DE10013358A1 - Verfahren zur Verfolgung, Dokumentation und Lenkung des Weges von Bauteilen in einer Logistikkette, und Computerprogramm zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Verfolgung, Dokumentation und Lenkung des Weges von Bauteilen in einer Logistikkette, und Computerprogramm zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zur Verfolgung, Dokumentation und Lenkung von Bauteilen in einer Logistikkette beschrieben, welches auf einem System vernetzter Computer basiert. Neben einem zentralen Computersystem ist wenigstens an jedem relevanten Ort der Logistikkette ein lokales Computersystem installiert. Das zentrale Computersystem kann wenigstens mit jedem lokalen Computersystem Daten austauschen, wobei jedes Bauteil eindeutig identifizierbar ist. Das Verfahren beinhaltet die folgenden Schritte: DOLLAR A - jedes Bauteil wird bei der Herstellung eindeutig gekennzeichnet; DOLLAR A - wenn sich das Bauteil an einem bestimmten Ort der Logistikkette befindet, wird dieses in einem standardisierten Formular, welches jeweils pro individuellem Bauteil existiert, vermerkt; DOLLAR A - Bearbeitungsschritte werden in dem Formular vermerkt; DOLLAR A - eine Anzahl als relevant betrachteter Eigenschaften des Bauteils werden in dem Formular vermerkt; DOLLAR A - das Formular wird über Datenfernübertragungsleitungen an das zentrale Computersystem übermittelt; DOLLAR A - das Formular wird als standardisierter Datensatz in einer Datenbank oder in einem Datenbanksystem des zentralen Computersystems gespeichert.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verfolgung und zur Doku
mentation des Weges von Bauteilen. Sie betrifft insbesondere ein Computer
programm zur Durchführung des Verfahrens.
Hochtechnisierte Fertigungsmethoden erfordern hochspezialisierte Fertigungs-
und Bearbeitungsbetriebe. Die notwendige Auslastung teuerer Maschinen, und
die Konzentration von Spezialwissen bedingen, dass bestimmte Bearbeitungs
schritte bei der Herstellung technisch hochentwickelter Komponenten nur von
wenigen, auf der ganzen Welt verstreuten Spezialbetrieben durchgeführt wer
den können. Die Herstellung solcher Komponenten erfordert eine ausgeklügel
te Logistikkette.
Nach dem Stand der Technik übliche Systeme und Verfahren zur Steuerung
und Überwachung der Logistikkette erfordern eine Vielzahl von externen Ein
griffen. Sie sind damit fehleranfällig, nicht echtzeitfähig, und eröffnen Möglich
keiten zu Manipulationen, die in einem komplexen System kaum feststellbar
sind.
Die effiziente Abwicklung von Projekten, die Steuerung einer Logistikkette,
nicht zuletzt aber auch die Sicherung der Qualität, erfordern, dass der Prozess
eigner jederzeit über den Ort und den Prozessschritt, an oder in dem ein indivi
duelles Bauteil sich befindet, informiert sein muss. Weiterhin muss der Pro
zesseigner auch in der Lage sein steuernd einzugreifen.
Ein Prozesseigner muss jederzeit Informationen über den Ort eines Bauteils
innerhalb der Logistikkette erhalten.
Das Verfahren soll in der Lage sein, den Weg eines Bauteils in der Logistik
kette in Echtzeit oder wenigstens zeitnah zu verfolgen und darzustellen.
Informationen müssen gleichzeitig von einer Mehrzahl von Prozesseignern
und/oder anderen Prozessen abrufbar sein.
Es müssen Informationen über individuelle Bauteile zur Verfügung stehen und
dokumentiert werden, was für eine Qualitätskontrolle unabdingbar ist.
Das Verfahren muss möglichst wenige externe Eingriffe erfordern, um Fehler
quellen und Manipulationsmöglichkeiten auszuschliessen.
Informationen müssen gleichzeitig von einer Mehrzahl von Prozesseignern
und/oder anderen Prozessen abrufbar sein.
Entscheidungen, die ein Prozesseigner über den weiteren Weg eines Bauteils
in der Logistikkette fällt, müssen unmittelbar an den Ort, an dem sich das Bau
teil gerade befindet, übertragen und dort umgesetzt werden. Die entsprechen
den Informationen müssen also an dem relevanten Ort zur Verfügung stehen.
Ein Prozesseigner, der sich an einem beliebigen physischen Ort befindet, muss
in Echtzeit Informationen über den physischen Aufenthaltsort eines Bauteils so
wie dessen logischen Aufenthaltsort in der Logistikkette abrufen und Entschei
dungen über den weiteren Weg des Bauteils treffen können. Diese Entschei
dungen müssen jederzeit und überall unmittelbar kommuniziert und umgesetzt
werden können.
Alle diese Schritte müssen dokumentiert werden. Eine effiziente Qualitäts
kontrolle erfordert eine lückenlose Dokumentation jedes Schrittes des Bauteils
in der Logistikkette.
Die ganzheitliche Betrachtungsweise von Prozessen und Projekten erfordert
es, Veränderungen der Eigenschaften des Bauteils im weitesten Sinne zu er
fassen und zu dokumentieren. Zu diesen Eigenschaften zählen die Wertschöp
fung an verschiedenen Orten der Logistikkette, aber auch Ausschussquoten
und eventuelle Schäden sowie Umweltverschmutzung aufgrund des Transpor
tes, und vieles mehr.
Informationen über ein Bauteil müssen auch mit anderen Systemen, die ein
Projekt oder einen Wertschöpfungsprozess abbilden, verknüpfbar sein.
Erfindungsgemäss wird hierzu ein Computerprogrammsystem aufgesetzt, das
auf verteilten und vernetzten Ressourcen basiert, und das in einer zentralen
Datenbank oder in einem zentral verwalteten System von Datenbanken Infor
mationen über eine Vielzahl von Bauteilen enthält. Bevorzugt ist dabei ein Da
tensatz pro individuelles Bauteil abgelegt. Bauteile werden vom ersten Produk
tionsschritt an durch eine eindeutige und einmalige Seriennummer gekenn
zeichnet. Die Seriennummern selbst werden bevorzugt in einer zentralen Da
tenbank verwaltet. Ein Lieferant oder ein Prozesseigner, der eine Seriennum
mer für ein Bauteil benötigt, erhält diese in diesem Fall von der zentralen
Seriennummern-Datenbank zugewiesen. Durch die zentrale Verwaltung der
Seriennummern wird die doppelte Vergabe von Seriennummern vermieden.
Zu einer Seriennummer wird ein zentraler Datensatz abgelegt. Dieser enthält
wichtige Bauteileigenschaften, wie den Aufenthaltsort des Bauteils, und zwar
sowohl den physischen Aufenthaltsort als auch den logischen Aufenthaltsort
innerhalb der Logistikkette. Letzterer definiert auch die bereits durchlaufenen
Prozessschritte. Ferner wird (oder kann) dieser Datensatz Angaben über Ur
sprung und Bestimmung des Bauteils enthalten. Weitere wichtige Eigenschaften
sind Kosten, eventuelle Abweichungen von der Spezifikation (Non-
Conformance NC), Durchlaufzeiten, und dergleichen mehr. Aber auch weitere
Informationen wie technische Spezifikationen werden dort mit Vorteil gespei
chert. Diese Analyse wird mit Hilfe anderer Analysewerkzeuge durchgeführt,
mit denen das erfindungsgemässe System natürlich zu kommunizieren in der
Lage sein muss.
Zwischen den zahlreichen Daten, welche die Datensätze enthalten können -
besonders zu erwähnt seien an dieser Stelle nochmals die Seriennummer,
Spezifikations-Abweichungsnummern (Non-Conformance-Nummern), die
Warenbestellungs-Nummer, die Nummer der technischen Spezifikation, die
Lieferantenidentifikation, Ausschusslisten, Komponentenpreise, Datum, und
dergleichen - kann das Programmsystem logische Verbindungen herstellen.
Bevorzugt ist die Seriennummer des Bauteiles maschinenlesbar auf diesem
kodiert, und wird wenigstens beim Warenein- und Ausgang an verschiedenen
Orten registriert. Nach dem heutigen Stand der Technik kämen dazu die wohl
bekannten Strichcodes in Frage, die beim Warenein- und Ausgang von Strich
codelesern registriert würden. Bei einer Weiterentwicklung der Technik könnten
dies auch miniaturisierte elektronische Bauelemente sein, die einen Code be
rührungslos senden. Dieser könnte dann als Zukunftsvision von Satelliten aus
empfangen werden, wodurch eine lückenlose Lokalisierung des Bauteils inner
halb der kompletten Logistikkette möglich wäre. Ausserdem kommen durch
Laser aufgebrachte Codes o. ä. in Frage. Die Informationen über den Aufenthalt
des Bauteils werden dann an die zentrale Datenbank übertragen. Die automati
sierte Lokalisierung der Bauteile erspart hier externe Eingriffe, und Manipulatio
nen werden unterbunden. Die Information über den Aufenthaltsort eines Bau
teils steht zuverlässig zur Verfügung.
Informationen über erfolgte Prozessschritte innerhalb der Logistikkette werden
jeweils lokal in einen Computer eingegeben. An wichtigen Stellen innerhalb der
Logistikkette ist jeweils ein Computer positioniert. Diese Computer bilden ein
vernetztes System verteilter Ressourcen. Insbesondere kommunizieren Sie mit
einem zentralen Computer, der die zentrale Datenbank oder das zentrale Sy
stem von Datenbanken speichert und verwaltet. Die Kommunikation der global
verteilten Ressourcen erfolgt dabei in einem WAN über Datenfernübertra
gungsleitungen, wobei insbesondere an Telefonleitungen oder das Internet zu
denken wäre. An einem Standort können Computer durchaus auch über ein
LAN miteinander kommunizieren. In dem zentralen Computer wird bevorzugt
pro Seriennummer, also pro einzelnem Bauteil, ein Datensatz verwaltet. Dort
fliessen alle Informationen in Echtzeit zusammen, wodurch ein Prozesseigner
einen detaillierten Einblick in die Logistikkette enthält. Weiterhin kann der ge
samte Weg eines Bauteils durch die Logistikkette im Detail dokumentiert wer
den, was gerade für die Qualitätskontrolle ein unschätzbarer Vorteil ist. Ande
rerseits wird der Prozesseigner durch die vollständigen Informationen auch in
die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen über den weiteren Weg des Bau
teils zu treffen. Insbesondere kann er über die weitere Bearbeitung, Repara
turen, Retouren infolge von nicht tolerierbaren Abweichungen, eine Änderung
des Bestimmungsortes, und dergleichen entscheiden. Diese Entscheidungen
können in Echtzeit über das vernetzte Computersystem übertragen und um
gesetzt werden.
Der Datensatz, der zu einem Bauteil gehört, ist bevorzugt in einem standardi
sierten Formular abgelegt. Den Benutzern - beispielsweise Lieferanten und
Prozesseignern - werden alle Daten auf ebenfalls standardisierten Formularen
und/oder Buchungsbelegen angezeigt, welche die für den jeweiligen Benutzer
relevanten Daten enthalten. Auf diesen Formularen werden die Benutzer gege
benenfalls auch zu Eingaben aufgefordert. Dabei steht eine Anzahl von Formu
laren zur Verfügung, die auf spezifische Aspekte der Logistikkette fokussieren.
Diese Formulare können beispielsweise für die spezifische Darstellung der
relevanten Parameter für die Qualitätsüberwachung und -überprüfung, Spezifi
kationsabweichungen nach Bauteil und Lieferant, Wertflüsse nach Bauteil und
Lieferant, Ausschusslisten, Spezifikationsnummern, und Warenbestellungs
nummern massgeschneidert sein. In den Formularen werden für die jeweilige
Aufgabe spezifische Eigenschaften eines Bauteils oder auch einer Bauteilgrup
pe in Verbindung miteinander angezeigt, und es können bestimmte Werte in
nerhalb des Formulars manipulierbar sein.
Ein Zugangsberechtigungssystem ist sinnvoll, damit nicht jeder Benutzer auf
jedes Formular zugreifen kann. Insbesondere muss vermieden werden, dass
jeder Benutzer alle Daten innerhalb eines Datensatzes manipulieren kann.
Ebenso sollte nicht jeder Beteiligte einer Logistikkette alle Spezifikationen ein
sehen dürfen. Dies kann durch ein Zugangsberechtigungssystem an sich be
kannter Art, mit Unterscheidung in Schreib-, Lese-, Löschberechtigung, und
andere Berechtigungsklassen, erreicht werden. Diese Berechtigungen können
den Benutzern beispielsweise pro Formular erteilt werden. So kann auf einfa
che und effiziente Weise erreicht werden, dass jeder Benutzer nur in dem Rah
men Daten einsehen oder manipulieren kann, in dem sein Anteil am Gesamt
prozess dies erfordert.
Besonders vorteilhaft arbeitet das erfindungsgemässe Verfahren, wenn Serien
nummern mit Aktivitätennummern verknüpft werden. Für jeden Bearbeitungs
schritt, der an einem Bauteil durchgeführt wird, wird in das System eine Aktivi
tätennummer eingegeben, die diesen Schritt beschreibt. Bauteile, die mit glei
chen Aktivitätennummern belegt sind, können somit in Gruppen zusammen
gefasst werden. Bauteile, denen mehrere gleiche Aktivitätennummern anhaf
ten, haben die gleichen Prozesse durchlaufen. Sind die Aktivitätennummern in
gleicher Reihenfolge angeordnet, war die logistische Reihenfolge gleich. Auf
diese Weise kann nach speziellen Gruppen von Bauteilen im System gesucht
werden. Nur so können bestimmte Bauteile gezielt manuell zu Gruppen zusam
mengefasst werden.
Weist ein Bauteil einen bestimmten Qualitätsfehler auf, wird es im ihm zuge
hörigen Datensatz bevorzugt durch eine entsprechende Fehlerkategorienum
mer gekennzeichnet. Auch diese Fehlerkategorienummern können gezielt auf
gefunden werden.
Dient ein Bauteil speziellen Versuchszwecken ist es wiederum durch die glei
che Versuchsnummer als solche gekennzeichnet.
Diese Art der Nummernverteilung erzeugt keinerlei IT-Aufwand, denn die Infor
mationen werden ja ohnehin aufgenommen. Sie ermöglichen dem Prozesseig
ner einen genauen Überblick über die Bewegung von grossen und kleinen
Gruppen von normalen Teilen, von Versuchsteilen und von nachzubearbeiten
den Teilen, welche eine problematische Qualität aufweisen und daher Überar
beitungsschritte benötigen.
Dieses Kennzeichnungssystem ermöglicht eine gezielte Steuerung aller Teile
in der gesamten Logistikkette.
Das Computerprogrammsystem kann über weite Strecken mit angepasster her
kömmlicher Software realisiert werden.
Alle Hardwarekomponenten zur Realisierung des Computerprogrammsystems
sind handelsübliche Komponenten.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels im Zusam
menhang mit der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 der Wege eines Präzisionsgussteiles, beispielsweise einer
Turbinenschaufel, für ein Kraftwerk in Borneo;
Fig. 2 ein Datenverarbeitungssystem, welches zur Durchführung des
erfindungsgemässen Verfahrens geeignet ist.
Die Fig. 1 zeigt die Logistikkette für dieses Bauteil. Die durchgezogenen Li
nien markieren die Warenflüsse, und die gestrichelten Linien die Datenflüsse.
Die Schaufel wird am Ort A gegossen, und zur Identifikation mit einer Serien
nummer versehen. Per LKW wird sie zum Ort B, einem Flughafen transportiert.
Per Flugzeug wird die Schaufel zum Ort C verfrachtet. Dort wird beispielsweise
eine Beschichtung aufgebracht. Wiederum per LKW wird das Bauteil zum Ort D
transportiert, und dort bearbeitet. Das Bauteil wird als Flugfracht zum Ort E ver
frachtet, einem Flugplatz in China. Dort muss es zunächst den Zoll passieren,
bevor es nach F transportiert und in eine Gasturbine eingebaut wird. Die kom
plette Gasturbine geht per Zug zum Hafen G, wird auf ein Schiff verladen, und
zum Hafen H transportiert. Dort muss wiederum der Zoll passiert werden, bevor
schliesslich der Transport zum Bestimmungsort I erfolgen kann.
Der Prozesseigner für dieses Kraftwerksprojekt befindet sich am Ort Z. An je
dem der Orte A bis I hat ein Lieferant, Bearbeitungsbetrieb, Frachtagent, und
so weiter, einen Computer, der die wesentlichen Daten des Bauteils auf einem
einheitlichen Buchungsformular erfasst. Dies ist neben dem Aufenthaltsort be
reits erfolgte Wertschöpfung - also Bearbeitungsschritte, Transport usw., Ko
sten - unzulässige Abweichungen von der Spezifikation, Durchlaufzeiten, Wa
renursprungs- sowie Bestimmungsort, und dergleichen mehr. Alle diese Daten
werden per Datenfernübertragung an den zentralen Computer am Ort Z über
tragen, und dort in einem Datenbanksystem gesammelt.
Der Prozesseigner am Ort Z kennt damit jederzeit den Zustand eines jeden
vom erfindungsgemässen System erfassten Bauteils innerhalb der Logistik
kette. Somit ist er auch in der Lage, steuernd in die Logistikkette einzugreifen,
und beispielsweise den Bestimmungsort des Bauteils im Bedarfsfall zu ändern.
Der Prozesseigner ist auch in der Lage, das Bauteil so umzuleiten, dass der
nächste Wertschöpfungsschritt an einem anderen als dem ursprünglich vorge
sehenen Ort vorgenommen wird, falls beispielsweise Preis oder Qualität nicht
mehr stimmen. Er kann auch die Bauteil-Spezifikationen ändern. Alle diese Än
derungen können ebenfalls per Datenfernübertragung - Internet und dergleichen
- unmittelbar an den Aufenthaltsort des Bauteils übertragen und dort um
gesetzt werden.
Die Übertragung aller Daten in eine zentrale Datenbank in Echtzeit ermöglicht
eine Überwachung der Liefertermine.
Die Übertragung aller Daten in eine zentrale Datenbank in Echtzeit ermöglicht
frühzeitige Eingriffe in die Logistikkette, wenn den Fortschritt eines Projektes
gefährdende Abweichungen festgestellt werden.
Ein einem Bauteil zugeordnetes Standardformular kann jeweils von dem zen
tralen Computersystem an die anderen Orte der Logistikkette übertragen wer
den. Somit ist dort vorab bekannt, welche Bauteile an diesen Orten in der näch
sten Zeit zu erwarten sind.
Alle Daten, insbesondere in der zentralen Datenbank, werden bevorzugt in ei
nem standardisierten Format, beispielsweise im Oracle-Datenformat, abgelegt.
Hierauf können andere standardisierte Programmsysteme wie SAP, PDM oder
das Lotus Notes NCR (Non Conformance Report) System zugreifen. Da jedes
individuelle Bauteil mit einem Datensatz erfasst ist, können sehr weitgehende
statistische Analysen der Kosten, der Qualität, der Durchlaufzeiten und derglei
chen vorgenommen werden. Kritische und optimierungsbedürftige Stellen kön
nen so leicht identifiziert werden. Weiterhin ermöglicht dies die Integration der
Logistikkette in grössere Projekte, so dass beispielsweise automatisch Kompo
nentenbestellungen lanciert werden können.
Bevorzugt wird das System auf einer üblichen Internet-Benutzerplattform wie
MS Internet Explorer, Netscape Navigator, oder Lotus Notes Domino aufge
setzt. Innerhalb eines Standortes ist eine Intranet-Lösung mittels Standard-
Lotus Notes-Software denkbar.
Ein solches System ist in Fig. 2 skizziert. Am Ort Z ist ein zentrales Computer
system 1 installiert. An diesem System ist der Prozesseigner (Process Owner
PO) mit seinem Arbeitsplatzrechner 3 angeschlossen. Das zentrale Computer
system speichert Daten auf einem Datenträger 2 im Oracle-Format. Anderer
seits ist das zentrale Computersystem 1 über eine Schnittstelle 10 mit einem
globalen Datenübertragungsnetz WAN, beispielsweise dem Internet, verbun
den. Über Schnittstellen 11, 12, 13, . . . sind lokale Computersysteme an den
Standorten A, B, C, . . . mit dem zentralen Computersystem 1 verbunden, und
liefern jeweils die Daten der Bauteile, die sich am jeweiligen Ort befinden. Die
se Daten sind einerseits dem Prozesseigner PO auf seinem Computersystem 3
zugänglich und werden im Oracle-Format auf dem Datenträger 2 gespeichert.
Weil die Datensätze als standardisierte Formulare vorliegen, können sie in den
Clients 4, 5, 6 durch an sich bekannte SAP-, PDM-, oder Lotus-Notes NCR-
Systeme und dergleichen Standard-Anwendungssoftware weiterverarbeitet und
in grössere Projekte integriert werden.
1
Computersystem
2
Datenträger
3
Arbeitsplatzrechner
4
Client
5
Client
6
Client
10
Schnittstelle
11
Schnittstelle
12
Schnittstelle
13
Schnittstelle
A-I Orte
PO Prozesseigner (process owner)
WAN Globales Netzwerk (wide area network)
LAN Lokales Netzwerk (lokal area network)
Z Ort des Prozesseigners (PO)
A-I Orte
PO Prozesseigner (process owner)
WAN Globales Netzwerk (wide area network)
LAN Lokales Netzwerk (lokal area network)
Z Ort des Prozesseigners (PO)
Claims (8)
1. Verfahren zur Verfolgung, Dokumentation und Lenkung von Bauteilen in
einer Logistikkette, welches Verfahren auf einem System vernetzter Com
puter basiert, wobei wenigstens an jedem relevanten Ort der Logistikkette
ein lokales Computersystem installiert ist, und weiterhin ein zentrales Com
putersystem installiert ist, welches zentrale Computersystem wenigstens mit
jedem lokalen Computersystem Daten austauschen kann, und wobei jedes
Bauteil, vorzugsweise über eine Seriennummer, eindeutig identifizierbar ist,
welches Verfahren die folgenden Schritte beinhaltet:
- - jedes Bauteil wird bei der Herstellung, vorzugsweise über eine Serien nummer, eindeutig gekennzeichnet;
- - wenn das Bauteil sich an einem bestimmten Ort der Logistikkette befin det, wird dieses in einem standardisierten Formular, welches jeweils pro individuellem Bauteil existiert, vermerkt;
- - Bearbeitungsschritte werden in dem Formular vermerkt;
- - eine Anzahl als relevant betrachteter Eigenschaften des Bauteils werden in dem Formular vermerkt;
- - das Formular wird über Datenfernübertragungsleitungen an das zentrale Computersystem übermittelt;
- - das Formular wird als standardisierter Datensatz in einer Datenbank oder in einem Datenbanksystem des zentralen Computersystems ge speichert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Bauteil durch ein automatisiertes
Identifikationssystem lokalisiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Prozesseigner über Datenfern
übertragungsleitungen in die Logistikkette eingreifen kann.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze
im Oracle-Format abgespeichert werden.
5. Datenverarbeitungssystem zur Durchführung des Verfahrens nach An
spruch 1.
6. Computerprogrammsystem zur Durchführung des Verfahrens nach An
spruch 1.
7. Computerprogrammprodukt, auf dem wenigstens eine Sequenz maschinen
lesbarer Computercode gespeichert ist, welche einen Computer zur Durch
führung wenigstens eines der Verfahrensschritte des Verfahrens nach An
spruch 1 veranlasst.
8. Computerprogrammprodukt, auf dem mehrere Sequenzen maschinenlesba
rer Computercodes gespeichert sind, wobei jede Sequenz wenigstens einen
Computer zur Durchführung eines Verfahrensschrittes des Verfahrens nach
Anspruch 1 veranlasst, und wobei alle Sequenzen in ihrer Gesamtheit ein
System vernetzter Computer zur Durchführung aller Verfahrensschritte
veranlassen, die zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 not
wendig sind.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10013358A DE10013358A1 (de) | 2000-03-17 | 2000-03-17 | Verfahren zur Verfolgung, Dokumentation und Lenkung des Weges von Bauteilen in einer Logistikkette, und Computerprogramm zur Durchführung des Verfahrens |
| PCT/IB2001/000361 WO2001069467A1 (de) | 2000-03-17 | 2001-03-13 | Verfahren zur verfolgung, dokumentation und lenkung des weges von bauteilen in einer logistikkette, und computerprogramm zur durchführung des verfahrens |
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|---|---|---|---|
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|---|---|
| DE10013358A1 true DE10013358A1 (de) | 2001-10-25 |
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ID=7635338
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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| DE (1) | DE10013358A1 (de) |
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