DE10011382A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Biegen eines mit einem Flansch versehenen Elements aus Metall - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Biegen eines mit einem Flansch versehenen Elements aus MetallInfo
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Abstract
Ein Verfahren zum Biegen eines mit einem Flansch (3) versehenen Elementes (1) aus Metall umfaßt die Schritte des Ausübens einer Druckkraft auf einen Flansch (3) eines mit einem Flansch versehenen Elementes (1) aus Metall in einer Richtung, welche eine Längsverschiebung des Elementes (1) aus Metall schneidet, zur plastischen Druckverformung des Flansches (3), sowie des anschließenden Biegens des mit einem Flansch (3) versehenen Elementes (1) aus Metall entlang einer mit einem Flansch (3) versehenen Seite desselben, derart, daß die mit einem Flansch (3) versehene Seite des mit einem Flansch (3) versehenen Elementes (1) aus Metall an einer Innenseite eines Biegeprozesses angeordnet ist, sowie eine Vorrichtung (10) zur Verwendung mit selbigem Verfahren.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Biegen eines mit einem Flansch versehenen Elements aus Metall, wie z. B.
ein mit einem Flansch versehenes, hohles, extrudiertes Material aus einer
Aluminiumlegierung, etwa ein strangepresstes Hohlprofil.
Wenn man versucht, einen U-Stahl derart zu biegen, daß ein Flansch
desselben an einer Innenseite eines Biegeprozesses angeordnet ist, beult der
Flansch aus und deformiert sich dann wellenartig. Dies verursacht Nachteile,
wie z. B. daß der U-Stahl wenig ansprechend aussieht. Weiterhin wird es
schwierig, ein Element in engen Kontakt mit dem so deformierten Flansch
zu bringen und die Biegesteifigkeit wird stark reduziert. Um diese Nachteile
zu überwinden, wird herkömmlicherweise ein V-förmiger Schnitt in den
Flansch von dessen Rand aus ausgeführt. Nachdem der U-Stahl gebogen ist,
werden die V-förmig beschnittenen Kanten direkt oder über ein V-förmiges
Stück zusammengeschweißt. Dies erhöht jedoch die Biegeprozesse bzw.
erhöht den Umfang an Prozeßschritten und verringert somit die
Produktivität, was zu hohen Produktionskosten führt. Darüber hinaus wird
die Zuverlässigkeit hinsichtlich der Festigkeit verringert.
Als eine Verbesserung des vorgenannten herkömmlichen Verfahrens wird
in der ungeprüften japanischen Patentveröffentlichung Nr. SHO 51-123760
ein U-Stahl-Biegeverfahren beschrieben, umfassend die Schritte des
Ausbildens von Löchern im Wurzel- bzw. Fußabschnitt des Flansches sowie
des anschließenden Biegens des U-Stahls entlang der Fläche des Flansches
derart, daß der Flansch an einer Innenseite eines Biegeprozesses angeordnet
ist.
Entsprechend dem in der japanischen unveröffentlichten
Patentveröffentlichung Nr. SHO 51-123760 beschriebenen Biegeverfahrens
wird, da Löcher im Wurzel- bzw. Fußabschnitt des Flansches ausgebildet
werden, die Biegesteifigkeit entlang der Flanschoberfläche des U-Stahls
verringert, und beim Versuch, den U-Stahl über einen langen Bereich mit
einem großen Krümmungsradius zu biegen, nehmen die Mannstunden zu,
um die Löcher auszubilden, wodurch die Produktivität abgesenkt werden
kann. Darüber hinaus ist eine Reduzierung der Biegesteifigkeit des U-Stahls
unvermeidlich.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren sowie eine
verbesserte Vorrichtung zum Biegen eines mit einem Flansch versehenen
Elements aus Metall, welche das obige Problem lösen können.
Entsprechend einem ersten Gesichtspunkt der Erfindung wird ein Verfahren
zum Biegen eines mit einem Flansch versehenen Elementes aus Metall
bereitgestellt, umfassend die Schritte, eine Druckkraft auf einen Flansch
eines mit einem Flansch versehenen Elements aus Metall in einer Richtung
auszuüben, welche eine Längsrichtung des Elements aus Metall schneidet,
um den Flansch plastisch druckzuverformen; sowie das mit einem Flansch
versehene Element aus Metall anschließend entlang einer mit einem Flansch
versehenen Seite desselben derart zu biegen, daß die mit einem Flansch
versehene Seite des Elementes aus Metall an einer Innenseite eines
Biegeprozesses angeordnet ist.
Dementsprechend wird eine Zugkraft auf den Flansch in Längsrichtung des
Elements aus Metall übertragen, um dadurch darin eine große
Zugbeanspruchung hervorzurufen und in dem Flansch wird eine plastische
Zugverformung in der Längsrichtung des metallischen Elements
hervorgerufen.
Aus diesem Grunde, diesem folgend, wird beim Versuch, das mit einem
Flansch versehene Element aus Metall entlang der mit einem Flansch
versehenen Seite derart zu biegen, daß die mit einem Flansch versehene
Seite an der Innenseite eines Biegeprozesses angeordnet ist, eine auf den
Flansch in einer der vorgenannten plastischen Zugverformung
entgegengesetzten Richtung auszuübende Druckkraft hervorgerufen, und
der Flansch wird dann einer niedrigen Druckfließspannung unterzogen, um
dadurch eine plastische Druckverformung des Flansches hervorzurufen
(üblicherweise als Bauschinger-Effekt bezeichnet). Als Folge davon wird
verhindert, daß sich der Flansch wellenartig verformt. Somit kann das mit
einem Flansch versehene Element aus Metall einfach und sicher gebogen
werden, wobei der Flansch nahezu eben gehalten wird. Folglich wird kein
Nachfolgeprozeß benötigt, um die Ebenheit des Flansches wieder
herzustellen und ein Bauteil, wie z. B. ein Dichtungsgummi, kann mit hoher
Genauigkeit und Effizienz direkt an dem Flansch angebracht werden,
wodurch die Herstellungskosten verringert werden können.
Zusätzlich kann die Druckkraft in eine Dickenrichtung des Flansches
gerichtet sein. Die Dickenrichtung ist eine Richtung senkrecht zur
Flanschfläche. Dementsprechend kann der Flansch einfach und sicher einer
Druckbeanspruchung unterzogen werden und kann danach auf einfache
Weise unter Verwendung des Bauschinger-Effekts gebogen werden.
Weiterhin kann das Ausmaß Δf der plastischen Druckverformung erhöht
werden, wenn der Biegeradius des mit einem Flansch versehenen Elements
aus Metall abnimmt. Somit kann eine plastische Druckverformung erzeugt
werden, welche dem Ausmaß an Biegeverformung des mit einem Flansch
versehenen Elements aus Metall entspricht, wodurch das mit einem Flansch
versehene Element aus Metall rationell effizient gebogen werden kann, ohne
irgendeine wellenartige Verformung in dem Flansch in dessen
Dickenrichtung hervorzurufen.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann eine Druckkraft auf einen
Flansch eines mit einem Flansch versehenen Elementes aus Metall in einer
Richtung ausgeübt werden, welche die Längsrichtung des Elementes
schneidet, bevorzugt in einer Richtung senkrecht zu einer Seitenfläche des
Flansches, um eine plastische Druckverformung des Flansches zu erreichen.
Mit dem Ausüben einer Druckkraft in einer derartigen Richtung kann eine in
Längsrichtung des Elementes wirkende Zugspannung hervorgerufen werden.
Diese Zugspannung kann wiederum zu einer großen Zugbelastung führen,
welche geeignet ist, eine plastische Zugverformung in der Längsrichtung des
Elements hervorzurufen. Eine plastische Zugverformung kann wiederum zu
einer höheren Zugfließspannung in dem verformten Element führen.
In einem nachfolgenden Biegeprozess, bei welchem der Flansch des
Elementes an einer Innenseite liegt (dies kann beispielsweise so verstanden
werden, dass der Flansch einem Biegezentrum bzw. einer Biegeachse
zugewandt ist oder diesen näher liegt als das restliche Element. Mit
Biegezentrum bzw. Biegeachse ist dabei der geometrische Ort bezeichnet,
um welchen das Element gebogen wird), wird aufgrund der Biegebewegung
eine Druckkraft auf den Flansch in Längsrichtung des Elementes ausgeübt.
Gemäß dem Bauschinger-Effekt kann diese Druckkraft aufgrund der zuvor
erfolgten plastischen Zugverformung zu einer niedrigeren
Druckfließspannung führen, was das Biegen des Flansches in der zuvor
beschriebenen Orientierung erleichtern kann.
Entsprechend eines zweiten Gesichtspunkts der Erfindung ist eine
Vorrichtung zum Biegen eines mit einem Flansch versehenen Elements aus
Metall vorgesehen, umfassend:
- - ein Aufnahmeelement, welches das mit einem Flansch versehene Element aus Metall verschieblich lagert und gegen eine Fläche eines Flansches des mit einem Flansch versehenen Elements aus Metall stößt;
- - ein Druck- bzw. Pressenelement, welches integral an dem Aufnahmeelement befestigt ist, wobei das Druck- bzw. Pressenelement eine Stoßfläche aufweist, welche gegen die andere Fläche des Flansches stößt, um dadurch eine Lücke zwischen der Stoßfläche und einer Stoßfläche des Aufnahmeelements zu bilden, welche gegen die eine Fläche des Flansches stößt, wobei sich die Lücke von einem Ende des Flansches zum anderen Ende desselben allmählich verringert; und
- - eine verschiebbare Antriebseinheit, welche das mit einem Flansch versehene Element aus Metall verschieblich bewegt von einer Seite, an welcher die Lücke, die zwischen der Stoßfläche des Aufnahmeelements und der anderen Stoßfläche des Druck- bzw. Pressenelements gebildet ist, breiter ist, zu der anderen Seite hin, an welcher die Lücke enger ist.
Mit dieser Struktur kann eine Reihe von plastischen Druckverformungen
sowie Biegungen gleichzeitig ausgeführt werden, wobei gebogene mit einem
Flansch versehene Elemente aus Metall mit hoher Genauigkeit und Qualität
effizient bei niedrigen Kosten hergestellt werden können.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines gebogenen Dachseitenrahmens
entsprechend einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 ist eine Draufsicht der Fig. 1;
Fig. 3 ist eine Ansicht in Richtung des Pfeils III in Fig. 1;
Fig. 4 ist eine Querschnittsansicht entlang der Linie IV-IV in Fig. 1;
Fig. 5 ist eine Querschnittsansicht entlang der Linie V-V in Fig. 1;
Fig. 6 ist eine Querschnittsansicht entlang der Linie VI-VI in Fig. 2.
Fig. 7 ist eine Querschnittsansicht entlang der Linie VII-VII in Fig. 1;
Fig. 8 ist eine vergrößerte Seitenansicht, welche einen Hauptabschnitt
eines Verbindungsabschnitts zwischen dem Dachseitenrahmen und einer
Frontsäule (A-Säule) zeigt;
Fig. 9 ist eine Querschnittsansicht entlang der Linie IX-IX der Fig. 8;
Fig. 10 ist eine Explosions-Seitenansicht, welche ein äußeres
Versteifungselement, ein inneres Versteifungselement bzw. einen oberen
Abschnitt der vorderen Säule zeigt;
Fig. 11 ist eine perspektivische Ansicht, welche kurz eine
Dachseitenrahmen-Biegevorrichtung darstellt;
Fig. 12 ist eine vertikale Querschnittsseitenansicht der Dachseitenrahmen-
Biegevorrichtung;
Fig. 13 ist eine Seitenansicht einer Aufspannform, welche einen Zustand
zeigt, in welchem eine weibliche Form davon entfernt ist;
Fig. 14 ist eine Querschnittsansicht entlang der Linie XIV-XIV in Fig. 13;
Fig. 15 ist eine perspektivische Ansicht der anderen weiblichen Form;
Fig. 16 ist eine Querschnittsansicht eines mit einem Flansch versehenen
Elementes aus Metall, welche eine weitere Querschnittsgestalt zeigt.
Eine in Fig. 1 bis 14 gezeigte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird im folgenden beschrieben werden.
Ein mit einem Flansch versehenes Element aus Metall, auf welches die
vorliegende Erfindung angewendet wird, ist ein Dachseitenrahmen 1 für ein
Automobil, welches ein straggepresstes Hohlelement aus einer
Aluminiumlegierung umfaßt, die als AL6063T5 bezeichnet wird und durch
Hinzufügen von Magnesium und Silicium zum Aluminium gebildet wird. Wie
in Fig. 7 gezeigt ist, ist eine Verstärkungswand 2 in einem hohlen
Abschnitt des Dachseitenrahmens 1 integral ausgebildet. Weiterhin ist ein
Flansch 3 unterhalb der Verstärkungswand 2 integral ausgebildet.
Zusätzlich wird der Flansch 3, wie ausführlich weiter unten erläutert werden
wird, zunächst einer plastischen Druckverformung unterzogen.
Anschließend wird der Dachseitenrahmen 1 unter Verwendung einer
Biegevorrichtung gebogen, wie sie in der ungeprüften japanischen
Patentveröffentlichung Nr. HEI 8-257643 beschrieben ist; wie in Fig. 1
gezeigt ist, ist der Dachseitenrahmen, von dessen Seite betrachtet,
bogenartig von der Front zum Heck des Fahrzeugkörpers hin gekrümmt
(wobei in Fig. 1 nur der Abschnitt der vorderen Hälfte gezeigt ist).
Zusätzlich ist der Dachseitenrahmen 1, wie in Fig. 2 gezeigt, zur Mitte von
der Front zum Heck des Fahrzeugkörpers hin geneigt und ebenfalls
bogenartig gekrümmt (wobei in Fig. 2 nur der Abschnitt der vorderen
Hälfte gezeigt ist). Weiterhin ist der Dachseitenrahmen 1 derart tordiert, daß
der Flansch 3 an der Front des Fahrzeugkörpers nach unten gerichtet ist,
jedoch zur Längsmitte desselben hin nach außen verdreht ist.
Darüber hinaus ist, wie in Fig. 10 gezeigt ist, ein äußeres
Versteifungselement 4 über einer Außenseite einer Frontsäule 8 (A-Säule)
angeordnet und diese sind miteinander durch Schweißen verbunden, wobei
das äußere Versteifungselement 4 eine horizontale Querschnittsgestalt
aufweist, welche mit der der Frontsäule 8 identisch ist. Dann wird, wie in
Fig. 8 gezeigt ist, die Frontsäule 8 an einer Außenseite des
Dachseitenrahmens 1 an einem vorderen Ende desselben angebracht und
ein inneres Versteifungselement 6 wird an einer Innenseite des
Dachseitenrahmens 1 am vorderen Ende desselben angebracht. Ein Flansch
5 des äußeren Versteifungselements 4 sowie ein Flansch 7 des inneren
Versteifungselements 6 werden miteinander überlappt und durch
Punktschweißen zusammengeschweißt. Zusätzlich werden der
Dachseitenrahmen 1, das äußere Versteifungselement 4, das innere
Versteifungselement 6 und die Frontsäule 8 durch Schweißen oder dgl.
miteinander verbunden, wodurch der Dachseitenrahmen 1 integral sicher
zwischen dem äußeren Versteifungselement 4 und dem inneren
Versteifungselement 6 gehalten wird.
Darüber hinaus wird ein Dachstrebenanbringungsstück 9 integral am
Dachseitenrahmen 1 an dessen vorderer Hälfte angebracht und ein Dach
(nicht gezeigt) wird an einer sich in Seiten- bzw. Querrichtung
erstreckenden Dachstrebe (nicht dargestellt) sowie an dem
Dachseitenrahmen 1 angebracht.
Der Dachseitenrahmen 1 weist einen hohlen Querschnittsaufbau auf, wie
in Fig. 1 gezeigt ist. Die Dicke und Breite des Flansches 3 betragen 1,65 mm
bzw. etwa 20 mm. Wie später beschrieben werden wird, wird die Dicke
des Flansches, wenn eine Druckkraft auf den Flansch 3 in der
Dickenrichtung zur plastischen Druckverformung desselben ausgeübt wird,
um etwa 0,3 mm reduziert und beträgt dann etwa 1,35 mm.
Somit werden, wenn die Druckkraft auf den Flansch 3 in dessen
Dickenrichtung zu dessen plastischer Druckverformung ausgeübt wird,
Zugkräfte auf den Flansch 3 in einer Längsrichtung des Dachseitenrahmens
1 sowie einer Breitenrichtung des Flansches 3 übertragen, und daher wird
der Flansch 3 in diesen Richtungen einer plastischen Längungsverformung
unterzogen. Deshalb wird eine Druckkraft auf den Flansch 3 entlang der
Längsrichtung des Dachseitenrahmens 1 ausgeübt, wenn der
Dachseitenrahmen 1 anschließend derart gebogen wird, daß der Flansch 3
an einer Innenseite eines Biegeprozesses angeordnet ist. Aber als Folge
einer deutlichen Reduzierung der Fließspannung (diese Erscheinung wird als
Bauschinger-Effekt bezeichnet) wenn eine Last in einer zur Richtung der
plastischen Druckverformung entgegengesetzten Richtung aufgebracht wird,
wird der Flansch 3 daran gehindert, sich wellenartig zu verformen, wodurch
der Dachseitenrahmen 1 auf einfache Weise zur Seite des Flansches 3 hin
entlang der mit einem Flansch versehenen Fläche gebogen werden kann,
wobei der Flansch 3 im wesentlichen eben gehalten wird.
Als Folge davon wird kein Nachfolgeprozeß benötigt, um den Flansch 3
derart zu korrigieren, daß seine Ebenheit wieder hergestellt wird, wodurch
ein Bauteil, wie z. B. ein Formteil oder/und ein Dichtungsgummi, sicher und
effizient am Flansch 3 mit hoher Genauigkeit angebracht werden kann.
Als nächstes wird der Aufbau einer Dachseitenrahmen-Biegevorrichtung 10
sowie ein Biegeprozeß zum Biegen des Dachseitenrahmens 1 unter
Verwendung der Dachseitenrahmen-Biegevorrichtung 10 ausführlich
beschrieben werden.
Wie in Fig. 11 und 12 gezeigt ist, ist eine Aufspannform 12 integral an
einem Biegevorrichtungshauptkörper 11 der Dachseitenrahmen-
Biegevorrichtung 10 angebracht. Wie in Fig. 12 bis 14 gezeigt ist,
umfaßt die Aufspannform 12 zwei weibliche Formen 13, 14 mit darin
ausgebildeten Hohlräumen, welche jeweils eine Gestalt bzw. Konfiguration
aufweisen, welche zu entsprechenden Abschnitten einer Querschnittsgestalt
des Dachseitenrahmens 1 im wesentlichen identisch sind und wobei eine Wischer-
bzw. Abstreiferform 15 in einen in der weiblichen Form 13 ausgebildeten
gekerbten Abschnitt 13a eingefügt ist, um daran befestigt zu werden. Diese
Bauteile sind mit Schrauben (nicht dargestellt) lösbar miteinander verbunden
und ein Abstandsstück mit einer vorbestimmten Dicke (nicht dargestellt) ist
zwischen einer unteren Fläche 13b des gekerbten Abschnitts 13a der
weiblichen Form 13 sowie einer unteren Fläche 15a der Wischer- bzw.
Abstreiferform 15 je nach Bedarf angeordnet. Ein oberer Endabschnitt 15c
der Wischer- bzw. Abstreiferform 15 ist über einen Abstand von 85 mm zu
einem Ende desselben hin mit einem Winkel von 2° nach unten geneigt und
die obere Fläche der Wischer- bzw. Abstreiferform 15 ist derart ausgebildet,
daß eine Abmessung eines zwischen einer gedachten Erweiterung eines
oberen zentralen parallelen Abschnitts 15b der Wischer- bzw.
Abstreiferform 15 und dem Ende des geneigten Endabschnitts 15c
ausgebildeter Raum zu etwa 3 mm wird. Die weibliche Form 14 ist ein
Element, welches als Aufnahmeelement dient, während die Wischer- bzw.
Abstreiferform 15 als ein Druck- bzw. Pressenelement dient. Somit wird ein
Hauptabschnitt einer Biegevorrichtung durch die Aufspannform 12, die
weiblichen Formen 13, 14 und die Wischer- bzw. Abstreiferform 15 sowie
eine Werkstückzuführvorrichtung 16 gebildet.
Zusätzlich ist zwischen dem oberen zentralen parallelen Abschnitt 15b der
Wischer- bzw. Abstreiferform 15 und einer unteren Fläche 14b eines
gekerbten abgestuften Abschnitts 14a der weiblichen Form 14 eine Lücke
vorgesehen. Diese Lücke mißt 1,35 mm und ist um 0,3 mm enger als der
Flansch 3 des unverarbeiteten Dachseitenrahmens 1.
Darüber hinaus ist die einer verschiebbaren Antriebseinheit entsprechende
Werkstückzuführvorrichtung 16 hinter bzw. rückwärts der Biegevorrichtung
11 angeordnet und mit dieser Werkstückzuführvorrichtung 16 wird der
Dachseitenrahmen 1 derart aufgebaut, daß er durch die Aufspannform 12
hindurch nach vorwärts zugeführt und angetrieben wird.
Darüber hinaus ist eine Biegeform 17 mit einer Querschnittsgestalt, welche
im wesentlichen zu der der Aufspannform 12 identisch ist, vorwärts der
Aufspannvorrichtung 12 angeordnet, wobei dazwischen ein Raum von 58 mm
ausgebildet ist. In dieser Biegeform 17 ist ein Loch 18 ausgebildet,
welches dem Dachseitenrahmen 1 ermöglicht, dort hindurchzutreten, und
wie in Fig. 11 gezeigt ist, ist ein Nutabschnitt 18a des Lochs 18, welcher
dazu ausgebildet ist, darin den Flansch 3 des Dachseitenrahmens 1 zu
halten, derart ausgebildet, daß eine Lücke von 0,5 mm an beiden
Flanschflächen des Flansches 3 gelassen wird.
Weiterhin ist die Biegeform 17 drehbar in ein Halteelement 19 eingepaßt
und dieses Halteelement 19 ist wiederum schwenkbar an einem äußeren
Rahmen 21 über eine horizontale Welle 20 derart gelagert, daß das
Halteelement 19 vertikal frei geneigt werden kann. Der äußere Rahmen 21
ist ebenso an einem Hubtisch 23 über eine Vertikalwelle 22 derart
schwenkbar gelagert, daß er frei im Uhrzeigersinn und Gegenuhrzeigersinn
zu drehen ist. Die Biegeform 17 kann um eine zentrale Achse einer
zylindrischen Außenumfangsfläche der Biegeform 17 über einen
Rotationsantriebsmechanismus (nicht dargestellt) gedreht werden. Somit
sind die Biegeform 17 und das Halteelement 19 derart aufgebaut, daß sie
beliebig aufwärts, abwärts, im Uhrzeigersinn und im Gegenuhrzeigersinn
bewegt bzw. verschoben werden können.
Zusätzlich ist der Hubtisch 23 an einem seitlich bzw. in Querrichtung
bewegbaren Tisch 25 über ein Paar von Hubführungsschienen 24, welche
an einer linken und einer rechten Seite (vorne und hinten in Fig. 12)
angeordnet sind, derart angebracht, daß er frei angehoben und/oder
abgesenkt werden kann. Der seitlich bzw. in Querrichtung bewegliche Tisch
25 ist wiederum am Biegevorrichtungshauptkörper 11 über ein Paar von
vertikal angeordneten horizontalen Führungsschienen 26 derart angebracht,
daß er in seitlicher Richtung bzw. Querrichtung (in Fig. 12 in Richtungen
nach vorne und nach hinten) frei bewegt werden kann. Der Hubtisch 23 ist
derart gebildet, daß er in Vertikalrichtung von einem
Hubantriebsmechanismus 27 angetrieben wird, und der sich seitlich bzw.
in Querrichtung bewegende Tisch 25 ist so gebildet, daß er in seitlicher
Richtung bzw. Querrichtung von einem Seiten- bzw
Querrichtungsantriebsmechanismus 28 angetrieben ist.
Die Vorgänge des Biegens und Verdrehens des Dachseitenrahmens 1
werden im folgenden mit Bezug auf die in Fig. 11 und 12 gezeigte
Dachseitenrahmen-Biegevorrichtung 10 erläutert werden.
Der Dachseitenrahmen 1, auf dessen Fläche ein von der Houghton Japan
Co., Ltd. hergestelltes Schmieröl mit der Bezeichnung Houghto-draw 7002
aufgetragen ist, wird vorwärts mit einer Vorschubgeschwindigkeit von 2000 mm/min
durch die Aufspannform 12 hindurch zugeführt. Dann, wenn der
Dachseitenrahmen 1 gleitend durch die Aufspannform 12 hindurchtritt, wird
der Flansch 3 des Dachseitenrahmens 1 mit einer Dicke von 1,65 mm durch
eine untere Fläche 14b des gekerbten abgestuften Abschnitts 14a der
weiblichen Form 14 und den geneigten Endabschnitt 15c der Wischer- bzw.
Abstreiferform 15 derart zusammengedrückt, daß er einer plastischen
Druckverformung ausgesetzt ist und seine Dicke wird auf 1,35 mm
reduziert. Dementsprechend wird der Flansch 3 dann einer
Zugfließspannung ausgesetzt, welche die Elastizitätsgrenze in Längsrichtung
des Dachseitenrahmens übersteigt, wodurch eine plastische
Längungsverformung in der gleichen Richtung erzeugt wird.
Der Dachseitenrahmen 1, welcher durch die Aufspannform 12
hindurchgetreten ist, wird in das Loch 18 der Biegeform 17 eingepaßt. Der
Seiten- bzw Querrichtungsbewegungstisch 25 wird dann vom Seiten- bzw.
Querrichtungsantriebsmechanismus 28 in bezug auf die Bewegungsrichtung
des Dachseitenrahmens 1 nach rechts angetrieben (vom Betrachter der
Fig. 11 und 12 aus gesehen nach vorne) und die Biegeform 17 wird
zusammen mit dem Seiten- bzw. Querrichtungsantriebsmechanismus 28
über das Halteelement 19, den äußeren Rahmen 21, die Vertikalwelle 22,
den Hubtisch 23, die Hubführungsschienen 24 und den Seiten- bzw.
Querbewegungstisch 25 nach rechts verschoben. Als Folge davon wird der
Dachseitenrahmen 1 gebogen, wobei der Flansch 3 an einer Innenseite einer
Biegung angeordnet ist, welche ausgeführt wird, um gekrümmt zu werden,
und gleichzeitig damit wird die Biegeform 17 durch den
Hubantriebsmechanismus 27 in vertikaler Richtung angehoben oder
abgesenkt. Weiterhin wird sie von einem Drehantriebsmechanismus (nicht
dargestellt) um einen vorbestimmten Winkel gedreht. Als Folge davon wird
der Dachseitenrahmen 1 dann in einer Richtung senkrecht zu der Richtung
gebogen, in welcher der Dachseitenrahmen 1 mit dem an einer Innenseite
einer ausgeführten Biegung angeordneten Flansch 3 gebogen wird.
Weiterhin wird der Dachseitenrahmen 1 in einer der Richtungen verdreht.
Wenn der Dachseitenrahmen 1 derart gekrümmt wird, daß der Flansch 3 an
einer Innenseite einer Biegung angeordnet ist, wird die Druckfließspannung
des Flansches 3 aufgrund der plastischen Längungsverformung entlang der
Längsrichtung des Dachseitenrahmens 1 deutlich reduziert. Somit wird im
Flansch 3 entlang dessen Fläche direkt eine plastische Druckverformung
hervorgerufen. Also wird der Dachseitenrahmen 1 auf einfache Art und
Weise derart gebogen, daß der Flansch 3 an einer Innenseite einer Biegung
liegt, welche durchgeführt wird, ohne daß ein Risiko besteht, daß der
Flansch 3 einer wellenartigen Verformung unterzogen wird.
Selbst wenn an dem Flansch 3 eine geringförmige wellenartige Verformung
hervorgerufen wird, besteht weiter keine Gefahr, daß die Seitenflächen des
Flansches 3 in starken Kontakt mit dem Nutabschnitt 18a des Lochs 18
gebracht werden, da zwischen dem Flansch 3 und dem Nutabschnitt 18a
des Lochs 18, welcher den Flansch 3 umgibt, die Lücke von 0,5 mm
besteht, wodurch ein Versagen des Flansches 3, welches durch die
Kontaktreibung mit dem Nutabschnitt 18 hervorgerufen werden würde, von
vornherein verhindert wird.
In einer Tabelle sind unten die Ergebnisse der Tiefen und Teilungen von in
dem Flansch 3 erzeugten wellenartigen Rillen oder Falten gezeigt, an
welchem Flansch die plastische Druckverformung entsprechend der
vorliegenden Erfindung angewendet wird, sowie in einem Flansch, an
welchem keine derartige plastische Druckverformung angewendet wird,
ohne Verwendung der Wischer- bzw. Abstreiferform 15 in der
Aufspannform 12, wenn der Dachseitenrahmen 1 mit Radien von 400 m
bzw. 600 m gebogen wird.
Aus den Ergebnissen dieses Versuchs wird deutlich, daß die Erzeugung von
Rillen bzw. Falten in dem Flansch 3 so geringfügig ist, daß sie visuell nicht
erfaßt werden kann, und somit wird die Genauigkeit, mit welcher ein Bauteil
an dem Flansch 3 angebracht wird, deutlich erhöht.
Darüber hinaus sind unten die Ergebnisse eines Versuchs angegeben, in
welchem eine Biegung mit Krümmungsradien in der Größenordnung von 30
bis 53 m durchgeführt wurde.
Entsprechend den Ergebnissen dieses Versuchs gab es Fälle, in denen keine
Rillen oder Falten erzeugt wurden, wie in den Nummern 1 und 2 zu sehen
ist.
Zusätzlich wird das in den Figuren nicht dargestellte Abstandsstück
verwendet, um das Ausmaß an Druckverformung einzustellen und der
vorspringende Abstand der Wischer- bzw. Abstreiferform 15 kann durch
Variieren der Dicke des Abstandsstücks oder hydraulisch verändert werden.
Wenn der Krümmungsradius kleiner wird, wird vorzugsweise das Ausmaß
an plastischer Druckverformung des Flansches 3 zum Ausgleich erhöht.
Darüber hinaus braucht es sich bei der Dachseitenrahmen 1-Biege- und
Verdrehvorrichtung nicht notwendigerweise um die Dachseitenrahmen-
Biegevorrichtung 10 zu handeln, sondern es können andere
Biegevorrichtungen eingesetzt werden bzw. kann das erfindungsgemäße
Verfahren auf andere Biegevorrichtungen angewendet werden.
Darüber hinaus braucht ein zu biegendes Element nicht notwendigerweise
ein hohles Element wie der Dachseitenrahmen 1 zu sein, sondern es können
sogar ein U-Element aus Metall oder ein modifiziertes U-Element aus Metall,
wie in Fig. 16 dargestellt, ebenso auf gleiche Art und Weise gebogen
werden.
Ein Verfahren zum Biegen eines mit einem Flansch versehenen Elements aus
Metall umfaßt die Schritte des Ausübens einer Druckkraft auf einen Flansch
(2) eines mit einem Flansch versehenen Elementes (1) aus Metall in einer
Richtung, welche eine Längsrichtung des Elementes aus Metall schneidet,
zur plastischen Druckverformung des Flansches, sowie des anschließenden
Biegens des mit einem Flansch versehenen Elements (1) aus Metall entlang
einer mit einem Flansch versehenen Seite desselben derart, daß die mit
einem Flansch versehene Seite des mit einem Flansch versehenen Elements
aus Metall an einer Innenseite eines Biegeprozesses angeordnet ist, sowie
eine Vorrichtung zur Verwendung mit selbigem Verfahren.
Claims (4)
1. Verfahren zum Biegen eines mit einem Flansch (3) versehenen
Elements (1) aus Metall, umfassend die folgenden Schritte:
- - Ausüben einer Druckkraft auf einen Flansch (3) eines mit einem Flansch (3) versehenen Elements (1) aus Metall in einer Richtung, welche die Längsrichtung des Elements (1) aus Metall schneidet, um eine plastische Druckverformung an dem Flansch (3) vorzusehen; und
- - Biegen des mit einem Flansch (3) versehenen Elements (1) aus Metall entlang einer Flanschfläche desselben derart, daß der Flansch (3) des mit einem Flansch (3) versehenen Elements (1) aus Metall an einer Innenseite angeordnet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Druckkraft in eine
Dickenrichtung des Flansches (3) gerichtet ist, welche eine Richtung
senkrecht zur Flanschfläche ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Ausmaß an plastischer
Druckverformung erhöht wird, wenn der Biegeradius des mit einem
Flansch (3) versehenen Elements (1) aus Metall abnimmt.
4. Vorrichtung zum Biegen eines mit einem Flansch (3) versehenen
Elements (1) aus Metall, umfassend:
- - ein Aufnahmeelement (12, 13, 14), welches das mit einem Flansch (3) versehene Element (1) aus Metall verschieblich lagert und gegen eine Fläche eines Flansches (3) des mit einem Flansch (3) versehenen Elements (1) aus Metall stößt;
- - ein Druck- bzw. Pressenelement (15), welches integral an dem Aufnahmeelement (12, 13, 14) befestigt ist, wobei das Druck- bzw. Pressenelement (15) eine Stoßfläche (15c) aufweist, welche gegen die andere Fläche des Flansches (3) stößt, um dadurch eine Lücke zwischen der Stoßfläche (15b) und einer anderen Stoßfläche (14b) des Aufnahmeelements (12, 13, 14) zu bilden, welche gegen die eine Fläche des Flansches (3) stößt, wobei sich die Lücke von einem Ende des Flansches (3) zum anderen Ende desselben allmählich verringert; und
- - eine verschiebbare Antriebseinheit (16), welche das mit einem Flansch (3) versehene Element (1) aus Metall verschieblich bewegt von einer Seite, an welcher die Lücke, die zwischen der Stoßftäche (14b) des Aufnahmeelements (12, 13, 14) und der anderen Stoßfläche (15b) des Druck- bzw. Pressenelements (15) gebildet ist, größer ist, zu der anderen Seite hin, an welcher die Lücke kleiner ist.
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