DE10012746A1 - Verfahren und Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur navigatorischen StauhilfeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung (1) zur navigatorischen Stauhilfe, umfassend eine Navigationseinrichtung (3), eine Positionserfassungseinrichtung (4) und eine Betätigungseinrichtung (5), wobei der Navigationseinrichtung (3) ein Speicher (7) zugeordnet ist, in dem für Straßentypen und/oder Straßen Staulängen ablegbar sind.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe.
Seit langem bieten die Radio-Sender als Service Verkehrsnachrichten inklusive
Staumeldungen an. Ein Problem stellt sich dem Kraftfahrzeugführer, wenn dieser
Staumeldungen über Straßenabschnitte erhält, die der Fahrer zwar befährt, aber nicht
näher kennt. In diesem Fall ist der Fahrer meist nicht in der Lage, selbständig eine
Ausweichroute zu finden.
Aus der DE 38 10 177 A1 ist ein Rundfunkempfänger, insbesondere Fahrzeugempfänger
mit einem Decoder zur Decodierung digital in einem Datentelegramm codiert
empfangener Verkehrsnachrichten bekannt, insbesondere solcher, die nach dem RDS-
System übertragen sind, einer Speichereinrichtung für streckenspezifische Merkmale und
einer optischen und/oder akustischen Ausgabevorrichtung für die Verkehrsnachrichten
als aus der Speichereinrichtung ausgelesene Informationen, wobei in der
Speichereinrichtung Ortsnamen und Umleitungsstreckennamen in gemeinsam
adressierbaren Speicherfeldern gespeichert sind. Nachteilig an dem bekannten
Rundfunkempfänger ist, dass die Darstellung der Umleitungsstrecken nicht sehr
übersichtlich und verständlich sind, so dass insbesondere bei unbekannter Umgebung
der Kraftfahrzeugführer überfordert ist. Ein weiterer Nachteil des bekannten
Rundfunkempfängers ist, dass die Umleitungsinformationen nur ausgegeben werden,
falls eine Stau-Verkehrsnachricht eingeht. Sieht hingegen der Kraftfahrzeugführer vor
sich einen Stau, der noch nicht gemeldet wurde, so erhält der Kraftfahrzeugführer keine
Hilfe.
Des weiteren sind Navigationseinrichtungen für Kraftfahrzeuge bekannt, die mit einer
Stau-Funktion ausgebildet sind. Wird diese Stau-Funktion betätigt, so nimmt die
Navigationseinrichtung an, dass unmittelbar vor dem Kraftfahrzeug ein Stau ist. Die
Navigationseinrichtung berechnet daraufhin eine Alternativroute, mit der der Stau
voraussichtlich umfahren wird. Der Kraftfahrzeugführer erhält dann die entsprechenden
Navigationshilfen, mittels derer dieser sich auch in fremder Umgebung zuverlässig
zurechtfindet. Voraussetzung für die Stau-Funktion ist, dass die Zielführung der
Navigationseinrichtung aktiv ist, also in der Navigationseinrichtung sich eine berechnete
Fahrtroute befindet. Hat der Kraftfahrzeugführer die Zielführung nicht aktiviert und sieht
dieser vor sich einen Stau, so ist oftmals keine Zeit mehr, noch schnell ein Ziel zu
programmieren und anschließend die Stau-Funktion zu betätigen, so dass in diesen
Fällen der Kraftfahrzeugführer von der Navigationseinrichtung keine Hilfe bekommt.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, eine schnell aktivierbare
Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe sowie ein Verfahren zur Durchführung der
Stauhilfe zu schaffen.
Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände mit den
Merkmalen der Patentansprüche 1 und 4. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Hierzu betätigt der Kraftfahrzeugführer bei Erfassung eines Staus die Eingabeeinheit.
Mittels des GPS-Empfängers bzw. einer anderen Positionserfassungseinrichtung wird
dann zunächst die aktuelle Position des Kraftfahrzeuges bestimmt. Die Vorrichtung
ermittelt dann eine voraussichtliche Staulänge, wozu beispielsweise auf a priori-
Informationen und/oder Schätzwerte für die Staulänge zurückgegriffen wird, wobei die
Vorrichtung davon ausgeht, dass der Kraftfahrzeugführer auf der aktuellen Straße
normalerweise länger als die Staulänge geblieben wäre. Für die Ermittlung der Staulänge
kommen prinzipiell verschiedene Ansätze in Frage, die auch in Kombination zur
Anwendung kommen können. Eine mögliche Informationsquelle sind zuvor
eingegangene Verkehrsnachrichten. Eine andere Informationsquelle stellen Statistiken
dar, wo beispielsweise aufgrund vorangegangener Staus einem Straßenabschnitt eine
mittlere auftretende Staulänge zugeordnet ist. Im einfachsten Fall wird einem Straßentyp
fest eine Staulänge zugeordnet, also beispielsweise einer Autobahn 3 km, einer
Bundesstraße 2 km und einer Landstraße 1 km. Ausgehend von der aktuellen Position
und der Staulänge wird von der Navigationseinrichtung eine Ausweichroute berechnet.
Dabei geht die Navigationseinrichtung davon aus, dass ein Punkt hinter dem Stau auf
der aktuell befahrenen Straße die Zieleingabe ist, der sich durch die Begrenzung von
Auffahrtmöglichkeiten auf die Straße gegebenenfalls nach hinten verschiebt. Die
Ausweichroute führt dabei das Kraftfahrzeug von der aktuellen Straße herunter und führt
es hinter der Staulänge wieder auf die aktuelle Straße zurück. Anschließend erhält der
Kraftfahrzeugführer Fahrtrichtungshinweise für die Ausweichroute wie für eine normale
Zielroute.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird vor der Durchführung der Navigation für die
Ausweichroute diese dem Kraftfahrzeugführer mitgeteilt, beispielsweise in dem diese auf
der Straßenkarte angezeigt wird. Dadurch erkennt der Kraftfahrzeugführer
gegebenenfalls, dass die Ausweichroute zu weit führt, da er normalerweise vorher
bereits die Straße verlassen wollte. In diesem Fall kann dann der Kraftfahrzeugführer die
Ausweichroute wieder löschen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden vorprogrammierte Zieleingaben
bei der Berechnung der Ausweichroute berücksichtigt. Erfasst beispielsweise die
Navigationseinrichtung eine vorprogrammierte Zielroute, bei der ebenfalls die aktuell
befahrene Straße benutzt werden müsste, so kann aus dieser Zielangabe
gegebenenfalls abgeleitet werden, wie lange der Kraftfahrzeugführer beabsichtigt, auf
der aktuellen Straße zu bleiben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher
erläutert. Die einzige Figur zeigt ein schematisches Blockschaltbild einer Vorrichtung zur
navigatorischen Stauhilfe.
Die Vorrichtung 1 zur navigatorischen Stauhilfe umfasst einen Rundfunkempfänger 2,
eine Navigationseinrichtung 3, eine Positionserfassungseinheit 4, eine
Betätigungseinrichtung 5, eine Ausgabeeinheit 6 und einen Speicher 7, die über eine
gemeinsame Busstruktur 8 miteinander verbunden sind. Die Navigationseinrichtung 3
umfasst eine digitale Straßenkarte und einen Prozessor zur Routenberechnung. In dem
Speicher 7 sind a priori-Informationen über Staulängen abgelegt, auf die die
Navigationseinrichtung 3 zugreifen kann. Des weiteren sind in dem Speicher 7 vom
Rundfunkempfänger 2 empfangene Staumeldungen ablegbar.
Sieht der Kraftfahrzeugführer während der Fahrt einen Stau auf sich zukommen bzw.
hört dieser über dem Rundfunkempfänger von einem vor ihm liegenden Stau, so betätigt
dieser die Betätigungseinrichtung 5, die beispielsweise als einfacher Tast-Schalter
ausgebildet ist. Aufgrund der Betätigung der Betätigungseinrichtung 5 ermittelt die
Positionserfassungseinrichtung 4, die beispielsweise als GPS-Empfänger ausgebildet ist,
die aktuelle Position des Kraftfahrzeuges, die an die Navigationseinrichtung 3 übergeben
wird. Die Navigationseinrichtung 3 ermittelt anhand der Positionsangabe die aktuell
befahrene Straße. Anschließend durchsucht die Navigationseinrichtung 3 den Speicher 7
nach Stau-Informationen auf der befahrenen Straße. Aus diesen Stau-Informationen
entnimmt die Navigationseinrichtung 3 eine konkrete bekannte Staulänge oder einen
Schätzwert für die Staulänge. Die Navigationseinrichtung 3 berechnet dann eine
Ausweichroute, die zunächst von der aktuell befahrenen Straße herunterführt und in
einer Entfernung, die größer als die Staulänge ist, wieder auf die Straße zurückführt.
Nach Berechnung dieser Ausweichroute wird diese dem Kraftfahrzeugführer über die
Ausgabeeinheit 6 graphisch und/oder akustisch mitgeteilt. Der Kraftfahrzeugführer kann
dann kontrollieren, ob er überhaupt soweit auf der aktuellen Straße weiterfahren wollte,
wie es die berechnete Ausweichroute erfordert. Ist dies der Fall, so betätigt dieser die
Ausweichroute, und die Navigationseinrichtung 3 gibt über die Ausgabeeinheit 6 dem
Kraftfahrzeugführer die Fahrtrichtungshinweise für die Ausweichroute an.
Claims (5)
1. Verfahren zur navigatorischen Stauhilfe, mittels einer Navigationseinrichtung und
einer Eingabeeinheit, umfassend folgende Verfahrensschritte:
- a) Betätigen der Eingabeeinheit,
- b) Bestimmen der aktuellen Position des Kraftfahrzeuges und der aktuell befahrenen Straße,
- c) Ermittlung einer voraussichtlichen Staulänge mittels a priori-Informationen und/oder Schätzwerten,
- d) Berechnen einer Ausweichroute von der aktuellen Position hinter den Stau zurück auf die aktuell befahrene Straße und
- e) Ausgeben der Fahrtrichtungen für die Ausweichroute.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die berechnete
Ausweichroute dem Kraftfahrzeugführer zur Bestätigung mitgeteilt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei der
Berechnung der Ausweichroute vorprogrammierte Zieleingaben berücksichtigt
werden.
4. Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe, umfassend eine
Navigationseinrichtung, eine Positionserfassungseinrichtung und eine
Betätigungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass der
Navigationseinrichtung (3) ein Speicher (7) zugeordnet ist, in dem für
Straßentypen und/oder für Straßen Staulängen ablegbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung
(1) einen Rundfunkempfänger (2) umfasst, dessen empfangene Stau- und
Verkehrsnachrichten in dem Speicher ablegbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000112746 DE10012746A1 (de) | 2000-03-16 | 2000-03-16 | Verfahren und Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000112746 DE10012746A1 (de) | 2000-03-16 | 2000-03-16 | Verfahren und Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10012746A1 true DE10012746A1 (de) | 2001-09-20 |
Family
ID=7634900
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000112746 Withdrawn DE10012746A1 (de) | 2000-03-16 | 2000-03-16 | Verfahren und Vorrichtung zur navigatorischen Stauhilfe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10012746A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102006004616A1 (de) * | 2006-02-01 | 2007-08-09 | Siemens Ag | Verfahren und Vorrichtung zur Ermittlung einer Umleitungsroute bei einem Kraftfahrzeug mit einem nicht aktivierten Navigationssystem |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4008460A1 (de) * | 1990-03-16 | 1991-09-19 | Bosch Gmbh Robert | Navigationssystem |
| DE19718106A1 (de) * | 1996-09-05 | 1998-03-12 | Mitsubishi Electric Corp | Mobiles Navigationssystem |
-
2000
- 2000-03-16 DE DE2000112746 patent/DE10012746A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (2)
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| DE4008460A1 (de) * | 1990-03-16 | 1991-09-19 | Bosch Gmbh Robert | Navigationssystem |
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| DE102006004616A1 (de) * | 2006-02-01 | 2007-08-09 | Siemens Ag | Verfahren und Vorrichtung zur Ermittlung einer Umleitungsroute bei einem Kraftfahrzeug mit einem nicht aktivierten Navigationssystem |
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