Alternativ, d. h. ohne Rücksicht auf wetterbedingte Luft
druckschwankungen oder solche, die beim Durchfahren von
bergigen Strecken entstehen, können zusätzlich zu der
Maßnahme, derartige Luftdruckschwankungen vom Fahrzeug
innenraum fernzuhalten, gezielt positive, die geistige
Leistung und das Wohlbefinden der Fahrzeuginsassen
verbessernde periodische Schwankungen des Luftdrucks in der
Fahrgastzelle innerhalb eines Druckbereiches von 100 Pa
oder weniger um den äußeren Luftdruck herum erzeugt werden.
Die erzeugten periodischen Schwankungen des Luftdrucks in
der Fahrgastzelle haben vorzugsweise Frequenzen zwischen
0,01 und 1 Hz, wobei Frequenzen zwischen 0,01 und 0,1 Hz
besonders vorteilhaft sind.
Die Steuerung oder Regelung des Luftdrucks kann durch
Steuerung oder Regelung der Luftzufuhr in die Fahrgastzelle
und/oder der Abluftbeseitigung aus der Fahrgastzelle
erfolgen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Die
Figur zeigt einen Längsschnitt durch ein Kraftfahrzeug, in
dem die Baugruppen, die zur Regelung des Luftdrucks in der
Fahrgastzelle eines Kraftfahrzeugs verwendet werden,
schematisch eingezeichnet sind.
Das in der Figur gezeigte Kraftfahrzeug enthält ein Gebläse
1, das der Fahrgastzelle Frischluft bzw. Umluft zuführt.
Das Gebläse 1 kann auch Teil einer Klimaanlage sein.
Außerdem enthält das Kraftfahrzeug ein Abluftgebläse 2, das
die Luft aus der Fahrgastzelle saugt. Anstelle des
Abluftgebläses 2 können steuerbare Abluftklappen vorgesehen
sein.
An einem geeigneten Ort in der Fahrgastzelle ist ein
Luftdrucksensor 3 angebracht, der den Luftdruck in der
Fahrgastzelle mißt und ein Signal, das den gerade
herrschenden Luftdruck darstellt, einem Steuergerät 4 im
Fahrzeug zuführt.
Mit Hilfe des Signals vom Luftdrucksensor 3 regelt bzw.
steuert das Steuergerät 4 das Gebläse 1 (bzw. die
Klimaanlage) und/oder das Abluftgebläse 2 (bzw. die
Abluftklappen) so, daß in jedem Zeitpunkt der gewünschte
Luftdruck in der Fahrgastzelle herrscht, vorzugsweise ein
Luftdruck, der zwischen innerhalb eines Druckbereiches von
ca. 30-100 Pa um den äußeren Atmosphärendruck herum
periodisch schwankt, mit einer Frequenz zwischen 0,01 und 1 Hz,
zum Beispiel 0,03 Hz.
Zusätzlich zu dem Luftdrucksensor 2, der den Luftdruck in
der Fahrgastzelle mißt oder auch ersatzweise kann ein
Luftdrucksensor vorgesehen sein, der den außerhalb der
Fahrgastzelle herrschenden Atmosphärendruck mißt. Ein
Sensor für den äußeren Druck ermöglicht es dem Steuergerät
4, auf Änderungen des äußeren Luftdrucks vorausschauend zu
reagieren, um die gewünschten Luftdruckwerte im
Fahrzeuginnenraum noch genauer regeln zu können.
Bei der Realisierung des kontrollierten Luftdrucks im
Fahrzeuginnenraum ist folgendes zu berücksichtigen:
Da der aufzubringende Differenzdruck zur Umgebungsluft sehr
gering ist, genügt die sorgfältige Anwendung von
Dichtungselementen, die bereits heute im Fahrzeugbau
verwendet werden. Auf aufwendige Dichtungsmaßnahmen, wie
sie im Flugzeugbau für Druckkabinen verwendet werden, kann
im allgemeinen verzichtet werden. Es genügt, die Zuluft-
und ggf. Abluftkanäle entsprechend zu steuern.
Für die Zuluft ist es günstig, die heute bereits vielfach
vorhandenen elektronisch ansteuerbaren Frischluftgebläse
und Luftverteilungsklappen zu nutzen und sie entsprechend
anzusteuern. Eine Ansteuerung der Drehzahl des Luftgebläses
ist jedoch nur bei sehr niedrigem Grundgeräusch des
Gebläses sinnvoll, da Drehzahl- und damit
Tonhöheschwankungen von den Insassen des Fahrzeugs als
störend empfunden werden. Ggf. müssen deshalb zusätzliche
Luftwege vorgesehen werden. Deren Luftdurchsatz kann man
mit Hilfe von elektromagnetischen Aktuatoren, die den
Durchlaßquerschnitt verändern, schnell und geräuscharm
verändern. Ein Gebläselüfter, dessen Luftmenge bzw. Druck
durch mechanisch im Anstellwinkel veränderbare
aerodynamische Elemente verändert werden kann, ist deshalb
von Vorteil.
Die Abluft kann durch Gebläseeinrichtungen, die in den
Abluftkanälen zusätzlich angebracht werden, durch veränder
liche Querschnitte der Abluftkanäle oder durch eine
veränderliche Luftaustrittsgeometrie, die den Venturi-
Effekt ausnutzt, gesteuert werden.
Eine Alternative zu der beschriebenen Regelung des
Luftdrucks ist, den Luftdruck in der Fahrgastzelle
lediglich zu steuern, z. B. indem die Zuluft oder Abluft mit
der gewünschten Frequenz periodisch verstärkt bzw.
gedrosselt wird. Auch die Methode, chaotische Schwankungen
des äußeren Luftdrucks von der Fahrgastzelle fernzuhalten,
kann im Prinzip durch einfache Steuerung auch ohne direkte
Messung des Druckes im Innenraum realisiert werden.
Zum Beispiel kann man Schwankungen des äußeren Luftdrucks,
die von einem entsprechenden Sensor detektiert werden,
dadurch entgegenwirken, daß man das Gebläse 1 und/oder das
Abluftgebläse 2 in Übereinstimmung mit vorprogrammierten
Werten schneller oder langsamer laufen läßt.
Den äußeren Luftdruck direkt zu messen, kann einen gewissen
Aufwand erfordern. Falls das Fahrzeug über Sensoren zur
Erfassung von Bewegungszuständen im Rahmen von
Fahrzeugsicherheitssystemen verfügt, mit denen Steigungen
und Gefälle detektiert werden können, so könnten deren
Meßwerte als Eingangsgrößen für einen vorausschauenden
Ausgleich der im Fahrzeuginnenraum zu erwartenden
Luftdruckschwankungen verwendet werden. Höheninformationen
aus genügend genauen GPS-Systemen könnten ebenfalls
verwendet werden, um eine direkte Messung des äußeren
Luftdrucks entbehrlich zu machen. Das gleiche gilt für die
Verwendung von digitalen Karten mit Höheninformation.
Es ist ferner möglich, das erfindungsgemäße System auch im
Rahmen der Klimatisierung von Gebäuden anzuwenden.
Claims (6)
1. System zur Steigerung der Kondition von Personen, die
sich in einem Aufenthaltsraum befinden, welcher im
wesentlichen geschlossen ist, gekennzeichnet durch Einrich
tungen (1, 2, 3, 4) zur Steuerung oder Regelung des
Luftdrucks im Aufenthaltsraum,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung oder Regelung derart erfolgt, daß
chaotische Schwankungen des äußeren Luftdrucks vom
Aufenthaltsraum ferngehalten werden, und/oder derart, daß
periodische Schwankungen des Luftdrucks im Aufenthaltsraum
innerhalb eines Druckbereiches von 100 Pa oder weniger um
den äußeren Luftdruck herum erzeugt werden.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
periodischen Schwankungen des Luftdrucks im Aufenthaltsraum
mit Frequenzen zwischen 0,01 und 1 Hz und vorzugsweise mit
Frequenzen zwischen 0,01 und 0,1 Hz erzeugt werden.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung oder Regelung des Luftdrucks durch
Steuerung oder Regelung der Luftzufuhr (1) im
Aufenthaltsraum erfolgt.
4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerung oder Regelung des
Luftdrucks durch Steuerung oder Regelung der
Abluftbeseitigung (2) aus dem Aufenthaltsraum erfolgt.
5. Anwendung eines Systems nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das System in einem
Kraftfahrzeug eingesetzt wird.
6. Anwendung eines Systems nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das System bei der
Klimatisierung von Gebäuden zum Einsatz kommt.
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|---|---|
| DE (1) | DE10014497C1 (de) |
Cited By (3)
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-
2000
- 2000-03-23 DE DE10014497A patent/DE10014497C1/de not_active Expired - Fee Related
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